Einzelbild herunterladen
 

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschluß Nr. 1237 und 1238.

B e, u g s p re i s für die 2 Wochen vom 25. Aug b. 6. Sept. 1 Goldmark ohne Trägerlohn. Einzel­nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Goldvfennig. Anzeigenpreise: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldvfennig. für dir R e kl a m e z e i le (68 mm)

50 GoldvfennigOffertengebüb r 30 Goldvfennig Geschäftsstelle Hammerstraße 9.

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile Hanau a. Main. Für PlatzvorsKritt und Erscheinungstage der Anzeigen wird keine Gewähr geleistet. Sm Falle höherer Gewalt Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugsvreises

---------------------

M. 208 Donnerstag den 4. September 1924

..................HUM..........-........................III ...............

Das Neueste.

Nitti sprach sich in Genf einem Korre­spondenten gegenüber in geradezu vernichtender Form über den Irrsinn des Versailler Ver­trages aus und übte scharfe Kritik an dem Dawespakt.

Für den Verkehr zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet sind von jetzt ab nur noch deutsche Ausweise erforderlich.

Vom 10. September ab werden die Zölle, die bisher an der Grenze des unbesetzten und besetzten Reichsgebiets erhoben wurden, aufgehoben.

Der volksparteiliche Neichstagsabgeord- nete Dr. Düringer ist gestorben.

In Georgien und Afferbeidschan ist es zu Aufständen gegen die Sowjetregierung gekommen.

Nitti gegen - en Versailler Verlrag

Scharfe Kritik auch am Dawes-Plan.

Der Sonderkorrefpondent derUnited Preß" m Genf, Henry Wood, hatte am Montag mit dem früheren italienischen Ministerpräsidenten Nitti ein Interview, in dessen Verlauf Nitti erklärte:

Wohlmeinende Amerikaner glauben, daß der Abrüstungsplan, den sie vorbereitet und dem Völkerbund unterbreitet haben, Europa den Frieden geben wird, der, wie sie glauben, für den Wohlstand Amerikas notwendig ist. Amerika hat zu viel Geld, und seine Produktion ist zu groß für den eigenen Verbrauch. Seine Hoffnungen auf ein blühendes Gefcyäft mit dem Orient sind fehlgeschlagen. Indien und Ehina, mit einer Bevölkerung siebenmal größer als die der Vereinigten Staaten haben eine Kaufkraft, die kleiner ist als die des kleinen Holland mit nicht größer als die des VWMrkanischen Staates Pennfylvanien. Es I gibt Amerikaner, die glauben, daß die Vereinig- 1 ten Staaten, gleich wie sie das entscheidende Element im Kriege waren, nun auch das ent­scheidende Element zur Herbeiführung des Friedens sein werden. Ich selbst glaube das. Aber ich glaube auch, daß wir uns vorläufig auf dem falschen Wege befinden." Auf die Frage, worauf er feine Ansicht stütze, erwiderte Nitti:Beim Betrachten des Problems des Friedens unterlassen wir, seine Schwierigkeiten zu beachten. Wir schieben sie einfach beiseite. Nun frage ich:Löst man Probleme dadurch, daß man die Schwierigkeiten beiseite schiebt?" Im Dawesplan sind sehr viele Illusionen ent­halten. Deutschlands Verhältnisse sind sehr schlimm. Wenn Deutschland seine Aktivität nicht wieder erlangt, wird sich die Situation in

Europa verschärfen.

