General-Anzeiger
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Nr. 193
Montag den 18. August
1924
Die Londoner Konferenz beendet
Der Pakk von London angenommen. — Ruhrräumung erst im August 1925. — Ratifikation der Beschlüsse bis 30. August gesorderl.
Die Londoner Konferenz ist am Samstag ^schlossen worden. Sie hat genau einen Monat gedauert, vom 16. Juli bis 16. August. Unser • Moränen, das wir dieser Konferenz vom ersten TWe an entgeigengeibvncht halben, hat sich als ' beigründet evwi!esen, denn sie hat an dem wichtigsten Punkt, der RuhrrëumumP, kläglich ver- ; sagt. Die deutsche Delegation ging mit der vom gesamten deutschen Volk unterstützten Forderung nach London: Freiheit für das widerrechtlich besetzte Gebiet. Diese Forderung stützte sich einmal aus unser Recht und ■ ferner auf das von allen Alliierten als unab- ; ândevliches Ganzes angenommene Darvesgatt-
achten. In diesem Gutachetn wirb an mehr als einer Stelle gesamt:
„Daß der Plan durchaus abhängig ist von
ton durchaus abhängig ist von
der Wiederherstellung von Deutschlands wirtschaftlicher Souveränität ..." — „Es ist unsere Pflicht, deutlich hervorzuheben, daß unsere Dor- I schlage auf der Annahme beruhen, daß die wirtschaftliche Fähigkeit Deutschlands durch keine andere fremde I Organisation als die hier vorgesehene Ueberwachung behindert und beeinträchtigt wird. Folglich beruht I unser Vorschlag auf der Voraussetzung, daß die k bestehenden Maßnahmen, insoweit sie diese Tätigkeit behindern, rückgängig gemacht oder hinreichend abgeändert werden, sobald Deutschland zur Ausführung des vorgeschriebenen Planes schreitet."
Die Londoner Konferenz hat die Hoffnung, die f das deutsche Volk in dieser Frage hatte, weit- s gehepv enttäuscht, denn die Ruhrbesetzung dauert gKNiiâ^^M^Mb Die Deutsche Abordnung kehrt in dieser Frage mit nicht viel mehr als leeren Händen aus London zurück, hat aber einen Eselspacken neue Verpflichtungen auf sich genommen, von denen sogar der Versailler Vertrag nichts weiß. Die Fortdauer der Besatzung um ein weiteres Jahr bedeutet für Deutschland eine neue unerträglich lang erscheinende Zeit ohnmächtig zu tragender Fremdherrschaft und der ständigen Bedrohung des entwaffneten deutschen Volkes durch die auf das rechte Rheinufer vorgeschobene starke Vorhut der stärksten Militärmacht der Welt. Demgegenüber will es nur wenig besagen, wenn einzelne Teile des vertragswidrig besetzten Gebiets sofort, andere nach kurzer Zeit geräumt werden. So erfreulich das für die Bevölkerung der in Betracht kommenden Städte ist, die militärische Stellung Frankreichs wird dadurch nicht berührt; sie wird auch künftig nicht berührt werden, dafür bürgen uns die Vertragsbrüche Frankreichs und die tragifche Ohnmacht Englands, das ohne das zerbrochene deutsche Schwert nichts vermag in Europa.
