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Mimen

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschluß Nr. 1257 und 1238.

Be, ugsvreisfür die 2 Wochen vom 8. bis 20. Septbr. 1 Goldmark ohne Trägerlohn. Einzel­nummer 10 Freitags «. Samstags 12 Goldofenntg. - Änzetg eno rei se :für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldoiennig. für die Neklamezetle (68 mm) 50- Goldoiennig -Oiiertengebiibr RO Goldoiennig Geschäftsstelle Hammerstrabe g.

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TriLllungsort und Gerichtsstand für Beide Zeile van«« a. Rain. Für Vlatzvorschrift und Grscheinungstage der Smeitett wird keine GewSBr geleistet. 3m Falle höherer Gewalt Streik «sw. Hat der Bezieher keinen Ansonlch ans Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugsvretse»

Ar. 222

Samstag den 20. September

1924

Das Neueste.

Im Untersuchungsausschuß des Landtags für die PorFellamnanufaktur wurde der preußische Han- detsmi-nister Siering scharf angegriffen.

Die Regiebahnen werden zunächst dem soge­nannten Orgcmisationskmnitee übergeben werden, das sie im Verlaufe von sechs Wochen schrittweise an die Reichsbahnaktienyesellschcrft ausliefern wird.

Nach einer Feststellung derTimes" ist Deutschland wieder der zweitwichtigste Markt für Großbritannien außerhalb des britischen Weltreichs geworden.

Die Truppen von Tschekiang sind bis nahe an Schanghai zurückgswichen, bessert Einnahme durch die siegreiche Kiangfu-Armee bevorsteht.

Bürgerkrieg in China.

Von Dr. A Wirth.

In letzter Zett habe ich eine ganze Reihe von spanischen Zeitungen aus Buenos-Aires gelesen, um mich über den Aufftand in Bra­silien zu unterrichten, und außerdem Auffätze, die von deutschen Kennern hier geschrieben wurden. Als Gründe für den Aufstand fand ich da vier oder fünf ganz verschiedene ange­geben. Wenn selbst die Kenner so im unklaren sind über die Ursachen einer unbedeutenden örtlichen Revolte, wie werden da erst ihre An­sichten auseinandergehen bei dem gewaltigen Bürgerkriege, der jetzt China in seinen Grund­festen erschüttert? Einzig und allein die eng­lischen Zeitungsleute waren gut beschlagen. Denn sie haben schon völlig vor einem Viertel- jähre den Bürgerkrieg, der jetzt ausgebrochen ist, vorausgesagt.

An der westlichen Medizin des Parlamen- haben bi« mâtfor Sa« ^ehoilg SKÄWW sich nur schlecht gewöhnen. Im Laufe der Jahr­tausende hatte das weite Asien überhaupt keine Republik gekannt. Die einzigen Ausnahmen machten die griechischen Freistaaten, ganz kleine Stadtstaaten und ganze Kolonialreiche, wie das von Smyrna, die sich an den Küsten und in den Hinterländern Vorderasiens entwickelten. Dazu noch eine große, von Millionen bevölkerte Re­publik, die der tungusischen Niutsche im elften Jahrhundert in Nordwestasien, endlich die vorübergehende und ganz unbedeutende Er­scheinung einer Goldgräberrepublik, die gegen 1870 in dem Becken des Argu, eines Quell­flusses des Amur, gegründet wurde. Die jüngste Zeit hat die chinesische Republik gebracht, 1912, und die türkische, 1923/24. Die ostasiatische Gründung blieb von schweren Rückschlägen nicht verschont. Ein Versuch dagegen, den 1916 die Mandschu unternahmen, das Kaiserreich wiederherzustellen, mißlang. Wohl aber ist seit dem Tode Juan Schikays, des kräftigen ersten Präsidenten, der Bürgerkrieg in der jungen Republik endemisch geworden.

