General-Anzeiger / AmMches Organ für Slam- uns Landkreis Kanan a. M.
Erscheint täglich mit Ausnahme her Son«. und Feiertag«. / Fernfprech-Anschlutz Nr. 1287.
B «»« s r v »i« i s für die 2 Wochen vom 1. bis 14. Juni 1 Goldmark ohne TrSgerlohn. Einzelnummer 10 Freitags u. Samstags 12 Goldpfennig. —Anzeigenpreise: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldpfennig. für die N e H a m e z e i l e (68 mm) 50 Goldpfennig — O f s ert e n g eb ü b r 30 Goldpfennig — Geschäftsstelle Hammerstratze 9. ------—--------—--
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Samstag den 14. Juni
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1924
der'
DahlganAe mit 515 von 860 abgegebenen Stimmen als Nachfolger Millerands zum Präsiden- len der RepÄN? gewählt worden. PainlevS erhielt 309 und der kommunistische Kandidat Lmnelinat 21 Stimmen, während 8 Stimmen zersMiert waren. Die ganze Rechte hat für Doumergue gestimmt. Del der Verkündung des Resultats entstand im Kongrehsaal ein großer Tumult. Die Rechte und das Zentrum brachten Doumergue Mrmische Ovationen dar. Die Linksparteien mit den Kommunisten antworteten durch unoerständNche lärmende Rufe und klGpen mit den Deckeln. Rackem auch das Resultat für PainlevS und den kommunistischen Kandidaten verkündet worden war, stimmten die Kommunisten die Internationale an. Die Rechtsparteien antworteten durch laute Rufe: Es lebe die Kommune! Es lebe die Amnestie! Das anwesende Publikum erhob sich und sang die Nationalhymne mit Der leitende Präsident Marfin hob die Sitzung unter großem Tumult auf. Doumergue und verschiedene Abgeordnete begaben sich darauf in den Saal des Schlosses von Versailles, wo sämtliche Mluister und der KinifierprSfident Marsal den neuen Präsidenten der Republik offiziell begrüßten. Bottmergne antwortete hierauf mit einer kurzen Ansprache, in der er seinen Freuden für das ihm geschenkte Vertrauen dankte.
L ZMMKuM eine Ueberrasch enwahl .......
Während es nach den gestern vormittag" vorliegenden Meldungen noch sicher schien, daß der offizielle Kandidat der Linksparteien, PainlevS, Millerands Nachfolger werden würde, hat das Resultat ergeben, daß Gaston Doumergue mit einer Mehrheit von 200 Stimmen gewählt war. den ist. Der offizielle Kandidat der Kammermehrheit, PainlevS, ist durchgefallen; Doumergue, obwohl als Führer der radikalen Senatsgruppe sichst zu dieser Mehrheit gehörig, wurde der Kandidat des Senats und der Mitte und Rechten der Kammer und so gewählt. Dieser ^tsache muß für die Beurteilung der kommenden inner- und außenpolitischen Entwicklung Frankreichs besondere Bedeutung beigelegt werden.
Die Wahl Doumergues ist die erste Niederlage des Blocks der Linken, der neuen Mehrheit der Kammer. Die Einigkeit, die diese aus recht helerogenen Parteibestandteilen zusammenge- iezte Gruppe im Kampf gegen Millerand bis zuletzt und mit dem bezweckten Erfolg aufge- »racht hat, hat bei den Vorberatungen zur Wahl ees Präsidenten der Republik versagt. Die ®eg« ner des neuen Blocks — und insbesondere augenscheinlich auch Millerand selbst —, haben ö?n Anfang an nicht daran geglaubt, daß, trotz auer schönen Vereinbarungen und Entschließun- der Block der Linken ein zuverlässig ein» heitliches Gebilde fein werde. Sie haben sich e™ ^ten Waffen gang getäuscht; der zweite hat ihnen recht gegeben und wie die Dinge weiterlaufen werden, ist zu mindest ungewiß, leoenfafe muß man von deutscher Seite aus immer wieder vor dem übertriebenen Optimis- %jn der Beurteilung der kommenden fran- Zozschen Außenpolitik nachdrücklich warnen, m den seit einiger Zeit eine Reihe von deutschen ^ageszeitungen verfallen ist. Wenn ein solcher Optimismus obendrein noch mit Lobsprüchen ■ rr E neuen Männer begleitet ist, dann ist er "ppelt unvorsichtig; denn die Wirkungen sol- w Empfehlungen aus „Feindesmund" find, rje ’W nur ein Blick in die großen französi- , i^u Oppositionsblätter, sondern eigentlich auch i «?on ein wenig politische Erfahrung lehren "^E, nichts anderes als Verdächtigungen der U^6 n euie "" sogenannten nationalfranzösi- . „ n "^er. Mag der Wandel in den Anschau- wr^ .Frankreichs noch so unverkennbar fein, . ro lupfen keine voreiligen Hoffnungen da- r ■. allem können wir nicht daran glau- vvx' v ^ ^^ndel nun gar über Nacht käme o Die Durchführung der noch so nebelhaften I sich unmittelbar zeigen würde.
