SanauerS Anzeiger
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Nr. 77
Montag den 31. Mörz
1924
IM LM null weil zur MW!
Eine Rede des Außenministers Dr. Slrefemann.
Hannover, 30. März. Auf dem Parteitag der Deutschen Volkspartei sprach heute Reichsminister Dr. Stresemann über das Thema: Durch Opfer undlArbeit zur Freiheit! Er führte u. a. aus:
Der Geist der Nationalversammlung war nicht unser Geist. Das entscheidende war das Fehlen des Nationalgefühls in dieser revolutionären Bewegung. Noch niemals hat eine Revolution Erfolg gehabt, wenn sie nicht von großen nationalen Grundgedanken getragen war. Deshalb traten und treten wir ein für die alte Reichsflagge. (Stürmischer Beifall). Deshalb halten wir fest die Erinnerung an unsere glorreiche alte Armee und unsere Flotte, an die Pioniere deutscher Kolonialarbeit, die mehr Kulturarbeit geleistet haben als andere Nationen, die uns jetzt das Recht kolonialer Betätigung streitig machen wollen. Deshalb wird die Deutsche Volkspartei Führerin bleiben gegen die Schuld: " g e und gegen alles, was darauf abzielt, das deutsche Volk als moralisch minderwertig hinzustellen. Das entscheidende ist heute die Frage, was auf dem großen Gebiete der Politik erreicht worden ist, insbesondere auf dem Gebiete der A u ß e n p o l i t i k. Wir sind bisher in der Außenpolitik einen eng begrenzten Weg gegangen, und so wird es vielleicht noch lange bleiben. Wir erleben den ganzen Jammer der Außenpolitik eines waffenlosen Volkes. Wir haben nichts zu tun mit einem Pazifismus, der
Wunden feiner' Kriegs- und Na'chkriegspolitik. Es leidet unter dem Währungsverfall, wohl dem Schlimmsten, was einem Volk widerfahren kann, weil das der Vorläufer des schlimmsten Marxismus ist, weil davon seine Expropriation ausgeht. Dieser Währungsverfall geht seinen Weg von Osten nach Westen, solange die heutige Politik durchgeführt wird. Die schwere Krisis knüpft sich an den Versailler Vertrag an. Wenn er wirklich den Frieden gebracht hätte, warum kämen dann die Staatsmänner alle Jahre oder mehrmals im Jähre zusammen, um sich mit der Weltlage und der Weltwirffchaft zu beschäftigen? Diese Konferenzen, auch die der Sachber- ständigen, sind die Fesfftellung der Tatsache, daß dieser Friede keine Epoche ruhiger Enkwiâng geschaffen hat, sondern daß er den bestehenden Aufruhr der Welt zu einer Dauerein- richtung machen wird, wenn man nicht zu einer Verständigung kommt.
Das Zufammenwirken der S achverstän- g e n, ihre ehrliche Absicht, von der ich überzeugt bin, diese Probleme objektiv zu lösen, zeigt an sich das Bild einer gewissen Entspannung, aber die Frage ist berechtigt, oh dieses Komitee sich auch ein richtiges Bild von der deutschen Leistungsfähigkeit verschafft hat. Ich bin nicht in der Lage, zu den Zeitungsmeldungen Stellung zu nehmen, die über die Beschlüsse der Sachverständigen sprechen, aber ich möchte eines grundsätzlich zu diesen kommenden
Land gegeben wird. (Stürmischer Beifall.) Weiter gehört dazu die Herstellung verfassungsmäßiger Zustande im Rheinland und in der P f a l z, weiter die endliche Regelung über den Fortfall der Besetzung nach Ablauf der verfassungsmäßigen Fristen. (Erneuter lekchafter Beifall.) Jeder Vertrag gibt auch für den Unterlegenen neben Pflichten, denen er sich unterworfen hat, Rechte, wir haften für die Pflichten des Reiches, für unsere Rechte haftet uns die Gesamtheit der Alliierten, die den Vertrag mit unterzeichnet haben.
