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SanauerSAnzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Sana« a. M,

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonu« und Feiertage. / Fernfprech-Anfchluß Nr. 128t.

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B«,«, »preis Mr die Zett vom 1. bis 10. Mai 75 Goldviennig ohne TrSgerlvbn. Einzel­nummer 10 Freitags «. Samstags 12 Goldviennig. —An,eigenvreiie:Mr die 28 nun breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldpfennig, für die R eklamezeile (68 mm) 50 Goldviennig —Offerte naebüb r 80 Goldviennig — Geschäftsstelle Sammerstratze 9.

FSr vl a tz^ot LHe i it.MNd $ r f tte i r»a n « <4 a M. bet Ln,«i,»a wird feiet Gewähr geleistet. — Sm SE^HghWtrsGewqlt^ Streit «iw? hattLd« Beitetet tzjnm Anspruch aas Lieferana oder N schlief«, uns oder auf Rück,all«na bet Betuasuttita'

Nr. 103

Freitag den 2. Mai

1924

Das Neuem.

-^ Am gestrigen L Mai ist es in verschiede­nen Städten zu ernsten Zwischenfällen gekom­men.

—- Eine Anfrage im enMchen Unterhaus «widernd, sagte Landwirtschaft sminister Bux­ton, daß er einen Bericht erhalten habe, daß zwei deuHche Forscher den Erreger der Maut- und Klauenseuche entdeckt hätten-. Es verlautet, daß ausführliche Einzelheiten binnen kurzem veröffentlicht würden.

— Die beWfchen Minffter Dheuinis und Hy­mans sind in London- einget voffen.

Sine wichtige Auseinandersetzung mit den Polen.

In Wien sind Vertreter des Deutsch« Reiches und Polens zusammengetreten, um Wer staatspolitische Fragen zu verhandeln, die eine ernste Streitfrage bilden und eine erheb­liche Spannung in der letzten Zeit zwischen Deutschland und Polen herbeigestchrt haben. So hat erst vor ein paar Tagen der Präsident der polnischen Republik in Posen in einer Rede

Macht der Kultur darauf

ü er im Vertrauen auf die Arbeit und der polnischen

erreichen, was bisher noch nicht erreicht worden sei. An dieser Stelle ausaekwocben mußten

man dc wie am

m Teil ganz offen ...... ma rschau beigelegt hat. Polen fühlt sich durch eine Ausführung des deutschen Reichs­kanzlers in Sigmaringen beunruhigt und be­hauptete, Deulfchland betrachte Polen gegen­über die Vertragsbestimmungen von Versailles nicht mehr als gültig. Wenn man weiß, wie unerquicklich in 6er letzten Zeit die Berhand- lungen mit Polen gerufen sind unb wie deutsch­feindlich die gesamte Politik Polens eingestellt ist, so wird man verstehen, daß derartige Zwischenfälle Symptome einer recht erheblichen Spannung sind. Sie werden dadurch nickst ab« gemildert, daß der polnische Präsident nach­träglich seiner Rede eine durchaus friedliche Auslegung geben läßt.

. In dieser Atmosphäre beginnen die Ver­handlungen in Wien. Es dreht sich dabei um Fragen, über die Deutschland mit Polen bisher nicht ins Reine kommen konnte, und zwar ist das bisherige Scheitern aller Verhandlungen auf ein absichtlich böswilliges Verhalten Polens zurückzuführen. Es handelt sich in der Haupt­sache um die Frage der Staatsangehörigkeit, d. h. darum, ob und unter welchen Umständen auf dem jetzigen polnischen Gebiet ansässige Deutsch« als polnische Bürger betrachtet und behandelt werden sollen. Auf diese Frage be­zieht sich der Artikel 91 des Versailler Diktates und verschiedene Bestimmungen des sogenann­ten Minderheitenvertrages vom 28. Juni 1919. Dadurch wird die polnische Staatsgehörigkett und damit zugleich der Schutz gegen Auswei­sung unb polnischen Schikanierungen allen den- lentgen zuerkannt, die im polnischen Gebiete ge* voren sind, wenn ihre Eltern zur Zeit der Ge­burt dort ihren Wohnsitz hattem Ferner den- lenigen, die bei dem Jnkrafttteten des Friedens- venrages (10. Januar 1920) auf polnischem Gebiet ihren Wohnsitz hatten, wenn ihre Nie­derlassung nicht später als am 1. Januar 1908 erfolgte. Den Personen der ersterwähnten Art 'st es freigestellt, auf ihre polnische Staatsange. Obrigkeit ohne rechtsnachteilige Folgen zu ver. Sichten, den Personen der zweiterwähnten Art, mnerhalb der ersten zwei Jahre nach dem Jn- ttaftreten des Versailler Dtttates durch Option deutsche 'Wtaatsangehörigkeit zurückzu­erwerben.

