Einzelbild herunterladen
 

SamuerW Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschluß Nr. 1287.

Be , ug , vreisfür die 2 Wochen vom 30. Juni b. 12. Juli 1 Goldmark ohne Trägerlobn. Einzel, nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Goldviennig. Anzeigenpreise: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldvfennig. für die Reklamezeile (68 mm) 50 GoldviennigOsiertenaebüb r 30 Goldvfennig Geschäftsstelle Hammerstrake 9.

L---------------------------------------

Erfüll,na, »rt und Geri»t,ka«d für beide Teile 5 an an a. Main. Für PladvorlLritt und ErlLelnunaetaa« der Anzeiaen wird feine DewLtr geleistet. 3m Falle höherer Gewalt Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung der Bezugsvreises k_________________________________"___________________________________

Nr. 154 Donnerstag den 3. Juli 1924

Das Geheimnis von Chequers.

Blaubuch und Bündnissystem.

durch zahlreiche Symptome der jüngsten franzö­sischen Politik beeinflußt, abgeneigt sein könnte, eine so bindende Verpflichtung einzugehen, die von einem Standpunkt gesehen, so endgültig und vom anderen Standpunkt so unbestimmt sei. Am 21. desselben Monats fand eine Unter­redung zwischen Lloyd George und Briand in Downing Street statt, auf der der französische Ministerpräsident den englischen Ministerpräsi­denten fragte, ob er ihm einen Umriß seines Bündnisplanes geben könnte und erklärte, ihm schwebeein sehr weites Bündnis" vor, in dem die beiden Mächte ihre gegenseitigen Interessen in allen Teilen der Welt garantieren würden. Lloyd George erwiderte, die öffentliche Meinung in Großbritannien sei kaum zu einer so weiten Vereinbarung bereit. Die Unterredung wurde von den beiden Premiers im Januar 1922 in Cannes fortgesetzt, wo über einen Vertrag ver­handelt wurde. Lloyd Georges Regierung er­klärte sich bereit, daß Großbritannienim Falle eines direkten und nicht herausgeforderten An­griffs gegen den Boden Frankreichs von feiten Deutschlands", sich sofort mit seinen Marine-, Land- und Luftstreitkräften Frankreich an die Seite stellen würde. Die Dominions würden jedoch nicht notwendigerweise dazu ver­pflichtet sein. Der Vertrag würde zehn Jahre dauern, Frankreich wollte jedoch einen 30jähri- gen Vertrag, nach dem Englandim Falle eines nicht herausgeforderten Angriffs Deutschlands gegen Frankreich" zu Lande, in der Luft und zur See helfen würde. Die beiden Generalstäbe soll, ten eine dauernde Verbindung ausrechterhauen. In diesem Stadium wurde P o i n c a r 6 Mini­sterpräsident und zeigte gegenüber einem Pakt auf der britischen Grundlage kein Interesse, so daß der Plan nicht wieder erörtert wurde.

Äerrlol vor dem Senal.

Paris, 27. Juli. Ministerpräsidnt Herriot und Kriegsminister Rollet haben heute vor den Senatsausschüssen der Finanzen und der aus­wärtigen- Angelogenhe i-ien, die eine gemeinsame Sitzung abgchaltcn haben. Auskünfte über die Reise des französischen MiNifterpräsioen- ten nach Chequers und Brüssel erteilt. Nach dem offiziellen Kommunique, das nach Schluß der Sitzung veröffentlicht wurde, ist auch über das Programm der interalliierten Konfe­renz gesprochen worden, die am 16. Juli in London stattfinoet und die sich mit der Inkraft­setzung des ^achoerständigenplanes -^o) astigen wird, wie er am 9. April der Reparationskom­mission durch die beiden Ausschüsse Dawes und Mac Kenna übermittelt wurde. Auf Verlangen des MinisterprÄsidenten waren zwei Reihen Fragen durch den Senatsausschuß für auswär­tige Angelegenheiten und den Senatsausschuß der Finanzen vorbereitet worden. Senator Lu­cien Humbert im Namen des ersteren und Se­nator Bérenger im Namen des letzteren ver­lasen die Fragen, die vorher dem Mimsterprä- sidenten Herriot übergeben worden waren. Der Ministerpräsident sprach sich des längeren über ic aus und gab eine umfassende Darstellung einer Besprechungen mit Macdonald in Lon- ron, seiner Reise nach Brüssel und der Auffas- Mg der französischen Regierung auf Grund bi es er Unterredungen. Im Anicktuß lQTt ^ @r, Gärungen des Ministerpräsidenten, der mir leb­haftem Beifall begrüßt worden war, wurden chm verschiedene Fragen von den Senatoren Poincarö, Chevebenoit, Labrousse, Lebrun, Marraud und Weiller gestellt, die er ..15 ein« zâe gehend beantwortete. Senator Lünen Hubert befragte darauf den Kriegsminister Rollet überdie deutscheAntwortauf dieRotederMiliärkontr ollfrage. General Rollet gab hierüber die interessantesten und vollständigsten Erklärungen ab. Senator Millie-Lacroix sprach dem Ministerpräsidenten seinen Dank für die Mitteilungen aus.

