200. Jahrgang.
SanauerWAuzeiger
General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.
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Nr. 256
Donnerstag den 30. Oktober
1924
Das Neueste.
— Die gestrigen englischen Wahlen haben für die konservativen große Erfolge gebracht.
— Der bisherige Generalagent für die Repara- kiouSzahlunge« Owen Doung ist gestern in Berlin kingetroffen, um auch hier die Geschäfte an Parker Gilbert, dessen Ankunft für heute erwartet wird, zu übergeben. Owen Aoung wird wahrscheinlich bereits Ende dieser Woche die Heimreise nach Amerika antreten.
— Der Bund der Kolonialfreunde in Berlin hat eine koloniale Volkshochschule ins Leben gerufen, an der die Vertreter der kolonialen Politik, Wirtschaft und 'Wissenschaft tätig sein werden.
— Der Sonderberichterstatter von Havas meldet aus Brüssel, der englisch-türkische Streitfall könne all gelöst betrachtet werden.
Ein Schandfleck.
Aus Frankreich wurde gestern ein neuer Zwischenfall berichtet, den der deutsche Privat- dvzent Gumbel von der Universität Heidelberg hervorgerufen hat. In Deutschland weih jeder, rves Geistes Kind Herr Gumbel ist. Er hat es bekanntlich fertig gebracht, bei einer Erinnerungsfeier zum Gedächtnis der deutschen Gefallenen des Weltkrieges von dem sogenannten Feld der Un-Ehre zu sprechen. Dieser Herr unternimmt gegenwärtig in Frankreich eine Propagandareise im Auftrage der Liga für Menschenrechte. Seine ^letzte Rede hat er in Le Havre gehalten. Vorher sprach er in Dijon und anderen französischen Städten. Der Inhalt seiner Rede ist überall der gleiche und eine âüäüidâl .Namens, den Herr
"rügt. Nach unwidersprochenen Berichten französischer Blätter wettert er gegen den deutschen Korporal, der in Deutschland noch wie ehedem wüte. Er beschuldigt die deutsche Regierung des absichtlichen Betruges der deutschen Gläubigerstaaten und behauptet, Deutschland könne alles zahlen, was man von ihm verlange. Ferner bedauert Herr Gumbel, daß man Deutschland nicht völlig entwaffnet habe.
Man kann leider Herrn Gumbel nicht als eine Ausnahme des deutschen Pazifismus betrachten. Vielmehr ist er eine typische Erscheinung dieser ganzen nachgerade gemeingefährlichen Bewegung. Man muß sich an seinem Beispiel einmal klar machen, wie die Rollen verteilt sind. Die Franzosen schicken ihren Herrn Basch nach Deutschland, der das Land, da ihm Gastrecht gewährt, in öffentlichen Versammlungen beschimpft und die Kriegsschuldlüge aufrecht erhält. Das alles unter dem Jubel der deutschen Pazifisten Damit nicht genug, setzen die deutschen Pazifisten dann in Frankreich ihr eigenes Land in der gemeinsten Weise herab, wie das Beispiel des Herrn Gumbel zeigt. Summa summarum: Der französische Pazifist schmäht Deutschland auf französischem Boden. Eine niederträchtigere Propaganda und Stimmungsmache gegen Deutschland, als die Tätigkeit dieser Pazifisten, ist garnicht denkbar. Lord Northcliffe würde vor Neid erblassen, wenn er noch am Leben wäre.
