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Hanauer 8 Anzeiger

General-Anzeiger / Amlliches Organ für Sla-l- und Landkreis Kanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

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Nr. 212

Dienslag den 9. September

1924

Am Sie Krie

Verzögerung bl-

Nach einer unten Agenden «mMWen Mef- L dung soll das nach der Annahme des Dawes- ; Gutachtens von der deutschen RsMerung ge- ; gebene Versprechen, den Stgnatanmächten des Vertrages von Versailles, die als Großmächte bezeichnet Werden, die durch Hunderte von un- WtdevlegUchen Dokumenten erhärtete Tatsache zur Kenntnis zu bringen, daß die Behauptung der Mantetnote vom 16. Juni 1919, Deutsch- £ land habe seit Jahren aus die Entfesselung eines I Krieges hingearbeitet, um die WeMherrschäft zu ’ gewinnen, eine niederträchtige Lüge ist, und daß es keinen Frieden in der WM geben könne, be­vor diese Verleumdung zurüchgenommen sei, vorläufig nicht singehalten werden. Die Noti- s sizierungsnote soll wenigstens vorläufig nicht ‘ überreicht werden. In der kommenden Woche, wenn Stresemann und Marr aus dem Urlaub zurückgekehrt sein werden, soll ein Ka^rnettsrat s zusamm^enberusen werden, der entscheiden soll, i ob die Note überhaupt zu überreichen sei. Aus diesen Entschluß der deutschen Reichsregierung haben dunkle Einflüsse von unberufenen Gerne- : großen, die sich in Genf gebärden, als wären sie befugt, diplomatische Missionen zu erfüllen, I eingewirkt. Um seines guten Rufes willen sollte I sich das Auswärtige Amt, auch wenn fein Leiter s verreist ist, solche Einmischung in die eigenen I Geschäfte verbitten. Es wäre eine gar nicht I wiedergutzumachende Niederlage für die ; deutsche Regierung, wenn sie das gegebene Ber- • sprechen Nicht einlöste. Sie würde so vollkommen und ausschließlich zum Objekt der internatio­nalen Politik werden, daß sie nie mehr irgend -twas durchsetzen könnte.

WWe Drohungen des Herrn Herrloss, an denM sich übrigens Macdonald bis jetzt nicht beteiligt hat, dürften sie am wenigsten einschüchtern. Venn was kann d e n n g e s ck'! e h e n, wenn diese Note, von der man doch in Paris weiß, daß sie nur der Ausdruck der Meinung d es ganzen deutschen Voblkes mit Aus­nahme von wenigen unverbesserlichen und schwachsinnigen Querköpfen ist, den Großmäch­ten übergeben wird? Werden sie vom Dawes- Gutachten zurücktreten? Abgesehen davon, daß keine Abmachuna unsere Gegenkontrahenten da­zu berechtigt, sind sie alle heilfroh,' baß h> Deutschland diese Zwangsjacke angezogen hat, und fürchten sich vor nichts mehr, als daß es sie wieder ausziehen könnte. Oder will man etwa die Ruhrbesetzung verlängern? Solcher Vertragsbruch würde in ber ganzen WM die größte Entrüstung entfesseln, denn er könn:e selbst durch die Advobatenkünste eines Poincarë nicht gerechtfertigt werden, weil die Besetzung des Ruhrgebiets schlechterdings Nicht den Mring- sten Zus0!lnmenh!ang mit der Schuldlüge hat. Oder fürchtet man den Sturz des Mini­st e r i u m s H e r r i o t ? Herr Herriot hat am Sonntag in Meaux, wenn der einzige bisher hier vorliegende Bericht über seine Rede richtig ist, gesagt: „Ich habe .angesichts der ganzen Welt gesprochen (in Genf) und würde mich wundern, wenn meine Worte nicht auch dort gehör: wer­den. wo man glaubt, der Welt ein reden zu können, daß Belgien 1914 Deut schlo nd an ge g ri fs e n hat." Kann mn von einem Mann, der so Ungeheuerliches behauptet, wirklich glauben, daß der Geist Poin- carös nicht in ihn gefahren äst, und daß er wirk­lich Gerechtigkeit für Deutschland will? Mit solchen Argumenten kann man die Schuldlüge am allerwenigsten aus ihrem wackelnden Throne sestbinden.