Deutschland ist die Zentrale des Warenaus­tausches, aber auch der Produktion Mitteleuro­pas. Deutschland ist ein gequältes Land. Es hat schon mehr geleistet, als es eigentlich kann. Bitte beachten Sie: Frankreich und Italien find an England verschuldet, England wiederum ist wieder tief in der Schuld Amerikas. Frankreich und Italien erklären sich unfähig zur Zahlung ihrer Schulden. England will zahlen; aber um dies zu ermöglichen, ist es verpflichtet, ein Ab- kommen mit den Bereinigten Staaten zu treffen. Das im Juni 1923 abgeschlossene Ab­kommen sieht eine Periode von 62 Jahren vor, innerhalb welcher die Schuld abgetragen werden wuß. Während der ersten zwei Jahre hat England nach diesem Plan nur 23 Millionen -pfunb im Jahre zu zahlen. Die höchste Jahres­zahl in dem progressiven Plan beträgt 175 Mil- lionen und wird erst im Jahre 1953 ereicht. Die ganze Welt kennt die Schwierigkeiten Eng- lands, diese Summe zu zahlen und doch hat England durch den Krieg seine Kolonien ver­größert und die Vergrößerung seiner Front gibt ihm die Möglichkeit, Märkte, die Deutschland verloren hat, zu erobern. Denken Sie dagegen an Deutschlands Position, verstoßen, besetzt und gequält.

Wenn Sie England bekrachken, das zahlen j wenn Sie Frankreich und Italien be- trachten, die erklären, nicht zahlen zu können, welcher Illusion können Sie sich hingeben mit l'ezug auf die Möglichkeiten, die Deutschland zum Zahlen hat?

Der Dawesplan setzt die Wiederherstellung ocr wirtschaftlichen Freiheit Deutschlands nor» a45; Nun, diese Freiheit ist in London nicht wleaerhergestellt worden. Die Kontrolle existiert immer noch. Die Zollfreiheit ist noch nicht wiederhergestellt."

zwischen dem besetzten und unbesetzten Gebiet

Düsseldorf, 3. Sept. Die Industrie- und Handelskammer in Düsseldorf hat mit der Di­rektion der Micum und der Zolldirektion m Düsseldorf über die Frage des Abbaus der Zollkontrolle verhandelt und gibt über den neuesten Stand dieser Frage folgende Dar­stellung: Warenverkehr mftt dem unbesetzten Ge­biet. 1. Die Binnenzolllinie fällt in der Nacht vom 9. zum 10. September. Von da ab hört die Erhebung von Zöllen und Ablauifabgaben auf. Ablaufbewilligungen sind nicht mehr erforder­lich. 2. Im Veredelungsverkehr ist zu unter« scheiden: zwischen a) Veredelungsverkehr im all­gemeinen und b) demjenigen von Mieumver- tragsfirmen. a) Die Abwickelung erfolgt nach Fertigstellung der Verarbeitung innerhalb der auf dem Kautionsschein vermerkten Fristen auf den interalliierten Zollämtern bezw. nach deren Aushebung bei den Liquidationszollämtern in Düsseldorf, Essen und Dortmund; b) soweit über die Verarbeitung noch nicht abgerechnet ist, kann die Abrechnung bereits vor der Wieder­einfuhr bezw. Wiederausfuhr so vorgenommen werden, als ob die Verarbeitung schon erfolgt wäre. Es wird demgemäß die Abgabe von dem Veredelungswert erhoben und von der Kaution einbehalten und der Mehrbetrag der Kaution zurückerstattet. Warenverkehr mit dem Ausland: Vom 10. September ab werden Ein- und Aus- -fuhrböwilligungen im altbes-etzten Gebiet durch das Ein- und Ausfuhramt in Bad Ems, im neubesetzten Gebiet durch das Ein- und Aus- fuhramt in Düsseldorf (Lmsenschule) erteilt. Die übrigen Bewilligungsämter werden aufge- hoben. Spätestens vom 22. Septemb er^ ab ends ab wenden die Bewilligungsämter inDUMüwrf und Ems die deutschen Ein- und Ausfuhrbe­stimmungen und Tarife an. Die Uebergabe an die deutsche Verwaltung erfolgt spätestens am 20. Oktober.

Koblenz, 3. Sept. Vorbehaltlich anderer Anweisungen werden ab 10. September für aus dem unbesetzten Deutschland nach dem be*

Mister Wood fragte Nitti dann:Zwei­feln Sie an dem Etfolg der Londo­ner Konferenz?"

