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MARBURG/LAHM

200. Jahrgang.

hanauerWAnzeiger

General-Anzeiger Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.

General-Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschluß Nr. 1287 und 1238.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile Sanou a. Main." Für Pladvorschriit und Grscheinungstage der Anzeigen wird keine (Bemalt geleistet. Sm Falle höherer Gewalt Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises

B e z u s s v rte i s für die 2 Wochen vom 22. Sevt. b. 4. Okt. 1 Goldmark ohne Träzerlohn. Einzel- nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Eoldoiennig.Lnzeigenvreiie:iür die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldoiennig. für die Neklamszsils (68 mm) 50 Eoldoiennig O i s e r t e n g e b ü h r 30 Eoldoiennig Geschäftsstelle Sammerstratze 9.

Nr. 231 Mittwoch den 1. Oktober 1924

Das Neueste.

Der französische Finanzminister Elemente! kün- iigte heute vor dem Budgetausschuß der Kammer an, daß Frankreich die -Schaffung einer eigenen Valuta für das Saargebiet plante.

Wie Berliner Blätter aus Budapest melden, soll sich der Senat nach längerer Debatte entschlossen haben, die Auslieferung des Mörders Erzbergers, Schulz, nicht zu empfehlen. Die Entscheidung über die Auslieferung liege beim Justizminister.

Beim Abladen schwerer Eisenrohre auf dem Gelände der Großfunkstation Königswusterhausen brach ein Holzgerüst zusammen, an welchem der Flaschenzug, dessen man sich beim Abladen bediente, hing. Sin Arbeiter wurde auf der Stelle getötet, ein anderer erlitt schwere Verletzungen.

Bei den schwedischen Manövern stießen in der Nähe von Satt zwei Kampfflugzeuge in einer Höhe von 300 Metern zusammen und stürzten ab. Die beiden Führer, die Oberleutnants Nernst und Alberg,' waren sofort tot

Marx verhandelt mit den Deutschnationalen.

Nachdem der Beschluß der DeMchnati-cmalen Dolksp-arte-i,. in die Regierung em-zutreton, nun­mehr feststeht, wird der Reichskanzler Dr. Marx heute die Verhandlungen mit ihnen aufnehnzen.

Ueber den Wertretortag der Deutschnatw- nalen Bolt spurtet wird folgender parteioffi- ziöse Bericht ausgegeben:'

Die Parteivertretung der Deutschnatii-onalen Volkspartei trat am Dienstag, 30. September, im Reichstage unter ungewöhnlich zahlreicher Beteiligung zusammen. Der Parteivorsitzende, Staatsminister a. D. Hergt, erstattete Bericht über die RerMkagsberatungen zum Sachver­ständigengutachten uni) über die rnzwtzchm stattgehabten Besprechungen über den Eintritt der Deutschnationalen in die Reichs regierung.

Bei einer eingehenden V-ürdigung der poli­tischen Lage verwies er u. a. auf das Schreiben der Reichstagsfraktion der Deutschen ^olks- partei vom 28. August, worin dieses vollstes Verständnis für die bei der Deutschnationalen Vokkspa-rtsi bestehende bittere Enttäuschung über das in London nicht Erreichte zum Aufdruck brachte. In diesem Schreiben werden die Deutschnationalen zur Mitwirkung an der Zu­kunftsarbeit aufgerufen, bei der dann alles da­rauf ankomme, mit allen Kräften das nachzu­holen, was in London noch nicht du r besetzt werden konnte. Er nahm ferner auf den Ve- schlu« des Fraktionsvorstandies der Deu. ^natio­nalen Volkspartei vom 24. September Bezug, worin gerade die Uebernahme der Reparations­lasten nur gegen Sicherung von Freiheit, Ehre und ExistenMöglichkeit als Richtlinien bezoich net wurde.

Es gelangte in der eingehenden Aussprache zum Ausdruck, daß auf Grund solcher Kund­gebungen der Deu tschen Vo lk sp artet sich eine Verständigung über ein gemeinsame nationale Arbeit mit den anderen in Betracht kommendsn Parteien finden lassen könne, bei der die Deutschnationale Volkspartei ihr vornehmstes Ziel:die politische und wirtschaftliche Freiheit Deutschlands" unter allen Umständen weiter zu verfolgen entschlossen ist.

