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^ÜMMM Den 13. 'Sepkemvee

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,------ ------------- - - - ..... die Unterbrrngamg bet 800-MillivN'evanleiihc müßtest bis spätesten« 21. Oktober getroffen werden.

Winislerral in Paris.

Paris, 12. Sept Leber die heutige Ali- niflerratssihung in Rambouillet wird ein amt- licher Bericht ausgegeben, in dem es heißt: Mi­nisterpräsident Herriot hat seine Kollegen über die auswärtige Lage und insbesondere über die Arbeiten des Völkerbundes in Genf unterrichtet. Der Zinanzminister Clem ent el hat den Stand der Vo.üereitungsarbeiten des Budgets für 1924/25 und die Maßnahmen aus­einandergesetzt, die er trifft, um das Budget in kurzer Frist in ein wirkliches Gleichgewicht zu bringen und vorzulegen. Bei den Ausgaben eines jeden Ministeriums feien Streichungen vorgenommen worden, um sie auf die Ziffern des Budgets von 1923 24 herabzusehen, trotz der Krediterhöhung, die durch das Inkrafttreten der im Laufe der letzten Jahre angenommenen Gesetze erfolgt sei. Der Minister für öffentllche Arbeiten, hat über dèn Stand der Frage der Diedereinstellung der Eisenbahner berichtet und mitgeteilt, daß bei den Staatseisenbahnen diese Medereinstellung jetzt beendet sei. Der Marine­minister hat durch den Ministerrat zwei Dekrete annehmen lassen und dem Präsidenten zur Un­terschrift unterbreitet, durch die eine Reorgani­sation des Oberkommandos in der Marine durchgeführt wird, durch die eine größere Ein- Heillichkeit des Kommandos geschaffen und gleichzeitig der Personalbestand vermindert wird.

Schiedsgericht. Garanliepakt, Ent­waffnung.

Genf, 12. Sept. Die dritte Kommission hat heute 'die allgemeine Aussprache über die ihr ^gewiesenen Paragraphen der Resolution Herriot-Macdonald fortgesetzt. G u a n i (Uru­guay) erklärte zum Garantiepaktsentwurf, daß hierfür die südamerikanischen Staaten nicht in Betracht kämen, weil sie für sich bereits die we­sentlichen Probleme der Aufrechterhaltung des Friedens durch Schiedsverträge geregelt hätten. Duca (Rumänien) stimmte dèm Schiedsver­fahren zu, das aber unbedingt durch militärische Sanktionen ergänzt werden müsse. Den Garan­tiepakt habe Rumänien wegen ungenügender Sicherheiten ablehnen müssen. Munch (Däne­mark) sieht als wichtigstes Ziel die Abrüstung an. Die größte Gefahr für den Frieden seien die Heere und Flotten. Das Ziel der Kommission müsse daher die Abrüstung sein. Für die Land­heere müsse der Friedensvertrag von St. G e r - main maßgebend sein, d. h. 5000 Soldaten auf je 1 Million Einwohner. Für die Flotte sollte man sich auf den Versailler Vertrag stützen, aber die dort vorgesehene Tonnenzahl auf 4000 für je 1 Million Einwohner erhöhen. Branco C l a r c (Brasiliens stimmte der franzö­sischen These zu, vor allem aber der Auffassung Paul Boncourts, wonach alle Staaten nach ihren verschiedenen Möglichkeiten bei Sanktio­nen heranzuziehen sind. In diesem Sinne ist Brasilien bereit wirtschaftliche Beihilfe zu lei­sten. B r a n t i n g (Schweden) erklärte die Ab­rüstung für wesentlich, ist aber gegen ben. Ga­rantiepakt, weil er den Rahmen des Völker­bundes überschreitet, stimmt aber den wirt­schaftlichen Sanktionen zu. Groom (Austra­lien) ist aus lokalen Gesichtspunkten gegen den Garantiepakt, wünscht aber Aufrechterhaltung des obligatorischen Ehrakters des Völkerbundes. I o u ch a u x (Frankreich) wendet sich gegen die Auffassung, daß der Garantiepakt zu neuen Rüstungen führen müsse, geht aber vor allem auf die wirtschaftliche Seite des Friedenspro- blems ein. Alle Abrüstungen und Sicherheiten könnten den Frieden nicht gewährleisten, wenn Die wirtschaftlichen Konfliktsmöglichkeiten weiter bestehen. Es sei daher notwendig, vor allem wirtschaftliche Garantien gegen den Krieg zu geben. Man dürfe sich nicht darauf beschränken die politischen Verträge beim Völkerbund ein­zutragen, sondern auch die Wirtschafts- und Handelsabkommen. Er riet ferner die Schaffung einer Kommission für wirffchaftliche Zusammen­arbeit an, von der Art der Kommission für geistige Zusammenarbeit, aus der ein Weltwirt­schaftsrat erwachsen könnte. Um die Arbeiker- massen für das Werk des Völkerbundes zu in­teressieren, fei eine engere Zusammenarbeit zwischen diesen und dem Internationalen Ar­beitsamt notwendig.