Daß die deutsche Delegation mit der Unterzeichnung desSchlußprotokolls künftigen Schwierigkeiten enthoben fei, wird sie wohl selbst nicht glauben. Ein großer Teil der öffentlichen Meinung Deutschlands steht in striktem Gegensatz zu der Auffassung, daß man dem französischen Militarismus auf ein ganzes Jahr die Ruhr als Vesatzungsgebiet überläßt, zumal auch einflußreiche britische und amerikanische Kreise ihrer Ansicht dahin Ausdruck gaben: Das Recht ist auf Deutschlands Seite. Jede Bsfatzungsarmee ist eine ungemeine Belästigung der Bevölkerung und eine schwere Gefahr für den Frieden. Mit diesem Teil der öffentlichen Meinung hat''die Reichsregierung schwer zu kämpfen, zumal man der deutschen Delegation ernste Vorwürfe im Hinblick auf ihre Verhandlungsart machte und machen kann. Darüber gibt es keinen Streit, daß die deutsche Delegation in London die öffentliche Meinung nicht im geringsten als Machtfaktor zu gebrauchen wußte, daß sie ferner die parlamentarische Opposition zum Mitstreiten nicht im geringsten heranzog. Ehrbar und bieder trat man auf, war sehr höflich und wo es angebracht war, konziliant. Aber das ist ulles noch keine Diplomatie. Was das deutsche Volk von feinen Führern verlangen kann und muß, ist die Ausschöpfung aller Mittel. Man blicke auf Heriots Taktik. Wie yevorragend wußte dieser Franzose die öffent- uche Meinung Frankreichs ins Feld zu führen, wenn es notwendig war, wie einzigartig wußte dieser französische Staatsmann sich auf die Nationale Opposition zu stützen, wenn angeblich ikanzöfische Interessen gefährdet waren. „Frankreichs öffentliche Meinung läßt es nicht zu, daß
die Ruhr vor einem Jahre geräumt wird!" So sprach Heriot und überzeugte damit Macdonald. Und die deutsche Delegatton? Sie fußte einzig und allein auf ihrer Derhandlungsvollmacht. Als Herriot unbeugsam auf dem Ruhrpfand für ein Jahr bestand, wußte man keinen anderen Ausweg als in Berlin beim Reichspräsidenten anzufragen. Von der deutschen öffentlichen Meinung war in London keine Rede.
Die Lage der Reichsregierung ist kritisch. Wird sie nach den Zugeständnissen, die sie in London machte, die nötige parlamentarische Mehrheit finden, die notwendig ist, um den Dawes-Plan anzunehmen? Wir sagten schon am Samstag an dieser Stelle, daß wir uns diese Mehrheit nicht gut denken konnten unb heute liegt bereits eine Auslassung der Deutschnationalen vor. Letztere — sie sind zur Annahme der verschiedenen Gesetze, die der Dawes-Plan im Gefolge hat, unbedingt nötig — lehnen die Verwirklichung des Dawes-Gutachtens allein wegen der einjährigen Räu- munasfrist ab. Was geschieht? Da der Reichspräsident sich offenbar hinter die Regierung Marx-Stresemann gestellt hat, besteht die große Möglichkeit der Auflösung des Reichstages. Die Aussichten für einen Wahlkampf, der unter der Parole: Kein faules Kompromiß, Freiheit für Rhein und Ruhr! geführt wird, dürften für die bisherigen Regierungsparteien nicht gerade sehr günstig sein, zumal man nicht mit Unrecht sagen kann: Alle Völker der Alten wie der Neuen Welt haben ein brennendes Interesse an einer Einigung, an einer schnellen Bereinigung und einem wirtschaftlichen Aufschwung. Die Londoner Konferenz würde nicht in die Brüche gegangen sein, wenn man deutscherseits stark geblieben und mit dem starken Lutherwort vor die Welt getreten wäre und ihr kundgegeben hätte: Hier stehen wir, wir können nicht anders,Gotthelfeuns!Amen!