In der Aussprache wurde ferner auch in vollster Würdigung der schwierigen Lage das unablässige selbstlose Bemühen des Parteivor- sitzenden Hergt anerkannt, unter Wahrung des eigenen ablehnenden Standpunktes einen Aus­gleich unter den abweichenden Auffassungen der Re .chstagsfraktion herbeizu führen und dadurch die Geschlossenheit der Fraktion zu erhalten.

Es wurde folgende Entschließung geiaßt-

Die Parteivertretung der Deutschnationalen Volksparte, ist ebenso wie die Vorsitzenden der Landesverbände einmütig gewillt, die Geschlossen­heit der Partei zu wahren.

Nachdem der Reichstag die auf dem Londoner Abkommen beruhenden Gesetze angenommen und damit zu rechtlich bindender Norm, die der Durch­führung bedarf, gestaltet hat, ist es Pflicht der Partei, sich Einfluß auf die Auslegung, Hand­habung und Verbesserung der Gesetze' zu ver- schaffen. Die Parteivertretung billigt deshalb, daß die Reichstagsstaktion sich den von dem Herrn Reichskanzler Marx in Aussicht gestellten Ver. Handlungen über die Beteiligung der Deutfchuatio- nalen an der Regierung nicht versagt."

Die vorstehende Entschließung wurde mit gro­ßem Beifall ausgenommen. Der entscheidende Satz in der Entschließung über die Regierungs­umbildung wurde mit einem Stimmenverhält- uis von 10:1 angenommen.

Vorher mar eine von der Opposition einge­brachte Entschließung mit etwa fünf Sechstel aller Stimmen -abgelehntworüeip.

Berlin, 30. Sept. Die demokratische Reichs­tagsfraktion wird am 7. Oktober zusammen­treten, um zur Frage der Regierungsbildung Stellung zu nehmen. Der Vorsitzende der Fraktion, Abgeordneter Koch, der zurzeit in Italien weilt, ist wegen der bevorstehenden Parteiführerbesprechung von der Parteileitung telegraphisch zurückgerufen worden.

Berlin, 30. Sept. Der zweite Vorsitzende der demokratischen Reichstagsfraktion, Reichs­tagsabgeordneter Erkelenz, richtete in der Hilfe" an die deutschnationale Partei eine Reihe von Fragen, die sich mit der Bereit­willigkeit zur Anerkennung der Weimarer Ver­fassung und ihrer Verteidigung, der Bekämp­fung ihrer Verächtlichmachung, der Anerken­nung der Londoner Beschlüsse als Grundlage der deutschen Außenpolitik, der Anerkennung einer demokratisch-nationalen Außenpolitik im Rahmen des Völkerbundes und der Bereit­willigkeit zum Ausbau der Reichswehr zu einer verfassungstreuen republikanischen Wehrmacht und der Unterlassung der Förderung ver­fassungsfeindlicher Organisationen befassen.

Reibungsloser Verlauf der Mililur- Kvnlrvlle.

Im Verlaufe der vergangenen Woche sind von der interalliierten Kontrollkommission das Reichswehr­ministerium, die Stäbe der Wehrkreiskommandos 1 und 3, die dritte Kavalleriedivision und einige Truppen­teile in Schweidnitz, Stettin und Swinemünde besucht worden. Fernerhin besichtigten sie einige Befestigungs­werke in Geestemünde und Kuxhafen, außerdem ver­schiedene Verpflegungs- und Bekleidungsämter, ferner­hin Zollämter und die Polizei verschiedener Regierun­gen. Die Besichtigungen verliefen völlig reibungslos.

Auflösung -et LytermmerLe« lLaeiue- Kommission.

Halbamtlich wird gemeldet, daß, da alle Abrüstungs­fragen, soweit sie sich auf die Marine beziehen, nun­mehr erledigt sind, die interalliierte Marinekontroll- komwiffion laut Beschluß der Botschafterkonferenz am 30. September aufgelöst worden ist.

Dr. Lulher gehl nach London.

Berlin, 1. Oktober. Wie dasBerl. Tageblatt" hört, wird Reichsfinanzminister Dr. Luther sich heute nach London begeben. Die Verhandlungen, die in London über den Abschluß der Anleihe geführt wurden und an denen auch Reichsbankpräsident Dr. Schacht teilgenommen hat, seien, wie das Blatt weiter be­richtet, soweit gediehen, daß mit einem unmittelbar bevorstehenden Abschluß gerechnet werden dürfe.

