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Donnerstag den 25. September

Ar. 228

wiesen werden muß. Im normalen Verlaufe wird diese Summe nach Abzug eines gewissen Betrages für (Enitfd>attiigun)gM^ der deutschen Finanzverwaltung wieder etngehän- di" werden. Wenn aber die Re»chseisenbahn- Gesellfcbaft den geschätzten Evtraig nicht hat oder wenn die Regierung die Lücke nicht »auHülbt, so hat der Steuerkvmmissor die Dollma»cht, den Steuerertrag so weit als nötig zur Verzinsung der Eisenbahn-Obligationen zu verwenden.

Die Verwaftung der Rsichseifen-bahn-- sellschaft liegt in den Händen eines Bermal- tunMrates »von 18 Mitgliedern, von denen mindestens 4 Ausländer fein müssen. Ferner -schören zu dem Apparat ein Treuhänder, der Inhaber der EifeNbahn-Vons und â Eisen- Hahntommissar. Es werden gegenwärtig Ma nötigen Schritte unternonMnen, um diesen gan­zen Apparat auf die Beine zu bringen und damit die EifenbahN'-Geslellschaft zu organi­sieren. Der Verwaltungsrat nmß seinerseits die HaupdangesteMen ernennen, um dann in der Lage zu sein, die Geso-mtverwaltung von der gegenwärtigen Eisenbahnverwaltung zu über­nehmen. Der TreuhöWer, der Inhaber der Eifen-bahn-Bvns ist bereits von der Repa a- tionskvmmifsion ernannt worden, und zwar in der Person des früheren» beÄgischen Minister- Präsidenten Delacroix, eines Mitglieds der Re- Mrânskvmmission. Der Treuhänder beruft 9 Mitglieder des Verwaltungsrates, b. h. die eine Hälfte. Davon sollen 4 Ausländer und 5 Deutsche sein. Die andere Hälfte ernennt das Reichskabinett, das sich kürzlich bereits mit die­ser Aufgabe beschäftigt hv»t. Die vier aus..n- drschen Mitglieder des »Verwaltungsrates wäh­len dann den Eifenbahnkommissar aus, besten Amt dem obenerwähnten Fnangostn Lsverve übertragen werden soll. Wenn â Er- Nennungen vo-llMgn sind, werden sie der deut­schen Regierung und dem Treuhänder mitz-e- teult, durch deren Vernüfflung dann der Ve»--- waltungsrat zu seiner ersten Sitzung einbe­rufen werden wird. Man nimmt ân, daß diese Sitzung bereits ®nbe September stattfinden kann. Der DerwoAunigsvat wird selbst seinen Vorsitzenden wählen und den Generaldirektor »anstellen, für dessen Amt der bisherige Ver­kehrsminister Oeser ausersehen werden fE. Die Reichseffenbahn-Gesellfchaft ist dann aktionsfähig. Man nimmt an, daß unge'sulxr in der zweiten Okto-berwoche die Gr-sellschaft ihre praktische Tätigkeit beginnen kann-, Da»mit wird )ic bisherige Reichseifenbahnverwaltung zu­nächst einmal ihre Akten schließen, um der Reichseistnbvhn-Gefellschaft ihren Wafj abzu- treten.

dem eine Revolte unter den Arbeitern Peter- burgs ausgebrochen sei. Die Truppen haben sich

geweigert auf die Ausständigen zu schießen. Zahlreich« Verhaftungen wurden vorgenommen Mld mehrere Todesurteile gesprochen.

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Anker dem Zwang -er Vvn-oner Abmachungen.

Das Gutachten der Sachverständigen wird in wenigen Wochen in Deutschland praktisch durchgefuhrt sein. Es bringt grundlegende »L. Veränderungen in unserm ganzen politischen B- und wirtschaftlichen Leven mit sich. Unter die- V» Umständen erscheint es angebracht, die , praktische Anwendung der Londoner Ab­machungen in ihren Grundzügen zusammen- fassend darzustellen. Wir beginnen noch, stehend mit der Umwandlung der Reichsbahn e di eine ELenbayn-Gesellschast.

k Die Reichseisenbahn Gesellschafk.

