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SanauerSAnzeiger

Geueral-Aazeiger / AmMches Organ für Siadl- und Landkreis Sanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Son»« und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237.

B e r u s s v r e i s für die 2 Wochen vom 16. bis 28. Juni 1 Goldmark ohne Trägerlohn. Einzel« nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Eoldviennig. — Anzeigenpreise : für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldysennig. für die R e k l a m e z e i l s (68 mm)

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1 , ■ .....

Nr. 147

Mittwoch den 25. Juni

1924

Das Neueste.

— Die gestern angekündigte englisch-fran­zösisch« Note über die Militärkontrolle ist heute veröffentlicht worden.

— Im Reichstag kam es gestern zu Skandal­szenen, die in ein Handgemenge ausarteten.

— Die Reichstagsfraktion der Deutschen Bollspartei wählte zum ersten Vorsitzenden Scholz, zum zweiten Zapf und zum dritten Curtius. Zum Geschäftsführer wurden Brüning- haus, zu seinem Stellvertreter Morath gewählt.

— Die Verhandlungen über die Regierungs­bildung in Bayern sind gestern zum Abschluß gekommen. Geheimrat Held von der Bayerischen Bolkspartei hat den Ministerpräsidentenposten übernommen.

— Die Bäckergesellen des Pariser Bezirks haben gestem abend den Generalstreik prokla­miert. Sie fordern die Aufhebung der Nacht­arbeit, den Achtstundentag sowie eine Lohn­erhöhung.

Die Augen offen hatten!

Seit einigen Tagen tönen wieder ver­heißungsvolle Gesänge aus dem Lager der Linken, wieder erwartet man Hell und neues Leben von fremden Männern, von fremden Staatsmännern — wieder schaut deutsche Welt- remdheit voll höchster Erwartung, obwohl ürchibare Erfahrungen ihr längst den Star ge­stochen haben müßten, abermals über die Gren­zen, wie in den Tagen weiland Wilsons, sie schaut diesmal nach Chequers und Brüssel und triumphiert schon über die Ergebnisse, die die dortigen Besprechungen zwischen dem neuen MLâöLIchen Ministerpräsidenten Herriot einer- Macdonald und dem belgischen Ministerpräsi­denten Theunis anderseits gezeitigt haben. Von neuem preist man „die Organisation der politi­schen Freiheit", von neuem rühmt man den Er­folg des „Geistigen und Ethischen", der sich in diesen Tagen kraft der neu erwachenden völker­versöhnenden Idee in der Weltpolitik anbahne. Und dabei sollte jeder Mensch wissen, daß in der Welt nicht Grundsätze, sondern Menschen ent­scheiden, daß Staaten mit ihren Mini­sterpräsidenten Nicht ihre Lebens- Ziele, sondernnurdieMittelwech- seln. Oder hat man in Deutschland die »große Zeit Wilsons" schon wieder vergessen. Man erinnere sich doch jener Tiraden des Apo­stels Wilson, die dem deutschen Volk kundtaten: »Wie die Zeit des Eroberns und der Gebiets­dehnung, so liegt auch die geheimer Verträge hinter uns. Wir verlangen nur Weltordnung, die das freie Leben der Völker schirmt und jedem Bolk, nicht nur unserem, das Recht verbürgt, fein Leben nach ungehemmtem Ermessen einzu- ttchten, jedem das gerechte Wohlwollen der an­deren sichert, jedes vor eigennützigem Angriff und Ueberwältigung schützt." Man erinnere sich weiter der vierzehn Punkte Wilsons, den man sogar als „weißen Heiland" pries. Ferner er­innere man sich an die Botschaft Wilsons vom

Februar 1918 vor dem Kongreß: „Völker und Provinzen sollen künftig nicht von einer Souveränität zur anderen verschachert werden dürfe», gerade als ob sie bloße Gegenstände oder Steine in einem Spiele wären." Welche Erfahrungen haben wir Deutsche mit all diesen schönen Redensarten gemacht? Die Skepsis, das Mißtrauen gegen die Männer der sogenannten Weltverbrüderung haben ihre Ursachen in einer gewissen Unwahrhaftigkeit: Man gibt vor, Listiges und Ethisches in der Politik zur Herr­schaft zu bringen, man spricht von moralischen Grundsätzen, man steckt sogenannte Ideale auf, in Wirklichkeit kommt es ganz anders, wie es das deutsche Volk zu seinem Entsetzen wieder­holt erfahren mußte. Deshalb verschone man uns mit schönen Redensarten. Wenn Herriot von Gnade spricht, so verzichten wir darauf. Wir haben von Frankreich keine Gnade zu emp­fangen. Wir wollen das Recht der Wahrheit, wir wollen Gerechtigkeit und nichts anderes.

