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General-Anzeiger

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

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glr. 189

Vor öen letzten Entscheidungen.

Weinungsverschie-enheilen über den Transfer. Militärische Räumung bis 31. Dezember?

London, 12. Aug. Wie hier verlautet, sind ^ Arbeiten der Konferenz soweit vorgeschritten, baß nach dem Stand von heute nachmittag von denjenigen Dingen, die die drei Kommissionen betreffen, nur noch die Frage der Sachlieserun- »en aussteht, die auf der Vollkonferenz erörtert .werden soll. In der heutigen Konserenzsitzung Meint eine sehr entschiedene sachliche Ausein­andersetzung über die Frage stattgesunden zu haben, wieweit das Sachverständigengutachten -dem Transferkomitee das Recht gibt, lang­fristige Anlagen in Deutschland zu machen. Die vier in London anwesenden Mit­glieder des Daweskomitees sollten der Konfe­renz mitteilen, wie sie selbst diesen Punkt des .Berichts des Sachverständigenkomitees inter­pretieren. Die. zweite Frage war, ob darüber unbedingt zwischen der deutschen Regierung und bem Transferkomitee eine Verständigung erzielt Werden muß oder ob an sich an ein Schieds-

-gericht gedacht worden ist. Die vier Mitglieder des Daweskomitees fcheinen der Auffassung der deutschen Delegation nichtentsprochen zu haben, die darum ersucht hat, daß bezüglich der Auslegung dieser Bestimmungen der Konferenz selber die' deutsche Delegation eine Erklärung jübgibt. Heute vormittag wurde darüber in mehr vls zweieinhalbstündiger Debatte gesprochen. ' Reichsfinanzminister Luther vertrat nach­drücklich den deutschen Standpunkt und es wurde erreicht, daß heute nachmittag eine Spe- HiMommission von zwei Delegierten von jeoer f der beteiligten Rationen zusammengetreten ist, ; lim festzustellen, wie weit die Rechte des Trans­ferkomitees nach dem Wortlaut des Gutachtens . gehen. Wie verlautet, sind die deutschen Sach- . verständigen in der Lage gewesen, den Be- rschlüssen dieser Unterkommission beizutreten. Die Deutsche Delegation hat sich vorbehalten, einen fbestimmten Prozentsatz der deutschen Industrie |oon jeder fremden Anlage auszunehmen. In Uder Frage der Sachlieferungen hat sich |bie deutsche Delegation dem Vernehmen nach be- greit erklärt, Kohle und Koks über 1930 hinaus

SU liefern, ebenso Braunkohle und Stickstoff. »Sie weigerte sich aber, in ihren Zugeständnissen W weiterzugehen. Die Entscheidung darüber wird I wahrscheinlich in der letzten'Konferenzphase fallen.

Inzwischen werden seitens Frankreichs auch W die handelspolitischen Fragen auf- 1 gerollt. Das Schriftstück, das gestern der sran- zösische Finanzminister Elemente! und Seydoux i dem Außenminister Stresemann überreicht W haben, enthält die Wünsche Frankreichs bezüg- I lich der Regelung der handelspolitischen Ver- Hältnisse mit Deutschland. Die französische Auf- I jassung scheint dahin zu gehen, daß, wenn in I der Reparationsfrage in London eine Rege- I lung getroffen wird, der Friede nicht durch einen eventuellen Zollkrieg gestört werden dürfe I »ach Ablauf der Frist, innerhalb deren Deutsch- I land zollfreie Einfuhr von Waren aus Elsaß- I Lothringen zu genehmigen hat. Die deutsche I Delegation überreichte einen Gegenvorschlag, I der sich von der französischen Auffassung in I wesentlichen Punkten unterscheidet. Hierüber I wurde zwischen den französischen Ministern Cle- I mentet und Seydoux sowie Reichsfinanzmini- I her Luther und Staatssekretär Trendelenburg I verhandelt. Wie in Ententekreisen verlautet, I wurde bei den gestern zwischen der deutschen I ^d der belgischen Delegation stattgehabten Be- I Weckungen angeregt, einen deutsch-belgischen I Handelsvertrag abzuschließen. Es kann ange- I jammen werden, daß die ganze Frage der wirt- I Häßlichen und Handelsbeziehungen Deutsch- I . uds in nächster Zeit eine Neuregelrmg er- f fahren wird.