Paris, 2. Juli. Ueber die Erklärung, die Ministerpräsident Herriot stente vor dem ver­einigten Senatsausschuß für auswärtige Ange­legenheiten und Finanzen abgegeben hat, ver­breitet die Haoas-Agentur noch folgende Mit­teilungen:

In Chequers, so erklärte Herriot, wurde als Grundlage für die Verhandlungen der Sachverftändi gen plan ongenomi n, wie dies auch die vorausgegangenen Regierun­gen getan haben. Nachdem dieser Grundsatz zu­gelassen war, war es notwendig, Garan­

London. 2. Juli. Die Blätter veröffentlichen Auszüge aus dem Blaubuch, das gestern unter dem TitelDokumente aus den Verhandlungen über einen englisch-französischen Pakt" beendet wurde. Zahlreiche dieser Dokumente waren be­reits in dem im März veröffetlichten französi­schen Gelbbuch enthalten. Das englische Blau­buch schließt jedoch eine Anzahl amtlicher und nichtamtlicher Dokumente von Lloyd George b einerseits und Briand andererseits in Cannes im Januar 1922 vorgelegter Entwürfe zu einem Pakt sowie eine Darstellung der vorherigen 0 Verhandlungen zwischen Lord Curzon und dem E französischen Botschafter Grafen de St. Aulaire ein.

Das Blaubuch beginnt mit der Ueberein- kunft der Alliierten vom 5. September 1914, keinen Separatfrieden zu schließen, und mit Auszügen aus dem Bericht über die Debatte der französischen Kammer vom 23. November 1923. Das Blaubuch bringt ferner verschiedene Dokumente, die Hinweise auf verschiedene Ga- I rentiert enthalten, welche von Großbritannien I und von den Vereinigten Staaten für die Sicherheit Frankreichs angeboten wurden. Die I Darstellung der Verhandlung über einen Pakt ; oder ein Bündnis, das an Stelle der Garantie treten sollte, welche Großbritannien und die Vereinigten Staaten Frankreich angeboten . hatten, beginnt mit einer Unterredung, die der französische Botschafter in London, St. Aulaire, am 15. September 1921 mit Lord Curzon hatte. »In einer Mitteilung «én Rrsffschen Dotschaf- ter in Paris fragte er Curzon nach Beendigung der Unterredung, ob er eine halbe Stunde für ? ihn übrig habe, und fuhr fort, er wünsche, ihm y in einem rein privaten, nicht offiziellen und ver- I traulichen Charakter gewisse Ansichten zu unter« I oreiten, über die er reiflich nachgedacht habe. Die I Vereinbarung mit Großbritannien und Ame- T rifa, die in Versailles für die Garantie der Ost, : grenze Frankreichs gegen einen nicht herausge- I forderten Angriff Deutschlands vorgeschlagen s worden sei, sei nicht die Art Garantie, welche I Frankreich verlange oder benötige. Was ihm I vorschwebe, sei etwas Endgültigeres und Ge- I neueres, nichts weniger als

ein Verteidigungsbündnis.