Am 29. August hat der Reichstag mit der chorgeßhrjiebenen zweidriittel Mehrheit' den Ent- iMtrf Wer die BAdung einer Reichseisenbahn- Gesellischast angenomimen, den vorher schon die ^deutsche Regierung ge-billigt und die Repara- tionskommission sönMch angenommen hatte. Am Tage darauf wurde in dem Londoner Pro- totott verzeichnet, daß das Gesetz angenommen sei und daß in Zukunft die Bestimmungen des -Gesetzes ohne Zustimmung der Gegenseite von DetÄschland nicht adgeandert werden könnten. Abermals einen Tag später trat die Reichs- eisenbahn-Gesellschvst in ihre gesetzliche Erschei­nung. Dies ist die Grundlage, aus der sich die bisher in Re-tchsverwaKung befindliche deutsche Eifeltbahn in Zukunft aufbaut und aus der die ^Durchfühnmgsbestimmungen jetzt in Kraft ge­setzt werden.

Die Rerchseifenbahn-Gesellschaft wird in .einigen Wochen die Verwaltung des gesamten s deutschen Eisenbahnnetzes mit ganz unwesent­lichen Ausnahmen vom Reich übernommen haben. Sie ist eine der größten Betriebs-Gesell- 'schaften der Welt. In -ihrem Dienste stehen rund j50 000 Menschen-, d. h. so viel, wie z. B. alle englischen Eisenbahnen zusammen beschästigen. Das Kapital der. Gesellschaft beträgt seinem Nominalwerte nach 26 Milliarden Mark. Es ist vas größte aller vorhandenen Mti-en-gessllschaf- ten. Die jährlichen Einnahmen der Reichselsen- Äahn-Geisellschast werden auf mehr als 4 Mil­liarden Mark berechnet, d. h aus ungefähr das Doppelte des Ertrages, den das nächstgrößte Eisenbahn-Em-kommen, das der amerikanischen Pennsylvania-Gesellschaft, erreicht.

Der Nominalbetrag entspricht »durchaus dem tatsächlichen Werte des deutschen Eisenbahn­netzes. Zwei ausländische Eisenbahn-Siachver- ständige, der Engländer Mr William Acworth und der Franzose Leverve, haben im Auftrage der Gutachter jeftgeftellt, daß die deutsche Eisen­bahn sich technisch und verwaltungsmä^'^ in vorzüglicher Verfassung befindet. Es ist in den letzten Jahren so viel Kapital auf die beuMen

verwendet worden, daß man in nächsten Jahren nicht mit ernsthaften neuen Kapitalsau ftoenduing en zu rechnen braucht. So sind z. B. zweidrittel des gesamten rollenden Materials weniger als zehn Jahre alt. Dem­gemäß ist der Reinertrag der deutschen Gifen- bahnen von den Sachverständigen auf nicht weniger als 1 Milliarde Mark im Jahre be= rechnet worden. Aus diesem Ertrag soll ein er­heblicher Teil unserer künftigen EnHchähigungs- zahlungen bestritten werden.

Das Kapital non 26 Milliarden Mark, mit dem die Reichsersenbahn-Gefellschaft ins Leben tritt, setzt sich, wie folgt, zusammen: 11 Milliar­den Mark werden als sogenannte Reparations- bons ausgegeben. Auf ihnen ruht nach einer InlLrimszeit eine Zinsenlast von 5 Prozent im Jahre. Z^yi kommt 1 Prozent der Amortisa­tion, von dem die Bons im Verlaufe von 40 Jahren getilgt werden sotten. 2 Milliarden werden als Vorzugsaktien »ausgegeben und im Daufe der Zeit öffentlich zum Verkaufe gestellt. Die übrigen 13 Milliarden find gewöhnliche Aktien und werden ohne Bezahlung der deut- schen Regierung überlassen, die damit die Hälfte des Aktienkapitals in ihre Hand bekommt. Es wird von dem Ankauf der Vorzugsaktien ab- hängen, ob eine Mehrheit des gesamten Aktien­kapitals sich in deutscher Hand befindet.

In welcher Weise werden die Einnahmen der Reichseisenibahn-Gesellschaft für Enffcyädi- gungdahliungen verwendet? Die Verzinsung und Amortisierung der sogenannten Reparo- tionsbons ergeben insgesamt eine jährliche Zinsleisdung von 6 Prozent. Dies ergibt 660 Millionen Goldmark im Jahre. Daneben soll die TeNrehrssteuer, die seit dem Jahre 1917 in Kraft ist aufrecht erhalten bleiben und an die Reparationskommiision mit ihrem Gsso-mtbs- Lrage bis zur Höchstgrenze von 250 Millionen -Rark im Jahre für En lschödiMngszaÄungen ^geliefert werden. Beide Posten machen zu­sammen eine Gesamtleiftung von 910 Gold- Millionen, also annähernd 1 Milliarde im Jahre Haus, die von der Eifenba-hn-GefM^aft in Zu- .kunft für EnÄschädiigung sletstungen aufgebracht ^werden müssen. Diese Gesamtsumme entspricht .ungefähr einer bveiemibeiiDt^ Se-,tn* 'stma des Gesamtbapitals.