Nitti erwiderte:Die Konferenz war sicher­lich ein Fortschritt. Die DelegationeObegannen wieder zu überlegen. Es war nicht mehr wie zu der Zeit, da Monsieur Klotz in der fran­zösischen Kammer erklärte, daß die Wieder- gutmachungssumme sich auf 250 Billionen Goldmark belaufen würde, oder da Poincarè behauptete, daß die deutschen Zahlungen nicht nur zu einer Verminderung der französischen Steuern führten, sondern so bemessen würden, daß damit auch alle Verwüstungen des Krieges wieder gutgemachr und alle Kriegsschulden be­zahlt werden könnten und daß auch noch ein Profit übrig bleiben würde. Die Franzosen haben ihre große Desillusion erlebt. Die Lon­doner Konferenz begann die Wirklichkeit zu sehen. Aber das ist alles. In der Zwischenzeit ist viel Zeit verloren worden. Was man in London erledigt hat, war nur der Poincaris- mus. Nach dem Sturz der französischen Wäh­rung mußte selbst Poincarë die Steuerechöhung und die Annahme des Dawesplans empfehlen. Aber während der Poincarismus tot ist, lebt sein Geist weiter. Ich glaube nicht, daß Herriot und Macdonald in ihren Entschlüssen frei sind. Das Foreign Office und der Quai d'Orsay folgen immer noch ihrer Tradition. Die parlamenta­rischen Verhältnisse in beiden Ländern sind gleicherweise nicht allzu einfach. Allerdings, die Lhefs beider Länder repräsentieren die Nega­ton alles dessen, was bisher proklamiert wor­den war."

Auf eine Frage, ober esfür möglich halte, daß der Völkerbund die Ent­waffnungsfrage lösen könnte, ant­wortete Nitti:Ich zweifle dara n." Die

Verträge absurd sind. Deutsche und ungarische Volksteile besonders sind verteilt worden, ohne dem Geiste der Gerechtigkeit, selbst dem der Vernunft, Rechnung zu tragen. Glaubt irgend jemand, daß es für-immer möglich sein wird, Deutschland und Oesterreich durch Ge­walt voneinander zu trennen? Glaubt irgend jemand, daß alle Rationen die augenblickliche Regelung in Oberschlesien, die sowohl dem Ver­sailler Vertrag wie auch dem Abstimmungs­ergebnis widerspricht, garantieren sollen? Glaubt irgend jemand, Deutschland könne in zwei Teile geteilt werden durch den absurden polnischen Korridor? Glaubt irgend jemand, Polen und die Tschechoslowakei könnten eine ab­solut deutsche Bevölkerung beherrschen? Glaubt irgend jemand, Ungarn, wo niemand, vom Erz­bischof von Budapest bis herab zum letzten Bauern, die augenblickliche lächerliche Gebiets­einteilung akzeptiert, wird es für immer aner­kennen, daß feine Gebietsteile in den Händen von Rumänien, Serben und Slowaken sind? Glaubt irgend jemand, Polen könnte für alle Zeiten Gebietsteile halten, die rein deutsch und russisch sind? Und doch wird jedes Land, das in den Völkerbund eintritt, verpflichtet sein, die Aufrechterhaltung dieses status quo zu gewähr­leisten. Und doch können es zum Beispiel die Vereinigten Staaten niemals übernehmen, die widerrechtliche Grenzziehung Oberschlesiens oder den polnischen Korridor mit den Waffen zu verteidigen. Die Vereinigten Staaten werden dem Völkerbund unter den jetzigen Umständen niemals beitreten, und Rußland' wird ebenfalls tun, was es will.

Die augenblickliche Formel des gegenwärtigen Abkommens ist nur ein System, um Gewalt billiger anwenden zu können. Ein wirklicher Friede wird niemals ohne eine Revision des augenblicklichen Vertrags erreicht werden. Jedes andere Mittel ich Heuchelei.

