Hanauer W Anzeiger
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General-Anzeiger
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Nr. 213
Mittwoch den 10. Seplember
1924
M KnWWWek im Sotow?
Das Spiel, das gegenwärtig von der deut- [ daß ihmchei seiner Zusage Rechte ohne weiteres Mhen Links-Preffe getrieben wird, um den Ein , tritt Deutschlands in den Völkerbund herbeizu
führen, und die Reichsregierung an der Äb fendung der Notifizierung der deutschen Auh
in den Schoß fallen werden, die es selbst als natürlich ibëanispruchen wird, die ihm aber kein Franzose von sich aus je zuigestanden hätte. Begehen wir daher nicht den Fehler der Preis-
s fassung über die Kriegsschuldfrage zu verhin-1 gäbe der Lösung der Kriegsschuldfrage, nur um dem, ist im höchsten Grade unwürdi g. So m den heutigen Völkerbund, der in WirKichkert l bezeichnet die „Valksstimme" in ihrer gestrigen kein Völkerbund ist, zu gelangen. Dringen wir r ’ meimebr darauf, daß die Kriogsschuldfrage recht
bald ins Rollen kommt. Was uns not tut, ist kein ®ettrutschen auf dem Bauche vor Herriot, fcndern die Einheit des deutschen Volkes in dem Willen zur endlichen Lösung b et Kriegsschuld- frage. Die Reichsregierung hat die Verpsiich^ tung übernommen, die Kriegsschuldfrage auszu-
i verlaufen, darunter u. a. auch der Kontrollbesuch der Ententeoffiziere in München. Da der ■ Termin des Erscheinens der Kommission nach außen hin geheimgehalten worden mar, vollzog , sich das Eintreffen der fremden Offiziere in dm : betreffenden Fabriken und bei den zu kontrol- , fierenben Polizeibehörden fast völlig unbemerkt, so daß es bei der Aw oder Abfahrt der Kraftwagen zu keinerlei Ansammlungen oder Dsmon. strationen kam.
Dr. Schacht für die Rückkehr zum Golde.
Paris, 9. Sept. Reichsbankpräfident Dr. Schacht hat dem Berliner Korrespondenten des „Echo de Paris" Erklärungen über die augenblickliche finanzielle Lage Deutschlands abgegeben und dabei u. a. gesagt: „Die augenblickliche Atmosphäre ist unstreitig viel günstiger. Ich komme aus Rom, Genf, London und Paris zurück und habe nunmehr volles Zutrauen. Das Scheitern der Anleihe würde übrigens ein Scheitern der Londoner Vertrüge bedeuten. Na- türlich bedauere ich es auch, daß die französischen Unterhändler nicht eingewilligt haben, die Ruhr an einem früheren Zeitpunkt zu räumen, um Europa endlich den Frieden wiederzugeben. Deutschland kann nicht im = mer Handelsobjekt sein, um die Kontroverse zwischen Frankreich und den angelsächsischen Ländern zu regeln. Die Ideen Doungs erscheinen sehr vernünftig. Nach alledem, was ich von ihm in den letzten Monaten gesehen und gehört habe, ist Doung ein Mann, dessen Ansicht sich in keiner Weise beeinflussen läßt. Er hat den festen Willen,
den Wirtschaftsfrieden wiedcrherzustellen. Sems Theorie, wie Sie aller feiner Kollegs ist immer die gewesen, daß die wirtschaftlichen
Ueberzeugung. Ihr tut also gut zu schweigen und keine Rechtfertigung von einem Verbrechen zu versuchen, von dem euch niemand reinwaschen wird!"
Dagegen führt „Iournee Industrielle" aus. die Unschuld Deutschlands am Kriege würde die Unschuld der damaligen Reichsregierung, des Generalstabes, der Dynastie der Hohenzollern, Wilhelm II., bedeuten. Deutschland würde dadurch zu einer materiellen und moralischen Revanche veranlaßt werden. Ebenso würde die französische Demokratie ihr Vertrauen an den gerechten Krieg, den man sie führen ließ, verlieren, ebenso wie die demokratischen Einrichtungen, welche eine solche Täuschung nicht ver- hinderten und die das Ideal der demokratischen Verständigung zerstörten, in deren Ramen man sie getäuscht hatte. Es wäre das erste Mittel, Frankreick als Staat zu schwächen und als Volk zu entwaffnen.
