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Hanauer 8 Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana« a. M.

General-Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

B «» u o s » r-e i s für die 2 Wochen vom 25. Aug b. 6. Cevt. 1 Goldmark ohne Trägerlohn. Einzel­nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Goldvfennig. Anzeigenoreiie :für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldvfennig. für die Nsklamezeile (68 mm) 50 Goldvfennig Offertengeb üb r 30 Goldvfennig Geschäftsstelle Sammerstraße 9.

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!r. 210

Die Sieben Maclwnalds und Herriots vor n Völkerbund, die lange vorher angekündigt wen und mit größter Spannung erwartet irben, liegen jetzt hinter uns. Sie haben de in ®enf eine außerordentlich große Sen-- ton erregt und ihr Widerhall in den Haupt- d-ten der Welt war nicht minder stark. Trotz- n wird man gut tun, abzuwarten, ob ihre irkung nachhaltig genug sein wird-, um die geisterte Aufnahme im ersten Augenblick zu ^fertigen. Macdonald und Herriot werden ! Hauptarbeit einem Ausschuß überlassen, r sich noch wochenlang mit dem Problem der irüstung und der Sicherheit beschäftigen wird, st das Ergebnis dieser Beratung und seiner ifnafyme durch den Völkerbund wird uns zei- n, ob die große Genfer Tagung überhaupt vas Positives zustande bringt. Fehlt es cm rem positiven Ausgang, so werden auch die eben Macdonalds und Herriots verwehen, wie manches Wort vor ihnen, das mit großer Be- ifterung ausgenommen worden ist. Die Welt- schichte hat bisher noch immer bewiesen, daß an mit Idealismus und mit ehrlichem Wollen lein keine Politik machen kann. Die Haupt- age bleibt nach wie vor, ob die Mittel, die tacbonatb dem Völkerbund in die Hand geben ill, auch wirklich den Frieden dauerhaft Hern können. Ueber diese Mittel hat der eng« che Ministerpräsident sich in Genf klar genug rsgesprochen. Den Friedenspakt, den ein Völ- rbundsausschuß ausgearbeitet hatte, hat Eng- ind bekanntlich wie eine ganze Reche anderer if aasen (darunter auch Deutschland) verworfen. Macdonald will von Koalitionen und Defsnsw- Wffen meins wipen, ua er m u leim neuer kriegerischer Verwicklungen sieht, n hat deshalb die Staaten der kleinen Entente or den Folgen ihrer Bündnispolitik nachdrück- ch gewarnt. Der englische Ministerpräsident »ill an die Stelle solcher, seiner Ansicht nach rügerischer Friedenssicherungen etwas anderes etzen: Das Schiedsgericht. Das Schiedsge- ichtsverfahren soll seiner Ansicht nach vollstän- >ig fein und soll alle Staaten umfassen. Von rem Zièl eines solchen, vollständig ausgebauten Schiedsgerichts-Systems sieht Macdonald sich i)eute noch weit entfernt. Deshalb sollen die Bestimmungen des Völkerbundspaktes über die fakultative (wahlweise) Schiedsgerichtsbarkett seinem Vorschlag nach von einem Ausschuß ein-

gehend durchberaten und genauer gefaßt wer­den. Er hofft, daß man auf diese Weise dem Ziele einer obligatorischen Schied-sgerich feit, der sich alle unterwerfen müssen, näher- kommen wird. Und er sicht den Tag schon vor­aus, an dem der Völkerbund einen Wächter be­stellen wird, der jede am Horizont aufsteigende Wolke beobachten und sofort Alarm schlägt. Das wird seiner Ansicht nach das Ende drohender internationaler Verwicklungen sein.

cksbar-

Wird diese Hoffnung sich verwirklichen las­sen? Bei nüchterner Betrachtung der Dinge Mr^ man einen ganz elementaren Zweifel nicht un­terdrücken können. Um bei dem Bilde Macdo-

nalds zu bleiben wird der Wächter, der die Wetterwolken beobachtet, wirklich auch imstande - fein, ein -her-auszi-ehend-ss Gewitter

drücken, oder wird nicht vielmehr das_______________ I Nature-rei-gnis aller menschlichen Bemühungen