Man sollte meinen, daß diese Bestimmungen üar und deutlich seien. Polen hat sie aber der- slttrg mißdeutet und mißbraucht, daß die Deut, styen auf dem jetzigen polnischen Boden trotz Mer Rechtsbeftimmungen beständiger Be­druckung und brutaler Vertreibung ausgesetzt ^^eii. Statt des Wohnsitzes an sich, verlangte 8' Polen den Nachweis eines ununterbroche­ner Wohnsitzes von 1908 bis 1920. Ferner verlangte es z. B., daß die Eltern der in Polen öebürtigen Personen noch am 10. Januar 1920 vvrt ihren Wohnsitz haben sollten und ähnliche

An die Nichtwähler!

Ihr wollt am 4. Mai zu Hause bleiben? Ihr geht an den Plakaten der Parteien vorüber, als eze es Euch nichts an. Ihr habt die großen

rte satt, die ja doch nie eingelöst würden. Ihr habt Eure Privatmeinung, die sich da und dort vielleicht einer Partei nähert, sich aber doch nicht ganzmit dieser deckt. Ihr habt den Glauben an die Wirkung des Stimmzettels verloren, und so

Da gab man seinen Stimmzettel der oder jener Partei, viels oder sonst

einer A , unS Man

wußte das Reich

sich nicht ändern würde. Der Stimmzettel vor dem Krieg war eine Plyrrarre an auf der der Wähler ein paar Wünsche

^^, ■, „ „ früher abseits vom-Par-

ch Wahlkarten WgeftM tjk< und wo Ensri lamente erledigt 'wurden. Der heutige

kümmert Ihr Euch nicht einmal darum, ob man

Wahllokal liegt.

Man kann EM verstehen,

Ihr fühlt GM enttäuscht,

und viele von Euch sind überhaupt nuf so rich­tige Fanatiker einer Partei gewesen, weil Euch jeder Fanatismus und jede Einseitigkeit anekelt.

Aber überlegt einmal, was Ihr ge­schafft habt, wenn Ihr am 4. Mai wirklich nicht wählt.

Die Phrastn, MgroßenWorte, MEM in der Seele zuwider M), würden gerade dann, wenn der ruhige und politisch neutrale Bürger auf sein Wahlrecht verzichtete, erst recht die Oberhand gewinnen. Wenn Ihr aus Wider- willen gegen die großen Warte zu Hause bleibt, dann habt Ihr erst recht den grossen Worten in den Sattel geholfen.

Schließlich feto Ihr doch Bürger dieses Staates, feto an dessen Lebensform gebunden und unter Tausenden wird kaum einer die Mög­lichkeit haben, auszuwandern, wenn ihm die Verhältnisse nicht mehr behagen. Wer aber nicht auswandern kann, und es auch nicht will,

als je.

Die Sache ist wesentlich anders als vor dem Kriege.

Willkürlichkeiten mehr. Die polnischen Bruta­litäten sind wiederholt Gegenstand unmittel­barer Verhandlungen zwischen Deutschland und Polen gewesen, so im Herbst 1922 in Dresden und im Anfang dieses Jahres in Genf.. Da die polnischen Vertreter zu diesen Verhandlun­gen mit demselben ausgesprochen bösen Willen erschienen, den ihre Regierung bei der Behand­lung der Deutschen an den Tag legte, so ver­liefen die Verhandlungen stets erfolglos und mußten nach mehr oder weniger kurzer Zett abgebrochen werden.

Da es sich bei den deutschen Beschwerden auch um Bestimmungen des Minderheitsver­trages handelte, so ergab sich die Möglichkeit, an den Völkerbund als den Garanten dieses Vertrages zu apellieren. Dies haben die Deut­schen auf polnischem Gebiete wiederholt getan und sie haben auch im September vorigen Jahres eine Anerkennung ihrer Beschwerde er­zielt. Polen hat sich aber einfach nicht daran gekehrt. Auf eine neue deutsche Beschwerde hin ist nun Polen veranlaßt worden, nochmals in direkte Verhandlungen mit Deutschland ein­zutreten. Den Vorsitz soll eine dritte, weder deutsche noch polnische Persönlichkeit führen, die zunächst als Vermittler zu gelten hat. Man hat sich auf Wien als den Tagungsort und den holländischen Professor Kaeckenbeeck als Vor-

geeinigt. Da Polen keine Verständi- [t, wird sie wohl auch in Wiest nicht

gung will, «.w zustande kommen.

