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Geueral-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- und Feiertage. / Fernfprech-Anschlutz Nr. 1287.

Berussvreis für die Zeit vom 12. bis 20, Mai 75 Goldpfennig ohne Trägerlohn. Ginzel- nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Goldpfennig. Anzeigenpreise: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldpfennig. für dis R eklam ezeile (68 mm)

50 Goldpfennig Offertengebüh r 30 Goldpfennig Geschäftsstelle Sammsrstrahs 9..

Nr. 113

Mittwoch den 14. Mai

Erfüllungsort und GertStskand für beide Teile Sanaa a. 3R eta/ Für Platvorschrift und Grscheinunsstaae der An,eigen wird keine Eewätr geleistet, Sm Falle höherer Gewalt Streik usw, bat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferuiis oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreis«»

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1924

Das Neueste.

Blättermeldungen besagen, daß, wenn der Block der Mitte zustandekomme, sich die Rechts­parteien ebenfalls zu einem Block zusammen- schließen würden.

Das Reichskabinett hat in Ausführung des Art. 55 der Reichsverfassung eine Geschäfts­ordnung für die Reichsregierung beschlossen.

Der preußische Landtag wird am 20. Mai zusammentreten.

Die Holzarbeiter in Karlsruhe, Pforzheim und Freiburg sind in den Streik getreten. Darauf­hin haben die Holzindustriellen die Aussperrung in ganz Baden beschlossen.

PoincarS hat seinen Rücktritt zum 1. Juni angekündigt.

Der hannoversche Schicksalstag.

Der 18. Mai wird durch die für Hannover vorgesehene Abstimmung über eine eventuelle Loslösung dieser Provinz aus dem preußischen Staatsve'rbande zu einem deutschen Schicksals­

tag werden. Es wird sich an ihm zu zeigen haben, ob in unserem Waterlande die nationale Idee so feste Wurzeln geschlagen hat, daß sie so mancherlei egoistischen Motiven ge­borenen Anschläge auf sie leicht zu unterdrücken

alle Ms

vermag. Am 18. Mai wird darüber die Ent­scheidung fallen, ob das Reich einer Zukunft mtgegengehen wird, die durch eine Stärkung innerer Geschlossenheit sich kennzeichnet, oder ob sie den Stempel einer inneren- Zersetzung tra­gen wird. Denn wird am 18. Mai der Sturm der Deutsch-Hannoveraner auf das preußische Staatsgesüge siegreich abgeschlagen, dann wer- ......."........

W separatistischen Bestre ngen an

Heren und sich zur Hoffnungslosigkeit verurteilt sehen. Im andern Falle aber werden sie aus einem erfolgreichen Vorgehen der Deutsch-Han­noveraner auch für sich neuen Mut schöpfen und die Gefahr ist groß, daß überall da, wo solche Loslösungsideen jetzt nur verborgen unter der Asche glühen, dann helle Wammen empor­lodern, die schwer zu löschen sein werden.

Es gehört schon ein gehöriges Maß starr­köpfiger Verbohrtheit dazu, um den Bestre­bungen und politischen Zielen der Deutsch-Han- onneraner eine Berechtigung zuzusprechen. Denn alle ihre Hinweise auf die Selbständigkeit Bayerns, Badens, Sachsens und der anderen

raaen

SerimVâe^ KS ", ^"g Juni -rf-lgcn könn-n, da erst lassen hoch in keiner Weise die Folgerung zu, unmittelbar nach dem Zusammentritt der neuen daß nun auch Hannover das Recht eines selb- Kammer und nach Einrichtung ihres Büros der ständigen Landes für sich beanspruchen dürfe. Präsident der Republik in der Lage sein werde, die Die geschichtlichen Vorbedingungen sind doch Vorsitzenden von Kanimer und Senat wegen der ganz -andere; fast 60 Jahre jetzt ist H-annover l Lösung der Ministerkrise zu konsultieren. Ihre An- eine preußische Pwvinz und- hat als solche durch I gaben würden ihm die Möglichkeit bieten, derjenigen chre geographische Lage zu einem Mchtigen Politiker zu berufen, der für die Nachfolge Poincaros Bindeglied Mischen den M geeignetsten erscheine unter Berücksichtigung der