Wir haben also keine Ursache, verheißungs- volle Gesänge über den Ausgang der Be­sprechungen' in Chequers und Brüssel anzu- mmmen. Auch mit ein paar Brocken, die man Deutschland hinwirft, damit es mit ihnen zu- gleich williger das Sachverständigen-Gutachten schluckt, ist es nicht getan. Wir wollen ganz an- öere Beweise von der französischen Sinnesände- sehen, die uns bisher immer nur auf dem Lapier, und zwar auf deutschem, nicht etwa französischem, versichert worden ist. Jetzt weni- d^r^denn je wollen wir uns von den Anhängern

Die neue Mililörkonlrollnole.

B e r l l n, 24. 3unt Der englische Botschafter und der französische Geschäftsträger überreichten dem Reichskanzler am Dienstag nachmittatz die in der Presse angekündigke Rote, die in deutscher Uebersetzung lautet:

Lhequers, 22. Juni 1924. Wir wünschen uns in einer Frage, die unseren beiden Regie- rungen ernste Sorge bereitet, unmittelbar an Eure Exzellenz zu wenden. Wir erfuhren nicht ohne die größte Besorgnis, daß die deutsche Re­gierung vielleicht beabsichtigen könnte, auf die kürzlich wegen der Militärkonkrolle an Ihren Botschafter in Paris gerichtete Rote keine zu­stimmende Antwort zu geben. Gleichzeitig er­halten wir beunruhigende Berichte über die un­ausgesetzte und zunehmende Aktivität der na­tionalistischen und militaristischen Organisatio­nen, die mehr oder weniger offen militärische Vorbereitungen treffen, um in Europa neue be­waffnete Konflikte Hervorzurufey. Diese Be­richte sind zu zahlreich und zu subsiantiert, als daß man sie vernachlässigen könnte. Sie führen dazu, die öffentliche Meinung in der Besorgnis zu bestärken, die unvermeidlich die Haltung der beiden Regierungen beinflussen muß. Wir sind sicher, daß die deutsche Regierung, falls die Berichte unbegründet sind, nicht nur ihre eige­nen Interessen wahren, sondern auch ganz Europa einen großen Dienst erweisen wird, wenn sie an einer Antersuchung mitwirkt, die so durchgeführt wird, daß sie die Besorgnisse vor gerneinen militärischen Vorbereitungen zerstreut.

loyale, genaue Durchführung der Verpflichtun­gen aus Teil V des Vertrages von Versailles die internationale Lage gerade in dem Augenblick schwer belasten würde, wo Aussicht auf eine schnelle Inkraftsetzung des Dawesberichles in allen beteiligten Ländern die Hoffnung auf eine endgültige Regelung der Reparationsfrage, die einer allgemeinen, wirklichen Befriedigung die Wege ebnen soll, aufkeimen läßt.

Wir bitten daher die deutsche Regierung, diese Befriedigung zu erleichtern und zu diesem Zwecke zunächst mit Rachdruck und gutem Wil­len an der Verwirklichung der rechtmäßigen Forderungen der Militärkonkrollkommission mitzuarbeiten. Es läge im eigensten Interesse der deutschen Regierung, wenn die genaue Lage bezüglich der Entwaffnung in Uebereinstim-

