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General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

B «»U 8 sv reisfür die 2 Wochen vom 25. Aug b. 6.Sept. 1 Goldmark ohne Trâgerlobn. Einzel­nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Goldofennig.Änreigenvretie : für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldofennig. für dir R e k l a m e z e i l e (68 mm)

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èr. 206

Dienstag den 2. September

1924

Das Neueste.

Die 5. Völkerbundsversammlung wurde stent in Genf durch den belgischen Außen- inister Hymans eröffnet. Der schweizerische uridesrat Motta wurde zum Vorsitzenden wählt.

Der Vorstand der Zentrumspartei hat schlossen, den für den 5. Oktober vorgesehenen eichsparteitag auf den 26. Oktober zu ver­sieben. Der Termin ist aber noch nicht end- iltig bestimmt.

Der thüringische Landtag tritt auf An- ag der Sozialdemokraten und Kommunisten n kommenden Freitag zusammen. Gegenstand >r Besprechung wird die Haltung der thüringi- hen Regierung zum Sachverständigengut- chten sein.

- Wie die bayerische Landeswetterwarte uf Erkundigungen mitteilt, besteht für ganz tapern Hochwassergefahr. Ansbach meldet ereits Hochwasser.

Res fudicata?

Die Reichsregierung hat endlich das von ns in Versailles erpreßte Schuldbekenntnis überrufen. Der Widerruf wurde allen aus- indifchen Regierungen übermittelt. Damit hat ieser Schritt einen besonders feierlichen Charakter erhalten. In Frankreich hat das Vorgehen der Reichsregierung eine gewisse Erregung hervorgerufen. Auch die offiziöse Presse wendet sich gegen den Widerruf und er» lärt, daß durch die Unterzeichnung des Ver- ailler Vertrages die Kriegsschuldsrage eine .res judicata" sei. Es werden dann die be- annten Anschuldigungen gegen Deutschland er» Men uno Daraus, daß es Deuycytano man las formell den Krieg erklärte, gefolgert, daß Deutschland auch am Ausbruch des Weltkrieges Mein schuldig sei.

So einfach, wie sich die französische Presse die Sache macht, geht es nun doch nicht. Zu­nächst muß einmal darauf hingewiesen werden, daß Deutschland bei Unterzeichnung des Ver­sailler Vertrages, der ja eigentlich nach Art und Zustandekommen gar kein Vertrag, sondern ein Diktat ist, ausdrücklich gegen die in ihm ent­haltene Kriegsschuldlüge Verwahrung eingelegt hat. Die Franzosen werden sich damit abfinden müssen, daß die Debatte über die Frage nach der Schuld am Kriegsausbruch jetzt erst beginnt. Die Reichsregierung hat sie mit ihrem Widerruf eröffnet. In Versailles hatten die deutschen Unterhändler bereits Material zur Beurteilung dieser Frage beigesteuert. Die Feinde gingen darauf jedoch nicht ein, sondernentschieden", daß Deutschland die alleinige Schuld treffe. Vor­gänge, über die nur historische Forschung Klar­heit verschaffen kann, und die dem Urteil der Geschichte unterliegen, Lassen sich ober nicht von Politikern nach politischen Gesichtspunkten ent- -scheiden. Ob es den Vätern des Versailler Dik­tates angenehm ist oder nicht, die Frage nach der Verantwortung für den Kriegsausbruch wird debattiert werden und hat auch trotz des Versailler Spruches in den vergangenen Jahren ständig der Diskussion unterlegen. Was hier­bei an Dokumenten, Erinnerungen von Staats­männern usw. zutage gefördert worden ist, hat fwt Zur. Belastung Deutschlands beigetragen, sondern eine schwere Belastung unserer Gegner erbracht. Wenn man in Paris seiner Sache so sicher ist, daß Deutschland die Alleinschuld am Kriegsausbruch trifft, brauchte man dort ja eine Diskussion über diese Frage nicht zu scheuen. Die Reichsregierung wird hoffentlich unbeirrt durch alle gegnerische Proteste auf dem einmal beschrittenen Wege fortzufahren haben und Deutschland von dem Makel befreien, cht^ es in Versailles zu behaften

Die ersten deutschen Zahlungen auf Grund des Londoner Abkommens.

