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SanauerSAnzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana« a. M.

Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana« a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der 6»mte und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1287.

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Samstag den 3. Mai

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1624

Morgen Sonntag Entscheidungstag

Verratet nicht durch Wahlversäumnis Euer Volk! Wählt deutsch, d. h. bürgerlich!

Morgen ist der $60, tat Bem Bas Teutsche Volk einen neuen Reichstag wählt, jenes polt- tische Organ, das für die Zukunft richtungge­bend für den Reichswillen sein soll. Die Wähler sind Aufbauende am Baterlande, die die Millio- nen von Bausteinen, Stein für Stein, an den Bauplatz tragen mit der Aufforderung an die Regierung: Wir taten das unsere, erfüllt nun eure Pflicht! Wer wollte fehlen, wenn all die Millionen Deutscher, vom eisgrauen Mütter­chen bis herab zum jugendlichen Burschen Bau­steine für das Deutschland der Zukunft herbei- tragen? Da gibt es keine Ausnahme, keine Ent­schuldigung, keine MlDigkeit Das Vaterland ruft, tue beim Schuldigkeit! Es gibt nichts, was dich der Pflicht gegen das Vaterland entbinden könnte. Gewiß mag angesichts der zahlreichen Mchlvorschläge bei manchem Wähler ein Wi- derwille austauchen unb viele mögen die Frage aufwerfen: Staun denn aus solchem Wirrwarr etwas Gutes kommen? Die Frage hat Zweifel- los ihre Berechtigung. Aber vor einem müssen

HlUßio mungen läßt sich keine Politik treiben. In der

Woche heroorgebracht worden sind. Man be­sorgt aus diese Weise höchstens die Geschäfte -der Kommunisten, man treibt Wasser aus die

Mühlen -____r_______

Und die Kommunisten? Der äußerste rpte

-skauer.

Radikalismus wird gewiß einen verhältnis­mäßig starten Zulauf haben. Die mirffchaftliche Krise der Gegenwart hat manchen verbittert. Unverstand tut sein übriges. Die skrupellose Hetze aber macht das Maß voll. Der Kommunist ist fertig. Andere laufen aus Bosheit in das Lager der K. P. D.-Leute mit der Vor­stellung und Absicht im Hirn : Warte, dem Staat will ich eins auswischen! Auch ein Teil Dumm­heit wird für bie Moskowiter fein, jene politische

den Kommunisten versuchen und diesen meine Stimme geben.

Der PariserZemps" hat dieser einer Prognose der deutschen und fr Wahlen erklärt: Die nächste Zutuns hängt davon ah, wie der deutsche Rei-

Leuten

m

s und

des voWändff am 16. März

zu zertrümmern und die proletarische Diktatur aufzurichten. Sie Men zum Bekenntnis für den Bürgerkrieg und den bewaffneten Wmstand -werden. Und die Tscheka? Eine solche Mord- bande wurde, wie berichtet, kürzlich in Stutt-

olche Mucherrfchaft? Wer kann sie nur wün­schen? Menschen, die selbst vertiert und verroht find, die Mn Gewissen haben und keine Liebe zu ihrem Volk.

Deutsche Frauen und Männer Bentt morgen daran, wenn ihr zur Wahlurne schreitet, Lenkt daran, was von den sozialistischen Derftne- chungenFriede, Freiheit, Brot" Ar die Wirk- l-ichkeit umgesetzt ist, wie wir von dieser Seite Mit den sattsam bekannten Schlagworten und

ten K.

gegangen ist. Jeder deutsche

E

is Bourbon in wenigen Monaten «ms-

sein könnte, wäre der Einzug '. P. D.-Fraktion in den Reichs­

in den letzten fünf Jahren leider nur zu stark dem deutschen Volk Gang und Richtung auf­werden. Ihr

die Dinge, woröm es wirklich ging, nicht MA Kampfobstkt hat matten lassen. Als ich bis Auflösungsorder des ReichspräsDenten im Reichstage verlas, erklärte ich namens der Reichregierung, däß sie sich schützend vor ihr Werk stellen wolle, das dem deuffchen Volke nach schwersten Erschütterungen wieder Ruhe und Sicherheit gebracht hat, durch das die Wäh­rung erhalten und die Wirffchaft wieder m Gang gesetzt worden ist. Darum hätte im Wahlkampf gestritten werden müssen, wenn er ehrlich und sachlich geführt werden sollte! Wer aber hätte den Mut gehabt, das, was in härte­ster Anstrengung aller Kräfte erreicht war, et* neut in Frage zu stellen? Das ganze deuffche Volk ist sich im Innersten darüber einig und klar, daß wir nach wie vor unsere gesamte Kraft dafür eirffetzen müssen, das Werk der Ge­sundung unserer Wirffchaft und unserer Firum- zen zu schützen, daß alles niedergehaüen und abgewehrt werden muß, was die E r h a l t u n g unserer Währung und Las Wiederauf­leben unserer Wirtschaft beeinträchtigt. Das ist nach nMnex,Merzeugung der Grund, warum ein sachlicher Wahlkampf so gut wie Karnlcht

ausgefochten wurde.