spotten? In die unblikü-Kche Sprache übersetzt: Wird der Völkerbund das Mittel in der Hand I haben, um dem Friedensstörer seinen Willen - vufzuzm!ng-en? Herriot, der sich dem Gedanken- ( gang seines englischen Kollegen nicht ungs- - schickt ang-ep-aßt hak, meinte in Genf, man werde

das Problem gelöst haben, wenn derjenige als I Angreifer anerkannt werde, der es ablehne, sich I einem Schiedsgerichtsverfahren zu unterwerfen, t Ist das pirklich die Lösung des Problems? I Wenn jene Macht, die die '-iedsgerichtsbar- I keit -ablehnt, sich als die stärkere erweist, so wird I die Waffe des Völkerbundes und seiner Schi-eds- I genehtsbarkeit als stumpf und unbrauchbar -ih.'e I Wirkung eben verfehlen. Ob d-i-sse K-ardin-ai- " -schwierigksit je zu lösen sein wird, ist und bleibt f eme offene Frage.

, Dazu etwas anderes. Soll die Schieds-ge- r richtsbarkoit überhaupt praktische Formen an- ? nehmen, so muß sie von allen Nationen aner= r konnt sein. Macdonald hat dies sehr richtig e-r- E Ennt und deshalb die Ausnahme derjenigea ' Staaten gefordert, die im Völkerbund noch nicht

^treten sind: Deutschland und Rußland. (Amerika bleibt wohlweislich ganz außer Be- - »rächt.) Auch hier must dre weitere Entmiâluna

unter- entare

Erfüllungsort und Gerichtsstand für Leide Teile -an«« a. Mai«. Für PlaKvorschrift»nd ErlLeinungstage der Antigen wird keine GewLtr geleistet. 2m Falle höherer Gewalt Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung bei Bezugspreise»

Samstag bett 6. September

' M dm MerMd.

erst -albgewaptet tverbein. Deutschland tyalt fietnen Grund, den Gedanken der SchvöLsgetichtsb-ar- keit an sich -adzülshnen, aib-er auch ebensowenig Veranlassung-, dem Völkerbund mit besonderem Vertrauen entgegenkommen wir erinnern nur an die Entscheidung über die vberschlesi-^che

Fordevungen ans, daß es als gil-sichse-rsib-tiigte Großmacht im Dölkerbund-svate vertreten ist und daß man feine Aufnahme in den Dölker- bu-nd an keine Erklävuing bindet, die eiime Zu­stimmung zu dem Diktat von VevfMes bedeu­tet. Wir lassen also den andern das erste Wort.

Genf, 5. Sept. Um 10.40 Uhr wurde heute Vormittag die Sitzung der Völkerbundsver­sammlung eröffnet, in der Herriot das Wort ergriff. Der Andrang zum Saal und zu den Tribünen war wieder schr stark. Auch vor dem Versammlungsgebäude stand wieder eine Menge Neugieriger, die Herriot mit Sympathie­kundgebungen begrüßte. Der Präsident der Versammlung, Bundesrat Motta, erteilte Her­riot sofort das Wort. Als Herriot die Redner, tribüne bestieg, brach die Versammlung in einen nicht enden wollenden Bestall aus; die Dele­gierten erhoben sich von den Plätzen.

Herriot stimmte im ersten Teil seiner Rede dem Schiedsgedanken, den Macdonald gestern vorgeschlagen hat, zu, dem er selbst zu­erst im Londoner Abkommen zum Durchbruch verholfen habe. An d-ie Kritik, die an dem Ga­rantiepaktentwurf geübt worden ist, vor allem an bU Feststellung des eingreifenden Staates anknüpf.,,d, ..llä... n, wM_______________

S trabe hier verwirklicht werden müsse. Die ölker müßten sich darauf einigen, als an- greifenden Staat denjenigen zu bezeich­nen, der das Schiedsverfahren bet einemKonfliktn'ichtannimmt. Diese Erklärung wurde mit stürmischem Beifall, der minutenlang cmhielt, ausgenommen.