. Paris, 1. Sevt. Vom heutigen Montag an be­ginnen die im Dawesplan und im Londoner Ab- lommm festgesetzten Fristen zu laufen. Schon am nächsten Dienstag wird Deutschland eine erste Zahlung Hohe von 20 Millionen Golomark zu entrichten Da der provisorische Generalagent für die Zahlungen, Owen Uoung, nicht vor Freitag in Berlin emtrcsten kann, entsandte er heute morgen einen in , ansässigen amerikanischen Advokaten, Leo Frazer, "0 Berlin, der dort schon morgen ein Bureau ein- 'chten wird, das die deutschen Reparationszahlungen mtgegennchmen soll. Zehn Tage später hat Deutschland nach dem Londoner Abkommen weitere " Millionen öorinutr! zu bezahlen. Frank- und Belgin «-ff» > innerhalb derselben Frist

die gesamten Ertragnisse aus der Ruhrbesetzung an Owen Donng abführen mit Ausnahme einer bestimmten Summe für ihre militärischen Auslagen. Erst nach Erfüllung dieser Bedingungen werden hie Vorberei­tungen für die Ausgabe der 800-Millionen-Anleihe getroffen werden, die längstens im Oktober, also einen Monat vor den amerikanischen Wahlen, begeben sein still. Die Beträge werden auf Owen PoungS Namen bei der Reichsbank hinterlegt werden, falls diele befrie­digende Angebote ffür die Verzinsung eines so bedeu­tenden Guthaben? macht. Sonst wird Doung wegen Hinterleguna der erwähnten Beträge andere Anord­nungen treffen. In den VerwaltungSrat der neuen deutschen Emissionsbank wird von amerikanischer Seite der Präsident des Verwaltungs Rates der Mecanics and MetaleS Nationalbank Gates W. MacaarraS, entsandt werden. Bis Mitt­woch soll das Transfer-Komitee eingesetzt werden, und es soll bereits in diesen Tagen seine erste Sitzung in Berlin im Hotel Adlon abbalten. Die Wiederher­stellung der wirtschaftlichen Einheit des Reiches must nach den Londoner Beschlüssen mit dem 1. September einlehen, da die Reparationskommission in diesen Tagen frststellen wird, dast Deutschland die zur Durchführung des DaweSplanes notwendigen Gesetze durch den Reichs­tag beschließen ließ. Sodann müssen innerhalb fünf Wochen die im DaweSplan vorgesehene Durch­führung der Kontrollorganismen eingesetzt, dann die neue Reichsbank und die neue Lisenbahngesell- schüft geschaffen werden,Ä ferner müssen die Eisen­bahn- .und Jndustrieobligationen übergeben, werden. Spätestens am 7. Oktober must die ReparationSkom- miffion feststellen, daß alle diese Deutschland auf- erlegten Bedingungen erfüllt werden. Nach dem 7. Oktober wird die Uebergabe der fran­zösisch-belgischen Eisenbahn-Regie an die neue Eisenbahngesellschaft erfolgen. Innerhalb weiterer 14 Tage sollen die ersten, gegenwärtig von der Regie betriebenen Eisenbahnlinien unter der Kon­trolle der Organisations-Komitees für die Eisenbahnen für Rechnung der neuen Eisenbahngesellschaft zu führen begonnen werden. Die gesamte Regie wird innerhalb einer Frist von 6 Wochen ausgelassen werden, spätestens am 7. Dezember.

Feierschichten im Vuhrbergbau.

Essen, 1. Sept. In der letzten Augustwoche bont 24. bis 30. Sept, mußten im Ruhrbergbau wegen Absatzmangels an 106 Stellen 138107 Feierschichten eingelegt werden. Damit stellt sich die Zahl der Schichten welche die Ruhrbergleute im abgelaufenen Monat aus dem genannten Grunde feiern mußten, auf 830 000.