Die Kontrolle der Einreise.

Berlin, 11. Sept. Nach einer von verschiedenen Blättern gebrachten Meldung, daß bis beute auf dem Bahnhof Dortmund noch eine sehr strenge Vaßrevisiou geübt werde, wird mitgeteilt, daß es sich hierbei nur um die Kontrolle des vorgeschriebenen Ausweises handelt. Das Geleitscheinsystem hat aufgehört. Zur Einreise in das alt- und neubesetzte Gebiet bedarf es nur eines polizeilichen Ausweises.

Boelitz über die Reform des höheren Schulwesens.

Berlin, 11. Sept. Im Hauptausschuß des Land­tages führte Minister Boelitz über die Reform des höheren Schulwesens in Preußen u. a. aus: Die an­erkannten Grundsätze der Reform des höheren Schul­wesens, denen das Staatsministerium beigetreten ist, find folgende: 1. auch die höhere Schule bleibt eine Veranstaltung des Staates; 2. die Dauer der höheren Schule bleibt neun Jahre: 3. die Aufgabe der Schule besteht in der Erziehung zu humaner Bildung, nicht in der Berufsvorbereitung. Das soll vor allem erzielt werden durch eine Herabsetzung der Stundenzahl und durch die Auswahl der Bildungsstoffe sowie die Ver­teilung bestimmter Bildungsstoffe aus einzelne Schul- prten. Gemeinschaftlich ist allen Schulen der kultur- chmdliche Sern, Er verbürgt uns im Zusammenhang

mit der Volksschule und mit der Einheitsschule den Zusammenhang mit dem allgemeinen Bildungsleben der Nation und dem Zusammenhang mit dem Deutsch- tum im Auslande. Er ist von besonderer Wichtigkeit, wenn wir daran denken, daß wahrscheinlich auch die zukünftigen VolkSschnllebrer durch die höhere Schule neben, die sie mit der Reifeprüfung verlassen würden. Wichtig ist vor allem bei der Reform, daß auch die Arbeit' in der Schule nmgestaltet werden soll im Sinne innerer Konzentration, in veränderter Darbietung des BildungSautes durch Arbeitsunterricht und durch ein anderes Verhältnis vom Schüler zum Lehrer. Der Schüler soll vor allem im Lehrer den Führer, und Erzieher sehen. Ueber die Frage der philosophischen Lektüre schweben Erwägungen. Sollte man eine in den Stundenplan eingesetzte besondere Stunde aus mancherlei Gründen nicht halten können, so darf unter keinen Umständen der immanente Philosophieunterricht in den einzelnen Fächern gemindert werden. Auch muß Vorsorge getroffen werden, daß in Arbeits­gemeinschaften sich philosophisch interessierte Schüler mit geeigneten Lehrern zu einer philosophischen Ver­tiefung Zusammenschlüßen. Das deutsche Bildungsgut darf unter keinen Umständen zurückgedrängt werden. Die endgültige Stundentafel wird in diesen Tagen fertiggestellt und der Oeffentlichkeit übergeben werden. Es beginnt dann die Ausarbeitung der Lehrpläne. Bei ihr ist die Mitarbeit der weitesten Kreise gesichert. Der Staat darf sich aber die letzte Verantwortung nicht nehmen lassen; er muß die Geistesführung der BildungSanftalten behalten. Die Lehrplanarbeit muß unter allen Umständen in diesem Jahre fertig werden, da wir sonst die schwerste Schädigung unseres Schul­wesens erleben würden.

