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Hanauers

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.

nzerger

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage. / Fernsprech-Anschluß Nr. 1237 und 1238.

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Be,ugspreisiürdie2 Wochen vom 20. Okt. bis I.Nov. 1 Goldmark ohne Trägerlohn. Einzel­nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Goldoiennrg. Anzeigenoretie:Kr die 28 mm breite Seile im Anzeigenteil 15 Eoldoiennig. für bi« Aeklamszsile (68 mm)

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Montag den 27. OKlober

1924

Das Neueste.

HavaS verbreitet aus Madrid nachstehenden amtlichen Bericht über die Lage in Marokko: In der Westzone verläuft die Räumungsoperation normal; verschiedene Stellungen wurden neuerdings mit Lebensmitteln versorgt. Verschiedene Dörfer wurden durchsucht und eingeäschert; die Bevölkerung flüchtete. Die Verluste der Spanier sind nicht sehr groß.

Aus Peking wird gemeldet, daß Wu Pei Fu

sich nach Tientsien begeben habe.

. Der chinesische Präsident Tsao Khun

hat

Samstag sein Rücktrittsgesuch eingereicht. Das Ka­binett ist schon ant Abend vorher zurückgetreten.

Der Sächsische Landesparteitag der Sozial­demokratischen Partei entschied sich in einer einstimmig angenommenen Entschließung zur Landespolitik für die sofortige Auflösung des Landtags und beauftragte die Landtagsfraktion, die Landtagsauflösung so zu betreiben, daß die Neuwahl zum Landtag zusammen mit der ReichstagSwahl am 7. Dezember erfolgen könnte.

Eine Rede Stresemanns.

Mühlhausen, 27. Okt. Im Rahmen des iLndesparteitages Thüringen der Deutschen " " ' r ' *-"--- "^g in einer von

besuchten Versamm-

Volkspartei sprach gestern mittag Tausenden von Zuhörern besucht lung der Reichsaußenminister Dr. Stresemann über die politische Lage. Er betonte, daß es sich bei den parlamentarischen Auseinandersetzun­gen der letzten Wochen weniger um Auseinan-

Reichsregierung werde heute von der üver- wiegenden Mehrheit des deutschen Volkes ge­billigt. Die Deutsche Volkspartei stehe auf dem Boden natinaler Realpolitik. Illusionisten seien diejenigen, die in einer Zeit, in der wir keine Macht hab^n, von Machtpolitik reden und sich dabei auf Bismarck berufen, während doch Bis­marck der größte Realpolitiker aller Zeiten war. Der Gedanke nationaler Realpolitik, den die Deutsche Volkspartei vertrete, halte sich aber auch frei von Jllufionspolitikern, die da sagen, Deutschland braucht nur das, was die andern von ihm fordern, zu erfüllen und dann die Besserung der Stimmung im Ausland abzu- warten. Dr. Stresemann ging auf die Lon­doner Verhandlungen ein und zeigte, welche Erfolge die deutsche Delegation in diesen schwie­rigen Verhandlungen erreichte. Die Londoner Vereinbarungen bringen zwar eine schwere und schwerste Belastung des deutschen Volkes mit sich, haben aber doch grundsätzlich auf den Weg geführt, der mit den Worten gekennzeichnet fei':

Durch Arbeit und Opfer zur Freiheit."

Mr haben uns nicht zu der moralischen Schuld am Kriege bekannt und werden es nie tun. Nationales Empfinden und nationale Gesin-

en iu«

rang haben aber nichts mit der Notwendigkeit zu tun, die Konsequenzen aus der gegebenen Lage und der gegenwärtigen europäisch, Machtkonstellation zu ziehen: In diesem Z: sammenhang erklärte Dr. Stresemann, daß auch die Lage Preußens nach 1806 der des heutigen Deuts^â-ds ähnlich war. Auch damals zogen Stein und Hardenberg die Konsequenzen aus der preußischen Niederlage und wurden damals