Das mißglückte Demen».

Warschau, 1. Mai. Di« Polnische Telegraphen- agentur hat in einer offiziell«« Erklärung den Versuch gemacht, der annexionistischen und militaristischen Posener Rede des polnischen Staatspräsidenten vom 27, April eine friedliche Deutung zu geben.

Es ist begreiflich, wenn man in Warschau über die Offenherzigkeit de» Herrn Wojciechowski erschrocken ist und deren für den internationalen Ruf Polen» verhängnisvolle Folgen au» der Welt schaffen möchte. Aber keine Au»legung»kunst wird darüber hinweg, können, daß der polnische Staatspräsident wörtlich gesagt hat: »Man muß sagen, wa» wir noch nicht alle» erreicht haben, daß noch nicht alle polnischen Länder, nicht alle für di- Gesamtheit unsere» Leben» unerläßlichen Zentren mit dem Mutterland vereinigt sind." Daß er ferner für Polen die Äreßmacht- stellung und eine solche Stärkung seiner militärischen Rüstung gefordert hat, daß niemand wagen wird, nach polnischem Lande zu streben oder auch unsere inneren Rechte zu schmälern, daß niemand wagen wird, den Richter zu spielen zwischen der Regierung und den Bürgern des polnischen Staates.

Mit anderen Worten gesagt, bedeutet der eben an» «führte Sav. daß Bolen, auf seine Militärmacht ae«

Stimmzettel gibt große Macht in die Hand

UnS glaubt nicht etwa, daß Ihr EM ast Ser ymtfa’etvung nicht loeoett-rgk yavi, wenn «gr zu

Stimmen, die wirklich abgegeben werden Und von diesen wirklich abgegebenen Stimmen wer. den Euch' viele nicht nur unfympachksch, sondern prakttsch gefährlich werden.

Unser Wahlrecht beginnt schon sehr früh. Schon wer am 4. Mai- seinen 20. Geburtstag feiert, darf mitwählen. S^r, die Ihr nicht rväh- len wollt, werdet meist den älteren Jahrgängen angehören, denen die Ausübung des Wahl­rechtes keine reizvolle Neuigkeit mehr ist, wie den Jungen. WoM Ihr nun, daß unser Wahl­recht ben jüngsten Jahrgängen die Entscheidung über Deutschlands Zukunft allein in die Hände spielt? Ihr könnt das verhindern!

Nichtwähler fein, heißt nicht, sich von der Entscheidung fernhalten. Ähr führt sie durch Euer Fernbleiben erst r W herbei. Und hinler-

aber wird Eu

am

Für Herabsetzung der internationale« Kriegsschulden.

«»«do«, 2. Mat. »Daily Telegraph," vxldrt 0X4 New York die National City Bank tritt öffost- lich, gemeinsam mit anderen fiinanriGen Untemih- mnngen, für die Verminderung oder Streickung rn- nationaler Kriegsschulden ein. In ihrem Monats­bericht weist die Bank darauf hin, daß der Pla« der Sachverständige« ein Ersuchm auf Verminderung der Schulden an sich ziehen würde. Der Bericht betont, daß der Plan der Sachverständigen eine wesentliche Verminderung der Rep aratton»summe bedeute.

ZusammeustStze bei Matsera.

Berlin, 11 Mai. Trotz her Aufrufe Bet Kommunisten zu einer machtvollen Maifeier- Straßenkundgebung war die Beteiligung an ben verbotenen Umzügen außerordentlich schwach. Meist wurden die Ansammlungen von der Polizei ohne Anwendung von Waffenge­walt zerstreut. Nur in der Prinzeflinenstraße kam es am Mittag zu einem schweren Zu- von etwa 1000

recht gösch Das dürst Ihr nicht so kommen lassen: Tut also am 4. Mal Eure Pflicht bürgerliche Wähler!

stützt, internationale Bindungen, vor allen Dingen den Minderheitenvertrag und dessen Kontrolle dnrch den Völkerbund absckütteln will. Ueber diese eindeu­tigen Progranlmforoerungen wird die polnische Re­gierung durch Dementierungen niemanden hinwez- täuschen können.

Die Deutschland feindliche Kleine Entenke.

Rom, 1. Mai. Staatspräsident Masaryk betonte einem Mitarbeiter der »Tri-

buna", die Kleine Entente militärisch gegen 5 Drang nach Osten und gegen die a Berlin-Bagdad gerichtet sei. Da­raus erklärten sich die Sympathien Frankreichs für die Kleine Entente. Die Tsc^chosiovakei habe sich bisher Italien gegenüber zurückgehat- ten, weil in Italien sowohl vor und nach dem Weltkriege als auch während desselben es viel­fach deutschfreundliche Strömungen gegeben

Delmchttmgen feien nicht ausgeschlossen.

