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Hanauer Anzeiger

General-Anzeiger / AmMches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M.

Erjcheint täglich mit Ausnahme der Cann- und Feiertage. / Fernsprech.Anschluß Nr. 1237.

B e, ü « s v r-e i s für bte Zeit vom 21. bis 31. Mai 75 Eoldpfennig ohne Trag erlabn. Einzel­nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Eoldpfennig.Anzeigen» r-eise: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldvfennig. für die R eklam rze ile (68 mm) 50 EoldpfennigOffertsnaebüS r 30 Eoldpfennig Geschäftsstelle Sammerstraße 9.

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Nr. 125

Mittwoch dem 28. Mai

1924

Stürmischer Reichstagsbeginn

Sie Kommunisten als Totengräber -es neuen Reichstags.

Gins MrmifSe Eröffnungssitzung! Troß- Sem nur Normalitäten zu erledigen waren die Sitzung beschränkte sich auf die Verlesung der Namen platzten doch die Gegensätze schon in heftiger Weise aufeinander. Dabei waren, wie es sich von selbst versteht, die Kom- München das treibende Element.- Sie haben die ärgsten Schreier, die sich im Landtag bereits in ihrem Handwerk praktische Erfahrung er­worben haben, in die ersten Reihen postiert. Führend sind Scholem und Katz, der bekannte Iwan der Schreckliche, der sich im Preußischen Landtag als die schlimmste Erscheinung der kommâistischen Zukunftbewährt" hat. Noch ehe der Alterspräsident Bock die Sitzung über­haupt eröffnet hatte, sprang Katz auf die Tri­büne, um die Befreiung der kürzlich verhafteten kommunffttschen Abgeordneten zu verlangen. Seine Genossen im Sikvngssaal sorgten selbst­verständlich für den nötigen Lärm und jedes­mal, wenn einer der verhafteten kommunistt- schen Abgeordneten aufgerufen wurde, wider­holten sich diese Lärmszenen, die vom ersten Augenblick an den Sitzungssaal mit feindselig gespannter Atmosphäre erfüllten.

Man fühlte in dem Saal, wie diese Span­nung alle beherrschte, sowohl den dichtgefüllten Sitzungssaal wie die Tribünen, die zum Brechen voll waren, um die erste Vorstellung dieses viel­versprechenden Reichstages zu genießen. In dieser Spannung wirkte der Aufruf des Namens Ludendorff wie eine Bombe. In der NRn^ Är^Mation stürmische Heilrufe und minutenlang tobte der Lärm, bis der SchriMhrer mit der Verlesung der Namen forffahren mußte. Dasselbe Schick, sal wiederholte sich bei dem Aufruf des Namens Tirpitz, dessen Träger unverkennbar als der alte Seemann mit wallendem Bart aus den ersten Bänken der Deuts ^nationalen Platz ge­nommen hatte und den Demonstranten gegen­über, wie sich von selbst versteht, seine Kalt­blütigkeit nicht verlor.

So zeigte schon die Eröffnungssitzung, daß das Wetterglas im Reichstag auf Sturm deutete. Umso wichtiger wird es fein, daß eine neue Regierung so bald wie möglich gebildet wird. Die Regierungsbank war vollkommen leer und man wird wohl mit Recht annehmen können, daß die bisherigen Minister, die auf 'hren Abgeor-netenplätzen saßen, sich dort wohler fühlten, als sie sich wohl auf der Regie- rmigsbank hätten fühlen können. Wahrfchein- wird ihnen aber das Los nicht erspart oleiben, dort wieder zu erscheinen. Die Regie­rungsbildung vollzieht sich offenbar so, daß dem bisherigen Reichskanzler Dr. Marx die VU-- °ung unmittelbar wieder übertragen wird. Wir yatten dringend gewünscht, daß man den ^eurschnLiMrailen den Verfuch überlassen hätte,

