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Hanauers Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. , Fernfprech-Anschluß Nr. 1237 und 1238.

Be, ussv reisfür die 2 Wochen vom 28. Juli b. 9. Aug. 1 Goldmark ohne Trägerlohn. Einzel- nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Eoldvfennig.Anzeigenpreise: für dis 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldvfennig. für die N e k l a m e z e i l e (88 mm) 50 Goldpfennig O f f e rt e n a s b 8 h r 30 Eoldvfennig Geschäftsstelle Sammerstratze 9.

Erfüll,ns,-rt und Gericht,stand für beide Teile Sanau a. Main. Für Platzvorschrift «ud Lrlcheiuungstage der Ameisen wird keine GewSbr geleistet. Sm Falle böherer Gewalt Streik usw. bat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung de, Bezugspreises x....................... - ..............<

Ar. 175

Mvnlag den 28. Juli

1924

Das Neueste.

_ Di« Räumung vo« Sao Paulo wurde infolge geringen Menge von Transportmitteln verzögert, Md die Nachbarstädte mit Flüchtlingen überfüllt, kme« amtlichen Kommunique zufolge erreichten die Rcaienlnqstruppen an der Südseite die Stadtgrenze ; Md befinden sich kaum eine Meile von der bekanntesten Geschäftsstraße Sao Paulos entfernt.

_ Durch ein schlagendes Wetter sind in der tote Gattes int Staate Pensylvanien 200 Arbeiter : ^schüttet worden. Bis jetzt konnten fünf Leichen ^borgen werden.

Staatssekretär Hughes wird heute abend in i Paris erwartet. Nach demPetit Parisien" wird sich Hughes auch nach Brüssel begeben und dort vom König empfangen werden.

Vor zehn Fahren.

Poincarè und Iswolsky Ende Juli 131

Von Dr. Karl M e h r m a n n-Koblenz.

[ Die Schüsse von Serajewo am 28. Juni 1914 hatten die beiden Kriegspolitiker in Paris, den Präsidenten Poincarë und den russischen Bot- i Mster Iswolsky, vor die letzte Entscheidung ge- stellt. Unter dem Eindruck dieses Ereignisses - hatte sich, wie der amerikanische Staatsange­hörige Dr. Charles Hartmann in der Fortsetzung Meiner Veröffentlichungen aus den russischen Archiven im Augustheft derDeutschen Rund- - schau" mitteilt, ein russischer Staatsmann (Hart- i mann meint, wohl irrig, Iswolsky) geäußert,

hn den Regie rungsk reisen nicht gewillt sei, Demütigung Serbiens zu gestatten." Don

eine der

s Entente wurden die letzten Handlungen und Unterlassungen erprobt, die den Krieg unver- Midlich machen mußten. Deutscherseits hingegen winde alles ausgeboten, um den militäreichen ^^sKvh itnprack zu oerhUft^ ÄM -SSstiiÄ

Veröffentlichungen. Aber daß die Kriegstreiber selbst die deuffche Behauptung be- f ftätrgen müssen, das ist die Gerechtigkeit, die f uns, den elend Verleumdeten, die Weltgeischichte k schuldig war.

Am 12./15. Juli 1914 sendet der russische Ge- I sclMsträger in Paris Sevastopoulo (Iswolsky (befand sich damals in Poinvarès Begleitung in I Petersburg) ein Geheimtelegramm nach der I russischen Hauptstadt, in dem es u. a. heißt: IDie gestrigen Erklärungen des deutschen I Gesandten in Paris erschienen heute imEcho He Paris", wenn auch nicht in -mnz getreuer Wiedergabe und mit Kommentaren verschen, ? die einen drohenden Charakter dieser Aus- â lassungen besonders betonen. Durch diese Handlungsweise sehr erregt, begab sich der Ge- I sandte heute zu Berthelot und versicherte ihn, daß seine Worte in Buchstabe und Geist unrich­tig wiedergegeben wurden. Er erklärte, daß die Note an Serbien von Oesterreich ohne vor­herige Kenntnis Berlin ahgefanbt wurde, daß I Deutschland jedoch den Standpunkt Oesterreichs ' würdige und daß, da der Pfeil einmal abge­schnellt, Deutschland sich an seine Pflicht als

I , Die Tatsache, daß Baron Schön es für nütz- f lich erachte, diesen neuen Schritt zu unterneh- I men, wird hier als ein Zeichen der Beruhigung » Aisgefaßt, und man nimmt an, daß Deutschland ! keineswegs einen Krieg um jeden Preis be= j obsichtige."

