Einzelbild herunterladen
 

zeign

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Kana« a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme -er Sons* und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237.

Segußsutets für die Zeit vom 10. bis 19. Avril 75 Eoldvfennig ohne Trägerlob n Einzel­nummer 10 Freitags u. Samstags 12 Eoldvfennig. Anzeigenpreise'für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldvfennig. für die R e k l a m ez e i l e (68 mm) 50 EoldvfennigOffertenasbüb r 30 Eoldvfennig Geschäftsstelle Hamm erstraße 9.

Erfüttnnasort und Gerichtsstand für beide Teile Sanan a. Mai«. Für Vlatootf Stift und Erscheinnnsstaae der Anreisen wird keine GewSHr seleistet. Sm Falle höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung der Bezugspreise, ^--- ..........--- ----------- . . - -

Nr. 90

Dienstag den 15. April

1924

Das Neueste.

Die Ministerpräsidenten der Länder weilten gestern in Berlin und besprachen mit der Neichs- regierung die Sachverständigengutachten.

In d L Mieumfrage wurde gestern zwischen beiden Gruppen ein völliges Einverständnis erzielt.

Die Eolddiskontbank hielt gestern ihre erste Generalversammlung ab.

Die englisch-russhche Konferenz hat gestern ihren Anfang genommen.

Die ftanzösische Kammer ist aufgelöst worden.

Eröffnung -er englffch-russffchen Konferenz.

London, 14. April. Die englisch- l UssischeKonferen zhat heute vormittag um 11% Uhr im auswärtigen Amt begonnen Rakowski faß zur Rechten des Premier­ministers, Ponsonby zu seiner Linken. Der Premierminister verlas seine englisch abgefaßte Rede, die später ins Russische über­setzt wurde, dann Rakowski die seimige, die in Französisch abgefaßt war. Beide werden heute abend veröffentlicht. Macdonald bewillkomm­nete in seiner Rede die Mitgliedier Ser russi­schen Delegation und sprach den Wunsch nach einer wirksamen Zusammenarbeit aus zu dem Zweck, die Beziehungen zwischen England und Ruhland auf eine dauernde und sichere Grund­lage zu stellen. Die englische Regierung beab­sichtige nicht, sich in die inneren Angelegen­heiten Ruhlands einzumischen. Wenn aber England zu Ruhland in internationale Bezie­hungen treten und besonders, wenn diese Be­ziehungen auf gegenseitigem Vertrauen beruhen sollten, so müsse die Konferenz unter dem Geist nred^e(feiiiiger.,.$waW^

minister betonte, daß die Ä n e r k e n N u n g der Sowjetregierung seitens Groh- britanniens eine bedingungslose Anerkennung sei, was er in der Note vom 2. Februar mit­geteilt habe. Daran halte er auch jetzt noch mit ganzem Herzen fest. Die britische Regierung wünsche aus der Anerkennung die politischen Konsequenzen zu ziehen, wovon sie einen wohl­tätigen Einfluß auf beide auf der Konferenz vertretene Staaten erhoffe. Der Premierminister forderte zur freundschaftlichen und freimütigen Besprechung aller bestehende Schwierigkeiten auf, der Methode, die er persönlich in allen internationalen Fragen anzuwenden gedenke. In der Vergangenheit sei'manches Unrecht ge­schehen. Die Konferenz solle sich nach besten Kräften bemühen, dies wieder gutzumachen. Er wies darauf hin, daß der Kredit Grohbri- tanniMs nicht auf den Staatsbanken, sondern auf privatem Kredit beruhe. Solange nicht die Masse des Volkes gerecht und ehrenvoll befrie­digt sei, könne keine Verständigung und keine gegenseitige Hilfe zustande kommen.' Die ganze Welt blicke gespannt auf den Fortgang der Konferenz und werde von deren Erfolg nicht nur ihre künftigen Beziehungen zu Rußland abhängig machen, sondern sich auch ein Urteil bilden über die Wirksamkeit derartiger Ver­handlungen zur Beilegung von Schwierigkeiten und Mihverständnissen, wie man ihnen jetzt gegenüberstehe. Er könne keine Vereinbarung mit einem Preis bezahlen, den seine Landsleute als ungerecht ^betrachten würden, er erwarte auch keine derartige Handlungsweise von den russischen Delegierten, aber innerhalb dieser Grenzen werde man, so glaube er zuversichtlich, zur Einigung kommen können.