t- Die Sachvenständigen haben in ihren Schätzungen als sicher angenommen, daß die ^deutschen Bo^hnen die vorerwähnten 910 Gold- rnMonen im Jahre abwerfen werden. Um aber den Repavationsbons eine noch größere Sichsr- .heit^zu verleihen, sind zwei Garantien g»- zfchaHen worden. Einmal leistet die deutsche Re­gierung für die Verzinsung der Bons Gewähr. ^Zum andern ist in'Verbindung mit der Errich- Nmg her E-i«nbahn -Gelellfchaft ein Steuer- kommissar vorgesehen, dem der Gesamter. ..g der Steuern vom Branntwein und Bier, vom Tabak, vom Zucker und von »den Sollen üoer-

Die Z. R HI-Fohrk.

^riedrich-hafe«, 25. September. Die Leitung des Z. R. HI hat sich entschlossen beute die grobe Dentschlandfabrt anzutreten. Der Aufstieg war für Es kreuzte zunächst über dem Bodensee um sunken- telegravbische Versuche vorzunehmen und wird dann seine Fernfahrt antreten. Diese wird wahrscheinlich in nordwestlicher Richtung über Tübingen nach Heidel­berg, dann in nördlicher Richtung weiter nach Frank- surt a. MSießenCaffel usw. erfolgen. Je nach den Meteorologien- und Windverhältnissen wird eS sich mtscheiden, ob die Fahrt nach Hamburg und Berlin ausgedehnt wird. Im übrigen ist die Innehaltung einer bestimmten Fahrstrecke nicht möglich, da die Richtung der Fahrt mehr oder weniger von den auf­tretenden Windverhältnissen mit bestimmt wird. Falls die Deutschlandfahrt günstig verläuft, soll die Fahrt über den Atlantischen Ozean etwa 10 bis 14 Tage nach der großen Probefahrt stattfinden.

Die Kerbstübungen unserer Reichswehr.

Zum ersten Male sind in diesem Jahre die Herbstübungen im DivisionsverbanLe wieder von den Trupenüüungsplätzen ins Gelände ver­legt worden. Für hie Bevölkerung gabs wieder was zu sehen Durchmärsche von Truppen durch die Dörfer, bei deren Anblick alt und jung wieder das Herz anfging das waren unsere alten Soldaten, frisch, freudig und stramm!

Es gab wieder Einquartierung und hie Zu­neigung der Bevölkerung zu den Soldaten war noch dieselbe wie früher; überall wurden sie mit herzlicher Freude ausgenommen.

Wer Zeit hatte ging hinaus ins Gelände her Feldübungen und erfeute sich an dem alten prächtigen Soldatengeiste, den trefflichen Lei­stungen, an der deutschen Manneszucht, der Diensifreudigkeit, der Hingabe und dem Verant­wortlichkeitsbewußtsein für Volk und Vater­land. Und wer nicht Gelegenheit hatte, sich mit eigenen Augen davon zu überzeugen, der konnte auch aus den Abbildungen in der Presse davon einen Eindruck gewinnen. Er sah im Bilde den historischen Augenblick, wo gelegent­lich der Grundsteinlegung zbm Nationaldenk­mal auf dem Schlachtfeld« von Tannenberg, der Feldmarschall von Hindenburg dem Oberst­kommandierenden der Reichswehr, General von Seeckt, die Hand reichte, er sah die Reichswehr- truppen in elastischem und doch wuchtigem und drahtigem Marsche am Feldmarschall vorbei­marschieren. Auf einem anderen reizenden Bildchen sah man eine Schützenlinie mit M.-G. in einer Hecke, dazwischen die Dorfjugend, Stolz und Begeisterung auf ihren Gesichtern.

Eine Batterie in Abwehr eines Nahan- grisss, ein Brückenschlag, Kavalleriepatrouillen bei ihrer Tätigkeit und schließlich die Reichs- wchrparade bei Straußberg, dies alles kannte man im Bilde sehen.

