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200. Jahrgang.

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General-Anzeiger / Amtliches Organ für Eladl- and Landkreis Kanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Son«, und Feiertage, / Fernfprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1233.

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Nr. 247

Montag den 20. Oktober

1924

MIMSN über die MW Sogt

3m Rahmen des Parteitages der Deutschen Volkspartei in Hessen-Nassau, der gestern in Frankfurt a. M. stattfand, hielt der Führer der Partei, Reichsaußenminister Dr. Strese­mann in einer nach dem Saalbau einbe­rufenen öffentlichen Versammlung eine Rede über die außen- und innerpolitische Lage Deutsch­lands.

Trotz des prächtigen Herbstwetters war der gewaltige Raum des Saalbaues mit feiner Ga- terie vollständig besetzt, als Dr. Stresemann

mit

1 vollständig besetzt, als Dr. Stresemann lebhaftem Beifall begrüßt, den Saal betrat. Als ich das letzte Mal hier sprach, so führte der Reichsaußenminister aus, standen wir mitten im Ruhrkampf. Wenn wir die Zeitspanne seit jenen Tagen bis heute überblicken, so besteht kein Zweifel, daß die Dinge sich wesentlich ge­ändert haben. Vom Ruhrkampf bis nach Lon­don, bis zur Ueberzeichnung der deutschen An­leihe, welch ein großer Weg der Wendung und welch eine verhältnismäßig kurze Spanne Zeit. Es find zwei verschiedene Weltanschauungen, die miteinander gerungen haben die eine, die im Ruhrkampf unterlag, die andere, die in

den Verhandlungen zu einem Abschluß kam, von dem wir eine gewisse Besserung erwarten können. Der Ruhrkampf ist formal verloren worden. Ich selber habe die undankbare Auf­gabe zu erfüllen gchabt, den Kamps abzu­brechen und ich habe ihn mit Bewußtsein ab­gebrochen, weil ich der Meinung war, daß eine Verlängerung des Ruhrkampfes nicht im deut­schen, sondern im Interesse Poincarès gelegen ä hatte. Wenn ich heute zurückblicke aus die da­malige Zeit, so bin ich doch weit davon ent­fernt, etwa mit zu denen zu zählen, die da sagen, daß der Ruhrkampf ein Fehler gewesen wäre. Jenes Ausharren im Ruhrkampf, jene Opferwilligkeit des deutschen Volkes, jener see­lische Widerstand hat im wesentlichen dazu bei­getragen, daß die Welt erkannt hat, daß es sich hier um deutsches Gebiet handelt und damit sind all die Lügenmärchen zusammengefallen, die davon sprachen, daß am Rhein eine fran­zosenfreundliche Stimmung sei. Es gibt Episoden in einem Kampf, die an sich verloren sind, die aber in der Fortentwicklung dazu beitragen, daß der Kampf gewonnen wird. Wenn ich mich heute verhältnismäßig kurz mit diesem Punkt befassen kann, so aus den Gründen, weil wir erfreulicherweise gegenwärtig das eine als Ak­tivposten in unserer Politik buchen können, daß es gelungen ist mindestens in der Außenpolitik eine weitgehende Gemeinschaft des Volkes her­zustellen. Von den Kommunisten und Völ­kischen abgesehen, haben wir die Tatsache zu verzeichnen, daß alle Parteien des deutschen Volkes sich zu den Richtlinien bekannt haben, die weiter aufbauen wollen, auf dem, was in London vereinbart worden ist.

Es war ein Harker Kampf in London,

doch die Welt hat erkennen müssen, daß Deutsch­land nur bei voller wirtschaftlicher Entwick­lungsfreiheit leistungsfähig sein kann. Die Be­drückung bleibt schwer und man wird vor allen Dingen betonen müssen, daß die baldige Ruhr­räumung und die vertragsmäßige Räumung der nördlichen rheinischen Zonen Deutschland erst in die Lage setzen, von seinen wirtschaft­lichen Kräften vollen Gebrauch zu machen und die auf ihm ruhenden Lasten zu tragen.

