Hanauer S Anzeiger
General-Anzeiger / AmMches Organ für Sladl- und Landkreis Kanan a. M.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Bantu und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1287.
Bezugsvrers iür die Zeit vom 10. dis 19. Avril 75 Goldpfennig ohne Trägerlobn Einzelnummer 10 Freitags u. Samstags 12 Goldpfennig. —Anzeigenpreise: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldpfennig. für die Neklamezeile (68 mm) 50 Goldpfennig — Offertengebüh r 30 Goldpfennig — Geschäftsstelle Sammerstrahe 9.
Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Zeile Hanau a. Main. Für PladvorschrtiL und Erscheinungstag« der Anzeigen wird keine Gewähr geleistet. — Sm Falle höherer Gewalt Streit usw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises V ......- ........— ........... —----------------------------
Ar. 88 Samstag den 12. April 1824
Das Neueste.
— Die Reparationskommission hat sich auf bett Standpunkt gestellt, dak die Sachveri'tändiaeuberichte eine praktische Grundlage für die rasche Lösung des Reparationsproblems bilden. Deutschland soll sich zunächst äußern.
— Der Schiedsspruch im Buchdruckergewerbe ist für verbindlich erklärt worden.
— Auf den englischen Schiffswerften ist gestern die Aussperrung der Arbiter erfolgt.
— Premierminister Macdonald, Schatzkanzler Snowden und die Sachverständigen des Schatzamtes haben gestern eingehend die Gutachten der Sachverständigen erörtert.
— Die Vorlage betreffend die ständige Einführung der Sommerzeit in England vom ersten Sonntag im April bis zum ersten Sonntag im Oktober ist mit 169 gegen 129 Stimmen vom Unterhaus angenommen worden. Falls die Vorlage auch in der dritten Lesung zur Annahme gelangt, wird die Sommerzeit in jedem Jahre in der angegebenen Zeit eingeführt, wie in Frankreich, Belgien und Holland.
„Rheinische Arbeiterpartei".
Von der großen deutschen Oeffentlichikeit mllig unbeachtet hat dieser Tage in Speier der Parteitag der „Rheinischen Arbeiterpartei" tattgefunden. Diese Nichtachtung wäre dem Häuflein von Landesverrätern, das da im Kleinen Storchenkeller" zusammenkam, ange- nessen, wenn hinter ihm nicht statt der fehlen- )en deutschen Volksgenossen die französische Armee und das regierende Frankreich ständen. Schon einmal wurde Deutschland durch den streich der Heinz-Orbis und Konsorten überrascht. Eine kleine Anzahl von Zuchthäuslern mb polizeilich gesuchten Verbrechern konnte gestützt auf französisch-marrokanische Bajonette 'Knd dir Befesilsgewast des Herrn de Metz ein
s Schreckensreglment in der Pzalz errichten, bis der Volkszorn die ganze Gesellschaft in wenigen Tagen fortfegte.
Sie sind aber nicht spurlos verschwunden die Schmidt-Cppers, Kunz und Steiner und wie sie hießen. Im Geheimen wühlen sie weiter. Sie hoffen, daß ihre Stunde noch einmal fchlägt, sie rechnen damit, noch einmal dem vom Feinde bedrückten Vaterlande in den Rücken fallen zu können. Um gerüstet zu fein, um alles, was den Landesverrat mitzumachen bereit fein würde beisammen zu halten, gründete Schmidt- Eppers, der „Pressechef" der „autonomen" Pfalzregierung die „Rheinische Arbeiterpartei".
Und diese Partei hielt jetzt „Parteitag" ab. Wieder spürt man Frankreichs Hilfe. General de Metz ist zähe., Trotz aller Mißerfolge hat er sein Ziel, durch die Gründung einer autonomen Pfalz einen ersten Stein aus dem Gefüge des Reiches herauszubrechen, sicherlich nicht aufgegeben. Wieder verfügt das landesverräterische Gesindel über französische Gelder. Der Parteiausschuß beschloß, dem Agitator Kunz einen Judaslohn von wöchentlich 150 Franken (!) . und an Steiner einen solchen von 100 Franken ZU zahlen. Weiter wurde beschlossen, eine eigene Zeitung (!) zu gründen und es sind auch bereits Verhandlungen zwecks Ankauf eines Zeitungsgebäudes in Speier eingeleitet worden. Wenn ser Kauf zustande fommt, wird die Kaufsumme wohl auch, in französischen Franken ausgezahlt werden.