D das mit genauen und kategorischen Bedingun­gen zwischen Frankreich und Großbritannien $ abgeschlossen wird, in dem beide Parteien sich I jur Verteidigung der anderen Partei verpflich- 8 ten und im Falle eines Angriffs auf die eine oder andere Partei diesen als einen gegen sich I selbst gerichteten feindlichen Akt behandeln. Der Z Botschafter legte dar, daß, wenn die Grenze I Frankreichs überschritten werde, die britische I Nation sich mit dem Angreifer im Kriege befin- I den würde, wenn die Grenzen Indiens, der ein« 18t0e britische Punkt zu Lande, der überhaupt I verletzlich erscheine, überschritten werden, die M Heere Frankreichs und seine großen Hilfsquellen I insbesondere an farbigen Truppen, zur Ver- I Fügung Englands gestellt werden und, wenn sich die Notwendigkeit ergebe, gegen den Feind

& an den britischen Grenzen marschieren.

Als Lord Curzon darauf hinwies, daß durch I eche derartige Vereinbarung Frankreich der ge- i wmnende Teil sein werde, und daß er nicht Z emsehen könne, welche Vorteile für Großbri- 6 Junten daraus erwachsen könnten, erklärte I , r Botschafter, diese Vorteile würden vierfach I ^-^ntreid) würde in der Lage sein, seine I tanoruftungen zu vermindern und allmählich % U militante Abrüstung zuzuschreiten, für eintrete. Und Frankreich wurde sich ferner mit der sofortigen Zulas- Inh9 Deutschlands in den Völker- I eine6 Ä^6^ Ein ,derartiges Bündnis würde I und Ls^ Wirkung auf den Kontinent I ^ben und schließlich würde es I Z âL'M^ ^ ®BWtannta u* I« ln >>i«n Berfudjcn, Sußla* wl-d-r I'A ,'.. anzuschließen. Lord Curzon er»

1 Bot chafter au^ vorstellen, daß ein ? Eer aus sich heraus einen derartig ein- I einer ^?a^ mi^^»en könne. In Erwiderung ohne Ät?â»?°"e der Botschafter, daß er s 2° ?Kffi^^ daß er es jedoch für Ät^ Ministerprä- t im allgemeinen seine An- nickt ^k ^/^^-^Ä^ dem Botschafter I ' ^ b|L öffentliche Meinung Englands,

tie n zu suchen, erstens für die Dauer der Aus­führung und zweitens für die Sicherheiten. Für die Ausführung des Sachverftändigenplans ist die Rolle der Rep arati o n sk omm iff io n ins Auge gefaßt worden, und für diese Durch­führung wurde der Wunsch kaut, Amerika möge seine Beihilfe leihen. Aber wie könne eine etwaige zukünftige Verfchlung Deutschlands festgestellt werden? Augenbliâich sei es die ReparationskomMission, die damit beauftragt sei Ueber diese Frage fei in Chequers hinsicht­lich der Zukunft nichts Präzises festgelegt mor« den. Was die Kontra llederEnkwaff- nung anbetreffe, sei das Einverstcmdnis voll­kommen gewesen. England wünsche wie FraNk- rew* eine allgemeine Kontrolle. Die in Cye- quers entworfene Note an Deutschland sei hier­für ein Beweis. Was die