der Völkerverbrüderungsidee einschläfern lassen. Noch ist nicht Gras gewachsen über den Schand- vertrag von Versailles, auch dann nicht, wenn das Sachverständigen-Gutachten und damit eine vorläufige Einigung unter Dach und Fach ge­bracht ist. Unsere Wunden bleiben offen. Wah­rer Friede kann und wird erst sein, wenn nicht nur die über den Versailler Schandfrieden hin­aus uns entrissenen Gebiete — man denke an den oben zitierten Ausspruch Wilsons vom 11. Februar 1918 — zurückgegeben sind, sondern überhaupt das Unrecht wieder gutgemacht ist, das uns geschah mit dem Raub urdeutscher Ge­biete, mit der unerhörten Verstümmelung unseres Vaterlandes, wenn jene Deutschen, die unter fremder Gewaltherrschaft schmachten, mit dem Mutterland wieder vereint sind, wenn man uns die Kolonien zurückgegeben hat, auf die wir sauer genug erworbenes Anrecht besitzen. Die Gefahr liegt leider nur zu nahe, daß wir uns durch einige billige Beweise französischen „Wohlwollens", die, wie die großartige Amnestie, den Franzosen keinen Centime kosten, Sand in die Augen streuen lassen und der neuen Fran- zosen-Rezierung Hostana zurufen. Aus diesem Grunde kann dem deutschen Volke nicht oft ge­nug all das, was man ihnen angetan hat, ins Gedächtnis zurückgerufen werden. Lassen wir uns durch nichts betören. Das erste und letzte sind nicht Gefühle und Stimmungen, nicht Reden und Grundsätze, sondern das Ringen und der Kampf der Menschen untereinander. Ziehen wir auch aus den Zusammenkünften von Chequers und Brüssel diese Lehre. R. h.

Die Brüsseler «»»serenz.

Die amtliche Note.

Paris, 24. Juni. Sie Reitst««} der franjo. fischen Ministerpräsidenten Herriot mit den bel­gischen Ministern Thcunik und HymanS war um 6 Uhr beendet. Nach Schluß der Beratungen wurde den Pressevertretern das folgende Kommunique mitaeteilt •

mung mit den Bestimmungen des Vertrages festgestellt würde. Wenn sie die Alliierten von der Aufrichtigkeit ihrer Haltung überzeugen will, muß sie von der Möglichkeit Gebrauch machen, den Beweis hierfür zu geben, indem sie die Kontrollkommission bei der Feststellung der Tatsachen unterstützt.

Wir appellieren an Eure Exzellenz, weil wir keine Gelegenheit versäumen möchten, um die Ursache ernster Schwierigkeiten zwischen unseren Regierungen zu beseitigen. Frankreich und Großbritannien haben keineswegs das Bestre­ben, der deutschen Regierung Schwierigkeiten zu bereiten oder die Kontrolle über das Maß des Rotwendigen hinaus zu verlängern. Im Gegenteil, sie nehmen die Zurückziehung der Kommission für einen möglichst baldigen Zeit­punkt in Aussicht. Sie wünschen lebhaft, den Mechanismus der Kontrollkommission durch das im Artikel 213 des Vertrages dem Völker- bundsrat übertragene Unterfuchungsrechk ersetzt zu sehen, sobald sie in Bezug auf die verschiede­nen Punkte, die die alliierte» Regierungen be­sonders bezeichneten, Genugtuung erhalten haben. Sie verlangen nur, daß man ihren be­rechtigten Besorgnissen jede Beruhigung zuteil werden läßt. Man kann nicht von ihnen ver­langen, daß sie ihre Sicherheit durch den Weg­fall der Garantien gefährden lassen, die sie auf­grund der Bestimmungen des Vertrages von Versailles in Händen haben.

In diesem Geiste drücken wir erneut unsere aufrichtige Hoffnung aus, daß die deutsche Re- “TgTrirfifirri^^

eine Anknwrt erteilt, die der Situation und den im Vertrag feierlich festgelegken Verpflichtungen entspricht.

gez.: Herriot. 3. Ramsay Macdonald.

Der Reichskanzler erklärte dem englischen Botschafter und dem französischen Geschäfts­träger, daß er die Rote zur Kenntnis des Reichs­kabinetts bringen werde. Die Alliierten wür- den rechtzeitig, das heißt bis zum 30. Iunl, die Antwort der deutschen Regierung erhalten.

Ohne Belgien.

