Einzelbild herunterladen
 

*KM 2

Wonfeg NM 2. IM?

W. 128

Deutscher Tag in Cassel.

Drahtbe richt unseres nach Cassel entsandten R. ll.-Schriftleiters.

Just in Leu Tagen, als sich der Sieg, den Deutschlands Flotte, unsere Hoffnung einst und unser Stolz, bei Jütland, an der Scheide zwi­schen den beiden germanischen Meeren, erstritt, zum achten Male jährte, stierte Cassel rich­tiger gesagt der Regierungsbezirk Cassel seinen deutschen Tag. Tausende und Aber-- tausende deutsche Männer und Frauen hatten sich am Samstag und Sonntag in Cassel, der alten Kattenstadt an der Fulda, am Fuße der rvalduimrauschten Wilheln^höhe, eingesunden, Männer und Frauen aus dem Regierungsbezirk und roebt darüber hinaus. Arbeiter-, Gelehr­ten-, Bauern- und Handrverkerhände streckten sich hier über allem Parteigezänk einander ent­gegen und vereinigten sich mit dem festen Ge­löbnis:Wir sind zusammengekommen, wir halten zusammen, um unser Volk wieder aus­wärts zu führen!" Das war der Gedanke, der alle Deranstaliungen durchzog, die Festvor­stellungHermannsschlacht" im Sdootslyea- ter, den GedendgottesLisnst und die Zu sammen - dünste in den großen Sälen der Stadt.

*

Bei Ankunft in Cassel bot sich ein unge­wöhnliches Bild. In Ler Umgebung des Bahn­hofs hatten sich dichtgedrängte Menschen massen an gesammelt. Die Nachmittagszüge am Sams­tag brachten aus allen Gegenden Festteilnehmer. Die Häuser hatten reichen schwarz-weiß-roten Fahnenschmuck angelegt, ein Bild, das einen starken Eindruck auf die auswärtigen Besucher machte. Schlenderte man durch die Straßen, war das Bild überall das gleiche. Manche Straßen Zeilen, Haus bei Haus fast, mit den alten Reick^sarben und den Preußenfarben geschmückt und alte Häuser hatten mit ihren kleinen Fähn­chen einen freundlichen Gesichtsausdruck be- ko-m-men. Und auf den Straßen wogte in den späten Nachm ittags tun den eine außerordentlich große Menschenmenge. An den Plakatsäulen

Sin Rot eine Warnung des Polizeiprä-

I von Cassel an die Bevölkerung. Eine

zg, die olle Ansammlungen auf den Straßen und Plätzen, sowie alle geschloßenen Umzüge verbot. Nun, man glaubte den Ein­druck zu bekommen, daß die Festleituna alles vermeiden würde, um der Polizei Anlaß zum Einschreiten zu geben es ist denn auch erfreu­licher Weise ein solches Einschreiten nicht nötig gewesen. Der Deutsche Tag in Cassel ist ohne Zuschnmenstöße verlausen, Selbst,zücht war in vorbildlicher Weise mit dem Willen vereint, Deutschland aus seiner Gebrochenheit wieder auszurichten.

mit einer

Festvorskellung im Skaakskheaker.