Aber auch die Deutschen, die ^glauben, daß Deutschlands Schicksal durch Herriot ^ A wenden wird, können beruhigt schlafen. Er wird durch die Note von der Schuldlüge nicht g e st ü r 31 werden. Er wird sie mit einer so zornigen Note beantworten, daß man ihm zujubeln wird. Die­sen Zorn müssen wir ertragen, und es wird uns wertig anfechten, wenn keine Folgerungen aus gezogen werden können. Also es bleibt als Bestrafung dafür, daß wir alle Mittel anwen- den, um uns von dem furchtbarsten Makel zu rifreien, der jemals Derieumberifcfycrmei einen Wolf an geheftet worden ist, nur der Ausschluß Lus dem Völkerbund übrig. Und wäre dieses »Unglück" wirklich so groß?

Warum plötzlich in der englischen und fran­zösischen Politik diese Begeisterung für eine ewige Friedenssicherung unter einer gar nicht verhehlten Pression auf Deutschland, ohne dessen üutritt zum Völkerbund diese FNieden ssirh^

» nächste Woche.

rung nicht möglich sein soll? Offenbar, weil man aus verschiedenen sehr gswichtigen Grün­den die Bewegungsfreiheit, die Deutschland als Nicht Mitglied zurzeit noch besitzt, sehr unange­nehm empfindet. Die Frage der KriegÄschuld hat man jahraus jahrein in Regierungen und Parlamenten den blindgläubigen Völkern, ins­besondere dem französischen und amerikanischen mit dreister Stirn dahin beantwortet, Deutsch­land allem sei nachgeiwiefenermaßen der Ver­brecher, der absichtsvoll, aus purer Eroberungs­sucht das ungeheure Kriegsunheil heraufbe­schworen hätte. Und nun ist diese ungeheuerliche Lüge vor den dokumentarischen Nackwetsen namentlich der französtfch-ruWchen Kriegs nei- bereien, aber nicht minder auch der englischen Machenschaften in sich zusommengefallen. Und die belogenen DMer beginnen die Wahrheit zu ahnen. Auf keinen Fall — die französisân und englischen PressionM ersuche zeigen, welche un­erhörten Druckmittel man dagegen anzuwenoen sich nicht scheut — darf Deutschland die Freiheit gelassen werden, durch einen amtlichen Schritt bei den Regierungen der WM diese Kriegs- schuldfraae zur öffentlichen DlskMion zu stellen und zu der einen Weltfrage zu erheben. Da sonst die Regierungen der zur Klarheit durchge­drungenen Völker sich nicht erwehren könnten- vor allem aber dem Versailler Versklavungspakt gegen Dsukschland der Boden entzogen wäre. Wie prächtig, wenn man Deuitschtand da sm Völkerbünde die Arme fesseln" und es zwingen könnte, seine Beschwerde in dessen Kreise zu­nächst zu erheben, um sie dann in den Kom­missionen zu begraben. Deshalb ist das gegen-

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Genf, das darauf hinan sgsht, Deutschland nun unter allen Umständen in den Völkerbund zu zwingen, in höchstem Grade ver­werflich. Die jetzt aus Genf gemeldeten Machen­schaften eines Breitscheidt, Hilferding und an­derer zeigen, daß in Deutschland bestimmte Kreise, insbesondere die Sozialdemokratie, be­reit sind, in voller Fahrt dem gezeigten Ziel des Völkerbundshafens zuzusteuern. Auch sie sollten freilich verstehen, daß gerade Herriot und Mac­donald selbst diesem Eintritt in demselben Augenblick, da sie dazu aufforderten, den schlech­testen Dienst mit dem Druck erwiesen haben, mit dem sie sich heute der von Deutschland geforder­ten Neuaufrollung der Kriegsschuldsrage ent­gegenstellen. Durch die in Versailles beliebte Schuldzuschiebung ist Deutschland geradezu zum Paria unter allen Nationen gestempelt. Und das ganze deutsche Volk muß fordern, daß diese ungeheuerliche Lüge zunächst von ihm genom­men wird. Wie soll der so zum Paria Gestem­pelte und mit dem Makel des Verbrechers Be­haftete im Völkerbund als Gleichberechtigter sich fühlen und als Freier in freier Entscheidung mitwirken können? Wollen die Herriot und Macdonald wirklich Verständigung und freie ehrliche Arbeitsgemeinschaft mit den Deutschen im Völkerbund, so müssen sie zuerst das fürcht­bare Hindernis dieses aus einer ungeheuerlichen Lüge geborenen Makels durch Freigabe der Neufeststellung der Kriegsschuld von Deutschland nehmen. Solange sie sich dessen sträuben, zeigen sie, daß sie mit ihrer Politik andere, und zwar gegen Deutschland gerichtete Ziele verfolgen.

