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SanauerWAnreiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadl- und Landkreis Kanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1287 und 1238.

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gr. 209

Freitag den 8. September

1924

Maeöonalö vor öem Völkerbunö

Für Schiedsgerichte» gegen militärische Bündnisse. Deuischlandmutz" ausgenommen werden.

Genf, 3. Sept. Gleich zu Beginn der heuti­gen Sitzung erteilte Motta dem englischen Ministerpräsidenten das Wort. Macdonald »erlieh zunächst seiner Bewegung darüber Aus­druck, vor dem Forum der Völkerbundsver- ammlung sprechen zu können, und erklärte, im Ramen der englischen Regierung, daß sie alles un werde, was in ihrer Macht liege, um das Ansehen und den Einfluß des Völkerbundes ;u erhöhen.

Macdonald polemisierte dann in längeren Ausführungen

gegen den Garantiepakksentwurf des Völkerbundes,

der nicht geeignet fei, den Frieden zu sichern. Man müsse sich darüber klar sein, was Sicherheit und was Aggression bedeute. Durch Verträge und Pakte, die sich nur auf militärische Ga­rantien stützten und- das Prinzip der bewaff­neten Macht aufrecht schielten, fei der Friede nicht zu sichern. Dies werde vielmehr immer die ständige Gefahr neuer Kriege schaffen. Die englische öffentliche Meinung würde nicht zu­geben, daß sich die englische Regierung durch solche Verträge binde.

Außerdem würde die Gefahr entstehen, daß zwischen den Nationen Spaltungen eintreten. Macdonald kommt dann auf diejenigen Staaten zu sprechen, di» dem Völkerbund noch nicht an- Webörsn^ und sagt: iMGeutschland kann nicht außerhalb des des bleiben. Wir selbst können uns den Luxus nicht erlauben, daß es draußen bleibt, denn wir können kein einziges der Probleme lösen, so lange dieses Loch in unserer Mitte offen bleibt. Wir können weder die Sicherheitsfrage noch die militärische Kontrolle noch ein anderes der schwebenden Probleme regeln, wenn wir nicht gemeinsam mit Deutschland darüber diskutieren können. Deuffchland seiner­seits kann es sich aber auch im eigenen Inter­esse nicht erlauben, dem Bunde fern zu bleiben. Durch die Verhandlungen in London ist der erste Schritt zu einer Annäherung erfolgt, und wir hoffen, daß es möglich fein wird, die be­stehenden Schwierigkeiten in drei oder vier Wochen zu überwinden.

Mit Rußland liegen die Dinge anders, denn Rußland glaubt an die Revolution als âen wesentlichen BestandteA im Leben der Bocker. Allerdings habe die Entwicklung in Rußland bereits eine andere Richtung einge- Magen und der Abschluß des englischen Vertrages sei das erste Anzeichen dafür, daß die Sowjetregierung bereit fei, sich auf den : âaen des europäischen Völkersystems zu stellen, aus dem eine Mitarbeit im Völkerbund möglich

Macdonald wendet sich dann zur Betrach- mng der Sicherheitsfragen und gibt vabei sehr bemerkenswerte Andeutungen über [ Vlue Stellungnahme zur

Frage der Schuld am Kriege, i Es sei nicht möglich, das Sicherheitsproblem zu | man einige Formeln aufs Papier

^£5 ist Sicherheit? Jeder !^e w-sse, daß die Entscheidung, ob es sich i Angriffskrieg handele, nur von der

besprochen werden könne. Erst nach k Jahrhundert sei es möglich, die

; S für einen Krieg festzustellen.

' Pol 9 A ^ Losung dieser Frage den die die Kriegsjahre miterlebt haben.

ihr den Friedenswillen eines bestehe darin, ob es bereit fei, vor die offen K '? und feine Pläne und Absichten m. M ^rietl k?r Welt zu unterbreiten.