Graf Kanitz über die Schutzzollfrage.

Köln, 1. Sept. Gestern nachmittag fand die Generalversammlung des Rheinischen Bauern­vereins statt, in der nach einer Rede des Reichstagsabgeordneten Kerp der Reichs- ernährungsmiyifter Graf Kanitz das Wort er­griff. Graf Kanitz ging zunächst auf die Wirt­schaftskrise und deren Ursachen, sowie auf die Maßnahmen zu deren Linderung, ein. Er er­wähnte den Plan der Agrarbank und ver­breitete sich ausführlich über die Zollvorlage. Die Reichsregierung ziehe die Sicherstellung der Volksernährung aus der heimischen Scholle dem Import vor. Die Vorlage sei produktionsför- dernd und nicht konsumentenfeindlich, kein Ge­schenk an die Agrarier. Die Schädigungen des Weinbaues sollten durch eine Kreditaktion aus­geglichen werden. Die Annahme des Londoner Abkommens sei eine nationale Tat. Deutsch­land werde sich seinen Platz an der Sonne wie­der erkämpfen.

Dom Katholikentag.

Hannover, 1. Sept. Der Katholikentag hat einstimmig eine Entschließung angenommen, in der es u. a. heißt:

Wir beklagen, daß infolge der falschen wirtschaft­lichen Grundeinstellung eine befriedigende Lösung der Verhältnisse zwischen Kapital und Arbeit bisher nicht gefunden wurde. Die Arbeitskraft war zur Ware erniedrigt, sie ist aber mehr, sie ist eine persönliche, sittliche Tat des Menschen. Diese Auffassung verlangt eine menschenwürdige Behandlung und Achtung der Arbeitenden als Gehilfen beim Produftions­prozeß. Der Arbeiter hat daher Anspruch auf eine Entlohnung, die ihm die Möglichkeit gibt für die Familiengründung und zur Führung eines menschenwürdigen Daseins. 9118 belebendes Element des Produktionsprozesses wird das Kapital auch im künftigen Wirtschaftsleben nicht entbehrt werden können, aber es darf nicht für sich allein die Wirtschaft bean­spruchen. Das Interesse des Privatbesitzes muß seine Grenzen finden an dem Wohle des gesamten Volkes. Die wahre Versöhnung von Kapital und Arbeit kann nur der Geist des Christentums bringen, der beiden Elementen unter dem ewigen Gittengesex entsprechende Geltung zuweist.

Verschärfte Lage in Marokko.

Paris, 2. Sept. Der Watin meldet aus Madrid: Nach einem Kommunique haben die Angriffe auf die Stellungen der Spanier an Heftigkeit zugenommen. Das Direktorium hat beschlossen, 8 Bataillone nach Marokko zu schicken. Die Lage erfordert große An- streu aunacn.

Griffin« im MMsottlOMl«

Genf, T. Sept. Der Kongreß des Völker­bundes ist heute vormittag eröffnet morgen. Die Versammlung findet wieder wie in den früheren Jahren in der Salle de la Réformation statt, einem kleinen stillosen Raum, der in seiner einfachen Nüchternheit selbst in dem kalvinisti­schen Genf kaum seinesgleichen hat. Auch die Anordnung der Plätze ist wiederum dieselbe wie in den Vorjahren. Aus einer Schmalseite des Saales befindet sich auf einer Tribüne der Präsidentensitz, von einer Art Baldachin über­ragt, zu beiden Seiten sind Bänke für die Be­amten der Bundesorganisation ausgestellt. Im Saale selbst sind die einzelnen Delegationen an schmalen Tischen untergebracht. Die alphabe­tische Anordnung der Sitze bringt seltsame Nachbarschasten zusammen. Die Albanier neh­men stolz in der ersten Reihe den Ehrenplatz ein, Die Leute von Kuba grenzen an Dänemark.