,.. 1 Gefangenen- und Geiselbefreiung bis st Zurückziehung der französischen Truvxen, L doch, auch eine, und nicht die geringste ^ -^orbedlnaunüen zur Annahme und Er-'
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Mit 515 Stimmen gegen 309 für PainlevL
si^Emssen überhaupt eine solche Politik möglich; klaren Blick in Ihrer Entschlußsährgkeit gezeigt. ^*»»Wiiiate >^^' -. '^- - ..-.Ju. ^n.--.. uj^^h^n. h^ LLirW âr. Parteien einaetra-
13. Juni. Doumergue, Senats, ist heute im ersten
bereits als Abgeordneten ein hervorragendes Ansehen gesichert. Eine seiner bedeutsamsten Schöpfungen in der Verwaltung ist der Posten eines Ge- nemlgouverneurs im französischen Westasrika.
füllunsi des Gutachtens ist, und schließlich bis zur Regelung der sogenannten Sicherheits- fragen ist ein, wer weiß, wie weiter steiniger Weg. Das sine missen wir und halten es fest: deutfchfreuMiche Politik machen die Franzosen nicht, auch kein Herriot, auch kein demokratisches Frankreich, es ist immer letzten Endes französische Politik, die französische Politik, die im Versailler Friedensvertrag niedergelegt ist und die sich von ihrem Schein nichts abhandsln läßt, die höchstens, aber auch allerhöchstens sich bereitfin'den lasten wird, uns wenigstens das Minimum zu lasten, was der verruchte Vertrag uns nicht nahm.
Durch die Wahl Doumergues ist die Absicht bes Blockes der Linken, die sämtlichen vier höchsten StaatsaMer, die der Präsidenten der Republik, der Kammer, des Senats und des Ministeriums, zu besetzen, gelungen und mißlungen. Tatsächlich gehört Doumergue ja politisch zu der neuen Kannnermehrheit; aber es ist klar, daß seine staatspolitischeRichtungnichtdieist, die gegenwärtig im Block der Linken maßgelich ist. Das beweist incht nur seine Vergangenheit, sondern dazu verpflichten ihn auch die Umstände, unter denen er an seinen Posten gekommen ist. Cs wird ihm gar nicht möglich sein, sich der Politik der schroffen Brüskierung anzuschließen, wie sie gegenwärtig der Block der Linken gegenüber der Kammerminderheit betreibt. Dabei bleibt es natürlich völlig dahingestellt, ob unter den gegenwärtigen parteipolitischen Machtver-
worden war, wird allem Anschein nach in der Zukunft ausschlaggebend werden. Der Geist her Radikalen des Senats ist mit dem des Blocks der Linken in der Kammer nicht identisch und es ist zumindest zweifelhaft, ob die schwache Mehrheit, die vor wenigen Tagen gegen Millerand im Senat entschied, für eine Politik des Blocks der Linken im Sinne des Herriot-Blumfchen Briefwechsels aufzubringen ist. Jedenfalls wird der Senat dafür sorgen, daß die Bäume der Sozialisten, die den Kurs des Blocks ja von Anfang an richtunggebend bestimmt haben, nicht in den Himmel wachsen.
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Gaskon Doumergus.