Frage der Einschränkung der Rüstungen ist nur eine finanzielle Frage. Die augenblicklichen Verträge müssen von allen Mächten, einschließ- ich der Vereinigten Staaten, garantiert wer- )en, wenn sie wirksam sein sollen. Aber um diese Verträge selbst durch bewaffnete Inter­ventionen zu sichern, ist es nötig, daß jede Na- ion überzeugt ist, daß die Zustände, die ge« chützt werden sollen, gerechtfertigt sind. Statt _ ..................

dessen müssen sie sehen, daß die augenblicklicken Form für die Anwendung von Gewalt.

Wenn wir keine Okkupationstruppen mehr haben, wenn jedes Land innerhalb seiner Gren­zen frei ist und wenn annehmbare Friedens- ledingungen den Unterlegenen gegeben werden, mnn können wir von einem möglichen Völker­bund sprechen. Jetzt ist er nur eine zweideutige

fetzten Gebiet eingeführien Waren durch die Binnenzollämter keine Zölle mehr erhoben werden. Für die aus dem besetzten Gebiet in das sonstige Deutschland eingesuhrten Waren wird von diesem Tage ab die Erheoung von Zöllen ebenfalls eingestellt Don diesem Zeit­punkt ab werden nur noch Zölle erhoben von Zollämtern, die vor dem 11. Januar 1923 be­standen. Für die aus dem Auslande einge­führten Waren, die -auf unmittelbarem Wege oder auf dem Tranfitwege aus dem unbesetz­ten Gebiete in das besetzte Gebiet gelangen, sowie für einen Ausfuhrverkchr von und nach dem Auslande bleibt noch kurze Zeit ein Aus­fuhramt in Bad Ems. Die zuständigen Post- anstalten des ^besetzten Gebiets werden vorbe- hc-l'Mch anderweitiger Anweisungen im An- schluß hieran die Verfügung erhalten, für aus dem besetzten Gebiet eingehende Sendungen ab 10. September nur dann Zölle zu erheben, wenn sie mit einem Zettel:zollamtlich abge­fertigt" versehen sind. Für nach dem unbe­setzten Gebiet aufgelieferte ^akete wird die Er­hebung von Gebühren bereits am 9. Septem­ber eingestellt. Im Verkehr mit dem Auslande treten keine Aenderungen ein.

Nur noch deutsche Ausweise?

Mainz, 3. Sept. Das hiesige französische Paßbüro stellt heute nachmittag seine Tätigkeit ein mit der Begründung, daß von jetzt ab nur noch deutsche Ausweise für den Verkehr zwi­schen dem besetzten und unbesetzten Gebiet er­forderlich seien.

darf meldet, hat General Degoutte, um die wirtschaftliche Einheit Deutschlands so schnell wie möglich wieder herzustellen, einen Erlaß veröffentlicht, in dem der Auto-Verkehr frei- gegeben wird und der Eeleitscheinzwang für Personen, die sich aus dem unbesetzten ins be­setzte Gebiet begeben, aufgehoben werden.

heraus mil der Sprache.

München, 8. September. DieMünchener Neuesten Nachrichten" bringen unter der Ueberschrift: Heraus mit der Sprache" eine Betrachtung zur Ver­zögerung der Notifizierung der Kriegrschuldnste der ReichSregierung. Sie schreiben u. a.: Wir verlieren - durch den Aufschub Tempo und Schlagkraft. Wir ; büßen aber auch an unserem Ansehen ein, wo wir, . weiß Gott, nicht mehr viel zu verlieren haben. Der ' Eindruck, daß die deutsche Regierung es plötzlich mit der Angst zu tun bekommen bat, ist kaum vermieden, 1 wenn nicht auf den ersten Schritt im Anlauf gegen ' die Schuldlüge sofort der zweite folgt. Mit Aus- i flüchten der ReichSregierung ist eS nichts. Er liegt - hier aber ein schwerer Fehler vor, der, Gott lob, noch , gut zu machen ist. Dier muß aber alsbald geschehen, , da hier eine Pflicht dem deutschen Volke gegenüber zv ; erfüllen ist. Wir erwarten von der Regierung, das sie ihr Wort ohne Zögern und ohne Furcht einlist. Das deutsche Volk wird darüberwachen, daß es endlich 1 von dem Alp der Kriegsschuldlüge befreit wird und : die Politik Deutschlands auf solche Weise zu aktiver ' Betätigung in der Welt kommt, die nur dem Mutiger - und Starken Achtung zollt

Aus den Geheimaklen von Versailles.

