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200. IaH - gang.

tzanauerW Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadl- und Landkreis Kanan a. M.

General-Anzeiger

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Nr. 248 ^;

Montag den 13. Oktober

1924

Das Neueste.

Die Amerikafahrt des Z.R. 3 ist bisher glück­lich verlaufen. Die Stimmung an Bord ist vorzüglich.

Die Zeichnungsliste für die deutsche Anleihe in Amerika wird morgen aufgelegt und sofort mit einer Riesenüberzeichnung wieder geschlossen werden.

Die Staatsanwaltschaft in Budapest hat gegen den Erzbergermörder Schulz-Förster einen Steckbrief erlassen.

Vor der Entscheidung.

Die Krisis ist Ende der vorigen Woche auf morgen vertagt worden, und zwar auf Wunsch des Zentrums. Schon daraus ergibt sich, daß der Schlüssel der SAuution beim Zentrum liegt. Wie immer deutlicher wird, fällt es dieser aus­gesprochenen Partei der Mitte, die noch immer den festen Kern einer jeden Regierung gebildet hat, diesmal außerordentlich schwer, sich zu enl- scheiden. Im Zentrum ringen die beiden Strömungen besonders hart und heftig mitein­ander. In dem Augenblick, in dem die Zen- irumsfradtion des Reichstages eine Abkehr von der früheren Linkskvalition über die bisher be­standene Arbeitsgemeinschaft der Mitte zur Rechtskoâion vollziehen soll, wird offenbar, rote Hart die Gegensätze im Rahmen dieser Frak­tion zusammenstoßen. Die Struktur des Zen­trums in einzelnen Ländern ist einheitlich, im Reiche ist sie außerordentlich vielgestaltig. Hier kämpfen unter der Führun- Guerards v!« Kräfte der weftMischen Landwirtschaft und In­dustrie gegen die gewerkschaftlichen Elemente und die süddeutschen Z^entrums-Demokraren unter der Führung des Herrn Dr. Wirth. Der Kampf ist diesmal so erbittert, daß das Zentrum eiWestandenermaßen noch niemals vor ei aer so ernsten Entscheidung stand wie diesmal. Als eg. sich Ende August bei dèr Entscheidung im Reichstag um ein Zusagen an die Deurs^lmt-o- malen handelte, hatte die Zentrumsgruppe unter G uerard ihren Willen mit der Drohung durch- ge etzt, daß sie die Partei sprengen werde, wenn man die Deutschnationalen zurückstoße. Jetzt zeigt der andere Flügel, daß er nicht minder energisch sein kann. Auch Dr. Wirth und seine Anhänger erklären, daß sie eine Koalition mit den Deutsch-nationalen auch bei einem Mehr­heitsbeschluß der Fraktion nicht mitmachen wer­den, was natürlich ebenfalls auf eine Spreng­ung hinausläuft. Zahlenmäßig stehen die Dinge so, daß Guerard eine Mehrheit hinter sich hat, die sich wohl zwischen der Hälfte und Zwet- dritteln bewegen. Die Frage ist nur, ob das Zentrum einen Mehrheitsbeschluß auf Kosten der Fraktionseinheit durchsetzen wird. Dor Lie­ser schweren Entscheidung hat man Ende der vorigen Woche zunächst einmal die Flucht er­griffen, und zwar unter den verschiedensten Vorwänden. Die einen erzählten, die Zentrums­fraktion müsse an dem Christlichen Gewerk- schaftstage in Köln tâehmen, die andern, Dr. Luther habe aus London dringend geraten, vor der -Auflegung der Anleihe den Ausbruch einer Krisis zu verhüten. Im Grunde genommen aber war es die innere Unsicherheit des Zentrums, die zur Unentschlossenheit und zur Vertagung der Entscheidung führte.