DolksschulWesen und LehrerbilSungs- meseu.

Berlin, 11. September. Der HauptauSschuß des Preußischen Landtags schloß heute die Aussprache über den AbschnittVolksschulwesen und LebrcrbildungS- wesen" ab. Nach den angenommenen Anträgen soll die ReichSregierung da? Gesetz zur Bekämpfung der Schund« nud Schmutzliteratur zur Verabschiedung bringe». Den vom Abbau betroffenen Lehrerinnen, die einen großen Teil ihrer Dienstzeit an privaten Mädchenschulen tätig waren, soll diese Privatschul- dienstzeit auf das Wartegeld oder Ruhegehalt ange­rechnet werden. Die Mittel zur Gewährung von Unterhaltszuschüssen an die Jugendlehrer sind besonders unter dem Gesichtspunkt der Sicherung des Lehrer­nachwuchses bereitzustellen. Einstimmige Annahme fand der Antrag, das Kultusministerium zu veran­lassen, mit dem Ministerium des Innern und dem Finanzministerium zu verbandeln, in welchem Umfange durch den Abbau der Lehrerbildungsanstalten überzählig gewordene oder werdende Lehrer dieser Anstalten sowie unterhaltungsberechtigte Flüchtlings lehrer mit ihrem Einverständnis als hauptamtliche Lehrer und Leiter im Polizeibildungwesen verwendet werden können.

Schließung der Roechling-Werke.

Saarbrücken, 13. Sept. Die Eisen- und Stahl- Werke geben ihrer Belegschaft die Tatsache bekannt, daß der Betrieb geschloffen werden muß, da eine Herabsetzung der Kohlenpreise nicht möglich gewesen sei. Die Kohlenpreise sind #m 80 Prozent gegen FriedenShöhe gestiegen, dagegen sind die Eisenpreise nur um 20 Prozent erhöht worden. Eine Aufrecht­erhaltung des Betriebes ist nur unter folgenden Be- dingungen 8 stündige Arbeitszeit bleibt nur für die Feuer-Arbeiter bestehen, allerdings tritt bei ihnen ein 15 prozentiger Lohnabbau ein. Ueber- stunden sind zu leisten. Die sozialen Zuschläge müssen in Wegfall kommen. Die Lage ist dadurch herbeige­führt, daß sich die französische Grubenverwaltung der Verbilligupg der Kohlen widersetzt. Es ist nicht weiter möglich, daß der Werkverband einen Reingewinn von Millionen einheimst, während die große Eisen- industtie mit Verlusten arbeiten muß.

Saarbrücken, 12. Sept. Wegen der bevor­stehenden Schließung der Roechling-Werke hat die sozialdemokratische Partei des Saargebiets an die Regierungskommission eine Eingabe gerichtet, in der diese ersucht wird, den Wobngemcinden der Roech- lingschen Arbeiterschaft die nötigen Zuschüsse zu ge­währen, um sie instand zu setzen, die Ausgesperrten mit gemeinnützigen Arbeiten zu beschäftigen, sowie mit der Instandsetzung der Landstraßen sofort zu be­ginnen, die Erwerbslosenunterstützungssätze mit Wirkung ab 15. September um 100 Prozent zu er­höhen und unverzüglich den gesetzlichen Achtstundentag festzulegen gemäß dem Washingtoner Abkommen. Ferner wird die sofortige Einberufung des Landesrates gefordert.

In einem Antrag der sozialistischen Stadtrats­fraktion an die Stadtverwaltung Saarbrücken wird gefordert, in allen Werkstätten und auf allen Arbeitsplätzen- der Stadt Saarbrücken so­fort Vorsorge zu treffen, um in weitgehendstem Um­fange neue Arbeitsplätze zu schaffen, die die durch die Betriebsstillegung der Roechling-Werke arbeitslos ge­wordenen Kräfte ausnehmen können. Aehnliche An­träge sind auch an die betreffenden Gemeinden gestellt worden.

Ermordung eines sasMischen Ab- gevrdnelen.