Die Feldübungen unserer 5. Reichswehr­division begannen auf dem Truppenübungs­platz Münsingen, an der Bahnlinie Reutlingen- Schelklingen. Die Truppen machten einen vor­züglichen Eindruck, aeiltia wie körperlich. Zu­

schauer strömten in dichten Mengen heraus, um an erhöhten Plätzen etwas von den Uebungen zu sehen und beim Biwak die Reize des Lager- lebens ein wenig mitgenießen zu können.

Blau hatte die Aufgabe, die Donauüber­gänge offen zu halten. Rot gelang es schließ­lich nach durchkämpfter Nacht auf einer von Pionieren gebauten Brücke den Fluß östlich Elbingen zu überschreiten. In diesem Rahmen spielten sich eine Fülle wechselnder Gefechte ab, die den hohen Grad der Ausbildung von Füh­rern und Truppen bewiesen.

So können wir mit Stolz auf unsere hinge Reichswehr blicken. F. W.

Aus aller Well.

Et« blutiges Drama in einem Berliner Haufe.

Im Südosten Berlins in einem Hause der Willibald- AlexiS-Straße bat sich in der Nacht auf Mittwoch ein blutiaes Drama ereignet. Man fand in der Frühe den Schlächtermeister Bornschein und ein noch unbekanntes junges Mädchen tot in der Wobnung de» Bornschein auf. Das Mädchen wie» eine schwere Schnittwunde am Hals« auf. Beide Personen sind durch Leuchtgas vergiftet. 8lls Mittwoch früh da» Dßnsimädchen des Schlächtermeisters diesen wecken wollte, sand er die Tür zum Schlafzimmer verschlossen. Weder aus Rufen und Klopfen meldete fi* jemand, dagegen machte sich Gasgeruch bemerkbar. Das Mädchen lief zu den Eltern Bornschein», die in der Nähe wohnen. Der Vater erbrach die Tür. Nach dem Augenschein muß man annehmen, daß zuerst das Mädchen durch einen Schnitt in die Kehle getötet worden ist und daß Born­schein dann die GaShähne selbst geöffnet hat. Born­schein ist erst seit dem Frühjahr verheiratet. Seine Iran war verreist. Sie wurde Mittwoch mittag von der Reise zurückerwartet. Bornschein galt, wie sich au» den Zeugenaussagen ergibt, all geistesgestört.

Unwetter in Frankreich»

Paris, 25. Sept. Gestern und vorgestern haben heftige Unwetter in der Provence schwere Schäden angerichtet. Nur Marseille wird gemeldet, daß mehrere Eisenbahnlinien zerstört sind und aus anderen Gegen­den werden große Unwetterschäden gemeldet. Nach dem .Matin* ist die Eisenbahnlinie LyonMarseille unterbrochen. AuS allen Gegenden wird Hochwasser gemeldet. Der Minister für öffentliche Arbeiten hat sich in das gefährdete Gebiet begeben.

Zwei Bergleute getötet.

Dortmund, 24. September. . Aus der Zeche Zlückauf, Tiefbauschacht Giesbert bei Barop ereignete ich ein schweres Unglück. Mehrere Bergleute benutzten iur Fahrt zur Arbeitsstelle trotz Verbots einen zur Kohlenförderung dienenden Förderkorb, auf dessen Dach le sich stellten. Während der Fahrt stürzte aus der Schachtzuumerung ein schwerer Balken auf die Berg­leute herab. Dabei wurden zwei getötet und zwei verletzt.

Die Flucht im Sarg.

Kürzlich entfloh der Sohn eines bekannten Budapester Kaufmanns aus einer Nervenklinik, in der er von seinen Eltern wegen Verschwen- vuW tfiiwytwy i^» -WW^-DO WB geschah auf eine ebenso originelle wie unheim­liche Art und Weise. Der junge Mann, der, obgleich minderjährig, gegen den Willen feiner Litern eine Schauspielerin geheiratet hatte, ^atfe es verstanden, sich irgendwie Mithilfe n der Außenwelt zu sichern. Eines Abends versteckte er sich in der Leichenkamm«r der Klinik, indem er in einen der dort aufgestellten Särge kroch. Am anderen Morgen wurde er dann zusammen mit den Leichen im Leichen­wagen aus der Klinik herausgeführt. Seine Litern beschuldigen ihn nun neuerdings, an lern Verschwinden eines Perlendiadems im Werte von 700 Millionen Kronen schuld zu ein, das am gleichen Tage weggekommen sein oll, als die Flucht geschah.

Erdbeben in Genua.