Paris, 24. Juni. Wie dem „Ttinps" aus Brüssel gemeldet wird, hat die belgische Regieruna, der von Ministerpräsident Herriot die englisch- französische Mitteilung an die deutsche Regierung in der AbrüstungSfrage unterbreitet worden ist, sich ihr nicht angeschlosscn, weil sie für ihren Teil die letzte Note der Botschafterkonferenz für ausreichend hält.

„Der französische Ministerpräsident Herriot hat heute zwei Zusammenkünfte mit den belgischen Mini­sterpräsidenten Theunis und dem Außenminister Hymans gehabt, in deren Verlauf er sie über die mit Ramsay Macdonald geführten Verhandlungen unterrichtet. Sie lassen die Hoffnung auf eine enge Zusammenarbeit Großbritannien, Frankreichs, Italiens und Belgiens zu, um in Kürze die Inkraftsetzung des SachverständigenplaneS sicherzustellen. Der französische Ministerpräsident und die belgischen Minister haben hierauf ihre Ansichten über die hauptsächlichsten Fragen ausgetauscht, die auf der demnächst stattfin« senden interalliierten Konferenz dis­kutiert werden sollen. Der Meinungsaustausch zwischen den Regierungen wird fortgesetzt, damit die zu lösenden Fragen vorher dm Gegenstand einer eingehenden Prüfung bilden können, fooaß die Konfe­renz zu präzisen un» einmütigen Beschlüssen gelangen kann. Die Annäherung zwischen den amtierten Mächten, die durch die Reise der belgischen Minister nach London, Paris und Mailand vorbereitet wurden, wird auch die Lösung der noch schwebenden Fragen erleichtert.

Der Austausch der Pfänder nach Erfüllung aller im Eachvcrständigenbericht für Deutschland vorgesehenen Bedingungen, die Au-ftbrungSgaranticn, das Regime der Erfenbahnen uns »ie Erneuerung der Micumvertrâge haben die besondere Aufmerksamkeit der Minister gefunden. Die Vertreter der beiden Re­gierungen haben ihren gemeinsammen Willen kund- gegeben, die strikte Ausführung derEntwaffnnngS- tlaufein sicherzustellen. Das Problem der Sicher­heiten ist befprochrn worden und dessen Studium wird von beiden Seiten fortgesetzt.

Die Unterhandlungen von Brüssel wurden in einem Seifte enger Freundschaft und gegenseitigen Vertrauens geführt und sie haben den Eindruck zu- rückgelassen, da, ein ernster Fortschritt erzielt wurde nn» haß die nächste Konferenz imftnnde sein wird, da» Rkparationsproblem einer billigen Lösung entgegen- zusührrn.

Der französisch-englische Pakt.

Reue Erklärungen Herriots.

Paris, 24. Juni. Ministerpräsident Herriot hat in einem der „Jndspendance Beige" in Brüssel gewährten Interview nockmals erklärt.

er werde die demokratische Sache in DeutschlmÄ, deren Loyalität offenkundig sei, unterstützen, aber gegen die Urheber von Zwistigkeiten und die Zerstörer der dem Frieden günstigen Fak­toren Strenge anwenden. Der Deutsche sei ein Idealist, aber darum noch nicht naiv. Zur Frage der Garantie gegen eine etwaige Ver­fehlung Deutschlands wegen seiner Abrüstungs- verpslichtungen erklärte Herriot, man werde da­rüber bald Näheres hören. Schon jetzt habe er für den Fall eines vorsätzlichen Angriffes von feilen Deutschlands die Zusicherung eines De- fensivpaktes zwischen Frankreich, England und Belgien. Ich besitze, erklärte er, das förmliche Versprechen, daß ein dentscher Angriff heute ebenso wie 1914 England an der Seite Frank­reichs und Belgiens finden würde. Sobald Deutschland sein Verhältnis zur Reparation und gleichzeitig aber auch zur Sicherheitsfrage ge­klärt hat, wird Frankreich die Frage seiner Zu­lassung zum Völkerbund erörtern, jedoch nicht vorher. Herriot fügte hinzu, er habe mit Mac­donald über die Wiederaufnahme der Beziehun­gen zu Rußland gesprochen und er werde diese Frage auch mit Theunis und Hymans erörtern. Die bevorstehende Londoner Konferenz werde keinen so weitgesteckten Rahmen haben wie die Konferenz von Genua. Man werde sich dort vor allem mit der Reparationsfrage und der Aus­führung des Sachverständigenplanes beschäf­tigen. Die Vereinigten Staaten würden be­stimmt dazu eingeladen werden. Macdonald und er handelten in der Absicht, bei ihrem Frie­denswerk alle demokratischen Köpfe der Welt miteinander zu versöhnen.