Ferner stimmte er der Auffassung Macdo­nalds bei, daß der Artikel über das O p t i o n s- r e ch t einer obligatorischen Schiedsgerichts­partei abgeänbert werden müsse. Wenn Frank­reich auch bereit fei, den Schiedsgedanken in den Mittelpunkt des internationalen Lebens zu stellen, so verlange es die Offenheit und Aufrich­tigkett, festzustellen, daß das Schiedsver­fahren zwar notwendig, aber nicht aus­reichend fei. Das Schiedsverfahren dürfe keine Falle für gutgläubige Völker fein, und die Loyalität aller Staaten, auch der kleinsten, müsse durch Sichecheiten geschützt werden. Nur in der Verbindung von Macht und Gerech­tigkeit erklärte Herriot unter dem Bestall der Versammlung, an ein Wort von Pasqual anknüpfend, liegt die Lösung. Er erinnerte an

das Beispiel Belgiens und erklärte, es dürfe nicht wieder vorkommen, daß Bürger von Staaten, die nur den Frieden wollten, vier Jahre lang auf die Rückkehr in ihre fieimfi harren müßten. Mit dem Plan einer a I meinenAbrüstunskonferenz erklärte er sich einverstanden. Aber diese Konferenz dürfe nicht ohne oder gar gegen den Völkerbund arbeiten und somit den Krieg zwischen zwei Völkerbundsorganisationen bedeuten.

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Das Deutschland betrifft

so führt Herriot folgendes aus:

Was Deutschland betrifft, so werden unsere Erklärungen völlig klar sein. Wir werden in Deutschland den zerstörenden Milita- rismus bekämpfen und die scheußliche Doktrin, die in offener Parlamentssitzung pro­klamiert wurds^und genau das Gegenteil von allem ist, was wir hier erklären und was wir glauben, jene Doktrin, wonachNot kein Gebot" kennt. Aber wir haben niemals das Elend des deutschen Volkes gewollt. Frankreich kennt keinen Haß, lebt nicht vom Haß und lebt nicht im Haß. Wir sind bereit, die aufrichtigen Be­weise des Versöhnungswillens entgegenzu­nehmen. Wir sind Freunde des guten Willens. Ein wichtiges und neues Ereignis hat die letzte Woche gekennzeichnet. In London hat Deutschland, mit dem wir in direkte Beziehun­gen eingetreten sind, sich aus freien Stücken bereit erklärt, seinen Reparationsoerpflichiungen nachzukommen. Im übrigen definieren die Artikel 1, 8 und 9 des Dölkerbunosvaktes. die vor allem die Ermlluna der Ler^iuanunaèn

1924

hinsichtlich der Abrüstung voraussetzen, die Aufnahmebedingungen eines jeden Staats in den Völkerbund. Für unseren Bund soll es keine Ausnahmen und keine Vo r r e ch t e geben. Die Achtung vor den Der- trägen und den Verpflichtungen ist das gemein, same Gesetz. Der Wille Frankreichs wird ge­kennzeichnet durch unsere Haltung in völliger Unparteilichkeit, unseren aufrichtigen Friedens­wunsch und unseren Wunsa), so fest wie möglich die Einheit Europas wiederhergestellt zu sehen. Dieser Wille ist klar und deutlich und ich spreche ihn ohne Hintergedanken aus."

Nach Worten des Dankes für die amerika­nische Mithilfe und der Hoffnung weiterer Mit­arbeit Amerikas sprach Herriot auch den Wunsch aus, daß Rußland an die internationale Zusammenarbeit sich näher anschließe, wobei er das Unglück dieses Landes betonte und auf die Stimmen des Haffes hinwies, die aus ihm oft herübertönten, die Frankreich aber nicht mit Haß erwidern würde.

Seine Vorschläge zur Abrüstungs- und Sicherheitsfrage faßte er dann folgendermaßen zusammen:Schiedsverfahren, Sicherheit und Entwaffnung bilden ein zusammengehöriges Ganzes", und in Uebereinstimmung mit Kame- beck sicht auch er im Dolkerbundspakte bereits die Grundlagen der zu verwirklichenden Auf­gaben; vor allem in Artikel 8, der die Ab­rüstungs- und Sicherheitsfrage aufwirft. Die amerikanischen Vorschläge eines Garantiepakts, die auch dem Schiedsverfahren große Bedeu­tung bei messen, müßten ebenfalls beachtet wer­den. Alle diese Fragen seien in Kommissionen zu prüfen; wenn auch lieber nicht in besondern Kommissionen, wie Macdonald es angeregt habe, sondern in den regulären Organismen des Völkerbundes.Auf den drei Säulen, Sicher­heit, Schiedsverfahren und Abrüstung muß sich, nacyoeul er w.

geisterten Worten dem unentwegten willen Frankreichs Ausdruck verliehen hatte, der künftige Tempel erheben ,in dem wir im Völker­bund arbeiten."