Die Ueberzeigung der Anleihe

ist ein gutes Zeichen dafür, daß das Vertrauen in die politische und wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands wieder geweckt ist, die hoffentlich dazu führen wird, daß die Menschen, die durch Zeichnung ihr Interesse für Deutschland bekun­deten, auch dem Bestreben der wirtschaftlichen Niederhaltung Deutschlands entgegentreten werden. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß es falsch ist, die Aufnahme _ internationaler An­leihen als Schuldknechtschaft eines Volkes aufzu­fassen. Ich wünschte, unser Reich hätte vor dem Kriege recht viel internationale Anleihen aus­genommen gehabt, dann wären die Völker an einem guten Ausgang des Krieges für uns benfo interessiert gewesen, wie sie nach anbe= :en Seiten interessiert waren, daß Deutschland riederbrach. Es handelt sich heute darum, daß Hehntausende im Auslande daran interessiert ind, daß Deutschland nicht zusammenbricht. Unb es ist ein bemerkenswertes Zeichen, wenn H e r b e t t e eine gemeinsame Arbeit Frank­reichs und Deutschlands in der Aufnahme von Anleihen emvfiehlt. um so das ieht noch nötiae

Agio nicht einzelne gewinnen zu lassen, son­dern es den gemeinsamen Wiederaufbauarbei­ten dienstbar zu machen. Weiterhin sind es die Handelsvertragsverhandlungen, die ein neues Stadium der deutschen Auslands­beziehungen bedeuten. Wenn am 10. Januar 1925 die handelspolitischen Schranken des Ver­sailler Vertrages fallen, wird Deutschland durch die neuen Handelsverträge die Bahn frei be­kommen für eine bedeutende Rolle in der Welt­wirtschaft. Der Zeppelinflug über den Ozean hat bewiesen, was Deutschland, wenn ihm Freiheit gelassen wird, an ideellen und techni­schen Werten der Welt zu geben vermag. Wir soffen, daß die Empfindungen der Begeiste­rung, die in so crf-eulicherweise bei der Wür­digung der großen Tat zum Ausdruck gekom­men sind, sich auch kräftig auswirken werden, und daß es Deutschland ermöglicht wird, auf biefem Gebiete weiter zu arbeiten. Es ist un­logisch, wenn man den neuen Zeppelin als Frie- densengel bezeichnet und gleichzeitig zuläßt, daß die Bauten, in denen das Wunderwerk von Stapel gelassen worden ist, nieedrgerissen wer­den. Weitgehende Einigkeit besteht im deutschen Volke auch in der

Haltung gegenüber dem Völkerbund.

Wir würdigen durchaus die Rede Macdonalds, in der er Deutschland aufforderte, dem Völker­bund beizutreten, und die begeisterte Zustim­mung, die er dabei bei der Mehrheit des Völ­kerbundes fand. Aber man wird uns nicht ver­denken können, wenn mir sorgsam prüfen und wenigfrons reststeilen, ob mir >» ^ ^w i»ch die uns auferlegten Verpflichtungen in vollem j Maße zu erfüllen. Wir können es als einen Erfolg buchen, daß der von uns erstrebte Rats­sitz von allen in diesem Rat jetzt vertretenen Nationen Deutschland zuerkannt' wird. Wir wenden hierüber hinaus aber auch darüber dis­kutieren müssen, daß man Deutschland nicht zumuten kann, die Konsequenzen aus der Exe­kutive des Völkerbundes in der Form der Mit­wirkung an Kriegen oder der Mitwirkung der Blokade zu ziehen, solange der Zustand an­dauert, daß Deutschland der einzige entwaff­nete Staat ist, der von in Waffen starrenden Nachbarn umgeben ist. Deutschland braucht Jahre friedlicher Entwicklung, um sich von den Folgen des Krieges zu erholen und um in die Lage versetzt zu werden, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Wenn man der Schweiz eine Ausnahme von diesen Bestimmungen des Völ­kerbundes gewährt hat, wird man sie auch Deutschland gewähren können und müssen.

In der inneren Politik begegnen wir leider einer starken Zerrisienheit in der

Frage der Regierungsumbildung.