Amerika und -ke Londoner Konferenz

Paris, 24. Juni. Wie die Affociated Preß Staaten ^dur^as Bereit bei der Regelung^tt Reparattonsfrage Europa zu helfen; doch beab­sichtigen sie nicht, sich in irgendwelche euro­päischen Schwierigkeiten zu mischen. Der Wott- führer des Präsidenten Coolidge sagte mit Be­zug auf die für Juli in London geplante Kon­ferenz, der Präsident vertrete die Ansicht, daß anerkannt werden müsse, daß Amerika gewisse direkte und indirekte Interessen in Europa habe, doch würde diesen nicht durch eine attive Teil­nahme Amerikas an der Konferenz gedient sein. Man erwarte, daß Amerika inoffiziell vettreten sein werde, doch werde keine Möglichkeit g* sehen, daß Dawes und Hughes, der beabstchtige, zur Zeit der Konferrnz mit einer amerikaniicher Juristenvereinigung sich in London aufhalte, als Delegierte an der Konferenz teilnehmen werden,

Die Treue -er Rhein!Sn-er.

Düsseldorf, 24. 3unL In seiner TladJ- Mittagssitzung beschäftigte sich der Provinzial, landtag mit einer Eingabe des rheinisch-west­fälischen Volksbundes, an dessen Spitze der Son- berbündler Mathes sicht. In der Eingabe wird die Internationalisierung des Rheinlandes und des Rheingebiets unter der Kontrolle des Völ­kerbundes propagiert und gefordert, daß sich bet Landtag mit dem Gedanken dieser Eingabe ein- verstanden erklärt, wie der Vorsitzende miiteilke, haben die Fraktionen einmütig beschlossen, fol­genden Antrag vorzulegen: Der Proolnziallaiüi- rag geht über die Eingabe des rheinisch-west­fälischen Volksbundes zur Tagesordnung über. Aus dem Hause wurde kein Widerspruch da­gegen erhoben.

Der Achtsluudenlaa vor dem inter­nationalen Arbeitsamt.

Sine Erklärung der deutschen Regierung.

Gens, 25. Juni. Auf der Konferenz der Inter- nationalen Arbeitsamts begann gestern nachmittag die erwartete große Aussprache über den Achtstunden- t a g und die Notwendigkeit der Washingtoner Kon­vention. Die Reden der französischen Nrbeitcrdclegiette« Jouhaux, de» Belgier» MertenS und de» Engländer» Poulton, bte sämtlich die Bedeutung der Achtstunden- arbeit für den Aufstieg der Menschheit betonten, ent. Hielten alle eine ziemlich scharfe Anklage gegen Deutschland wegen de« Verlassens der Basis des Acht- tuneentageS. Die Begründung, daß wegen der Leistung von Reparationen dir Verlängerung der Arbeitszeit notwendig fei, wurde von niemand aner­kannt. Alle Redner wiesen auf den Kreislauf hin, den eine solche Verlängerung der RrbeitSzeit mit sich rührt. Gehe Deutschland mit längerer Arbeitszeit voran, so müßten auch die andern Länder, um koukurrenzfätzlg zu »leiben, al»bald folgen und dann sei da» Bild wieder dal gleiche.

Vom Präsidenten der Koaferenz, Branting, eingt« führt und von der Kdnfcrcnz mit Beifall begrüßt, gab hierauf Der französische Arbritsmlnister Godari einen Uebcrblick über ine Handhabung und die Erfolg, des AchtstundentazeS in Frankreich, wobei er betonte, daß Frankreich bei dem Wiederaufbau der zahllose, Zerstörungen in den verwüütteo «editiert nie bar^