Es ist bemerkenswert, daß Herr Gumbel in Frankreich fast stets Störungsversuchen ausgesetzt ist. Es hat in Dijon und auch in Le Havre ernste Prügeleien gesetzt, ehe Herr Gumbel reden konnte. Offenbar gibt es in Frankreich Leute, denen das Schauspiel einer solchen nationalen Selbstentmannung widerwärtig ist. Dieses natürliche Gefühl ehrt die Franzosen. Umsomehr, als die französische Politik mit den deutschen Pazifisten Hand in Hand arbeitet, wie ehemals mit den Separatisten. Dafür gibt es im besetzten Gebiet Beweise genug. So sind kürzlich, wie uns zuverlässig berichtet wird, in der Provinz Birkenfeld die „Obersteiner Neuesten Nachrichten" auf mehrere Tage verboten worden, weil sie angeblich gegen die Würde der Besatzungstruppen verstoßen haben. Tatsächlich ist das Verbot durch Artikel verursacht, die das genannte Blatt gegen französische und deutsche Pazifisten veröffentlicht hat. Dabei tritt ein sehr interessantes Zusammenspiel zutage. In Oberstein ist für Freitag eine Rede des Generals Schönaich, des bekannten deutschen Pazifisten, angekündigt. Um der deutschen Presse gegen diesen Mann den Mund zu stopfen, ist die Obersteiner Zeitung verboten worden. Das ist ganz offenbar der eigentliche Grund, der für die Besatzungsbehörde maßgebend war. Die Zusammenhänge sind also ganz klar. Die deutschen und die französischen
Pazifisten arbeiten im Sinne der französischen Besatzungsbehörden. Deshalb läßt man sie im besetzten Gebiete auch überall sprechen. Sie wirken genau so als Sprengpulver wie ehedem die Separatisten. Denn die überwiegende Mehrzahl der deutschen Bevölkerung empfindet im besetzten Gebiet das Treiben der Pazifisten als eine Schmach und hat für diese Schützlinge der französischen Vesatzungsbebörden genau dieselben Gefühle wie für die Separatisten. Der einzige Trost ist der, daß auch diese Sprengversuche an der nationalen Widerstandsfestigkeit der deutschen Bevölkerung abprallen.
Es lieat aber im deutschen Interesse, daß mit diesem Treiben einmal reiner Tisch gemacht wird. Es artet mehr und mehr zu einer Entehruna des deutschen Namens aus und stört den Zusammenschluß zu ruhiger Aufbauarbeit. Dieses elende Treiben ist noch eine Erbschaft der Zermürbungsjahre, hinter die wir jetzt durch die Londoner Abmachungen und durch die Zurückgewinnung unserer Hausrechte im eigenen Hause einen 'Schlußpunkt gesetzt haben. Das deutsche Volk wird durch die Neuwahlen dafür zu sorgen haben, daß die deutsche Luft von diesem Krankheitshauch des Pazifismus gereinigt wird.
Skandale bei der Vefatzungsarmee.
Paris, 29. Oktober. Die „Ere nouvelle" schildert heute die Skandale bei der BelatzunpSarmee. Sie erklärten, Mißbrauch und Diebstähle herrschten bei der Rheinlandarmee. Offiziere erlaubten sich. Geschäfte zu machen, Direktoren der Korperatw - Gesellschaften erzielten betrügerische Gewinne. Private Felle würven von mehreren Offizieren mit Staatsg-ldern veranstaltet. Tausende Liter Benzin würden vergeudet, zahllose Automobile würden von den Herren des Generalstabes und der Verwaltung zu ihrem Vergnügen benutzt. In Bingen verfüge der Militärpfarrer jeden Sonntag ‘—-——“—
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Eisenbahn benutzen könnte. Zahlreiche verdächtige Personen kalten sich bei der Rheinlandarmee auf, die angeblich geheime Missionen haben, wie z. B. Untersuchungen über Separatisten anzustellen oder die Bevölkerung zu überwachen. Sie verfügen über bedeutende Strebite und führen ein fröhliches Leben. Der General Guillaumat werde, nachdem endlich Degoutte entfernt wurde, die Generalstäbe und die Verwaltung säubern müssen, damit die Betrügereien und Uebeltateu nicht, mehr Vorkommen. Es handele sich um das Prestige der französischen Republik und das der Armee,
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Seltsam! Dasselbe Treiben war all die Jahre hindurch kein Skandal, weil ja doch Deutschland alle Ausgaben des Besatzungsdeeres zahlen mußte, auch die „betrügerischen Gewinne" und die „privaten Feste" und die „Autofahrten zum Vergnügen" und die Existenz all der Leute mit „angeblich geheimen Missionen". Dieser Skandal besteht schon seit Jahren, er war vor allem den Franzosen kein Geheimnis. Aber Deutschland mußte ja alle „Be- satzungskosten" zahlen und so lange war dieser Skandal noch kein „Skandal" und befleckte auch „das Prestige der stanzösischen Republik" nicht im geringsten. Seit dem Dawes-Abkommen aber werden alle Besatzungskosten von den Reparationszahlungen aekürzt, das „fröhliche Leben" tm besetzten Gebiet geht also künftig auf französische Kosten, und nun plötzlich wird eS zum Skandal. Auch ein Beweis für den Wandel, der seit dem Londoner Abkommen ein getreten ist.