Die Eröffnung hatte in diesem Jahre einen unvergleichlich feierlicheren Ein­druck und Charakter als in den Vorjahren. Sie umfaßt vorläufig nur 44 Abordnungen von 54 Mitgliedsstaaten, unter diesen jedoch zahlreiche frühere alte Staatsmänner und nicht weniger als 16 amtsführende Ministerpräsiden­ten und Außenminister, viele von den seit Jahren vertrauten Erscheinungen fehlen dies­mal. So vor allem Lord Robert Cecil. Dagegen lenkt der markante Charakterkopf Nansens, des Führers der norwegischen Delegation, ferner Graf A p p o n y mit seinem weißen Dart, der silberweiße Kopf von Lord P a r m o o r, die drei Mitglieder der litauischen Alwuiriim. . -Ministerpräsident

akand

al

minister ® c i a l o i t und S chonzer die Auf­merksamkeit der Tribünenbefucher auf sich. Das Hauptinteresse wendet sich allerdings der französischen Delegation zu, auf deren Bank neben dem greifen Leon Bourgeois der frühere Ministerpräsident Aritist Briand, der frühere Minister Loucheur und der Delegierte Paul Boncourt saßen und die mit sichtbarem Interesse den Ausführungen Hymans folgten. Die Außenminister der Kleinen Entente, darunter Benesch, waren ebenfalls vollzählig erschienen. Auch das pitoreske Moment ist in diesem Jahre wieder vertreten durch die indischen Delegierten und die abessinische Abordnung. Auf den Tribünen bemerkt man bekannte Journalisten und Schriftsteller aus allen Ländern, unter ande­rem den englischen Schriftsteller Wels und den französischen Romain Rolland.

Eröffungsrede Kymans.

Um 11% Uhr eröffnete der belgische Außen­minister Hymans als Vorsitzender des Völker­bundsrats den Kongreß mit einer längeren Begrüßungsansprache. Nach einem kurzen Ueberblick über die Entwicklung des Völker­bundes erklärte Hymans:

Die heutige Völkerbundsversammlung ver­tritt 54 Staaten; sie wird unter glücklichen Auspizien eröfnet. Vor zwei Tagen wurde in Lonüonin voller Freiheit ein A b k o m m e n unterzeichnet, die das schwere und beängstigende Reparationsproblem lösen sollen, das zwei Jahre lang auf der Versammlung lastete, ein Hindernis zur friedlichen Beruhigung der Geister zu sein schien und den Weg zur Wie­derherstellung der politischen und wirtschaft­lichen Harmonie versperrte. Die Abkommen sind das Ergebnis langer und schwieriger Ver­handlungen, die der aufrichtige Wille be­herrschte, zu praktischen und gerechten Lösungen zu kommen. Ich spreche den Wunsch aus, daß die Abkommen sich in Tatsachen umsetzen und der Welt die Erleichterung geben, die sie ver­langt.' Wir sehen in ihnen den Beginn einer neuen Epoche, die das eiserne Zeitalter, das grausame Zeitalter der Plünderungen, Opfer und Leiden ablösen soll. Wir sehen in ihnen die Hoffnung einer Entspannung, die Morgenröte des Friedens, den alle Völker ersehnen zur Befriedigung ihrer materiellen Interessen und für die Ruhe ihrer Seele und für den Fort­schritt der Kultur."

Anläßlich der Frage der A b r ü st u n g und de» Garantiepaktes kam Hymans dann auf

die Sicherhelisfrage zu sprechen. Er erinnerte an die grundsätzliche Einigung, die vor zwei Jabren zwischen de

Jouvenel und Lord Curzon in der Garantie* paktsfrage erfolgt sei, wobei beide auf das Elend in den verwüsteten Gebieten und auf die Notwendigkeit gerechter Reparationen hin- miesen und dargelegt hätten, daß die materielle Abrüstung die moralische Abrüstung erfordere und diese nur in einer Atmosphäre des gegen­seitigen Vertrauens möglich sei.

