General-Anzeiger / AmMches Organ für Stadl- und Landkreis Kanan a. M.
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Nr. 205
Montag den 1. September
1924
Sie DmWniU te Mim Mes
Unterzeichnet.
London, 30. Aug. Die Botschafter und Gesandten der alliierten Mächte und der deutsche Botschatfer Dr. Sthamer trafen um 12.30 Uhr im Auswärtigen Amt ein, um die Londoner Abmachungen zu unterzeichnen. Die Zeichnung dauerte bis fünf Minuten von 1 Uhr. Es han- delle sich um fünf Schriftstücke: das Protokoll und vier Anlagen.
Newyork, 30. Aug. Die Annahme des Londoner Abkommens durch den Reichstag hat die ausländischen Papiere, besonders die französischen, und den Wollpreis gebessert.
Erteilung der Vaun^ungsbefehle.
Paris, 30. Aug. Havas veröffentlicht folgende Note: Der Verpflichtung entsprechend, die Herriot und Theunis in ihrem Briefe an den deutschen Reichskanzler vom 16. August 1924 übernommen haben, wird der Befehl zur militärischen Räumung von Dort- mund-Hörde sowie der Gebiete, die außerhalb des RuhvgMets liegen und am 11. Januar 1923 besetzt wurden, sofort erteilt werden. Da die endgültige Unterzeichnung der Londoner Abmachungen heute erfolgt sein muß, wird im Einklang mit dieser Verpflichtung die militärische Räumung gleichzeitig mit der wirtschaft = lichen vor sich gehen.
Das französische Kriegsministerium hat bereits an General D e g o u t t e die Wei-
funo gerichtet,
Vorbereitungen zur
Durchführung forme die Frage der GeM-efftun- gen noch zu klären sind, wurde die Verhandlung auf Dienstag vertagt. Eine Unterbrechung der Lieferungen tritt nicht ein.
Die Abrüslunstskonlrolle.
Parks, 31. Aug. Aus Genf wird gemeldet, die Frage der Ausdshnuug des Uuterfuchungs- rechtes des Völkerbundes betreffend die A b - ' r ü st u n g auf D e u t s ch k a n d und die früheren feindKchen Länder wird Gegenstand einer der ersten Unterredungen MiMen Macdonald und H e r r i o t in Genf fein. Die Beratungen, die in den letzten Tagen stattgefunden haben, sind in dieser Frage auf dem toten Punkt angelangt und es scheint, daß nur eine Intervention der beiden Ministerpräsidenten, ste von diesem toten Punkte abbpin-gen könne. Ueber die Vorgeschichte dieses Stockens in den Verhandlungen wird berichtet, der ständige Militärausschuß des Völkerbundes habe keine Mühe gescheut, sich der ihm anvertvaul^en Aufgabe, Irine internationale Organisation vorzubereiten, die in den Friedensverträgen von Versailles, Trianon, St. Germain und Neuilly voraeseben ist. zu entledigen. Die Aufgabe der Militärlom- mfilffion sollte ebenso gut auf Deutschland wie auf die übrigen früheren feindlichen Länder Anwendung Anden. In dieser Hinsicht habe der Vertreter Fvankveichs daugolegt, daß die französische Regierung den lebhasten Wunsch habe, dieses Problem so bald wie möglich W lösen. In diesem Augenblick habe der Vertreter E cg- lands int Völkerbundsrat, Lord Parmour dieser
slowakei im Jaworzina-âbiet, die Memeler Frage usw. zu berühren, sondern auch aktuelle Probleme, wie den Abschlußdes Londoner Abkommens in seiner Bedeutung für die Herstellung des allgemeinen Friedens und die Sicherheitsfrage zu streifen. Die Wahl des amtierenden Präsidenten der Versammlung findet erst in der Nachmittagssitzung statt, in der auch die sechs großen Haupt- ausschüsse der Versammlung gebildet werden. Die Wahl des schweizerischen Bundesrats Motta zum Präsidenten, dessen Kandidatur im letzten Jahre auf Widerstand stieß, ist diesmal so gut wie gesichert.
