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Ge«eral-A«zeiger / AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Kana« a. M.
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Dienstag den 8. Juli
Macöonal- reift nach Paris
«<â 7. Juli. Ramsay ^ia cbonatö um die deutsche Unterschrift zu erlangen, müssen - Ä---- - ^ ^u^». deutsche Vertreter irgendwo emp
fangen werden, damit sie ihren Namen
hat bem Mmfftorpräfideu ten Herriot mitge- HM, daß er morgen nachmittag nach Paris kommen werde, nm mit ihm zu verhandeln. Der englische Premierminister trifft morgen nachmittag um 4 Uhr in Paris ein.
Paris. 7. Juli. Zu Macdonalds Reife nach Paris , schreibt der „Temps", der englische Pre- mierminister sei offensichtlich der Auffassung, daß man sich in der Nähe besser verständige als Pan weitem und daß die Arbeit besser ausfalle, wenn die führenden Männer sich ihr selbst un- terzögen. In Frankreich wie in Entstand sehe man gern die Männer, die sich mit ihrer Person einsetzen. Die französische OeGeru^chtsit werde also Maodonald eine herzliche Aufnahme bereiten. Möge er sich alsbald mit Herriot über die Grundlagen eines Abkommens verständigen, das die Durchführung des Sachverftänd igenbe- richtes sicherstellt. Im übrigen sei die Aufgabe des morgigen Tages durch die Besprechung von gestern erleichtert worden. Nach den Erklä- rungen, die der englische Botschafter gestern abend Herriot abgegeben habe, sei mehr als zur Genüge bewiesen., daß Frankreich die Hände
fwi habe.
Paris, 8. Juli. Ueber den bevorstehenden Besuch Macdonalds werden in amtlichen Kreisen keine Mtteilunigen gemacht. Bon maßgebender Seite verlautet indessen in später Abendstunde, daß Herriot bereits am Samstag an den englischen Premierminister die Bsitte richte t e, sich sobald a l s möglich mit i hm ;u treffen. Die Zuftimmung Macdonalds nach ParNis 311 kommen, hat Mr Londoner fvanzöflin-e Botschafter gestern rh mitgeteilt. Dieser Besuch fft -also keineswegs unerwartet wie von einem Teil der Pariser Wachmittagspresse behauptet wird. Die gesamte Presse mißt dem Besuch des englischen Premierministers die größte Bedeutung bei und hebt die Taffache hervor, daß Ramsay Macdonald ! alles tue, was in seinen Kräften stände, um die vom Foreign Office begangenen Irrtümer wie- der gut zu machen. So erklärt der „ÄRatin" die Absicht Macdonalds^, nach Paris zu kommen. Der „Petit Paristen" schreibt: Wenn der englische Premierminister trotz der Sitzungen J?s Unterhauses zu einem Augenblick, wo seine t?.= Wesenheit in Westminster infolge der politischm Lage geradezu unerläßlich ist, sich entschlossen hat, nach Paris zu reifen, so liegt aus der Hand. ;daß er den lebhaften Wunsch hat, unverzüglich dm vergangene Woche ausgetauchten Mih/er- WâNdnissen ein Ende zu machen und zwischen Exn beiden Regierungen die ^herzliche Atmosphäre wieüerherzustellen, die zur Führuna der kommenden Besprechungen unerläßlich erscheint.
t Erklärungen im Anlerhaus.
