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Mittwoch den 28. Mal

Mt 125

Katholischer Iugcndlrursus in Kanau.

Auch der dritte Tag des Lehrganges für kath. Jugendleiter, der hier in Hanau tagte, verlief in harmonischer Weise. Herr Referent Lins- Fulda sprach über Vereinsorganisation. Aus dem reichen Schatze seiner langjährigen Erfahrung entwarf er das Bild des gewöhn­lichen Vereinsabends und gab eine Reihe wert­voller Anregungen. Dann sprach er ein liebes Wort über die Schulentlassenen und ihre Auf­nahme im Verein und ging dann über zu dem wichtigen Thema der Selbswerwaltung der Ver­eine. Das 12. und letzte Referat hielt wieder Herr Generalsekretär M o s m a n n aus Düsseldorf. Ausgehend von der Gründung unseres Verbandes im Jahre 1896, zeigte er in herrlicher Sprache das Bild der äußeren und inneren Entwicklung des Ver- bandes. Unser Verband hat heute 3700 Vereine im deutschen Daterlande und zählt mehr als 360 000 Mitglieder. Er ist somit der weitaus stärkste Jugendverband Deutschlands, ja der Welt überhaupt. Auf dem Gebiete der inneren Entwicklung sehen wir einen mächtigen Auf­schwung, besonders nach dem Kriege. Hier sind es vor allem die starken, arbeitsfreudigen und Idealistischen Jungmännervereine und die ju- gendbewegten Abteilungen besonders die der Kreuzfahrer, die den Gedanken des Radikal- katholizismus und den Aktivismus in die Ju- gendpflege so mächtig hineingetragen haben. Herrlich zeigt sich besonders der Gemeinschafts­geist, der in der Inflationszeit und früher be­sonders durch Uebernahme der Derbandspaten- schaften so frisch in die Erscheinung trat. Auch für Erholungsfürsorge wird heute mächtig ge­arbeitet. So ersteht zur Zeit in Altenberg (Rhld.) ein prächtiges Erholungsheim. Mit begeisterten Worten, den Derbandsgedarcken mit Freude und Stolz zu pflegen im Vereine, schloß der Redner seine ergreifende Rede. Nachdem der Leiter der Tagung, Herr Bezirkspfarrer Mehlmann aus Oberrodenbach das Schlußwort des Dankes gesprochen hatte, erhob sich nodj einmal Herr Dechant Braun, um in sehr lieben, anerkennen­den Worten dem Bezirksprafes für all' seins Mühe zu danken.

Der Sonntag, 25. Mai, sah dann noch im Pfarrhaussälchen eine stattliche Vorstände­tagung von 62 Vorstandsmitgliedern. Die Ta­gung wurde geleitet vom Bezirkspräses. In an­regender Weise sprach Jungmann Fehrenbach ßus Düsseldorf über das Verbandsziel und die jüngeren und älteren Abteilungen im Vereine. Kaplan Streb aus Großauheim sprach über Vereins- und Verbandsorganisation. Seine außerordentlich packende Rede löste mächtigen Beifall aus. Beide Vorträge fanden eine aus­giebige Debatte. Nach Erledigung interner Be- zirksangelegenheiten sprach der Bezirkspräses Mehlmann das Schlußwort.

Virkenreisig. Im schönsten Schmucke prangt gegenwärtig die Birke. Ihr wunder­barer Schleier ist überall in die Landschaft hineingewebt. Lebensfreude und frohen Mut erweckt sie in chrer bräutlichen Pracht. Nur wenig Menschen gibt es, die nichts empfinden, wenn dieser Baum an ihrem Wege steht. Es ist wohl verständlich, daß sich in vielen der Wunsch regt, von diesen grünen Zweigen welche mit nach Hause zu nehmen zum Schmuck des Zimmers in der Stadt. Das war ohne weiteres angängig, als die schönen Punkte un­serer Heimat noch nicht so überlaufen waren. Wenn aber jetzt jeder Spaziergänger sich einen

Konzert GoUtzolö Ditter in Langendiebach.