MiMärKonlrolle oder Wirlfchafls- spionage?
Genf, 9. Sept. Die heutige Vovmittogs- sitzuinig wurde im wesentlichen durch eine lange Rede des ungarischen Delegierten Grafen Ap- poulsi ousgefüllt, der mit erfreulicher Offenheit gegen die Mängel der von dm Großmächten geübten Methoden polemisiert und deutlich zu verstehen gab, daß der Völkerbund ein 'größeres Maß von SeWständigLei't werde aufbringen müssen, wenn er feine Ziele erreichen wolle.
Die heutigen Ausführungen des Grafen Apponyi über die Entwoffnungsfrage, die zwar in ber Form maßvoll, aber in der Sache recht entschieden waren, haben bei einem erheblichen Teil des Kongresses eine lebhafte Zustimmung gefunden. In diesem Zusammenhang ist auch die Frage ber militärischen Konir in Kon-
Ausgabe den Plan der Notifizierung der Note
„verrückt", nennt die Absicht der Regierung, daß sie zu Anfang der nächsten Woche nach Rückkehr des Reichskanzlers und des Außen-
. Ministers zu einer Sitzung zusammentreten t werden, um sich über Form und Zeitpunkt der Notifizierung schlüssig zu werden, als ein Verbrechen des Kabinetts Marx und' hofft, daß das
g
Wir sind hierüber etwas anderer Ansicht
Kabinett, „wenn es noch einige Spuren von i Verantwortungsgefühl habe, auf die alberne ' Aktion verzichten" werde. Und weshalb ist nach .Ansicht der sozialdemokratischen Presse die Aus- 'rollung der Kriegsschuldsrage „verrückt" und „albern"? Weil die Darlegungen der Reichsiregierung über die Kriegsschuldfrage von den ■ Völkern der Ententeländer „als Anzeichen der
■in Deutschland bestehenden Revancheidee" ge- ? deutet und Deutschland der Weg in den Völkerbund versperrt werden könnte. Um Gotteswillen nur nicht den Eintritt in den Völkerbund unmöglich machen, im Gegenteil, mit aller Gewalt, [mit Schnellzugstempo hinein in diesen Bund der Völker! „Greisen Sie zu, Herr Minister!" ^mie es in einem gestrigen Berliner Abendblatt
ließ. Das erpreßte Kriegsschuldbekenntnis kann
rollen, — es wird höchste Zeit, daß diese Verpflichtung erfüllt wird, wenn nicht Treu und Glauben im innerpalitischen Leben Deutschlands zum alten Eisen geworfen werden sollen. Die Mehrheit des deutschen Volkes erwartet, daß sich die Reichsregierung durch die Taktik der Sozialdemokratie und der AuchdiMmaten, wie H. v. Gerlach usw., die sich in Genf damit interessant machen, daß sie der Reichsregierung durch Beschwörungstelegramme das Konzept verderben, nicht ins Bockshorn jagen läßt. R.H.
Eine Erklärung der Deulschnalionalen Parler.
