Hanauers Anzeiger
Seueral-Auzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M.
Sesera!--Anzeiger
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Ar. 123
Montag den 26. Mai
1924
j Das Neueste.
I — Die Besprechungen der Mittelparteien , mit den Deutschnationalen wurden heute fort- (gesetzt. Der Reichstag tritt morgen zusammen. I _ Macdonald hat Poincarè einen neuenBrief I zustellen lasten, in dem der Wunsch ausge- I stochen wird, die zwischen den beiden Minister- â Präsidenten in der letzten Zeit gepflogene Kor- I respondenz zu veröffentlichen. Poincare hat I zugestimmt. Die Veröffentlichung wird in I Paris und London gleichzeitig erfolgen.
— Poincare, der heute in Bar-le-Duc die Tagung des Generalrats eröffnen wird, wird bei dieser Gelegenheit eine politische Rede halten.
Die Frage der Regierungsbildung.
Die Samstag-Besprechungen der Mttelpar- . feien haben ergeben, daß man bei ihnen keinen Anlaß gesehen hat, das jetzige Reichskabinett bereits auf Grund des derzeitigen Standes der Dinge zurücktreten zu lasten. Im Anschluß an diese Stellungnahme, die im Reichstag bekannt wurde, waren dort Gerüchte verbreitet, nach denen die Reichsregierung ihren angeblich für gestern beschlossenen Rücktritt auf Montag verschoben hätte. Nach Mitteiliungen, die uns aus
langen tritt den Dsutschn- die Aussichten auf ein Gel Jwng auf der bisher a:
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I der Kabinettsbildung betraute. Unabhängig davon fei geMnt, dèn Rücktritt des Kabinetts I Marx kurz vor dem Zusammentritt des Ple« ! nums erfolgen zu lasten. Bestimmt wäre dvmit zu rechnen, daß das jetzige Kabinett vor dem i neuen Reichstag, dessen erste Sitzung bekannt- : lich am Dienstag stattfindet, nicht mehr aus der Ministerbank erscheinen werde.
I Etwas abweichend von den vorstehenden Mtteilungen -wird die Sachlage von einer parlamentarischen Korrespondenz wie sobgt ge- ■ kennzeichnet:
«Lautet die Antwort der Deutschnationalen am Montag positiv, so wird Dr. Marx demissionieren, um ein Kabinett auf breiterer Basis zu ! ennöglichen; geben die Deutschnationalen eine negative Antwort, so wird zu enkschei- i den sei, ob durch eine Demission des Ka- k Anetts Marx dem Reichspräsidenten freie Hand für die Wahl eines neuen Reichskanzlers gegeben werden soll, oder ob das Kabinett in seiner bisherigen Zusammensetzung vor den -Reichstag tritt. Ueber diese Frage ist in der gestrigen Besprechung der Parteiführer der bisherigen Koalition mit dem Kabinett Marx noch nicht gesprochen worden. Man hört allerdings aus Kreisen der Deutschen Volkspartei, daß sie den Rücktritt des Kabinetts Marx für notwendig hält."
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Der erweiterte Vorstand der Deutsch- nationalen V o l k s p a r t e i hat in einer Atzung im Reichstag am Samstag folgenden
-osMuß gefaßt:
„Der Parteivorstand und die Vorstände der Landesverbände der Deutfchnationalen Volkspartei erklären sich einstimmig- mit den von der Parteileitung und der Reichstagsfraktion ausgestellten politischen Zielen einverstanden und sprechen der Parteileitung ihr Vertrauen
aus/
Der aus etwa -60 Personen bestehende er- weiterte Vorstand der Deutschnationalm Volkspartei hatte sich in dieser Sitzung mit Fragen oer Regierungsbildung und dem Sachverstän- di-gengntachten befaßt. Die Verhaâungen wurden jedoch für st r e n g vertraulich erklärt.
KamburgerTagung-esÄansabun-es.