,. Gierung auf die Beine zu stellen. Dazu yar sich aber der Reichspräsident Ebert nicht ^We» können, weil, wie behauptet wird, oer Abgeordnete Hergt die sofortige Ernennung aes deutschnationalen Vertrauensmannes zum Reichskanzler verlangt und in Bezug auf das gen-Gut achten auf Befragen er- * hat, daß die Leutschnationale Fraktion es M m dem Sinne des bisherigen Regierungs- ruftes a^nehmen werde. Unter diesen Umstän- /" hhffd die Regierungsbildung den bisherigen Moaiittonsparleien sofort wieder zufallen. Es Wer damit zu rechnen, daß Dr. Marx vor der seines Kabinetts auf.Wunsch der Gütchen Volkspartei nochmals den Versuch w^cht, die Deutschnationalen mit in die künftige h ^^ungstoaUtion einzubeziehen. Hoffen wir, $ aws gelingt, damit eine starke Regierung w kommt, denn die Eröffnungssitzung R^ l. ^'â-stages hat gezeigt, daß die kommende gierung keinen leichten Stand haben wird.

freien die Kommunisten:Wir werden Euch das Lachen sintränken!"Schlagt ihnen in die

Mg. Dittmann (Soz.) fft der Meinung, der Reichstag müsse sich erst konstituieren, ehe er in seine sachlichen Beratungen eintveten könne. Sobald aber der Vorstand und die stän- d^igen Ausschüsse gewählt seien, würden die So­zialdemokraten dafür stimmen, daß die Straf­verfahren gegen Reichsiagsmitgli-eder eingestellt werden, und zwar im Plenum selbst ohne Aus- schußberatungen, sowohl Mrgunsten Kriebels wie

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pruch bei den andern inutenlanger Lärm, und toben, die Der-

tribüne und verlieht einen Antrag, d>er die so­fortige Freilassung der politischen Gefangenen

schwachen SUmme nicht durch. Plötzlich begibt sich der kommunistische Abg. Katz, ehe noch der Reichstag konstituiert worden ist und ehe er das Wort erhalten hat, auf die Redner-

Dann tritt âe

ten und ein für 1924.

das Haus fo- rner die ein-

_ - I r«nd der die

Schriftführer die Präsenz des Reichstages fest« stellen.

Die Mitglieder der kömn stimmen dreim-at laut in i fingen hierauf eine Strox nationale". Die^

Der Abg. Katz (Kom.) bëantmgt, seinen Antrag sofort aiuif die Tagesordnung zu setzen. Als er geendet hat Watschen die Kommunisten stür- mischen Beifall. Der LUterspräsident stellt dann fest, daß er das älteste Mitglied des Hauses ist, da er am 28. April 1846 geboren ist. Er über« nimmt das Amt mit dem Wunsch, daß die auf den neugewählten Reichstag gesetzten Hoff­nungen sich erfüllen mögen. (Stürmisches Ge­lächter bei den Kommunfften.)

Zu Schrfftführern -werden ernannt die Wgg. Philipp (dtschnat.), Frau Teusch (Ztr.), Frau Agnes (Soz.) und Eichhorn (Kom.) Sie nehmen am Präsidium Platz und der Na­mensaufruf beginnt. Wenn ein kommunWscher Abgeordneter aufgerufen wird, der sich augen­blicklich in Haft befindet, rufen die Kommu­nisten stürmisch:Heraus mit den politischen

Geschäftsreisen

Namensaufruf des Abg. Emmi

Dp.) rufen sie:Justizoerbrecher!___ .__ ein weiterer kommuniftifcher Abgeordneter aufgerufen wird, der in Haft ist, rufen die Kommunisten:Der sitzt im Gefängnis und Lu­dendorff sitzt im Reichstag!" Bei dem Namen Ludendorff erheben die Kommunisten ein ohrenbetäubendes Geschrei. Die Nationalsozia­listen antworten, mit Heilrufen. Ludendorf lächelt und verneigt sich spöttisch vor den Kom- nmnisten. Der Abg. Scholem (Kom.) hebt eine blaue Brille hoch, die er dann auf den Tisch des Hauses NieLerlegt. Der Lärm dauert längere Zeit an. Ws der ebengenannte Kom-

(Gelachter.) Der Name Severing wird von den Kommunisten mit den RufenPfui, nieder mit dem Verräter, Bluthund!" begrüßt Beim Na­men Sollmann ruft Scholem:Sind Sie noch nicht drüben bei den Deutschoölkifchen?" Als Tirpitz aufgeM-fen wird-, veranstalten die Kom- Mnisten ein Pfeifkonzert auf der: Fmgern.