Es handelt sich hier nicht um vorübergehende Wirren, sondern um eine epochemachende Um­wälzung in der gesamten geistigen Einstellung und Lebensgebarung bei dem kopfreichsten Volke der Welt. Die erste Erschütterung, die bereits ganz riesige Ausmaße annahm, begann 1850. Der Aufstand der Taiping, deren erste Anregungen auf britische Missionare zurück­ging, richtete sich gegen die Mandschuh. Der Aufstand soll nach den geringsten Angaben 30 Millionen, nach den höchsten Angaben 60 Mil­lionen Menschen das Leben gekostet haben. Jedenfalls hat er 1000 Dörfer und Städte halb oder ganz zerstört. Es folgten auswärtige Kriege, die alle ungünstig für das Reich der Mitte verliefen: 1857 gegen England und Frankreich, 1884 gegen Frankreich allein, 1894 gegen Japan, endlich der Boxerkrieg gegen alle Mächte des Abendlandes und außerdem die Japaner. Daneben verlor das Reich ohne ei­gentlichen Waffengang den größten Teil der Mandschurei und die 'Hälfte der Mongolei an die Russen. Der Sowjet ist hier in die Spuren der Zaren eingetreten.

Den kriegerischen Reibungen und Wechsel­wirkungen liefen friedliche parallel. Seit dem 16. Jahrhundert sind die Chinesen mit den Abendländern in Berührung gekommen, zu­nächst mit Spaniern und Portugiesen, dann chit Holländern und Engländern. Die Philip­pinen mußte Spanien erst von dem mächtigen Haupte der chinesischen Seeräuber, Koxinga, Gobern. Umgekehrt gewann der Kaiser Kang Hi die wertvolle Insel Formosa erst, nachdem er die Holländer vertrieben. Die Fremden trie­ben inzwischen Handel in Kanton. Kriegerische

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Newyork 19. Sept Nach einer Mel­dung aus Washington Host der unparteiische Richter Parker von der gemischten Schaden- ersatzkommisfion für die Kriegsansprüche dahin entschieden, daß Deutschland für elf auf der »Lusitania" getötete Personen nicht haftbar ge­macht werden könne. Er müsse die Ansprüche im »Lusitania"-Aaüe deswegen abweisen, weil Deutschland in gesetzlicher Hinsicht als unmittel­barer Verursacher dieses Schiffsunterganges nicht verantwortlich sei. Die Kommission selbst war zu keiner Einigung über diese Streitfrage gekommen.

3m ganzen hat die deutsch-amerikanische Schadenersatzkommisslon Entscheidungen über einen Gesamtbetrag von über 65 Millionen Dollar veröffentlicht. Darunter befinden sich ungefähr 34 Millionen 700 000 Dollar für 61 amerikanische Versicherungsgesellschaften und 24 Millionen 300 000 Dollar an das Vekeranen- büro. Die Entscheidungen betreffend das Vele- ranenbüro und 61 Versicherungsgesellschaften decken den Schaden, den amerikanische Ver­sicherer durch den Verlust von Schiffen und La­dungen infolge von Sriegsbandlungen erlitten haben.

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Mit dieser Entscheidung ist endlich eine Rechtsfrage aus der Welt geschafft, über die sich schon seit Jahren die Gemüter in Amer.ca er­regten. Daß keine irgendwie politisch geartete

und friedliche Auseinandersetzungen griffen mit den Stuffeu Platz, nachdem sich biefe in Süd'