Rom, 12. Sept. Heute vormittag bat der Ar­beiter Jean Corvi auf den saszistischen Abgeordneten und stellvertretenden Generalsekretär der saszistischen Verbände Casalini in der Straßenbahn vier Revolvei- schnsse abgegeben, von denen zwei den Deputierten ichwer am Kopfe verletzten. Der Angreifer, der ver­haftet wurde, erklärte, er sei Kommunst und habe für die Ermordung Matteot'ts, dessen Photographie er bei sich führte, Rache nehmen wollen. Easalmi ist im Krankenhaus den Folgen der Verwundung erlegen.

Der Ministerrat trat sofort zusammen und hat die Maßregeln beschlossen, die zum Schutze der öffentlichen Ordnung nötig sind. Auch das saszishsche Direktorium ist auf der Stelle zusammenaetreten und hat einen Aufruf erlassen, der vor Racheakten warnt und die Anhänger auffordert, Ruhe zu bewahren. Der Faszis­mus wolle diese Tat nicht zu politischen Spekulationen mißbrauchen.

In Mailand ist es zu einem an sich unbedeutenden Uebenall auf da? Stadtbureau desSortiere della Sera" gekommen. Sonst bat aber die Prälektur durch umfassende Sicherheitsmaßregeln jeden Zwischenfall zu verhindern vermocht. Bei den Zcitungsdruckereicn und an anderen gefährlichen Stellen sind Polizeiaufgebote und Truppenkontingente zusammengezogen worden. Ganze Kompagnien liegen in den betreffenden Häuser­blocks V rborgen. Der Bevölkerung hatte sich zunächst eine große Angst bemächtigt, so daß sie die Läden vorzeitig geschlossen hat. Es ist aber damit zu 1 rechnen, daß die Ruhe überall aufrecht erhalten bleibt.

Macdonald als Aktionär.

London, 12. Sept. Reuter berichtet: Kürz­lich wurde mitgeteilt, daß Macdonald 30000 Ein-Pfund-Bnteilscheine einer bekannten Edin­burger Viskuittfabrik erbalten habe. In einer heute veröffentlichten Erklärung legt Macdonald dar, daß ihm die Anteilscheine von dem Chef der Firma, Alexander Grant, als Unterhaltungs­geld für ein Automobil ausgehändigt wurden, das ihm von Grant gestiftet wurde, das er aber nach seinem Austritt aus dem Ministerium nicht werde behalten können. Seim Tode Macdonalds werden die Anteilscheine an Grants Familie zurückgehen.

Die Schlacht von Schanghai.

Schanghai, 12. Septbr. An der West­front haben die Tfchekiangtruppen Ishing er­obert. Westlich vom Taihu-See haben sie da­durch die Kiangsu-Truppen gezwungen, bis nach Tschangtschou zurückzuweichen.

Die Kampffront vor Schanghai hat sich der Stadt genähert. Sie befindet sich noch 23 Km. nördlich davon. Nur weil vor einigen Tagen ein scharfer Nordwind wehte, war der Kampfes­lärm in der Stadt deutlicher zu vernehmen, was Veranlassung gegeben hat, das Freiwilligen­korps in der Stadt aufzubieten.

Weitere Ausdehnung des Aufstandes in Georgien.

Aus Nachrichten, die aus Konstantinopel einlaufen, greift die Aufstandsbewegung im Kaukasus weit um sich. Die bolschewistischen Truppen wurden im Osten und Süden und Transkaukasien zurückgeworfen und erlitten schwere Verluste. TiffiS und Kutais wurden von den Aufständischen besetzt. Bei dem Rückzug der bolschewistischen Truppen fielen den Insurgenten deren Waffen- und Munitionslager in TiffiS und Kutais völlig unversehrt in die Hände. Die Aufständischen be­herrschen die Situation und haben eine provisorische Regierung in Kutais eingesetzt. Datum wird von den Bolschewisten in aller Eile zur Verteidigung organisiert.

Die Lage in Marokko.

Paris, 12. September. In Madrid wird folgen­der Bericht über die Lage in Marokko veröffentlicht: Drei Kolonnen haben in dem Abschnitt von Rauen operiert. Sie find auf starke feindliche Abteilungen gestoßen die unter Mithilfe der Arttllerie und der Flieger bekämpft wurden, und die zahlreiche Verluste erlitten hat. Die Spanier verloren 16 Spanier und 14 eingeborene Soldaten.

Kap Trafalgar".