Was die mutmaßliche Dauer der Kon - i enz betrifft, so heißt es, daß auch, wenn I schnelle Verständigung über die Rqumungs-

8 Re erzielt werde, die Herstellung eines Proto- I t05' das die Ergebnisse der Konferenz zusam- Menfaßt, eine gewisse Zeit beanspruchen wird, ssuch umfaßt der Rat der Vierzehn nur einen ^eil der alliierten Staaten. Den übrigen Staa- sind heute nachmittag die bisherigen Ve- I unterbreitet worden. In englischen $rei= k Ä^bt man, daß die Konferenz bis Ende ! Wocke dauern wird.

Mittwoch den 13. August

Der amtliche englische Funkdienst meldet: Eine Konferenz der alliierten und ame­rikanischen Delegation wurde heute nachmittag unter dem Vorsitz von Macdonald abgehalten. Sie dauerte 1% Stunden. Sir Ed­ward Walton, der Oberkommissar von Britisch- Südafrika, war als Reichsvertreter zugegen. Der britische Premierminister berichtete, daß verschiedene Ausschüsse zufriedenstellende Fort­schritte in ihrer Arbeit gemacht hätten, und er­klärte, daß mit Ausnahme von zwei oder drei Punkten alle diese Arbeiten beendet seien. Er glaube, daß nur noch eine solche Versamm­lung der alliierten Delegierten vor der nächsten Vollsitzung mit den Deuffchen notwendig sein werde. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese Vollsitzung die Beendigung der Arbeiten bedeuten werde. Die Konferenz nahm Kennt­nis von den Berichten der Ausfchüfse und billigte die verschiedenen Abänderungen und Zusätze, die gemacht wurden, seitdem die Deutschen an den Besprechungen teilnehmen. Die meisten dieser Aenderungen sind bereits bekannt. Von besonderem Interesse war die Zusatzbemerkung zu dem Bericht des ersten Ausschusses, der be­stimmt, daß die Bezeichnungvorsätz­liche Verfehlungen" in dem Sinne ge­meint ist, wie sie der britische Premierminister im Unterhause am 5. 8. gebraucht hat, und die klar erkennen läßt, daß ein überlegtes und ab­sichtliches Verschulden mit dieser Redewendung gemeint i|t, wo wnuter m -â ^rll...^.^ gebraucht wird.

Außerhalb der Konferenz hat dem Verneh­men nach die Erörterung der Frage der militärischen Räumung des Ruhr gebiets während des ganzen Tages fortgebauert, ohne daß bisher über deren Ergebnis etwas Endgülti­ge s b e k a n n t i st.

Weinungsverfchiedenhetten in der Frage der mililärischen Räumung

London, 12. Aug. Wie der Sonderbericht­erstatter des Wolfbüros in Konferenzkreisen hört, sind die Verhandlungen über die Frage der militärischen Räumung eingeleitet worden durch die beiden Unterredungen, die Dr. Strese­mann mit Herriot hatte, die eine vor dessen Pariser Reise, die andere gestern. Die Belgier haben sich bisher an diesen Verhandlungen nicht beteiligt. In den Vorbesprechungen zwischen Dr. Stresemann und Herriot wurde in der Besprechung eine gewisse Klärung erzielt, inso­fern, als die Auffassungen ausgetauscht wurden darüber, was beide Parteien glauben zugestehen zu können. Die offiziellen Verhandlungen zwischen den Delegierten von Frankreich und Deutschland werden morgen vormittag beginnen. Was die Frage der Eisenbahner anlangt, so wird in Konferenzkreisen angenommen, daß die englischen Zeitungsmeldungen, wonach für beide Seiten eine befriedigende Lösung gesunden werden kann, fich mit den Tatsachen in Ein­klang befindet.