Die englische Einfuhrabgabe.
Berlin, 31. Aug. Die britische RegiS- r u n g hatte, wie seinerzeit mitgeteilt worden ist, durch das mit der deutschen Regierung getroffene Abkommen am 23. Februar darin ein- gewilligt, die aufgrund der sogenannten Reparation Recovery Act von allen aus Deutschland eingeführten Waren erhobenen Abgaben von 26 Prozent auf 5 Prozent zu ermäßigen, um dadurch den deutschen Haushalt zeitweilig zu entlasten. Die aus dem britischen Gesetz über die deutsche Reparationsabgabe entspringende Verpflichtung Deutschlands ist durch das Sachverständigengutachten ausdrücklich aufrechterhalten worden und demgemäß auch in das Schlußprotokoll der Londoner Konferenz übergegangen. Nachdem nun
a ch dem 1. Januar 1923 besetzt
worden sind.
Aufhebung der Zollgrenze am 9. Septemder.
Dortmund, 30. Aug. Von dem Leiter des Zollausschusses in Düsseldorf ist folgendes Telegramm hier einge troffen:
Leiter des Zollausschusses teilt mit, daß alle Abgabeerhsbungen an der Ostgrenze für die aus dem umbesetzten Deutschiland kommenden Waren ab 9. Septemiber einzustellem sind. Spätere An- Weisungen Vorbehalten. -
Die Ernennung der Treuhänder.
Paris, 30. Aug. Die Reparationskommission veröffentlicht folgendes Kommunique: „Die Reparationskommission hat gestern unter dem Vorsitz von Barthou eine Sitzung abgehalten. Sie wird den durch den Dawes-Plan vorgesehenen Zahlungs-Agenten bald endgültig ernennen. Da dieser nicht sofort seine Tätigkeit aufnehmen kann, hat sich Owen N o u n g, der dem ersten Sachverständigenkomitee angehört hat, bereit erklärt, das Amt vorläufig zu übernehmen. Die Reparationskommission hat ihn daher zum interimistischen Generalagenten für die deutschen Reparationszahlungen ernannt. In derselben Sitzung hat die Reparationskommission zum Treuhänder für die deutschen Eisenbahn-Obligationen das belgische Mitglied der Reparationskommission de la Eroix bestellt und ihn gebeten, sein Amt in der Reparationskommission beizubehal- ten. Zum Treuhänder für Industrie-Obligationen ist der Italiener N o g a r a bestellt worden, zum Kommissar für die verpfändeten Staatseinnahmen der Generalsekretär der Reparationskommission Fadyean, der aus seiner jetzigen Stellung ausscheiden wird. Weiter hat die Reparationskommission beschlossen, einen Entwurf zu prüfen, der bei den Ausgaben der durch den Dawes-Plan vorgesehenen Organisationen die äußerste Sparsamkeit durchführen soll. Die Uebernahme obiger Aemter wird den Delegierten der Reparationskommission keinerlei Erhöhung ihrer Bezüge bringen."
Dès Reparationskohlenliefsrungen.
Düsseldorf, 31. Aug. In der heutigen Verhandlung der Sechserkommission mit der M i c u m über die Reparationskohlenliefe- mngen während des im Londoner Abkommen vorgesehenen Provisoriums konnte keine U e o e rein st im in ung über die Hauptfrage ^âielt werden, daß die Lieferungen i° r t g e setzt und zu Preisen bezahlt werden Ionen, die in demnächstigcn Verhandlungen der Legierung mit der Reparationskommission fest- getegt werden. Da aber einiae Fragen der
j Auffassung Jigcnübcr den Standpunkt der englischen Regierung Sahin dargelegt, daß Ore Arbeiten für die Bildung einer OrgânMtion für die Anwendung der Kontrolle auf Deutichland ausgenommen werden soll. Da Lord Parmour darauf bestanden habe, daß gegenwärtig bei der Anwendung der Kontrolle nur von Bulgarien, Ungarn und Oesterreich die Rede sein soll, sei die Prüfung der Angelegenheit bis zur Zukunft der beiden Ministerpräsidenten verschoben worden.