Die Aussichtssn für den Bestand der Regierung Marx-Stresemann sind wahvhafttg nicht günstig. Die deutsche Delegation wird eine Rechtfertigung oblegen müssen, die gewiß nicht beneidenswert ist. Die ausgesprochene Regierungsparteipresse ist Wr Zeit bemüht, die Vorteile kundzugeben, die in London von der deutschen Delegation erreicht wurden. Man zählt aus den Fortfall der Mirumv ertrage, den Fortfall der Zollgrenzen, die allgemeine Amnestie und sonstigen „Zugeständnisse der Gegenseite". All das soll nicht unterschätzt, die Bedeutung dieser Angelegenheit nicht verkannt werden, aber unmöglich darf hier verschwiegen werden, welche ungeheuerlichen Lasten und Beedingungen der Dawes-Plan unserem Volk aufsvlegt, Lasten, die kaum zu tragen sind. Das Mindeste wäre doch gewesen, daß man mit der Uebernahme dieser gewaltigen Lasten die Freiheit derer errungen Härte, die wider Recht und ertrag von Frankreich vergewaltigt werden. Was der'deutschen Delegation in den letzten Tagen in London widerfuhr, ist und bleibt ein verschleiertes Diktat. Was die deutsche Delegation durch die Annahme der französisch-belgischen Bedingungen tat, läuft auf U nterwerfung des verschleierten Diktats hinaus. Man gebe sich keinen Täuschungen und V e sch ö n i g ü n g e n bin. Sie sind in einer Lebenslage, in der sich zur Zeit das deutsche Volk befindet, äußerst gefähr- lick. In der Linkspresse hebt man sogar hervor, daß allein die Tatsache, daß Deutschland als gleichberechtigter Teilnehmer zur Konferenz eingeladen und behandelt worden sei, als ein entschiedener Fortschritt zu begrüßen sei. Ja, du lieber Himmel, hat benn das verschleierte Diktat der Alliierten mit Gleichberechtigung auch nur das Geringste zu tun? Macht, brutale Macht triumphierte wie aus allen vorange- gangenenKonferenzen auch inLondon.Warum? Die weitere militärische Besetzung der Ruhr ist und bleibt die Sicherung eines französischen Pfandes. Dieses Pfand wird in den künftigen deutsch-französischen Verhandlungen die ausschlaggebende Rolle spielen, und zwar ob un- sever Ohnmacht zu Deutschlands weiteren Nachteilen. R. H.
Die Schlußsitzung.
London, 16. Aug. Die Londoner Konferenz trat heute nachmittag um 6 Uhr 50 unter dem Borsitz des britischen Premierministers zu ihrer Schlußsitzung zusammen. Nachdem die noch ausstehenden
Berichte entgegengenommen und ohne Debatte genehmigt waren, hielt Macdonald als Vorsitzender der Konferenz die Schlußansprache, die von der Konferenz mit Beifall ausgenommen wurde. Es folgten dann Ansprachen von Herriot, dem amerikanischen Botschafter Kellogg, TheuniS, dem italienischen Hauptdelegierten de Stefani, Reichskanzler M a r x und dem japanischen Botschafter Hayashi. Auch nach den Reden Herriots imb Reichskanzler Marx fetzte starker Beifall ein.
Nach einer kurzen Pause, in der das Konferenzprotokoll von den verschiedenen Delegati»nen zur Kenntnis genommen wurde, erfolgte die Paraphierung des Protokolls. Die Sitzung wurde um 9 Uhr von Macdonald geschloffen. Mit freundschaftlichem Händedruck verabschiedeten sich die Teilnehmer voneinander.
Schlußworte Marx und Macdonalds.
London, 16. Aug. Mac Donald beglückwünschte in seiner Ansprache auf der Schlußsitzung der Konferenz, die er mit der Anrede „Meine Freunde" einleitete, die Konferenzmitglieder zum erfolgreichen Abschluß der gemeinsamen Arbeiten. Er sagte, jeder müße jetzt danach streben, das vollendete Werk für immer fruchtbar zu gestalten. Er erklärte, sein Gefühl als Vorsitzender der Konferenz sei ein Gefühl der Dankbarkeit gegenüber den Kollegen von dem Premierminister bis zum Schreibmaschinenpersonal, die alle in ihrer eigenen Weise ohne Unterlaß dafür gewirkt hätten, die Konferenz zu einer erfolgreichen zu machen. Macdonald fragte, ob irgend jemand sich das Unheil vorstellen könne, das gefolgt wäre, wenn die Konferenz gescheitert wäre, und fuhr fort:
„Ich glaube, wir haben Europa etwas Besseres gegeben, als ein Abkommen, entworfen von Advokaten und auf Papier gedruckt, wir und uns in unsere gegenseitige Lage hineinversetzt. Dies ist der größte Fortschritt, den wir gemacht haben, selbst wenn letzten Endes die eine oder die andere Seite vom Ergebnis enttäuscht worden ist. Wir bieten jetzt das tatsächlich erste durch Verhandlungen (!) zustande gekommene Abkommen seit dem Kriege. Jede hier vertretene Partei ist moralisch verpflichtet, ihr Bestes zu tun, um es durchzuführen, weil es nicht das Ergebnis eines Ultimatums (!) ist. Wir haben versucht, einander so weit entgegen zu kommen, als es die öffentliche Meinung der verschiedenen Länder uns gestattete. Dieses Abkommen kann angesehen werden als der erste Friedensvertrag, weil wir es unterzeichneten mit einem Gefühl, daß wir den furchtbaren Kriegsjahren und der Kriegsmentalität unseren Rücken gewandt haben."