Gaston Doumergue ist am 1. August 1863 in Aiguevivis, Departement Gard,' geboren. Nach Erledigung seiner Studien, die er mit der Erlangung der Doktorwürde abschloß, wurde er Advokat. Durch seine Reden vor dem Gerichtshof in Nimes, deren vollendete Eleganz auffiel, machte er sich bald bekannt. Im Jahre 1891 wurde er zum Beamten in Cochin-China ernannt, später bekleidete er das Amt eines Friedensrichters in Algerien. Zum Abgeordneten wurde er zum ersten Male im Jahre 1893 gewählt, und zwar durch den zweiten Wahlkreis von Nimes, dessen Mehrheit sich unter seinem Einfluß den radikal-sozialistischen Grundsätzen anschloß. Von 1895 bis 1896 war er Sekretär der Kammer, in die er sowohl bei dm Wahlen von 1898 wie von 1902 wiedergewählt wurde. Als Mitglied des Haushaltsausschusses wurde Doumergue für die Sahre 1898/99
zum Berichterstatter des Kolomalhaushalts bestimmt. Als 1902 Combes ein neues Kabinett bildete, über« nahm er Doumergue als Kolonialminister. Als dieses gestürzt wurde, schied auch er aus der Regierung aus, blieb aber in der Kammer, und zwar als Abgeordneter des Departements Gard. 1905/06 war er Prä- sident der Kammer, und von 1906 an im Kabinett Sarriens ebenso wie im Kabinett Clemenceaus Han- delsminister. In triefen Kabinetten begleitete Poin- cars das Amt eines Muanzmimsters.' Später hat Doumergue die Ministerien des Unterrichts und der schönen Krinste verwaltet. Seitdem er im September 1909 mit Clemenceau zurückgetreten war, hat er bis 1913 keinen Ministerstuhl mehr inne gehabt, doch wurde er von feinem Departement in den Senat ge» wählt. Als im Jahre 1913 das Kabinett Varthou Surüdtrat, weil die Kammer seinen Entwurf einer 1300 Millionen-Anlsihe nicht annehmen wollte, gelang es Doumergue nach den vergeblichen Bemühungen eines Ribot und Jean Dupuy, ein Kabinett zustandezubringen. Neben dem Vorsitz übernahm Doumergue das Ministerium des Aeußsrn; Finanz- minister war Caillaux. Der Entwurf eines Gesetzes über die dreijährige Dienstpflicht brachte das Kabinett zu Fall. Doumergue ist dann nur noch einmal im Jahre 1921 als Finanzminister hervorgetreten. Seit Januar 1923 ist er Präsident des Senats; er wurde damals mit der geringen Mehrheit von neun Stimmen gegen den Kandidaten, der Rechten de Selos gewählt. Doumergue wird allerorts als ein Mann van den verbindlichsten ilmgangsformen yefchild-rt- er soll einer der menschlich-sympathischsten Erschei-
Nach der Wahl.
Die erste Erklärung des neuen Präsidenten.
Paris, 13. Juni. Nach der Installierung des Präsidenten der RepuMk zog eine Kompagnie Genietruppen in der Gârie auf, die der Präsident durchschnitt. Vor dem KongreßgebäuLe hatten ebenfalls Truppen Aufstellung genommen, die in Lem Augenblick, in dem der Präsident erschien, die Honneurs erwiesen und die Fahne senkten. Der neugewälkMe^ Präsident nahm an der Seite des M iniste rprasidenten in einem Auto Platz, dem weitere Äutvs mit den übrigen Ministern folgten. Die offizielle Ankündigung seiner Wahl wurde Doumergue vom Vizepräsidenten des Senats, Dienvemr-Martin, und vom Ministerpräsidenten Marsal selbst mit« geteilt. Der Verkündigung wohnten sämtliche Minffter und die Mitglieder des Miros des Kongresses bei. Vizepräsident Senator Bienvenu-Martin hielt folgende Ansprache:
Das Büro der Nationalversammlung Mt-
