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SanauerS Anzeiger

General-Anzeiger , AmkNchezr Organ für Siadl- und Landkreis Sana« a. M.

*n<k^lCsWimit Ausnahme der Con«, »nd Feiertag«. / Fernsprech-rlnschlutz Nr. 1257.

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Ak. 151

Montag den 30. Juni

1924

Das Aeueske.

- Der Arbeitsausschuß deutscher Verbände veranstaltete im Reichstag eine machtvolle Kund­gebung gegen das Friedensdiktat von Versailles und gegen die Kriegsschuldlüge.

Die Vertreter des Rubrbergbaues haben am Sonntag in der Frage der Micumverträge mit kurzer Unterbrechung von 11 Uhr vormittags bis 10 Uhr abends mit der Reichsregierung verhan­delt. Aufgrund der ihnen erteilten Instruktionen werden Re heute die Verhandlungen mit der Micum in Düsseldorf wieder aufneSmen.

Am Sonntag ist bei einem Vortrag in der Breslauer Universität der Rektor der Universität Domvrobst und Prälat Dr. Nickel an einem Herz­schlag gestorben.

Gine ernste Mahnung.

^. ,. An den Lasten des Versailler Ver- träges wird auch unsere Jugend ihr Teil mitzutragen haben und diese Lasten werden ihr den Lebenskampf recht schwer machen. Es gilt deshalb, daß Ihr Luch jcht schon vor. bereitet und Euren Körper stählt für diese harte Arbeit, die man von Euch verlangen wird. Den Körper zu stählen gilt es aber auch für den Aall, daß einst der Ruf an Luch ergeht, die Waffen zu ergreifen und das Vaterland zu verteidigen."

Diese Worte vernahm man gestern bei den Reichs-Jugend-Wettkämpfen auf dem Sport­platz in Wilhelmsbad aus dem Munde unseres Oberbürgermeisters. Worte, die an die Jugend gerichtet waren und weiteste Verbreitung ver­dienen, nicht nur unter der Jugend, sondern auch unter der Elternschaft. Denn letztere ist heute in .her Lage, sich ein Bild davon zu machen, Mos unseres heuttgèn JugeM sM^ M Elternschast Mitz eg noch, dass das deutsche Volk einst ein he. w> Wv die Neichen Vater erinnern sich noch, an die großen eichenen Tisch«, um die sie einst saßen. Lon^ was sprächet ihr?Ich war 166er",Ich 88er",Ich 6er Ulan",Ich Eflenbahner!" Und die Hände einten sich im Stolz. Ein Volk das in Waffen. Und du deuffche Mutter weißt es noch, wie die Zeit kam, wo dein Junge Heranwuchs, wo er fortmußte zum Militär. Voll Sorge warst du, weil du dich trennen mußtest, und doch voll Freude und Vertrauen. Du wußtest: jetzt wind er zum Mann, jetzt kommt er in die große Schule, da reckt sich sein Körper; da wird er gerade; gehorchen lernt er und auch befehlen, Ordnung und Pünktlichkeit, das gehört dazu: er hat gedient. Und als der frische Dengel auf Urlaub kam: flott und forsch, rank und schlank war er, der Rock saß wie angegossen. Ruck und Muck war in ihm . . .

Ob wir Sehnsucht haben nach unserem Heer, das uns einst mit schimmerndes Wehr schirmte, das uns fast ein halbes Jahrhundert den Frie­den wahrte, das jetzt nicht ungestraft die schwar­zen, braunen, gelben Horden des Erzfeindes in den Gauen, die selbst jener Schänd- und Raubvertrag uns lassen mußte, schalten und galten, morden und Frauen schänden ließe? Ja, wer vermißt heute dieses Heer nicht? Oder vielmehr die allgemeine Wehrpflicht, die uns mit ihm genommen wurde? Ihr Eltern, ihr wißt trotz aller Hetzreden ja doch, welche

dem gesamten Volkskörper durch die ânstjahre wurde. Hört man nicht jetzt schon überall beim Anblick der jungen Schlackse: »Denen täte es not, daß sie dienen!" Ja, wie ^>ele Jungens sind ehedem unerzogen, unge- hobelt, in ihre Militärzeit eingetreten, eine «orge der Eltern, und sind ordentlich und tüch- ug wieder heimaekehrt. Wie viele waren unge- ank, ungeschickt, ohne Halt und wurden körper- uch und geistig im Drill des Militärs zu brauch- daren Menschen. Da reckte sich der Körper und wölbte sich Ler Brustkasten.