Verbrecherische MelallMsbeute auf französt chen Schlachtfeldern.
Paris, 29. Okt. Einem sonderbaren Skandal ist man an der Aisne bei Chalons auf die Spur gekommen. Hauptsächlich polnische und arabische, aber auch portugiesische und chinesische Arbeiter wollen die ehemaligen Schlachtfelder nach Eisen, Kupfer und sonstigem Metall au?« beuten. Es haben sich ganze Kolonien in der Nähe der zerstörten Ortschaften gebildet, wo die Arbeiter das ganze Gebiet nach Metall durchwühlen. Man hört von einigen besonders geschickten Arbeitern die auf einmal 10000 Franken verdienten, so zwei Araber, die bei Laon die Reste eines Niesengeschoßlagers entdeckten, das im Jahre 1916 in die Luft geflogen war. Hierbei stießen die Arbeiter auch auf ehemalige Schützengräben und Kriegergräber. Für Entdeckung eines nicht identifizierten Soldaten bekommen sie eine Belohnung von 2 Frank, aber, so schreibt der Petit Parisien, da sie für Eeschoßhülsen 2.75 bis 3 Frank bekommen, so kümmern sie sich nicht um die Knochenreste, es sei denn, daß sie nach Ringen oder anderen Wertgegenständen durchsuchen. So werden die Leichenteile einfach verstreut. Die Erregung der Bevölkerung über diese Vorgänge ist begreiflicherweise recht groß. Zwei besonders eifrige „Metallsucher", zwei Polen, wurden verhaftete
I der WiM fiontootiieiL
Vernichtende Niederlage der Liberalen. Asquith geschlagen. — Einbutze der Arbeilerparlei.
London, 29. Okt. Wie der amtliche englische Funkdienst meldet, zeigen die in den Hauptquartieren der einzelnen Parteien eingegangenen Berichte, daß der heutige Wahlkampf überall ungewöhnlich scharf ist. Sein Hauptmerkmal ist, daß sich die Frauen in einer bisher nie dagewesenen Zahl an der Wahl beteiligen Trotz der Erbitterung, mit der der Kampf geführt wird, ist die Ordnung im allgemeinen nicht gestört worden. Die konservative Partei zeigt große Zuversicht. Sie nimmt als sicher an, daß ihr die klare Majorität über die beiden anderen Parteien zufallen wird, d. h. daß sie von den 650 Parlamentssitzen mindestens 30ö erlangen wird, gegenüber 258 Sitzen bei der letzten Wahl. In konservativen Kreisen wird erklärt, der Strom der Wähler sei so stark, daß er Tausende zur Wahlurne führe,' die nicht nur im letzten Jahre ihre Stimmen nicht abgegeben haben, sondern sich niemals vorher die Mühe genommen hätten, zur Wahl zu schreiten. Sie, Konservativen rechnen auf den Sieg zunächst wegen des Sinowjewzwischenfalles, dann deswegen, weil in ihrem Programm der allgemeine Zolltarif nicht enthalten ist, der lynen bei der letzten Wahl die Niederlage gebracht hat. Schließlich bauen sie darauf, daß die Wähler ihre Enttäuschung über die Tätigkeit der Arbeiterregierung hinsichtlich der Arbeitslosenunterstützung und des Wohnungsproblems bekunden wer- den. Im Hauptquartier der Arbeiterpartei er-