Man konnte keinen glücklicheren Gedanken qaben, als Meist'sHermannsschlacht" auszu- führen, jene patriotische Tendenzdichtung, deren stärkste seelische Wurzel der leidenschaftliche, hemmungslose Haß des Dichters gegen Napo­leon, den Bedrücker seines Volkes, und gegen die französische Nation selbst ist. Kein Wunder darum daß diests Werk, in dem uns heute vieles seltsam aktuell anmutet, stürmischen Bei­fall fand und die rechte Stimmung für die ganze Casieler Veranstaltung schuf. Begreiflich des­halb auch, weil die Dichtung Kleists gerade in diesen Tagen alle Saiten in unserem Innern zum Klingen bringt, weil ihr heißer Atem uns aufrüttelt aus der Stumpfheit und Gleichgültig- koit in die die Not der Zeit allmählich auch die Besten zu verstricken drohte. Aber auch die Aufführung als solche war prachtvoll. Ueber den einzelnen Szenen des Dramas lagerte eine düstere, von Spannung geladene Atmosphäre. Es lag Unheil in der Lüft, irgend etwas Schwe­res, Drohendes zitterte über Gestalten und Ge­schehnisse. Jedes Wort war zuckender Schwert­blitz und dst Stille zwischen den Worten haß­erfülltes Siefen vor dem Speerwurf ins Herz der welschen Bedrücker. Dazwischen wirkte die eheliche Szene Hermann und Thusnelda wie ein leuchtender Sonnenstrahl zwischen ziehen­den Wolkenschatten. Auch in Tempo und Ton der Darstellung war das Lästernde, Drückende, bis zum befreienden Jubel der Schlußszenen,, sehr glücklich festgehalten. Die Ausführung hinterließ einen tiefen Eindruck und als man das Theater verließ und all Lie die Straßen in aufgelösten Trupps durchziehende mannüche Jugend sah, da bekam man den Ein­druck, daß auch bei uns die Verzweiflung, Mut­losigkeit, Schmerz, die uns nach dem Zusam­menbruch beherrschte, heute in weiten Volks- krelsen einer Entschlossenheit Platz gemacht haben, die ich am besten charakterisieren möchte

J^s ^ort: Und im Unglück nun erst recht! Das Leben, das hier in den Casseler Straßen pulsierte, zeigte, daß ein neuer Früh­ling nationalen Wollens angebrochen ist.

Abends 8 Uhr fanden in drei Sälen Cassels Gedenkfeiern für die alte Wehrmacht, Skagerak-

und Schlageln-Ieiern

statt. Die Säle waren sämtlich überfüllt. Jeder Saal, festlich geschmückt mit Fahnen und fri­schem Grün, faßte Tausende von Teilnehmern, und viele mußten wieder umkehren, da sie kein Stehplätzchen mehr bekamen. Gewaltig war die KundgebungdesJungdeutschen Ordens in den Sälen der Stadthalle. Hier hatten sich über 5000 Besucher eingefunden. Aus der Tribüne sah man ein Fahnenmeer von Jungdeutschen Ordensfahnen. Die Inschriften Keßen erkennen, daß Jungdoleute aus ' allen

Gegenden des deutschen Vaterlandes Herbeige- eilt waren, aus Süd, Nord, Ost und West. Auch die Ordensfahne der Bruderschaft Ha° n a u war vertreten eine Abteilung Les Ha­nauer Jungdeutschen Ordens hatte es sich nicht nehmen lassen, nach Cassel zu fahren, um an dem Deutschen Tag teilzunehmen. Und überall, wo die Hanauer Fahne auftauchte, konnte man aus dem Munde der FeftteAnehmer das Wort Hanau" besonders stark betont vernehmen. Bei dieser Kundgebung, die vor allem Schlag- eter galt, sprachen der Hochmeister Mah- raum, Freiherr o. Medern, der Ordens­bruder D i e st l e r aus Oesterreich und die Dich­terin Marie Kahler. Ueberwältigend war der Eindruck, den die Rede des Oesterreichers D i e st l e r, der Oesterreich als des Jungdeut- schen Ordens Urlaub bezeichnete und die Treue Deutschosterreichs zu Deutschland beschwor, hinterließen. Seine Schlußworte:W i r schwören, daß mir nicht ruhen wer» den, dasgeächteteDeutschl and wie­der zu Ehren zu bringen, so wahr uns Gott helfe, Amen!" lösten einen Beifall aus, der schier kein Ende nehmen wollte.