Der Parteitag selbst befaßte sich vox allem mit der Aufstellung eines Programms. Unter öen politischen Forderungen befindet sich die nach „Befreiung der rheinisch-pfälzischen Lande von der Bevormundung Preußens und Bayerns, somit die Schaffung einer unabhän- 8tgen Rheinisch westfälischen Republik (!) auf rein demokratischer Grundlage". Dieser Pro- grammpunkte drückt der ganzen Partei unauslöschlich den Stempel des Landesverrates auf. Folgerichtig wird die Beteiligung an den Arbeiten des Reichs- und Landesparlamentes verworfen und nur die Mitarbeit in den Gemeinde- und Provinzialvertretungen zugelassen. Daß »absolute Erhaltung des Friedens" und Völkerverbrüderung gefordert werden, vervollständigt das Bild.
Mit einem Wort sei auch auf das wirtschaftlich und soziale Programm der „Rheinischen : aeiterpartei" eingegangen. Man sieht aus Hur nämlich, aus welchen Schichten der Bevölkerung sie Zulauf erhofft. Grund und Boden sollen Staatseigentum, die Produktionsmittel vom Staate kontrolliert und das wirtschaftliche Rätesystem ausgebaut werden. Weiter wird für den „grundsätzlichen Achtstundentag" eingetreten. Kurz, man sieht, die Partei wendet sich an die den Kommunisten nahestehenden Kreise. Tatsächlich rekrutierten sich ja auch die Mitläufer der Separatistenführer fast ausschließlich
aus radikalen Arbeitslosen, während die-boden- ständige Bevölkerung sie restlos ablehnte.
Die Heerschau im „Storchenkeller" war wenig imposant. An der Delegiertensitzung nahmen ganze 14 Vertreter teil, während es der „Parteitag" selbst auf 80 Teilnehmer brachte, die noch dazu zum größten Teil aus Speier selbst waren. Aus dem Rheinland und aus Westfalen waren Vertreter nicht erschienen. Es handelte sich also bei der ganzen Veranstaltung um eine Angelegenheit des pfälzischen Separatistengesindels, das litt den verflossenen Monaten ja auch meist selbständig vorging. Nach den Angaben des Vorsitzenden hat diè größte Ortsgruppe in Ludwigshafen 180 Mitglieder, dann folgt die Ortsgruppe Rüsselsheim mit 120 Mitgliedern. Das sind selbst, wenn man keine Abstriche macht, wirklich keine erschütternden Erfolge für eine monatelange von den Besatzungsbehörden in jeder Weise unterstützten Agitation. Beachtlich wird die „Rheinische Arbeiterpartei" erst durch ihre Zusammenarbeit mit den Franzosen. Darum dürfen wir an ihrer Existenz und ihrem Wirken nicht sorglos vorübergehen. Die Mineure sind an der Arbeit! Darum: Augen auf!
Die Repko billigt die Sach- verfländigenvorschMge.
Paris, 11. April. Die Reparalionskom- miffion hat, nachdem sie eine offiziöse Sitzung abgehalten hatte, sich heute nachmittag zu einer offiziellen Sitzung zusammengefunden. Sie hat einstimmig folgende Entschließung angenommen:
Die Reparationskommission hat nach Kenntnisnahme der Berichte der Sachverständigen sich ■ÖSjjfiÄÄ parakionsprobstws bilden. Sie ist deshalb geneigt, schon jetzt im Rahmen der ihr zustehenden Befugnisse die Konklusionen zu billigen und die vorgeschlagenen Methoden anzunehmen. Am die Durchführung der Vorschläge der Sachverständigen zu erleichtern und zu beschleunigen, beabsichtigt die Reparationskommission den interessierten Regierungen die Entschließungen der Berichte, die der Kompetenz der Regierungen unterstehen, zur Annahme zu empfehlen, jedoch sieht sich die Reparakionskommission in die Notwendigkeit versetzt, ihre Zustimmung und ihre Initiative zurückzustellen, bis die deutsche Regierung bereit ist, ihre Mitarbeit an dem Plan der Sachverständigen sicherzustellen. Zu diesem Zwecke wird die Reparationskommission die Delegierten der deutschen Regierung am Donnerstag den 17. April anhören, es sei denn, die deutsche Regie- rung würde es vorziehen, eine schriftliche Antwort zu erteilen.