In Crwliderung auf die Begrühungsworte Macdonalds drückte Rakowski feine Z u- f r i e d e n h e i t über den Empfang der russischen Delegation und die Hoffnung auf eine enge Zusammenarbeit zwischen Rußland und Großbritannien aus. Diese Zusammenarbeit sei besonders auf fmanziellem und wirtschaftlichem Gebiet für beide Länder notwendig. Eme ein­gehende Berechnung der Schulden und Ver­träge werde stattfinden. Rakowski 'betonte be­sonders die Notwendigkeit des künf­tigen Friedens für Europa und die Notwendigkeit der Entwaffnung. Er gedachte bei dieser Gelegenheit in sympathi­schen Worten des Völkerbundes.

Am Nachmittag werden Rakowski und Pon­sonby das Verfahren und die Gliederung der Konferenz in einzelne Sektionen besprechen und zur Regelung des Verfahrens ein Komitee bil­den. Es wurde verabredet, iw Presse täglich bezw. so oft die verschiedenen Komitees tagen, lediglich gemeinsame Kommuniques zugehen zu lassen.

*

An der englisch-russischen Konferenz nehmen außer dem Premierminister der Understaats- Mvetär im Ministerium des Aeußern Arthur

Ponsoby, Wellesly vom Minffterium des Aeuhern, Phillips vom Finanzministerium, Ehapman und Fountain vom Handelsministe­rium und Clark vom Departement für Ueber- seshandel teil. Die Mitglieder der r u s s i s ch e n Delegation sind : Litwinow, der bisher noch nicht eingetroffen ist, Tomski, Schein­mann, Preobvachenski, Sbomonyakow, Zhit- kvw, Kutosow, Schornik, Heidar und Aliew. Der Premierminister ^beabsichtigt, mit den beiden politischen Sektionen, in die die Konferenz zer­fallen wird, in ständiger Fühlung zu bleiben Er oder Ponsonby werden wahrscheinlich bei den Plenarsitzungen den Vorsitz führen. Die britischen Delegierten werden in stetem Einver­nehmen mit ihm handeln und daher mit der vollen Autorität der Regi-erung sprechen. Unter den Hauptproblemen, die zur Verhandlung kommen, sind die Beziehungen zwischen der beiden Regierungen, die Entschädigung der bri^- tischen Wäuibiger und eine ganze Anzahl von Verträgen, die England und Ruhland früher miteinander abgeschlossen haben. Auch der A b- fchluß eines neuen Handelsver­trages ist vorgesehen für den Fall, daß Lie politischen und wirtschaftlichen Beziehungen be­friediget) geregelt werden können. Der Londoner Berichterstatter desManchester Guardian" schreibt zu den englisch-russischen Verhandlungen, es werde erwartet, daß die gegenseitigen Regierungsschulden gestrichen werden und daß die privaten Kaufleute, die im Austausch gegen ein britffches Versprechen Ruß­land bei Erlangung, einer Anleihe in London helfen werden, von der Sowjetregierung ent­schädig werden würden. Die Verhandmngen dürften einige Monate dauern.

Konklusionen annehmen könne.sheim von der Commerz, und Privatbank, Eduard wenn nicht einige Vorbedingun-sBeit von Lazard Speyer-Ellissen, Frankfurta. TL gen erfüllt feien. Folgende Fragen " ~

müßten geregelt sein:

1. Wird Deutschland wirtschaftlich auf glei­chen Fuß gestellt, wie die anderen Rationen?

2. Wird das Ruhrgebiet geräumt werden?

3. Wird die Vesatzungstruppe im Rheinland auf ein vernünftiges Maß herabgesetzt?

Wir wollen die Rückkehr zu den Zuständen, die durch den Versailler Vertrag vorgesehen sind. Ohne Annahme dieser Vorbedingungen kann nach meiner Ansicht die deutsche Regie­rung den Bericht nicht annehmen. Auf die Erklärung des Berichterstatters, DeutsMand könne in seiner augenblicklichen Lage nicht Rein sagen, ohne seine wirtschaftliche Wiederherstel­lung zu gefährden, antwortete Dr. Schacht, ich habeniemals an die Sympathien EnglaydsundAmerikasgeglaubk. Seit 5 Jahren ist Deutschland isoliert. Aber wir können aus auswärtige Hilfe nicht verzich­ten, da wir sonst in ttze Lage vom Oktober 1923 zurückfallen würden. Aber die Regierung ist nur der Wortführer der öffentlichen Meinung und das deutsche Volk werde wirtschaftliche Lasten nur um den Preis auf sich nehmen, daß die Befreiung des Ruhrgebietes und das als Sanktion besetzte Rheinland als Belohnung ge­geben würde. Die Tatsache, daß die Sachver­ständigen nicht die Gesamtschulden festgesetzt haben, könne deutscherseits nicht als Ursache der Ablehnung bezeichnet werden. Dr. Schacht er­klärte noch über die Reichstaqswahlen, Frankreich müsse den deutschen Mittelparteien ein zugkräftiges Dahlpropagandamiktel geben.

Kommerzienrat Dr. M. A. Strauß von Strauß L Co., Karlsruhe, Franz Urbig von der Direktion der Diskontgefellfchaft, Geheimrat Dr. Bocke vom Reichsbantdirektorium, Dr. Paul' Wallich von I. Dreyfus & Co, Max M. Warburg, Hamburg.

3. In den Arbeitsausschuß des Aufsichtsrats: die Herren Präsident Schacht, Vizepräsident Dr. von Glasenapp, Geheimrat Schneider, Geheim­rat Budczies, Geheimrat Seiffert, Geheimrat Dr. Vocke, Reichsbankdirektor Schneider, Rudolf Loeb, Paul Millington-Herrmann, Henry Nathan, Eeorg von Simson, Curt Sobern- heim und Franz Urbig, sämtlich in Berlin.

Im Anschluß an die Generalversammlung fand eine gemeinsame Sitzung des Vorstandes und des Arbeitsausschusses statt? In Uebereinstimmung mit dem Gutachten des Aufsichtsrats wurde der Dis­kontsatz der Eolddiskontbank auf 10 Prozent fest, gesetzt.

Die Beratunge»» in Berlin.

Berlin, 14. AprU. Das Reichskabinett hat über die Gutachten der Sachverständigen mit allen Staats­und Ministerpräsidenten der Länder eingehende Be­ratungen gepflogen, wobei sich in den wesentlichen Punkten eine weitestgehende Einmütigkeit ergab. Der Beschluß des Reichskabinetts ist morgen zu er­warten.

*

Zu diesen Beratungen der Reichsminister mit den Ministerpräsidenten der Länder erfahren wir weiter, daß man nach dem Verlaufe der Besprech­ungen es als gewiß annehmen dürfe, daß die Reichs- regrerung sich für eine schriftliche Antwort an die Reparationskommission entscheiden werde, da die Entsendung besonderer Delegierter nach Paris nur Zweck hätte, wenn auf deutscher Sette der Wunsch bestände, schon jetzt sich ausführlich und in Details zu den Vorschlägen der Allierten zu äußern. Die deutsche Regierung dürfte in ihrem Schreiben sich auf die Mitteilung beschränken, daß sie die Sachverständigenberichte als eine geeignete Etund- lage ansehe, um zu einem Einvernehmen über die Reparationsregelung zu gelangen und ihre Bereit­willigkeit zur Mitarbeit aussprechen. Weiter wird nochmals die Einmütigkeit, welche die gestrige Be­sprechung ergeben habe, unterstrichen. Auch der meklendurgische Ministerpräsident, welcher der deutsch - nationalen Pattei angehött, hatte sich der in den Beratungen zum Ausdruck gekommenen Auffassung angeschlossen, trotzdem die Deutschnatio­nalen gestern dem Reichskanzler einen Protest über­reicht haben, der sich gegen eine Bindung der jetzigen Regierung, die sich nicht mehr auf einen Reichstag stütze, in der Frage des Sachverständigen-Gutachtens wandte.

Schacht über den Sachv§rstän-igen- . bericht.