-ßas alles ist verloren. Für geraume Zeit wenigstens. Aber Klagelieder helfen nicht. Kem geifer, sagt Shakespeare in einem seiner- wgsdramen, jammert um Verlust, er sucht mit reudlgem Mut ihn zu ersetzen. Und dabei sind » s urncn uNd Sport müssen uns su dem werden, was uns die allge- dine Wehrpflicht war. Turnen und Mrt müssen den Körper stählenfür den Le- enskampf"' Ler, wie auch unser Stadtober- gestern sagte, unter Len Lasten des Ver- MUer Vertrages recht schwer werden Dürfte.

Sestern Zeuge der Reichs-Jugend-Wett- uwpfe gewesen ist, hat gesehen, wie in Leu y und Sportvereinen gearbeitet wird, mag i wie an der Erziehung unserer Jugend leisten.

WWW gegen das WM MH

Berlin, SS. Juni. Im Sitzungsfaele bei Reichs- tage? veranstaltete am Sonntag der Arbeitsausschuß deutscher Verbände eine stark besuchte öffeutliche Kundgebnug «egen das FriedenSdiktat von Versailles und gegendieKriegS- schuldlüge. Die ReichSregierung war vertreten durch Reichskanzler Marx, die Minister Dr. Strese­mann, Dr. Luther, Dr. Jarres, Dr. Braun», Dr. Goßler und Hamm. Nach d«m von einem Kinderchor vorgetragenen Lied:Ich hab mit ergeben*, eröffnete ReichrtagSvizeprästdmt Dr. Rießer die Versamm­lung. Abgeordneter Professor Dr. Kahl nahm dann al» erster Referent da» Wort. Niemals werden wir den unberechtigten Spruch vom 28. Juni 1919 aner­kennen. Wir wollen Reparationen leisten bi» zur Grenze de» menschlich Möglichen und wirtschaftlich Erträglichen, aber auch wir haben eine Reparations­forderung zu stellen: die Wiedergutmachung der Ver­sündigung an unserer Freiheit und Ehre durch die Schuldlüge. Jeder Deutsche muß die Waffe im Kampf gegen die Schuldlüge sich aneignen und führen. Der Bundesgenosse in diesem Kampf ist das Weltgewissen.

Ostmark und Schuldlügen* lautete das Thema des nächsten Redners, Reichstagsabgeordneten Professors Dr. H ö tz s ch. Der Redner erinnerte an all dar, was vo« deutschem Fleiß und deutscher In­telligenz im Osten geschaffen worden ist, jetzt aber in polnischen Händen ist, und weist auf die Bedrückung, Mißhandlung und Enteignung der Deutschen durch die Polen hin. Redner berührte dann die Frage des Eintritt» Deutschlands in den Völkerbund und sagte: MMâ M wMfch als gleiâ-chtigtk Glieder

-^ Wir Armm nutzt wartr-'Ä °-I . wissen, sondern wir Nüssen an die Rezr-ru,^ re Forderung richten, die Kriegsschuldfrage amtlich aufzurolltn.

Für den besetzten Weste« sprach der sozialdemokra­tische LandtagSabgeordnete Oster roth. Die fünf Jahre sogenannten Friedens seit Versailles waren für die Bevölkerung des besetzten Gebiets fünf Jahre Not und Qual, der Verzweiflung und Vergewaltigung. Solange noch französisch« und farbige Soldaten den heiligen Boden des deutschen Vaterlandes - an Ruhr

und Rhein betreten und gibt er im Gebiet

Saarbrücken und Xanten Hamm keine Ruhe und

oft besudeln, solange der Grenze zwischen zwischen Aachen und keinen Frieden. Die

Forderung der Revision der Versailler Vertrags ist jetzt die Forderung aller gesitteten und moralischen Menschen der ganzen Welt. Die deutschen Arbeiter werden nicht dulden, daß die Rheinland- neutralisiert und zu einem neuen Staat umgewandelt werden. Die Bevölkerung der Saargebiet» hat nur den einen Wunsch, in den Mutterschoß der deutsche« Ration zurückzulehren.