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Fertigung der Bismarckschen Politik im Jahre 1866 ist durch die Gründung und das Bestehen des Reiches ebenso wie durch das Aufblühen Hannovers zur Genüge erbracht. Niemals hätte ein selbständiges Hannover von sich aus die Summen für die Kultivierung von Oedland, für die Anlage von Kanälen, für den Ausbau oes Eisenbahnnetzes usw. aufbringen Gnnen, wie das der Großsta-at Preußen vermochte. Die Ge­schichte hat hier ihr Urteil zugunsten Bismarcks und nicht der welfifchen Sonderbestrebungen gesprochen, und es würde daher ein verhängnis­voller Schritt sein, wenn man jetzt Bahnen ver­lassen wollte, die sich als richtig erwiesen haben.

Und man lasse sich doch in tiefer Erkenntnis auch nicht irre machen von falschen Sentiments einer irregeleiteten Heimatliebe und Tradition. Heimatliebe und geschichtliche Tradition sind an slch -etwas Schönes, ihre besondere Pflege haben wir gerade in unserer heutigen Zeit besonders ssotig, in der der Materialismus alles so stark lwerwuch-ert. Aber wi-e beides gerade im hanno­verschen Falle richtig zu verstehen ist, dafür ist ein Rndolf von Bennigsen, der freudige Mit- Itreiter Bismarcks, der zuverlässigste Wegweiser geworden. Nicht aber diejenigen, die während der. Frie-densoerhnndlungen von Versailles es fertig bekamen, mit der Forderung einesneuen Hannover im neuen Deutschl>and" vor unsere u-einbe zu treten und diese dadurch aufzufor- oern, sich auch in rein innerdeutsche Angelegen­sten zu mischen. Und es handelt sich ja auch garnicht um eine aus den Massen heraus ge- '-ovene Stimmmung die Macht der Tat- achen hat hier ja viel zu überzeugend und ver- ^iuend gewirkt, sondern nur um eine bis 1918 mühevoll und künstlich am Leben erhal­tene, nach 1918 aber gewaltsam mit fkrupel- wMfter Propaganda wieder aufgepeitschte Be­

Poineare Mtt am L Juni zurück

Paris, 13. Mai. Ueber den Heuke vor. mittag unter dem Vorsitz des Präsidenten derRepublik stattgefundenen Minister, rak wird folgendes amtliche Kommunique ausgegeben:

Ministerpräsident P o i n c a r 6 hak den Mi- niskerrak über die auswärtige Politik aufgeklärt. Der Ministerrat hat beschlossen, seine nächste Sitzung am 22. Mai abzuhalten. Poincarè hat dem Präsidenten der Republik mikgeteilt, daß er die Absicht habe, ihm die Kollekkivmif- s i o n a m 1. I u n i zu überreichen.

Aussetzung des Ermächtigungsgesetzes.

Paris, 13. Mai. In einer von Hadar ausge­gebenen offiziösen Mitteilung über den heutigen Ministerrat wird gesagt, Poincarè und seine Mit­arbeiter würden während ihrer restlichen Amtszeit insbesondere darauf verzichten, die durch das Er­mächtigungsgesetz veröffentlichten Verordnungen in Kraft zu setzen, soweit sie die geplanten Ersparnisse in Höhe von einer Milliarde zum Gegenstand haben sollen. Die Regierung behalte sich jedoch vor, mit den verschiedenen Ministerien auf dem Wege admini­strativer Maßnahmen diejenigen Ersparnisse durchzu­führen, die nach ihrer Auffassung den Diexstbetrieb nicht schädigen können und deren Verwirklichung keine Grundsätze berühren. WaS das spätere Schicksal der Ermächtigungsgesetzes anbelange, so würde es Sache der kommenden Regierung sein, im Einvernehmen mit dem Parlament darüber zu befinde«, ob und in welchem

Außenpolitisch, bemerkt die HavaSagentur, wie bereits kurz gemeldet, werde der Entschluß Poincarss, sich am 1. Juni zurückzuziehen, auch unmittelbar zur Folge haben, daß die Unterredung, die am 19. Mai der französische Ministerpräsident mit dem englischen Premierminister haben sollte,, gegenstandslos werde. Obwohl die Nachricht noch nicht offiziell sei, dürfe man sagen, daß die Unterrevung von Checquers nicht stattfinden werde. Er werde Sache des Nachfolgers von Poincars sein, die für den Augenblick unter­brochenen Verhandlungen mit den alliierten Regierungen wieder aufzunehmen. Diese erneute FühlunMahme

Neue amtliche Ziffern.