Ön Langendiebach feierte man am letzten Sonntag ein bewegtes Wiedersehen: Gotthold Ditter, der Aachener Heldenbariton, etn Langendiebacher Kind, sang nach drei Jahren zum ersten Male wieder bei uns. Der Saal ^Zur Krone" war sehr gut besetzt und die Be­geisterung und Dankbarkeit schien ohne Ende Gotthold Ditter war stimmlich auf das beste auf­gelegt und die Geistigkeit, die seine Leistungen - ^pernbühne hebt, zeigte ihn auch als einen Liedersänger von vorbildlichem Geschmack

er bei derArie Hans Helling",Wo- ^»schied undFeuerzauber" und dem Schlutzgesang Hans Sachs" durch die Gewalt der stimmlichen Mittel und durch technische Virtuosität geblendet, so erwies er bei den L-iedgesangen von Schubert und Strauß Diel- seitigkeit und Reichtum des Ausdrucks; er er­faßte die «eele des Liedgesanges in ihrer gan- ^en -tiefe und gab so packende Eindrücke. In auvi Vorträgen fügte sich die Färbung der Stimme mühelos dem. Ausdruckswillen. Was Ditter uns am Sonntag zeigte, war vollkom­mene Gesangskultür, freie Meisterschaft der ^^handlung, vorzügliche Atemtechnik und beherrschter Geschmack. Sehr sorglich und d? Klavierbegleitung des Herrn Gustav Altvater-Hanau. __st.

Der blaue Vogel.

Gastspiel des russisch-deutschen Theaters im Neuen Operettentheater Frankfurt.

®s gibt einen Edelkitsch, es gibt einen Edel- L'rkus, es gibt ein Edelpuppenspiel und nun ich den blauen Vogel gesehen, weiß ich, daß es auch ein Edelbabarett gibt. Ein Kabarett, das nicht nur Unterhaltung zum perlenden Wein, sin Kabarett, das nicht nur literarisch fein will wie die Schar um Wedekind oder der Dichter

Birkenbusch mit nach Hause nehmen will, so kann das nur geschehen auf Kosten des schönen Anblicks. Leider denken nur zu wenige daran, daß wir in einem übervölkerten Lande wohnen, in dem jedem einzelnen ganz besondere unge­schriebene Pflichten erwachsen. Sonntags läßt sich so oft beobachten, wie Wandertrupps große Sträuße Birkenzweige nach Hause schleppen, wie vor allem Radsahrer es nicht unterlaßen können, ihr Rad nicht nur zu schmücken, son­dern mit dicken Bündeln geradezu zu beladen. Ein großer Teil dieser Zweige vertrocknet unterwegs schon und ist auch zu Hause nicht mehr zum Leben zu erwecken. Es wird aber noch mehr Schaden angerichtet. Die zähen Dirkenruten laßen sich oft nur dadurch ge­winnen, daß man sie vom Ast lang herunter abreißt, die Rinde dabei mit losschälend, und die Birke fängt leicht an zu bluten. Manche Zweige aber sind überhaupt nicht vom Baum zu trennen. Dann bleiben sie geknickt mit ver­welktem Laube hängen, ein Schandfleck für viele Monate. Es möge sich doch jeder zu be­herrschen versuchen. Es geht auch ohne Strauß, das beweisen die vielen echten Naturfreunde, die sich sicher eng mit der Natur verwachsen fühlen, Dennoch freuen' sie sich nur im Freien ihrer Schönheiten, die ihnen unantastbar sind.

* Aeichenakademie. Am Freitag, 30. Mai, abends 6 Uhr findet in der Aula der Staatl. Zeichenakademie eine Abschiedsteter für die Herren Prosestor Schultz und Profestor Koch statt, zu der alle ehemaligen Schüler der beiden Herren eingeladen werven.