Im Stadtparkt sprach Oberst a. D. F r a n tz, während im Evangelischen Dereinsharrs Pfarrer D. Traub die Hauptansprache hielt. Beide Redner gedachten in kernigen Worten der alten Wehrmacht und feiert en die Kämpfer vom Sk a-- gerak. Es waren keine alten Anklagen, die hier ausgesprochen wurden, der Helden gedachte man, die dem Vaterlands Treue hielten bis in den Tod die ihr Blut gäben für die teuren Farben schwarz-weiß-rot. Ihr Kampf und ihr Sieg sei uns heute Trost, Hoffnung und Mah­nung! Dies zog sich wie ein roter Faden durch oie Reden. Trost und Hoffnung, da wir sehen, was deutsche Kraft, deutsche Tüchtigkeit vermag, wenn dem Können das Wollen enftnricht. Mahnung aber uns und kommenden Geschlech­tern! Ehe nicht Ler Geist, der die Kämpfer vom Skagerak beseelte, wieder lebendig wird in uns allen, ehe nicht die trügerischen Träume von Völkerversöhnung der Erkenntnis weichen, daß nur der Starke im ewigen Wettstreit der Völ­ker Recht behält, ehe nicht unser ganzes Volk wieder so mannhaft und wehrhaft wird, wie es in jenen Tagen vom Skagerak war, eher wird unser Vaterland sich nicht wieder aufrichten. Wir selbst müssen uns helfen, müssen uns auf­raffen, wieder ein Volk werden, vor dem man wieder Achtung und Respekt haben kann. Ein mannhaftes Volk müssen wir werden, ganz gleich, wie uns das Schicksal immer die Lose werfen mag. Das Rad ber Geschichte rollt ia weüèr.' Nicht kmmeHerLen wir Sklaven fein, bleiben, die wir heute sind. Die Ansprache wurde von Konzertstücken und Gesängen va­terländischer Lieder, sowie von lebenden Bil­dern aus Deutschlands Geschichte umrahmt.

Der Sonntagmorgen zeigte das gleiche Bild wie am Samstag. Lachender Sonnenschein, wehende Fahnen, stark bevölkerte Straßen. Schon gegen 9 Uhr wanderten Tausende von Menschen aus der Stadt hinaus in die Stadt- halle, wo für 10 Uhr ein

Gedenk-Gottesdienst

für die Gefallenen des Weltkrieges und die Opfer der Fremdherrschaft anberaumt war. Glücklicherweise hatte man davon abgesehen, diesen Gottesdienst in den Sälen abzuhalten man hatte in letzter Stunde noch Len geräumi­gen Garten der Stadthalle gewählt, der denn auch lange vor Beginn des Gottesdienstes ge­füllt war. Dieser Gottesdienst war etwas Ueberwältigendes. Unsereins darf sich ja nicht in Eindrücke verlieren, sondern er hat sie zu sammeln, zu sichten, zu wägen, aber so viel man auch sichtete und wog der Schluß zu dem ich kam, war immer der gleiche: Der, daß ich etwas Derartiges noch nicht erlebt habe. Man kann es auch nicht schildern, man muß es gesehen haben. Zunächst die Teilnehmerzahl. Wohl an die Fünfzehntausend mögen es ge­wesen sein. Und dann der Fahnenwald, der sich vor dem Feldaltar aufgerichtet hatte: zahlreiche Banner der Jungdo, der Krieger- und Regi­mentsvereine, der akademischen Verbindungen von Gießen und Marburg. Und schließlich das Heer der Jungdoleute und Angehörige sonstiger Jugend- und Wehrverbände, das in der Mitte des Gartens Ausstellung genommen hatte. Vor ihnen und damit vor dem Altar hatte die Ge­neralität in Uniform Aufstellung genommen. Unter ihnen Cxz. General v. Below, der frühere Kriegsminister Wild v. Hohen­born, Generalleutnant Graf Walder fee, Vizeadmiral B ö d i ck e, der Führer des Ska- c-srakgeschwaLers, General v. Plüskow, General S t a b s, u. a. m.