I Und weiter in einem Geheimtelegramm von ; Sevastopoub) an Sassanow vom 13./26. Juli 1914 wird mitgeteilt: ,

IDer deutsche Gesandte hat heute von neuem t den Justizminister ausgesucht und ihm die sol- ( Zenden Erklärungen gegeben: Oesterreich hat j Rußland die Versicherung zugestellt, daß es I seine Gebietserweiterungen beabsichtige und die Unabhängige Serbiens nicht antasten würde. Sein einziger Zweck sei, seine eigene Sicherheit Zu schützen. Es hänge also ganz von Rußland ab, jedweden Krieg zu verhindern. Deutschland Mt sich in dieser Sache aufs innigste mit Frankreich verbunden in seinem brennenden Wunsche, den Frieden zu retten, und hofft auf Las bestimmteste, daß Frankreich seinen Einfluß in Petersburg im Sinne der Mäßigung aus- uven möge. . . . Der Minister antwortete durch eine Weigerung den deutschen Vorschlag ent­gegen zunehmen."

Aber auch Sassanow wollte von Mäßigung uichts wissen. Er telegraphierte am 14./27. Juli ®n die russischen Gesandten in Paris und Bonbon u. a.:

. »Wenn es sich um irgend eine Aktion der "WRigug zu Petersburg handelt, so verweigern ®tr biefe im voraus, da wir seit Beginn der Krisis eine Stellung eingenommen haben, an wir nichts ändern können."

Der ruffische Außenminister hatte übrigens gar keine Ursache, wegen einer schlappen Hal­tung der französischen Regierung Besorgnisse zu hegen. Schon am 15./28. Juli 1914 hatte nämlich Iswolsky an Sassanow berichtet:

Ich halte es für meine Pflicyl, Sie zu be- nachrichttgen, daß nach meiner Unterredung gestern mit dem Justizminister dieser auch keine Minute die Möglichkeit eines auszu übenden mäßigenden Druckes zu Petersburg in Er­wägung gezogen hat. Das Ergebnis war, daß der Minister sich weigerte, der Anregung des deutschen Gesandten Folge zu geben."

Der deutsche Botschafter in Paris stellte jedoch feine Bemühungen in die Erhaltung des Frie­dens nicht ein. Er suchte von neuem den franzö- zöfischen Minister auf, und Iswolsky berichtet (vom 15./28. Juli), Freiherr von Scyon habe hinzugefügt:Deutschland habe nur den einzigen Wunsch, im Verein mit Frankreich zu bandeln, um den Frieden der Welt zu erhalten."

Den folgenden Tag drahtete Iswolsky nach Petersburg, daß der deutsche Gesandteschon wieder" auf dem Justizministerium vorgespro­chen und die folgende Mitteilung gemacht habe: .Deutschland seA feine Ansttengungen in Wien fort, um Oesterreich zu bestimmen, in einem freundlichen Gedankenaustausch über die Ziele und den Umfang der von ihm unternommenen Schritte einzutreten. Selbst die Tatsache der Kriegserklärung (an Serbien) könne diesen Ver­handlungen keinen Abbruch tun. In äderen Ver­laus hofft Deutschland, solche Erklärungen zu er­halten, die Rußland zufriedenstellen würden."

Am gleichen Tage berichtet Iswolsky nach Petersburg, daß Baron Schön einige Stunden nach diesem Besuche 'bei Viviani wiederum vor­gesprochen habe, um seine Erklärungen über die friedlichen Absichten Deutschlands zu erneuern.

schen Militär-Attachö, Grafen Jgnatiew den Wunsch ausgedrückt hätte,wir (die Russen) sollten erklären, daß wir im höheren Interesse des Friedens einwilligen, die Mobilisations­maßregeln zeitweilig zu verlangsamen, daß uns dies jedoch nicht abhalten dürfe, während der Zeit jm geheimen unsere militärischen Vor­bereitungen zu verstärken, indem wir möglichst vermeiden, die Truppen in großen Massen zu transportieren."