. schalt ÜMcht hier mit größter Leiden- firatioptr ^vfamrnluNg bricht in demon- übrifoJ1 aus. Auch Herriot sowie die to4temf6"S ®"c8iert 6rac8m Maodnn^tE" Verlaufe seiner Rede schlägt daß der Völkerbund eine

" Einsetzen möge, die darüber a Q f n r -f latle, ob die Klausel über das o bl i - den I $' Schiedsgericht sowohl für 5 mie für den Frieden Geltung habe, rcsirantiepaktentwurf des Völkerbundes dast Macdonald als erledigt, bemerkte aber, der amerikanische Paktentwurf als ein

guter und nützlicher Beitrag zu dem Problem zu betrachten sei, daß man sich aber nicht ohne wei­teres für den einen oder den anderen Text ent­scheiden, sondern alle gemeinsam und sorg­fältig in den Kommissionen prüfen müsse. Ueber seine eigenen Vorschläge verweigerte er die Auskunft mit dem Hinweis auf feine heutige Rede, ging aber wiederholt auf den Gedanken einer internationalen Abrüstungs- Konferenz unter Beteiligung Amerikas ein.

Macdonald schloß mit der Versicherung, daß bei einer derartigen Arbeit das nationale In­teresse sich mit dem allgemeinen Interesse decke und warnt nochmals vor den trügerischen Si­cherungen militärischer Art. Es gebe immer Verträge, es fehle niemals an militärischen Ga­rantien, aber niemals finde man Sicherheit, denn immer.gebe es Völker, die Kriege führten, od^er die zum Kriege vorbereiteten. Den kleinen Nationen mit beschränkten Interessen, den neu­geborenen Ländern rufe ich zu: Ob es einen Vertrag gibt oder nicht., mit Pakt oder ohne Pakt, Ähr werbet immer zerschmettert werden. Eure Länder werden die ersten Opfer des näch­sten Zusammenstoßes fein. Niemand wird ein einfacher Vertrag genügend Sicherheit geben. Ihr seid die Opfer einer beständigen und ge­fährlichen Illusion. Gerade die Defensivabkom­men zerstören den Frieden. Wenn der Völker­bund vorwärts schreiten will, so kann er es nur aufdemW s des ^Schiedsgerichtsverfahrens

wer-

n die Völker ihre Äugen zu dem Völker­bünde erheben, der über ihnen steht, nicht weil er bewaffnet ist, sondern weil er gerecht ist. Nur dann werden die Nationen in voller Sicher­heit leben, denn niemand braucht mehr Furcht zu haben. Das sind die Gesichtspunkte, von denen die "augenblickliche Politik der englischen

sisrung geleitet wird. Sie fordert den Vöh 'Und auf, sich ihm anzuschließen.

Viel bemerkt wurde auch eine Wendung in der Rede Macdonalds, in der er die E n 1- scheidung des Völkerbundes in der oberschlesischen Frage als einen Irrtum bezeichnete, um hinzuzufügen, daß dem allerdings andere Leistungen des Völkerbundes gegenüberstehen, die ihm Anhän- ger werben könnten.

Eine Jnkerprelalion Wacdonalös.

Genf, 4. Sept. Genau wie die Wendun­gen über O b e r f ch l e f i e n haben auch die Aeußerungen Macdonalds, nach denen die Frage, wer in einem Krieg ederAng re i- fer ist erst in 50 Jahren durch die Gefchichts- fchrsiber und nicht sofort von den am Kriege beteiligten Staatsmännern festgestellt werden könne, bei gewissen Delegationen einen pein­lichen Eindruck hervorgerufen. Maodonold hat nun heute abend den Pressevertretern mitgeteilt, daß die A u s l e g u n g, als habe er zur Kriegz- fchiuldfrage Stellung nehmen wollen, irrtümlich und wohl durch einen Usberfetzungsfehler her- voraerufen worden sei. Es habe sich einfach um ein Argument gehandelt zur Bekräftigung der These, daß das im Garantiepaktentwurf vorge­sehene System zur Feststellung des Angreifers unzulänglich sei.

Endlich fallen die Schranken.

Befreittttg vom Dr««k.