Hamburg, 25. Mai. Die heutige Tagung bei Hansabunde» für Gewerbe, Handel und Jndusttie war aus allen Teilen bei Reiche» außerordentlich gut beschickt. Reich»tag8abg. Riester, der als Ehrenpräsident des HansabundeS die Tagung mit einer Begrüßung der Gäste und Teilnehmer eröffnete erklärte in einer »tcde über die Aufgaben und Ziele des Hansabundes, »lS deffen wesentlichstes Ziel er den kategorischen Imperativ bet Pflrchl gegen da» Vaterland bereichnete.
der Wiederaufbau Deutschlands könne nur erfolgen im engsten Anschluß an die Stein-Harlenbergschen Grundgedanken, d. b. durch Entbindung aller ehrlichen produktiven Kräfte und durch Beseitigung der Zwangswirtschaft auf allen Gebiete«. Mit der Wiederderstellung der freien Wirtschaft müsse aber auch die Wiederherstellung der Autorität des Staates Hand in Hand geben. Dahin könne man jedoch auf dem Wege parteipolitischer Eigenbrödelei nicht kommen, sondern nur. dadurch, zunächst Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammenzuführen. Diese müsse versuchen, an die Stelle des Herrenstandpunktes und des KlastenkampfeS Versöhnung und Ausgleich der Interessen zu setzen. Der Redner schloß namens des Hansabunde» mit dem Apell, angesichts der Gefahr für Staat und Wirtschaft alles Parteipolitische beiseite zu lasten.
Sodann erhielt Reichswirtschastsminister Hamm daS Wort, der, auf die schwere Krise der deutschen Wirtschaft hinwieS und mit einer Mahnung zur Ein-, sicht schloß, daß Deutschland arm geworden sei und seine Ausgaben beschränken müsse. Dann nahm, von der Vesammlung lebhaft begrüßt, ReichSbankpräsident Dr. Schacht daS Wort zu einem Dortrage über die deutsche Währungspolitik. Ausgehend von der Stabilisierung der Währung, verbreitete sich der Redner hauptsächlich über die heutige Politik der Reichrbank und erklärte, das Mittel der Inflation schwäche die Erkenntnis der Lage, während das Mittel der Kredit- drostelung jeden Einzelnen dazu bringe, die letzten Reserven materiell und geistig an» sich und seinen Hilfskräften berauSzuholen. Mehr als je gelte heute das Wort: Besitz ist nichts, Erwerb ist alles. Die Psychologie des Festhaltens an den Sachwerten, den Warenbeständen, müsse unter allen Umständen verschwinden. Der Preisabbau müsse sommern Was nun die Forderungen an die Reichsbank um Kreditgewährung anbelange, so könne die Reichsbank einerseits keine Rentenmark' mehr auSgeben und müste die bestehende Reserve von 300 Millionen sich erhalte«, so sei andererseits aber auch mit Rücksicht aus die vorhandene Golddeckung von ungefähr 450 Millionen Goldmark, von denen die Hälfte für die Einlösung
Ebenso unmöglich sei aber auch eine Diskonterhöhung' und nicht minder unausführbar der Vorschlag, den EinheitskurS für den Dollar in Berlin nicht so starr festzuhalten. WaS nun
die Auslandskredite
attlenge, so sei zur Beruhigung deS Auslandes und der ausländischen Kreditgeber, von denen Deutschland in der letzten Zeit sehr viel Gutes erfahren habe, festgestellt, solange die Kredite sich auf die anständigen deutschen Wirtschaftskreise erstreckten, könnten die Geber überzeugt sein, daß der deutsche Kaufmann keine Kredite in , Anspruch nehmen werde, die er nicht zurück- zuzahlen in der Lage sei. Im übrigen seien kurzfristige AuSlanbSkredite genug vorhanden. Langfristige Investitionen aber werde Deutschland erst erhalten, wenn eS aufgrund des Sachverständigen,ut- achtens Stabilität in seiner Wirtschaft erzielt haben werde. Auch der Landwirtschaft müßten wieder langfristige Anleihen zugeführt werden. Sie sollte deshalb bedenken, daß Deutschland im Falle der Lösung der internationalen Schwierigkeiten voraussichtlich in der Lage sein werde, den deutschen Agrarpfandbrief in der Welt zumindest in ähnlicher Weise zu plazieren wie früher Argentinien und Mexiko dar getan haben. Für die Zwischenzeit gelte er, die Notverordnungen vom Juni 1923 so umzugestalten, daß ein großer Teil der neu Heranwachsenden Sparkapitalien in erster Linie der Landwirtschaft zugeführt werde. Er hoffe, daß die bevorstehenden Erhebungen die Lösung bringen werde, die den unfruchtbaren kurzfristigen A,rarkredit in einen langfristigen zu ermäßigten Zinssätzen verwandele. Wir werde«, schloß Dr. Schacht, zu neuem Gedeihen unserer Wirtschaft nicht kommen, wenn wir nicht einen friedlichen Ausgleich mit den Wirtschaften anderer Völker finden. Ich hoffe, schloß Dr. Schacht, daß die Einsicht in diesen internationalen Zusammenhang auf der anderen Seite stark genug ist, um un« einen Schritt in unseren Schwierigkeiten entgegenjutomnien. Ich sehe einen solchen Schritt auch auf dem Gebiete der Kolonialpolitik;
Deutschland darf nicht auf ewig van der Kolanialwirtschaft aurgesperrt werden.