des Sinowsemsbriews und der von den anderen Parteien an der Tätigkeit der Regierung im Innern geübten Krnik wesentliche Gewinne erlangen wird. Es herrscht die Auffassung, daß die Arbeiter der Arbeiterregierung ihre weitere Unterstützung zu Teil werden lassen, die sie in den Stand setzen würde,, die Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und zur Lösung des Wohnungsproblems durchzu- führen, für die die bisherige Regierung nicht die nötige Zeit gehm. habe. Das Hauptquartier der Arbeiterpartei hat die Erwartung ausgesprochen, daß die Partei nicht nur auf ihrem bisherigen Stand verbleiben, sondern sogar noch einige Sitze gewinnen werde und daß sie im neuen Unterhaus 213 ^s 233 Sitze haben werde. Das Hauptquartier der Liberalen Partei scheint auf eine Besserung in ihrer parlamentarischen Stellung nicht zu recynen. Es besteht d'e Ansicht, daß eher die Konservativen als die Liberalen von den Verlusten der Arbeiterpartei Vorteile erlangen werden. Die Liberalen rechnen mit einem Verlust an Sitzen in Schottland, doch hoffen sie im großen und ganzen auf ihrer alten Höhe bleiben zu können.
Soweit die gestern herausgegebene Meldung. Die bis jetzt vorliegenden Wablresultate rechtfertigen den Optimismus der Konservativen und das Reuterbüro rechnet mit ziemlicher Gewißheit mit einem Sieg der Konservativen. Die Arbeiterpartei hat bisher reichliche Verluste zu verzeichnen, noch schwerer sind die Verluste bei den Liberalen. Nachstehend die Meldungen über bisher vorliegende Teilresultate:
London, 29. Okt. 11.45 abends. Die ersten Wahlergebnisse bringen konservative Gewinne in industriellen Wahlkreisen. Bisher haben die Konservativen acht Sitze gewonnen, davon vier von der Arbeiterpartei und vier von den Liberalen. Henderson, der gegenwärtige Minister des Innern, ist in Burnbey gewähu. Bis %12 Uhr abends stehen 12 Wahlergeonisse fest und zwar 10 Konservative und 2 Arbeiterparreiler.
London, 20. Okt. 12 Uhr nan,.s. Einschließlich der nicht bestrittenen bitje ist _ der Stand der Parteien folgender: Konservative 26, Arbeiterpartei 12, Liberale 7, Unabhängige 1 Sitz. Außer den 8 konservativen Gewinnen haben die Liberalen einen Gewinn von der Arbeiterpartei. Die Arbeiterpartei hat einen Verlust von 5 und die Liberalen einen Verlust von 4 Sitzen.
London, 30. Okt. Stand der Parteien nach den bis 1 Uhr früh deutscher Zeit vorliegenden Wahlergebnissen: Konservative 56, Arbeiterpartei 25, Liberale 9, Unabhängige 1 Sitz. Die Gewinne und Verluste der Parteien verteilen
sich folgendermaßen: Konservative 21 vezw. t, Arbeiterpartei 3 bezw. 10, Liberale 2 bezw. 15. Die Minister Walsh und Clynes sind wiedergewählt, Margarot Bondfield ist geschlagen.
London, 30. Okt. Sland der Parteien nach den bis 2 Uhr früh vorliegenden Wahlergebnissen: Konservative 81, Arbeiterpartei 41, Liberale 13, Unabhängige 1 Sitz. Asquith ist in Paisley geschlagen, Pensonby wiedergewählt.
London, 30. Okt. 4 Uhr morgens. Die Kon« servativen tragen in den Jndustriewahlbezirken große Erfolge davon. Es entfallen auf die Parteien folgende Sitze: Konservative 139, Arbei- terparte. 67, Liberale 18, Unabhänaige 2. Die Gewinne und Verluste verteilen fi^ wie folgt: Konservative 52 bezw. 5, Arbeiterpartei 18 bezw. 30, Liberale 6 bezw. 41.