Frankfurt a. M., 4. September. Heute morgen sind die Schranken zwischen dem besetzten und unbc- sctzien Gebiet gefallen. Die Grenzpaßstellen sind be­deutend verringert worden, eine Paßkontrolle findet nicht mehr statt. Auch die Zollkontrolle wird sehr , nacbsichtig gebandbabt. Das Feldberghans und die Paßstelle auf dem Taunus sind geräumt worden. Auf der Strecke FrankfurtKronberg ist heute vormittag die Paßkontrolle eingestellt worden. Am Höchster Bahnhof wurde heute teilte Revision mehr vorge- nommen, ebenso nicht mehr in Wiesbaden. Auch aus Rtannheiiu wird gemeldet, daß die Rheinbräcke zwischen Ludwigshafen und Mannheim für den Verkehr ohne jede Kontrolle freigegeben ist. Im Frankfurter Gebiet hat sich daraufhin heute schon ein sehr lebhafter Ver­kehr entwickelt. Die ganze Wirtschast empfindet diese Erleichterung und atmet auf.

Im Wirtschaftsleben des besetzten Gebiets und der an die befetten Gebiete angrenzenden unbesetzten Teile ist schon eine starte Belebung zu beobachten. Die scharfen Zoll- und Verkehrsbeschränkungen haben seither das gesamte Geschäftsleben derartig niederge­halten, daß die schwere Krise der letzten Monate von

noch schwerwiegenderen Verlusten begleitet war, als im unbesetzten Gebiet. Die Trennung und Abschnü­rung von den natürlichen Rohstoff-und Absatzgebieten haben gerade die Pfalz und das Ruhrgebiet an ihrer vollen Entfaltung schwer gehindert.

Viele alte Geschäftsbeziehungen sind schon in den letzten Tagen wieder angeknüpft worden. So hat das Frankfurter Geichästsleben schon eine erhebliche Zu­nahme der Orders, die aus dem besetzten Gebiet kommen, zu verzeichnen. Größere Unternehmungen konnten infolgedessen ihre geplanten Arbeiterküudi- gungen einstellen. Große Werke, wie die Kleyerwerke und die Heddenheimer Kupferwerke, haben sogar schon mit Neueinstellungen und Vergrößerung des Betriebes begonnen.

Im besetzten Gebiet selbst ist eine ziemliche Be­lebung der Schuhindustrie der Pfalz eingetreten. Das seither vollkommen damederliegende Beingeschäst scheint sich auch zu bessern. Eine Reihe von Verstei- gerungen werden für die nächsten Wochen angekündigt.

Einreise-- und Aufenihalisverordnung-

Düsseldorf, 4. Sept. Der kommandierende General Degoutte erließ am 2. September eine Verfügung, Nr. 122, welche die Verfügung, die sich auf den Verkehr, die Einreife und den Aufenthalt von Personen im besetzten Gebiet beziehen, zusammenftellt und abändert. Die Verfügung besagt u. a.:

Alle über 16 Jahre alten Personen, gleich­viel welcher Nationalität, die ihren gewöhn­lichen Wohnsitz im besetzten Gebiet haben, müssen einen Personalausweis mit Lichtbild haben, der die Worte:Besetztes Ge­biet" trägt. Dieser Ausweis darf nur an Per­sonen ausgehändigt werden, die mindestens schon einen Monat ihren Wohnsitz im besetzten Gebiet hatten. Jede mit diesem Ausweis ver­sehene Person kann ungehindert zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet verkehren.

einerseits und der Repko und den in Essen ver­bleibenden Mitgliedern der bisherigen Micum anderer­seits stattfinden, nm Abmachungen zu treffen über die Sorten und Mengen der zu liefernden ReparationS- kohlen und über die Art der Zahlung.