Die Abgeordneten, die beim ersten Aufruf nicht geantwortet haben, werden dann zum zweiten Mal aufgerufen. Hierbei wiederholen sich immerfort die lauten Rufe der Kommu- niften:Sitzt im Gefängnis, ist in Schutzhaft usw." Als bei dem Namen Kriebel auch einige Nationalsozialisten antworten:Im Gefäng­nis", rufen die Kommunisten ihnen zu:Ihr kennt das noch nicht, Ihr müßt das noch ler­nen!" (Heiterkeit.) Als der Namensaufruf be­endet ist, rufen die Kommunisten:Da ist ja ein schöner Stall beisammen!"

- Die Schriftführerin Frau Agnes verliest die Liste der erngsgangenen Borlagen. Darun­ter befinden sich die Sachverständigengutachten, einige Verträge mit den Randstaaten, eine Denkschrift über die B« Bericht der Rei

ein,

gegangenen Anträge verlesen. Außer den be­reits bekannten nationalfozialfftischen Anträgen auf Hafientlasiung Kriebels und AGhelning des Verbots poetischer Parteien und Vereine -befin­den sich darunter eine Reihe kommunistischer Anträge, die die sofortige Haftentlassung von Mgeordneten verlangen.

Hierüber entspinnt sich eine längere G e - s ch ä s t s o r L n u n g s d e b a t t e.

Abg. Katz (Kom.) beantragt, die Befreiung r-^ -^-" ^" r^» i^- sämtlicher polits-chen Gefangenen sofort auf die $ ^W1 Treiben zu. Als einige lachen, heutige Tagesordnung zu fetzen,

Sitzungsbericht.

. Alterspräsident Abg. B o ck-Gotha '(S.) £ 3,-20 Uhr die erste Sitzung des Reichs- fitzen die Kommunisten mit einem meßbaren Lärm ein. Sie schreien im Chor: heraus mit den politischen Gefangenen!" Die ^monistischen Frauen schlagen mit den auf den Tisch. Auf einmal ertönen aus wn kommunistischen Reihen schrille Pfiffe. Die ud°^-" ^oten der übrigen Parteien sehen stau-

Abg>. Scholem (Komm.) eârt: Die vor- nehmste Aufgabe des Parlaments fft es, die Mgeordneten in Frâert zu setzen, die von der Regierung dieser SchreberrepublK in Haft ge­fetzt morden sind. (Gelächter.) Noch heute Vor­mittag ist das Reichstagsgebaude von Spitzeln der Abteilung la Haufenmeise umgeben gewesen, die noch den einen oder andern Abgeordneten

trum: Beifall? Sie haben ein dickes Fell!) Und sie einen dicken Bauch! entgegnet Schoflem. (Schallende Heiterkeit.)

Abg. Fehrenbach' (Ztr.) verweist auf die Geschäftsordnung und hält es für unzu­lässig, daß vor der Wchl des Präsidiums solche Anträge beraten werden.

Alterspräsident Bock stimmt dem M und erKärt, auf die Tagesordnung der morgi-gen Sitzung- werde gefetzt werden: 1. Wahl des Präsidiums. 2. Anträge auf Freilassung der in Haft befindlichen Wgeorüneten.

Mg. v. G r a e f e (natsoz.) widerspricht der Auffassung des Abg. Fehrenbach und beantragt an die erste Stelle der morgigen Tagesordnung die Haftbefreiungsanträge zu fetzen.

Abg. Koenen (Komm.) beantragt außer

wots derRo­ten Fahne" vor der Wahl des Präsidiums zu erledigen.

Abg. Thalmann (Komm.) tritt darauf ans Rednerpult und protestiert gegen diePo-

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Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion hat beschlossen, als stärkste republikanische Fraktion des Reichstags den Abgeordneten Löbe zum Pttb sidenten des Reichstags vorzuschlagen.

Preuhifcher Landtag.