Die Durchführung des SachverflSudtgen-Programms.

Wie der Pariser Korrespondent der „Voss. Zeitung" meldet, rechnet man in den Kreisen der Reparatirmskommlssirm damit, daß die deut­schen und die allriertenMitglieder der verschiede­nen Komitees für die Durchführung des Sach-

Kvmttees durch die Wahl der neutralen Mit­glieder zu vervollständigen. Die deutschen Ver­treter für das von der Rwarationskommission zu errichtende Komitee für Nsenbahnftagen, Staatssekretär Vogt vom Reichsverkehrsmini- fterium unb Staatssekretär Bergmann, feien mehreren Blättern zufolge bereits in Paris ein­getroffen,

Die Belgier in LouSon.

London, 2. Mai. Der belgische Münster Theunis und Hymans find in London einge­troffen und werden mit Macdonald eine Be­sprechung haben.

London, 1. Mak. Die hiesigen politischen Kreise scheinen heute die Aussichten auf eine Regelung und Annahme des Sachverständigen­berichtes durch alle interessierten Mächte keines­wegs pessimistisch zu beurteilen. Die große Be­deutung des heutigen Besuches der belgischen Minister in London und ihre nützliche Rolle bei den Verhandlunaen wird anerkannt. Es wird

nstoß mit einem

erwachtmeister in der Nott ab. Die Kugel durchbohrte einem Neger die Lunge und verletzte eine zweite Person leicht. Die Demonstranten stoben auseinander, sam­melten sich aber wieder am Luisen- und Elisa- bethufer, wo sie von verstärkter Polizeimann­schaft enbgiHtig mit Gummiknüppeln auseinan­bergetrieben wurde.

Frankfurt a. RU 1. Mai. Zwischen zwölf und ein Uhr mittags kam ein größerer Trupp Kommunisten mit zwei großen roten Fahnen unter dem Gesang der Internationale die isersttaße heraufgezogen. An der Haupt­buchs stellte sich btefem Zuge eine Abteilung Schutzpolizei entgegen, die den größten Tell her Leute nach der Katharinenpforte abdrängte. Nur eine kleine Schar zog die Zeil weiter, wo- durch es an der Konstablerwache nochmals zu ‘ iufenthalt kam, der aber auch hier bald Polizei zerstreut war. Ein junger

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von der Polizei zerstreut war. Em junger Mann mußte festgenommen werden. Auch auf dem Römerberg hatte sich in den Vormittags­stunden eine Jugendgruppe um ein rotes Ban­ner versammelt. Die Schutzpolizei zerstreute auch hier die Ansammlung und konfiszierte die Fahne. In den verschiedenen Polizeiwachen waren Verstärkungen in Bereitschaft gestellt «ü> kleinere Patrouillen durchzogen am Nachmittag die Straßen. 3m übrigen war von dem Welt- feiertag nicht viel zu merken.

Königsberg. 1. Mai. Heute vormittag be-

wegte sich trotz des Verbots ein Demonstration»« zug von etwa 2000 Personen durch die Hufen- alles und die Goltzallee, Als ein Mizeikom- mandv den Zug verstreuen wollte, schlugen die Demonstranten auf die Polizeibeamten mit Gummiknüppeln, Stöcken usw. ein. Die Poli­zeibeamten zogen hierauf die Seitengewehre und forderten die Menge auf, auseinanderzu­gehen; in demselben Augenblick fiel aus der Menge ein Schuß. Pollzeioberwachtmeister Margenfeld brach am Halse getroffen zu­sammen. Ein anderer Poktzeibeamter schoß den Tâker nieder. Ms die Schüsse gefallen waren, stob die Menge auseinander. Es ist festgestellt worden, daß außer beiden Schüffeu noch andere Schüsie aus der Menge gefallen sind. Auch an anderen Stallen wurden die Be- amten von der Menge hart bedrängt, so daß ft« von der Waffe Gebrauch machen mußten.

Greiz, 1. Mai. Hier wurde heuer in den Weberei- und Färbereibetrieben überÄl ge­arbeitet, nur etwa 10 Prozent der Arbeiter fehlten. Morgens versuchten radikale Element« die Arbeitswilligen von der Arbeit zurückzu« halten, so daß die Polizei einfdjrüt. Um hü Mittagsstunde zog ein großer Trupp demow strierender Kommunisten durch die Straßen; hierbei kam es zu schweren Zufammenstößeri mit der Polizei, die die Gummiknüppel uni KarabiNeâlben gebrauchten. Nach haMM