Frankreich und Sie KriSsttzschnlSfraste.
Paris, 31. Aug. Das Ministerium des Aeusieren veröffentlicht folgende Mitteilung:
Die französische Regierung hat noch keine offizielle Mitteilung von der öffentlichen Ers klärung erhalten, dis der deutsche Reichskanzler über die Verantwortlichkeit am Kriege abgegeben hat. Die französische Negierung wird, wenn diese Mitteilung an sie gelangt, unverzüglich bis notwendige amtliche Antwort an Berlin gelungen lassen. Schon jetzt protestiert Sie Presse gegen die These, die sich nicht nur an den offensichtlich bestehenden Tatsachen, sondern auch an den formellen Ausdrücken des Versailler Vertrages stößt, das heißt an einer „causa jubicate", an den Ausdrücken, wie sie Lloyd George namens der Alliierten am 3. März 1921 gebraucht hat. Die öffentliche Meinung der Welt weiß, daß genau vor 10 Jahren Deutschland plötzlich ein heldenmütiges Land angegriffen hat, das feine Neutralität schützen mußte, und daß Frankreich, um seinen Friedenswillen zu beweisen, in spontaner Weise feine Truppen 10 Kilometer von seiner Grenze zurückgezogen hatte. Diese Tatsachen leugnen, hieße der Sache des Friedens einen schlechten Dienst erweisen.
Die Tagung des Völkerbundes.
Genf, 31. Aug. Im Auftrage der 5. Völker- bundsverfammlung fand heute, wie üblich, im Genfer Dom ein feierlicher Gottesdienst statt. Die Hotels, in denen die Delegierten abgestiegen sind, tragen reichen Flaggenschmuck. Von dem Balkon des Hotels, in dem die Amerikaner wohnen, weht u. a. Flaggen auch die amerikanische. Die Versammlung findet wie in den Vorjahren in dem alten, weitläufigen, aber sehr nüchternen Reformationsgebäude statt, da das eigene Versammlungshaus des Völkerbundes erst in einigen Jahren gebaut werden kann. In dem großen Saale, der durch seine schlechte Akustik berühmt ist, sind diesmal Lautsprechvor? Achtungen angebracht. Die Tagung wird morgen um 11 Uhr durch den Präsidenten Hymans eröffnet, der in einer längeren Rede einen Ueberblick über den Wert des Völkerbundes geben wird. Wie man hört, beabsichtigt Hymans dabei nicht nur die vom Völkerbund behandelten politischen Fragen, wie die Grenzregelung zwischen Polen und der Tschecho- ■
das Sachverständigengutachten die gesamten Reparationsverpflichtungen Dètschlands in einheitliche, genau bestimmte Jahresleistungen zusammengefaßt hat und damit jede Rücksicht auf den deutschen Haushalt, die seinerzeit zur Herabsetzung der Abgabe geführt hatte, wegas-
sonstigen vaterländischen Verbände» aus der ganzen Provinz Ostpreußen ist heute mittag auf dem Schlachtfelde von Tannenberg westlich Hohenstein die von dem Provinzialkriegerverbande veranstaltete Grundstein- legung des Tannenberg-National-Denkmals erfolgt. Zur Feier erschienen Generalfeldmarschall V. Hindenburg und Mackensen, General Lubendarff und die übrigen Feldherrn und Gruppenführer der Schlacht bei Tannenberg. Die Reichregierung war vertreten durch den Chef der Heeresleitung General V. S e e ck t, die preußische Staatsregierung durch den Oberpräsidenten Siehr, die Provinz Ostpreußen durch den Landeshauptmann v. Brun neck. Unmittelbar an dem mit Eichenlaub bekränzten Grund« stein hatten eine Ehrenkompagnie Reichswehr und da. hinter Abordnungen aller ostpreußischen Truppenteile Ausstellung