Mitteilung dieses Entschlusses ist bereits der deutschen Kriègslastcnkommission zugegangen.
Paris, 12. April. Der „Petit Parisien" schreibt: Die Repârationskommission betrachtet den Bericht der Sachverständigen als brauchbare Grundlage, doch ist damit nicht gesagt, daß die Repko sich den Bericht in allen Punkten zu eigen macht. Das Blatt schreibt weiter, die französischen und belgischen Delegierten sind sich klar, daß die wirtschaftliche Besetzung des Ruhr- und Rheinlandes nur frei zu geben ist, nach Maßgabe der deutschen Barzahlungen. Man fügt hinzu, daß die Barzahlungen im ersten Jahr, die nicht durch die Anleihe gezahlt werden sollen, mit Hilfe der Eisenbahn beglichen werden können, wobei die rheinischpwestfaüschen Bahnen nicht mitgerechnet sind. Die Bahnen sollen im ersten Jahr unter der Regie fortgeführt werden.
Die Prüfung durch das Reichs-Kabinett.
Berlin, 11. April. Das Reichskabinett trat in Beratungen über die Sachverständigen-Gutachten ein. Es nahm Vorträge über die einzelnen Teile der Berichte entgegen und beschloß, die Vorarbeiten zur Durchführung aller Einzelheiten der Gutachten mit größter Beschleunigung fortzusetzen. Am Montag soll eine gemeinsame Sitzung des Reichskabinetts mit den Staats- bzw. Ministerpräsidenten der Länder stattfinden.
Zu dieser Meldung bemerkt der „Lokal.-Anzeiger" daß die Nachricht der Reparationskommffsion den Berliner amtlichen Stellen erst nach Beend' umg der Kabincttssitzung zugegangen fei, sodaß eine Stellungnahme der Reichsregicrung hierzu noch mdjt habe erfolgen können. Der offizielle Bericht der deutschen Kriegslastenkommission . über die ihr von der Rcparationskommission mitgeteilte Entschließung werde erst heute vormittag in Berlin erwartet. Entscheidendes über die Haltung der Reichsregicrung zu dem Beschluß der Reparationskommission sei von der auf Montag anberaumten gemeinsamen Sitzung mit den Ministerpräsidenten der Länder zu ermatten.
Die Bedinquugen Frankreichs.
London, 11. April. Renker berichket aus Paris, die Schwierigkeit, Einstimmigkeit zwischen den Regierungen über die Anwendung des Sachverständigenplanes herzustellen, werde immer deutlicher. Trotz des offiziellen Schweigen- der französischen Regierung lüfte die inspirierte französische Presse weiter den Schleier von den Absichten der Regierung. Es scheint danach, daß das Ruhrgebiet die TrumpfkarteFrankreichs bei den interalliierten Verhandlungen bilden solle. Der Sachverständigenplan sehe die wirtschaftliche Räumung des Ruhrgebiets voraus. Frankreich werde unter folgenden Bedingungen zustimmen:
1. Versprechen der Alliierten Frankreichs, sich Frankreich bei der Auferlegung von Sanktionen anzuschließen, falls Deutschland verfehlt, den Plan auszuführen.
2. Teilweise, wenn nicht vollkommene Streichung der interalliierten Schulden, besonders der Schuld Frankreichs an Großbritannien.
Das Urteil eines führenden deutschen Industriellen.