London, 7. Juli. Im Unterhause erklärte aföonald, die Angriffe, die gegen die Uv u tische Regierung gerichtet würden, weil sie AorgMich versuche, die Reparationskommission uszuschalten, seien ungerechtfertigt. Die Regie- Mrmg habe sich im Augenblick nicht mit dem Bsr- von Versailles, sondern mit dem Sachver- Utandigengut-achten zu besassen, das Deutschland M^M Verpflichtungen auserlege, die außerhalb Mes Versailler Vertrages ständen. Er hoffe, daß, wenn ein Uebereinkommen über das Sachver- Ur^^^sisngutachten erreicht werden- konnte, es Murch ein Uebereinkommen zwischen den AWisr- «en ergänzt werden könnte, damit die Alliierten, EuWand nach Annahme des Gutaästens ksgen dieses absichtlich verstoße, bie Alliierten Juemanber stünden und Deutschland verant- S'? ^f^- Aber wer, fragte Macdonald, .^W^^' ob Deutschland absichtlich tcmrn^ m"^ verstößt? Das Ueberem- fii'mQV ^ nM ein Zusatz, aoer keine Er- lo^5 Versailler Vertrages sein. Die befonh» n* ™m Juli hätte den d ° ! D ° w7-» 2 -? ?ck i ° st zu I« «,»wi° keseh?m.^^'^ in Wirksamkeit f hliupt der Veââ ^m^ 11 e' ^ könne überfeines Vertreter! ^ A^.^ in Gegenwart »Erörtert A ^r Bereinigten Staaten zu Mmitor««.^ dm
En Erwäâna w S ^eck gehabt, mini l ich Wirksamkeit Ä^ ^ Dawesbericht Sch^aer Fo^n^'^^âkammen, das in KW 2 T ÄSKftS ?S£S^»Ä deutsche Unterschrift Und
unter die Dokumente setzen. Wir sollten in Zukunft versuchen, von Deutschland etwas mehr als lediglich eine legale Urkunde zu erlangen. Die Zeit fft für uns gekommen, um von Deutschland eine Urkunde 'und eine Unterschrift de Verpflichtungen zu erlangen, die wirklich durc eine moralische Verpflichtung auserlegt sind un nicht nur durch Zwang. Daher ist der Wunsch geäußert worden, daß, wenn die Zeit käme, wir in der Lage seien, mit einer deutschen Delegation zu unterhandeln. *
London, 7. Juli. Im Unterhaus fragte der liberale Abg. Spears, ob der Premierminister mitteilen könne, was an der Behauptung Tatsache sei, daß ein Memorandum über die Stellungnahme der britischen Politik m den Fragen, die aus der bevorstehenden interaMer- ten Konferenz erörtert werden sollen, und zu den in Aussicht gmommenM Verfahren an die Regierungen von Italien, Japan, der Vereinigten Staaten, von Belgien und Deutschland, jedoch nicht an die französische Regi e r u n g gesandt worden sei. Macdm. ld erwiderte, ein derartiges Memorandum sei w e d e r a bge s a nd t worden noch e xifti e re es. Die Mitteilungen, die den Regierungen von Belgien, Italien, Japan, den Vereinigten Staaten gemacht worden pnd, seien nur eine Wiederholung der britischen Vorschläge bezüglich der Aufgaben der bevorstehenden Konferenz, die bereits swmohl den belgischen Ministern als
schläge seien gleichzeitig für Protokollzwecke in einer offiziellen Mitteilung des permanenten Leiters des Foreign Office an den permanenten Leiter des französischen Auswärtigen Amts zum Ausdruck gebracht worden, jedoch sei keinerlei Mitteilung über diese Frage weder von der brWschM Regierunng noch in ihrem Namen an die deutsche Regierung gemacht worden.
Kennworthyfragte,ob diese Mitteilung veröffentlicht werden würde; Macdonald erwiderte, soweit zu verstehen war, bejahend, und fügte hinzu^ eine längere Mitteilung werde später verüffenölicht werden. Auf die Frage, ob es Taffiache fei, daß ein zweites Memorandum abgesandt werden, solle, um das erste zu ^erklären, erwid^erte Macdonald: „Natürlich nicht; keine Erklärung ist erforderlich."
Eine merkwürdige Jnlerpreialivn des Dawes-Berichls.
Brüssel, 7. Juli. Der Minister des Aeußeren Hymans hat auf dem Frühstück der'Bereinigung der ausländischen Presse heute eine Rede gehalten, in der er die Reparationsfrage, die Frage der Anwendung des Sachverständigenplanes, die Frage der interalliierten Schulden und der Sicherheitsfrage berührte.
Ueber den Sachoerständigenplan und die bevorstehende Londoner Konferenz sagte er etwa : man müsse in London eine Form der Kontrolle finden, die ebenso mit dem Sachverständigen- plan wie mit der Betreibung der rheinischen Eisenbahnen durch die Alliierten zur Sicherheit und Versorgung der Besatzungstruppen üderein- stimme. Auch die Ausstihrungsgarsntien im Falle von Verstößen Deutschlands würden zu erwägen sein.