* Jubiläumsfeier des GesangvereinsTon- blüthe". Am vergangenen Samstag hatte der GesangvereinTonblüthe" seine Mitglieder und Freunde zur Ehrung seiner Jubilare in das zu diesem Zwecke schon geschmückte Vereinslokal zur Stadt Bremen eingeladen. Durch die außer­ordentlich schweren Verhältniße des Vereins- lebens im vergangenen Jahre, war es dem GesangvereinTonblüthe" unmöglich, wie sonst üblich im Herbste diese Feier abzuhalten, und erst jetzt nachdem ruhigere Verhältnisse einge­treten, die Ehrung seiner Jubilare vorzunehmen. Unter Führung des 1. Vorsitzenden Herrn Karl Jüngling wurden die Jubilare in das Vereins­lokal geleitet und von den Mitgliedern und Gästen mit dem Sängergruß empfangen. So­mit die eigentliche Feier eröffnend, ergriff der 1. Vorsitzende das Wort zu einem Willkommen­gruß und dankte Allen, welche in so schöner An­zahl dem Rufe des GesangvereinsTonblühte" gefolgt, recht herzlich für ihr Erscheinen. Sodann erfolgte die Dekorierung von acht Jubilaren. Die Herren Mvx Döberich und Wilhelm Bauer konnten auf eine 25jährige, die Herren Heinrich Gensler, Richard König und Karl Stahl auf eine 20jährige, und die Herren Friedrich Albrecht, Georg Rieser und Alfons Schierl« auf eine 10jährigë Mitgliedschaft zurückblicken. In kernigen Worten beglückwünschte Herr Jüng­ling die Jubilare und hob die Verdienste jedes einzelnen gebührend Jjercor, gleichzeitig er­mahnte er die jungen Mitglieder diesen nachzu­eifern damit der VereinTonblüthe" auch weiterhin blühen und immer schönere Erfolge zeitigen möge. Die 25jährigen Jubilare wurden mit einem künstlerisch ausgestatteten Diplom unter Glas und Rahmen bedacht, die 20jährigen erhielten die goldene, die 10jährigen die silberne Sängernadel. Namens der 25jährigen dankte Herr Wilhelm Bauer in schlichten Worten mit dem Gelöbnis auch fernerhin ein eifriges Mit­glied zu bleiben und treu zur Vereinsfahne zu stehen, ebenso die Herren Richard König für

Ringâatz, sondern ein Kabarett, das alle Strahlen von Kunst und Leben einfängt und dann bunt und schillernd nicht in sieben, son­dern in tausend Farben wiedergibt. Dieser blaue Vogel schUert in der Tat wie ein Pa­radiesvogel aus den Tropen und kommt doch geflogen aus dem Schoße des eisigen Mütter- chens Rußland. Ein russisch Kind mit seiner Weite. Ein Kirrd wie es meint und lacht. Na­tional und doch international. Diese kubistischen Dekorationen, dieser Farbenrausch, dieser letzte Ausdruck, dieses selbst die Dadaform kaum verschmähende Sketch ist nicht Rußland, aber da ist ein Bild, es ist das erste, vor einer Stadt mit kubistischen Zwiebeltürmen steht ein Mensch, hört dem Sieb der Abend glocken zu und singt ein Sieb, ein russisches Sieb. Ein Er­innern zittert durchs Haus, bas ist Rußland. Tiefer, gröher, erschütternder, ja wahrhaft tragrfd) rst das andere Bild, das ganz im Russi­schen lebt.Die Wolgaschiffer", jahraus jahrein ziehen dieBurlaki" ihre Schiffe die Wolga hinab. Sie schleppen, schleppen schleppen. Man schleppt mit bei diesem Chor. Schauder packt einem bei dem Elend. Es ist das Ergrei­fendste was ich feit langem sah. Man kann diesen Superlativ nicht vermeiden und er braucht nicht vermieden zu werden, die Russen sind so außerordentlich, daß man vergißt, im Theater zu sein und anfangen möchle zu meinen. Aber der Vogel lacht auch und hier gibt er zwar kein russisches mehr, aber deshalb nichts Schlechteres. Da ist eine Mondschein­ballade mit verliebten Katzen und verliebten Friseur, und einem breiten lachenden Mond. Ein Spuk in der Sommernacht um die Siebe, da galoppieren die Kosaken um die Dorfschöne auf Hoppshoppepferdchen, da träumt der Früchteverkäufer in den Tag und plaudert von den Kamelen, da sehen wir den Farbenrausch von russischen Bauernfrauen, die tanzen und singen. Wir hören das Sieb der russischen Fabrikarbeiter, säst blöde, es ist gut, daß man' den Text nicht versteht. Kösilirb ist auch der