Paris, 12. Aug. Der Sonderberichterstatter desJntransigeant" will wissen, daß in der Unterredung, die zwischen Herriot, Macdonald, Marx und Dr. Stresemann stattgesunden habe, die Grundlinien für die militärische Räumung der Ruhr festgelegt worden seien. In unter­richteten Kreisen sei man der festen Ueber­zeugung, daß die Ruhr zum 31. Dezember 1924 nicht nur von den zivilen Besatzungsbehörden, sondern auch von den Truppen völlig geräumt jein werde.

Paris, 13. Aug. Der Londoner Sauber« Korespondent desTemps" stellt erhebliche Meinungsverschiedenheiten zwischen der franzö­sischen und der belgischen Delegation in ber Frage ber militärischen Räumung des Ruhr- gebietes fest. Thennis fei für eine sofortige Räumung und habe daraus keinen Hehl ge­macht. Belegen verlange keinerlei Kompensa­tionen als Gegenleistung für diese Räumung. Es stelle wenigstens keine bahingehembe For­derung auf. Frankreich habe zwar offiziell die Frist der weiteren militärischen Besetzung auf ein Jahr eingeschränkt, möchte aber gerne eine noch weitevgehende Einschrünkun!g in den Ver­handlungen ausmünzen. Dagegen glaubt der Sonderberichterstatter desBellt Parisien", daß die gestrige französisch-belgische Auseinander- sttzuNM ein atiimimmena rbeiten ermüLlickt Habs.

London, 13. Aug. DieTimes" schreibt: Die mit der Londoner Konferenz parallel laufenden Erörterungen über die militärische Räumung des Ruhrgebiets wurde gestern ohne unaus­gesprochene Fortschritte fortgesetzt. Es verlautet, daß die Franzosen für die Räumung noch keinen Zeitpunkt genannt hätten, aber dazu geneigt seien, die Grundlagen des Handelsabkommens zu erörtern. Seydoux und Clemente! seien gestern mit Dr. Luther zusammengekommen. Es wurde vorgeschlagen, daß die Einzel­heiten des Abkommens im Oktober in Paris oder Berlinerörtert wer­de n f o l l e n. Wie dieTimes" weiter meldet, wurde vereinbart, daß heute vormittag erst­malig eine Zusammenkunft zwischen den Deut­schen, Franzosen und Belgiern stattfinden soll. Wie verlautet, hätten Großbritannien und Ita­lien, ebenso wie Frankreich und Belgien, Deutschland den Wunsch mitgeteilt, Handelsab­kommen abzuschließen.

Anonnehmbare französ. Forderungen.

Paris, 13. Aug. Rach dem Sonderbericht­erstatter desPetit Parisien" enthält das Me­morandum über den wirtschaftlichen Modus vivendi zwischen Frankreich und Deutschland, das der Finanzminister Elemente! vorgestern der deutschen Delegation überreichte, im we­sentlichen folgende Forderungen:

1. Für Frankreich: Meistbegünstigung ohne Gegenseitigkeit für Deutschland, wobei jedoch gewisse wirtschaftliche Vergünstigungen für Deutschland vorgesehen sind,

2. Für Elsaß-Lothringen: Fortsetzung des Verzugs-Regims, das s. Zt. keine nach Deutsch- land zollfrei eingeführten Waren genießt,

3. Eine französische Beteiligung an den Ruhrbergwerken.

menM und Luther im Beisein ihrer

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ständigen Seydoux und Trendelenburg haben die Debatte erheblich erweitert und die Rot- wendigkeilt erwiesen, zahlreiche Fragen für ein vertieftes Studium zurückzustellen. Sie werden an einen französisch-deutschen Sachverständigen- Ausschuh verwiesen.