Hymans fordert weiterhin Einigkeit der allierten Mächte für den Fall, daß Deutschland sich seinen Verpflichtungen entzöge. Die Art der Feststellung deutscher Denstöße und bi2 gemeinsame Aktion der Alliierten im Rahmen des Versailler Vertrages zu regeln, fei schwierig. Man müsse es in London in völliger Unabhängigkeit und in einer versöhnten Atmosphäre erreichen.
Hymans sagte unter anderem: „Verzweifeln wir nicht, weder an dem Rechte noch an der Menschheit, und vergessen wir nie, daß ein neuer Krieg den Untergang der europäischen Zivilisation herbeifühven würde."
Französische Presfestimme».
Pari», 8. Juli. Zu den bevorstehenden Verhandlungen zwischen Macdonald und Herriot schreibt das „Petit Parisien " wenn Macdonald auf Wunsch Herriots, trotz der parlamentarischen Tagung, die im Augenblick feine Anwesenheit wegen der wichtigen Distussiou über die auswärtige Politik nötig mache, nach Paris komme, so fei es klar, daß man die Herzlichkeit wisder-
Berlin, 8. Juli. Nach ter Meld»»»« eines Berl. Mitt««slattes aus Washington über Senken sollten btt amerikanische Botschafter in London Ramsey Macdonald und der amerikanlsche Teschtststräzer in Berlin der deutschen Reglern»» beute oder morgen »fsizitll den Standpunkt der «merikanischen Regierung über den DaweS-Bericht übermitteln. Wie wir er« sihren, liegt ein dementsprechender Auftrag zur Zeit bei dem Berliner Geschäftsträger der Bereinigten Staaten noch nicht vor. In der „Zeit", betn Organ des deutschen Außenminister», wird »ie Meldung al» Tendenzmel»»«» mit durchsichtigem Zweck bezeichnn und zu idr wie folgt Stillung genommen: Der amerikanische Botschafter in Berlin ist vollkommen vertraut mit der Auffassung der deutschen Regierung und ^ er kann »«»halb in Wasvington nicht in dem ihm znjesthrlebencn Sinne Gericht erstattet haben. Deutsch.and hat die Ausarbeitung der Gesetze und ihre parlamentarische Er-
1924
I herstellen wolle, die man für erforderlich hält für I die zukünftigen Verhandlungen. Dis Zusammenkunft wird, wie wir hoffen, nicht nur den Vorteil haben jede Mißstände zu beseitigen, sondern auch die beiden Thesen einander näher zu bringen. — Der „E a u l o i s" schreibt: Es ist ein merkwürdiges Beispiel, dem wir augenblicklich beiwohnen. Es wird von britischer Seite eine Aktion unternommen um das Ministerium Herriot. das durch die Verhandlung in Cheauers kompromittiert sei zu festigen. — Das „Journa l" schreibt: Macdonald habe die Gefahr des Umschwungs der öffentlichen Meinung in Frankreich bemerkt. Wenn Herriot gestürzt worden wäre, wäre dis Konferenz in Frage gestellt. Eine Wiederaufnahme der Diskussion sei nötig geworden, da wichtige Meinungsverschiedenheiten fortbestehen. — Die „Eve Novelle" schreibt, wir können Macdonald unsern Glückwunsch aussprechen, daß er die Einladung Herriots angenommen hat. Wir glauben, daß das beste Mttel sich zu verständigen ist, sich nicht auf den berühmten diplomatischen'Weg zu begeben, der ost in eine Sackgasse führt. Die Aufgaben einer Regierung, die sich nicht aus den direkten Weg begibt, sind noch verwickelter, wenn diese Regierung von einer haßerfüllten Presse nicht verschont wird.
Bayern und das Sachverständigen- gutachlen.