Paris, 15. April. Der Berliner Berichk- erstatker desMatin" Halle eine Unterredung mit Dr. Schacht. Dieser führte über den Sachverständigenbericht u. a. aus: Die einzige interessante Rote für Deutschland scheine in der Tatsache zu liegen, daß das Reparationsproblem von der vergifteten politischen Atmosphäre be­reit worden sei. Es sei das einzige Motiv, das sie deutsche Regierung veranlassen könne, die Diskussion zu beginnen. Er sei e r st a u n t ge­wesen festzustellen, daß die Sachverständigen nicht wenigstens für einige Iahre ein vollkommenes Moratorium be- w i l l i g t h ä t t e n. Die internationale Finanz lätte, beeinflußt durch die Anstrengungen, die )ie deutsche Industrie bisher gemacht habe, die Zahlungsfähigkeit des deutschen Reiches über- chäht. Die Summenderersten Iahre 'önnten unmöglich getragen wer- >cn. Er könne nicht sagen, ob die Annuitäten )ie in 10 Iahren vorgesehen sind, zu hoch seien, »enn man könne ja nicht sagen, in welchem Raße die deutsche Wirtschaft sich erholen werde. Die Frage, ob die deutsche Regierung den Be- :icht annehmen könne, beantwortete Dr. Schacht dahin, er müsse erklären, datzkeinedeutsche Regierung nach feiner Ansicht die

LexlMLsrung Zer Micum-Verlräge, Düsseldorf, 14. April. In der fortge­setzten Verhandlung mit der Micum konnte in allen noch offenen Fragen eine Regelung erzielt werden, sodaß der Vertrag über die Verlänge­rung des bisherigen Abkommens um Zwei Mo­nate bis auf die Unterschriften fertiggestellt ist. Die Verhandlungen haben bis gegen 6 Uhr ge­dauert.

Die erste Generalversammlung -er Gvlö-Diskvnlbank.

Berlin, 15. April. Am 14. April, nachmittags 4 Uhr, fand unter dem Vorsitz des Reichsbank- präsidenten Hjalmar Schacht im Reichsbankge­bäude die erste Generalversammlung der deutschen Eolddiskontbank statt, zu der etwa 100 Vertreter der Aktionäre erschienen waren. Rach einer Begrüßungs­ansprache des Vorsitzenden und einem Bericht über den Eründungshergang, die Geschäftsbedingungen und den Zweck der Eolddiskontbank wurde zur Wahl des Vorstandes, des Aufsichtsrates und des aus Mitgliedern des Aufsichtsrates gebildeten engeren Arbeitsausschusses geschritten. Gewählt wurden einstimmig:

1. In den Vorstand: die Herren Geheimrat Kauffmann, Geheimrat Dr. Bernhard, Ge­heimrat Dr. Friedrich und Reichsbankdirektor Fuchs, sämtlich Mitglieder des Reichsbank- direktoriums.

2. In den A u f s i ch t s r a t: die Herren Präsi­dent Dr. Schacht vom Reichsbankdirektorium als Vorsitzender, Vizepräsident Dr. von Glasenapp vom Reichsbankpräsidium als stellvertretender Vor- itzender, Fritz Andreae, von Hardy & Co., Hans Arnhold von Gebrüder Arnhold in Dresden, Martin A «f h ä u s e r, von H. Aufhäuser München, Eug^n Handel vom Barmer Bankverein Hins- berg, Fischer & Co; Georg BehrensvonD. Beh­rens & Söhne Hamburg, Siegfried Bieber von der Berliner Handelsgesellschaft,' Geh. Kommerzien­rat Conrad v. Borsig; Geheimrat Budcsies vom Reichsbankdirektorium; Dr. Alfted Ganz von der Westbank, Frankfurt a. M., Geheimrat Dr. von Erimm vom Reichsbankdirektorium; Geh. Kom­merzienrat Dr. Louis Hagen, Köln; Dr. Georg Simon H irs ch landvon Simon Hirschland, Ham­burg; Carl Joerger von Delbrück, Schickler & Co., Eberhardt Graf vonKalckreuth, Präsident des Reichslandbundes; Geheimrat Kissler von der Deutschen Renlenbank; Dr. Ernst Kleiner vom Zentralgirooerband, Rudolf Loeb, von Men­delssohn & Co., Dr. Paul Millington-Herr­mann von der Deutschen Bank; Henry Nathan von der Dresdner Bank; Freiherr 6. Alfred v om Oppenheim, Köln; Oskar Franklin Oppen­heimer, Frankfurt a. M.; Kommerzienrat Ernst Peters von der Allgemeinen Deutschen Kredit­bank; Robert Pferdmenges vom A. Schaff- haujenschen Bankverein; Hofrat Adolf P o e h l- m a n n von der Bayrischen Vereinsbantz Friedrich Reinhardt von der Mitteldeutschen Kreditbank, Hofrat Hans Remshard von der bayrischen Hypotheken- u.Wechseldank; Geheimrat Schneider v. Reichsbankdirektorium, Reichsbankdirektor Schnei­der vom Reichsbankdirektorium, Präsident Dr. Schröder von der Preußischen Staatsbank, Dr. Saul von Schwabach, von S. Bleichröder, Ge- eimrat Seiffert vom Reichsbankdirektorium, Dr. James Simon, Georg von Simson von der Darmstädter und Nationalbantz Curt S obern-

Fragen und Antworten im englischen Unterhaus.