genommen. Hindenburg und die Heerführer wurden beim Betreten des Festplatzes mit brau» senden Hochrufen begrüßt. Der Feldmarschall schritt, begleitet von Emeral v. Seeckt, die Front der Truppen ab und unternahm eine Rundfahrt zur Begrüßung der ausgestellten Vereine. Inzwischen hatten sich zahlreiche Fahnen und Banner der Vereine um den Grundstein versammelt. Es begann ein Feldgottesdienst mit dem gemeinsamen Gesang des Niederländischen Tankgebetes. Der evangelische und der katholische Divisionspfarrer hielten darauf Ansprachen. Mit dem Gesang „Dir möcht' ich meine Lieder weihen" schloß der Gottesdienst. Darauf übernahm der Vorsitzende des ProDzialkriegerverbandeS Generalmajor Kahns namens des Denkmalsausschusses den Grundstein und verlas die ihm einzufügende Urkunde. — Die erster drei Hammerschläge hoHführfe Hindenburg mit der Worten: „Den Gefallenen zum dankbaren Gedächtnis, den Ueberlebenden zur Erinnerung, den kommenden Geschlechtern zur Nacheiferung." General b. Seeck! weihte den Stein namens des Reichs und des Reichs' beereè. Es »olgten Hammerschlgge von General Ludendorff, Siehr und den anderen. Hierauf begaben sich die Ehrengäste zu der Tribüne, um den Vorbeimarsch der Reichswehr und der zahllosen Vereine ab- ^nnehmen. Der Vorbeimarsch dauerte über Iss, Stunden. Damit war die Feier beendet.
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früheren Stand zu bringen. Ueber den Zeit- „„h® "m^^
punkt und die sonstigen Modalitäten dieser Erhöhung ist zwischen deutschen und britischen Vertretern am 30. August Folgendes vereinbart worden:
Die aufgrund der Reparation Recovery Act zu erhebende Abgabe wird auf 26 Prozent erhöht. Diese Erhöhung findet auf alle der Reparation Recovery Act unterliegenden Waren Anwendung, die am oder nach dem 8. September eingeführt werden. Die deutsche Regierung wird den deutschen Exporteuren den Betrag der Gutscheine in bar erstat - t e n, die die britischen Zollbehörden über solche Waren ausgestellt haben, die an oder nach dem vorgenannten Tage eingeführt worden sind. Gemäß Artikel 4 Anlage 3 des Londoner Schlußprotokolls werden diese von der deutschen Regierung zu zahlenden Beträge einen Teil, nicht etwa eine Erhöhung der von Deutirbland aufgrund des Sachverständigengutachtens zu zahlenden Jahresleistungen bilden. Gegenüber dem bisherigen Zustand, nach dem die Abgabe zwar nur 5 Prozent betragen hat, diese 5 Prozènt dem deutschen Exporteur jedoch nur in Form von Schatzanweisungcn vergütet wurden, werden also ab 9. September die Reparationsscheine wieder in der gleichen Weise wie bis zum Herbst 1^=>, nämlich in bar erstattet werden.
und Stahlwerke und die Edelstahlwerke Röckling in Dölckingen haben ihrer Belegschaft zum 15. September gekündigt. Die Werke begründen diese Maßnahme damit, daß sie infolge der wirtschaftlichen Verhältnisse im Saargebiet in den vergangenen Monaten dauernd mit schweren Verlusten gearbeitet hätten, die jetzt bereits auf 25 Millionen Franken angewachsen seien. Eine Weitersührung des Betriebes könne nur noch in Frage kommen, wenn die Kohlenpreise auf das unbedingt erforderliche Maß abgebaut würden, und die Arbeitsleistung der Arbeiter sich hebe. Von der Kündigung werden 12000 Mann betroffen.
Die Obstruktion gegen -ie Schutz- zolwörtasse.