I DieLeipz. N. N." und dieMünch. N. N." kündigen in ihren heutigen Morgenausgaben an, daß es ihnen gelungen sei, in den Besitz äußerst wertvoller, bisher unveröffentlichter Aktenstücke, Dokumente, Briefe und Gutachten aus der Zeit der Beratung der Versailler Friedensstipulationen aus den Jahren 1918/19 zu gelangen. Die Dokumente sollen vor allem beweisen, daß die amerikanische Delegation, an ihrer Spitze Wilson, zu Beginn der Verhand­lungen durchaus auf dem Boden der vierzehn Punkte zu stehen glaubte, daß sie also damals diese als Grundlage für den Frieden ange­sehen häben. Zunächst sollen im Laufe des i September aus dem reichhaltigen Material vier Abschnitte veröffentlicht werden, die die Frage rM EulwcujnungDeutschlands, der Kriegs­schuldfrage, Amerika und die Reparation, sowze die Besetzungspläne in Versailles betreffen. Die beiden genannten Blätter schreiben weiter: Wenn derTemps" in einer Besprechung des deutschen Kriegsschuldwiderrufes die Be­hauptung aufstellt, während der Friedens­konferenz in Versailles sei die französische Dok­trin dahin gegangen, daß bei der finanziellen Liquidation des Krieges jede von den alliierten und assoziierten Mächten also auch Frank­reich einen Teil an den Lasten übernehmen müsse, so konnte selten eine Behaup­tung schneller Lügen gestraft wer­den, als es durch unsere bevor­stehenden Veröffentlichungen aus den Geheimakten von Versailles der Fall fein wird.

Wir werden unsere Leser von dem Inhalt der Dokumente in Kenntnis setzen.

Neue französische Schandurteile.

Mainz, 3. Sept. Vor dem französischen Kriegsgericht hatten sich heute der Redakteur Kiesewetter aus Berlin und der Jour- nalist Keil aus Bonn, beide feit sechs Mo­naten in Untersuchungshaft, wegen Spionage und Benutzung gefälschter Pässe, auf Grund deren sie in hie besetzte Zone einreifen konnten, zu verantworten. Das Kriegsgericht sprach die Angeklagten wegen Spionage frei, verurteilte aber wegen schwerer Fälschung öffentlicher Urkunden Kiesewetter zu zwei Jahren, Keil zueinemJahre Gefängnis.

Am 29. Januar wurde auf den zweiten Bürgermeister von Roxheim (Pfalz) Gum- b i n g e r auf der Straße Bobenheim-Roxheim von drei jungen Leuten ein Revolverattentat verübt. Der Verletzte war vorher gewarnt worden, weil er bei der Regie Dienst tat und im Geruch stand, S e p a r a t i st zu sein. Gum» binger wurde durch sieben Schüsse schwer ver. letzt. Als einer der Beteiligten die anderen entkamen unerkannt wurde der 21jährige Gymnasiast Kettler aus Bobenheim bei Frankenthal sestgestellt und von der bayrischen Polizei am 31. Januar in Kaft genommen. Kettler war mit seinem Vater, dem Bahnhofs­vorsteher von Bobenheim, bereits am 23. Juli 1923 ausgewiesen worden. Das Kriegsgericht Landau hatte Kettler wegen Beihilfe zum Mordversuch und wegen verbotener Rückkehr in die besetzte Zone zu 5 Jahren Zwangsarbeit verurteilt, das Revisionsgericht hat dieses Urteil aber aufgehoben und die Strafsache zur nochmaligen Verhandlung an das Kriegsgericht Mainz überwiesen. Das Scriua verurteilte bei Bejahung sämtlicher Schuldfragen den Ange- klagten zu der unerhört harten Strafe von 10 Jahren Zwangsarbeit.

I