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die 20jährigen und Herr Alfons Schierle für die | durch feine gewaltig resonanzvolle und wohl- 10jährigen Jubilare. An Unterhaltung fehlte es klingende Stimme, gute Betonung und seinen hinreißenden Vortrag, Herr Rabus durch feine

nicht, da neben Musikstücken der Kapelle Hage­mann und einigen recht ansprechenden Chören das Mitglied Franz Noll durch einige recht heitere Vorträge die Lachmuskeln der Anwesen, den in Bewegung hielt. Auch Mitglied Willi Berg half durch humoristische Vorträge mit den Abend verschönern.

* Jagdausstellung. Vielfacher Anregung folgend haben sich jagdliche Vereine von Frank­furt a. M. und Umgebung, sowie eine Anzahl Jäger und Freunde der grünen Farbe ent­schlossen, eine Jagdausstellung in Frankfurt a. M. zu veranstalten. Das Interesse, das die Jägerwelt und die mit der Jagd in engerer Ver­bindung stehende Industrie der Ausstellung ent­gegenbringen, zeigt, ein wie großes Bedürfnis gerade für Süd- und Westdeutschland die ge­plante Ausstellung ist. Während der Aus­stellung werden 5 hervorragende Jagd- und Naturfilme vorgeführt. Ein Jägerball und Jägerabend im Zoologischen Garten, ein Jager­abend in den Blumensalen, wozu der Erste Frankfurter Jagdklub einladet, wird den Be­suchern der Ausstellung genußreiche Abende bieten. Weitere Veranstaltungen sind in Aus­sicht genommen. In den bürgerlichen Schieß­ständen findet neben einem Kugel- und Schrot­schießen ein Tontaubenschießen statt. Mit der Ausstellung ist eine von Herrn Pwf Müller, Direktor bes Historischen Museums, geleitete historische Abteilung verbunden, ferner hat es Herr Prof. Popp übernommen, eine jagd­kriminalistische Abteilung, die erste in ihrer Art,

zu bringen.

* KeierlagSdtenst bet Apotheker Den msrgigen Dienst versteht die Ssk-Npotheke.

Landkreis Kanan.

Dörnigheim, 27. Mai. (Volksbildung s- abend). Der von den vier hiesigen Gesang­vereinen ins Leben gerufene Volksbildungs­ausschuß veranstaltete imFrankfurter Hof" bei überfülltem Saale seinen ersten Vortrags­abend. Als Redner war unser heimischer Konzertsänger Herr Friedrich Stein gewon­nen, der in meisterhafter Weise über das Leben und die Werke Carl Löwes sprach; Durch seinen hinreißenden und anschaulichen Vortrag verstand er es, bleibende Werte und lebendige Bilder zu wecken. Nach kurzen hinweisenden Worten auf die Bedeutung der Volksbildung inschwerer Zeit" durch den Vorsitzenden Herrn Dold folgte nach einem einleitenden Klavieroortrag des Herrn Rabus-Offenbach» der Vortrag über Carl Löwe. Trotz Schranken und Hindernisse bricht sich das Genie unaufhalt­sam Bahn zu seinem Ziel; das war der Leit­gedanke in der Lebensbeschreibung des großen Mannes. Die romantische Kindheit und MM. lingszeit bestimmt die Richtung feiner erhabe­nen Werke. Er ist der Altmeister der Ballade geworden. Darauf kam der packendste Teil des Vortages: die charakteristischen Eigenschaften der Löweschen Musik an je zwei Märchen- (Tom, der Reimer und der Nöck) und Geschichts- Balladen (Heinrich, der Vogler und Archibald Douglas) erläutert durch Deklamation und Klavier. In den schönen Melodien, den tref­fenden musckalischen Schilderungen, in der meisterhaften Charakterisierungskunst und im harmonischen Ganzen des Gesanges und des Klavierspiels liegt die Größe Löwes und darin ist er geradezu unübertrefflich. »Den Höhepunkt bildete der gesangliche Vortrag der Balladen mit Klavierbegleitung. Herr Stein verstand es