Die Kolonialschuldlüge behandelte sodann der demokratischeReichStagSadgcordnete Dr. Dernburg. Die Anschuldigungen der Feinde sind erlogen. War die Behauptung der deutschen Greueltaten in den Kolonien anbelangt, f» führte der Redner für das Gegenteil Beweise an. Wir verlangen endlich Recht und Gerechtigkeit und einen wahren

Die Freiübungen der Jungens und Mädels über Tausend an der Zahl, zeigten, Laß hier Zucht und Ordnung herrscht, die Wettlämpfe bewiesen, daß hier der Körper gestählt wird daß hier ein Ersatz für die allgemeine Wehr­pflicht vorhanden ist, wenn alle Ettern darauf sehen, daß ihre Kinder sich restlos daran betei­ligen. Wir brauchen dieses Ersatzmittel umso­mehr, angesichts Ler entsetzlichen Wirkungen, die Ler Krieg unter unserer Jugend anrichtete, die zu Hause der kräftigen Hand des Balers ent­behrte, und der man mit Rücksicht auf ihre Unterernährung so manches nachjah, was sonst gewiß nicht ungerügt und ungestraft geblieben wäre. Und nach dem Krieg hat die Revolution, Lie jede Autorität untergrub, ein Uebriges ge­tan. Flegeljahre freilich haben wir alle durch­gemacht: auch ein Bismarck war, wie er später immer betonte, ein Junge, wie alle anderen, und strotzende, schwellende JugenLkraft hat auch ihn zu manchem Streich, zu manchem halb un­bewußten Irrtum geführt. Aber was früher Ausnahme war, ist heute Regel, eine förmliche Sucht nach Roheit beherrscht heute einen gro­ßen, wenn nicht den größten Zeit der heran­

dauerhaften Frieden, Wir fordern Wiederherstellung unserer Freiheit und unserer Ehre. Wir fordern An­sehen und Gleichberechtigung in der Welt.

Nach weiteren Ansprachen eine» Vertreter» Ober- schlesien» sowie Norbschle»wig» erfolgte unter lebhafetm Beifall die einstimmig Annahme folgender

«ntfchlietznng:

Die aus Anlaß der fünfjährigen Mederkehr der Unterzeichnung der Versailler Diktate» am 29. Juni 1924 im ReichStagSgebäude versammelten deutschen Männer und Frauen aller Schichten und Parteien wünschen Frieden, einen Frieden der Gerechtigkeit. Die Versprechungen de» Wilson-Programms sind nicht gehalten worden. Am fünften Jahrestag der Ver- sailler Diktate» ist Deutschland, ist Europa, ist die ganze Welt im Zustand völliger Unordnung. Deutschland hat erhrlich abgerüstet. Die anderen Völker sind diesem Beispiel nicht gefolgt. Trotz des kraftvollen Widerspruchs der Bewohner im Norden, Osten und Westen wurden dem Deutschen Reich wertvolle Gebietsteile genommen. Mit der Lüge der kolo- nialen Schuld wurde e» seiner überseeischen Be­sitzungen beraubt, mit der Lüge von der deutschen Schuld am Kriege und der deutschen Schuld im Kriege wird es heute noch i« der ganzen Welt verleumtet. Am Tage von Versaille» gedenkt dar deutsche Volk mit Trauer nnd Teilnahme der qualvollen Leiden der deutschen Brüder und Schwestern in deu abgetretenen und besetzten Gebieten, die e» mit allen Kräften unter­stützen wird in ihrem zähen Widerstand gegen alle Be- strebungen, ihre Heimat vom Vaterland lsszureißen zu r>LutraIisiere«. DaS rische Volk wird sich nach wie vor mit seiner ganzen

