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General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn« und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237 und 1238.

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Sir. 181

Montag den 4. August

1924

Die Einladung an Deulschlan».

Morgen Dienstag -te erste Sitzung mit der deutschen Delegation.

In den ersten Augusttagen 1924 scheint die Einigung der Alliierten gegen Deutschland in gleichem Umfange stattgefunden zu haben, wie in den ersten Augusttagen 1914. Nach der Einigung, die in den drei Ausschüssen der Kon- erenz erzielt und am Samstag von der Voll- Mng bestätigt worden ist, gilt der erste Teil >er Londoner Konferenz als abgeschlossen und mmmehr kann Deutschland erscheinen. Die deutsche Delegation ist am Samstag eingeladen worden und hat sich heute Montag früh auf den Weg nach London gemacht. Die deutsche Dele­gation wird sich also in London in allen Punk­ten einer gemeinsamen Entscheidung der ande­ren Konferenzteilnehmer gegenübersehen. In der sehr delikaten Teilfrage der Räumung des Ruhrgebietes haben sich die angel­sächsischen Mächte und die kleinen Staaten des­interessiert. Falls die deutschen Vertreter die Frage anschneiden sollten man ist in London anscheinend so naiv, einen deutschen Verzicht auf die Erörterung dieser Frage für möglich zu halten, so würden sich Vertreter Frankreichs und Belgiens für eine Erörterung zur Verfü­gung stellen. Ein diplomatischer oder auch nur ein moralischer Druck der anderen Konferenz­teilnehmer auf Frankreich und Belgien scheint mehr als unwahrscheinlich. Der Optimismus, der in englischen Kreisen herrscht und der auch wieder auf die Berliner Börse abgefärbt hat, ist ein Beweis dafür, wie sehr man in der Welt dMit rechnet, oaß Deutschland gegen die Lon-

Sogar in dänischen und holländi- schm Zeitungen kann man gelegentlich lesen, daß es Deutschland gegenüber kein anderes wirksames Mittel gäbe als Gewalt. Es ist die höchste Zeit, daß wir durch konsequentes Han­deln diese für uns beschämende Ansicht in frem­den Ländern ausrotten. Der Zweite Ausschuß hat die wirtschaftliche Räumung des Ruhr­gebiets bis zum 15. Oktober vorgesehen. Diese Frist ist natürlich viel zu lang. Die deutschen Unterhändler werden darauf Hinweisen können, daß vor der vollständigen Räumung eine Leistungsfähigkeit Deutschlands nicht vorhanden ist. Es ist ganz selbstverständlich, daß mit der wirtschaftlichen Räumung die militärische Räu­mung Hand in Hand gehen muß. Frankreich will offenbar aus der militärischen Räumung Zugeständnisse verschiedener Art herausschlagen. Nach französischer Auffassung sollte die militä­rische Besetzung den Schutz der Ingenieure bil­den. Es hat also auch nach der französischen Rechtsauffassung mit dem letzten Ingenieur der letzte Schutzsoldât zu verschwinden. Daß die Zu­rückziehung der Besetzung in allerkürzester Frist notwendig ist, beweist allein schon die Tatsache, daß die Erwägung eines Verbleibens franzö- 'cher Truppen im Ruhrgebiet das auch von England unbedingt anerkannte deutsche Recht ans Räumung der Kölner Zone am 10. Januar 1925 in Zweifel stellt. Nur mit einer Fortdauer der Besetzung kann allein der Anspruch auf das Verbleiben mehrerer tausend französisch-belgi­scher Eisenbahner im deutschen Eisenbahnnetz notdürftig begründet werden. Alle diese Dinge, M mit der Fortdauer der militärischen Be­setzung des Ruhrgebiets Zusammenhängen, sind selbstverständlich für jede deutsche Regierung unannehmbar, weil jede Ausgabe der hier verankerten deutschen Rechte den politischen dturz der zuständigen Regierung zur Folge hatte und die Annahme der Gutachten- Gesetze und damit das Gutachten selbst un­möglich machen würde. Auch jede Deutelei Mst deutschem Recht ist unerträglich. Der b e l - 8'scheVermittlungsvorschlag, daß Mar die Räumungsfristen für das altbesetzte Gebiet seit 1920 liefen, daß sie aber durch die Manzigmonatige Ruhrbesetzung unterbrochen mochten seien, hieße nichts weiter, als daß ein durch ein Unrecht aufgehoben werden kann. Einen solchen Rechtsgrundsatz gibt es im aeutzchen Recht nicht. Wenn die Franzosen von Deutschland für die Liquidierung des ^uhrabenteuers Zugeständnisse "Us handelspolitischem Gebiet und in bezug auf

Fortdauer des elsaß-lothringischen Kontin­gents haben wollen, so ist demgegenüber zu be- anen, daß auch Deutschland ein lebhaftes Interesse daran hat, in geordnete and elsb e z i e h un g e n zu seinem west- âen Nachbar zu treten, daß es dabei aber von

jedem Drück frei sein muß und erst dann darüber verhandeln kann, wenn es sich in seinem neuen Zolltarif das notwendige Instrument für diese Verhandlungen geschmiedet hat.