Die Antwort der Franzosen wegen der 26 Prozent.

Paris, 30. September. Die französische Regie- rung hat, wie Havas berichtet, der deutschen Bot­schaft heute die Antwort auf die deutsche Note be­treffend die 26prozentige Exportabgabe überreichen lassen. Die sranzösische Regierung bemerke, daß diese Taxe analog derjenigen sei, die von England erhoben werde, und daß ihre Einführung sogar durch den Dawes-Plan als Zahlungsmittel vorgesehen sei. Die französische Regierung erkläre weiter, dem Deutschen Reiche würden durch die finanzielle Maßnahme keine neuen Lasten aufgebürdet, sie habe nicht die Absicht, durch diese Abgabe die Klauseln der Dawes-Planes zu umgehen.

Annäherung -er Postgebühren an -ie Frie-ens ätze.

Berlin, 30. Sept. Reichspostmi-nister Dr. Hüfte eröffnete heute die dritte Sitzung des Vsr- waltungsrates der Deutschen Reichspost mit dem Hinweis darauf, daß auch die Eisen-bahn inzwi­schen eine Umgestaltung erfahren habe. Für die Post sei der öffentlich-rechtliche Charakter durch das Postfinanzgesetz gewahrt. Inzwischen be­kannt gewordene Bestrebungen nach Abände­rung dieses Gesetzes seien noch Ansicht des Mi­nisters verfrüht, denn die in wenigen Monaten gemachten Erfahrungen seien nicht ausreichend, um schon jetzt eine Aenderung des Rei-chspost- finanzgefetzes herbeizuführen.

Das Streben der Regierung gehe dahin, die jetzigen Gebühren nach und nach wieder den Friedenssätzen anzunähern, wie es beim Brief­porto schon der Fall sei. Wenn der oorgelegte Ergänzungsetat auch Nicht alle Wünsche restlos erfülle, so lasse er doch unstreitig für die Wirt­schaft eine wesentliche Besserung erkennen.

Der am 26. Juli vom Venvaltungsrat vor- läufi-g verabschiedete Voranschlag von 1924 wurde mit den durch den Erga nzung svo ran- schlag bedingten Aenderungen angenommen. Zugestimmt wurde den Vormagen, betreffend Ermässigung der Pastanweisungs-, Postscheck- und PostkredUbriefgebühren. Es wurde eine CntschsiMMg. Maßt, daß vgm MÄMwjmni-y^

stermm möglichst bald eine allgemeine Herab­setzung der Telegrammgebühren herbeigeführt werde.

Angenommen wurde die Vorlage wegen Er­mäßigung! der Fernsprechgebühren, sowie eine Vorlage, betreffend einige Aenderungen der Bestimmungen über Drucksachen, wodurch nennenswerte Erleichterungen im Betriebsdienst erzielt werden. Die 'hiernach sich ergebenden Ge- bührenänderungen werden besonders bekannt- gegeben werden.

VoraussichMch Wonlag Amerikaflug

-es B. 3

Friedrichshafen, 30. Sept. Nach einer Washingtoner Meldun!g sind die amtlichen Stellen des Luftschiffhafens Lakehurst in New- Jersey verständigt worden, daß der neue Zeppe- linkre-uzer seine Amerikafahrt wahrscheinlich am nächsten Montag antreten wird. Die drei Kriegsschiffe, die dazu bestimmt wurden, im nordatlandischen Ozean feste Stellungen âzu- nehmen und dem Luftk-veuzer beizustehen, falls irgendwelche Hilfsleistung nötig werden sollte, sowie einen besonderen Wetterdienst versehen, sind am Dienstag in See gestochen; sie werden pätestens Ende dieser Woche an Ort und Stelle fein.

Die Besatzung des Luftschiffes wird aus 28 Personen bestehen. An Passagieren werden lediglich drei Mitglieder der amerikanischen Prüfungskommission und der künftige ame-ri- k-cmische Kapitän des Luftschiffes, Steel, mit- fahven. Welche Fahrtroute das Luftschiff em- schla-gen wird, steht noch nicht fest. Jedenfalls wird das Schift das besetzte Gebiet, Nordfrank­reich und Belgien nicht überfliegen. Die franzö- sische Regierung machte die Erlaubnis zum Ueoeöf«ejw« iw»-W^ ^Hi& Z^icts von der Bedingung abhangl-g, daß em Vertre­ter des französischen KriegsMinisteriums an der Fahrt teilnimmt. Diese Forderung wurde von der Luftschifführuna abgelehnt. Es ist wahr­scheinlich, daß Z. R. 3 zunächst bis Hannover denselben Weg emschlagen wird mie auf der Deuftchkandsahrt, um dann über hollänoq-cyes Gebiet um über die Südküste von Irland den Oze-an zu erreichen.