en im Volke
Berlin, 9. Sept. Die Deutschnationale 'Volkspartei veröffentlicht folgende Erklärung:
Die Reichsregierung erklärte, in einer Kundgebung vom 29. August, durch die sie das erzwungene Kriegsschuldbekenntnis widerrief, dah diese zur Kenntnis aus- tvärtiger Mächte gebrscht werden soll.^Die Notifizierung
' I nationale ol rtef hat bisber der Erwägung ’ nung getragen, daß aus technischen und diplomatischen Gründen die sofortige Notifizierung vielleicht nicht möglich erscheine und daß politische Erwägungen es angezeigt erscheinen lassen könnten, mit der Notifizierung zu warten, bis die Hauptsitzungen der Genfer Völkerbundstagungen vorüber wären. Nachdem diese beiden Gründe fortgefallen waren und die Notifizierung noch nicht erfolgte, ist die Parteileitung bei den zuständigen leitenden Stellen der Reichsregierung vorstellig geworden, und hat um Aufklärung ersucht, weshalb die Notifizierung bisher nicht erfolgt sei und wann eine solche erwartet werden könnte. Seitens der
S-
und bedanken uns dafür, daß mit dem Flecken des Schuldbekenntnisses belastetete deutsche Vertreter sich unter die Nationen an den gleichen Tisch setzen, deren wahre Schuld am Weltkrieg einwandfrei erwiesen ist. Sollen wir etwa dort gebrandmarkt neben den serbischen Fürstenmördern sitzen? Nein! Ehe Deutschland in den Völkerbund eintritt, so muß dieser Völkerbund erst ein wirklicher Völkerbund, sein, und das kann er erst in dem Augenblick werden, wenn Versailles fällt. Das muß ein-
tufgäbe beschäftigen soll, rd offenbar bei einer großen Anzahl von Delegationen mit recht gemischten Gefühlen ausgenommen, wobei besonders auf die Lückenhaftigkeit der betreffenden Bestimmungen der Friedensverträae hingewiesen wird. Soll die Kontrolle dauernd oder vorübergehend sein? Wer soll über ihre Einstellung entscheiden? Nach welcher Methode soll der Völkerbund arbeiten? Soll die Kommission
nur aus Alliierten oder auch aus
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mal klar und deutlich ausgesprochen werden. Alles, was in Genf gesprochen wird, sprechen satte Völker, denen Ruhe lieb und Besitz heilig ist. Kein verwundetes, fein zertretenes, kein überlaststetes Volk, dem die es umgebende Welt wie, ein Abbild der Ungerechtigkeit erscheinen muß, hat in Genf gesprochen. Solange Versailles besteht^ kann sich das deutsche Volk niemals zum Völkerbund bekennen. Würden wir uns von den Phrasen, die in Genf verzapft werden, und die nur die Eifersüchteleien der anderen Mächte übertünchen sollen, nerblüffen lassen, so können wir am nächsten Tage den Fall erleben, daß Uns eine andere Regierung in Paris oder Bonbon in irgendeiner Angelegenheit irgend eine Forderung überreicht mit der Begründung, wir hätten ja selber darauf verzichtet die Kriegs- schuldfrage aufzuwerfen. Dann aber ist es zu spät. Deutschland ist im Interesse des Weltfriedens weit über den Versailler Vertrag dinaus den Alliierten entgegengekommen und bat Lasten auf sich genommen, von denen noch kein Mensch weiß, wie sie getragen werden sollen. Aber man darf nun nicht glauben, daß ~ös so weiter geht. Schließlich hat auch der geringste Galeerensklave noch einen Stolz im teibe und ein Anrecht auf die Würdigung seiner Menschenrechte. Alles Nachgeben hat eine Grenze, jetzt ist Schluß!
Reichsregicrung wurde daraufhin erklärt, daß sie ihre Verpflichtung, die Notifizierung vorzunehmen anerkenne und entschlossen sei, ihr zu entsprechen. Angesichts gewisser zwischenzeitlicher Vorfälle habe man sich aber entschlossen, zunächst die für Ende dieser Woche zu erwartende Rückkehr der leitenden Mitglieder des Reichskabinetts abzuwarten und alsdann in einer sofort einzubcrufenden Kabinettssitzung über den Termin der Notifizierung endgültig Beschluß zu fassen. Seitens der Deutschnationalen Volkspartei wurde mit großem Ernst darauf hingewiesen, daß bei den Mitteilungen der Reichsregierung vor Bekanntgabe der Erklärung nie ein Zweifel darüber gelassen wurde, daß die Bekanntgabe an die auswärtigen Mächte alsbald nach Veröffentlichung der Note erfolgen werde. Die Aufgabe dieses Standpunktes der Reichsregierung würde nach Ueberzeugung der Deutschnationalen Volkspartei im In- und Auslande als ein unverständliches Zeichen der Schwäche gedeutet werden und die mit der Erklärung verbundene Absicht in ihr Gegenteil verkehren. Die Deutschnationale Volksparter erwartet demnach, daß der bevorstehende Kabinettsbeschluß auf alsbaldige Notifizierung lauten werde.