Es würde eine neue Kapitulation vor der Unvernunft und der rohen Gewalt bedeuten, wenn die in London versammelten Vertreter darin einwilllgen würden, daß auch nur ein einziger französischer oder beiigtscher Soldat länger an der Ruhr verweilt, als die wirtschaft­liche Räumung durch die Okkupationsmächte dauert. Die Mehrzahl der Londoner Delegierten hielten und halten die Rnhrbesetzung für rechts­widrig und außerdem noch für wirtschaftlich schädlich. Sie würden jedes moralische Recht ver­lieren, sich als Anwälte des Weltfriedens aufzu­spielen, wenn sie einer Lösung zustimmen wür­den, welche das Unrecht viele Monate, ja Jahre lang weiter bestehen läßt. Für die deutsche De­legation gilt es Es dem Posten zu sein.

Die Einladung an Deutschland.

Berlin, 2. Aug. (Amtlich.) Die Einladung der deutschen Regierung zur Teilnahme an der Londoner Konferenz ist heute in Berlin einge­gangen. Sie ist vom britischen Premierminister dem deutschen Botschafter in London am Bach- mittag übermittelt morden und telegraphisch am Abend in Berlin eingetroffen. Das Schrei­ben des britischen Premierministers lautet in deutscher Uebersehung wie folgt:

Als Präsident der jetzt in Londün versam­melten interalliierten Konferenz habe ich die

das englisch-belgische Programm für Deutschland ebenso unmöglich ist, wie die Verlängerung der Besetzung des Kölner Brückenkopfs über den ver­traglichen Termin hinaus.

Wenn die deutsche Delegatton nach London fährt, so geht sie dabei von bet Gewißheit aus, daß sie auf demBoden der Gleichberech­tigung verhandeln kann und daß man ihr nicht zumutet, die bisherigen Beschlüsse der Konferenz als vollendete Tatsache zu betrachten. Diese Zu­sicherung ist ihr wiederholt von der Gegenseite gegeben worden. Man wird sich deshalb, auch dazu verstehen müssen, für den zweiten Teil der Konferenz diejenige Zeit aufzuwenden, die für einen gedeihlichen Abschluß der Verhandlungen mit Deutschland erforderlich ist."

Die Kvmmisflvnsderichke.

London, 2. Aug. Der Bericht des ersten Komitee» über die Fragt des Verzuges, der in der heutigen Vollsitzung der alliierten Konferenz angenom- men wurde, bestimmt, daß die Reparationskommission unter Hinzuziehung eines Amerikaners über die Frage des Verzuges entscheiden soll. Wenn die Reparation», kommission keine Einstimmigkeit erzielt, kann jede» Mitglied der Kommission innerhalb acht Tagen an einen Schiedsgerichtsausschuß von drei unparteiischen und unabhängigen Personen appellieren. Die Mit­glieder dieser Kommission werden für fünf Jahre durch eine einstimmige Entscheidung der ReparationSkom- mission ernannt oder mangel» einer einstimmigen Ent­scheidung durch den Präsidenten des 8chicd»gencht»hofS im Haag. Der Präsident dieses SchiedSgerichtSauS- schusse» ist ein Amerikaner. Die Entscheidung ist end­gültig. In der Frage der Sanktionen beraten die Alliierten, wenn Verzug erklärt wurde, über die Natur der Sanktionen mit dem Bewußtsein gemeinsam ge­tragener Verantwortung. Wie verlautet, setzt der Bericht des ersten Ausschüsse» außerdem fest, daß

Sanktionen nicht in Frage kommen, wenn nicht der Verzug auf dem oben beschriebenen Wege erklärt wurde. Wenn ein Verzug erklärt wurde beraten die Alliierten darüber, welche Sanktionen ic er Anleibe

der Beteiligten zu schützen, bet der Ansicht ist, daß er durch ein deutsche» Finanzmanöver um seine Reparationslieferungen gebracht worden sei. Der Appellant muß sich innerhalb acht Tagen an ein andere» Schiedsgericht von finanziellen Sachverständi­gen «enden, da» durch den Uebertragungsausschnj oder den Präsidenten der Haager SchiedrgenchtShofe» gewählt werden wird.