Berlin, 27. Mai. Das Preußen-Hau» setzt» am Dienstag mittag die große politische Aussprache gxm Haushalt für 1924 fort. Mit der Beratung ver­bunden wurde eine Reihe von Interpellationen, zu deren Beantwortung sich die Regierung bereit trinkt hat. Nachdem der Volksparteiler Dr. E y « e t n über bie NuSschußberatung berichtet hat, beantwortet ein Regierungsvertreter bie große Anfrage der Sozial­demokraten über bie Abänderung der AbtreibungS- strafen bei Rcichrstrafgefetzbuch«». Preußen werde sich beim Reich für eine gesetzliche Regelung und Erleich­terung einsetzen. Im übrigen sehe man die meisten Fälle nur als Vergehen und nicht als Verstöße an, für bal ein Strafverfahren von 1 Tag bil zu 5 Jahren Gefängnis btstehe. Zuchthausstrafen müßten für besonder» schwere Fälle beibehalten werden. Die Abtreibungen in den ersten drei Monaten nach bet Empfängnis straffrei zu lassen, verbiete die Rücksicht auf die Volksgesundheit, da durch eine solche Be­günstigung die Eingriffe sich noch vermehren uni sonstige schwere Schädigungen herbeigeführt würden. Hierauf nahm der Sozialdemokrat Lüdemann, der frühere preußische Frnanzminister bal Wort, um die Etrltungnahme feiner Freunde zum Haushalt dar- zulegen. Der Redner sagte der Regierung an den Bestrebungen mit allen Mitteln Etat und Wâbruna stabil zu halten, bie Unterstützung seiner Partei zu. Vor allem forderte er eine gerechte Steuerpolitik durch Heranziehung ber großen vermögen und Einkommen. Die Hau»zin»steuer müsse eixe andere Grundlage er- halten, damit ungleichmäßige Zuschläge, wie sie mit in Uebung seien, verschwänden. Er müsse endlich ein Preisabbau kommen, die Waren bürsten nicht «ehr zmâckge halten werse«. Der Wohnungsbau müsse mehr bie Bedürfnisse her arbeitenden Bevölkerung berücksichtigen. Unerträglich sei die neue Beamten, gehaltsrcgelung im Reich. Der Redner schloß mit dem ®Ä1u-W

mit einer Strophe desDeutschlandlie­des", in das die Trihünenbesucher âstimm- ten. Die Kommunisten lärmten und pfiffen und fangen eine weitere Strophe der Interna­tionale.

Der Werspräschent Bock hat bereits bei Beginn des Gesanges feinen Hut aufgesetzt und den Saal verlassen. Nächste Sitzung Mitt­woch 12 Uhr: Präsidentenwahl.

Don der Prask-enkenwahl im Rekchslag.

Berlin, 28. Mai. Die Reichstagsfraktion der Deutschnationalen Bottspartei trat nach Schluß der Plenarsitzung zu einer Frattionssitzung zusammen. Die Sitzung dauerte etwa eine Stunde. Es wur­den in ihr hauptsächlich geschäftsordnungsmäßiae Dinge sriediât. Die Partei erhebt bekanntlich An­spruch, auf Grund ihrer Stärke den Reichstags­präsidenten zu stellen. Sie hat zu diesem Zweck den übrigen Fraktionen den Abgeordneten Wall­raf präsentiert. Wallraf gehört auch dem preußi­schen Landtag an. Er war Staatssekretär des Innern vom August 1917 bis Oktober 1918. Was die Frage der Regierunasbilduna anbelangt, so wartet die Fraftion die Schritte des Reichspräsi­denten in bkf« Frage ab.

Die demokratischen Wgeordneten haben in einer Besprechung zu der Wahl des Reichstags- Präsidenten noch keine Stellung genommen, sie haben aber feftgefteUt, daß am 12. Dezember 1922 die Deutschnationalen durch den Abgeordneten Schutz-Bromberg erklärt haben, daß die stärkst« Frattron nach der neuen Geschäftsordnung nicht den Anspruch habe, den R^ch«t<»gsprSfidenten zu teilen, sowie, daß Präsident Löbe damals diese Ansicht bestätigt habe. Zu Vorsitzenden der demo­kratischen Reichstagsftattion wurden die Abgeord­neten Koch-Weser, Erkelenz und Haas gewählt.