Nach einem Blälerchor und einem Chorgesano I fangen die GottkSdienstteilnkhmer dasWir treten zum I Beten" in neuer Fassung, die auf den verlorenen Krieg bezug nimmt und zum Schluß in den Hilferuf ans- klingt:Herr helf uns, Gott erhör uns, Herr stch du uns bei!* Als dieser Ruf aus den Kehlen der vieltaulendlöpfigen Menge zum Himmel empor« schall, da war die Stimmung geschaffen, die für einen rechten Gottesdienst unentbehrlich ist. Anstelle des am Erscheinen verhinderten Pfarrers Veidt aus Frank- iurt am Mam hielt Herr Pfarrer Schreier aus Berlin die Gedenkpreoigt, die in ihrem Inhalt' dem eben verklungenen Sittliches angepagt war. Der Predigt schloß sich ein weiterer GesangSvortraa und

Der allgemeine GesangHarre meine Seele" an. Auch hier drangen die Schlußworte .Retter in Not, rett auch unsre Seele, du treuer Gott!* weit vernehmbar wie ein inbrünstiger Gebet zum Himmel empor. Als dann der Bläserchor dasIch hatt' einen Kameraden"

spielte und die Menge mit einstimmte, da konnte man viele feuchte Augen setzen . . . Den Abschluß des Gottesdienste» bildete der Vorbeimarsch der ver­bände des Jungtzentschen Ordens und der übrigen Jugend- -unb Wehrverbtnde sowie der Fatznen-Atzordnungen der Kriegervereine vor Exzellenz v. Below und der übrigen Generalität, der helle Begeisterung bei den Festteil« nehmcrn aurlöste und als der Vorbeimarsch beendet war, da zeigte sich in einer kleinen Episode die Stimmung, die für die ganze Kasseler Veranstaltung so recht bezeichnend war. Aus der Stimmung heraus geboren, stimmte ein Teilnehmer das Deutschlandlied an und im Nu hatte es lawinenartig auch den letzten her vieltausendköpfigen Menschenmenge ergriffen.

Während der Sonntau nachmittag eine zweite Festvorstellung von KleistsHermanns, schlacht" und in verschiedenen Gärten Militär­konzerte brachte, fanden am Abend in der Stadthalle, im Stadtpark und im evangettschen Vereinshaus

Deutsche Feiern

statt. Auch diesmal waren die geräumigen Säle nicht in der Lage, die zahlreichen Be­sucher zu fassen. Als Festredner traten auf: Karl Traub, Freiherr von Medem und der Oesterreicher Distler. Sämtttche Redner sprachen über die Ziele der vaterländischen Bewegung: Deutschbewußtsein, Selbstzucht, Gehorsam und Ordnung. Es waren keine leeren Phrasen, sondern ernste kernige, von vaterländischem Geist getragene Worte, die man horte. Sturmbejubelt wurde der greise Heer, führer General von Below, der in kenngen Warten seine Freude über den Geist in der vaterländischen Bewegung zum Ausdruck brachte und damit schloß:Arbeiten wir so weiter, dann werden wir auch wieder zur Höhe kommen. Allzett treu bereit für des Reiches Herrlichkeit."

Der Casieler Deutsche Tag geht zu Ende. Ein starker Rhythmus ging durch ihn. Er hat Zeugnis abgelegt, daß der deutsche Geist noch lebt und hat reichen Samen gestreut. Der große Zug, der durch das Ganze ging, hat moralische Eroberungen gemacht, darüber kann dem, der es miterlebte, kein Zweifel sein.

Atlenlak auf den österreichischen Bunveskanzler Dr. Seipel.

Wie«, 1. Juni. Auf ben Bundeskanzler Dr. Seipel wurde heute abend auf dem Wiener Südbahn- boj von einem Paffagier desselben Suges, in dem der

Seipel wurde durch einen Lungenschuß schwer verletzt. Der Täter verletzte sich bei seiner Verhaftung selbst durch einen Schuß schwer. Er ist noch nicht verneh­mungsfähig.

Wien, 2. Juni. Der Verüber bei Attentats auf den Bundeskanzler Dr. Seipel heißt Jaworek und ist ein Spinner aus Pollendorf. Ueber die Motive des Täters zu dem Anschlag ist noch nichts bekannt. Der Bundeskanzler ist in schwer verletztem Zustande in das Wiener Krankenhaus gebracht worden. Der deutsche Gesandte begab sich, sobald er von dem Attentat er- fahren hatte, in das Spital, um sich nach dem Befin­den des Bundeskanzlers zu erkundigen.

Für Deulschland künftiges Urfeil des -eulfch-belgischen Schiedsgerichts.