Gassanow telegraphierte darauf an die drei

Gesandten zu Paris, London und Wien:Der aus. Bedarf es noch eines weiteren Beweises deutsche Gesandte in Petersburg hat mich soeben dafür, daß die Anstifter des Krieges in Ruß­aufgesucht, um zu fragen, ob wir uns nicht 'land und Frankreich saßen?

Der Mißkrauensantrag abgelehnk

Erst mit einstündiger Verspätung, kurz nach 12 Uhr, konnte Präsident Wallraf die Sitzung eröffnen. Man brauchte eine Stunde, um an die Tagesordnung heranzukommen. Den ganzen Zwischenraum füllten Geschäftsordnungsde­batten aus. Die Kommunisten beantragten u. a. die sofortige Beratung eines Antrages, wonach entgegen dem Beschluß der Regierung 800 deutschen Arbeiterkindern die Einreise nach Frankreich zum Ferienaufenthalt gewährt wer­den soll. Als hiergegen allein der Volksparteiler von Kahl Widerspruch erhob, stürzten sich wütend etliche jugendliche Kommunisten gegen die Bänke der bürgerlichen Parteien und stießen Schmährufe gegen den greisen Abgeordneten aus. Entrüstet protestierte dieser gegen so viel Flegelhaftigkeit. Der Präsident bestrafte die kommunistischen Ausschreitungen mit Ordnungs­rufen.

Der Deutschnationale Schulz-Bromberg beschwerte sich darüber, daß bei den Verhand­lungen des Hauptausschusses über den Notetat kein Vertreter des Reichsverkehrsministeriums anwesend gewesen sei, obwohl es durchaus nötig sei, über den Stand des Haushaltes der Reichs­eisenbahnverwaltung seit ihrer^ Loslösung aus der Reichsverwaltung Aufschluß zu bekommen. Der Redner verlangte, daß das Haus auf dem sofortigen Erscheinen des Reichsvsrkehrsmini- sters bestehen müßte. Präsident Wallraf ließ über diesen Antrag abstimmen, der angenom­men wurde.

Um 1 Uhr konnte man endlich in die Tages­ordnung eintreten. Bei der dritten Lesung des Notetats berichtete Dietrich- Baden (Dem.) über die Verhandlungen des Hauptausschusses, die der Plenarsitzung vorangingen. Der Haupt­ausschuß befürwortete unveränderte Annahme der Vorlage. Bemängelt wurde im Ausschuß, daß über die Reicksfinanzen nach der Ab-

mit dem Versprechen Oesterreichs begnügen könnten, die Unabhängigkeit und die Unverletz­lichkeit Serbiens nicht anzutasten. Ich erwiderte, daß diese Erklärung uns nicht genügen könne. Wir können nicht zugeben, daß derartige Unter­handlungen dazu dienen, um für Oesterreich und Deutschland Zeit zu gewinnen."

Und als nun die Uhr des Weltgefch zum letzten Schlage ausholte, am 17./30.

lebens

I. Juli

1914 sandte Iswolsky an den russischen Außen­minister ein Geheimtelegramm, in dem er über eine Unterredung mit dem Präsidenten Poin- caré berichtete, der auch der französische Mi­nisterpräsident, der Kriegsminister und der Chef des Generalstabes beiwohnten. In diesem Be­richt Iswolskys heißt es nach anderem:

Der Generalstabschef teilte mit, daßdie ganze Armee und besonders die Kommando- stellen und die jüngeren Offiziere sich in einer Geistesverfassung der allerhöchsten Erregung be­finden; es wäre ganz unmöglich, sie dieses Mal durch diplomatische Verwäsierungen wieder zu­rückzuhalten. Sie sind der Ansicht, daß zu keiner Zeit alle Vorbedingungen zum Erfolge fo gün- ftig gewesen oder jeweils in dieser Zusammen­stellung sich wieder darbieten könnten. Ich (der Chef des Generalstabes) verbürge mich für die vollständige Bereitschaft der Armee, kann jedoch die Verantwortlichkeit für die Sicherheit der Republik nicht übernehmen, wenn die Hoff­nungen der Streitträfte auch dieses Mal wieder getäuscht werden."