Der Sonderberichterstatter desMatm" macht nähere Angaben, insbesondere über die französischen Forderungen zu Gunsten des El­saß. Es dürfe nicht sein, schreibt er, daß am 10. Januar plötzlich die elsäßischen Weber und Weinbauer von der Ausfuhr nach Deutschland abgeschnitten würden. Finanzminister Luther wandte ein, daß durch das Elsaß französische Waren ohne Kontrolle und in unbegrenzter Menge nach Deutschland hineingelangen könn­ten. Es sei darauf hingewiesen worden, daß man ffanzöstscherseits bereit sei, die Zufuhr zu kontingentieren. Darauf habe Finanzminister Luther geltend gemacht, daß Frankreich durch seine Abmachungen über die San.ieferungen auf Reparationskonto sich bereits erhebliche Vergünstigungen verschafft habe, worauf ihm erwidert worden sei, daß durch den künftigen Handelsvertrag auch Deutschland Vergünstig n- gen erlangen könnte. und daß man nicht an eine Druck- oder 'Gewaltpolitik denke. Schließlich sei man zu dem Ergabins gelangt, daß man schon jetzt die Verhandlungen in London über einen Modus vivendi aufneh- men wolle. Clemente! habe deshalb, wie bereits berichtet, den Sachverständigen Serruys nach London gebeten und auch aus Berlin nun Den zwei Mitarbeiter von Trendelenburgs er­wartet.

*

Die Kompensationen die Frankreich nach obiger Meldung auf handelspolitischem Gebiete verlangt, sind für Deutschland vollkommen unmöglich, auch dann unmöglich, wenn davon die Räumung des Ruhrgebiets abbängen sollte. Die Franzosen suchen sich hier die günstige Gelegenheit die ihnen das Diktat von Ver­sailles bis zum 10. Januar 1925 zugesteht, weiter zu sichern. Bis dahin haben sie nämlich zollfreie Einfuhr nach Deutschland für elsaß-lothringische Er­zeugnisse und eS ist unberechenbar, was aus diesem offenen Loch im Westen alles zu uns herein strömt. Sie wollen diesen Zustand verlängern, da ihnen auf dem inländischen französischen Markte große Schwierig­keiten drohen, wenn die Erzeugnisse Elfaß-Lothringens dort Aufnahme suchen müssen, anstatt in Deutschland unterzukomnien. Seit Monaten kommt in Paris die­jenige Presse, deren enge Beziehungen zur Großindustrie u. besonders zur lothringischen de Wendel-Gruppebekannt sind, immer wieder auf das gleiche Thema zurück:Daß int Januar 1925 Frankreichs wirtschaftliche Zukunft auf dem Spiele steht. Die Verwirklichung des gran- diöscn Projekts, das Kartell aus Kohle und Eisen, Lothringen-Luxemburg in Verbindung mit Rheinland- Westfalen unter , französischer Jndustriehegemonie, es kann nunmehr nickt länger hinausgeschoben werden." Auch wir sind dafür, daß handelspolitische Abmachungen mit Frankreich getroffen werden, die müssen aber auf dem FuLe der Gleichberechtjauna erfolgen: eine'

1924 weitere einseitige Ausbeutung Deutschland» über d Geltungsdauer des Diktats hinaus ist vollkommen unerträglich. Mit einem glatten Rein muß die dritte Forderung nach französischer Beteiligung an den Ruhrbergwerken abgelehnt werden. In dieser Frage darf es keinen Handel geben.

Kerrivl mutz Erfolge nach Paris mit* bringen

Paris, 13. August. Der Sonderberichterstatter desMatin* in London glaubt zu wissen, daß Loucheur Herriot über die Eindrücke unterrichtet habe, die die Londoner Verhandlungen bis jetzt im Parlament, ins­besondere in der aus etwa 40 Abgeordneten bestehenden radikalen Linken, der eigenen Partei Loucheur», hinter« lassen habe. Der allgemeine Eindruck gehe dahin, daß Herriot nachdem er in der Frage der Räumung des Ruhrgebiets und in verschiedenen anderen Punkten nachgegeben habe notgedrungen einen Handelsvertrag und ein Abkommen über die interalli­ierten Schulden, beide in größeren Zügen, das erstere als Gegenleistung für die Konzessionen an Deutschland und das zweite für die, Konzessionen an England mit nach Paris bringen müsse.

Die Stellung der Deuischnaiionalen.