Neue Epoche w^k-ostlsHer Wechselwirkungen hob 1848 an. Chinesische Kuli strömten nach Kalifornien und Australien, um auf den dorti­gen Goldfeldern zu arbeiten, später nach den Silbergruben von Peru und- nach den Tabak­pflanzungen von Sumatra, den Kaffeeplan­tagen von Ostafrika, endlich den Goldfeldern des Transvaals. Weitaus die meisten Kuli kehrten später nach der Heimat zurück. Dort verfehlten sie nicht, das zu erzählen, was. sie draußen erlebt und beobachtet, um halb be­wußt, halb unbewußt, fremde Gedanken zu verbreiten. Da jene Kuli meist dem wander­lustigen Süden, besonders der Provinz Fokien entstammten, so ist der Süden Chinas bis zum heutigen Tage viel mehr von westlichem, be­sonders amerikanischen Anschauungen erfüllt, als die Mitte und der Norden. Nun zog vollends die Industrie des Okzidents in Ostafien ein. Eisenbahnen und Fabriken wurden erstellt, Bergwerke wurden nach westlicher Art ausge­beutet. Fremde Instrukteure, darunter an her­vorragender Stelle Deutsche, bemühten sich, Heer und Flotte der Chinesen nach westlichen Mustern umzugestalten. Es ward ferner Sitte, einheimische Akademiker auf amerikanische und britische Hochschulen zu senden und Offiziere zur Dienstleistung in fremden Heeren und Ar­senalen zu kommandieren. Heutzutage studieren an zwei- bis dreitausend Chinesen an Kollegs der Vereinigten Staaten. Der berühmteste derer, die an solchen Kollegs einen akademischen Grad errungen haben, ist Sun yad sen, ein star­ker und politischer Kopf. Erst wollte er Präsi­dent der Gesamtrepublik werden, unterlag aber dem Juan Tschykai. Später entfaltete er die Fahne der Empörung und schwang sich zum Präsidenten einer Südrepublik auf.

Der Bolschewismus eroberte Rußland. Sein Ziel war von vornherein, auch die übrige Welt zu gewinnen. Um den Orient zu erschüttern, errichtete Karachan eine eigene Schule in Mos­kau, die nichts anderes tat, als Sendboten der Revolution für den Orient auszubilden. Hun­derte von ihnen sind nach Ostasien gegangen. Außerdem heuerte der Sowjet nach und nach 12 Chinesenregimenter an, die mit lurlschewisti- schen Gedanken getränkt wurden. Der Bolsche­wismus fand in Südchina ein dankbares Feld und wie verlautet einen eifrigen Anhänger und Vorkämpfer in Sun yad sen.

Wir haben jetzt die Politik Japans zu be- trackten. Sie ist der marokkanischen Frank­reichs zu vergleichen. Einmal friedliche, dann kriegerische Durchdringung. Das Ziel der Ja- paner ist, die wirtschaftlichen Hilfsquellen und das unerschöpfliche Menschenreservoir des Himmlischen Reiches in den Dienst des Mi­kado und seines Imperialismus zu stellen, bald mit rücksichtslosem Druck, bald mit Freundschaft.

Instanz, sondern ein unabhängiger amerikani­scher Richter den Ausschlag gegeben hat für die Verneinung der Schuld des Deutschen Reiches, bars mit besonderer Genugtuung begrüßt wer- den, denn man weiß zur Genüge, daß das amerikanische Volk sich Richtersprüchen zu beugen pflegt, auch wenn sie mit vorgefaßten Meinungen in schroffem Widerspruch stehen. Die nähere Begründung für den Urterlsspruch des Richters Parker steht noch aus. Wie sie aber auch lauten mag, ihre Wirkung kann jeden- falls nur darauf hinauslaufen, daß die Versen­kung derLusitania" eine berechtigte Kriegs­handlung gewesen ist; niemand, der durch sie zu Schaden gekommen ist, hat Ersatzansprüche gegen das Deutsche Reich. Diese Entscheidung ist um so höher einzuschätzen, als bekanntlich die Versenkung derLusitania" für die Vereinigten Staaten der letzte Anstoß gewesen ist für den Eintritt in den Weltkrieg,gegen uns. Man sieht auch an diesem Beispiel wiederum, daß nach dem Kriege sich manche Kriegstatsachen dem Urteil wesentlich anders darstellen als im Augenblicke des Gescheins. In diesem Falle hat es glücklicherweise nicht 50 Jahre gedauert, wie Herr Macdonald es neulich in Genf für die Aufklärung von Kriegsschuldfragen als not­wendig bezeichnete. Deuffchlands Aufgabe muß es auch weiterhin fein, dafür zu sorgen, daß die volle Wahrheit über die Kriegsschuld in ungleich kürzerer Frist zum Siege gelangt.

abwechselnd mit Peitsche und Zucker. Man schließt Handelsverträge, um einen Markt für fördert als Vormacht des Buddhismus überall die buddhistische Kirche und trachtet nach einem Konkordat mit dem Dalailama, nachdem ein solches zwischen Lhassa und Peking abgelaufen. Man unternimmt Flottendemonstrationen. Da jedoch alle diese Mittel nichts oder zu wenig helfen und zum mindesten nur langsam wir­ken, so sät man Zwietracht und treibt den Sü­den gegen den Norden. Bei den bisherigen Bürgerkriegen, von denen der Riesenleib Chi­nas zerwühlt wurde, konnte man immer ja­panische Anstiftung oder Unterstützung fest­stellen.