Genf, 31. Mai. Das gemischte deutsch­belgische Schiedsgericht, das sich unter dem Präsidenten Paul Moriauf, Professor in Genf, aus dem Senatspräsiderten Richard Höne, Frankfurt a. M. und dem Baron Albertic Rolin-Brüsiel zusammensetzt, und das am 2. Juni in Genf in eine außerordentliche Gerichts­verhandlung eintritt, hat im Anschluß an die in Paris beendete Gerichtsverhandlung nun­mehr in Genf das Urteil in dem großen Deportationrprozeß gefällt, der so, entgegen irrtümlichen Presiemeldungen, nicht mehr in Genf zur Verhandlung kommt.

Es handelt sich, wie erinnerlich, um 10 Klagen von während des Krieges deportierten Belgiern, denen im Falle eines Erfolges etwa weitere 100000 Klagen folgen sollten. Die Klage lautete auf Zahlung von Lohn und auf Schadenersatz für entstandene Arbeitsunfähigkeit. Dieser belgischen Forderung stano die deutsche These gegenüber, nach der die den Depor­tierten zugefügten Schäden bereits von Belgien bei der Neparationstommission in Höhe von 144 Millionen Franken für nichtgezahlten Lohn und 496 Millionen Franken für Entschädigung für Schäden der Deportierten und anderer Zivil­personen, sowie der Kriegsgefangenen angemeldet und bei der Festsetzung der deutschen Ge>amt- reparationsjchuld bereits angerechnet worden sind.

Das heute gefällte Urteil stimmt dieser deutschen These zu. Angesichts der Bestimmungen des Versailler Vertrages § 8, Absatz 2, 3 und 4 der Anlage 1 zu Teil 8, kam der Gerichts- Hof zu dem Entschluß, daß die Entscheidung über die durch die Deportation und Zwangsarbeit verursachten Schäden ausschUetzlich die Reparationkommission angehe, uno daß ner Ge­richtshof für die Klage nicht zuständig sei.

Nur insofern als Schadensersatz für mit der Post gesandte, aus den Deportierten nicht zuge­stellte Leoensmittelpakete auf Grund des Trans- ponvertrages gefordert wurden, eMärte das Ge­richt sich für zuständig, Schaven anzuerkennen und ordnete weitere Ermittlungen an.

------\ China erkennt -ie Sowjetregierung an

Peking, 31. Mai. China beschloß die An­erkennung der russischen Sowjetrepublik.

Aus alter Welt.

Zwei Lehrlinge als Mörder. In Salzbürz wurde das Schuhmacherehepaar Alois Schxh in den Betten ermordet aufgefunden. Die Unter, suchung ergab, daß sich der 16jährige Schuh, macherlehrling Peter Harter und sein Bruder am Abend in die Wohnung eingeschlichen hatten um das Ehepaar zu ermorden und dam bk Wohnung auszuräumen. Als das Schuhmachei­ehepaar nachts gegen 12 Uhr nach Hause tarn, wachte das achtjährige Söhnchen, unter baffen Bette die beiden Burschen lagen, auf, aber t« eine der beiden Lehrlinge hielt dem Kinde bet Mund zu. Als das Ehepaar eingeschlafen nur, schlichen sich die Mörder in das Schlafzimmer, | schlugen die Schlafenden mit einem Beil« tot und raubten die Wohnung aus. Die beide» Mörder konnten an der bayerischen Grenze ver, haftet werden.

Lebendig verbrannt. In einer Scheune de- Gutes Stachow bei Rathenow übernachtete, 6 Handwerksburschen, welche durch Unvorsich­tigkeit die Scheune in Brand setzten. Währens sich vier Burschen retten konnten, verbrannte, die anderen beiden bei lebendigem Leibe, da st von ihren Kollegen im Stiche gelassen, in einer Nische eingeklemmt waren und sich nicht BeJ freien konnten. Erst bei den Aufräumungsarbei-1 ten fand man die verkohlten Leichen der beide« Burschen.