von den Jllufionspolitikern ebenso beschimpft. Die Geschichte habe aber gezeigt, daß der Weg, den sie einschlugen, richtig war. Dr. Strese­mann zeigte dann, welche Erleichterungen die Londoner Vereinbarungen Deutschland gegen­über seiner früheren Lage gebracht haben und ging dann ausführlich auf die Anleihefrage und die Frage der Ruhrräumung ein. Das fei das Bedeutsame der Londoner Vereinbarungen, daß die Abmachungen internationales Recht sind, an denen neben den europäischen Mächten auch die Vereinigten Staaten beteiligt sind. Was in London erreicht wurde, fei ein weltwirtschaft­licher Akkord. Gegenüber der Politik der Völkischen und Kommunisten wies Dr. Strese­mann darauf hin, daß, wenn irgend ein Staat machtlos sei, so habe er das größte Interesse baran, die Weltpolitik

aus der Sphäre der Alachlpolikik in die Sphäre der wirtschaftlichen Vernunft

. Hinüberzuleiten. Das einzige Machtmittel, das wir heute haben, sei das eigene Interesse der Welt daran, daß Deutschland wirtschaftlich nicht zugrunde geht. Nachdem Dr. Stresemann aus die psychologische Wirkung der ersten Räumung

auf die Bevölkerung des besetzten Gebiets hinge­wiesen und betont hatte, daß alles, was ge­schehen, eine Politik rechtfertige, die zwar nur schrittweise, aber doch vorwärts führe, wandte er sich den Fragen der inneren Politik zu, die er ausführlich behandelte. Er wieß den Vor­wurf zurück, die Deutsche Volkspartei habe eine Schwenkung in ihrer Haltung vollzogen und be­tonte, daß das Ziel, das auf dem Leipziger Parteitag festgelegt wurde, die deutsche Volks­gemeinschaft, stets das Endziel der Deutschen Volkspartei sein und bleiben werde. Wir ge­hören nicht zu denen, die erklären, daß sie prin­zipiell niemals mit den Sozialdemokraten zu- sammengchen würden. Wir werden eine solche Erklärung schon deshalb für ganz verfehlt hal­ten, weil kein Mensch in der Lage sei, in die Zukunft zu sehen. Es komme darauf an, ob die Sozialdemokraten die Staatsnotwendigkeiten der Gegenwart anerkennen. Tun sie es, dann ist es recht, auch ihre Hand zu ergreifen wie die jeder anderen Partei, die sich auf den Boden der Staatsnotwendigkeiten stellt. Der durch die Furcht vor der kommunistischen Agitation er­folgte Austritt der Sozialdemokratie aus der großen Koalition habe jedoch gezeigt, daß die Sozialdemokratie zur staatspolitifchen Mit­arbeit «och nicht reif fei. Sie dürfe sich daher nicht beschweren, wenn die Entwicklung eine andere Richtung genommen habe. Nachdem Dr. Stresemann die Unfähigkeit der Sozial­demokratie zur großen Regierungsmitarbeit auch mit dem Hinweis auf die starken Zer­setzungserscheinungen und die scharfen Aus­einandersetzungen innerhalb der Partei über die Haltung gegenüber dem Staat begründet hatte,

zurück.