Wenn von der Deutschen Volkspartei gesagt wird, daß sie eine Schwenkung vollzogen hätte, von der großen Koalition zum Bürgerblock, so ist das eine vollkommen unzutreffende Dar-

Die Deutsche Volkspartei hat ihr Ideal ffksgemeinschaft nicht aufgegeben und wird es ablchnen, sich auf einen Weg drängen zu lassen, der die Sozialdemokratie prinzipiell von der Mitarbeit am Staate ausschließt. Es können Zeiten kommen, daß in einzelnen Si­tuationen ein solches Zusammenwirken mit der Sozialdemokratie nicht nur möglich, sondern unter Umständen sogar geboten ist. Die Deutsche Volkspartei lehnt einen sozialistischen oder poli­tischen Bürgerblockgedanken ab und wünscht es nicht, daß Wahlen unter dem Schlachtruf:Hie rechts, hie links! ausgefochten werden. Bleiben muß das Zusammenarbeiten der Mitte, an die sich gegenwärtig die Kräfte von rechts anglie­dern müssen. Wenn die große Koalition ge­sprengt worden ist, so sollte die Sozialdemokra­tie daran denken, daß sie selbst zweimal aus dem Kabinett der großen Koalition ausgeschie­den ist und das Mißtrauensvotum gegen das verbleibende Kabinett der Mitte eingebracht hat, das naturgemäß zu einer Entwicklung nach rechts führen mußte und gerade diejenigen Kräfte der Deutschen Volkspartei vor den Kopf stieß, die sich unter schweren Opfern für die große Koalition nicht nur im Reich, sondern auch in den Ländern eingesetzt hatten. Die So­zialdemokraten waren es, die dem Reichskanz­ler Stresemann in dogmatischer Befangenheit und parteitaktischer Rücksichtnahme wegen der Arbeitszeitsrage und wegen des Eininarsches , in Sachsen und Thüringen Mißtrauensvoten . erteilten. Gegen den in Sachsen und Thüringen herrfchcnben Kommunismus aber mußte ein- '

geschritten werden-, denn ein Staatsmann han­delt verbrecherisch, wenn er nicht auch die letz­ten Machtmittel gegen den Kommunismus ein­setzt. (Stürmischer Beifall.) Um aber nicht ge­wissen Leuten in Bayern das Recht auf gleiche Rechtsbrüche zu geben, mußte vorgegangen werden. Nachdem die Reichstagswahlen im Mai leider eine Schwächung der Regierungs-! Parteien gebracht hatten, konnte man gerade von demokratischen Standpunkt aus an der Stärkung der Deutschnationalen nicht vorüber­gehen. War man damals bereit, mit ihnen we­gen des Eintritts in die Regierung zu verhan­deln, als sie noch gegen die Außenpolitik waren, so kann man das heute nicht ablehnen, nach­dem sie sich einmütig zu den Richtlinien der Außenpolitik bekannt haben und ihre Forde­rung auf'Rücktritt des Kanzlers und des Außenministers zurückgezogen haben.

Entscheidend für die gegenwärtige Lösung ist die Frage Konsolidierung des Staates. Man befürchtet eine Störung der Außenpolitik durch Hereinziehung der Deutschnationalen-, man be­denkt aber nicht, welche Störung die Außen­politik durch eine hemmungslose Opposition der Deutschnationalen erfahren würde. Die Ver­hältnisse in England sind deshalb so konsoli­diert. weil jede Oppositionspartei zeitweise in der Regierung sitzt und ihr deshalb die hem­mungslose Opposition sich verbietet. Wenn heute die Deutschnattonalen in die Regierung des Reiches eintreten, so würde das von maßgeben­dem Einfluß auf die Haltung großer nationaler Organisationen sein in denen heute Kämpfe aus« gefochten werden um den Gedanken:mit dem Staat oder gegen den Staat auf dem Boden der Verfassung oder für den Bürgerkrieg." Wer das Wohl des Staates will, kann deshalb

Die Haltung der Demokratischen Partei wird vielfach begründet mit dem Hinweis auf die Tradition ihrer großen Führer, die einer solchen Entwicklung entgegenstünde, insbeson­dere bezieht man sich da auf die Persönlichkeit Friedrich Naumanns, vergißt dabei aber an­scheinend, daß Friedrich Naumann selbst im Jahre 1907 die Politik des Bülowblocks unter­stützt hat, die ja ebenfalls eine Zusammen­fassung der bürgerlichen Kräfte und zwar na­mentlich der rechtsstehenden bürgerlichen Kräfte gewesen ist.