Generalagent Owen Voung in Derttrk

Berlin, 4. Sept. Mit dem fahrpla^nmäßig um 6.28 Uhr auf dem Bahnhof Friedrichstraße emlaufenden Pariser Expreßzug ist heute nach­mittag der provisorische Generalagent der Re­parationszahlungen, das amerikanische Mitglie­des Dames-Komitees Owen P o u n g in Berlin eingetroffen. In feiner Begleitung ^befanden sich der französisch-belgische ^Vertreter M.

der englische Kommissar Mac F a d y e a n, der Bruder des Generals Dawes, Rufus Cutter Dawes, ein weiteres amerikanisches Mitglied des Daweskomitees, Henry M. Robinson, ferner Youngs Sekretäre, Mrs Bate und Mr. Jay. Zum Empfang, der ganz inoffiziell ge-

\ ®utt

Halten war, hatten sich von deutscher Seite Ober- regierungsrat Dr. Meyer von der Kkiegs- lastenkommifsion, ferner von der Berliner Brr- retung der Reparationskommission u. a. Prä­ident P e l o t t i und Dr. S ch l e t t i n i einge­bunden. Owen Young und feine Begleiter sind im Hotel Adlon abgestiegen.

Nach seiner Ankunft empfing Owen Young die Vertreter der Presfe im Hotel Ad­lon zu einer kurzen Besprechung und gab ihnen folgende Erklärung ab:

Cs muß in der ganzen Welt, besonders in Deutschland ein Gefühl der Erleichterung, und Befriedigung auslösen, zu wissen, daß jetzt in Berlin einleitende Schritte unternommen wer­den, um das Londoner Abkommen über den Dawesplan in Wirksamkeit zu fetzen. Ganz ab- gefehen von den Verdiensten oder Mängeln

an der Besetzung beteiligt sind und der seine! gewöhnlichen Wohnsitz im besetzten Deutschland hat, frei Zwischen dem unbesetzten und besetzten Gebiet verkehren, wenn er entweder mit einem solchen Personalausweis oder mit einem von feiner Landesbehörde ihm ausgehändigten visierten Paß versehen ist. Deutsche Staats­angehörige, die aus einem anderen Lande als Deuffchland kommen und An gehörige der Staaten, deren Truppen an der B e - setzung beteiligt sind, müssen mit einem von ihren Landesbehörden ausgestellten visierten Paß versehen sein und haben die B e st im­mun g e n der deutschen Gesetze zu befolgen.

Personen, die sich dauernd im besetzten Gebiet niederlassen wollen, müssen bei der d e u t s ch e n B e h ö r d e des Ortes, an dem sie sich niederlassen wollen, ein schriftliches Gesuch einreichen. Ebenso muß jede mehr als 16jährige Person, die ihren gewöhnlichen Wohnsitz im besetzten Gebiet hat, ihn aber in das unbesetzte Gebiet verlegen will, die deutsche Behörde da­von benachrichtigen, damit diese den Personal­ausweis einziehen kann, der die Worte:Be­setztes Gebiet" trägt. Personen, die nicht mehr ihren Wohnsitz im besetzten Gebiet haben, ist es verboten, den Personalausweis mit dem Ver­merk:Besetztes Gebiet" im besetzten Gebiet weiter zu benutzen.

Aktive Angehörige der deutschen Wehr­macht können die besetzten Gebiete nicht be­treten ohne die spezielle Ermächtigung, die ihnen von dem kommandierenden General der Infanteriedivision desjenigen Gebiets ausgestellt wird, in das sich diese begeben wollen. Die deutsche Militärpolizei-Uniform darf nur mit der besonderen Genehmigung der Armee­kommandanten im besetzten Gebiet getragen werden.

Jede Person, deren Anwesenheit in den be­setzten Gebieten nach der Meinung des kom­mandierenden Generals den Unterhalt, die Be- dürfnisie und die Sicherheit der alliierten Be- fatzung struppen, oder die öffentliche Sicherheit gefährdet, kann von diesem aus dem besetzten Gebiet au sgs wiesen werden. Vorsätzliche und fahrlässige Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden bestraft. Diese Verordnung tritt sofort in Kraft.

Der Abbau der Mieum.