ES würde eine Entlastung der internationalen Lage sein, wenn man Deutschland einen Auslaß in die Welt hinaus gibt. Ich glaube, daß der Kampf, den wir geführt haben, auch dem Nutland die Augen geöffnet hat. Wir sehen die Stimmung in der Welt beherrscht von dem Gedanken: „Los vom internationalen Haß und zurück zu friedlicher internationaler Arbeit." (Lebhafter und lang anhaltender Verfall.) Auf die Rede Dr. Schachts folgte ein Vortrag de» Präsidenten der Oesterrerchischen Bank, Reich, über die Österreichische Sanierung und ein Referat deS Präsidenten de» HansabundcS, Reichst«,»- abgeordneten Dr. Fischer, über das Thema »Wirtschaft und Sachverständigengutachten". Wir geben unser Ja zu »lescm Gutachten, so schloß der Redner, weil wir in ihm zum ersten Mal »ex Versuch einer wirtschaftlichen Lösung deS ReparationShroblemS er- blicken, der trotz aller Bedenken ein Schritt zum »ege der Vernunft ist. Die Tagung fand damit ihr Ende.
Regierrtngsprugramm Verliess*
Paris, 25. Mai. Der Abgeordnete Herriot hat in Lyon gestern dem Vertreter des „Petit Journal" eine Unterredung gewährt, in der er u. a. erklärter
In der Außenpolitik werde die neue ranzösische Regierung sich von zwei Grundätzen leiten lassen, der Welt den wahren Frieden und Gerechtigkeit, und Frankreich die Sicherheit und die Reparationen zu gewährleisten, auf die es Anspruch habe. Nach außen wie im Innern gedenke er sich auf die demokratischen Parteien zu stützen, er habe von den Demokraten aller Länder bereits ermutigende Versprechungen erhalten. Zuerst müsse die neue Regierung danach trachten, die Schwierigkeiten zu regeln, die der Sachverständigenbe- r i ch t mit sich bringe, dann habe sie die Modalitäten der Räumung des Ruhrge- b i e t s zu prüfen. Aber ihr Ziel werde sie vor allem dadurch erreichen, daß sie sich bemühe, die Beziehungen Frankreichs zu den verschiedenen Völkern sreun^chaftlicher zu gestalten. Das Interview, das der „V o r w ä r t s" veröffentlicht habe, gebe seine Absichten in Bezug auf Deutschland einigermaßen getreu (assez fidèlement) wieder. Es hätten sich jedoch gewisse sachliche Irrtümer (erreurs materielles) eingeschlichen, die zu berichtigen notwendig wären. Er habe gesagt, er würde jedes Zusammenarbeiten mit den, deutschen Nationali sten ablehnen, er' habe nicht gesagt, „mit deutschen Kommunisten". Ebenso habe er auch nicht erklärt, daß er von der Gegenseite „Vertrauen" fordern werde. Er habe vielmehr gesagt, daß er „bona fides" (bonne foi) verlange, mit welchen Männern er auch zu tun haben werde und welchem sie auch angehören möchten. Er werde von ihnen eine bone fides verlangen, die derjenigen gleichkomme, auf die sie seinerseits zählen könnten. Schließlich fehle in der Wiedergabe seiner Erklärung im „Vorwärts" die Mitteilung, daß es
Landes zu verteidigen, und daß man vor allem jenseits des Rheins bedenken sollte, daß eine nationalistisch orientierte deutsche Regierung die Verhandlungen um die Wiederherstellung des Friedens 'erschweren werde, obwohl er sehnlichsten Wunsch habe, sie zum Ziele zu führen. Er wolle jede Demokratie unterstützen und gegen jeden Imperialismus ankämpfen. Seine Stellung gegenüber Rußland sei bekannt, er verwechsle nicht das russische Volk oder auch nur die russische Regierung mit der Internationale von Moskau. Bei seinem Versuch, neue A b - machunsgen mitder Sowjetrepublik zu trafen, werde er sich nicht von ein paar ausgeregten Leuten beeinflussen lassen und sich hüten zu vergessen, daß kleine französische Sparer in Rußland noch zahlreiche Interessen haben.