Rom, 22. Sept. Laut Tribuns haben mehrere Erdbeben gestern und heute nachi Genua und Umgegend in ^^frwn^» versetzt. Der erste Erdstoß erfolgte um 2& Uhr na** -mittags, dem dann weitere folgten. Der stärkste erfolgte ab-snds gegen 8% U-hr. Die Bevölke­rung stürzte aus den Häusern auf die großen öffentlichen Plätze und an das Meeresuser nb verbrachte die ganze Nacht und ein TeA des »heutigen Tages im Freien. Bisher ist keine-ksi Schaden gemeldet.

80 Gebäude niedergebrannk.

Schneidemühl, 24. Sept. Ein gestern in einer Scheune im Dorfs Holzig (Kr. Schlochau) aus­gebrochenes Feuer griff infolge Sturmes so schnell um sich, daß an 40 Gehöfte mit 80 Ge­bäuden niederbrannten. Viel Vieh ist verbrannt; die gesamte Ernte in den Scheunen ist vernich­tet. Das Dorf ist zu drei Vierteln eingeäschert, 200 Personen sind obdachlos.

Ein großer Betrug bei einem Zollamt.

Beim Hauptzollamt Neukölln ist ein großer Betrug, durch den das Reich etwa um 3% Mil­lionen Goldmark geschädigt worden ist, aufge­deckt worden. Der Inhaber einer chemischen Fabrik in Neukölln, der 29 Jahre alte Dr. Franz Kopp hatte zwei Beamte des Hauptzollamts Neukölln durch Bestechung bewogen, ihm Jahre hindurch statt vergällten Branntwein unver­gällten zu liefern. Dr. Kopp ist flüchtig. Der Oberzollinspektor Quehl vom Neuköllner Haupt­zollamt ist auf Veranlassung der Staatsanwalt­schaft verhaftet worden. Er wird schwerer Ur­kundenfälschung und der Bestechung »beschuldigt. Ein Zollassistent, der unter dem gleichen Ver­dacht steht, wurde, da weder Fluchtverdacht noch Verdunkelungsgefahr vorliegt, auf freiem Fuß belassen.

Im Streit erstochen. Aus Donaueschingen wird gemeldet: Aus geringfügiger Ursache gerieten vier bei der hiesigen Bahnstation als Aushilfsarbeiter be­

schäftigte junge Burschen in einer Wirtschaft in ange trunkenem Zustand in Streit, wer von ihnen einen Humpen zu zahlen habe. Vlötzlich gingen der 24jgh, rige Cbr. Dürr aus Lutweiler bei Saarlouis und der 27 jäbrige Alois Kehrer von Kronau (Bruchsal) aus der Wirtschaft auf die Straße, wo sie sich am Boden verprügelten. Dabei versetzte der zu unterst liegend, Kehrer dem auf ihm liegenden Dürr mit seinen, Messer zwei Bruststiche und einen Schläfenstich. De, Getroffene taumelte noch 50 Meter weiter und bra^ dann tot zusammen, während der Täter sich wied« in die Wirtschaft begab und bemerkte, dem habe er eine gewischt. Der Tote wurde dann gegen V*1 Uh, von Männern, die nach Hause gingen, aufgestrnden, wobei es der Zufall fügte, daß gleichzeitig aus der in der Nähe gelegenen Wirtschaft der Täter mit einem Kameraden vorbeikam und den Auflauf bemerkte. Alr der Tod Dürrs sestgestellt war, sagte der Kamerad zu Kehrer:Das hast du gemacht*, worauf der Täte, von den Männern festgenommen und der Polizei übergeben wurde.

Eine Tragödie in de« Berge«. Der Geolog, Konrad Amort, Hörer an der Innsbrucker Hochschule, ein Sohn des Gerichtsvorstehers Hosrats Amort in Kufstein, unternahm mit seiner Base, Gretl Leiter, einer Tochter des Rechtsanwaltes Dr. Leiter in Bruneck eine Klettertour in die Seltener Dolomiten, Sie bestiegen beide die Große Zinne ohne Unfall. Amort war mit dieser Leistung allein nicht zufrieden und schlug vor, auch noch di« Kleine Zinne zu er. klettern, die aber schwieriger ist. Er stieg voraus, um die Schwierigkeitm zu ermeßen, seine Begleiterin blieb auf dem Sattel zurück; in dieser Zeitspanne stürzte Amort etwa 50 Meter tief ab. Das Fräulein feilte sich an und stieg zum Verunglückten ab, der sich nicht mehr vorwärts bewegen konnte, denn er hatte sich einen Bruch des Schädeldaches und des Halswirbels zugezogen. Unter furchtbaren Schmerzen verbrachte der junge Mann sechs Stunden, bis das Fräulem Hilfe herbeigerufen hatte. Auf dem Abtransport der Verunalnckte gestorben.