die Männer, die für die Nation, das Chrfften- rum, den Jndtvidualismus eintreten dort die der materialistffchen Geschichtsauffasiung, di« den Internationalismus, das sogenannte Fvoidenkertum, die angebl^èche Maffenherr- schaft fordern. Hier das deuffche Bürgertum, das deutsche VEstum, dort die Sozialdemokra- tie, der Kommunismus, politische Parteien, die kein Vaterland kennen, das Deuffchland heißt. Man sollte meinen, daß die Enffcheidung für einen der fein Vaterland liebt, der das System, alle Menschen glücklich machen zu wollen, als unsinnig erkannt hat, nicht schwer sein kann. Man braucht nur andie politische und wirt­schaftliche Tätigkeit" der deuffchen Sozialdemo­kratie innerhalb der letzten fünf Jahre zu er­innern. Es kann wohl feinen größeren Hohn geben als den, von einerpolitischen und wirt- schaftlichen Tätigkeit" der deutschen Sozialdemo- kratie zu reden. Wie kläglich, wie erbärmlich hat doch diese Partei, die stärkste im Reichspar- kament, versagt, wenn es darum ging, Verant­wortung zu tragen und praktisch zu arbeiten. Wohin ist unser Volk dank der beispiellosen Un- fähigkeit und unpolitischen Haltung sozialdemo­kratischer Führer denn geraten? In Unfreiheit und Ohnmacht! Wer politisch so dumm und hirnverbrannt ist angesichts waffenstarrerider Feinde, dem Volk in Waffen zu erklären: Legt die Rüstung ab, unsere Internationale bringt Friede, Freihell und Brot, verdient völlige Ab­setzung. Wer politisch so unwahrhastig ist dem Gegner zu sagen: Das deutsche Volk muß zah­len, muß und wird eure Forderungen erfüllen, d«n eigenen Volke über kundgibt: Es wird nicht mehr gearbeitet als acht Stunden, die Gmndlage für die sogenannte Erfüllungspoli- "k also zunichte macht, ist ein Heuchler und Be­krüger. Wer nach wie vor dem Volke Verhei­ßungen macht, obwohl er weiß, daß sie nicht er­füllt werden können, obwohl die Zeit erwiesen daß jede Sozialisierung Schfffbruch leidet, ulso unausführbar ist, muß sich gefallen lassen, gebrandmarkt zu werden. Man wollte soziali­sieren. Warum tat man es nicht? Weil es undurchführbar ist. Hat man den Mut gehabt, Anhängern dies zu sagen? Nein! Als hl« Verantwortung zentnerschwer auf den roten Wren lastete, lud man sie ab, überließ man sie den bürgerlichen Parteien. Aber das Volk hat ®ie Betrüger erkannt. Eine Massenflucht aus uer Sozialdemokratie hat eingesetzt. Die letzten Zahlen in Thüringen, Mecklenburg und Bayern haben dargetan, wie es um diese Par- steht. Da nützt keine verleumderische Propa- Handa mehr, La nützen keine alten Wahlagi- totivnsmappen- mehr, wie sie in der letzten

sinh, der äußerst verhängnisvoll wär«, würde das neutrale Ausland wirtschaftlich das größte gegen ein Deutschland hegen, das sch stark durchsetzt ist. Die wirtschaft­liche ist würde verlängert, dèr Glauben des Auslandes an eine baldige wirtschaftliche und geistige Gesundung unseres Volkes schwände da­hin, die Not vermehrte sich, wir müßten das Elend durchmachen, das Rußland durchgemacht hat. Männer und Frauen mit gefunden Sinnen können -unmöglich der Auffassung sich hingeben, vom Kommunismus, von einem politischen System, das -Bürgerkrieg entfachen und aus die e Weise den Staat vernichten will, eine Besserung der Verhältnisse zu erwarten. Bür-

Grauen und Abscheu -Hervorrufen. Eine Partei-, die unter Volksgenossen die Brandfackel des Bruderkrieges zu werfen gewillt ist, eine der­artige Partei ist moralisch, ist sittlich verworfen, verdient schärfste Bekämpfung. Bürgerkrieg! In Rußland hat er gewütet und wütet im gehei­men noch. Hunderttaufende sind ihm bisher zum Opfer gefallen. Wutrausch hat die revolu­tionäre Organe erfaßt. Man spricht in unserer Zeit mit Abscheu von den vielen Blut-urteilen der Inquisition des Mittel-a-lters. Sie sind an

Zahl gering gegen di richtungen und Tscheka. Die russische Mitteln der Foster,

de der russischen : arbeitet mit den Marterwerkzeuge.