Jur Erinnerung an den 14. September 1914.

Bei Ausbruch des Weltkrieges vor 10 Jah­ren befand sich ein Hanauer, nämAch der Kor­vettenkapitän! Julius Wirth (geb. am 27. Juni 1875 zu Hanau. Bem. der Red.), als Kommandant des KanonenbootesEber" in Lüderitzbucht und erhielt dort den Befehl, von der Westküste Deutsch-Südwest-Afrikas durch den atlantischen Ozean nach der brasilianischen Insel Trinidad zu fahren. Diese vier Wochen iMM^Vahrt bedeutet eine ganz hervorragende Leistung..

Weil das gen. Kanonenboot aber für grö­ßere, kriegerische Unternehmungen nicht mehr gergnet erschien, so erhielt sein Kommandanl den weiteren Befehl, mit 100 Mann seiner Be­satzung sowie mit den wenigen kleinen Ge­schützen und mit den Maschinengewehren aus ein nach der gen. Insel Trinidad befohlenes anderes deutsches Schiff überzugchen und das- felbe in ein Kriegsschiff umzuiwandeln. Dieses Schiff führte den NamenCap Trafalgar" und hatte den Hafen Monieoideo am 22. August ver­lassen. Es war im März 1^14 von der Ham- burg-Südamerikanisch en Dampsschissahrtsgesell- schaft als ein ganz moderner, vollkommener und überaus schön ausgestatteter Post- und Passa­gierdampfer in den Dienst gestellt worden und hatte auf seiner ersten Fahrt im Frühjahr 1914 den Prinzen Heinrich von Preußen mit seiner Gemahlin, der Prinzessin Irene von Hessen- Darmstadt aus seiner BesuchSsahrt zu den gro­ßen südamerikanischen Republiken besördert. Bei Ausbruch des Krieges befand sich der gen. Dampser (Kapitän Langerhannß) auf einer neuen Fahrt in den argentinischen Gewässern und fuhr auf Befehl dem von Lüdevitzbucht uns kommenden KanonenbootEber" entgegen. Die Umwandlung des Post- und Vaft--^i erdampfers Cap Trafalgar" in einen sogen.Hilfskreuzer" vollzog sich auf hoher See bei der Insel Trini­dad unter der bewährten Führung des Kor­vettenkapitäns Julius Wirth ohne beson­dere Schwierigkeiten. Der dritte Schornstein wurde auch bald entfernt und den übrigen Schornsteinen ein neuer Anstrich gegeben.

Stolz stieg die Krieosflagge auf dem neuen HilfskreuzerCap Trafalgar" hoch, und in be­rechtigter Hoffnung aus schöne Erfolge steuerte er südwärts, während derEber" mit der Handels flagge unter Führuna des Kapi­täns Langerhannß glücklich bis nach Bahia an der Ostküste BraMens gelangte.

Aber am Montag den 14. September 1914 in der zweiten Nachwi t tagsstund e jenes heißen Septembertages, wo in der fernen deutschen Heimat die Kunde von dem großen Siege Hin­denburgs in Ostpreußen (10. September) die Gemüter noch freudig bewegte, mürbe der Hilfs­kreuzerCap Trafalgar", etwa 300 Meilen von der Hauptstadt Brasiliens entfernt, von einem bedeutend besser armierten und auch mit lewe­ren Geschützen versehenen englischen Hilsskreu- ZerGermania" angegriffen, als er gerade da­mit beschäftigt war, aus einem deutschen Damp­fer Kohlen zu nehmen, und in ein zweistündiges schweres Gefecht verwickelt. Im Verlaufe des­selben wurde aber infolge einiger Treffer die Bedienung der Geschütze auf demCap Trafalgar'^ unmöglich. Eine der ersten engli­schen Granaten nämlich zerstörte die Maschinen- t elegra phen -Abteilung, eine andere tötua in die

Offizierskabinen. Die Kapitänskabine völlig fortgerissan und der eiserne Gelöscht, gesprengt, sodaß sein Jnhall, die Schiffs weichin über Deck verstreut wurde. Eine Granate riß dem Bizesteu ermann den Kopf Rumpfe.