München, 7. Juli. Wie von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, sprach der bayrische Ministerpräsident H e l d bei der Konferenz der Ministerpräsidenten der Länder mit der Reichsregierung in Berlin die Z u - stimmung Bayerns zum Sachverständigengutachten unter folgenden Voraussetzungen aus:
1. es' sei zu erwirken, daß die Zollgrenze am Rhein beseitigt und die Wirtschaftseinheit des Deutschen Reiches vollständig wiederhergestellt werde;
dürfe keinerlei Anerkennung der im Reri«iller Vertrag enthalten«« Gchuldbeknntwsse in sich schließen. Die Kriegsschuldfraze sei im Gegenteil amtlich aufzurollen;
3. die Gefangenen seien frei zu geben und den Ausgewiesenen müsse die Rückkehr in die Heimat gesichert werden;
4. alle widerrechtlich besetzten Gebiete, also das Ruhrgebiet sowie das Düsseldorfer und Duisburger EanktionS^ebiet, seien zu räumen;
5. in längstens vier Jahren sei die deutsche Zahlungsfähigkeit durch ein unparteiischer, neutrales Schiedsgericht erneut zu prüfen und die Größe der Repa- rationsschuld innerhalb bei gleichen Zeitraumes spätestens endgültig fektzulegen.
Bezüglich der Eisenbahnfrage machte der bayrische Ministerpräsident die Zuftimnmng Bayerns von dem Ergebnis der demnächst in München beginnenden Verhandlungen mit dem Reiche abhängig.
Die WilttSr-Kontr-Ne.
London, 7. Juli. Zu der füngsten deutschen Antwortnote an die Alliierten betreffend die Frage der Militärkontrolle, in der die deutsche Regierung in die Forderung der Generalinspektion der deutschen Rüstungen durch eine interalliierte Kommission einwilligt, wird hier erllärt, daß die Prüfung vermutlich in allernächster Zeit beginnen werde. Der genaue Zeitpunkt des Beginns sei Gegenstand von Verhandlungen zwischen den deutschen Behörden und der intcr- eKiierten Kommission, und, obwohl man es in alliierten Kreisen kaum für möglich halte, daß bie Angelegenheit, wie die deutsche Note angeregt hat, am 30. September abgeschlossen sein werde, seien die Alliierten doch ebenso wie Deutschland bemüht, die Kontrolle baldmöglichst beginnen und zu einem früh- möglichen Datum znm Abschluß kommen zu lassen. Natürlich hänge eS vor allem von den deutschen Behörden ab, die Xnaele^nheit dadurch zu beschlennige», »aß sie der Kommission jede Erleichtern«» und jeden Beistand gewähren. Sem Umstand, daß die deutsche Note in keiner Weise auf die fünf Punkte eingehe, auf deren Erfüllung die Alliierten fest jeher bestanden, werde hier keine besondere Bedeutung beigemessen. Er werde jedoch darauf hingewiesen, daß diese Punkte ebenso wie die allgemeine Inspektion zur Zuftieden- Heit der Kontrollkommission au«-eführt sein müßten, bebor letztere zurückgezogen werden Zinne.
Keine -islomakische Aktt»n Wafhiugts»«.
Will I |li II
ledigung ebenso wie die Teilnahme an ber Sonbone Konferenz nicht an die Bedingung geknüpft, daß el Sicherheit für die Räumung des Ruhrgebiets und der Sanitionsstädte haben müsse. Er hat aber keinen Zweifel darüber gelassen, daß die Erfüllung dieser Forderung für die Durchführung des Sach- verständigenberichts von entscheidender Bedeutung ist. Wie Macdonald selbst axerfannt hat, legt der Sachverständigenbericht unS Verpflichtungen auf, die wirtschaftlich und finanziell über den Versailler Vertrag hinausgehen. Unter diesen Umständen kann Deutschland unmöglich zugemutet werde«, daß es auch in politischer und militärischer Hinsicht Laste« länger erträgt, die die Grenze des Versailler Vertrags überschreiten. Findet das Entschädigungsproble« . seine endgültige Lösung, so müssen auch alle Sanktionen aufgehoben werde», die bisher wegen angeblicher : Nichterfüllung verhängt worden sind. DaS ist ganz selbstverständlich und entspricht auch vollkommen der Ansicht der Regierungskoalition. Auch im Kabinett herrscht in diesem Punkte nlcht die geringste Meinungsverschiedenheit und deshalb wird man sich auch ans der Gegenseite darüber klar sein müssen, daß hier allerdings eine unerläßliche Vorbedingung für die Durchführung des Gutachtens gegeben ist.