Der Hauptgegner, den Japan dabei zu be­kämpfen hat, ist Nordamerika. Seit dem Auf­stande der Taiping und seit den Tagen von Ulysses Grand, der als Schiedsrichter zwischen den beiden ostasiatischen Kaiserreichen in der Frage der Liu kiu angerufen wurde, seit Perry, der eine amerikanische Kolonisierung Formo­sas empfahl, endlich seit Mac Kinley, unter dem die Philippinen amerikanisch wurden, suchen die Yankees, in dem ostasiatischen Fest­lande kommerziell und finanziell Fuß zu fassen. Der Tabak- und der Oeltrust erzielen alljährlich durch ihr chinesisches Geschäft einen Gewinn, der hundert Millionen Dollar übersteigt. Die Yankees bauen Eisenbahnen. Sie werfen ihre Augen auf Bergwerke, sie beteiligen sich an Staatsanleihen, sie suchen durch ihre Missio­nare und chre Colleges Einfluß auf die chine- sffche Geisteswelt zu erlangen. Bei allen diesen Unternehmungen steht ihnen Japan im Wege.

Der letzte Bürgerkrieg war 1922. Es hat keinen Zweck, hier Namen zu nennen. Die Ge­neräle und Marschälle des Präsidenten, die bisher in raschem Wechsel aufgetaucht sind, sind dem europäischen Publikum doch hekuba. Na­men hätten nur einen Zweck, wenn man Le­bensbeschreibung und Charakteristik damit ver­knüpft. Es fehlt hierzu der Platz. Es genügt mithin, zu sagen, daß, wie in der Zeit der Ver­wirrung von 180 bis 590 naâ) Christi, in der Zeit derstreitenden Königreiche", China in drei bis vier Herrschaften aufgelött wurde. Ein Marschall, der beständig Peking bedroht, hält sich im Norden. Eine zweite Herrschaft tat sich in den Provinzen des Jantsekiang auf, Im Süden waltet der mehrfach genannte Dr. Sun yad sen. Dazu kommt noch ein viertes, schlecht umschriebenes Territorium im Westen. Sein Kern ist die aurgrdehnte Provinz Szetschwan, deren Bevölkerung verschieden von 20 bis 80 Millionen geschätzt wird. Die Leute des Westens halten es je noch der Konjunktur mit dem Norden oder der Mitte. So waren die Verhältnisse feit zwei Jahren. Jetzt ist aber­mals ein heftiger Ausbruch erfolgt, der bereits wichtige Eisenbahnlinien lahmlegt, der sogar Schanghai bedroht und auch sonst die fremden

Interessen aufs empfindlichste stört. Einstweilen sind Kriegsschiffe der Westmächte und der Ja­paner vor Schanghai und vor Honkau, der Mil­lionenstadt am Jangtse, dem Hauptteeplatz, an­gelangt.

Man kann begreifen, wie angesichts dieser Wirren, die schon vor reichffch einem Monat begannen, und angesichts der wachsenden Un­ruhen auf dem Balkan die Bankiers Londons und Newyorks eine solche Eile hatten, das Dawesgutachten vorher unter Dach zu bringen.

Vor Ser Entscheidung um Schanghai.