Genf, 5. Sept. Aus der Rede Herriots, die 40 Minuten dauerte, verdienen noch fol­gende Wendungen Beachtung-: Herriot sieht oen Beweis für Frankreichs Friedenswillen in dem Ausfall der französischen Wahlen und in der Tatsache, daß Frankreich zu -genau die Opfer, die Trauer und die Ungerechtigkeit des Krieges kennt sowie seine Mischung von Heldentum und Unmoral, -um nicht mit allen Kräften eine Be­endigung der Kriege zu wünschen, entsprechend den feierlichen- Eiden, die bei dem letzten Kon­flikt abg-sge!hen wurden. Frankreich hängt daher nicht nur d-sm Buchstaben und beim Geist nach an dem Pakt, der an der Spitze des Vertrages von Versailles steht, -und der ein Pakt der Zu- sammenarbeit, Lccherheit und Gerechtigkeit ist. In der Durchführung der Artikel dies es feier­lichen Dokumentes sucht Frankreich seine Zu­kunft zu regeln und die Leitlinien seiner aus­wärtigen Politik. Z-um GarantiepaktMtwurf des Völkerbundes bemerkte Herriot, daß er sich auf den Artikel 8 des Paktes stützt, der- stun g sbeschr änk-un gen als ein mit der nationalen Sicherheit in Einklang stehendes Minimum Vor­sicht, durch das Abrüstung und Sicherheit ver­bunden werden. Es sei wichtig, daß achtzehn Staaten diesen Garantiepakt angenommen ha- -ben. Die Einwände, die bestehen blieben-, ent­mutigen Frankreich nicht, sondern ihre Prüfung werde im Geist herzlichen Zusammengehens er« la-uben. den angeblich toten Punkt zu über­

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gebaute mit Sicherheiten verbunden sein müsse, und da^ er keine Falle fein dürfe, erklärte H«> rivk: Am Tage nach dem Weltkrieg befinde« mir uns mehr als je iN einer Ueberyangsspoche, welche die sichersten Sicherheits-Maßregeln er- fordert. Eine der wichtigsten Aufgaben des

Völkerbundes ist es, den

Völkerbundes ist es, den Reakrsrnns und den Idealismus mit eènander abzmvägen und gn versöhnen. Das <t der Wunsch des ganzen fron- zösifchen Volkes und unserer früheren Kriegs- teklnchmer und so glaube ich mich aller Völker, die uns -auffordern, ihnen endlich die Sicherheit und den Frieden für ihre tägliche Arbeit M geben. Ohne das Schiedsverfahren, die Sicher­heit und die Abrüstung kann es diese internatio­nale Gemeinschaft^ die alle leidenschaftWch wol­len, nicht geben. Es wird kein würdiger inter­nationaler Friede ohne internationale Svlidari- tät entstehen. Nach Erklärungen über Amerika, Deutschland und Rußland schloß Herriot mit

folgenden Worten: Wir halten uns cm den- Wl- kerbundspakt, -aber wir wollen ihn lebendig ge­stalten. Wir fordern für jede Nation nur die Rechte, die -ihr der Pakt verleiht, nicht mehr und nicht weniger. Dieser Friede soll nicht ein ab­strakter Begriff und fruchtloser Wunsch sein. Seine Herstellungerfordert eben so viel männliche Kraft und vielleicht noch mehr als der Krieg. Das Schiedsgericht, die Sicherheit und die Ab­rüstung sind die drei Säulen des Tempels, den sie, meine lieben Kollegen, zu bauen halben. Seine Grundlagen müssen fest sein, damit er -hoch in- das Licht und in den Himmel steigen kann. Zu dem ^gemeinsamen- Werk bietet ihnen Frankreich seine ganze Vernunft, sein ganzer Herz und seinen leidenschaftlichen Hang nach Klarheit und Offenheit und seine Erfahrung, die

winden.

