HanauerWAnzeiger
General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.
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Nr. 220
Donnerslag den 18. September
1924
Das Weiteste.
— In München wurden mehrere Mitglieder einer völkischen Organisation verhaftet.
— Der französische Innenminister plant die Ausweisung aller unerwünschten Ausländer in Frankreich und die Erhöhung der Aufenthaltssteuer.
— Trotz der halbamtlichen römischen Dementis erklärt die ägyptische Presse, daß die Lage an der tripolitanischen Grenze in Verbindung mit dem Erenzstreit mit Stätten TuS derart entwickelt habe, daß Grund zur Besorgnis bestehe.
— In Japan hat ein Taifun große Ueberschwem- mungen hervorgerufen. Zahlreiche Menschen sind umgekommen.
lich bei den Genossen stets eine ganzerheblicheRollegespielt. Der Fall Leinert z. B. ist noch nicht abgeschlossen, und wird als Charakteristikum noch lange unvergessen bleiben und die Drohung, daß man, wenn man aus der Regierung hinausgedrängt werde, in Opposition zu gehen beabsichtige, ist mehr als einmal von der sozialdemokratischen Parteileitung und vom „Vorwärts" in sehr beweglichen Tönen in die Welt hinausposaunt wurden. Daher ist die Frage berechtigt: „Warum der Lärm, Ihr Herren?" Dazu kommt, daß die Hörigkeit der Sozial-
Demokraten gegenüber
om«
Das Echo -er -eulfchnationalen Parole.
WächvenS sich der Reichskanzler Mh der Reichsauhenminister erneut in Urlaub begeben haben und erst zu Beginn der nächsten Welche der Regievungsapparat in größerem Umfange wieder EfgezogM werden soll, ist der Stein der Um- und Neubildung der Regierung Plötzlich durch den Vorstoß der Deutschuationalen ins Rollen gekommen und faust zu Dale, ohne daß ihn eine Hand noch aufzuhalten vermag. Die überaus bemerkenswerte Kundgebung der Deutschuationalen, die ihren Eintritt in die Re- gisrMg und die Mitbeteiligung an der Verantwortung fordern, hat naturgemäß einen stürmischen Widerhall gerade dort Esgelöst, wo man der Beteiligung der Deutschnationalen an den Geschäften der Regierung mißgünstig und ab- lchneUd gögenüberstcht.
Doch an der deutsämatioualen Parole gibt es kein Drehen und Deuteln mehr, und wenn die Mitglieder des Kabinets sich «am 23. Sep- rsmber, mehr oder rveniger erholt von den Strapazen Der «letzten Aufregungen, um AM grünen Tisch zusymmensetzen, wird neben der Kriegsschuld- und BÄkerbuUdsfvage in allererster Linie zu erwägen ssip, wie man sich den
munisten immer deutlicher und unerfreulicher in die Erscheinung tritt. Es ist den Genossen in Hinsicht auf die Konkurrenz
einfach verboten, deutsch z ken, deutsch zu fühlen und d
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»eutsche
Politik zu machen. Ebenso wie die Katz
und Scholem von Moskau, so hängen die Müller-Franken und Scheidemann von der Internationale ab und kommen von ihr nicht los.
In der deutschen Regierung aber bricht sich doch mehr und mehr die Erkenntnis Bahn, daß allmählich ein anderer Kurs eingeschlagen werden muß. Dieser Kurs solldurchausnichi gegen die deutsche Arbeiterschaft gerichtet sein, im Gegenteil, man bemüht sich, sie mit teilnehmen zu lassen an allem, was das gesamte Volk angeht. Wenn sich aber die verbohrten Parteidoktrinäre starr und unbelehrbar abseits halten und es für eine Unmöglichkeit erklären, eine Front von Hergt bis Müller zu bilden, dann müssen sie die Folgen einer solchen Handlungsweise vor ihren Wählern verantworten. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß die Reichstagsauflösung der Weisheit letzter Schluß fein wird, wenn anders es nicht
werden. Der zweite wichtigste Punkt sind die Sanktionen, deren Handhabung und Umfang in mehreren Artikeln geregelt wird. Die Sanktionen sollen in den Rahmen des Völkerbundpakte? in seiner vollen Bedeutung eingereibt werden. Dabei ist weiter vorgesehen, daß die einzelnen Länder den Rat vorher über die Streitkräfte verständigen können, die sie ihm gegen einen Angreifer zur Verfügung stellen können. Die Sanktionen gegen den Angreifer dürfen feine politische Unabhängigkeit nicht antasten, fedoch muß er die Kosten des gegen ihn geführten Sanktions- kriege? bezahlen. Der Schlußteil des Projektes »isi der Abrüstungskonferenz gewidmet, bei deren Einführung der Rat eine entscheidende Rolle spielen wird. Wir hoffen, sagte Benesch, daß die Arbeiten über dieses System morgen im Unterausschüsse abgeschloffen werden. Auf jeden Fall sind uns die Arbeiten erheblich vorwärts gegangen und grundsätzliche Schwierigkeiten sind nicht mehr zu erwarten. Aus eine Frage, ob der Grundsatz der Sonderabkommen in das Projekt ausgenommen worden ist, erklärte Benesch ausweichend, daß diese Frage in seiner Wendung über die Möglichkeit, daß gewisse Länder den Rat vorher über ihre Streitkräfte verständigen sonnen, beantwortet sei. Nähere Auskünfte hierüber verweigerte Benesch. In unterrichteten Kreisen wird hierzu erklärt, daß die Sonderabkommen als Friedensgarantie mindestens bis zur vollständigen Verallgemeinerung der in, dem Projekt vorgesehenen Verpflichtungen bestehen bleiben.