Das Urteil im Kermanu-Prozetz in Weimar.
Weimar, 7. Juli. Heute mittag wurde ist dem Prozeß Hermann und Genossen durch den Vorsitzenden, Landgerichtsdirektor Dr. Hötzel, das Urteil verkündet. Es lautet gegen Hermann wegen falscher Beurkundung auf 1000 Mark Geldstrafe an Stelle ■ einer an sich verwirkten Gefängnis strafe vonèinemMonat, gegen den Angeklagten Kunze, den sogenannten Privatsekretär Hermanns und Regierungsafsessor in der Personalabteilung auf ein Jahr sechs Monate Gefängnis unter Anrechnung von sechs Monaten Untersuchungshaft. Die angeklagten ehemaligen Kreisdirektoren Rennert, Hör- IReimann, und LauUas g^O nach der Anzahl der ihnen zur Last liegenden Fälle zu Geldstrafen von 1200 bis 500 Mk., an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von je einem Monat verurteilt. Der Angeklagte Koch wurde freigesprochen. Die Kosten tragen die Verurteilten. Der Haftbefehl gegen Kunze wurde aufgehoben.
In der Urteilsbegründung sagte der Vorsitzende, es stehe außer Frage, daß der Minister eine Urkundsperson gewesen, und daß das, was von ihm beurkundet worden sei, objektiv falsch gewesen sei. Der Vorsitzende erwähnte dann besonders die Abweichungen von der Geschäiftsordnung und die UeborgelMig 'er Ressortbeamten. Das Gericht war der Ansicht, daß mindestens Kunze gewußt habe, daß etwas verdeckt werden solle, und es gelte für ausgeschlossen, daß Hermann bei seinem nahen Verhältnis zu Kunze nichts davon gewußt habe. Ebenso war das Gericht der Ueberzeugung, daß dem Minister Hermann die Vorlegung falscher Daten habe auffallen müssen, es nahm aber nicht an, daß Hermann feine Handlungsweise begangen habe, um irgendjemand Vermögensvorteile zu schaffen. Es fei Hermann zu glauben, daß er bereits im September von feiner ursprünglichen Absicht, keine Aufstellungen mehr vorzunehmen, durch das Drängen der anderen Minister und der Kreisdirektoren abgekommen sei.' Das Sperrgesetz habe ihm aber bekannt sein müssen, und wenn er sich gesagt habe: „3d> will ein gegebenes Versprechen noch ausführen", so habe er zu seinem Nachteil übersehen, daß er zu dem von ihm angewandten Mittel gar nicht zu greifen brauchte. Das Gericht erkannte auf Geldstrafe anstatt der an sich verwirkten Gefängnisstrafe, weil es keine unedlen Motive angenommen habe. In der Angelegenheit der Ent- fernung der für Koch belastenden Akten, die im Waschtische des Ministers Hermann gefunden wurden, führte der Vorsitzende aus, das Gericht habe keine Veranlassung gehabt, dem Minister nicht zu glauben, daß die Akten von ihm nur aus Berschen aus dem Schreibtisch in seine Privatwohnung mitgenommen worden wären.
Daher erfolgte Freispruch.
Bei den Kreisdirektoren hielt es das Gericht für erwiesen, daß die Vereidigungen unter einem falschen Datum eingetragen wurden. Der Vorsitzende betonte, es sei keine Entschuldigung/ wenn die Airgeklagten sich darauf beriefen, das '- so ongeordnc. worden von Krmge, denn trasbare Handlungen könnten nicht befohlen verden. Für den Hauptschuldigen ^äü das Gericht den Angeklagten Danze, der sich 12 Fälle von Fälschungen und Unterdrückungen zuschul, den kommen ließ. Auch bei ihm wurde ebenso wie bei dem Minister eine einheitliche Handlung angenommen. Auch sprach der Vorsitzende die Ueberzeugung aus. daß das fehlende Urkundens