London, 14. April. Auf die Frage eines Parlamentsmitgliedes, ob die französisch« Regierung eingeladen wurde, an den Der- Handlungen zwischen der britischen und russischen- Regierung teilzunehmen erwiderte Macdonald, die bevorstehende Konferenz bezwecke die Regelung rein rus­sisch-englischer Fragen, sodaß die Teilnahme anderer Regierungen nicht in Be­

tracht komme.

Das kvnservat. Parlamentsmitglied Ormsdy Goare fragte Macdonald, ob er dem Hause irgendwelche Informationen bezüglich eines neuen Verteidigungsvertrages ge­gen eine rusfischeJnvafioninBefsa- r a b i e n und zum Schutze der j a p a n i s ch e n Besitzungen auf Sachalin geben

Office verfüge über keine Jnstvrmâonen be­züglich eines derartigen Vertrages.

, Ein Parlamentsmitglied fragte den Pre­mierminister, ob er Mitteilen könne, welche Schritte er unternommen habe hinsichtlich des Ersuchens Poincarès, bei der Sowjet- règierung Vorstellungen zu erheben zu Gunsten der in Kiew verurteilten 18 Mt- glieder der russischen Intelligenz. Macdonald erwiderte, die britische Regierung sei nicht der Ansicht, daß dies eine Frage sei, worin sie zweckdienlicherweise irgendwelche offiziellen Vorstellungen gegenüber der Sowjetregierung machen könne, die mit ihren Ansichten wohl vertraut sei.

Das konservative Mitglied Becker fragte den Premierminister, ob er eine Erklärung über die Haltung der Regierung gegenüber der französisch - belgischen Ruhrbe­setzung geben könne. Premierminffter Mac­donald erwiderte, er wolle lieber jede Erklärung über eine derartige Frage verschieben, solange im Anschluß an die Veröffentlichungen der S a ch v e r st ä n d i g e n b e r i ch t e die Er­örterungen im Gange seien. Becker fragte wei­ter, ob die Regierung die Besetzung des Ruhr- gebi>ets durch Frankreich und Belgien als nach dem Versailler Vertrag gerechtfertigt ansehe. Es erfolgte keine Antwort.

Der Unterstaatssekretär für das Luft-

1920 bis zum 31. F" _

Flugunfälle mit tödlichem Aus- gang in der königlichen Luftstreitmacht 120 betragen habe, die Zahl der übrigen Füigun- fälle jedoch nur 162. Diese Zahlen umfassen alle Unfälle in England und Uebersee. Bei den 120 tödlichen Unfällen kamen 120 Offiziere und 1 Kadett und 25 Mannschaften ums Leben.

März 1924 die Zahl der

Die schwarze Schmachein Skandal".

London, 14. April. DerManchester Guardian" befaßt sich in einem Leitartikel mit dem von de, Londoner OrganisationDie Freunde Frankreichs" unternommenen Feldzug gegen dieLegende über die schwarzen Truppen" und hebt demgegenüber hervor, w sehr die Rheinland«, die voll von afrikanischen Truppen sind, unter dieser Demütigung leiden. Der Rheinländer empfindet er alr einen Skandal und eine Erniedrigung, daß die Hut seiner alten Kathedralen und Universitätsstädte Afrikanern anvertraut wird.

Slrasunlerbrechung für Graf Arco.

München, 15. April Von zuständiger amt« licher Stelle wird mitgeteilt, daß die Strafvoll­streckung gegen den Grafen Anton Arco-Valles auf Grund des Ministerbeschlusses vom 13 April mit der Aussicht auf eine spätere Bewilli­gung der Bewährungsfrist unterbrochen wurde Graf Arco war bekanntlich wegen Erschießung Eisners zu lebenslänglicher Festungshaft ver- urteilt worden. Die Strafunterbrechung ist nicht gleichbedeutend mit Straiauficbâ