Morgen die erste Konferenz mit den Deutschen.

London, 4. Aug. Reuter meldet, die erste Konferenz mit den Deutschen findet voraus« sichtlich am Dienstag statt.

Der Gedenktag für die Kriegsopfer.

Die Berliner Totenfeier.

Berlin, 8. Aug. »Dr« lebenden Geist« unserer Toten." Im Zeichen diese» Worte», da» in Riesen­lettern über dem gewaltigen Hauptportal bei Reichs« tagSgebSude» stand, fand heute vormittag auf dem Königsplatz unter ungeheurer Beteiligung der Berliner Bevölkerung die Gedenkfeier für die deutschen Opfer des Weltkriege» statt. Soweit da» Auge reicht«, sah man Menschen mit entblößten Häuptern. Zu Leiden Seiten der gewaltigen Freitreppe waren Maste er­richtet mit den auf Halbstock gesetzten Fahnen der Reichskriegsflagge und der schwarz-rot-goldenen Flagge der Republik. Die Rampe der Freitreppe schmückte« Lorbeerbäume. Den Giebel bei Mittelteiles bei Volkr- hauses sowie die Rückwand der Säulenhalle hatte man mit dichten Vorhänge» aus Tannengrün perkleidet, nur an der Mitteltür unterbrochen durch einen von Prof. Ernst Böhm entworfenen Reichsadler. Nach dem Aufmarsch zweier Ebrenkompagnien der Reichs­wehr betrat unter Hoch- und Heilrusen der Hundert- tausenden der Reichspräsident die Freitreppe, gefolgt von den Mitgliedern der Reichsregierung und den Ehrengästen. Nachdem die Klänge de» Trauermarsche» au» dem Oratorium Saul verhallt waren, sprach von der am Fuße der Treppe errichteten Rednertribüne der evangelische Feldprobst der Reichswrhr Dr. Schlegel ergreifende Worte zum Gedenken an die Gefallenen er Erkiche Männerae-

kreker zu ernennen, um mit der Konferenz die besten Methoden für die Inkraftsetzung des Dawesberichles vom 9. April 1924 zu erörtern, den die alliierten Regierungen ihrerseits als Ganzes angenommen haben und der von der deutschen Regierung in ihrem Schreiben vom 16. April an die Reparationskommission ange­nommen wurde. Ich wäre dankbar, wenn Lw. Exzellenz mir sobald als möglich die Ramen der deutschen Vertreter und den Zeitpunkt ihrer Ankunft mitteilen würden, die, wie ich hoffe, nicht später als Montag, den 4. August, er­folgen wird."

Die deutsche Regierung hat die Einladung angenommen und die deutsche Delegation wird voraussichtlich Montag von Berlin abreisen. Sie setzt sich wie folgt zusammen: Reichskanzler Dr. Marx, Reichsminister des Aeußern Dr. Stresemann, Reichsminister des Innern Dr. Luther, Generalkommis ar Der Delega­tion: Ministerialdirektor v. Schubert, drei­zehn Vertreter der deutschen Behörden und Büropersonal.

Das Deutsche Verhandlungs- Programm.

Die BerlinerZeit", das Organ des Reichs­ministers des Auswärtigen Dr. Stresemann, umschreibt die Ziele der deutschen Politik die in London zu vertreten seien, noch einmal mit folgenden Sätzen:

Hier erwartet man, daß die deutsche Delegation keineswegs gewillt ist, zu den Beschlüssen der Kon­ferenz Za und Amen zu sagen, sondern eine Reihe von Gegenvorschlägen entwickeln wird, die den Beschlüssen der Konferenz in wesentlichen Punkten ein anderes Gesicht geben sollen. Es ist in einem Londoner Telegramm hervorgehoben, daß die Ver­treter der amerikanischen Banken keineswegs den Beschluß des ersten Ausschusses inderSanktions- f r a g e für entgültig halten, wenn sie in ihm auch schon einen wesentlichen Fortschritt erblicken. Die deutsche Delegation ist sicher derselben Ansicht. Man kann weiter annehmen, daß sie die Festlegung des EndterminsderwirtschaftlichenRäumung d e s R u h r g e b i e t s auf den 15. Oktober stark anfechten wird, da man in Deutschland glaubt, daß die Räumung sich wesentlich rascher vollziehen kann. Daß sie sich vom Verbleiben von mehr als 3000 belgischen und französischen Eisenbahnern in der deutschen Eisenbahnoerwaltung widersetzeu wird, steht außer Zweifel. Dieser Punkt ist ja auch auf der Konferenz selbst eine offene Streitfrage geblieben. Die Frage der S a ch- lieferungen und der Barüberweisungen wird ebenfalls mit der deutschen Delegation ein­gehend verhandelt werden müssen. Deutschland verteidigt hier den Grund und Boden des Gut­achtens selbst und wird nicht zulassen, daß Aende­rungen getroffen werden, die den Schutz der deutschen Währung und der deutschen Leistungsfähigkeit irgendwie unter das Maß herabmindern, das die Sachverständigen selbst für unbedingt nötig gehalten haben. Was die militärische Räumung der vertragswidrig besetztenGebiete anlangt. so weiß man in London sanz genau, daß