Von der Entscheidung des Zentrums wird das Weitere abhängen. Man kann wohl «n- nehmen, daß die Demokraten widerstands­unfähig werden, wenn das Zentrum sich mit aller Entschiedenheit für die Rechtskoalition eln- setzt. Aber ob das Zentrum diese Entschieden­heit aufbringen wird, ist nach den Erfahrungen der letzten Woche sehr zu bezweifeln. Deshalb scheint dem Zentrum und den Demokraten die Lösung noch am annehmbarsten zu sein, die auf die Gewährung einer Gnadenfrist für die gegen­wärtige Regierung hinausläuft. Diese Lösung wird aber auf den festen Widerstand der Deut­schen Volkspartei stoßen. Es handelt sich dabei keineswegs nur um die Einlösung eines Ver­sprechens, das die Reichstagsfraktion Der D. V. P. am 28. August den Deutschnationalen gegeben hat, vielmehr steht der gesamte inner- politische Kurs auf dem Spiel, den die Deutsche Volkspartei seit dem Tage angestrebt hat, an dem die Sozialdemokratie durch die Zertrüm­merung der großen Koalition und durch den Widerstand gegen ihre eigenen Minister im Reichskabinett bewiesen hat, daß mit ihr aur die Dauer keine Politik zu betreiben ist. Aus diesem Grunde wird die Fraktion der Deutschen Volkspartei unbedingt darauf bestehen, daß die Regierung durch die Einbeziehung der Deutsch­nationalen auf festen Grund und Boden gestellt

Die AmerikaM des3. R. 3.

Bisher glückliche Fahrt. Ueber dem Atlantik. Hoffnung, kommende Nacht bereits die amerikanische Küste zu erreichen.

Der radiotelegraphische Posten hat gegen 3 Uhr (westeuropäische Zeit) Signale des Z. R. III ausgenommen, die seine Lage angaben. Der Flugkreuzer befand sich im Augenblick oberhalb der Mündung der Gironde. Die Richtung wurde nicht angegeben." Allgemein wird an­genommen, daß Kommandant Eckener die süd- atlantische Fahrstraße BordeauxKap Fini- sterreAzorische InselnFloridaVirginia- Lake hurst eingeschlagen hat. Die Richtung, die Z. R. III über Frankreich verfolgte, ist folgende: BelfortClermont - FerrandRochefortBor­deaux.

Abschied vom europäischen Festlands.

Z. R. III «reichte um 3.30 Uhr nachmittags mitteleuropäischer Zeit die Gironde; an Bord ist alles in bester Verfassung.

Z. R. III kreuzte um 4 Uhr mitteleuropäische Zeit noch über der Girondemündung. Schiff und Maschinen sind in bester Ordnung.

Spanien mit QO km Geschwindigkeit passiert.

Berlin, 13. Okt. Ein Funkspruch des Z. R. 3 meldet:Nach schneller Fahrt gegen 8 Uhr passierte Z. R. 3 in nordwestlicher Richtung Spanien mit einer Geschwindigkeit von 90 km. An Bord ist alles wohl. Die Fahrt vorläufig gut.

Ueber dem Ozean.

Berlin, 13. Okt. (Funkspruch.) Z. R. III befindet sich nach 8 Uhr abends auf der Fahrt in südwestlicher Richtung über dem Atlantischen Ozean. Von Bord ' des Schiffes ist nichts Bleues zu metoen. EWMWDWWMMWW

Der Golf von Biscaya überquert.

Berlin, 13. Okt. Die Funkstelle Norddeich teilt mit: Z. R. III hat 9.30 Uhr nachmittags mitteleuropäischer Zeit Kap Ortegal passiert. Das Luftschiff hat soeben, begünstigt von der Witterung, den sonst so stürmischen Golf von Biscaya überquert. Nahezu ein Viertel der Fahrt nach Newyork ist damit zurückgelegt. Da Z. R. III südwestliche Richtung beibehielt, geht die Fahrt wahrscheinlich über die Azoren und Bermudas-Inseln, sodaß mit der A n k u n f t a n deramerikanischenKüst «Dienstag Nacht gerechnet werden kann.

(Cap Ortegal ist die nördlichste Spitze der Nordküste Spaniens und liegt in der direkten Luftlinie Bordeaux-Azoren auf dem 8. Länge­grad. Die Luftlinie von Bordeaux, wo L. Z. 126 um 3.40 Uhr war, bis Cap Ortegal beträgt etwas über 6W Kilometer. Das Luft­schiff hat also seine bisherige Geschwindigkeit, non 110 Kilometer in der Stunde beibehalten.)