wie Mark Twain sparte. Ein amerikanW Blatt gibt folgendes charakteristische Gespräch zwischen dem berühmten Humoristen und beut bekannten Schriftsteller W. D. Howells wieder. Cs ging mir so elend, daß ich lange sehr spar­sam sein mußte", sagte Mark Twain,und da­zu half mir sehr viel der Umstand, daß ich nie wußte, ob ich meinen letzten Cent für einen Apfel oder eine Zigarre ausgeben sollte." - Es wundert mich trotzdem," sagte Howells, daß Sie mit Ihrer Unentschlossenheit sich schließlich so viel von den Gütern dieser Mi aneignen konnten." Ernsthaft nickte Mar! Twain:Wankelmut, wenn es sich um Geld handelt, ist von großem Wert. Wenn ich mich früher nicht entscheiden konnte, in was ich mei­nen letzten Cent'anlegen sollte, sparte ich ihn am Ende, und so wurde ich reich."

©offfrieb Kellers NovelleKleiber machen Leute" als Drama. Im Eisenacher Stadttheater fand die Uraufführung eines LustspielsDer Schneidergraf" statt, das eine Dramatisierung der NovelleKleider machen Leute" von Gott­fried Keller darstellt. Dieses Lustspiel stammt von dem Münchener Erich Ernst, der in gejchiL ter Weife die Kleinstadt-Milieu-Schilderung fef» behält und technisch fein die Handlung drama­tisch gestaltet. Die sorgfältig durchgearbeitete Aufführung fand lebhaften Beifall.

BetonttoorKi* für Verlag asb Drackeret Karl 0m alb, fit ben «batoontOen G-sc-mtmhalt Richard Hultsch, fit «tätig« uns rieklamen 11 ug uft Ä eobt, alle tu Hanau. Motahonl» drwk bet Waisenhaurbuchdruâerei Hanau. Fm- svrihanschlub Nr. 1237. - Postscheck Frankfurt a. M. Nr. 26M

Bankkonto: Ständische Seihbank Hanau.

^gBBggg"^^

MW BekmlMihWeil.

Gra-verkauf. ObcrfSrsterei Hana«.

Am Samstag, ben 7. Juni 1934, «ach« mittags 5 Uhr soll die diesjährige ÄraSnutzunsi « der großen Horst, Jagen 16, in kleineren Losen a« die Höchstbietenden öffentlich versteigert werden.

Zusammenkunft an der Fallbachbrücke am PupM' Wäldchen.

Nähere Auskunft durch Herrn Förster Quandt i« Bruchköbel. 5002

SMW WMIMWM

Grasverpachtung.

Am DonuerStag, den 5. Juni M.- nachmittags 3 /, Uhr soll der Graswuch» auf da dem städt. Wasserwerk gehörigen, in der Dörnigheim" Gemarkung liegenden Wiesenparzelle (Gesamtzrötz! 273,46 ar) für daS Jahr 1924 an den Meistbietend«« verpachtet werden.

Versteigerungrbedingungen werden im Termin w kanutgegeben.

Zusammenkunft der Pachtliebhaber am Wass"' werk I, Dörulgheimer Landstraße. _ Hanau den 28. Mai 1924. 500t

Wasserwerks-Direktion. M. v on G â ß l«r.

Sitzung der Dtadtverordneten-Bersammlung am Donnerstag, den 5. Juni 1924, nachmittags 6 Uyr.

Tages-Ordnung:

1. Einführung und Verpflichtung der neugewähM MagistrattMitglieder. L

2. Beschluß über die Gültigkeit der Stadtverord' neten-Wahl. .

3. Wahl der Mitglieder der Kommissionen Ausschüsse.

4. Wahl von Armenpflegern.

5. Bericht über die Baiuontrolle im Jahre 1923. Hanau den 81. Mai 1924.

Der Stadtvs roroneten-Vorsteher. Grim m.

«MCMriM»£M^ lll'l|fll^ Ull «üamilJiilWIWIMIIIBM^

MM WO WM MetlM erreichen sie durch rechtzeitige Anwendung dem bewährten unschädlichen

Dr. Wsinreichs Mottenäthek

Erhältlich in Apotheken und Drogerien. Au'klärende Schritten durch ,

ißhermntnn A.-ib. Frankkurt a.