Redner wandte sich dann gegen die aus Frankreich kommende Meldung, wir sollten er­klären, daß wir mit dem Deutschland von 1914 nichts gemein hätten. Wir lehnen diese Ein­mischung in unsere eigene Sache ganz entschie­den ab. Es ist eine beleidigende Zumutung, mit dem Deutschland unserer Väter zu brechen. Dabei brauchen diese Väter nicht immer makel­lose Engel gewesen zu sein, aber sie sind die Ahnen unseres Hauses und von niemand lassen wir uns vorschreiben, diese große Geschickte unsererseits zu verleugnen. (Langanhaltender Beifall.) Was mir brauchen, ist nicht der Gegen­satz, sondern die Brücke vom alten zum neuen Deutschland.

Das Deutschland von 1914, bas war doch im Volke das Deutschland des Preutzenidealismus, denn damals gab es eine Zeit, da war der Be­griffIch"' ganz klein und der BegriffVater­land" ganz groß. Damals gab es in Wirklich­keit keine Parteien mehr, sondern nur Deutsche. Die Erinnerung an diese Zeit wird für immer die größte Erinnerung sein. Ob die Männer damals diplomatische Fehler gemacht haben; ist nicht das Entscheidende, sondern entscheidend ist, die große Politik der ganzen Jahrzehnte vor 1914, die zu der Einkreisung Deutschlands uihrte und der Friedenswille Deutschlands Wenn man uns veranlassen will, uns vom alten Deutschland zu trennen, und die Männer als Verbrecher zu stempeln, dann öffne man erst seine Archive und antwortete auf un­sere Feststellungen. Dann wird die Geschichte ihr Urteil sprechen.

Die Auflösung des Reichstages ist un­erfreulich weil sie das aufkeimende Vertrauen des Auslandes zu einer stetigen Entwicklung in Deutschland untergräbt. Ein Verbleiben der heutigen Regierung ist aber unmöglich, da sie nur über 138 von 474 Mandaten verfügt und bei Ausschaltung der Deurschnationcilen sofort von einer parlamentarischen Krise in die an- bere hiNANgestoßen werden würde. Trotz allem Wirrwarr bei den tu- Mn Verhandlungen mit den Fraktionen soll man die Hoffnung auf eine positive Lösung nicht aufgeben. Ist sie nicht zu erreichen, so müssen bei den Wahlen sich die­jenigen Kräfte zusammentun, die auf dem Bo­den einer nationalen Realpolitik bieicniaen sur

verantwortungsvollen Mitarbeit bereite« Kräfte zusammenfassen wollen, die zu einer Re« gierungsbildung auf der Grundlage der Fort­entwicklung der Richtlinien der heutigen Politik bereit finden. -

Nachdem Redner noch di? wirtschaft« lichen und kulturellen Aufgaben der Deutschen Volkspartei gestreift hatte, schloß der Außenminister seine Ausführungen, denen leb­hafter Beifall folgte.

(Ueber die weiteren Verhandlungen des Wahlkreisparteitages werden wir morgen be­richten. D. Red.)

Keule Abschluß der Regierungskrisis?

Mittwoch Zusammentritt des Reichstage-.

Berlin, 18. Oktober. Um 5 Uhr trat La» Reichskabinett im Kanzlerpalais zu einer Sitzung zu­sammen, die bis 7 Uhr dauerte, in der aber kein offi­zieller Beschluß gefaßt wurde. Es wurde lediglich folgende amtliche Mitteilung auSgegeben:

Die Verhandlungen,die derReichskanzler LamStag über die Erweiterung der Reichs­regierung geführt hat, haben noch nicht ein abschließendes Ergebnis gezeitigt. Der Reichs­kanzler beabsichtigt, die Verhandlungen biS Montag zu Ende zu führen".

tSer ReichSIagSpräsident Wallraf hat den Reichstag endgültig auf Mittwoch, den 22. Oktober, 3 Uhr nach­mittags zufammenberufen. Man rechnet damit, daß er bereits die erweiterte Regierung vorfinden wird. Eine weitere Verschleppung der Entscheidüng würden die Deutschnationalen sich nicht bieten lassen; das geht schon aus ihrer gestrigen Erklärung hervor. Auch dem Volke gegenüber, dem die endlose Dehnung der Krist unverständlich geblieben ist, kann man ein weiteret Ausweichen nicht verantworten.