Berlin, 12. Aug. DieKreuzztg" veröffent- licht eine Zuschrift aus Kreisen der Deutsch» nationalen Reichstagsfraktion, in der es heißt:

Bon zahlreichen in Berlin anwesenden Mit- gliedern der Deutschnationalen Reichstagssrak- tion wird die Entwickelung der Verhandlung an in London mit wachsender Unruhe verfolgt. Es liegt Gefahr vor, daß man keine Verbesserung der Sa-chverständtgenvorschlüge ereicht, sondern sogar noch in Verschlechterungen einwill! gm wird. Bei allen Besprechungen wurde mitIrv- hem Ernst daraus hingewiesen, daß die Stel­lung der deutschnationalen Reichstagsfraktion durch die von ihr beschlossenen sieben Punkte endgültig festgelegt ist. Lösungen, die Otifen Forderungen nicht voll entsprechen, werden die Aiâmimnia her DeuUâauonaien Volk spartet nicht finden können.

Diese Erklärung geht davon aus, daß hie französische Regierung angeiblich die Räumung des Ruhrgebiets bis zum 1. Januar 1925 sich durch Kompensationen wirtschaftlicher Art ab« kaufen lassen wolle. Kein Grund liege für Deutfchland vor, so heißt es weiter, die mili­tärische Räumung nicht zu demselben Zeitpunkt zu verlangen, der für die wirtschaft­liche Räumung in Aussicht genommen sei, also für den 5. Oktober. Die Annahme liege nahe, daß die Franzosen sich durch die Verlängerung der Besatzung Sine Sicherheit verschaffen woll­ten, jederzeit wieder das wirtschaftlich wichtigste Gebiet des Reiches militärisch zu besetzen und andererseits in der Frage der Sackstieseruingen wirtschaftliche Vorteile für sich hevauszuscyca- gen. Würde man solchen Abmachungen deut­scherseits zustimmen oder auch nur die .geringste Kompensation für die Räumung der Ruhr zu­gestehen, so bedeute das die stillschwei-gende An­erkennung von deren Rechtmäßigkeit. Der deutschnationale Standpunkt in dieser Frage wird in der Erklärung also gekennzeichnet:

Alle Verhandlungen, die Herr Marx in dieser Hinsicht mit Herriot führt, gehen über seine Vollmachten hinaus, und wenn er solche für die Durchführung des Dawes- berichts für notwendig erachtet, so mühte er ebenso wie Herriot es mit seiner Pariser Reise tat, schnellstens nach Berlin zur Klä­rung der Lage kommen. Die sofortige mttAarische Räumung ist, ein unverzichtbarer Vorbehalt, den nicht nur die Deutschnationalen, sondern auch Herr Stresemann aus der Zen- tvalvorstandssitzung der Deutschen Volkspa.ier in Frankfurt a. M. ausdrücklich fefifieUte. Sollte daher die deutsche Delegation entgegen diesen Beschlüssen und ohne nochmaliges Be­fragen der Regierung irgend ein Kompromiß in der militärischen Raumungsfrage unterschrei­ben, so werden die dem Rei^chstag zur Durch­führung des Dawesgutachtens vorzulsgenden Gesetzesvorlagen keineswegs die Zwei- dlittelmehrheit erhalten, die ohne die Deutsch- nationalen nicht zu erreichen ist. Ein Umfall von Herrn Marx in dieser Frage zieht unwei» gerlich dessen Ablehnung durch die Deutschnationalen nach sich und bringt das Dawesgutachten und die jetzige Regierung zum Sturz.

Eine Mahnung Spenglers an die deutsche Industrie.

Oswald Spengler schreibt in der ersten Jubiläums Ausgabe derDeutschen Bergwerks-Zeitung", die in diesen Tagen die Feier ihres 25 langen Bestehens begeht:Die Leiden der rheinischen Industrie sind zu einem erheblichen Teil eine Folge ihres Mangels an starkem und dauerndem politischen Interesse. Wirt- chaftspolitik ist eine einzelne Aufgabe der großen Politik, aber kein Ersatzfür sie, heute weniger denn i«. Durch bloße WrtlLastrvolitil kann ein Staat weder aeschaffen