Iswolsky berichtete weiter, er habe die Frage gestellt, wie sich Jaurös im Kriegsfälle verhal­ten werde. Darauf habe der französische Kriegs­minister ruhig und bestimmt erwidert: Dafür ist gesorgt. Dieses Wort des französischen Kriegs­ministers kam durch Vermittlung Clemenceau s Mner iosialifti

n Zsitun

t Ohren und diese

der Anstiftung 5: Al ___

Jaurss zum Opfer fiel. Die Zeitung würbe je­doch unterdrückt und der Redakteur interniert, bevor der Artikel erschien. Clemenceau, der alte Tiger, schrieb unter Anspielung auf diesen Vor­gang im Jahre 1916 in seiner Zeitung L'Homme Libre" über Poincarâ:Die Haare werden ihm erbleichen und die Glieder schlot­tern."

So sah es nach authentischem russischem

Zeugnis von zehn Jahren auf der Gegenseite

trennung von Post und Eisenbahn keine Ueber­sicht mehr möglich sei.

Reichsverkehrsminister Oeser machte fol­gende Angaben über die Finanzen der Reichs­bahn:. In der Zeit vom 5. November 1923 bis 1. April ds. Js. bestanden Einnahmen von 1138 Millionen Mark, Ausgaben von 1097 Millionen Mark, so daß ein Ueberschuß von 40 Millionen Mark erzielt wurde. Er wurde ver- wandt zur Einlösung des Notgeldes und zur Abtragung weiterer drückender Schulden.

Für die Bayerische Volkspartei äußerte Graf Lerchenfeld schwere Bedenken gegen das Gutachten, weil darin die deutsche Leistungs­fähigkeit weit überschätzt werde. Zudem habe es den Anschein, als wolle Frankreich eine wirk­liche Räumung des widerrechtlich besetzten Ge­bietes vermeiden.

Der Deutfchnationale Prof. Dr. H ö tz s ch hielt darauf eine längere, vom ganzen Hause mit größter Aufmerksamkeit aufgenommene Rede über den augenblicklichen Stand der Lon­doner Konferenz, die Stellungnahme der Deutschnationalen zum Gutachten und zur Kon­ferenz. Er wies auf die Notwendigkeit hin, sich vor der etwaigen Einladung nach London über die dort innezuhaltende Politik auszusprechen. Im einzelnen führte der Redner hierüber aus: Positiv geschehen ist bis zur Stunde in London noch nichts. Ueber die Hauptfrage, was nun von unserer Seite geschehen soll, hat der Außen­minister sich im Auswärtigen Ausschuß nur un­genügend ausgesprochen und sich hier zu äußern hat er direkt abgelehnt. Unser verstorbener Führer Dr. Helfferich hat dieses Gutachten, wenn es bedingungslos angenommen werden sollte, ein zweites Versailles genannt. Verhand­lungen selbst über das Gutachten hat die Partei niemals abgelehnt, und daran hat sich nichts geändert. Die Partei hat aber von vornherein

unverzichtbare Voraussetzungen an die An­nahme geknüpft zu einer Zeit, als die Sozial­demokratie sogar durch einen Volksentscheid die bedingungslose Annahme erzwingen wollte. Jetzt ist dieser Prozeß so weit fortgeschritten, daß sogar Fehrenbach im Namen aller Regie­rungsparteien eine Liste von Bedingungen vor­getragen und sich damit in sachliche Ueberein­stimmung mit den Deuffchnationalen gestellt hat. Leider haben sich die Aussichten für die Beachtung dieser Vorbedin- gungenimmermehrverschlechtert. Deshalb hat sich die oppositionelle Stellung der Deuffchnationalen zunehmend verschärfen müssen. Der Redner verbreitete sich dann ein­gehend über die bereits bekannten

Forderungen der Deutfchnationale«.