London, 11. April. Dr. Sorge, Vorsitzender des Präsidiums des Reichsoerbandes der deutschen Industrie und Mitglied des Direktoriums der Kruppwerke erklärte dem Berliner Vertreter des Reuterschen Büros:
Nach Durchsicht des Auszuges des Berichtes der Sachverständigen bin ich der Ansicht, daß die Vorschläge der Sachverständigen angenommen werden müssen. Die Lasten, welche den deutschen Industriellen aufgebürdet werden sollen, sind riesig schwer, aber die Vorschläge der Sachverständigen bedeu- ten einen beträchtlichen Schritt vorwärts gegen- uver anen • er gemacht wur
den, vor allem insofern sie losgelöst s i n d
von militari schenund politischen Erwägungen und sich nur auf die wirtschaftliche Basis stellen. Und da wir kaum bessere Bedingungen erhalten können, müssen wir sie annehmen. Dr. Sorge betonte, daß die volle Wi e d e r h e r st e l l u n g der deutschen wirtschaftlichen Hoheit in den besetzten Gebieten, nämlich die Abschaffung der französisch-belgischen Regie und der Zollschranken zwischen dem besetzten und dem unbesetzten Gebiet absolute Vorbedingung für die Erfüllung der von den Sachverständigen festgelegten Be dingungen ist. Dr. Sorge erklärte ferner, daß es für die Industrie eine Erleichterung fei, wenigstens auf einige Jahre im voraus endgültige Zahlungen festgesetzt zu sehen, obgleich es vorzuziehen gewesen wäre, die Gesamtsumme der Reparationen festgelegt zu sehen, da dadurch die deutsche Industrie in den Stand gesetz würde, ihre Pläne dementsprechend aufzustellen Dr. Sorge erklärte mit Nachdruck, daß die Aus- sührung der Vorschläge der Sachverständigen nur möglich fei, wenn eine internationale A tt"l L i h e aufgebracht werden könne, drückte sich aber über diese Angelegenheit etwas skeptisch aus. Er fügte hinzu, er sei sicher, daß, sobald die Vorschläge der Sachverständigen von der deutschen Regierung angenommen worden seien, diedeutschen Industriellen ihr Aeußerstes tun würden, um der Regierung bei ihrer Ausführung zu Helfen, obwohl er sich keiner Illusion hingebe angesichts der ungeheuren Lasten, die die deutsche Industrie auf viele Jahre zu tragen haben würde.^
Der Reichskanzler über die Sach- veriründigengutachlen.
Frankfurt a. 21t, 11. April. In einen heute abend im Palmengarten hier abgehaltenen Wahlversammlung des Zentrums ergriff Reichskanzler Dr. Marx das Wort zu folgenden Ausführungen:
Die Entscheidung, vor die mir in der nächsten Zeit gestellt werden, erfordert von uns tiefsten Ernst, Besonnenheit und Vaterlands- iebe. Noch immer scheint sich in Frankreich der Gedanke nicht durchringen zu können, daß nur eine ruhige Entwicklung der für Deutsch- and lebenswichtigen Industrie in den be- 'etznn Gebieten die Leistungsfähigkeit Deutsch- ands herbeiführen kann und daß alle Versuche Deutschlands, die Lasten aus dem Versailler Vertrage auch nur zu einem Teil aufzubringen, vergeblich sind, wenn die Wirtschaft immerfort gestört wird, wie es in den letzten Jahren durch )ie Eingriffe Frankreichs geschah. Und doch beginnen auch bisher chanoinistisch gesinnte Kreise Frankreichs allmählich einzusehen, daß nur ein Verständnis- und vertrauensvolles Zusammenwirken beider Länder erträgliche Vor- l
hältnisse und beiderseitiges Wohlergehen her- beiführen kann. Selbst der „Temps", der bisher noch hinter ollem, was von deutscher Seite gesagt und getan wurde, Heimtücke und Hinterlist sah, meint, es sei doch auch im Interesse Frankreichs, eine Verständigung zwischen den beiden Nachbarstaaten herbeizuführen. Wir haben es als Fortschritt begrüßt, daß hervor- ragede Wirtschaftler mit der Prüfung der deutschen Leistungsfähigkeit betraut wurden Die deutsche Regierung hat ihre Akten und Bücher in vollster Offenheit den ausländischen Sachverständigen vorgelegt, wie von diesen auch anerkannt wurde. Ob die Möglichieit vor- handen ist, dem Gutachten der Sachverständigen, namentlich der Entscheidung der Reparationskommission zu entsprechen, wird, abge- wartet werden müssen. Die deutsche Regierung wird mit aller Gewissenhaftigkeit und V o r s i ch t p r ü f e n m ü s f e n , w a - vom deutschen Volke wirklich getragen werden kann. Sie wird allerdings von der deutschen Wirtschaft und von dem deutschen Steuerzahler verlangen müssen, daß Lasten bis an die Grenze des Möglichen übernommen «erden. Aber darüber hinaus in eine Belastung einzuwilligen kann gerechterweise von niemanden verlangt werden.