Dr. Stresemann wies auf den Widerspruch hin, daß die Demokraten heute erklären, daß eine Zusammenarbeit mit den Deuischnatio- nalen gegen ihre Grundsätze verstoße, wäh­rend sie noch im Mai mit über den Eintritt der Deutschnationalen in die Regierung ver­handelten. Dr. Stresemann führte weiter aus, daß nach seiner Ansicht der Kern der Regie­rung von den Mittelparteien gebildet rochen müsse, an den sich die zur Mitarbeit bereiten übrigen Kräfte anfügen müßten. Der Führer der demokratischen Partei mache gar kein Hehl daraus, daß er die Partei nach links steuern will, um angeblich die Republik zu schützen, obwohl niemand an einen Verstoß gegen die jetzige Staatsform denke. Dieses demokratische Geschrei, das erhoben werde, um von der Schwäche der eigenen Partei 'abzulenken, gleiche dem Ruf: Republikaner, vereinigt euch, denn die Deutschnationalen sind im Begriff sich auf den Boden der Republik zu stellen! Dr. Stresemann ging dann weiter auf die demokratisch-sozialistische Behauptung ein, die Bildung eines Linksblocks sei aus außenpoli­tischen Gründen notwendig und sagte, das Ausland wird uns niemals achten, wenn mir uns nicht selber achten. Die Einbeziehung der Deutschnationalen in die Regierung ist eine staatspolitische Notwendigkeit. Nachdem Dr. Stresemann auf die Auswirkung eines Negie­rungseintritts der Deutschnationalen auf eimn großen Teil der vaterländischen : -bände hin­gewiesen und betont habe, daß man inrd) Ablehnung der Deutschnationalen nur die extremen Kräfte stärke und die vernünftigen schwäche, führte er in seinem Schlußwort aus, daß es gelte, alle aufbaubereiten Kräfte Deutschlands zu sammeln. Das nächste Ziel müsse die Bildung einer in sich gefestigten und dauerhaften Regierung sein, ben Arbeit die Grundlage für den Wiederaufstieg bilde und die Rückkehr zur deutschen Freiheit. Stür­mischer Beifall dankte Dr. Stresemann für seine Ausführungen.

Dr. Kugo über den Ruf ans VsM.

Bielefeld, 27. Okt. Die Deutsche Volks­partei in Bieleseld hielt eine sehr stark besuchte Wahlversammlung ab, in der der bisherige Reichstagsabgeordnete Dr. Hugo über das ThemaDer Ruf ans Volk" sprach. Der Redner tagte u. a.: Zu keiner Zeit galt es mehr, sich in den Dienst des Wiederausbaus zu stellen, als heute, da die zur Regitzrung unfähige Sozial­demokratie ein neues Unglück berausbeschwören möchte. Der Beweis ihrer Unfähigkeit war |d)on erbracht, als die sozialdemokratische Partei aus Angst vor der Wählerschaft das Instrument rur Sicherung der Republik, die Reichswehr, für

diese Sicherung nicht einsetzen wollte, so auch jetzt, wo die Sozialdemokratie die Frage des Achtstundentages, als eine rein deutsche Ange­legenheit, dem Internationalen Arbeitsamt in die Hände spielen möchte. Es gilt, eine Re­gierung der verantwortlichenMebrheit zu schaffen und dazu reiche die Deutsche Volkspartei Herz und Hand. Redner geißelte den riesigen auf Kosten der Wirtschaft entstandenen Profit der Reichsbahn und die ungeheuer gestiegenen Ein­nahmen der Post. Auf diesem Wege sei eine Verbilligung und damit eine Steigerung der Produktion unmöglich.

Die Bürgerschafts-Wahlen inKamburg

Hamburg, 26. Okt. Die heutigen Neuwahlen zur Hamburger Bürgerschaft brachten in den 590 Wahl­bezirken deS Stadtbezirks folgende Ergebnisse : Demo- traten 60 069, Sozialdemokraten 162 593, D. Vpt. 66 026, Völkische 12 858, Kommunisten 75190, Zen­trum 8656, Deutschnationale 84 348. Es fehlen die Ergebnisse aus 59 Wahlbezirken des Landgebietes.

Hamburg, 27. Oktbr. Bei den Wahlen er­hielten die Demokraten 21 Sitze, die Sozialisten 53, Mieter - Bund 2, Deutsche Volkspartei 23, Wohnungssuchende 1, Nationalsoziale 4, Kom­munisten 24, Zentrum 2, Deutschnationale 28.

Die Sicherung der Wahl.