SketschTime is money", ein Geihelhieb auf das seelenlose Amerika. Die zu Puppen er­starrten Automaten-Menschen. Die Nummern, die Nullen. Es ist eine Parodie auf Amerika. Aber das Wort von der Amerikanisierung der alten Welt ist leider keine Phrase, und es konnte einem bange werden, um dies Europa. Aber wir haben ja noch die Russen mit ihrer Seele, ihrer weiten Seele, in der es meint und lacht, das Rußland des blauen Vogels. Eine Szene ist da noch, um die allein man diese Truppe verehren ja vergöttern könnte. Ein Bild das trotz seiner Einfachheit und man möchte sagen Kindlichkeit etwas ganz Grohes birgt. Das sinddie Leierkastenipieler". Ein Mann spielt den Leierkasten, ein anderer die Pauke und ein hektisches, blödes Mädchen fingt, nein kreischt, ein Sieb. Das Publikum lacht, aber als das Bild wiederholt wird, schluchzt jemand neben mir auf, das Lachen ist verstummt. Eine Tra­gödie des Elends. Mit ein paar Strichen das Leid eines Volkes gezeichnet. Bei den Russen tritt der Einzelne ganz zurück, nur der Ansager F. Jarosy, dieser Plauderer, der so tut, als ob er kaum drei Worte deutsch könnte, und dabei mit Wortspielen um sich wirst wie einer, der in der deutschen Sprache zu Hause ist.

Nur wenige Tage ist das Fabeltier in Frankfurt zu sehen, dann fliegt es wieder ivei- ter einer neuen Heimat entgegen. Trägt russi­schen Geist nicht von Sowjets Gnaden russische Seele durch die Welt und läßt uns das Land Dostojewskys noch mehr lieben als

bisher.

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Humoristisches.

Das Auto.Versuchen Sie, gnädige Frau, sich in diesen Wagen zu setzen. Das ist das be­quemste Auto der ganzen Welt. Man ver­schwindet völlig in den weichen Sitzen." Glauben Sie, ich kaufe ein Auto, um zu ver­schwinden?" (Klods Hans.)

meisterhafte Klavierbegleitung, dem Ganzen einen erhabenen Abschluß zu geben. Reicher Beifall war der Dank der Zuhörer. Der Abend ist als gelungen zu bezeichnen und es ist zn hoffen, daß noch eine Reihe solcher Vorträge zustande kommt.

Hochstadt, 27. Mai. (Sportplatzein­weihung.) Dem Beispiele einiger sport­interessierten Gemeinden unseres Kreises fol- gend, hatte auch unsere Gemeindevertretung im vorigen Herbste dem Antrag des Ortsaus­schusses für Jugendpflege und der Vorstände bei Sportvereine einen geeigneten Sportplatz anzu, legen, zugestimmt und auf Vorschlag als ge­eignetes Gelände das Bahnhofswäldchen ge. wählt. Nachdem die Genehmigung der Forst, aufsichtsbehörde zur Abforstung eingeholt war, wurde im letzten Winter zunächst der Einschlag für einen Sportplatz vorgenommen und der Platz der Handballriege oes Turnvereins zur Verfügung gestellt. Fleißige Hände waren deshalb eifrig bemüht, nach der Abfuhr bis Holzes die Blöße sportgerecht herzurichten und mit einer Ankleidehalle zu versehen. Am Sonn­tag fand nun die Einweihung des neuen Sport­platzes statt, zu der viele auswärtige Vereim erschienen waren und auch die Bevölkerung unseres Ortes regen Anteil nahm. Es wurden verschiedene Handballspiele zum Austrag ge­bracht, die einen sehr interessanten und schönen Verlauf nahmen. Die übrigen Turner, die Schülerriege und erstmalig öffentlich auch dir Damenriege verschönten das Fest durch schneidig und exakt dargebotene Freiübungen, wozu die Kapelle der Hochstädter Freiwilligen Feuer­wehr die Musik stellte, unb die auch in den übrigen Spielpausen konzertierte. Am Fest­abend wurde in zwei Sälen zum Tanze aüfge- spielt. Im nächsten Winter wird der Sport­platz durch weiteren Einschlag noch um zwei Plätze erweitert werden, , um auch dem Fuß­ballsport und der Schule Rechnung zu tragen und daß die Vereine bei Absolvierung ihrerVer- bandsspiele nicht gegenseitig behindert sind. Dann wird unser schönes Hochstadt eine Sport­anlage besitzen, die zu den bestgelegensten und vollkommenften des ganzen Kreises und da­rüber hinaus gerechnet werden kann.