Paris, 13. Mai. (Havas.) Das Ministerium des Innern veröffentlicht folgende Statistik über die Wahlen vom 11. Mai:

Konservative 20,

Republikaner 117,

Linksrepublikaner 52,

Linksdemokraten 75,

Radikale und Radikalsozialisten 139, Republikanische Sozialisten 35, Vereinigte Sozialisten 102,

Kommunisten 29.

Insgesamt 569. Es stehen no^ aus 10 Er­gebnisse aus den Kolonien, eine angefochtene Wahl aus dem Departement du Nord sowie die Ergebnisse von vier Stichwahlen, die voraus- sichtlich am nächsten Sonntag stattfinden.

Keine BerzichtSpolitik gegenüber Deutschland.

Paris, 13. Mai. Ueber die Wirkungen des Wahl. ergebniffeS auf die Regierungsbildung schreibt der Setup»*, auf welche Art man sich auch die Zusammen, setzung der neuen Kammer zurecht lege, so sehe man doch nur, daß nur eine KonzentrationSregicrnug mög­lich sei und auch das nur mit eigner Schwierigkeit, gebildet au» Linksrepublikaner, die zu der Rechten keine Beziehungen unterhielten und aus Radikalsozia­listen oder Sozialistischen Republikanern, die den Sozialisten fern ständen. Jedes andere Ministerium sei im Voraus zu bloßen Zuckungen verurteilt und die Ministerkrisen würden sich in einem Grade vermehren, daß jeder Regieren unmöglich würde.

Ueber die Folgen der Wahlen vom vorigen

wegung. Leider ist diesen teils qu-erköpfigen und rungsschichten zu verschaffen, sodaß die Gefahr teils selbstsüchtigen Drahtziehern gelungen, sich für eine Vorabstimmung gegen das Verbleiben ein Misses Mitläulertum aus allen Bevölke- Hannovers bei «Preußen nicht unterschätzt wer-

Sonntag für die französische Außenpolitik, schreibt dasJournal des Debüts", der Sieg der Blocks der Linken werde in der Außen­politik nicht die merklichen Aenderungen her­beiführen, die er im Innern zur Folge haben werde. Der Führer der neuen Mehrheit werde in großen Zügen die von PoincarS feit Ende des vorigen Jahres getriebene Politik befolgen müssen. In zahlreichen öffentlichen Erklärun­gen und Auseinandersetzungen unter sich hätten Herriot und Painleve den in der letzten Zeit vom Qüai d'Orsay eingenommenen Standpunkt verfochten. Keiner von Beiden wolle der Mann der Verzichtungspolitik gegenüber Deutschland sein. Ob Pomcars nach Ehequers gehe oder nicht, es sei von Wichtigkeit, daß ér die Ver­handlungen mit dem englischen Kabinett fort- sstze, die auf dem besten Wege seien, und gegen die die Führer des Blockes Ler Linken keines­wegs zu protestieren geLächten. Wenn es auch Sache eines neuen Kabinettes fei, abschließende Entscheidungen zu treffen, so habe das zur Zeit noch seines Amtes waltende alte Kabinett auch die Pflicht, die Lösungen nach besten Kräften vorzubereiten.

London, 13. Mai. In den verantwortlichen Kreisen Londons geht nach einer Reutermeldunq der allgemeine Eindruck dahin, daß das Wahl­ergebnis in Frankreich keine eingreifende Ver­änderung in der französischen auswärtigen Politik herbeiführen werde. Man sei der An­sicht, daß das Ergebnis der Wahlen auf innere wie z. V. die^ Erhöhung der Steuern

Skepsis in Amerika.