Entscheidung über die Nole erst nächste Woche.

D e r l; n, 8. Sept. Zu den widersprechenden Meldungen über die Notifizierung der Erklä­rung der Reichsregierung in der Kriegsschuld- frage erfahren wir folgendes: In der Kundge­bung vom 29. August dieses Jahres ist angekün- digl worden, daß die „Reichsregierung Anlaß nehmen werde, die Erklärung in der Kriegs- fchuldfrage den fremden Regierungen zur Kenntnis zu bringen". Da es sowohl aus tech­nischen wie aus diplomatischen Gründen nicht möglich ist, diese Notifizierung gleichzeitig mit der Abgabe der Erklärung vormnehmen, mußte der hierfür geeignet erscheinende Zeitpunkt zu­nächst noch vorbehalten werden. In der Zwi­schenzeit sind an die Reichsregierung eine Reihe von Wünschen und Anregungen insbesondere aus wirtschaftlichen Kreisen hinsichtlich Form und Zeit der Uebermittlung herangetragen wor­den. Das Reichskabinett wird anfangs der nächsten Woche nach Rückkehr des Reichs­kanzlers und des Reichsauhenminisiers zu einer Sitzung zuiammentrelen. um kick über

Form und Zeitpunkt der Notifizierung schlüssig zu werden.

Außer der vorgestrigen Demarche des fran­zösischen Botschafters im Auswärtigen Amt ist im übrigen, wie wir hervorheben möchten, ir­gend ein offizieller Schritt der Ententemächte in Berlin nicht erfolgt. Natürlich sind zwischen dem englifchen, belgischen und italienischen Ver­treter in Berlin und dem Freiherrn v. Maltzan, der den auf Urlaub weilenden Reichsaußenmi- nister vertritt, in dieser Angelegenheit Verhand­lungen gepflogen worden. Diese Besprechungen haben sich aber durchaus im Rahmen des Her- kömmlichen Meinungsaustausches bewegt.

Briefe von Marx an Kerriol und Macdonald.

Paris, 7. Sept. Der Genfer Berichterstaster der „Information" meldet seinem Blatte: Her­riot hat gestern einen Brief vom Reichskanzler Dr. Marx erhalten, der ihm durch einen Son­derkurier zugestellt wurde. Der französische Mi­nisterpräsident hat natürlich niemanden den Text dieser Mitteilung bekanntgegeben. „Petit Journal" spricht von zwei Briefen/ von denen einer an Herriot, der andere an Macdonald ge­richtet gewesen sei.

Berlin, 8. Sept. Der „Vorwärts" teilt heute in einem offensichtlich stark tendenziös gefärbten Stimmungsbericht aus Genf hierzu weitere Ein­zelheiten mit. Danach wurde am Freitag nach­mittag Herriot und Macdonald je ein persön­liches Schreiben des Reichskanzlers übergeben. In diesem ungefähr zwölf Seiten langen Briefe entschuldigte sich Marx, daß er die Kriegsschuld­frage auf der Londoner Konferenz nicht ange­schnitten habe und es daher jetzt tun müsse. Man solle seine Absichten nicht mißverstehen. Deutsch­land wolle sich seinen Reparationsverpflichtun-

Volk betrachte sich als unschuldig am Krieg und er, der Kanzler, fühle sich moralisch verpflichtet, diesen Gefühlen Musdruck zu verleihen, indem er in den allernächsten Tagen eine solche Er­klärung den alliierten Regierungen offiziell no­tifizieren würde. Nach Ansicht der führenden französischen Kreise, die sich der „Vorwärts"- Korrespondent zu eigen macht, soll Marx diesen Brief wider bessere Einsicht geschrieben haben. Es wird behauptet, sogar Staatssekretär von Maltzan habe dringend davor gewarnt, die Kriegsschulderklärung zu notifizieren, doch habe er den formellen Befehl dazu von Dr. Strese­mann erhalten. Dieser hätte sich den Deutsch- nationalen gegenüber gebunden und müßte sonst zurücktreten. — Man wird abwarten müssen, was die maßgebenden Stellen zu dieser Darstellung sagen werden.