Nachdem Herriot, wie gemeldet, als wichtig­sten Einwand den Begriff des Angriffsstaates -bezeichnet und darauf hin-gewissen hatte, daß heute ein Angriff nicht nur in einer Grenzver­letzung besteht, da der -moderne Krieg sich auch chemischer Kriegsmittel bedient, trug er mit fol­genden Worten die wesentlichen Gedanken seiner Darlegungen vor: Wir wünschen, daß eine der wichtigsten Arbeiten dieser Versammlung darin besteht, folgende Definierung des Schiedsver­fahrens anzunchm-ell, die ein für alle mal jede Schw-ierigkeit regelt, nämlich, daß der angrei­fende Staat derjenige ist, der ein Schiedsver­fahren verweigert. Die erste und die dritte Kom­mission würden dann nach dem französischen GrundsatzNicht zerstören, sondern immer ver­vollkommnen" ein Schi-odssystem ausarbeiten. Ferner sei Frankreich mit einer Einschränkung des Waffenhandels einverstanden, um jene ge­heimen Kriegsvo-vbereitungen, die immer beun­ruhigen, zu bekämpfen. Ebenso nimmt es einer neuen Prüfung des Art. 36 bei, der den Staaten $ die Anerkennung der obiigatorischen Schiedr- ' aericbtsbarkeit freistellt, fiter fei aber eine be-

einzig den Frieden in der Arbeit und in Würde; aber es denkt nicht nur an sich denn das -hieße seine Traditionen verleugnen. Frankreich, das gestern beschuldigt war, ich schwöre es, ist un­schuldig und heute noch verwundet. Es streckt die brüderliche Hand ih-ren verschiedenen Vaterlän­dern entgegen. Trotz der eigenen Leiden -will es die Leiden aller VMker der Welt kennen ler­nen, um sie zu lindern. Für Frankreich war es eine Freude, wenn es aus den durch den Krieg angshäuften Trümmern durch unsere gemein­samen Anstrengungen jene göttliche Blume auf­blühen sähe, den Frieden.

Theunis und Venesch.

Genf, 5. Sept. Die Nachmittagssitzung begann mit einer Rede des belgischen Ministerpräsidenten T h eiln i s, der lebhaft begrüßt wurde. Er beweist in einem kurzen historischen Ueberblick, daß der Völker­bund keine Utopie ist. Notwendig ist, daß das Ver­trauen wiederhergestellt wird. Belgien bat Schweres während des Krieges durchgemacht. Er hat die Lasten des Krieges kaum tragen können, und wird seine Rüstungen vermindern, sobald er wirklich Siche- rungen erlangt hat. Die Frage der Schiedsgerichts beurteilt Theunis zustimmend. Der Gerichtshof ist notwendig, weil er die Kriegsgefahr vermindert, aber tvird er sie beseitigen? Wenn ein Staat im Ge­heimen rüstet und das Schiedsgericht ablehnt, war wird dann die Folge sein? Theunis kommt dann auf die Ereignisse des Krieges zurück. Wir müssen die wirksame Unterstützung der Völkerbundssicherheit erlangen. Jeder Angriff solle die Solidarität der Völker festigen. Bietet nicht die Erlaubnis zu Sonder- verträgen neue Gefahren? Sie werden ausgeschaltet sein, wenn sie dem Völkerbund angezeigt und unter­stellt werden.

Der tschechische Ministerpräsident Benesch legt besonders Gewicht auf die enge Verknüpfung der Sicherheit mit der Frage des Garantiepaktes. Das Schiedsgericht verlangt Sanktionen, die festzusetzen, ' Slufgabc des Völkerbundsrates ist. Unsere Pflicht ist es, die Aufrechterhaltung des Schiedsgerichtsvcrtrages, die Bearbeitung der Antworten der verschiedenen Re­gierungen auf den Garantievertrag und den Ab­rüstungsplan zu fordern.

Anleihegesuche Seulscher Firmen.

New York, 5. September. In hiesigen Finanz» kreisen wird erklärt, daß die Anleihe-Situation unver­ändert sei. Die Auflegung der Anleihe könne frühe­stens am 15. Oktober vor sich gehen. Der Bankier Zimmermann teilte mit, er habe in den letzten zehn Tagen hundert Slnlcihegesiiche deutscher Gesellschaften erhalten, die einen Kredit von 500 Millionen Dollar beantragen. Den teutschen Firmen sei jedoch geant­wortet worden, daß erst die internationale Anleihi erledigt werden müsse. Nach einer bisher unbestätigten Meldung der World habe die Badische Anilinfabrik einen Kredit von 6 Millionen Dollar in New Dori , aLaemcht. .