New-Sjork, 13. Mai. Verschiedene führende amerikanische Blätter bringen die Ueberzeugung zum Ausdruck, daß ein Regierungswechsel in Frankreich nicht zugleich eine Aenderung des außenpolitischen Kurses bedeute. So sagt World, Amerika stehe den Auswirkungen der Niederlage Poincarès noch sehr skeptisch gegen­über. Man müsse erst abwarten, wie Briand sich zu dem Daves-Bericht verhalte. Ob Herriot, ob Briand komme, die auswärtige Politik ändere sich nicht. Es sei eine Gefahr, wenn Deutschland ander» rechne. New-Nork Herald spricht sich ähnlich aus.

Eine Millislerlisie.

Paris, 14. Mai. Die Morgenblätter fragen, ob der Präsident Ler Republik sofort zurück- tritt? Als Ministerpräsident wird Herriot genannt. Er wünscht zwar Kammerpräsident zu werden, abe-r feine Freunde hoffen, ihn bis zum 1. Juni so weit zu beeinflussen, daß er sich sei­nen normalen Verpflichtungen nicht mehr ent­zieht. Als Ministerkandidat-en werden genannt M o n z i e, Rens B i s s >a r d, Albert, V i o - l e t, Justin Gotthardt, ß é o n Meyer. Sie gehören sämtlich den Radikalsozialisten an. Ferner George Blum e und Renaudel von den Sozialisten. Die Sozialisten haben be­schlossen, einen Landkongreß abzuhalten, um die Frage des Eintrittes in die Regierung zu be­raten. Es besteht ein ernstlicher Widerstand gegen den Eintritt und dann muß auf die Kom­munisten Rücksicht genommen werden. Die Kommunisten fordern 1. Zurücknifuna der französischen Truppen an der Ruhr, 2. Wieder­aufnahme der Beziehungen zu Rußland und 3. eine allgemeine Amnestie.

Die kommenden Männer über den Frankenslurz

Paris, 14. Mai. Painlevè, Herriot und Leon Blum haben Pressevertretern gegenüber geäußert: Es sei ungerechtfertigt zu behaupten, daß eine links gerichtete Regierung eine Ver­schlechterung des Franken herbeiführen werde. Sie treten ein für eine friedliche Politik und man wolle von Deutschland Zahlungen verlan­gen, die nicht im Voraus die Ausführungsaus- goben übersteigen. (Gemeint sind offenbar die Besatzungskosten.) Herriot sagte, daß es für die neuen Männer keine lebhaftere Sorge gebe als die Stabilität des Franken herbeizuführen. Warum soll das Vertrauen in den Franken schwinden, wenn Frankreich die nationalisttsche Politik Poincarès verleugnet? Der Sturz des Franken erklärt sich durch die ungenügenden Maßnahmen zur Stützung des Franken im Januar und dem Vorgehen einiger Großbanken auf Wunsch Poincares. Die Baisse wird sich also noch verschlimmern können.

öen darf. Haben doch die Deutsch-Hannoveraner bei der letzten Reichstagswahl immerhin oa. 300 000 Stimmen aufgebracht, also die Hälfte der von ihnen am 18. Mai evso-rdentden 600 000. Bekommen sie nun noch starben Zuzug aus den Kreisen, die bei der Rsichstcvgswcchl demokratisch oder das Zentrum gewählt haben und darauf geht die Hoffnung so ist die Möglichkeit einer für die Separatisten günstigen Abstimmung nicht ausgeschlossen. Es ist aber doch wohl anzunehmen, daß dieser Zuzug von 300 000 Stimmen von anderer Seite ausbleiben wird, da das Zentrum, Deutsche DoAspartei und auch die Demokratische Partei eine Wahl­parole gegen die Deutsch-Hannoveraner ausge­lgeben haben, und weil jeder, der sich die Dinge nur einigermaßen überlegt, sagen muß, daß du« Loslösung dem Reiche wie Hannover selber nur schad en kann Sehr richtig hat auch der Ober- präsident Noske einem Ausfrager gegenüber be­tont, daß ein Freistaat Hannover nur eine ver­teuerte Verwaltung bedingen und so der ein­zelne Steuerzahler der eigentliche Leidtragende sein-würde. .