Die neuefranzösischeRegierung könne nicht vor dem 5. Juni gebildet sein. Was ihn anlange, so gedenke er das Mandat auszuführen, das er von der Wählerschaft erhalten habe. Gleich zu Beginn der neuen Legislaturperiode würden gewisse, leicht durchzuführende Maßnahmen sich als notwendig erweisen, so die Aufhebung des Ermächtigungsgesetzes und eine umfassende Amnestie, die sich aus die entlassenen Eisenbahner er- strecken werde. Er sei mehr denn je entschlossen, von den Sozialisten nicht nur wohlwollende Unterstützung, sondern auch eine aktive Mitarbeit zu verlangen. In seiner Eigenschaft als Vorsitzender der radikalen und der sozialistisch radikalen Partei werde er an den sozialistischen Parteitag, der am 1. Juni zusammentrete, schriftlich sein Angebot richten. Von dieser Antwort werde sein künftiges Verhalten abhängen. Wie diese aber auch ausfalle, die Regierung, an die er denke, werde sich nur auf Männerder Linken stützen und nur ihre Mitarbeit werde er annehmen. Bei seinen B e - prechungen mit Poincar« habe aus« chließlich das Interesse Frankreichs im Mittel- mnkt gestanden. Es sei ausgeschlossen, die Durchführung der sozialen Maßnahmen, die er beabsichtige, zu decken, wenn die Finanzen nicht völlig in Ordnung seien. Wenn er die Regierung übernehme, werde er für „Währet n g s - D e s a i t i st e n", so hoch sie auch gestellt sein möchten, kein Erbarmen haben. Er werde ihnen gegenüber mit aller Strenge das Gesetz anwenden. Die erste Aufgabe der neuen Regierung werde e» sein, unbedingt eine sichere Finanzpolitik in die Wege zu leiten und das Gleichgewicht des Budgets herzustellen, nicht durch eine Verschärfung der Verbrauchssteuern, sondern durch eine Erfassung derjenigen Steuerzahler, die sich bis jetzt ihrer Pflicht entzogen hätten.
Poinearès Auffassung.
Paris, 25. Mai. Poincars gab dem Mit, arbeitet der Brüsseler „Etoile Belge" Erklärungen über sein« Auffassung von der PoMk des kommenden Kabinetts. Jede französische Regierung, so sagte er, werde es sich in erster Linie angelegen sein lasten müssen, die engen Beziehungen zwischen Belgien und Frankreich aufrecht z« erhalten und die gemeinsamen Interesten beider Länder, namentlich was die Ausführung der Versailler Vertrages anlange, zu verteidigen. Was den Sachverständigenbe' richt anlange, so sei es erfreulich, daß er eine Verhandlungsgrundlage für beide Länder ab, gebe, aber man müste vorsichtig sein und dürfe, sich nicht durch Versprechungen Deutschlands ködern lasten. Darüber werden beide Länder wachen. Jede französische Regierung werd« im übrigen notgedrungen eine international« Politik treiben, die er unaufhörlich betrieben habe. Die Besetzung des Ruhrgebietes werde sich nurnach Maßgabe der deutschenZahlungen ändern wie es in dem bekannnten Kommunique über die französisch-belgische Ministerkonferenz in Brüstel festgelegt sei. Rach seiner Ansicht werde auch die parlamentarische Mehrheit in Zukunft genau dieselbe sein wie bisher, auch was di« Außenpolitik anbelange. Und dann, so schloß Poincar«, ist nicht auch noch der Senat vorhanden, der seinerseits immer einstimmig seine internationale Politik unterstützt habe?