Pariser Mitzirauen Liegen Äre Genfer Einigungsformel.
Paris, 17. Sept. In Paris verfolgt man aufmerksam die Verhandlungen in Genf. Die Pariser Blätter berichten heute abend, daß es zwischen Enciland und Frankreich infolge der Geschicklichkeit de? tschechischen Außenminister? Benesch zu einer grundsätzlichen Einigung in der Frage der Verwendung der englischen Flotte zu Sanktionszwecken gekommen sei. , Die Pariser politischen Kreise teilen aber den Optimismus der aus Genf eintreffenden Nachrichten keineswegs. Die aus London eintreffenden Nachrichten stimmen übrigens nicht mit den Genfer Nachrichten überein. Wie die hiesigen Blätter aus London erfahren, scheint man dnrt keinesweaS geneigt zu sein, im Parlament
Durchsuchungen durch die Polizeidirektion Müncher vorgenommen. Das Ergebnis der Durchsuchungen führte zur Festnahme von sechs Personen, von bene« eine alsbald wieder auf freien Fuß gesetzt wurde. Die übrigen Festgenommenen, (Oberleutnant Brückner, Leutnant Oswald, Dr. Meiding, Oberleutnant von Prosch, Hauptmann Krausser) werden zunächst in Haft behalten. Sie werden nach Abschluß der Veruehmungea dem Gericht zugeführt werden. _
Zu den Verhaftungen bemerkt Me Korrespondent der Bayerischen Volkspartei: Die Verhaftung von Mitgliedern der Organisation „Frontring" lenkt da? Augenmerk der Oeffentlichkeit neuerdings auf die trotz der erlaßenen Verbote nicht aufgegebenen Bestrebungen^ einzelner Parteien, illegale Kampftruppen für parteipolitische Zwecke zu schaffen. Das Eingreifen der Polizei läßt den Schluß, zu, daß es sich hier um eine Organisation handelt, in der eine Fortführung der verbotenen und angeblich aufgelösten völkischen Kampfverbände zu erblicken ist. Daß von dieser Seite ein Putsch in Bayern geplant sei, hält die Korrespondenz für unrichtig, es sei jedoch Wachsamkeit geboten. Der „Frontring" sei keine auf Bayern beschränkte Organisation. Er habe seine Verbreitung im ganzen Reich. Bestätig« sich der Verdacht der bayerischen Gerichtsbehörden, daß es sich hier um Fortsetzung einer verbotenen Organisation handelt, so werde angesichts der Tatsache des Vorhandensein? einer Reichsorganisation damit zu rechnen sein, daß sich auch außerbayerische Gerichte, in diesem Falle der Oberreichsanwalt, mit der Angelegenheit besassen dürften.
KredttverbiMgung.
Wie wir hören hat die Rentenbank beschlossen, zur Entlastung der notleidenden Wirtschaft ihre langfristigen Kredite durch Herabsetzung des Zinssatzes auf Reichsbankdiskont (10 Proz.) zu verbilligen. Die Verbilligungsaktion der Reichsregierung soll durch diese Maßnahme unterstützt werden.
Kyffhäusertagung des Reichskrieger- bundes.