Reichskanzler Marx!
führte aus: Namens der deutschen Delegation spreche ich dem Herrn Vorsitzenden der Konferenz unseren aufrichtigsten Dank aus für die besonderen Ausführungen, die er uns gewidmet hat. In verständnisvoller und sympathischer Weise, wie es seiner Att entspricht, hat der Herr Vorsitzende der Konferenz darauf hingewiesen, welch schwere Aufgabe den deutschen Delegierten bei dieser Konferenz erwachsen ist und welch große Verantwortung sie haben auf sich nehmen müßen, indem sie einer Regelung der Reparationsfrage im Sinne des Dawes- Gutachtens zustimmten, das dem deutschen Volke so große Opfer auferlegt.
Mit Recht hat der Herr Vorsitzende darauf hingewiesen, daß die Uebernahme dieser Lasten und die Annahme der ganzen im Dawes-Eut- achten vorgesehenen neuen Einrichtungen für die deutsche Regierung einen schweren Entschluß darstellt, daß aber eine gewiße Zuversicht über die zukünftige Entwicklung aus dem in sehr weitgehendem Maße durch diese Konferenz vorgesehenen Schiedsgerichtsgedanken zu entnehmen ist. Möge dieser Gedanke des Schiedsgerichts in immer weitergehendem Matze bei der Regelung der Beziehungen der Völker untereinander Eingang finden, um somit das bisherige durch ein besseres Recht zu ersetzen! Ich möchte nicht diese Konferenz verlassen, ohne der Genugtuung Ausdruck zu geben über den hohen Geist des Friedens und der Versöhnlichkeit, der die Verhandlungen dieser Konferenz getragen hat. Wir hoffen zuversichtlich, daß er das Verhältnis der Völker künftig beeinflussen und zu einem allseits vertrauensvollen gestalten wird. Deutschland wird gern bereit sein, mit allen Völkern in gute Beziehungen einzutreten und gemeinsam mit allen zum Wohl der Menschheit zu ameiten. Ich freue mich, den Dank der deutschen Delegation aussprechen zu dürfen für die großen Bemühungen, denen der Herr
Vorsitzende sich unterzogen hat, um diese -on- ferenz zustande zu bringen und zu einem positiven Ergebnis durchzuführen. Er hat damit den größten Beitrag geliefert zu einem Ziele, dem wir alle, die wir hier vereint find, bei unseren Arbeiten gedient haben.
Ministerpräsident Herriot bezeichnete nach den einleitenden Dankesworten an Mac Donald als die Hauptaufgabe der Konferenz die Anwendung des Dawes-Planes. Alle Beteiligten seien selbst in den Stunden, wo man an dem Erfolge der Konferenz hatte zweifeln können, von dem Gefühl beseelt gewesen, daß es sich hier in London um die Anbahnung einerneuen Aera unter den Völkern handele. Zwar seien nicht alle Probleme gelöst worden, aber man sehe schon die Morgenröte tagen, und er, Herriot, hoffe, daß man bald in das volle Licht des Tages treten werde. Der schiedsrichterliche Gedanke stehe als ein erhabenes Symbol über dem ganzen Werk der Konferenz. Frankreich habe keinen stärkeren Wunsch und keinen höheren Ehrgeiz, als sein eigenes nationales Losungs- wort: „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" auf alle Völker der Erde ausgedehnt zu sehen.,
Gegen Ende der Schlußsitzung der Londoner Konferenz liefen bei dem Vorsitzenden Macdonald Glückwunschtelegramme vom König von England und von General Dawes zum glücklichen Gelingen der Konferenz ein.
Briefwechsel in der Rüumungsfrage.