Straßenbahnunfälle. Auch gestern erei-g« neten sich trieftet in Bevliü zwei Straßenbahn- Unfälle. Bei dem Zusammenstoß eines Stra- ßenbahnwaMNs mit einem Lastw gen würd« Me vordere Plattform des Strahe nbahftwagen- vollständi-g zertrümmert. Ein Fahrgast wurde schwer verletzt. Bei dem zweiten Unfall wurden Personen nicht verletzt, jedoch »wurde der Sira- henbahnwapen schwer beschädigt.

Am großen Los vorbei. Der Hauptgewinn )er Geldlotterie der Deutschen Jnvalidenhilse m Betrage von 50 000 Rentenmark fiel in die Kollekte A. Heyn, Warmbrunn. Glücklicher Gewinner wäre der Gärtnergehilfe Gerhart Schu»bert aus Herischdorf, der früher in der gräfl. Schloßgärtnerei in Warmbrunn tätig war, gewesen, wenn er nicht das Los kurz zw vor in fröhlicher Stimmung an einen anderer weiterverkauft hätte.

Sprechfaul.

(Unser Serantmartu na de? Einsenders.)

Mehr Licht!

Es W-Mf^âstâ

der Hauptverkehrsstraßen und zwar« die Mi»hl- straße in fast uudurchdrmglicher DimEelhsit liegt. Hervorgerufen durch die Ipbe Fassade der 3nf aniterieifaferne liegt diese Straft dauernd im dunkelsten Schatten unb ist von keinem Lichtstrahl erhellt. Da hier ein großer Verkehr nach den beiden SMen der Turwhall« und dem Saalbau herrscht, kommen oft An­rempetungen der Passanten vor. Es ist zu ver­wundern, daß no-ch ke»in größerer Unfall vovg-e- kommen ist, welcher der StabtroermaCtung sicherlich Kosten und Unarmehmlich-kiten ver­ursacht hätte. Der gleiche Zustand herrscht am Mühltorweg, hier bilden die eisernen Laternen- banbetober eine stete Gefahr für die zahlreichen Passanten »und schon mancher hat sich Hiera« unsanft gestoßen. Schadenersatzansprüche an die Stadt werden auf die Dauer nicht aus- iMeiben. Ferner ist es durchaus für Hanau un­würdig, daß bei vorkommenden Fällen die Interessenten nicht einmal das Landkronken- Haus finden können. Die früh einfetzend« Dun­kelheit sollte die Stadtverwaltung veranlassen jetzt endlich einmal sofort an die Erledigane dieses Punktes zu denken, die Kosten, die nicht so hoch sein können, dürfen nicht ausschla-g- gebend sein. Einer für Viele!

Die defekte Mainbrücke.

Es ist zu begrüßen, wenn Staat und Stabt« sich sehr dafür einsetzen, daß zur Behebung der Wohnungsnot beigetragen wird. Dabei dür­fen aber im Uebe reifer die Straßen und speziell die Brücken nicht vernachl-äfsigt werden. Landesverkehrsbrücke zwischen Hanau unb Mein-Steinheim weist in der letzten Zeit manche Mängel auf. und es ist »^ Wunder, daß keine Un glücks fälle zu verzeichnen sind V--gnrgenen Sonntag habe ich die Wob-nch mung gemacht, d- außer nicht ganz unwesenl- Kchen befetten Stellen auch zwischen.den Stce- ßenbahrjch'enen ein q^cs Loch entstanden hl Bon respektabler Entfernung habe ich in grauen Fluten des Mains h-inuntergefchaut Ällzunahe habe ick mich nicht herangetraui- weil ich auch dem an stoßenden morsch aus* sehenden Bohlen mein »Vertrauen riW schen­ken konnte. Die göttliche Fortuna muß dish^ »mit eignem Leibe die Oessnung überbrün hoben, denn man muß von großem GM reden-, daß nicht ein Rad- ober Motorrad­fahrer ungewollt in die Rolle des fliegenden Holländers verfallen ist ober ein Droschken- pferd plötzlich ein Stockwerk tiefer versetz! wurde, oder viellsi»ckt gar ein kleines Kind (dff bequem durch die Oeffnung fallen konnte, ein Bett in den grauen Fluten des Mains ge^m den hat. Es ist unbedingt nötig, daß dieß Brücke einmal gründlich durch repariert wir«-