Daß der Reichsaußenminister und mit ihm ein großer Teil seiner Kollegen die Stoi^t vertritt, daß der rechte Flügel des Parlaments uiit in die Regierung vinbezogen werden muß, um dem unhaltbaren Zustand ein Ende au machen, daß sich das Kabinett nur auf eine Minderheit im Parlament zu stützen vermag, sonst aber „auf wohlwollende NoutraGÄ" angewiesen ist, ist bekannt. Im allgemeinen neigt auch der vorsichtig handelnde Reichskanzler zu derselben Meinung. Hier aber Megen Bindungen vor, die unter Umständen noch zu erheblichen Konflikten führen können, sofern es der Leitung des Zentrums nicht gelingt, die Gsgen- sätze innerhalb der Partei zu- überbrücken. Während der rechte Flügel des Zentrums die Notwendigkeit anerkennt, die Deutschnetionalen mit Hand anlegen zu lasten ans Steuerruder, macht sich auf dem linken Flügel ein zäher Widerstand geltend. Diese Richtung wünscht die Ausnahme der Sozialdemokraten ' in die Regierung und die weitere Ausschaltung der Rechten. Der Vorstoß der Deutschuationalen hat erklärlicherweise gerade in der Sozialdemokratischen Partei undtbei ihrem Hauptblatt ä u ß e r st e V eist ü r z u n g hervorgerufen. Die drohende Gefahr, daß die Sozialdemokraten aus ihrer jetzigen Stellung hinausgsworfen werden, in der es ihnen vergönnt war,der Reichsregierung durch mo^hlwollendes Gewähren das Weiterleben zu ermöglichen und sich als Zünglein an der Wage aufzufpielen, bringt den „Vorwärts" in Harnisch «so daß er sich i n d e n schärfsten Ausdrücken gegenüber den Deut sch nationalen ergeht. Bei Besiprechung des Artikels der „Dsutschnaiiona- len Korrespondenz" schreibt das Blatt:
„Die Deutschnationalen haben tatsächlich jeden Rest von Besinnung verloren. Sie geben tu, sie erklären selbst, daß sie die Regierung üicht nach ihren Taten beurteilen wollen, sondern einzig und allein nach ihrer persönlichen Zusammensetzung. Bekommen sie Minister-
— Plätze an der Futterkrippe, wie sie sagen — dann ist es gut, kriegen sie die aber nicht, dann ist es thuen ganz gleich, welche Po- utik getrieben wird, dann Gnade Gott dieser Regierung! Portefeuille oder das Leben! Ist aas noch Politik? Oder fchon Banditentum?"
Zur Erläuterung dieses Ergusses sei noch gesagt, daß die Deutschnationalen weiterhin erklärten, sie würden in allerschärfste Opposition falls man sie von der Regierung aus= Mosse. Für den „Vorwärts aber liegt keinerlei ^runb vor, die Fassung zu verlieren, die outterkrivvenfrage hat bekayIt-
letzte Tag der verflossenen Reichstagssession, da Sozialdemokraten und Kommunisten gemeinsam den Saal verließen, die Beratung der Zollgesetze unmöglich machten und die Beschlußfähigkeit des Hauses zerstörten, zeigte, welche Möglichkeiten der Opposition gegeben sind, um jede gesetzgeberische Tätigkeit lahmzulegen. Versteift sich die Linke auf solche Männer, dann bleibt in der Tat den regierenden Männern nichtsanderes übrig, als das deutsche Volk bei Neuwahlen selbs entscheiden zu lassen, ob es sich einen derartigen Terror aus die Dauer gefallen lassen will. Wir werden also voraussichtlich im Laufe des Oktober vor überaus wichtige Entscheidungen ge= stellt sein, deren Pole in den Möglichkeiten liegen: Zusammenschluß des gesamten Bürgertums oder — Neuwah de s R e i ch st a g s.
OpiimifMche Erklärungen Voungs.