Sicherheitsfrage betreffe, fei zu bemerken, daß diese Frage von der öffentlichen Meinung und dem Parlament abhänge. In Chequers habe es sich nur um eine Gesamtbeivre^mng gehandelt. Maed mald habe erklärt, diese Frage interessiere ihn lebh ist und er rechne mit derEinigkeitderbei- d e n Nationen, welche die beste Garantie hierfür sei. Die Formel des moralischen Paktes zwecks fortgesetzter Zusammenarbeit fei es, ire nach dieser Riauuna hin der zukünftigen Konfe­renz vorbehalten bleibe. Hinsichtlich der mili­tärischen Besetzung des Ruhrgebiets habe Herriot betont, daß er für Frankreich volle Handlungsfreiheit vorbehalten habe. Was die interalliierten Schulden anbetreffe, so sei Maodonald der Ansicht, der Tag fei noch nicht gekommen, diese Frage anzuschnerden. In der Frage der Kon-trolle über die Eisewr-ahnen im Rheinland und im Ruhrgebiet sei es -mög­lich, ts-ckni-sche Lösungen in Erwägung zu ziehen. ! ^n kniffet sötten y-e Besprechungen sich sehr I lei-cht -abgewickelt. Das Einvernehmen zwis-chen den beiden Regierungen über die M i c u m sei restlos gewesen. Gemeinsam habe man den Beamten der beiden Länder Instruktionen ge­schickt. Was die Zulasiung Deutschlands z u m Völkerbund anlange, so werde es sich für die Alliierten darum handeln, den Zeitpunkt fsstzusetzen, an dem Deutschland hier­zu berufen werden solle. Gewisse Mitglieder der Finanzkommission stellten die Frage, ob man nicht eine höhere Summe als die 5 Mil­liarden de" im Sachverstä-ndigenbericht vorge­sehenen Jndustrieobligationen erzielen konnte, wenn man die hypothekarische Belastung auch auf die Landwirtschaft ausdehne H^-riv: solle hierauf zweimal geantwortet haben, die Sach­verständigen hätten geglaubt, zweckmäßiger- weise n'-bt weiter gehen zu können. 3m übr-gen stellten die industriellen Hilfsquellen die Haupt- einnahmequellen Deutfchlands dar und die Sachverständigen hätten sich eine Stütze in der deutschen öffentlichen Meinung sichern wollen. Schließlich habe Kriegsminister Rollet er« klärt, daß Frankreich auf keinen Fall den 30. SeptemberalsAbschluß der Kontrolle der interalliierten KommissioninBerlinakzeptieren würde.

Unpeheuerliche französische Be­dingungen für die Rückkehrenden.

London, 3. Juli. Der diplomatische Bericht­erstatter derWestminster Gazette" erfährt, daß die aus dem Rheinland und Ruhrgebiet Aus­gewiesenen, wenn sie zurückkehren, aufgefordert werden, einen Eid zu unterschreiben, daß sie sich allen Verfügungen der Rheinlandkommission unterwerfen. Es entsteht eine schwierige Lage für die Beamten, außerdem stellt das Vorgehen eine Verletzung des Rheinlandabkommenr dar.

Die Rückkehr der Schutzpolizei- beamlen.

Berlin, 2 Juli. Aus dem jetzt vorliegenden Wsrtlaut der Ventgung des Sienerals Degoulte über die Rücknahme der AuSwesiungeu und einem Schreiben der Besatzung-behörde an die Regierung in Düsseldorf geht hervor, daß die Beamten der Echutzpolizer nicht ohne weiteres in das Rubriebiet und in da» Eanktions- -ebiet wieder -urückkchreii dürfen, wie »uerst von den iuMnbigen Stellen auf Grund einer irrtümlichen telephonischen Uebermittlung angenommen worden war. Betreffs dieser wird eint endgültige Entscheidung erst später getroffen werden. Um in der Lage »u sein, diese endgültige Eiitjcheidung wirklich bald vor- runehmen, verlangt die Besatzung-behörde die Perso­nalien des betreffenden Beamten und nähere Angaben über die Situation an Ort und Stelle. Wie schon mitgeteilt, bedeutet die Rückkehrerlaubni» aber noch nicht die Wiederemsetzuu» in das Amt: diese samt erst nach der Verfügung Degouttc» durch einen besonn deren Akt erfolgen un» unterliegt der Genehmigung der Besatzunggbrhöroen. Abgesehen von den Schutz- Poljzeibcamten sind, wie jetzt feststeht, 64 Personen

von der generelle» Erlaubnis zur Mckkehr auSge schloffen.

Graf Bernstorff vor dem Kongretz -er DölKerbunSsvereinigungen.

Lyon, 2. Juki. Die Vollversammlung des Kongresses der Vereinigungen für den Bär- bund genehmigte eine Resolution des Mrt- schastsausfchusses, die das Sachverftändigengui- ackten ^begrüßt, feine VevwiMi-tyMvg durch die Völkerbundsorgane empfiehlt hierfür aber Deutschlands Eintritt in den VvLkerbund mit ständigem Raisfitz bei der Evfüllung der im Pakt geforderten Zusicherung für notwendig er­klärt und den Grundsatz des Achfftundentagee anfrechterhäkt.