Die Konferenz von London", so fuhr Hymans wörtlich fort,hat die Reparations­frage gelöst, aber ein anderes Problem besteht weiter und quält die Staaten, die am meisten unter dem Kriege litten, und die sich am meisten im Falle eines künftigen Krieges bedroht fühlen. Das ist das Sicherheitsproblem. Europa will nicht mehr in Ungewißheit leben und man muß dem Frieden eine feste juristische und po­litische Struktur geben. Man muß

ein ständiges Regime der Sicherheit und des Friedens

schaffen. Von allen Seiten richtet man dal)er heute die Blicke auf den Völkerbund und von ihm erwartet man eine Lösung."

Hymans erinnerte in diesem Zusammen­hang an Worte von Lord Grey, fßoiincaré, Herriot und Macdonald zu Gunsten des Völker­bundes, wies auf die Bedeutung der Teilnahme der beiden Letzteren hin, sowie der Regie rungs- oberhäupter und der bedeutenden Staatsmän­ner aus allen Ländern, die Zeugnis für die Hoffnungen oblegen, die man in den Völkerbund setzte und die entgegen den Besüvchtungen der Skeptiker und aller derjenigen, die die Vater- landÄiëbe im haßerfüllten egoistischen Nationa- Lassen, berechr'vgl seien. Trotz rangen an die heldenhaften Opfer des WeiMrieges und der Vaterlandsliebe müsse man nach vorwärts Mitten, um sich vor der Wie­derkehr ähnlicher Kataftrophen zu k--«^ und den Gipfel des Friedens und der Gerechtigkeit zu erklimmen.

Im übrigen Verlauf seiner Rede bezeichnete Hymans als die bedeutendste Schöpfung des Völkerbundes den

ständigen internationalen Schiedsgerichtshof,

Ang aus die künftige Lösung verschiedener pol!« tisch er Fragen wie die Jawvrtschina- und die Momelfrage den wirffchaftlichen Wiederauf­bau Oesterreichs und Ungarns ein, sowie auf die erfolgreiche Wirksamkeit der unter der Völker- bundsägidie aâitenden Kommissionen und Konferenzen, in denen auch Nichtmitglieder des Völkerbundes, wie Deutschland, Amerika, Ruß­land und die Türkei teitgenoamnen haben, so daß der Aktionsradius des Völkerbundes |id) immer weiter ausdehnte und der Geist der Solidarität sich immer stärker bekundet habe.

Hymans ermähnte ferner die Mitarbeit von Professor Einstein in der Kommission für gei» füge Zusammenarbeit, betonte, daß er bei der Lösung der Danziger Frage den Weg diploma­tischer Einigung zwischen Polen und Danzig mit Krfolg beschritten habe und daß im Saar gebiet die Verhältnisse sich günstig entottfebt haben, was aus dem Bericht der RegierungskomMcsi sion und der engeren Zusammenarbeit »zwichen der R egierun gstommiffion und dem Lande smt und den anderen Organen der Saavbevölkerung ersichtlich sei. , ' -

Nachdem sich der außerordentlich starke Bèl« fall, mit dem die Rede Hymans ausgenommen wurde, gelegt hatte, ging die Versammlung auf Vorschlag des fmländischön Delegierten zur Wahl der Kommission zur Prüfung der Voll­machten über und vertagte sich dann aus den Nachmittag um die Wahl der ordentlichen Vrä« sidenten vorzunchmen.

Bundesrat Motta.

In der Nachmittagssitzung wurde dann mit 45 Stimmen von 47 abgegebenen der schmelze- rische Bundesrat Motta zum Präsidenten der diesjähiiqeil Versammlung gewählt. Nachdem Hymans die Wahl Mottas mit herzlichen Worten auch als eine Ehrung für die Schweiz bezeichnet hatte, bestieg Motta unter erneutem starken Beifall die Präsidentenbühne. Mit großer Ee. nuqtuung stellte er fest, daß das Problem der Rsparationsfrage nunmehr einer Losung nage« gekommen und geklärt worden sei. Das Wert des Bölkerbundes habe in großem Maße bajii beigetragen, den Friedenswillen zu stärken und die Wege für technische und praktische Lösungen zu zeigen. Ferner begrüßte Motta mit großes Bewegung den Aufschwung, den infolge bei Londoner Komerenr der Schiedsaedanke ae*