Paris, 17. Sept. Der New Park Herold, dessen enge Beziebnngen zur ReparationSkommission bekannt sind,- veröffentlicht über die gestrige Sitzung der Reparationskommission noch einige interessante Einzelheiten. Danach hat in der Sitzung Owen Donng betont, daß Deutschland ganz wider Erwarten den besten Willen bewiesen habe, um in jeder Beziehung an der Durchführung des Dawes-Planes mitzuarbeiten. Dies werde die besten Ergebnisse haben, um die 800 Mill.- Goldmarkanleihe im nächsten Monat nnterzubringen. Auch über die Unterbringung der Industrie- und Eisenbahnobligationen äußerte sich Joung sehr optimistisch. Er erklärte weiter, daß das Personal, das für die verschiedenen Organisationen notwendig wäre, auf daS denkbar größte Minimum beschränkt werde, um alle unnötigen Ausgaben zu vermeiden. Barthon beglückwünschte Aoung zu seinen Ausführungen und sagte in einer sehr schmeichelhaften Rede, daß ?5 besonders dank der persönlichen Fähigkeiten unb Geschicklichkeit Danngs gelungen wäre, schon in so kurzer Zeit derart gute Ergebnisse zu erzielen. Die Repara- tionskomnnssion könne daher die Hoffnung haben, daß der Dawes-Plan zur Lösung der europäischen Schwierigkeiten aufs beste werde beitragen können.
Das Schieds- und SanKüvnssyslem.
Genf, 17. Sept. Benesch, der Präsident des Zwölfer-Komitees, der das Schieds- und Sanktious- system der Resolution Herriot-Macdonald ait^n arbeiten bat, empfing heute abend die Pressevertreter denen er folgende Angaben über das vorgesehen« Protokoll machte: Es handelt sich um ein System, tat dem das Schiedsverfahren und die Sicherheit miteinander verknüpft sind und das später durch eine Abrüstungskonferenz ergänzt wird. Der Entwurf, den ich auZge- arbeitet habe, stützt sich auf die Gesichtspunkte, die in der gründlichen Debatte in der Versammlung und im dritten DersammlungSansschuß zutage gefördert wurden unb war daher schon an und für sich ein Trans-
in ben Dienst der anderen Länder stellt. Der „Temps" und das „Journal des Dèbats' geben heute abend die in Paris herrschende Auffassung wieder. Sie schreiben: „England wird sich wohl hüten, feine Flotte, einen Organismus von einem solchen Umfang und Wert, ohne weiteres in den Dienst der Schieds- gerichtsbeschlüsse des Völkerbunds zu stellen."
Enllasfung von Ruhrgefangenen.
Zweibrücken, 17. Seyt. Von den sogenannten Ruhrgefangenen, die in dem französischen Gefängnis in Zweibrücken untergebracht sind, wurden heute 27 politische Gefangene entlassen. Unter ihnen befindet sich der zu zwanzig Jahren Zwangsarbeit verurteilte Eisenbahnoberinspektor Gottfried ans Ludwigshafen und der Landwirtschaftslehrer Görges, ebenfalls aus Ludwigshafen, die während des passiven Widerstandes vom französischen Kriegsgericht in Mainz wegen SäbotageversuchS zum Tode und dann zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt worden waren. Die übrigen 25 entlassenen Gefangenen stammen aus dem Ruhrgebiet. Darunter befinden sich noch weitere acht, die zu lebenslänglicher Zwangsarbeit verurteilt worden waren. Die übrigen hatten Strafen von 10 bis 20 Jahren Zwangsarbeit bekommen.
Die Namen dieser fünfundzwanzig sind: Dreyer, Frey (lebenslänglich), Grube (10 Jahr«), Gruber (lebenslänglich), Hamm (lebenslänglich), Oberingenieur Hauer (10 Jahre), Herbert (10 Jahre), Jansen, Krein (10 Jahre), Lauth (lebenslänglich), Leers (10 Jahre). Lünster, Maurer (lebenslänglich), Mazurka (6 Monate), Morhaupt (10 Jahre), Renters, Ruprecht (10 Jahre), Sasse (lebenslänglich), Schade, Schlüter (20 Jahre), Schneider (lehenslänglich), Schnitzer, Sarke, Werre und Wiese (je 20 Jahre).
Ueber das Schicksal der in der sogenannten Pfäherabteilung des Gefängnisses befindlichen 17 jugendlichen Pfälzern, deren „Vergehen' durchweg gleichfalls als 'politisch anznsehen sind, ist bis zur Stunde noch nicht? entschieden.
Aachen, 17. Sept. Gestern abend trafen die wegen des Sabotageakts bei Hochfeld seinerzeit zum Tode verurteilten und später zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigten volitischen Gefangenen Graf, Keller, Schultze, Ringenberg und Lorbeer, von Löwen kommend, auf dem hiesigen Babnbof ein. Bei demselben Transport befanden fich auch die zu langer Zuchthausstrafe bentrteilteit Mentzel aus Stolberg und Nenhaus aus Machen; ie wurden hier sämtlich in Freiheit gesetzt.