Erneut gegen ein Zusammengehen mit de« Deutschnationalen.

In Berlin fand gestern eine stark besuchte Sen

druck verliehen wird, daß die Fraktion weiterhin unter entschlossener Ablehnung einer Koalition mitden Deutsch­nationalen an der Politik der Mitte iflt Sinne der Politik der bisherigen Regierung festhalten wird. Sollte diese Politik an der Haltung bisheriger Regierungs- Parteien scheitern, so sei die Auflösung des Reichstages gerade von demokratischem Standpunkt aus dringend

geboten.

Die Dawes-Anleihe in Paris gezeichnel.

Paris, 18. Okt. Ter französische Anteil an bei Dawer-Anleihe ist vollständig gezeichnet worden. Eip Teil wurde von englischen Gesellschaften übernommen, jedoch unter der Bedingung, daß die Anleihe nur üi Frankreich gehandelt würde.

Gegen die Zerstörungsorder von Friedrichshafen.

Basel, 19. Okt. DieBasler Rachr." schreiben zur Forderung nach dem Abbau der Zeppelinwerke in Friedrichshafen: Hat nicht die Amerikafahrt des Zeppelin? eine rein zivile verkehrstechnische Verwendungs­möglichkeit dieser Art von Luftschiffen erwiesen, die so wichtig ist, daß daneben die militärische Nebenmöglich­keit kaum mehr in Betracht kommt? Wir glauben mit Millionen von Beobachtern des Zeppelinflugr diesseits u. jenseits des Ozeans einig zu sein, wenn wir diese Frage entschieden bejahen. Wir hoffen, auch die Botschafter- konferenz werde sie bejahen und darum ihre Zerstörung»« order in Wicdererwägung zieden, nicht aufgrund des strengen Rechtes, aber aufgrund zwingender Vernunft. Wer es eilig tat und die Kosten nicht zu scheuen braucht, wird von Europa nach Nord- nnd Südamerika und nach Asien uns Australien in absehbarer Zukunft im lenk­baren Luftschiff reisen. Aber ausgerechnet Deutschland dar diese Möglichkeit geschaffen hat, soll von dem WeltverkebrSnetz der Lüste ausgeschlossen fein, soll keine einzige Halle zur Beherbergung der Luftriesen besitzen und die Bauten in Friedrichshafen in beet Moment zerstören müssen, in dem die Kapitalisten in aller Welt eine große Anleihe zeichnen, die auf Deutsch- landr wirtschaftliche Leistungsfähigkeit abgestellt ist. Das läßt sich doch vernüustigerweise nicht denken. Irgend ein Weg zur Vermeidung dieses grotesken Wahnsinn» muß gefunden werden im Jahre be8 Daweèheilr und bet Genfer Protokolls.

Stettins über Frankreichs Ver­hältnis zu Deutschland.

Boulogne, 19. Oft. Stars been Radikalen Par« teitag hielt MiMberpräfMni Herriot eine po» i tische Rede. Zur äußeren 'Botet seines Ka- mnetts sagte Herriot: ?lm feste Tage, an dem Örc Präsident der Rep -Mit ihn zum Minister- Präsidenten erummt hacke, habe er die Mioum- lerträge erneuert, am Ende der ersten Woche ei er nach England gereift, um mit Macdonald die bereits von der norausgegangenen Regie­rung angenommenen Verhandlungen einzulei» en. Don biefem Tage an habe sich eine leiden« chaftliche Polemik mit der Interpretierung ge« Ziffer veröffentlichter Dokumente beschäftigt, dock es sei ihm ceiumaen, mit Macdonald in