Die kommunistische Fraktion hat zu der Wahl des Präsidenten des Reichstags Stellung trnommen und beschlossen, für diesen Posten den bgeordneten Thälemann -Hamburg vorzu- chlagen und für den Poften eines Vizepräsidenten den Abgeordneten Katz und als Schriftführer bie Abgeordneten llrbahns und Eichhorn. Die Frattion legt, wie uns mitgeteilt wird, nach wie vor unächst den größten Nachdruck ans die schleunige Sehandlung ihrer Amneftievor^chlSge und der Frei­lassung der inhaftierten Abgeordneten. Sie wird gegen eine etwaige Absicht, am Mittwoch die Plenar- ltzung bis zum nächsten Dienstag zu vertagen, Ein- pruch erheben und vorschlagen, am Freitag und Samstag ihre schleunigen Anträge auf Aufhebung des Ausnahmezustandes, Presseverbote usw. und auf Unterstützung bet Bergarbelter zu erlediaen.

Polttifcher Word.

Ermordung eines 18 jährigen Schülers.

Berlin, 27. Mai. Am Montag abend fände* zwei Männer im Dahlwitzer Forst bei Mohlsdorf die Leiche des 15 jährigen Schülers Günther Bayer, dem die Augen verbunden waren. Am Kopf zeigte sich eine Verletzung, die von einem Schuß herzurühren scheint. Auf der Brust war ein Zettel befestigt, mit der InschriftTod den Faschisten I". Der Vater der Ermordeten ist Magistratsassistent.

Zu diesem Mord wird noch berichtet! Günther Bayer ging am Montag nachmittag gegen 5 Uhr aus der elterlichen Wohnung fort, um sich mit der Straßenbahn zur Teilnahme an einer Versammlung der Echüler-Nudernegc in Köpenick zu begeben. Von dieser Fahrt ist er nicht mehr nach Hanse zurückgekehrt. Gegen l^s Uhr nachts »erschienen zwei Personen aus der Polizeiwache von Mahlsdorf, die die Auffindung der Leiche Beyers im Dahlwitzer Forst meldeten. Auf der Brust bei Toten war ein aus einem Notizbuch herausgerissener Zettel befestigt, der die Zuschrift trug: Tod den Fascisten? K. P. D.-Exekntive. Unten links steht:Erledigt am 26. Mai 1924." Die Rückseite bei Zettels trägt die Ueberschrift:Schwabe Liste Mohlsdorf". Es folgen dann zwölf Ramen von Mitglieder der Bismarckjugend, darunter die Unterschrift:K. P. D.-Exekutwe." Unter bex zwölf Ramen befindet sich auch der Name bei Ermordeten Dieser ist zweimal durchstrichen. Link» «eben dem Namen befindet sich ein Kreuz, recht» steht wieder das Datum26. 5. 1924*. Der Zettel war an der oberen Seite «iteinerschwarz-weiß-rotenKnopfnabel,anderun­teren Seite mit dem Taschenmefler bei Ermordeten, das durch da» Hemd durchgesteckt war, befestigt

Arbeitsaufnahme in Mannheim.

Mannheim, 27. Mai. Der Konflikt ht bet Metall-Industrie Mannheim-Ludwigshafen ist heute nach beinah« sechswöchiger Dauer voll­ständig und endgültig beigelegt, nachdem die Arbeitgeber den vierten Schiedsspruch über die Ecklöhne und die Arbeitnehmer gestern abend den Schiedsspruch über die Regelung der Mord­sätze angenommen haben. Die Betriebe sind heute wieder geöffnet worden. In den großen Werken wird die Arbeit zunächst abteilungs­weise wieder ausgenommen.

Me Mnigunasformel im Sergbcm* Konflikt gefunden?

Berlin, 28. Mai. Wie wir erfahren, besteht begründete Aussicht, daß im RcichSarbeitSministerin» in der Frage bei Berg a rbeitrrkanflittS im Ruhrgebiet ein DchiedSspruch gefällt wird, der den Wünsch« beider Parteien so weit als möglich Rechnung trägt. Im Zeuse bei heutigen TageS werden sowohl du Arbeitnehmer- wie Arbeitgeberorganisatwnen bei Rnhrgcbiets Gelegenheit haben, zu dem Schiedsspruch an Ort und Stelle Stellung zu nehmen. 61 besteht Aussicht, daß beide Parteien den neuen Schiedsspruch nicht ablehnen werden. Zm Laufe der heutigen Bor< mittags wird ein Auszug bei Schiedsspruchs bei Oeffentlichkeit überaeben werben..