Der Präsident der deutschen Liga für den Völkerbund, Graf Bernstorff, hielt da­bei eine oft von starkem Beifall unterbrochene Rede, in der er betonte, daß es das erste Mal sei, daß eine deutsche Delegation zum inter­nationalen Kongreß nach Frankreick gekommen ist, und in der er der französischen Völkerbunds» Vereinigung den Dank für ihren kiebenStzor-Äi- gen Empfang aussprach. Er hoffe, daß die Wahlen in Frankreich -und England den Dr/ m einer neuen Epoche der europäischen Geschichte bedeuten-. Die deutschen Wählen hätten zwar ein starkes Anwachsen der radikalen Rechten und Linken, sowie eine Schwächung der Mittel­parteien gebracht, aber die Reichsvegierung Der« füge über eine hinreichend starke Mehrheit für die Annahme des Sachverständigengutachtens. Damit ginge aber die ReparationSfrage ihrer Lösung entgegen. Er verstehe, daß die unbe­dingt notroentnge Lösung der Rsvarakionen und die Sicherheit Frankreichs die wichtigsten Fra­gen in den Augen der Nachbarn Deutschlands feien, und stelle fest, daß auch

die Abrüstungsfrage gelöst

sei. Deutschland sei völlig abgerUtet, selbst wenn es einen Krieg führen wollte, was nicht der Fall sei, könnte es das nicht. Die RepubM fei -da und werde bleiben, aber man solle Geduld haben und nicht vergessen, daß auch nach den Revolutionen in England und Frankreich noch lange Schwierigkeiten zu überwinden waren. Bernstorff warnte dann vor den Uebertreibun­gen, die das Ausland in der Beurteilung der nationalistischen Kundgebungen begehe. Es sei selbstverständlich, daß in Deutschland das Ratio- nclgefühl nervöser und lebhafter fei als in an­deren Ländern, da wir die Besiegten und Ver­stümmelten dieses Krieges sind. Diesen durch­aus unvermeidlichen Gemütszustand möge man verstehen, und die Deutsche Liga für den V^- r« bund täte alles, um ihn zu besckwichtigen. Aber wenn bas Ausland wichtige Interessen ^e, müsse es auch die wichtigen deuffchen Fragen begreifen, nämlich die Notwendigkeit einer ^.dumuna der Ler die Bestimmungen des Der. s-a ller Vertrages hinaus besetzten Gebiete, einer Amnestie und der Heimkehr für alle Deutschen, di sich an dem passiven Widerstand beteiligt haben. Zur Frage des

Eintritts in den Völkerbund >

erklärte Graf Bernstorff, daß es besser bi, wenn Deutschland um seine Aufnahme erst nach vor­heriger völliger Verständigung mit Frankreich und England über die anderen Fragen nach- fuche. Er stimme daher der Resolution auch deshalb bei. weil sie die Forderung nach einem Ratssitz en-hält, worauf die öffentliche Meinung in Deutschlands den größten Wert lege. Graf Bernstorff endete mit dem Ausdruck des Ver­trauens in eine bessere Zukunft und der Hoff­nung auf eine Verwirklichung der Versinigien Staaten von Europa, die anstelle der lächer­lichen Zersplitterung gemeinsame Arbeit für die europäische Kultur leisten solle.

Nachdem sich der lebhafte Beifall gelegt hatte, dankte der französische Präsident des Wir^aftsausschufses, der Deputierte Joan Hennessy, dem Vertreter der deutschen Liga für eine Erklärungen, von allem über die Ab- üsf^. die die französische Delegatton unge­mein befriedigt habe. Er unterstrich aber ein» dringlich die Befürchtungen, die man in Frank­reich vor neuen geheimen Kriegsmittetn habe, teren die deutschen Rationalisten sich bedienen könnten, weshM auch die erste Sorge der neuen Regierun-g, die bas Einvernehmen mit Deutschland wolle, die An-fklärung über diese Frage war. Er bat Graf Bernsftorff, auf die putsche öffentliche Meinung eirrzumirken, daß ic die Kontrolle zulasse, er versickerte, daß Frankreich keine Annexionen der besetzten Ge- niete wolle und drückte die Hoffnung auf bett Eintritt, Deutschlands in den Völkerbund aus mit einem Ratssitz, der ihnr zustchen. Der Ver- tiefer des belgischen Vereins, Rollin, sprach