Schanghai. 19. Sept. Lu Dung Wann-, der MWärgouverneur von Chekiang, ist am Hangchou nach Schanghai geflohen er hat eine Erklärung veröffentlicht, in der er feine Bereit- willigkei-t zum Rücktritt ausspricht. In Hangchoar hat der Zivil-gouverneur die Unabhängigkeit proklamiert, um die Stadt vor den revoltieren­den Armeen zu retten. Die im Süden stehenden Truppen von Chekiang sind infolge Bestechung zum Leinde überge-gangen, der auf Hangchou vo-rrückt. Nur die Söldnertruppen von S.aam tung halten jetzt noch auf der Linie Liuhu Kwangbu aus, ihre Kapitulation wird jedoch für heute abend erwartet, wodurcb die Chinesen- stadt von Schanghai den Kiangsu-Truvven aus­geliefert wäre. Für die fremden Ansiedlungen hegt man aber keine Besorgnis infolge der Bor- sichtsmaßnahmen, namentlich der Landung von internationalen Marinetruppen. Tausende von Flüchtlingen treffen in Schanghai ein.

Newyork, 19. Sept. (Funkspruch.) Nach Meldungen aus Schanghai sind die Reihen der Tschekiang-Truppen, die Schanghai gegen die anrückenden Kiangsu-Truppen verteidigen, heute nachmittag ins Wanken geraten und haben den Rückzug auf die Stadt vorbereitet. In den Außenbezirken der Stadt herrscht große Un- ruoe, . -

Schanghai, 19. Sept. General Suntschungfa, Mlu-lärgouverneur von Fukien und Anhänger von Wupeifu marschiert von Süden her gegen Hangffchau. Man erwartet, daß er die Stadt heute oder morgen besetzt.

Newyork, 19. Sept. Nach einer - amtlichen Meldung aus Peking ist der Vormarl-^ der Mandschurischen Armee Chana Tso lins auf Peking in vollem Gange. Die Pekinger Regie­rung wirft Truppsir nordwärts, um den An­griff abzuschlagen. Es sind Nachrichten ein­getroffen, wonach die Flugzeugge^Mvadec Chang Tso lins Shanhei Kwans bombardiert haben mit der deutlichen Absicht, die Pekinger Eisenbahnlinie zu sprengen. Der Diktator von Peking, Wu Peifu, hält immer no* Shanhei Kwan mit einer Kavalleriebrigade besetzt.

London, 19. Sept. Nach einer Reutermeldunft aus Schanghai bat der französische Generalkonsul an 60 russische Kadetten, die in der französischen Zoni ausgestellt worden sind und früher gegen die Bolsche­wisten in Sibirien kämpften, Gewehre, Munition und Handgranaten verteilt. Eine Meldung aus Mulden besagt, daß sich auf einen Freiwilligenaufruf des Marschalls Tschangsolin hin 500 Russen gemeldet hätten, weitere Meldungen sind zu erwarten.

Um den Eintritt in den Völkerbund.

DerVorwärts" meldet a«S Genf, daß der norwegische Völkerbundsdelegierte Han­sen sich seit Donnerstag in Sigmaringen be­findet, um mit Reichskanzler Marx die Frage des Eintritts Deutschlands in den BStter« bund zu besprechen.

Das MilttSrKvnkroll-ProjeKk.

Genf, 19. Sept. Ueber das in der Mili­tär k o m m i s s i o n des Völkerbunds ausge­arbeitete Projekt, betreffend das Organ, das die mMtärifchen Untersuchungen oder Investiga­tionen, wie es in den Friedensverträgen heißt, in Deutschland, Oe st erreich, Un­garn und Bulgarien auszuführen hat, und über das gegenwärtig vom Völkerbunds- rate beraten wird, bewahren alle beteikigieii Stellen das strengste Stillschweigen. Nichts­destoweniger dringen aber allmählich Einzelhei­ten über die wichtigsten Vfftimmungen an die Oeffentlichekit, die, wenn sie auch naturgemäß mit dem nötigen Vorbehalt aufzunehmen sind, die allgemeinen Grundgedanken treffen dürfen. Darnach erhält man von dem künftigen, mit der Kontrolle zu betrauenden Organ folgendes Bild:

Nach Art. 213 des Friedensvertrags von Versailles und den entsprechenden Artikeln der anderen Verträge verpflichtet sich Deutschland, resp. Bulgarien, Oesterreich und Ungarn, so­lange der gegenwärtige Vertrag in Kraft bleibt, jede Untersuchung zu dulden, die der Völker- bundsrat mit Mehrheitsbeschürß für notwendig