stfmmnri^des Beri steht bor, daß die Reparation? fommiffiön den Verzug, wenn dieser erklärt worden ist, zur Kenntnis bringt und Anempfehlungen über die Schritte machen kann, die die Alliierten unter­nehmen müßten. Es wird gemeldet, daß dieser Vor­schlag für die Bankiers sich als annehmbar er­wiesen hat.

Der erste Teil des Berichts des Dritten Komittees befaßt sich mit der Frage der Sachleistungen. Die deutsche Regierung soll um Versicherungen ersucht werden daß sie anerkennt: 1. daß der UebertraanngSausschu seine Fonds verwenden kann, um für Sachlieferungen zu zahlen, nachdem die Verpflichtungen des Vertrage» erfüllt wurden. 2. Die Art der Sachleistungen ist nicht auf die im Friedens-Vertrag erwähnten beschränkt. 3. Kommerzielle Verträge zu erleichtern, um Lieferungen nicht zu verhindern, und die Lieferung gewisser Klassen von Waren sicherzustellen, wenn ein einzelner Alliierter sie nicht auf kommerzieller Basis erhalten kann. Die deutsche Regierung wird ersucht, einen Ausschuß von drei allierten und drei deutschen Mitgliedern anzuneh­men, dem, wenn notwendig, ein neutrales Mitglied hinzugewählt wird oder, wenn e? nicht hinzugewählt werden kann, von der Reparationskommission ernannt werden kann. Diese Kommission bestimmt das Ver­fahren für die Unterbringung von Aufträgen und die Durchführung von Reparationssachlicferungen. Sie prüft auch die Mittel zur Erleichterung von Verträgen durch die deutsche Regierung in gewissen Fällen. Im Falle von Meinungsverschiedenheiten soll die Frage an einen Schiedsrichter verwiesen werden, dessen Entschei­dung endgültig ist. Die Arieit dieser Ausschüsse muß von derRcparationskommission und dem UebertragungS- ausschuß gebilligt werden. Meinungsverschiedenheiten zwischen den Deutschen und dem UebertragungsauSschuß werden auf Ersuchen einer der Parteien an einen Schiedsrichter verwiesen werden, daß ein Neutraler sein kann, und der durch Uebereinkunst ernannt wird oder, wenn keine Uebereinkunft erzielt wird, durch den Prä­sident des Ständigen Gerichtshofes im Haag.

Der zweite Teil der Berichtes des Dritten Aus­schusses beginnt mit der Feststellung, daß, wenn irgend eine Partei einen Mangel an Wirksamkeit des Planer in Bezug auf

deutsche Zahlungen festgestellt, die Frage an die Reparationskommission verwiesen werden soll, die sie zur Untersuchung und Begutachtung an einen Ausschuß weitergibt, der besteht aus dem Generalagenten für die Reparationen, den Treuhändern für die Eisenbahn- und industriellen Prioritätsobligatlonen, den Eisenbahnkommissar, dem Bankkommissar und dem Kommissar für kontrollierte Einkünfte. Dieser Ausschuß berichtet an die Reparations­kommission unter Beteiligung eines amerikanischen Mitgliedes zurück. Wenn die Kommission den Bericht annimmt, so wird sie Deutschland einladen, ihm zu­zustimmen. Stimmt Deutschland ihm nicht zu, oder herrscht in der Reparation»kommission nicht einstimmig» eit, so kann eine der interressierten Parteien die krage einem Ausschuß von drei unabhängigen Sach­verständigen Unterbreiten, die entweder von der deutschen Regierung und der Reparatlon»kommission gewählt worden sind oder durch den Präsidenten de» Haager Schiedsgericht» ernannt werden. Die Entscheidung dieses Ausschüsse» ist endgültig. Jeder Mitglied der U-bcrtragungrauLschussck kann gegen den Mehrheits­beschluß des Ausschusses Berufung einlegen mit der Begründung, daß ein finanzieller Manöver stattgefun­den habe. Dies bezweckt, wie verlautet, irgendeinen :