Die große Zeppslinhalle in Friedrichshafen muß voraussichtlich noch in diesem Jahre abge­brochen werden. Wenige Tage nach der Abfahrt des Schiffes wird die interalliierte Kontrollkom­mission! in Friedrichshafen eintreffen, um den Abbruch der Halle zu überw-achsn. Die kleine H-wlle hingegen wird bestehen bleiben. Man wird im Frühjahr mit dem Bau kleinerer Lu-ft^-äfe bis zrr 30 000 Kubikmeter Ga-sinhalt, wie dies der Friedensvertra-g zuläßt, beginnen.

Die Mitzernle.

Wie besannt, bat die Reichsregierung verschiedene Abordnungen in die einzelnen landwirtschaftlichen Er- zcugcrgebiete entsandt, um einen möglichst genauen Neberblick über die diesjährige Ernte zu gewinnen. Wenn die UntèrsuchungSreisen auch noch nicht abge- schlosien sind, so läßt sich nach zuverlässigen Mit­teilungen schon soviel sagen, daß die Erntelage durch das anhaltende Regenwetter sich in einem Maße ver­schlechtert hat, wie man es vor vierzehn Tagen noch nicht für möglich gehalten hätte.

Am schlimmsten sieht el in Westfalen und Rhein­land aus. Berichte aus den RegiemngSbezirken Cassel, Wiesbaden und Hannover lassen die Ernte so ge­fährdet erscheinen, daß man nur mit ernsthafter Be­sorgnis in die Zukunft sehen kann. DaS Saatgut, sowohl Winter- wie Sommerkoru, ist

zu 75 Prozent vernichtet.

Aber auch die Brotveriorgung der ländlichen Bevölle» rang aus Eigenerzeugnisien ist in diesem Jahre itn» möglich. DaS geerntete Korn konnte nicht einmal von den Dreschmaschinen verarbeitet werden, da er durch den Regen völlig ausgeglichen war. Man griff deshalb zum Handdrusch; es weigerten sich jedoch zahlreiche Müller, dieses Korn zu mahlen, weil eS sich zu einer einzigen Maffe zufammenballte und das Mühlwerk verdarb. Backverjuche mit solchem Mehl ergaben ein stemhsrtcS Brot, das zu NahrungSzwecken nicht ver­wendet werden konnte.

Auch die Futterernte hat in fast allen Teilen Deutschlands stark gelitten. Der zweite Hcuschnitt gilt bis auf wenige, kaum nennenswerte Erträge als verloren. Ganz allgemein genommen ergibt sich ein außerordentlich trauriges Bild. Weiter kommt für die Beurteilung der Ernte besorgniserregend hinzu, daß die diesjährigen Kartoffeln sehr leicht faulen. Be­kanntlich hat die Preußische Regierung für die am meisten gefährdeten Gebiete bereits eine Hilfsaktion eingeleitet, die jedoch nicht das Gefamtma» der not­wendigen Hilfe darstellen kann.

Dersammlungsvèrbor in München.

München, 30. September. Wegen der durch den Streit um Hitler? Freilassung entstandenen Spannung, die Demonitrationen befürchten läßt, hat die Pyljzu-

direktion beschlossen, für die nächste Zeit keine größeren Versammlungen irgendwelcher Art zuzulaffen. Deshalb wurde auch die für den 2. Oktober geplante Hinde«- burg-Geburtstagsfeier des Stahlhelms nicht geneh­migt und der Stahlhelm ersucht, die Feier auf einen späteren Termin anzusetzen.

Gründung Ser Bank für Fndusirie- Obligationen.