Sleutzerungen Kerriols zu der Kriegsschuldnole.

Paris, 8. Sept. Der Korrespondent der „Est Europe" hatte Gelegenheit gestern abend den Ministerpräsidenten Herriot "um Stellung­nahme zu der Meldung zu bitten, daß die Reichsregierung darauf verzichte, die Erklärung über die Kriegsschuldfrage zu notifizieren. Herriot erklärte: Ob diese Meldung richtig ist, weiß ich nicht. Die französische Regierung hat jedenfalls zur Stunde, in dem ich diese Er­klärung gebe, noch keine offizielle Note der deut­schen Regierung über die Schuld am Kriege erhalten. Im übrigen läßt die Reichsregierung erklären, daß sich der Protest nicht auf die Reparationen bezieht, sondern nur auf das moralische Problem. Die Reichsre­gierung erklärt, die Londoner Bestimmungen berücksichtigen zu wollen. Immerhin besteht die Tatsache, daß, wenn die Reichsregierung auf ihren Absichren bestehen und durch ihren Gesandten der französischen Regierung einen Protest übermitteln würde, die französische Re­gierung dies als äußerst ernst betrachten müßte und schon jetzt alle Maßnahmen getroffen hat, um darauf entsprechend antworten zu können."

Ketzler abgefchüllett.

Berlin, 8. Sept. Zu der Behauptung, daß der bekannte Pazifist Graf Harry Keßler vom Aus­wärtigen Amt als „offizieller Beobachter" nach Genf geschickt sei, teilt die „Zeit" mit, daß daran/ kein wahres Wort ist und dan lteßler, falls er sich wirklich als Art offizieller Persönlichkeit gebärden sollte, dazu leine Berechtigung besitzt.

Eine Enlschlietzung der Oberschlefier.

Dem „Lokal-Anzeiger" zufolge veranstalteten die Verbände heimattreuer Oberschlefier ein Fahnenweihfest der Ortsgruppe Osten Berlin, bei dem u. a. der Ober- vräüdent von OberiLlesum. Dr. Proske, zuaegm war.

Er wurde eine Entschließung gefaßt, in der erneut darauf hingewiesen wird, daß die Zustände in Polnisch» Oberschlcfikn durch die unsinnige Grenzziehung immer unhaltbarer und die Leiden der oberschlesischen Be­völkerung von Tag zu Tag größer werden, und der» langt wirb, daß Polnisch-Oberschlesien Deutschland wieder angegliedert werde.

Die Erstattung der Reparations­abgabe.

Berlin, 8. Sept. ReichSfinanzmiMer Luther hat am 6. September folgende Verordnung über dir Erstattung der von der englischen Regierung erhobenen Reparationsabgabe und der Ausführung des Gesetzes über die Londoner Konferenz auf Grund der Artikels 77 der Reichsverfaffung erlassen:

Er wird zur Ausführung des Gesetzes über die Londoner Konferenz vom 30/August (Reichsgesetzblatt, Teil 2, Seite 289) hiermit verordnet:

§ 1. Die Reparationsabgaben, die an die englische Regierung auf Grund des German Reparation Recovery Akt von 1921 nach dem 31. August abge- führt wurden, werden den Exporteuren gegen die Vorlegung der Gutscheine aus der Reichskafle erstattet.

§ 2. Die Erstattung erfolgt in ReichSwährimg derart, daß der von dem Empfänger der abgabepflich- tiflen Sendung in englischer Währung erhobene Be­trag in Goldmark umgerechnet wird und zwar nach dem Monatsdurchschnittskmse der Federal Reservebanl in New Dork für denjenigen Kalendermonat, welcher dem Eingangstage der die Erhebung der Abgabe be­scheinigenden englischen Urkunde und der Gutscheine, bei der die Erstattung bewirkenden deutschen Dienst­stelle vorhergeht. Dabei wird eine Goldmark gleich 0.238 Dollar gerechnet.