5er GewaltDie Heldenfeier". ..... . . vertretende katholische Feldprobst der Reichswehr Dr. Schwammborn eine Ansprache. Es folgte wieder Chor* ; gesang. Das Erscheinen zweier Flugzeuge über dem : Königsplatz erinnerte an die Taten der deutschen : Flieger im Weltkrieg. Nun trat der Reickspräsident auf die Rednertribüne und hielt folgende Ansprache: ' Deutsche Männer und Frauen I Ein Tag des Ge- ' denken» und der Trauer ist es, den das ganze deutsche

Volk heute mit uns begeht. In tiefem Schmerz trauen wir um die Söhne Deutschlands, die den Soldatentoc gestorben sind, damit Deutschland lebe. In warmem Gefühl gedenken wir der Kriegsbeschädigten und des Schmerzes der Hinterbliebenen. In Ehrfurcht neigcn wir uns vor den Heldentaten unseres Volkes in Waffen und vor der duldenden Standhaftigkeit der Heimat, vor dem beispiellosen Opfermut und dem fast über- menschlichen Dulden unserer Nation im Kriege.

Zugleich ein Tag des Dankens ist der heutige Tag. Wir wollen diesen Dank abftatten aßen denen, die für Deutschland Gut und Blut hingegeben haben. Ab- statten nicht in Worten, sondern den Toten in schweigen­dem Gedenken, den Lebenden in linderndem Tun. Mit heißem Dank für ihre Treue geht unser« Eehnsucht zu den Brüdern, die ihre Heimat ober ihre Zuge­hörigkeit zum Reiche hingeben inußten. Nur zur Ver- teiöigung der bedrohten deutschen Heimat hat Deutschland vor zehn Jahren die Waffen er­griffe». In diesem Bewußtsein haben wir den langen Krieg geführt, und nur dieser , Geist konnte uns die gewaltigen Opfer ertragen lassen, die alle Kreise unseres Volkes an Gut und Blut bringen mußten. Das, war. das deutsche Volk seit 1914 um seines Deutschlands willen gelitten und geleistet hat, kann nicht verloren fein, und deshalb ist der heutige Tag auch ein Tag der Hoffnung, der Hoffnung auf ein leben!« und troftvolles Deutschland. Trotz aller Sttirme der letzten Jahre ist uns das Reich erhalten geblieben. Wir geloben heute, daß an diesem Bau nicht gerüttelt werden darf, daß wir alle unsere Kraft einsttzen wollen, damit Deutschland den Platz unter den Völkern der Erde wieder einneSmen kann, der ihm gebührt. An diesem Ziele mitzuarbeiten, ist Pflicht eine» jeden Deutschen und ist eine Ehrenpflicht gegen­über den Brüdern, die ihr Leben hingegeben haben in Verteidigung der Heimat, ist vor allem eine Ehrenpflicht fier deutschen Jugend. So soll der Geist der Toten leben bleiben in nn» allen, im ganze» deutsche« Volke.

Es ist heute der Ruf hinauSgegangen an das deutsche Volk, unseren Toten ein würdiges Gedenk­zeichen zu errichten. Aber darüber hinan? wollen wir da» lassen Sie, deutsche Männer und Frauen, uns in dieser Stunde geloben dem Gedächtnis unserer Toten ein Denkmal bauen dauernder den» Erz: da» freie Deutschland!

Die Worte bei Reichspräsidenten wurden mit leb« heften Beifallskundgebungen ausgenommen. Nu» formierte sich bie Reichswehr zur Trauerparade, aus« geführt unter Glockengeläute, Trauersalut und Trauer« niarsch zu der MelovieIch hatt' einen Kameraden'. Um 12 Uhr brach die Musik plötzlich ab und lebet Ton und jede Bewegung setzten auf zwei Kanuten aus, der ergreifendste Moment der eindrucksvollen Feier. Leider batten sich an verschiedenen Stellen kommunistische Ansammlungen gebildet, die gerade diesen Moment zu stören versuchten. Dieser schamlose Versuch wurde aber von der großen Menge der Vcr- ammelten im Keime erstickt. Während bei gemein» amen Gesänge? bei Liede»Wir treten »um Beten"

larauf hielt der fiel