Dörnigheim, 28. Mai. (Vermiß t.) Seit Freitag wird hier der am 7. Juni 1889 geborene Karl Lapp vermißt. Er trägt einen grauen Hut, blauen Rock und Weste, gestreifte Hofe, Schaftenstiefel und Umlegkragen mit Binde. Sachdienliche Mitteilungen über den Verbleib des Vermißten werden an die hiesige Polizei­behörde erbeten.

Kette

wärmer, südwestliche Winde. »M^

Vorhersage bi« Donnerstag abend: Wolkig, all« mählich wieder zunehmende Gewitterneigung, warst; Südwestwind. . ' .

Aus Aay und Fern.

Frankfurt a. M.» 28. Mai. Am Montag nachmittag gegen 5 Uhr trafen ein schweres Lastauto und ein Personenwagen auf der Saab burg-Chaussee in dem Augenblick zusammen, als ein Rennwagen in scharfer Fahrt vorbei» fahren wollte. Der Rennfahrer sah die Schwie­rigkeit der Situation erst, als er kurz vor den beiden Wagen angekommen war. Er bremste sofort, mutzte dies aber mit solcher Kraft tim, daß sich der Rennwagen mehrere Male um seine eigene Achse drehte und hierbei drei von den inzwischen ausgestiegenen Fahrgästen des Personenwagens umriß, die sehr schwer verletzt unter dem Auto hervor gezogen werden mußten. Es handelt sich um einen in Homburg zur Kur weilenden General und dessen Nichte. Die dritte Verletzte ist Frau Juftizrat Dr. Zimmermann aus Hornbiwg.

Lad Homvurg, 27. Mai. Zu längerem Kur­gebrauch sind eingetroffen: Prinz Otto zu Schaumburg-Lippe und Maharradscha Shorrji Vallabdas-Bombay mit Gefolge.

Wiesbaden, 26. Mai. Der Minister hat den Regierungsassessor von Kruse mit der Verwal­tung des Landkreises Wiesbaden beauftragt; Landrat Schlitt ist seinerzeit ausgewiesen worden.

Groß-Gerau. 27. Mai. An lebendigem Leib« verbrannt ist im Walde bei Klein-Gerau der etwa 70 Jahre alte Kulturarbeiter Flauaus, der dünnes Reisig verbrennen wollte, vom Rauch betäubt in die Flammen fiel. Infolge der furchtbaren Brandwunden ist er im Kranken­haus gestorben.

Lohr a. 2IL, 27. Mai. Das Meteor, das am 18. Mai niederging, scheint in der Umge- bung von Lohr a. M zersprungen. In Lohr und seiner nächsten Umgebung hörte man näm­lich die mit dem Zerspringen des Meteors ver» bundene Detonation, von erdbebenartigen Er­scheinungen begleitet, so sehr, daß in dem Ort die Fenster klirrten und die Türen mit lautem Krach zuschlugen. Mitglieder der Frankfurter Sternwarte werden sich in den nächsten Tagen nach Lohr begeben und hier genaue Nachfor­schungen nach dem Meteorsall anstellen, viel-

Sommersprossen

Jetzt ist es Zeit, Sommersproisen, Leberflecke, gelbe Flecke im Gesicht und an den Händen zu beseitigen durch Bleichen mit Nivrokrem und Äloroseise. UN« schädlich und seit Jahren bewahrt. Am genauer An. Weisung in allen Thlorodont-Bertaufsstellul zu baden.