Schlageler-Ge-ächlnisserer«.
Heute jährt sich zum erstenmal der Tag, an dem ein junger deutscher Held im Abwehr- kampf gegen den wider Recht und Vertrag t« Deutschland eingsbrochenen Franzosen-Feiud sein Leben lassen mußte: Albert Schlageter. Er litt ihn nicht, daß nur mit den Mitteln der brachen werden sollte; davon konnte er sich keinen Erfolg versprechen. War von hoher Stelle das Wort gefallen, daß sich Deutschland, wenn die Franzosen ihre Drohung gegen das Ruhrgebiet wahr machen sollten, dann wie ein einziges Irland erheben würde, so wollte Schlageter seine deutschen Brüdern mit leuchtendem Beispiel vorangehen. Mit ruhiger Selbstverständlichkeit gab er fein Leben hin, von der Zuversicht beseelt, daß er, von feindlicher Mörderhand getroffen, sich nicht vergebens für sein heiß geliebtes Vaterland opfern werde.
In Schönau im Wiesental, dem Heimatort Schlageters, fand gestern auf dem Friedhof in Gegenwart der Familienangehörigen Schlageters eine Gedächtnisfeier statt, die von den vaterländischen Verbänden, insbesondere dem Jungdeutschen Orden veranstaltet worden war. Ueber die Feier geht uns folgender Bericht zu:
Zahlreiche Abordnungen biefer Verbände aus Thüringen, Westfalen, Rheinland, Hessen, Württemberg, Baden usw. waren erschienen und legten ebenso wie Vertretungen der stutzen- tischen Körperschaften der Hochschulen Freiburg, Karlsruhe mit kurzen Widmungen Kränze am Grabe nieder. Auch viele Regiments- und Kriegervereine waren durch Deputationen vertreten. Freiherr v. Medem feierte Schlaget« als deutschen Mann, der sein Leben für ssm Vaterland hergegeben hat, in der Hoffnung, daß sein Opfer nicht vergeblich gebracht worden fet In treuer Pflichterfüllung habe Schlaget« steh geglaubt, seinem Vaterland dienen zu müssen. Aus tiefer Religiosität heraus habe er die Staff geschöpft, aufrecht in den Tod zu gehen. Für seine Heimatgemeinde widmete der Bürgermeister von Schönau dem Gefallenen eine# warmempfundenen Nachruf und legte im Namen der Gemeinde einen Kranz am Grabe nieder. Mit dem Treueschwur, wie Schlaget« dem Vaterlande in schwerer Zeit unentwegt beizustehen, fand die Feier ihren Abschluß. Der Aw und Abmarsch der Abordnungen vollzog sich in vollkommener Ruhe.
Auch in Darmstadt fand gestern ebte Kundgebung zu Ehren Schlageters statt, die der Hochschulring deutscher Art in der Turnhalle am Woogsplotze veranstaltete, nachdem das Ministerium des Innern die vorgesehene Veranstaltung unter freiem Himmel verboten hatte. Die weiten Räume konnten die Zahl der Besucher kaum fassen. In feierliche« Aufzuge nahmen die Chargierten der Studentenvereinigungen sowie die Vertreter der Storl perschaften mit ihren umflorten Bannern aus dem Podium Ausstellung. Nach einer Etnlei^ tung durch ein Musikstück mahnte der Dor« sitzende Student Weber <D. D. St.), das MA