Eine bayerische Kampforganifaiion ausgehoben.
München, 17. Sept. Hier wurde der „Vaterländische Frontbann" ansgehoben und dessen Geschäftsstelle geschlossen. Der Führer, der aus dem Hitlcr- Prozeß bekannte Oberleutnant Brückner, der GeschäftZ- leitcr des Frontbanns, Oswald, ferner der Führer des Bundes Oberland und noch einige andere Herren mürben verhaftet.
aktionsprojckt. Das Projekt befaßt sich zunächst mit dem Schiedsverfahren. Hier wird aber noch das Ergebnis der Arbeiten des ersten Unterausschusses, au den diese Frage überwiesen wurde, abgewartet, die wir bann. in Will«»» «lt dem ganzen System brinaen
München, 17. Sept. Zu den völkischer Persönlichkeiten teilt die ...... Hoffmann halbamtlich mit: Am 16. September wurden
VerhnstiMsicn
Korrespondenz
auf Grund gerichtlicher Anordnung bei einer Reihe von Mitgliedern der Organisation Frontring wegen Verdachts der Fortsetzung verbotener Oraannationen
sitz des Generaloberst v. Heeringen stattfand. wurden zwei bedeutsame Entscheidungen gefaßt:
1. Die Erklärung des Tages der Reichsgründung zum nationalen Fei ertag soll bei der Reichsregierung beantragt werden.
2, Die Zugehörigkeit von Kriegervereinsmit- gliedern zum Reichsbund Schwarz-Rot- E o l d ist mit den Grundsätzen des ReiSskrieger- bundes nicht v e r e i.n b a r.
Es wurde ferner die Einführung allgemeiner deutscher alljährlich stattfindender Kriegertage abwechselnd in den verschiedenen Landesteilen beschlossen. Der erste Tag ist für den 15. Oktober 1925 in Leipzig geplant. *
3m übrigen ergab der Geschäftsbericht ein starkes Anwachsen der Kriegervereinsorganisationen.
Schwere spanische Artillerie in Marokko.
Paris, 17. Sept. Der „Quotidien* faßt die Lage in Marokko heute folgendermaßen zusammen: „Die spanische Regierung fährt fort, Verstärkungen über Verstärkungen nach Marokko zu entsenden. Gewisse Punkte der Küste entblößte sie von Truppen, um möglichst starke Kräfte in Tetuan zusammenzu- ziehen. Die meisten befestigten Stellungen der Linie des Wadlau sind geräumt, well sie nicht länger zu halten waren. Starke Artillerie ist von Zeuta nach Tetuan entsandt worden. In Tetuan traf schwere Artillerie aus Madrid ein, und zwar die beiden Lehr- brigaden, die beste Artillerie, über die Spanien verfügt. Dieser Umstand allein beweist den Ernst der Situation. Die Taktik der Truppen Abd el Krim besteht darin, überall an der ganzen Front die Gegner zu beschäftigen, um die eigentlichen Angriffsabsichte« nicht erkennen zu lassen. Westlich von Tetuan bis Melila ist die ganze Gegend in hellem Aufruhr. Die Spanier werden jetzt ungefähr 150 000 Mann in den Kampf eingesetzt haben. Aber diese Truppen genügen durchaus nicht, da sie in allzu viele kleine Gruppen aufgelöst werden müssen. Primo de Rivera beabsichtigt, noch weitere 40 000 Mann zu entsenden, weiß aber nicht, woher er sie nehmen soll.' — Das „Journal" meldet aus Madrid, daß die Generale des Direktoriums gestern unter dem Vorsitz des Königs einen Ministerrat abgehalten haben.
Verheerungen öurch einen Taifun in Japan.
New York, 17. Sept. Wie au? Tokio gemeldet ivird, hat ein Taifun in vielen Teilen Japans Ueber- chwemmungen hervorgerilfen. Etwa 100 Menschen nid nmgckonimen. In einem Orte des Dntrikt? Saitama werden 300 Personen vermißt. V' rzrg- tausend Häuser sind teilweise unter Wasser.
Ende des Wiener Melallarbeiler- fireiks.
Wien. 17. Sept. In der heute abend abgehaltene» Konferenz der Betriebsräte und der Obmänner wurde nach langer Debatte der Antrag des Streik-Komitee?, den Vereinbarungen der beiderseitigen Parteien die Genehmigung zu erteilen, angenommen. Damit ist der Mctallarbeilerstreik nach einwöchiaer Dauer beendet.^