Berlin, 25. Ott. Der amtliche preußische Pressedienst teilt mit: Das preußische Innen­ministerium hat zur polizeilichen Sicherung der Wahlvorbereitungen und Wahlen in einer Rundverfügung an die . Oberpräsidenten, Regierungspräsidenten und Polizeiverwal-

zur Pflicht gemacht, allen Störung suchen mit größter Entschiedenheit entgegenzu­treten. Die.Notwendigkeit der wirksamen Durchführung dieser Anordnung gestattet es nicht, die Kräfte der Polizei zu verzetteln durch Sicherung von Umzügen oder Versammlungen unter freien Himmel, die sich in den letzten Monaten durch das Auftreten von verschiedenen Organisationen in Form von Fahnenweihen, Deutschen Tagen, Republikanischen Tagen usw. beträchtlich vermehrten. Der Minister, der übrigens vor einigen Wochen schon beim preußischen Staatsministerium im Sinne einer Aushebung der Verordnung durch den Reichs- piäsidenten vorstellig geworden war, wird aus Den vorstehenden Gründen seine eigene Verord­nung vom 24. Juli 1923 bis zum Wahltage aufrecht erhalten. Die Verordnung, die wäh­rend der Geltungsdauer des Ausnahmezustandes ihre Bedeutung verloren hatte, beschränkt sich auf das Verbot von Umzügen und Versamm­lungen unter freien Himmel und hat sich bis­her, besonders in bewegten Zeiten, als eine wirksame Vorbeugungsmaßnahme im Interesse aller Parteien erwiesen.

Dis bayerischen Demokraten.

Münch«, 26. Oktober- Heute trat hier der Laudesausfchuß der deutsch-demokratischen Partei in Bayern zu einer Sitzung zusammen, zu der auch die beiden Reichsminister Geßler und Hamm sowie der Reichsminister a. D. Koch erschienen waren. Geßler vertrat die Anschauung, daß man die Deutschnationalen zur Verantwortung in der Regierung zwingen müsse. Die demokratische Partei müsse die Polikik der Mitte weitersühren. Die deutsâi-üemokratische Partei in Bayern müsse der bürgerliche Block gegen den Partei- kularismuS sein. Reichminister a. D. Koch betonte, an die Partei deute keine einseitige Verbraucherpolitik, sondein Prodnzentenpolitik, die zugleich die beste Ver- brancheipoiitik sei, treiben werde» Reichsminister Hamm wies u. a. darauf hin, daß zwischen den Begriffen bemotratifcb und liberal sehr oft nur künstliche Gegen­sätze geschaffen würden. Das Ergebnis der Sitzung wurde in zwei Resolutionen fengelegt, in denen mm Ausdruck kommt, daß die deutsch-demokratische Partei, die von der Reichstagsfraktion i it Jahren befolgte Politik, gebilligt wird. Der Landesausichuß dankt der Rcichstagsfraktion dafür, daß sie nicht die Hand zur Sabotierung ihrer Politik durch den Eintritt der Leuischnationalen in die Re- uierung geboten habe. Der Landcsausschuß habe aus den Darlegungen Geßlers mit Genugtuung entnommen, daß keine grundsätzlichen Meinung vcrschwdcnheitcu zwischen ihm und der dentschoemokratischen Partei be­steben und banit rbm, wie auch dem Reichsminister 'Hamm und den Lbg. Sparrer^dafür, daß sie trotz abweichender Meinung in der Frage der Taktik der Parier die Treue gehalten haben.

D e Einderusuull derLandesvorsiände der Leu schnaüonaten Volnsparrei.

Berlin, 26. Okt. Wie derBerliner Lokal- Anzelger* meldet, werden die LanoeSvorständc der Leutjchnationalen Volkspartei, wie nunmehr feststel)t, erst am 3. November in Berlin tonen.

Ueberlrill zur Deutschen Dolkspartek.

Berlin, 26. Okt. Der bisherige preußische Land« tagSabgeordnete Westermann, einer der infolge der letzten Krise aus der Demokratischen Partei Ausge­tretenen, hat sich der Deutschen Volkspartei ange­schlossen.

Aufhebung des Ausnahmezustandes.