Aller Augen in Deutschland werden so am 18. Mai mit Spannung sich auf Hannover rich­ten. Es wird Sache aller vaterlandsliebenden Hannoveraner sein müssen, daß dieser hanno­versche Schicksalstag nicht auch zu einem deut­schen werde. Die ernste Mahnung unseres Na- tionalliedesDeutschland, Deutschland über alles" klinge gerade darum an diesem 18. Mai hell und laut in allen hannoverschen Gauen und in allen hannoverschen Herzen wieder.

Aufruf der Deutschen Volksparkei.

Berlin, 13. Mai. Nur über ein unversehrtes

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Landtagsfraktion der Deutschen Volkspartei für geboten, noch einmal in letzter Stunde die­jenigen Frauen und Männer im Hannover- lande, die es gut mit dem Reiche meinen, aufzu­fordern, das Letzte an Willen und Kraft dafür einzufetzen, auf daß der verhängnisvolle Schwä­chungsversuch der Welfen an Preußen und da­mit am Reich zu Schanden werde.

Block der Mitte Block der Rechte«.

Die gestern verbreitete Meldung über den Zu­sammenschluß der Deutschen VolkSpartei, des Zentrums und der Demokraten zu einer Fraktionsgemeinschaft, um so einen Repräsentanten aus ihrer Mitte, also wohl den bisherigen Reichskanzler Marx, mit der Bildung einer neuen ober der Umbildung der gegen­wärtigen Regierung betrauen zu können, scheint ver­früht gewesen zu sein. Denn dieZeit", Dr. Strese- mannS Organ, wendet sich heute entschieden gegen die Behauptung, daß eine Verschmelzung der Fraktion der bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft beabsichtigt sei; es hätten lediglich Erörterungen in der Richtung statt­gefunden, ob die Arbeitsgemeinschaft nicht in den Be­ziehungen der Fraktionen stärker zum Ausdruck gc. bracht werden sollte. Eine solche Anregung sei durchaus nichts Neue». Sie sei nicht von der Deutschen Volkspartei ausgegangen, werde aber bei der Kon­stituierung der Reichstages in den Besprechungen der Fraktionen wohl noch eine Rolle spielen. Auch wir find der Ansicht, daß, wenn auch in parlamentarischen Kreisen der Wunsch vorherrschen mag, der Arbeitsgemeinschaft durch noch durch noch engeren Zusammenschluß eine größere Festigkeit zu verleihen, dies doch nie dahin führen kann, daß eben eine neue Fraktion gebildet wird, die dann von sich sagen kann, sie sei stärker als die Deutschnationalen, erhebe somit Anspruch darauf, die Regierungsbildung zu übernehmen. Schon nach der Geschäftsordnung, die nur einzelne Fraktionen keimt, stellt ein solches Verfahren eine Unmöglichkeit. . ,

DerLokalanzeiger" steht der Nachricht über die Bildung einer Fraktion der Mitte sehr skeptisch gegen­über, und erklärt, daß, falls eine solche Fraktion ge­bildet werde« sollte, dies sofort zum Zusammenschluß der Rechtsgruppen der Reichstage» führen würde.

Schwarz-weiß-rote Arbeitsgemeinschaft.

Berlin, 13. Mai. Das erweiterte Präsidium der Vereinigten Vaterländischen Verbände Deutschlands fordert diejenigen Parteien, welche die Wahlen unter schwarz-weiß-roter Flagge geführt haben, auf, unver­züglich im Reichstag eine schwarz-weiß-rote Arbeits­gemeinschaft zur Errichtung einer nationalen Regie­rung im Reiche und in Preußen zu bilden und an­gesichts de/ außenpolitischen Lage und der kommunisti­schen Revolutionrvorbereitungen jetzt alle Meinungs­verschiedenheiten und Streitigkeiten zurückzustellen. Das erweiterte Präsidium fordert ferner von jeder Reichs­regierung, daß sie das sogenannte Sachverständigen­gutachten in feiner jetzigen Form unter keinen Um-

stäuben annimmt.

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Daß die bürgerlichen Parteien auf der Hut sind und alle Sonderinteressen zurückstellen müssen, ist das Gebot der Stunde. Die Auf­deckung des Skandals, an dem die russische Handelsvertretung in Berlin beteiligt war, die Vorkommnisse in Buckow, am Magdeburger Platz in Berlin und in Halle zeigen ÄtfaMW^

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