- " »«« 9 alle verpiß. M» R-rch m er schlagen, sie deutsche Wirtschaft zuMstSttki und die deutsche VolkSkrüft vernichtend zu treffe«. Es wird sich nach wie vor mit aller Entschiedenheit gegen die Verleumdung des deutschen Namen» in der Welt wenden. Dir deutsche Regierung hat durch Oeffnung ihrer Archive der Wahrheit die Bahn geöffnet. Der derzeitige Reichsaußenminister hat die amtliche Buf- rallung der Kriegsschuldfrage zugesagt. Wir werden uns einmütig hinter jede Reichsregierung stellen, die in vollem Bewußtsein ihrer Verantwortung und in Uebereinstimmung mit dem ganzen deutschen Volk in amtlich-diplomatischen Verhandlungen erklärt, daß die Schuldanklage den geschichtlichen Tat­sachen widerspricht und daß da» Schuldbekenntnis vom sem,chen Volke in wehrloser Stunde unter Protest erzwungen worden ist. Wir verlangen endlich Recht und Gerechtigkeit und einen wahren, dauerhaften Frieden. Wir fordern Wiederherstellung unserer Frei­heit und unserer Ehre, wir fordern Ansehen uni Gleichberechtigung in der Welt."

Nachdem noch vom Kindtrchor das altniederländßche Dankgebet gesungen worden war und die ReichS'agS- abgeorsuet« Frau Klara Mende für die d-rischen Frauen gesprochen und ein Vertreter der Jugend das Gelöbnis der deutschen Jugend abgelegt hatte, am Wiederaufbau Deutschland» mitzuwirke«, vurde die rmdrucksvolle Kundgebung mit dem Gesang Mi LiedcS Deutschland über alles" geschlossen.

wachsenden Jugend. Es ist wirklich höchste Zeit, daß wieder Zucht, Ordnung, gute Sitten ein­kehren. Heraus mit der Jugend aus Verrohung, Schmutz und Sumps, hinein mit chr in die Turn- und Sportvereine, die ihr neue Wege zeigen, Wege zum Schönen und Erhabenen, und die sie dann weiter führen auf der guten Bahn und die innerlich geläuterten jungen Menschen zu Mänirern machen, die wissen, was sie wollen, die nach der Gesuirdttng des Geistes den Körper stählen für das Gemeinwesen, den Staat, das große deutsche Vaterland, das ihrer noch bedarf. Und über der männlichen Jugend wollen wir die weibliche nicht vergessen. Was nützte die Ertüchtigung der Männer allein, wenn unsere Frauen, die die künftigen Ge­schlechter heroorbringen und aufziehen sollen, in Weichlichkeit und Schwäche verkümmern? Liegt doch diese Gefahr beim weiblichen Ge­schlecht noch näher als beim männlichen, Las viel mehr als unsere Frauen in kraftraubender, aber doch auch wieder kraftstürkender harter Arbeit im Freien tätig ist, während der Tag der Frau fqst ganz durch häusliche, die Gesund­heit aewiß wenig fördernde Arbeit erfüllt wird.

Daher der Mahnruf, den gestern auch unser Oberbürgermeister an die Jugend richtete: Treibt SportI Stählt euren Körper!*

Sport,ist heute, nachdem uns die allge­meine Wehrpflicht genommen ist, sige - nerNutzender Jugend, aber auch vielfacher Dienst am Vaterland. Und das soll er uns bleiben und losgelöst von aller parteipoli- tischen Befangenheit Erzieher sein zu nationaler Erstarkung, zu nationalem Wollen und Denken Er soll uns neue Blüte des Vaterlandes bringen. Er soll für den Fall, daß unser Vater- land einst überfallen wird, unsere Jugend kräf­tigen und stahlen, damit diese die Heimat be­schützen kann. Darum nochmals: Jungdeutsch- land, treibe Sport! R. H

Kerriols VerfShnungspoMlk in der Praxis.