Die erste Forderung ist die Amnestie für affe politischen Gefangenen im besetzten Gebiet, die wir nicht als Gnade, sondern als Wiedergut­machung eines Unrechtes betrachten müssen. An sie kann man freilich kaum glauben, wenn täglich neue Verhaftungen und Beschlagnah­men erfolgen. Die zweite Forderung ist die Sicherung gegen jedwede Sanktion.

Die dritte conditio sine qua non ist dlè wirtschaftliche und militärische Räumung. Die erste ist freilich noch völlig unsicher, die zweite überhaupt noch nicht auf die Tagesordnung von London gesetzt. Ueber die Frage der Räu­mungsfristen hat man im Zusammenhang mit dem Gutachten von der deutschen Regierung noch nichts gehört. Die letzte Forderung ist die Wiederherstellung des Rheinlandabkommens. Dies sind die unverzichtbaren Voraussetzungen für die Deutschnationalen. Wir sind aber bereit, große Opfer zu bringen, wenn eine Lösung ge­funden wird, die im Rahmen der Leistungs- M' " inb arist mit der natio- licher Souveränität uns noch geblieben ist.

Von dieser Plattform aus richtet die Deutsch­nationale Partei die Frage an die Regierung, ob sie etwa bereits durch die Verhandlungen ihrer Sachverständigen Bindungen eingegangen» ist. Ohne die bekannten Voraussetzungen kann das Gutachten nicht angenommen werden. Wenn Deutschland nicht als gleichberechtigter Faktor nach London geladen wird, soll die Re­gierung lieber zu Hause bleiben. (Reichsaußen­minister Dr. Stresemann ruft: Vollkommen meine Meinung!)

Der Notetat für 1924 wurde schließlich mit einer Mehrheit aus allen bürgerlichen Par­teien gegen Nationalsozialisten, Kommunisten und Sozialdemokraten angenommen.

Die darauf erfolgende namentliche Abstim» mung über den nationalsozialistischen M i ß - trauensantrag gegen dasKabi- nett Marx ergab dessen Ablehnung mit 172 Stimmen gegen 62 Stimmen bei 79 Enthal­tungen. Dafür stimmten also nur die anwesen­den Nationalsozialisten und Kommunisten, während sich die Deuffchnationalen enthalten haben. Sie ließen vor der Abstimmung eine Erklärung abgeben, wonach sie ihre endgülttge Stellungnahme bis nach dem Ergebnis der Londoner Verhandlungen zurückstellten. Ihre bisherige Politik bleibe die gleiche. Hierauf vertagt sich das Haus.

Die Einladung Deutschlands.

London, 26. Juli. Wie Reuter erführt, sink von der Konferenz keine neuen Entwicklungen zu melden. Alle Delegierten gingen zur Flotten­parade nach Spithead. Er verlautet, daß der größere juristische Ausschuß! gestern ver­schiedene Fragen innerhalb seiner Zuständigkeit prüfte, aber zu keiner Entscheidung kam. Der Bericht von Hurst und Fromageot über die Bedingungen der Einladung an Deutsch­land wurde fertiggestellt und einstimmig angenommen. Der Bericht wird der Konferenz am Montag nachmittag überreicht, dann wird die Frage der Absendung an Deutschland enffchieden werden.

Um die militärische Räumung.

tum die Regierungen von

Paris, 28. Juli. Der Sonderberichterstatter desPetit Parisien" meldet, die Frage der mili­tärischen Räumung des Ruhrgebiets sei in einem Briefe aufgeworfen worden, den Macdonald den französischen und belgischen Hauptdelegierten ge­schrieben habe. In dreser sehr kurzen Mitteilung erkläre der englische Premierminister klar, angesichts des Charakters, der von den Bankiers geforderten Garantien, scheine ihn, der Augenblick gekommen zu sein, die Frage der militärischen Räumuug aufzu- werfen, deren Regelung vielleicht einen Ausweg aus der Lage, in die man jetzt geraten sei, bringen könne. Macdonald frage deshalb, zu welchem Da- Paris und Brüssel sie angesichts eines solch 6 Hernot und Tüeuni^