§ 3. Mit der Zahlung der ErsiattungSbeträgl wird daS Reichskommiffariat für die Reparations­lieferungen, Abteilung Friedensvertrag, Abrechnungs­stelle Berlin, Potsdamer Straße 10, beamtragt.

§ 4. Der nach § 2 festgestellten Erstattungsbeträge werden den in den englischen Gutscheinen bezeichneten Exporteuren in Reichswährung durch Postscheck oder Reichsbankgiro gezahlt. Barzahlungen und Zahlvingen reichuno der Gutscheine ist anzugeben, alt wen uud wie (Postscheck oder Reichsbankgiro) die Zahlung er­folgen soll.

§ 5. Die Erstattungsbeträge sollen den Empfangs­berechtigten mit größter Beschleunigung überwiesen werden. Eine Verzinsung für die Zeit vom Tage des Eingangs der Gulscheine bei dem Reichskommissa- riat für die Reparationslieferungen, Abteilung Friedensvertrag, Abrechnungsstelle, bis zum ZahlungS- tage findet nicht statt.

§ 6. Die in § 2 der Verordnung des Reichspräsi­denten über die Erstattung der von der englischen Negierung erhobenen Reparationsabzabe vom 3. März (Deutscher Reichsanzeiger Nr. 53 vom 3. März, ReichSgesetzblatt Teil 2. S. 62) und in § 1 der Ver­ordnung des Reichsministers der Finanzen zur Durch­führung des § 6 der vorerwähnten Verordnung vom 17. Juli (ReichSgesetzblatt Teil 2, S. 170) erwähnten Spitzenbeträge können dem Empfangsberechtigten bereits vor den in diesen Verordnungen bestimmten Fälligkeitstagen bar auSgezahlt werden.

§ 7. Es bleibt Vorbehalten, die Bestimmungen dieser Verordnung nach Ablauf der in der Anlage 3 zum Londoner Schlußprotokoll (Reichsgesetzblatt 2, s. 329) festgelegten Uebcrgangsperiode abzuändern.

Ium Abbau des Oberbürgermeisters Leinert.

Schärfste Mißbilligung durch die Genoffen.

Hannover, 8. September. Der Magistrat von Hannover genehmigte den zwischen dem Oberbürger­meister Leinert und dem Bürgcrvsrstehcr-Kollegium ab. geschlossenen Pensionsvertrag mit allen gegen drei Stimmen der Sozialdemokraten. Leinert tritt nach dem Vertrage von seinem Posten unter der Bedingung zurück, daß ihm sein volles Gehalt als Pension ge­zahlt wird.

Wie der „Vorwäts" meldet. Hat der OrtSvorstand der Sozialdemokratischen Partei Hannover zu dem Abbau des Oberbürgermeisters Leinert in einer ein­gehenden Beratung Stellung genommen. Der Vor­stand verurteilt, daß Leinert nicht die Parteiinstanzen von scincil Absichten in Kenntnis gesetzt hat, und spricht ihm wegen seiner Haltung nnd wegen des In­halts seines mit dem OrbnungSblock abgeschlossenen Vertrages seine schärfste Pèißbilligung aus.

fortdauernde Kämpfe bei Schanghak

London, 8. Sept. Noch einer Reutermeldung aus Peking hat der Generalgouverneur der Mand­schurei, Marschall Chang Tso-lin, der Regierung von Peking den Krieg erklärt.

General Chang Tso-lin hat eine Proklamation er­lassen, in der er it. a. erklärt: Trotzdem das chine­sische Volk unter militärischem Drucke seufzt, trotzdem neun Zehntel aller Häuser in Szetschuan, Hunan, Kwangsi und Kwangtung geplündert wurden, trotzdem Dürre und Ueberschwemmungen in zehn Provinzen wüteten, cmpfindeil Tsao Kun und Wu Pei-fu feint Teilnahme, sondern überziehen eine bisher vom Uu. glück noch verschonte Gegend mit den Schrecken bei KrieaeS.