Düsseldorf, 28. Juni. Die BesatzungSSehbrd« hat etwa die Hälfte des Düsseldorfer Regierung?' gebäude» beschlagnahmt und verlangt, daß die be­schlagnahmten 176 Räume ihr bis zum 10. Juli zur Verfügung gestellt werden. E» handelt sich um eine Maßnahme, deren Tragweite über die örtlichen In­teressen weit hinausgeht und die für die gesamte Ver­waltung der Regierungsbezirkes Düsseldorf von größter Bedeutung ist. Wenn die Beschlagnahme wirklich zur Durchführung gelangt, dürften die Folgen garnicht zu übersehen sein. Es wäre dann bestimmt damit zu rechnen, daß ein großer Teil der Verwaltung einfach stillgelegt würden und daß bei anderen Abteilungen große Schädigungen eintreten, wie sie schlimmer nicht gebaut werden können. In den 176 angeforderten Räumen sind gegenwärtig 700 Beamte und An­gestellte nicht nur der preußischen und allge­meinen Polizei, der Landjägern, der Kataster- Verwaltung, Schutz- und Forstverwaltunz, foxbern auch die großen Kassen des Finanzamtes, des Kataster­amts,des Versorgungsamtes, der Ver'orzungSgerichtS und des OberversicherungSamteS belästigt, abgesehen von einer Anzahl umfangreicher egistrâren. die in drei Stimmer len, Kellergescho ß nd Dachgeschoß »uter- -:Lrgchè find r^ ^en 9; lagna^ne die »rrwal-

Keine Begnaüigung -er Cantes* verräler.

Berlin, 39. Juni. Halbamtlich wir mitgdeitt : Aus Anlaß der zugunsten der Rirbrgefangenen und AuSgewiefenn vom französischen Ministerpräsidenten getroffenen Maßnahmen ist französischeriettr angeregt worden zur weiteren Befriedigung der besetzten Gebiete auch diejenigen Deutschen zu begnadigen, die während deS Ru'rkampfe» den Franzose« mittelbar oder «n- mittelber Hilfe geleistet, oder sich der Anwendung der Verornmngen der Interalliierten Rheinland- kommision oder den Zuweisungen des Militärs nicht widersetzt haben. Der Reichspräsident hat sich dar-.ufhln entschlossen, die Begnadigung derjeni»ni Deutschen in Aussicht zu stellen, die sich gegen di« v-m Reichspräsidenten aus Anlaß des Ruhrkampfe» erlassenen Verordnungen vergangen haben, soweit sie sich nicht des Hoch- oder Landesverrates schuldig ge«; macht haben. Soweit das Gnadenrecht den Ländern zusteht, werden entsprechende Giiadenmaßnahmen feiten« der beteiligten Länderregierungen, insbesondere Bayerns und Preußens vorbereitet.

Die deutsche Koutrolluoke.

Paris, 30. Juni. Die deutsche Antwort auf btt Note der Botichafterkonferenz vom 28. Mai in bei .Frage der MiUtärkontrolle wurde gestern abend in Paris erwartet. Londoner Meldungen geben bei hiesigen Blättern Grund zu der Annahme, das Deutschland im letzten Augenblick gewisse Vorbehalt an die Wiederaufnahme der Kontrolle go knüpft habe. Alacdonald sei gewissen Kon zefstonen nicht abgeneigt gewesen, â französisch stegiernng habt darauf, offenbar in der Absicht, einem englischen Schritt zuvorzuèommen, sich mit teaf Foreign Office in Verbindung gefetzt und darauf be ftanben, daß ine von der llotfchatterkonfcrenz auf gestellten Forèe ungen in dollem Umfange aufrech erhalten bleiben. Dieser diplomatische Schritt erfolgt' in Forni einer Unterredung zwischen dem sranzösiicheij -Botschafter St. Aulaire und Sir Eric Crowe. Das Ergobm» ist offiziell nicht bekannt.

Zusammeuskotz bei einer Schlagelev» feier.

Wie die Blätter melden, fand gestern in New Brandenburg die Grundsteinlegung zu einem Lchlagcter- denkmat in 'Anwesenheit der Generale Ludendorff und Lietzmann statt. Hierbei kam er, derMontagspost" zufolge, zwischen Kommunisten und Deutsch-Völkische« zu einem Zuiammenstoß, wobei einige Perionen durch Stiche und Hiebe zum Teil schwer vkrletzt wurden.

Die kleine Mächte und die Londoner Konferenz.

Paris, 31. Juni. Wie demPetit Parisirn^ gemeldet wirb, finden in Paris, London, Brüssel mid Rom Vcrhandlungcii statt, um zu bestimmen, in wel­chem Maye die deinen Mächte, die ein Jnteress« an den RcparatioiiSzalllungcn haben, an der Londoner Konferenz teünehnten können. DaS Blatt meint, daß Rumänien und rinasilavien ein Anrecht auf Repara-i