Grauenhaft sind die Berichte über den roten Terror. Ja, wird man nun fragen, woher mißt Ihr, 6'0% die deutschen Kommunisten dasselbe herbeiführen wollen? Zwei Beispiele genügen, um den Beweis zu führen. Eine Kundgebung

von solcher Tri

Fehler begangen, Fehler daß sie garnicht wieder innen. Alst fort mit dem

)^n Herren, fort mit der sinnlosen Sozialdemokratie! Aber ebenso weg mit demmenschenbeglückenden" Kommu- nismus, dem Moskowitertum, das den Bürger­krieg und damit all das russische Elend auch nach Deutschland verpflanzen- will. Morgen ist der Tag, da mittels Stimmzettel das deutsche Volk in wuchtiger Weise kundtun kann: Der sozia- listifche Schwindel hat ein Ende! Gott bewahre uns vor kommunistischen Bürgerkrieg-Experi­menten! Wählt deutsch, d. h. bürger­lich 1 R. H.

Ein Appell des Reichskanzlers.

Berlin, 2. Mai. Der Reichskanzler gewährte dem Vertreter derGermania" eine Unterredung, in der er etwa folgendes aus­führte:

Jetzt stehen wir unmittelbar vor den Wahlen, die für das deutsche Volk von schicksalsschwerer Bedeutung sind. Der Wahlkampf wühlte das Volk nicht in dem Ausmaße auf, wie zu be­fürchten war. Als der Reichstag aufgelöst wer­den mußte, war die Besorgnis allgemein, daß die Parteien wie nie zuvor aufeinanderplatzen würden und ein leidenschaftlicher Streit ent­brennen würde über die Frage, die zur Auf­lösung des Reichstags führten. Wenn Sie mich fragen, warum dieser Kampf ausgeblieben ist, so kann ich darauf nur antworten, daß sich das deutsche Volk in seiner übergroßen Mehrheit

Glänzende Siege

hat das Bürgertum bei den letzten Wahlen in Danzig, Bremen, Mecklenburg, Bayern, Gemeindewahlen in Bayern, Thüringen, usw. errungen.

Soll es bei der

Röichstagswahi am

anders werden?

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Wahlrecht ist Wahlpflicht!

Mit Bedauern muß ich feststellen, daß kaum je ein Wahlkampfin Deuffchland innerlich so unwahr und unwahrhaftig, so klein und gehässig gewesen ist wie dieser, der jetzt am 4. Mai seinen Abschluß findet. In allen Wahl- reden, die gehalten und in allen Wahlartikeln, die geschrieben worden sind, konnte ich auch nicht einmal fesfftellen, daß dem deuffchen Volke ein anderer Weg zur Rettung und in die Freiheit gewiesen worden wäre, als der Weg, den die Reichsrsgierung pflichtbewußt gegangen ist und den nach meiner Ueberzeugung das deutsche Volk weiter gehen muß, werm es nicht auch das Letzte, das ihm geblieben ist, aufs Spiel fetzen will. Wie schwach die Stellung der Gegner dieser Politik ist, und daß sie innerlich auch empfinden und fühlen, daß sie zu Unrecht die Politik, die Deutschlarck» seit mehreren Jah­ren geführt hat, verdächtigen und bekämpfen, hat sich jedesmal ergeben, wenn sie vor eine kon- trete EntscheKung und vor ein unausweichliches Entweder-Oder gestellt wurden. Sie bekämpfen zwar die G u t â ch t e n der Sachverständigen und bezeichnen ihre Annahme als Wahnwitz, scheuen aber vor der Erklärung zurück, daß sie verworfen werden müßten. Sie sind empört, wenn ihnen vorgehalten wird, daß die Ausfüh­rung ihrer Pläne und Forderungen den Krieg bedeuten werde, vermögen aber nicht zu sagen, was anders sie denn wollen. Welch Mieren Sinn kann denn ihr Gerede vom Zerreißen des Versailler Vertrages haben, welch anderen Sinn soll man denn aus den schreien­den Plakaten herauslesen, mit denen sie für sich' Reklame machen, als den Krieg?

Es ist leider doch so, daß unsere innere P> litis unter dem Druck der äußeren steht, und daß von der Regelung der Außenpolitik in weitestem Ausmaß die Innenpolitik bestimmt wird. Zu einer befriedigenden Lösung unserer innen­politischen Fragen und Schwierigkeiten werden wir erst wieder gelangen, wenn wir in der Außenpolitik und in der Reparationsfrage feste und klare Verhältnisse geschaffen haben. Wer sich um Liest Klarheit drücken zu können glaubt, wird dem Volke niemals nützen und die Ver­wirrung nach Innen und Außen nur immer größer machen zum Schaden des Vaterlandes, Unendlich viel wäre gewonnen, wenn am 4. Mai klare Farbe bekannt würde. Wenn das deutsche Volk das Treiben der Radikalen erst durchschaut, dann ist es zu Ende mit ihnen; aber es steht lewer zu fürchten, daß gar viele noch ihre Stimme für Parteien abgeben werden, die sich nur durch betörende Unklarheit chres Pro­gramms und ihrer Forderungen Lie Wähler zu sichern vermögen.