Französischer Lohn.
Paris, 9. Sept. 3n den außenpolitischen Fragen nimmt heute die seit langer Zeit angesagte und noch immer nicht erschienene Erklärung ver Reichsregierung betreffend die Verantwortlichkeit für den Krieg den bedeut-
gliedern bestehen, und' in welchem Verhältnis sollen beide vertreten sein? Soll die Kommission militärischen Eharaktrr haben oder auch technische Sachverständige' umfassen? Ueber alle diese und andere Fragen besteht vorläufig voll
kommene Uneinigkeit.
Nock bedeutsamer ist die Frage der Kon - t r o l l e d e r W o s f e n s a b r i k a t i o n. Man erinnert sich, daß bereits zurzeit der Londoner Konferenz 'auf mehrfache Anzeichen hingewissen wurde, Lie erkennen ließen, daß Frankreich die'e Angelegenheit dazu benutzen wolle, um eine
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Wie man sich in London am liebsten an der waumungsfrage vorbeigedrückt hätte, so schont in Genf den sogenannten Friedensvertrag vo« Versailles. Man redet zwar viel und schön von der Abrüstung und vom Schiedsgericht, aber an die Abrüstung der Lüge und die Unter- reswng der Kriegsschuldfrage einem Schiedsgericht, denkt man nicht und damit wissen mir, mßs unr von den Vertretern dieser Völkerbun- . Zu, halten haben. Deshalb ist das 1 tzige Gebühren der Linksparteien, das darauf ^"Eauft, uns unter Preisgabe der Kriegs- lchu.ssrage den fremden Völkern an den Hals Ä ^H^n, im höchsten Grade unwürdig. Heute ™ muro Deutschland gesucht und gebraucht,
samsten Raum ein.
Der verhältnismäßig gemäßigte nationalistische „Inlransigeant" ruft, nachdem das Blatt der Vermutung Ausdruck gegeben hat, die deutsche Erklärung werde in einem für Deutschland günstigeren Augenblick doch wieder zum Vorschein kommen. Deutsch-
land zu:
- »Es handelt sich nicht um die Nützlichkeit eurer Erklärung, ondern um diese selbst. Wenn ihr an der Katastrophe von 1914 unschuldig seid, kann euer Schweigen keine Sachlage Und kein politisches Motiv rechtfertigen. Wenn ein Mann fälschlich beschuldigt wird, wartet er nicht, bis es schönes Wetter wird oder bis dec Richter gut gespeist hat. Sprechet! Protestiert! Schreit, damit man euch nochmals richte! Aber
eurer
nein, ihr überlegt und schweiget. Ihr zieht es vor. kein neues Recht zu verlangen. Oh, wie recht habt ihr! Denn ihr gesteht auf diese Art ein, daß ihr wirklich schuldig seid, den Krieg -1 vorbereitet und gewollt zu haben. Das ist un- 1,1 fere und der Mehrheit der zivilisierten Welt
ders über die Industrie des Ruhrgebiets zu er- richten. Es ist interessant, festzustellsn, daß fegt auch in den Kreisen des Genfer Kongresses derartige Vermutungen laut werden und daß auch andere Länder, besonders kleine Staaten, in ihrem eigenen Interesse nicht von der Besorgnis frei zu sein scheinen, daß die pazifistische Kontrolle der Großmächte unter Umständen zu mirb fchaftlichen Zwecken mißbraucht werden könnte. Die Frage mürb bekanntlich gegenwärtig von der militärischen Kommission geprüft. Es ist jedoch schon jetzt erkennbar, daß sich erhebliche Widerstände bemerkbar machen, und vielfach wird be= zweifelt, daß es zur Annahme des Projektes kommen wird. Selbst ein j franzosenfreundliches Blatt wie das „Journal de Geneve" betont heute abend, daß eine solche Kontrolle nur dazu führen könnte, die ibetreffenben Länder in industrieller Hinsicht unter die Aussicht der alliierten Regierungen zu stellen und daß der pazifistische Zweck, der damit verso^t werden solle, in einem großen Lande wie Deutschland gar nicht erreichbar sei.