Amtlich wird unter dem 25. d. Mts. ge. meldet: Anf Vorschlag des Reichskabinetts hat der Reichspräsident die bisher auf Grund der Verordnug vom 28. 2. 1924 und ihren Er­gänzungen bestehenden Ausnahmezustandsbe­stimmungen durch eine Verordnung vom 25. 10. 1924 aufgehohen, die am Tage nach der amt­lichen Verkündung, also am 27.10., in Kraft tritt.

Die gemeldete Aufhebung des Ausnahme­zustandes tritt am Montag den 27. d. Mts. in Kraft.

Damit sind die in dieser Verordnung aus­gesprochenen Beschränkungen für das Prefferecht, für das Vereins- und Versammlungsiecht usw. weggefallen. Die Reichsregierung hofft, daß di« von ihr wiederhergestellte Freiheit namentlich des Versammlungsrechts nicht erneut zu Störungen führt und daß der bevorstehende Wahlkampf von allen Patteien in einem Rahmen geführt wird, der Erschütterungen der öffent­lichen Sicherheit und Ordnung vermeidet.

Die Zuständigkeit des Ctaatsgerichtshofes zum Schutze der Republik zur Entscheidung über anhängige Veschwerdesachen bleibt unberührt.

ZusammenNvtz zwischen Stahlhelm

Nach einer Meldung aus Breslau kam er gestern in Striegau zwischen Stadlhelmleuten und Mitgliedern des Reichsbanner? Schwarz-rot-gold zu ernsten Zu­sammenstößen. Auf beiden Seiten gab eS Schwer­verletzte. Der Polizei gelang er erst nach Einsatz stärkerer Kräfte, die aus Auer herbeigeholt worden waren, die Ruhe wiedcrherzustcllcn. Er wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen.

Das Urteil im Prozeß Consul.

Leipzig, 25. Okt. Das Urteil im Prozeß gegen die Organisation Consul lau­tet: Hoffmann, Killinger, Kautter und Müller werden zu je acht Monaten Gefängnis oer= urteilt, Henkel und Krebs zu je sechs Monaten Gefängnis, v. Abendroch, Ehrentraut und Viebig zu je fünf Monaten Gefängnis, Hen­rich, Schüder, Siebel, Werter, Brören und Mahn zu je vier Monaten Gefängnis, Frei­herr v. Zedlitz-Neukirch und Koppe zu je drei Monaten Gefängnis. Die Verurteilung er­folgte wegen Geheimbündelei. Wegelin wurde wegen Geheimbündelei und unbefugten Waffenbesitzes zu 5 Monaten Gefängnis ver­urteilt. Den Verurteilten wird ein Teil der Untersuchungshaft angerechnet.

Die Mofsulfrage vor dem Völkerbund.

Paris, 26. Oktbr. Morgen nachmittag tritt in Brüssel unter dem Vorsitz des belgischen Außenministers Hymans der Völkerbundsrat zu einer außerordentlichen Tagung zusammen, um sich mit der Moffulfrage zu beschäftigen. Die türkische Delegation, an deren Spitze Der Vorsitzende der Nationalversammlung in Angora, Fethy Bei, steht, ist heute vormittag bereits eingetroffen. Die eng» lischen Vertreter Lord Parmoor und Sir Cecil Hurst treffen heute abend ein. Für die Arbeiten des Völkerbundsrats sind zwei bis vier Tage vorgesehen. Der Völkerbundsrat wird sich außerdem mit der Jrakfrage sowie mit der Lage der Griechen in Konstantinopel beschäftigen. Letztere Frage ist aus Verlangen der griechischen Regierung auf die Tagesordnung gesetzt wor­den. Die griechische Regierung wird durch ihren Gesandten in Paris, Politis, vertreten sein.

Böicke-Gedächtnisfeier in Stettin.

Berlin, 27. Okt. Der Berliner »Lokal- anzeiger" meldet aus Stettin: In Stettin fand eine Bölcke-EcdacNnisfeier statt, bei der Ober­bürgermeister Dr. Ackermann am Sonntag die Gedächtnisrede hielt.