Berlin, 13. Okt. Nach einem Blitzfunk der Station Norddeich war der Standort des Z. R. III um 12 Uhr nachts nfitteleuropäischer Zeit auf der Linie Nordecke Spanien nach den Azoren bei 12 Grad westlicher Länge.

Berlin, 12. Okt. Nach einer Meldung aus Friedrichshafen von 4.15 Uhr morgens sei der Standort ein Viertel des Weges zwischen der Nordeck« Spaniens und den Azoren.

(Letzte Meldung).

Berlin, 13. Okt. (11 Uhr vormittag.) Ueber die Fahrt des Z. R. 3 liegt zur Zeit keine neue Nachricht vor. Die Nachrichten werden jetzt überhaupt spärlicher sein, da wir jetzt auf die Nachrichten aus Amerika an­gewiesen sind.

Die Deutschen an Bord des 3. R. in.

Berlin, 13. Okt. Die Namen der 26 Deut­schen, die das Luftschiff nach Amerika bringen, sind lautMontagspost": Führer: Dr. Eckener; Stellvertretende Führer: Lehmann und Flem­ming; Wachofiziere: Wittemann und von Schiller; Höhensteuermänner: Prüfe und Sammt; Seitensteuermännech Scherz und Marx; Funker: Specht, Ladewig und Freund; Fahringenieur: Siegle; Fahrmeister: Bolser und Grözinger; Segelmacher: Knorr; Maschini­sten: Auer, Christ, Fischer, Leichtle, Lange, Martin, Kiefer, Pfaff, Schwendt, Thasler, Zielmann und Pabst.

Die Abfahrt in Friedrichshafen.

Friedrichshafen. 12. Okt. Der Z. R. III hat heute Sonntag früh 6.34 Uhr bei sehr nebligem Wetter seine Fernfahrt nachAmerika angetreten. Tausende von Menschen hatten.sich schon in den frühen Morgenstunden auf dem Flugplatz ein­gefunden, um Zeuge des letzten Aufstieges des Luftschiffes zu sein. Schon am Abend und die ganze Nacht über trafen Schaulustige mit der Eisenbahn, mit Kraftwagen und zu Fuß ein, sodaß umfangreiche Absperrungs- und Sicher­heitsmaßregeln durchgeführt merken mußten. Um 5 Uhr morgens traf die Besatzung des Luft­schiffes, begleitet von ihren Angehörigen, in der Halle zusammen, wo seit 3 Uhr nachts mit fieberhafter Tätigkeit an dem Klarmachen des Schiffes gearbeitet wurde. Ein alter Luftschiff- führer, Kapitän Hacker aus Potsdam, hielt während der Nacht die Ehrenwache bei dem Schiff. Kapitän Hacker ist einer unserer ver­dienstvollsten Luftschifführer und hat in den Jahren 1913 bis 1917 manches Luftschiff von Friedrichshafen abgeholt und im Staatsdienst in Friedens- wie in Kriegszeiten glänzende Fahrten ausgeführt. Ueber dem Flugplatz lag dichter, undurchdringlicher Nebel, sodaß vom Luftschiff überhaupt nichts zu sehen war. Plötz- lich hörte man durch den Nebel zwei scharfe Läutesignale und darauf vernahm man das Surren der Motor«. Um nicht zu viel Feuchtig­keit aufzunehmen, mußte das Schiff so schnell wie möglich aus der etwa 15 Meter hohen UttEschicyl hinaus. Die Abfahrt wurde dayer sehr beschleunigt. Die Maschinisten hatten ihre Motorengondel mit Blumen geschmückt, sie wur­den jedoch durch den Propellerwind sofort zer­pflückt und weggefegt. Plötzlich war das Luft­schiff im Nebel verschwunden. Der breite Strom der Zuschauer begab sich jetzt nach der Abfahrtsstelle, wo auch die Friedrichshafener Stadtväter standen. Die Spitzen der Stadt und andere Behörden wollten vor dem Abflug des Schiffes noch eine Abschiedsansprache halten, jedoch kam nichts zur Ausführung, da das Luft­schiff plötzlich im Nebel verschwunden war. Die städtische Kapelle spielte noch das Deutschland­lied. Es war ein wehmütiges Abschiednehmen, denn schon nach wenigen Stunden dürfte das Schiff die deutschen Lande verlassen haben. Grau und grau lag der Bodennebel auf dem Ge­lände, auf dem sich diese bedeutsame Abschieds­szene abspielte.