Nach dem Reichskanzler beleuchtete der frühere Reichskanzler Fehrenbach die innerpolitischen Verhältnisse Deutschlands und erörterte zunächst, welche Regierungsform für Deutschland die bessere sei. Mit der Flucht des Kaisers nach Holland sei diese Frage für die Zentrumspartei erledigt gewesen. Ueber das Zusammengehen mit den Sozialdemokraten sagte der Redner, das Zentrum habe dabei niemals feine eigenen Grundsätze aufgegeben. Was das Zentrum von den Sozialdemokraten trenne, sei die Frage des Klasfenkampfes und ihr Verhalten in religiösen Fragen. Das Zentrum habe anstelle der sozialistischen Republik eins bsmotcüjüäie setzen.wollen. Gegenüber einem Angriffe der „Frankfurter Post" beschäftigte sich Febrenbach mit der Friedensresolution des Jahres 1917, den Friedensschritten des Papstes und den Waffenstillstandsverhandlungen von 1918. Zum Schluß kam er auf. die Verfassung von Weimar zu sprechen, die er zwar für verbesserungsbedürftig, aber als durchaus gesetzmäßig zustande gekommen erklärte.
Ergebnislose Wikum-Verhandlungen
Fortsetzung am Sonntag.
Essen, 11. April. Wie wir hören, haben die heutigen Verhandlungen über die Verlängerung der Micumverträge in Düsseldorf von 11 Uhr vormittags bis nach 5 Uhr nachmittags angedauert, sind aber ergebnislos verlaufen. Dem Vernehmen nach sollen die Verhandlun- gen Sonntag fortgesetzt werden.
Bergarbeiter und Mcumverträge.
Essen, 11. April. In Bergarbeiterkreisen herrscht wegen der Haltung der Micum-Ver- treter bei den gestern stattgefundenen Verhandlungen mit den Bergarbeitersührern in Düsseldorf in der Lohnfrage große Erregung. Zu der Erklärung der Micum-Vertreter, daß nach ihrer Auffassring der gegenwärtige Lohn der Bergarbeiter ausreichend sei, mirb ausgeführh daß der Durchschnittslohn der Bergarbeiter be' verlängerter Arbeitszeit heute 4.80 Mk. pre Schicht betrage gegenüber einem Durchschnittslohne von 5.60 Mk. vor dem Kriege. Dazu komme die Erschwerung der Lebenshaltung durch die Verteuerung um mindestens 20 bis 30 Prozent. Wenn man ferner beachtet, daß die Bergarbeiter an sozialen Lasten ^nd Werbungskosten bedeutend mehr Abgaben zu leisten hätten gegen früher, dann sei der Standpunkt der Micum-Vertreter unhaltbar, zumal die Krankheits- und Unfallsziffern im Bergbau in letzter Zeit ganz erheblich zunehmen würden.
etinnes* Tod und das Ausland.
Amerikas Teilnahme.
Rewyork, 11. April. Der Tod Stinnes' Hak in den Vereinigten Staaten große Teilnahme hervorgerufen. Alle Zeitungen widmen ihm auf der Hauptseite lange Nachrufe und schildern in Bildern und Artikeln die großartige Laufbahn' dieses Mannes. Die meisten Zeitungen widmen Stinnes Leitartikel.
Tiefer Eindruck in London.
London, 11. April. Die Londoner Blättek veröffentlichen Bilder und eingehende Lebensbeschreibungen von Hugo Stinnes, dessen Tad in politischen Preisen einen tiefen Eindruck her- Dorgerufen hat. Times bezeichnet Stinnes als eines der größten Finanzgelües seines Zeitalters und erklärt, dank seines Weitblickes und einer Organisationsfühigkeit habe die deutsche Industrie die Nachkriegskrise so erfolgreich über- ounben. Stinnes habe stets den Ehrgeiz gehabt, für die Wiederaebürt Deutschlands M ar«