Berlin, 30. «Aug. Die für heute auf die Tagesordnung gefetzte erste Lesung der Schutzzollvorlage ist an der Obstruktion der Sozialdemokraten und Kommunisten gescheitert, die nach vor Beginn der Beratungen die Beschluß- unfähigkeit des Hauses herbeigeführt hat. Da für die nächste Zeit kaum damit zu rechnen sein wird, ein beschlußfähiges Haus zufammen- zubrmgen, mußte der Präsident den Reichstag m die Ferien entlasten, er behielt sich aber im Einklang mit den ihm vom Aeltestenrat ge- gegebenen Vollmachten vor, das ^jaus nötigen- faUs schon vor Mitte Oktober wieder zu berufen. Nach den Erklärungen, die Minister Hamm und Graf Kanitz bei der Geschäftsordnungsdebatte abgaben, ist es nicht ausgeschlossen, daß die Regierung auf einer früheren Einbe- rusung besteht, um die Zollvorlage möglichst bald an den, Ausschuß gelangen zu lassen, doch wird der Präsident seine Entscheidung kaum obne nochmalige Befragung des Aeltestenrates treffen können.
Grundsteinlegung -es Tannenberg- -enkrnnts.'
t ^“a^'t^ August. Unter Teilnahme von •>5« -üOOO Mitgliedern der Krieger-, Militär- und
Kacholikentag.
Hannover, 31. August. Die 63. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands wurde unter außerordentlich starker Beteiligung heute vier eröffnet. Bereits gestern fand in der Ausstellungshalle ein starl besuchter Begrüßungsabend statt, wo Oberpräsident Noske und Oberbürgermeister Leinert die Teilnehmer des Katholikentages in Hannover begrüßt. Reichs, ininister Höfle überbrachte die Grüße des Reichs. kanzlerS, der erst am Montag eintreffen, kann. Hoefle betonte, daß Reichskanzler Marx sich nm das deutsche Volk für die, erfolgreichen Verhandlungen in London außergewöhnliches Verdienst erworben habe, daS erst die Stachwelt in seiner Bedeutung richtig erkennen werde. Die Katholikentage sollten Aufbauarbeit leisten. Er dürfe mit größter Genugtung fcststellen, daß die deutschen Katholiken in den letzten Jahren in führender Stellung in der deutschen Politik gestanden hätte« und daS könnten sie auf Grund der Weimarer Ver- mifung, die ihnen freie Hand der Betätigung in vollem Umfange garantiere. Sie hätten die nationale Gesinnung immer so aufgefaßt, daß der wirklich Nationale und wirklich Deutsche und Vaterländische , auch in diesen Zeiten sein
Bestes gibt, um dem deutschen Volke zu helfen. Die ungeheure Bedeutung des Londoner Paktes, bemerkte Minister Höfle zum Schluß, liege darin, daß endlich Rbcin und. Ruhr den Charakter einer Reparationsprovinz verlieren und daß endlich das ge. famte, deutsche Volk und die gesamte deutsch« Wirtschaft die Lasten zu tragen haben. Heute mittag wurde im Hannoverschen Festsaal die erste ge- ichlossenc Versamminiig unter Beteiligung de? päpst. Uchen Nuntius Pacelli eröffnet. Der Papst hatte bei Versammlung in einem Handschreiben seinen Glück Wunsch und seinen Segen übermittelt. Znm erster Vorsitzenden des Katholikentages wurde einstimmig Oberbürgermeister Barwig-Aachen gewählt.
In der ersten öffentlichen Versammlung richtete der apostolische Nuntius Pacelli das Wort an die Versammlung, die ihn stehens anhörte. Der Nuntius bekannte sich als bcinfbineii und begeisterten Bewunderer ver deutschen Katholikentage und ihres Nrbcits- und Tatwillens. Die Diesjährige Tagung falle in eine schwere Prüfungszeit des deutschen Volkes. Umso bewundernswerter sei es, daß die deutschen Katholiken tret’ der materiellen Not den Blick nach den „ewigen Bergen" erhoben. Das einzige Nettungs- nud Erncucrungsprogramm für die 'eelisch verwahr- loste Menschheit sei die Rückkehr zu Christus, auch in Staat und Gesellschaft. Dieser Gedanke müsse der