London, 30. Okt. Wahlergebnis von 6 Uhr früh deutscher Zeit: Konservative, 161, Arbeiterpartei 78, Liberale 22, Unabhängige 8. Gewinne und Verluste: Konservative 36 bezw. 6, Arbeiterpartei 19 bezw. 32, Liberale 7 bezw. 44. — Das Endergebnis der Wahlen dürfte dem Reuterbüro zufolge mit ziemlicher Gewißheit ein Sieg der Konservativen sein.
London, 30. Okt. Die konservativen Wahlsiege waren eine Ueberraschung selbst für die alleroptimistischsten Konservativen. Besonders die vielen Erfolge in den Jndustriebezirken kamen unerwartet. Viele Konservative wurden mit einer Majorität wieder gewählt, die zehn-
Asflükths wird zur Folge haben, daß sich der liberale Führer von der Politik Zurückzieht. Llond George wird dann der unbestrittene Führer der Liberalen sein. Die schweren liberalen Verluste sind noch besonders zurückzuführen auf die Taktik der Arbeiterpartei und der Konservativen, die in streng liberalen Gebieten doch einen Kampf der drei Parteien erzwangen und so die Liberalen zersplitterten. Unter den erfolgreichen Kandidaten sind zu nennen der Pazifist Morell, der frühere irische Staatssekretär Grueenwood, die Minister Roberts und Thomas und der ehemalige konservative Miniper Douglas Hopp. Unter den ge= schlaaenen Kandidaten befinden sich der ehemalige Minister und jetziges Mitglied der Arbeiterpartei Addison und der ehemalige liberale Minister Mac Namara, die Arbeusminister Leach und Jovett und der Führer der Arbeiterpartei Lawtrenee. Die acht kommunistischen Kandidaten unterlagen vollkommen mit Ausnahme des Inders Saklatvala, der inBatterfea den liberalen Kandidaten mit 502 Stimmen schlug.
London, 30. Okt. Nach den bisher vvr» liegenden Wahlergebnissen wurden u. a. wieder gewählt: Samuel Hore, die Konservativen Douglas Hopp, Joynson, Hicks, Lady Aster, Chamberlein, der Liberale Eduard Grigg, von der Arbeiterpartei außer Henderson Clynes und Ponsonby auch Oberst Wedgwood. Bei den Wahlen unterlagen bisher u. a. der liberale Führer Masterman, von der Arbeiterpartei der Sohn Baldwins und Ben-Tillet. Neugewahlt wurden bisher der Arbeiterführer Bromley, die Liberalen Gußt und Runciman und der Konservative Waterhouse. ,
London, 30. Okt. Der bislsenge Wahlerfolg der Konservativen auf Kosten der Arbeiterpartei, insbesondere aber auf Kosten der Liberalen erregt die größte Sensation. Die Niederlage Asquith macht tiefen Eindruck. „Daily Herald" erklärt bereits in den frühen Morgenstunden hätten alle Anzeigen für einen konservativen Sieo bei den Wahlen bestanden. Die liberale Partei bebe eine vernichtende Niederlage erlitten. „Daily News" schreibt in einem Leitartikel: Die bisherigen Wahlergebnisse ließen keinen Zweifel über die Stimmung im Lande. Die Mehrheiten, mit denen die Konservativen gewählt wurden, seien symptomisch. Die Mehrheiten der Arbeiterpartei, selbst dort wo sie ihre Sitze behalten, seien fast überall und sogar sehr beträchtlich vermindert. Die Liberalen hätten ihre Sitze in lucancMter verloren. Wenn nicht eine besondere Wendung ,eintrete, so müßte von einer vollständigen, Niederlage der Liberalen gesprochen werden. Die Stimmen der Frauen seien diesmal entscheidend m vi« Wagschale geworfen worden und zwar u da*«