Düsseldorf, 4. Sept. Die allgemeinen Büro? der Ml cum werden am 1. Oktober geschlossen. Zum gleichen Termin haben die Micum-Bcamtcu iln Kündigung erhalten. Die Direktoren der Mienm werden sich gleichfalls nur noch bis zum 15. Oktober hier aufhalten. <

einkommens zwischen den aMerten Re-gi-erun- gen, sondern auch eine Verständigung zwischen ihnen und Deutschland ermöglicht hat, eine wirkliche Verständigunig von Gleichberechtigten nach ausMrlicher Aussprache und wichtigen Konzessionen. Er hat die Welt schon eine Strecke auf dem Wege zu Ruhe und Frieden vorwärts gebracht. Ob der Plan so gilt ist, wie seine begeisterten Beftirworter glauben oder so schlecht, wie seine schlimmsten Feinde sagen, ist nicht annähernd so wichtig, wie die Frage, ob alle interessierten Länder ^emillt sind, ihn in Wirksamkeit zu setzen. Wenn sie das sind, so wird der schlechteste Plan Erfolg haben, wenn nicht, so wird der beste Plan fehlfchlagen. Deutschland hat, ich freue mich, das sagen zu können, den ersten Schritt mit der Zahlung von 20 Millionen Goldmark an den Generalagenten getan. Das geschah mit einer Pünktlichkeit, die ein gutes Beispiel bildet. Ich bin sicher, die nächsten Schritte werden von den Alliierten mir der gleichen Pünktlichkeit ausgeführt. Nicht der Plan, sondern der hinter ihm stehende Geist be­zeichnet die erste Wendung zu einer besseren Methode nach dem langen 'traurigen Weg, den mir alle zurückgelegt haben.

Ueber die Ernennung Gi lberEs Mm stündigen Generalagenten erklärte Young folgendes: Mit großer Befriedigung habe ich aus den Zeitungen die Wahl G-ilberts zum ständigen Generala^genten erfahren. Wir könnten in den Vereinigten Staaten keinen bessern Mann finden, um diese schwere lasten­reiche Aufgabe zu übernehmen. Seine Erfah­rung, die Unparteilichkeit seines Urteils, sein klarer Sinn und fein feiner selbstloser Geist bür­gen für die erfolgreiche Durchführung seines Amtes.

Ein Sozisl-smokrak für Schutzzölle

In denSozialistischen MonatsLeften" beschäftigt sich der aus der Rätezeit bekannte mehrhcitssozialistische Politiker C o h e n - R e n ß mit dem Schutzzollproblem und kommt zu Ergebnissen, die sich mit den Anschau- nngen der bürgerlichen Parteien decken. Die Sozial­demokraten führen als eines ihrer Hauptargumente ins.Feld, daß cs sowohl praktisch sei, den Verbrauch an der Quelle zu decken, wie es auch wirtschaftlich da? zweckmäßigste wäre, die für den Konsum bestimmten Waren hort herzustellen, wo die Herstellung am besten und rationellsten erfolgen könne. Sehr richtig bemerkt Coben-Reuß dazu:Man setzt eine sich über die ganze Erde erstreckende Organisation der Weltwirtschaft voraus, die allerdings eine solche Arbeitsteilung zwischen den einzelnen Prodnktiousgebieten ermöglichen mürbe." Ein solcher Zustand sei aber noch nicht da lind es wäre daher fasch, auf Grund eines ganz normalen Jnternationaiismns an die Möglichkeit eines

Nach einer Meldung derVossischcn Zeitung" aus Essen werden nunmehr nach dem Aushören der bi?.

Warenbezuges in der oben angegebenen Weise zu glauben.Das wäre substanziell das Gegenteil einer wirklich rationellen Produktions-Organisierung. Es würden dann die schwächeren Länder,. deren Rohstoff-

hcrigen Micum für den Ruhrbergbau Verhandlun.^n m-duttion durch ein solches Prinzip lahmgelegt ist. zwischen der deutschen Regierung und dem Berobo» < °on den größeren überseeischen Länder-Kompleren ab-.