Infolgedessen gab Korvettenkapitän 35^ den Befehl, die Rettungsboote klar zu pM und das Schiff, damit es nicht den Feinden die Hände fiele, in die Luft zu sprengen. selbst fand, das rechte Bein an zwei Sich Aerfchossen, einen Granatsplitter im Ruch wenige Minuten vor zwei Uhr nahmstttags zweien, gleichfalls vomEber" übevgesttsg^ Offizieren (Reinhard Kraus und KlosMitz), auch sie das Schiff nicht verlassen wollten, h einem etwa zweistündigen ^bewunderungswUj Kampfe in den brasilianischen Gewässern Heldentod für das Vaterland, Mit ihnen zus« men noch zwölf brave deutsche Seeleute.

Die übrige Besatzung vomCap TrafalM wurde durch den damals gerade in der M weilenden KohlendampferEleonore mann" (Kapitän Colmorgen) oufgefischt un^ rettet und gelangte, wenn auch von fünf bischen Kreuzern verfolgt, doch glücklich am j September nach der Hauptstadt Argeniinie, woselbst sie (aus der Militärstation Isla Goria) bis zum Abschluß des Friedens ins, wiert wurde. Der schwer geschädigte enM Gegner, der 'HilfskreuzerCarmania", bram an verschiedenen Stellen die 79 deutschenE schosse, welche das Schiff trafen, verursachte ganzen 304 Löcher, sonst hätte er wohl n den Versuch gemacht, dieEleonore Woerma« zu kapern, und entfernte sich, selbst hilfsbedi tig, ohne sich um die Rettung der deuH Schiffbrüchigen zu 'bekümmern.

General v. Stein 70 Jahre.

Der General der Artillerie, Hermann v. G der letzte preußische Kriegsminister, feiert hx am 13. September in Lehnin bei Potsdr seinen 70. Geburtstag.

Unsere Truppen haben Brüssel genomM Kurz und militärisch waren diese Tagesbech

in denen er als Erster GeneralquartierMes die großen deutschen Siege der Welt und Heimat meldete. Bald wurde ihm Gelegenh sich auch als Truppenführer zu bewähren, erhielt am 14. September 1914 das Komm« des 14. Reservekorps, das er zwei Jahre I durch von Sieg zu Sieg führen konnte. ! 29. Oktober 1916 wurde er preußischer Krß minister und als solcher besonders mit Durchführung des Hindenburg-Programms traut, wo er im Rahmen der gesteckten Gren das Menschmöglichste leistete. Im Oktober 1 wurde er dieser Stellung enthoben. Ein D klang, bei dem Prinz Max von Baden den 3 angab, endete feine militärische Lauste

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Rundfunk-Programme.

13. September.

Frankfurt a. M. (467 m). 4.30-6 U. Sh funknachmittag in Musik und Wort. 8 U. Ar SÄönberg (Zur Feier seines 50. Geburtstags). ! trag von Kapellmeister Herm. Scherchen. Mustkal Darbietungen aus den Werken Schönbergs u Leitung von Hermann Scherchen und Mitwirkung Lenzewski-Quartctt, Frl. Debüier, Dr. Hoff, Frau Hoffââss a capella-S&or 1923.

Stuttgart (437 m). 56.30 U. Kindernachmi 8.30-9.30 U. Orchester-Abend. 9.45-11.45 U. F Kabarett.

München (486 m). 4.30-5.30 U. Unterhalb konzert. 6.307.30 U. Unterhaltungskonzert. 8.1! 9 U. Romanzen und Balladen. 910 11. Alte neue Tanzweisen.

Berlin (415 m). 4.306 u. Unterbaltungs» 6.30 11. Rundsunktansprache des Oberbürgermei Böß: ,An die Berliner". 7 II. Vortrag Sckoi Solang' noch unten Linden . . ." 7.45 11. Vor Südamerika" (I. Vortrag:Im subtropischen Brass Dr. Hugo Poetko.) 8.30-10 11.:Feuchtfrös Kunst." 10.3011.30 11. Tanzmusik.

Sonntag den 14. September

Frankfurt a M. (467 m). 8 Uhr vormit Morgenfeier. 46 U. Bunter Kindernachmittag. Stunde rerFrankfurter Zeitung". 8.30 U. ® gehörte Streichquartette bekannter Komponisten. 9.3 Nachrichtendienst, Wettermeldung, Sportbericht.

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