Das Verlassen der deutschen Grenze.

Nachdem Z. R. III um 6.35 Uhr zu seiner Amerikafahrt aufgestiegen war, überflog er um 7 Uhr Konstanz und flog in südwestlicher Rich­tung weiter. Um 8 Uhr erschien er über Basel. Zur gleichen Zeit funkte Z. R. III:Das Wolkenmeer unter uns löst sich allmählich auf. Soeben verlassen wir über Basel deutschen Boden."

Ueber Frankreich.

Z. R. III kreuzte bei Eilfringen den Rhein und überflog um 9 Uhr in 900 Meter Höhe die südlich Beljorts gelegene Stadt Montbeliard mit einer Fahrtgeschwindigkeit von 120 Km. Um 11.30 Uhr kreuzte der Zeppelin die Loire in der Richtung Bordeaux. Um 1 Uhr mittags be­fand sich Z. R. III über Consolens (50 Km. nord- Westkich von Limoges) und flog in der Rich­tung auf Rochefort.

Paris, 13. Okt. Ueber die Fahrtrichtung, die Z. R. III genommen hat, wurden hier gestern die widersprechendsten Mitteilungen verbreitet. Paris Soire" verbreitete eine Berliner Mel­dung, wonach Z. R. III um 4.12 Uhr über der englischen Küste in südwestlicher Richtung ge­sichtet worden sein soll. Die Meldung ist dann von zuständiger französischer Seite dementiert worden. Nach Auskünften, die die Flugstation Le Bourget erteilte, ist Z. R. III oberhalb der Mündung der Gironde bei Bordeaux gesichtet worden. Die Flugzeugstation Bordeaux- Merignac veröffentlicht folgende Erklärung:

wird, nachdem durch -die vorbehaltlose Zustim- mung der Deutschnationalen zu den Richtlinien des Reichskanzlers alle Hindernisse beseitigt sind, die bisher der Zusammenfassung der bürger­lichen Fraktion im Wege standen. Ein Fori- wursteln wie bisher lehnt die Deutsche Volks-

partei unter allen Umständen ab. Ein solcher kümmerlicher Notbehelf anstelle einer praktisch durchführbaren Regierungserweiterung wäre ein unverantwortliches Spiel mit dem Wohle der Nation. Wenn Zentrum und Demokraten sich weigern sollten, einer Zuziehung der

Deutschnationalen zuzustimmen, so wird di« Deutsche Volkspartei bie Konsequenzen ziehen und die Verantwortung, für die dann unver­meidlich gewordene Auflösung den Demokraten und dem Zentrum überlassen.