lung in mich gesetzt hat. Um dieses Dertrmtey zu rechtfertigen, dessen können Me sicher sein, wird niemand getreuer als ich die Verfassung respektieren (lebhafter Beifall) und niemand entschiedener als ich über den Parteien stehen,- damit ich zwischen ihnen der unparteiisch^ Schiedsrichter sein kann, und daß niemand mehr als ich sich von dem Willen des Parlaments, de^ Ausdrucks der volitffchen Souveränität, leiten lassen wird. Ich bitte, mir Ihr Dertrauen zu erhalten. Mein Vertrauen haben Sie ganz^ Ich bin der Ueberzeugung, daß wir durch diesss gegenseittge Vertrauen an der Lösung der ernsten Probleme der jetzigen Stunde zuscnnmen-- arbeiten und in naher Zukunft unserem Landey dessen Stern nie verbleichen und dessen Krafr unversehrt bleiben wird, trotz der vielen Wun«! den, die es erhalten hat, die Möglichkeit gebens können, an feinem Wohlftande und an fetnerrtt Fortschritt zu arbeiten in Ruhe und Frièden»-
triefet Ihnen feine herzlichen Glückwünsche zu Ihrer Erhebung zur höchsten Würde des Staates, tute gerechte Krönung einer langen parlamentarischen Laufbahn, in der Sie dem Vater- lande und der RepubM hervorragende Dienste geleistet haben. Ich will auf Ihre vielen Etappen nicht zurückkommen. Abgeordneter, Minister in zahlreichen Kabinetten, Ministerpräsident, Mitglied und hieraus Präsident des Senats, haben Sie eine Festigkeit in Ihren Meinungen, eins Beständigkeit in Ihren Handlungen und einen
tische Urkunde, in der festgestellt wird, daß die Nationalbersämmbmg ihm dte vollziehende Ge« wolt anvertraut hat.'Diese einfache Formalität ersetzt unter den obwaltenden Umständen die feierliche Uebertragung der Vollmachten, die, wenn die Demission des vochergsgangenen Präsidenten kn den vorgesehenen Formen sich vollzieht, einen Monat nach der Wahl im Elysoe vovgenommen wirb.
Demission des Kabinetts Marsal.
Paris, 14. Juni. Da» Elysee veröffentlicht« (Testern abend 8 Uhr folgende« offizielle Tommunigu« ; Die Minister haben sich in Elysee sofort nach der
Ankunst der Präsidenten der Republik zu einem Ministerrat vereinigt. Das Ministerium Marsal hat dem Präsidenten der Republik seine Demission unterbreitet. Präsident Doumergue hat aber die Minister gebeten, bis zur Bildung de» neuen Kabinett« bw
Hwbm, um Frankreich in der Weit zu vertreten. Ihre Vergangenheit ist uns eine Gewähr, daß Ihre Tätigkeit während der Präfldentschast in den Grenzen Ihrer durch die Versa ssim.g festgelegten Amtsbesugnisss sich hakten wird, und daß Sie sie gemäß dem Willen des Landes^ wie er sich frei und durch die Stimme feiner Vertreter kundgilbt, ausüben werden. In der schmierigen Periode, die die Nation jetzt durchschreitet, beglückwünschen wir uns, an ihrer Spitze einen Mann zu sehm, der, wie Sie, Fra-nk- reich den Frieden und die Sicherheit gewÄhrkeiftsn kann, die es nötig hat, um seinen finanziellen Wiederaufbau und die Entwicklung- seiner demokratischen Institutionen durch zu- führen.
Hierauf ergriff Ministerpräsident Fran« c o i s M -a r s a k das Wort. Er sagte: Herr Präsident! Indem ich Ihnen die authentische Akte übergebe, in der die Natkonalversanrwlun-a Sie zur höchsten Würde des Landes beruft, habe ich im Namen des Ministerrats die Ehre, Ihnen die Rechte, Prärogativen und Pflichten zu übertragen, die mir vorübergehend durch die Ver
fassung zugefallen waren. Me Nationalversammlung hat Ihnen einen eklatanten Vertrauensbeweis gegeben-. Die langjährigen wohlbekannten Dienste, die Sie Frankreich und der ReMbkik erwiesen haben, finden heute ihre gerechte Belohnung. Ihre Erfahrungen, Ihre Menschen- und Sa-chkunde, Ihre Klugheit, Ihr Urteil, die Sie nacheinander im Parlament, in der Regierung und im Vorsitz des Senats geltend machten, sind für die Republik eine ^rver- läsfige Gewähr für die Zukunft. Ihn Erfahrung in großen nationalen Fr-agen, die Sie in der Regierung wie -auch im Laufe der Ihnen übertragenen Ministerien erworben haben, wird von dem größten Nutzen fein in der jetzigen Stunde, wo diese Probleme besonders akut au-ftreten. Die Interessen der Republik werden einem wohlverdienten RepuWkaner übertragen, der es verstehen wird, sie zu verteidigen.