Deutscher Vorbehalt gegen die Stuhrbesetzung.
London, 16. Aug. Zwischen dem französischen und belgischen Führer der Delegation einerseits und dem Reichskanzler Marx andererseits hat heute ein Briefwechsel stattgesunden. Die Ministerpräsidenten Herriot und TheuniS sandten dem Reichskanzler folgender Schreiben:
toi
Herr Reichskanzler! Wir haben die Ehre, Ihnen i her folgensen Erklärung, KeWtuis Maepm. dir Regierungen abgeben.
r II:
Die französische und die belgische Regierung bestätigen ihre vorausgegangenen Erklärungen, nach deren Wortlaut die Besetzung des Ruhrgebiets von ihnen kraft des Versailler Vertrages vollzogen worden ist. Sie erklären aber, zur Achtung der Verpflichtungen entschlossen, die sie bei Vollziehung deS betreffenden Gesetzes eingegangen sind, die nur zum Ziele hatten, von Deutschland Bürgschaften für die Ausführurg feiner Reparationsverpflichtungen zu erhalten, daß sie,. wenn die frei vereinbarten Verpflichtungen zur Ausführung des Sachverständigengutachtens in dem Geiste der Loyalität und der Befriedigung angewcndet werden, der auch die Beratungen beseelt hat, zur militärischen Räumung des Ruhrgebiets in der Höchstfrist von einem Jahre, von diesem Tage an gerechnet, schreiten werden.
Wir wären Eurer Exzellenz für eine gefällige Empfangsbestätigung der vorliegenden Mitteilung dankbar, Genehmigen Sie usw. usw.
gez. Herriot. Theunrr.
Der Reichskanzler antwortete mit folgendem Brief:
Meine Herren Ministerpräsidenten! Ich beehre mich/ Ihnen den Empfang Ihres Schreibens vom heutigen Tage zu bestätigen, womit Sie mir die Erklärung der französischen und der belgischen Regierung über die Räumung des Ruhrgebietes übermittelt haben. Indem ich von dieser Erklärung Kenntnis nehme, halte ich den wiederholt von der deutschen Regierung dargelegten Standpunkt auftecht, wonach die B e s e tz u n g deutschen Gebiets außerhalb der in Artikel 248 des Versailler Vertrag» be- zeichneten Grenzen nicht alsrechtmäß i g an» erkannt werden kann. Zugleich möchte ich der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß eS erwünscht erscheint, die militärische Räumung so sehr als möglich zu beschleunigen und sie vor dem von Ihnen gegebenen Zeitpunkt zu beenden. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß die französische und belgische Regierung ‘ diesem Gesichtspunkt Rechnung tragen wird. Genehmigen Sie usw. usw. .. .
gez. Reichskanzler Marx.
London, 16. Aug. (Wolff.) Ein zweites Schrei- ben der Rlinisterpräsidenten Herriot und Theuni» an den Reichskanzler lautet: .
Herr Reichskanzler! In dem Augenblick, in dem der Abschluß der Londoner Konferenz bevorsteht, die eine wichtige Anstrengung des Zustandes internationaler Eintracht darstellt, beschließen die französische und belgische Regierung in dem Wunsche, ein unver- zügliches und spontaner Zeugnis ihres Fnedenswillens unv ihrer Vertrauens in frei vereinbarten Verpflichtungen abzulegen, daß sie am Tage nach der endgültigen Unterzeichnung der Londoner Vereinbarung die militärische Räumung der Zone Dortmund und Horde und der nicht zum Ruhrgebiet gehörigen, leit dem Januar 1923 besetzten Gebiete anordnen werden. Diese militärische Räumung wird in derselben Zeit stattfindcn wie die wirtschaftliche Räumung derselben Zoue. Genehmigen Sie usw. - _
Gez. Herriot. Theunls. Hymans.
Die Antwort des Reichskanzlers auf dieses Schreiben lautet: , -
«Keine fierten Ministerprändenten. Ich beehre mich, den Empfang Ihres heutigen Schreibens zu be- tätigen, worin Sie ankündigen, daß am Tage der cndaültiaen Unter,eicknuna des Abkommens von