Der erste Tag der AbschlutzkonlroUe.
Reibungsloser Verlauf der Revisionen.
Die interalliierte Militärkontrollkommispoi: hat am Montag mit der angekündigten Ab- chiußkonirolle in den verschiedensten Teilen des Reiches gleichzeitig begonnen. Und zwar galten die Besuche der Ententekommissivn, wie bereits gemeldet, zunächst einer Reibe von früheren Rüstungsfabriken und den Formationen her Schutzpolizei. Nach den vorliegenden Berichten ist der erste Kontrolltag, wie übereinstimmend von allen in Frage kommenden Verbindungsstellen der Heeresfriedenskomm,'aon gemeldet wird, reibungslos und ohne jeden Zwtscheirfaü
Gesetze viel wichtiger sind als alle übrigen Fak- : toren. Ich bin überzeugt, daß Poung keinerlei ' besonders zarte Gefühle für Deutschland hegt.
Aber er ist von einem Gefühl der Gerechtigkeit durchdrungen. Der Generalagent für die Zahlungen und der Präsident der Goldnotenbank sind dazu berufen, zusammenzuarbeiten. Ich bin überzeugt, daß diese Arbeit sich sehr zufriedenstellend gestalten wird. Ich werde, was die Rentenmarkfrage anbetrifft, demnächst ein Buch über die Geldlage in den letzten 10 Jahren veröffentlichen und dabei ausführlich auch auf die Rentenmark zu sprechen kommen. Mein Ziel ist immer gewesen, zum Golde zurückzukehren. In einem Lande, das exportiert und das internationalen Handel treibt, muß man in der Tat immer auf die Goldwährung zurückgreifen. Ich habe die feste Ueberzeugung, daß die Wiederher ftel.lung normaler Bezie- hungen zwifchen Frankreich und Deutschland unumgänglich notwendig ist, um ein wahres Gefühl des Frie- dens aufkommen zu lassen. Die Vereinigung des französischen Eisens mit der deutschen Kohle eröffnet besonders verführerische Perspektiven. Deutschland und Frankreich müssen sich aus wirtschaftlichem Gebiet verständigen. Uebrigens wird unter dieser Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich das Interesse Englands nicht zu leiden haben. Ich leugne, daß der Nachteil einer der Mächte einen Vorteil für die andere bedeuten könnte. Bei einem Ge- fchäft zwischen mehreren Beteiligten kann man nur Geld verdienen, wenn auch die übrigen gewinnen. Von beiden Seiten muß der gute Wille bekundet werden. Aber ich bin viel vertrauensvoller, als ich es noch vor einigen Monaten war."
Frankreich und die Anleihe.
Paris, 10. Sept. Wie der „Matin" za wissen glaubt, wird sich Frankreich an der 800- Millionenanleihe beteiligen und zwar wird es 5 Prozent der Anleihe übernehmen. Es steht noch nicht fest, ob eschch um eine reine Bank- aktion oder um eine offizielle Auflegung der Anleihe handelt.
Der Papst über die Mitarbeit mit den Sozialisten.
Rom, 9. Sept. Die Agenzia Stefani meldet? Eine Anzahl von Studenten, die von dem Eucharistischen Kongreß in Palermo zurückgekehrt sind, baben im Vatikan dem Heiligen Vater ihre Huldigung dargebracht. PiuS XI. bankte und hielt dabei eine Rede, in der er sich gegen die äußerte, die behaupten, der Papst solle sich nicht um Politik kümmern. Er führte u. a. aus: Wenn sich die Politik dem Altar nähert, dann haben Religion, Kirche und Papst nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht, tat Katholiken^ An-