Die Vertreter der Deutschen Dolkspart^ haben in einer Besprechung mit dem Kanzler und den anderen Regierungsparteien unzwei­deutig erklärt, daß sie, falls es zu keiner Eini­gung kommt, aus der Koalition ausscheiden werden. Voraussichtlich wird sich die einzige Lösung, die dann noch übrig bleibt, ohne be­sondere Schärfe vollziehen. Das Kabinett wird zurücktreten, vom Reichspräsidenten indessen mit der Weiterführung der Geschäfte und der Vor­nahme von Neuwahlen betraut werden. Aus diese Weise wäre die Kontinuität der Regierung gesichert. Der Zusammenhalt des Kabinetts ist deshalb durchaus möglich, weil wohl alle Ka- binettsmitglisder mit Einschluß des Reichs­kanzlers davon überzeugt sind, daß die Regie­rungsgrundlage verbreitert werden muß und daß es dafür nur die eine Möglichkeit der Rechtskoalition gibt. Es ist nicht ganz ausge­schlossen, daß das Ausscheiden der Deutschen Volkspartei aus der Regierung gegebenenfalls von Dr. Wirth und seinen Anhängern für, wenn auch vorübergehende, Versuche einer Linksorientierung mißbraucht werden könnte. Nur in diesem äußersten Falle würde die Frak­tion ihre Minister aus dem Kabinett zurück­ziehen. Die Versicherung der Reichstagsfraktion der D. V. P. ist mit aller Bestimmtheit ab­gegeben worden. Zentrumsfraktion und Demo­kraten wissen ganz genau, daß die Fraktion der Deutschen Volkspartei in den bevorstehenden Reichstagsverhandlungen mit ihnen nicht mehr die Regierungsgemeinschaft teilen wird, wenn nicht die einzig mögliche Lösung gefunden ist: Die Einbeziehung der Deut'chnationalen in

Gegen Sen Vürgerbloâ.

Frankfurt a. 2IL, 12. Okt. Der demokra « tischeProvinzialparteitagHefsen- N a s s a u - W e tz l a r - W a l d e ck telegraphiert an die Roichstogsfraktion: Der Parteitag des Wahlkreises Hessen-Nassau erwartet von der demokratischen Reichstagsfraktion eine sofortige offizielle Erklärung, daß sie den Bürger- block unter allen Umständen ab­lehn t.

Ein Attentat auf Dr. Eckner vereitelt.

Berlin, 12. Okt. DerLokalanzeiger" mel­det aus Friedrichshafen: Heute nachmittag wurde in Friedrichshafen ein geistesgestörter Student aus Westfalen verhaftet, der mit einem abgeänderten Karabiner und mit der dazuge­hörigen Munition versehen war. Aus bei ihm vorgefundenen Gedichten und Zeichnungen ging hervor, daß er beabsichtigt hatte, Dr. Eckner zu erschießen, um die Fahrt des Luftschiffes nach Amerika zu vereiteln.

Der Reichsernährungsminisler über

Brot- und Kartoffelversorgung.

Berlin, 11. Okt. Reichsminister v. jS « n i K gewährte einem Vertreter des Wolffbüros eine Unterredung, in der er u. a. folgendes äus« führte: Die jetzige Höhe der Jnlandsgeireide» preise ist in erster Linie eine Folge der Hausse auf dem Weltmarkt. Die Inlandspreise sind von den Weltpreisen abhängig. Die Freigabe der Getreideausfuhr im Juli ds. Js. geschah nur, um den Landwirten die Möglichkeit zu gebe t, sich die notwendigen Betriebsmittel zu be­schaffen. Sie wurde in mehreren Zeitungen für berechtigt erklärt und hat auf die Steigerung der Preise kaum Einfluß gehabt. Sie wurlde sofort gestoppt, als sich die Ernteaussichten verfinster­ten. Sie hat übrigens keinen bedrohlichen Um« feng angenommen, da sie höchstens 80 000 Tonnen betrug, was nur einen Bedarf Deutsch­lands von rund zwei Tagen bedeutet. Die B"otpreissteigerung ist im Verhältnis zu dem Getreide- und Mehlpreise relativ mäßig. Auch im Auslande sind starke Brotprei^erhöhungen eingetreten. Daß das Brotgetreide aus speku­lativen Gründen seitens der Landwrtschast zu- rückgehal'ten wird, dürste kaum vorkommen, Uebrigms würt« mit allen Mitteln dagegen eingeschritte« werden. Nach der Beendigung der Backfruchternte und nach dem Erscheinen der auiiralischen und argentini­schen Ernten ist ein stärkeres Angebot und vielleicht ein Preisrückgang zu erwarten. Eine Besorgnis für di, deutsche Bolksernährnng ist keineswegs berechtigt; men­genmäßig wird die Versorgung auf allen Gebieten der Ernährung ohne Zweifel sichcrgestellt werden. Die Kartoffelversorgung wird sich im weiteren Verlaufe der Herbster reibungslos erledigen lassen.^__Die