Berlin, 30. Sept. Zur weiteren Durchftih- rung des Dawesplanes fand heute im Reichs­wirtschaftsministerium die Gründung der im Jndustriebelastungsgesetz vom 30. August 192^ vorgesehenen Bank für deutsche Industrie, Obligationen statt, die die in dem Sachverstänz digengutachten vorgesehene Belastung der deuftchen Wirtschaft mit 5 Milliarden Obliga­tionen durchzuführen hat. Zum Zwecke de^ Gründung hat sich ein Konsortium aus einer Reihe führender Industriellen und Bankfirmen gebildet. Zu Mitgliedern des Aufsichtsrats, der einschließlich des Präsidenten aus 15 Mitglie» dern bestehen soll, hat gemäß der ihr über­tragenen Vollmacht die Regierung die folgen­den Herren bestellt: Staatssekretär des Reichs­wirtschaftsministeriums Dr. Trendelenburg, Ministerialdirektor im preußischen Ministerium für Handel und Gewerbe Vail, dem Delegierten im Reichsflnanzministerium Ministerialrat Dr. Dorn, Präsidialmitglied des Reichsverbandes der deutschen Industrie Geh. Rat Bücher, Prof. Dr. Flechtheim, Rechtsanwalt Clemens Lam­mers, Bankier Dr. Paul Schwabach. Von den ausländischen Mitgliedern des Aufsichtsrats hat bisher die Reparationskommission nur drei Mitglieder ernannt, während die satzungs­gemäß von den ausländischen Mitgliedern des Generalrats der Reichsbank zu benennenden vier Mitglieder noch ausstehen. Bei der Aus­wahl der" von der deutschen Regierung zu er­nennenden Mitgliedern ist die Regierung von der Erwägung ausgegangen, daß es angesichts der Schwierigkeiten, die die Durchführung der Jndustriebelastung noch mit sich bringen wird, nützlich und der Sache förderlich, fein wird, Herren in den Aussichtsrat zu entsenden, die von Anfang an in intensivster Weise an den Vorarbeiten und an der Gestaltung der Jn­dustriebelastung mitgearbeitet haben. Sie be­absichtigt aber weiterhin, um mit allen Kreisen der belasteten Wirtschaft engste Fühlung zu halten, beim Reichswirtschaftsministerium einen Beirat zu bilden, mit dem laufend die wichtigen Angelegenheiten besprochen und beraten werden können. Gemäß der ihr übertragenen Befugnis hat die Regierung fernerhin zu Vorstands­mitgliedern die Herren Dr. W. Boetzkes und Dr. Ramhorst bestellt. Dr. Boetzkes ist zurzeit Ge­neraldirektor der zum Rabethgekonzern gehöri­gen Deutschen Kredit- und Handelsgesellschast Akt.-Ges. und ist durch seine langjährige Tätig­keit im Auslande mit den Fragen der inter­nationalen Finanz des Schulden- und Anleihe­wesens auf das genaueste vertraut. An der Gründungsverhandlung nahm auch der von der Reparationskommission zum Treuhänder für. -die Jndustrieobligationen bestellte Herr B. Rogarra teil, der italienischer Staatsangehöri­ger ist, sowie Herr Robinson als Vertreter des Reparationsagenten. Die Verhandlungen wur­den vom Reichswirftchaftsminister Hamm^ mit einer Ansprache eingeleitet, in der er auf die große Bedeutung der schwierigen Aufgaben hinwies, die der Bank im Rahmen der neuen Reparationsregelung zufallen und in der er der Hoffnung Ausdruck gab, daß durch ver­ständnisvolles Zusammenwirken aller beteilig­ten Kreise die über die Maßen schwere Be^ lastung, die der deutschen Wirtschaft mit den Jndustrieobligationen aufgebürdet worden isst nach Möglichkeit erträglich gemacht werdens möge. Als Vertreter der belasteten wie der deutschen Mitglieder des Aussichtsrats gab Prof. Dr. Flechtheim der Erwartung Ausdruck, daß Lie Arbeit, die diese im Dienste der deut­schen Gesamtwirtschaft und der Belasteten aller Wirtschaftszweige zu leisten entschlossen seien, dazu beitragen möge, eine ruhige Entwicklung zu gewährleisten. Er sprach die Hoffnung aus, daß alle BeteUigten an die Durchführung in dem Geiste herangehen möchten, aus dem her­aus allein die Durchführung des Berichts Er­folg verspreche.

Die Rückkehr -er Ausgewiesenen.

Paris, SO. September. Wb Havas aus Koblenz meldet, hat die Rheinlandkommifsion nunmehr in bei französischen Besetzungszone die Zahl der Ausgewie« jenen am 55, die Zahl der nicht wieder zugelaffenen Beamten M M KM»«â...âs tz-Ziffern werden