Präsident Doumergue antwortete wie folgt: Meine Herren Präsidenten! Ich bin tief ge-
CèrrtokzurrleSernahme-srKabkneKs- bilSung bereit.
Paris, 14. Juni. Herriot dementiert durch Hoda« die ihm ,»geschriebene Aeußerung, er würd«, wenn Painlev« nicht gewählt wird, die Bildung des Kabinett» ablehnen.
Paris, 14. Juni. Man nimmt a«, daß H«ni»t im Laufe der Sonntag nachmittag da« neue Kabinett bilden wird, um am Dienstag vor da» Parlament treten zu können. Dar „Scho de Pari«' gibt folgende Ministerliste bekannt:
Präsident und Aeußere»: Herriot.
Justiz: Senator P-Ytral.
Innere«: Abg. Chantemp«.
Finanzen: Abg. Element«!.
Unterricht: Abg. Daladier.
Krieg: General Rollet oder Rens Renault.
Handel: Löon Meyer.
Oeffcntliche Arbeiten: Senator Perrier.
Arbeit: Abg. Sodart.
Landwirtschaft: Abg. Queuille.
Marine: Kerguezec.
Post: Robert.
Kolonien: Schameck.
Der Minister für die besetzten Gebiet« soll «vH ernannt werden.
Französische PrefsesNmmem.
rührt von der Ehre, die die Nationalverfamm- ung mir durch die Berufung zur Präsidentschaft )er Republik erweist, tief gerührt auch Dort den Worten, die Sie an mich gerichtet haben. Mein alter Freund Bienvenu-Martin hat an die Stappen meiner schon alten politischen Laufbahn erinnert. Wie ich 30 Jahre politischen Lebens getreulich meiner unwandelbaren Ideen, meiner Liebe zu Frankreich, meiner republikanischen und demokratischen Gesinnung mich gewidmet habe, so werde ich auch im Dienste der Republik und der Demokratie diese Gesinnung betätigen. In dem hohen Amte, zu dem ich be-
„ ..... rufen worden bin, hoffe ich, das Vertrauen
M unter den Politikern Frankreichs fein. Seine * nicht zu enttäuschen, das dis Nationalveriamm-
PariS, 14. Juni. Der „Matiu* schrestt: Die französische Republik bic gestern den ersten Prä« sidenten gewählt hat, hat sich daran erinnert, daß alle Staatsmänner, die aus dem Senat hervorgingen, friedlich bis zum Ende regiert haben, während alle die au? der Kammer kamen, vorzeitig aus dem Amte schieden. Man hat also gestern einen Senator gewählt, einen guten Republikaner und einen braven Mann. — Die „Eve industrielle" schreibt t Doumergue, Herriot und Painlevâ haben heute kein« Zeit über ihre republikanische Recktrgläubigkeit z«! streiten, sondern sie müssen ihre erste Möglichkeit eri greifen, um praktische Reformen zu verwirklichen. Die finanzielle und wirtschastliâe Reorganisation soll möglichst noch borgenommen werden. — Da» „E ch » de Paris": Die französische öffentliche Meinung hat sich gegen das seltsame Gebrechen bei Rarteils der Linken gerichtet, dessen Führer heul« als absolute Herren, über dem Gesetz und der Verfassung zu stehen glaubten. Der Gewaltstreich gegen Millerand war gelungen, heute wollten sie Anspruch erheben ihren Kandidaten iiizubringe», aber die National hat mithin geantwortet. Der linksradikale „duotihren* schreibt: Wir haben die Schlacht verloren, da» darf uns nicht entmutigen einen neuen Kampf zu führen. Blicken wir zunächst auf den Weg zurück den wir gegangen sind. Der nationale Block ist hinweg gejagt und Millerand gestürzt. Heute noch wird Herriot das Kabinett bilden. — „Le Peuple" schreibt: die Persönlichkeit der Präsidenten der Republik ist für die Rrbeiterschast von wenigem Interesse, da c8 sich um eine repräsentative Stelle handelt. Die Arbeiter würden verlangen, daß der neue Präsident sich all Vertreter emetRettin V