Dankbar möchte ich es anerkennen, daß sich jetzt auch in alliierten Regiemngen die Stimme für das Recht erhoben hat. Was aus Rhein, Ruhr und Pfalz wird, darum geht die Frage, darum geht der Kampf. Das ist die große Schicksalsfrage. Wie kein Realpolitiker an den Konsequenzen des verlorenen Krieges vorbeigehen kann, so kann er auch nicht an den Konsequenzen des verlorenen Ruhrkampfes vorbeigehen. Wir stehen vor der grundsätzlichen Entscheidung, ob wir die Entlastung von großen Bürden höher schätzen als die Freiheit deutschen Landes, oder ob wir die Freiheit der deutschen Lande höher schätzen als die Bürden, die wir zu übernehmen haben. Es wäre ein Schand-
fleck in der heutigen Zeit, wenn, wir die Lasten nicht auf uns nehmen wollten, um damit die Freiheit zu erringen. (Beifall.)' Wenn wir
Was ich vielfach vermisse, das ist die Lhtun, bor dem Reiche in seiner heutigen Gestaltung und Führung. ES darf keine Schimpffreiheit bestehen gegenüber der Leitung deS Reiches und seine« Präsidenten, wie dies in München geschehen ist, ohne daß der Vorsitzende dies ausreichend zurückgewiesen hat. (Lehr richtig I) wir müssen zu einer Entwickelung kommen, die das Nationale nicht zu einer Parteifrage macht, sondern zur Frage des ganzen Deutschland. DaS große vaterländische Empfinden muß Gemeingut der ganzen Volker werden. Deshalb nicht Bekämpfung der Ver- bände, sondern
hinein in die Verbände mit unserem «eist. (Lebhafter Beifall und Händeklatschen). Der Zustand der Wirtschaft seit dem Kriege ist ein überaus trostloser. WaS wir brauchen, ist einmal ein Abbau der StaatSbevormundung und zweitens die Mehrarbeit. Nur wenn der Deutsche mehr arbeitet und das letzte leistet, waS wir von ihm erwarten, können wir wieder emporkommen. Aber ich warne vor Extremen nach der einen oder der anderen Seite. Die Arbeiterschaft hat ihr Uebergewicht nach der Revolution ausgenutzt nach einer Richtung, die unsere Volkswirtschaft zerstört.
Der Reichskanzler über den Wahlkampf.
Braunschweig, 29. März. Der Reichskanzler empfing gestern den Chefredakteur der „Braunschweigischen Staatszeitung" zu einer Unterredung, in deren Verlauf er sich über den Wahlkampf wie folgt äußerte: Wiederholt ist darauf hingewiesen worden, daß dieser Reichstag,
... - V (y »k r / , ^' . UlPytiUie en LuUrveHr vup Vitara ^iviu;^i.uyr
einwilligen aus der Reichsbahn eme Akt.euge- ^».AuflöiunL erfolgt ist, nicht me^r der wah-
fellfchäft und aus der Reichsbank eine inter
national beaufsichtigte Währungsoank zu machen, so tun wir das für die besetzten Gebiete.
Es ist unsere Pflicht, alle erträglichen Lasten zu übernehmen, um die deutsche Freiheit zu WMWWWMM erwirken.
rett Volksmeinung entspräche. Es wird sich 4. .Mai erweisen müssen, inwieweit diese .
I am Kri-
empfinden vielmehr tiefste Scham darüber, daß uns W Entwaffnung aufgezwungen wurde. Gerade, weil wir uns zum Vismarckschen Gedanken der Realpolitik bekennen, müssen wir verlangen, daß auch die anderen, die sich zu Bismarck bekennen wollen, Realpolitik treiben und nicht in eine Politik der Illusion hinein- treiben.
Wir haben den Ruhrkampf aufgegeben und zeigten dabei die Bereitschaft im Rahmen dessen, was möglich ist, Leistungen zu übernehmen. Dazu haben sich auch wiederholt Führer der Deutsch-nationalen Volkspartei bekannt. Alles andere ist eine Frage des Mußes, Es war die schwerste Belastung für unsere Partei, daß sie berufen wurde, führend an der Regierung zu sein, als es sich nur noch darum handeln konnte, diesen Ruhrkampf zu liqui- . Tieren. Es gibt heute noch viele Leute, die glauben, daß dieser Ruhrkampf ein Fehler gewesen ist, weil er vergeblich war. Nein:
der Ruhrkampf ist kein Fehler gewesen.
Die Kämpfe der Bevölkerung haben der Welt Steigt daß das deutsche Volk für sein Deutschtum zu kämpfen und zu leiden vermag. Selbst in der stolzen Freude am alten Reich war weniger klares nationales Wollen als in den Leiden und Entbehrungen zum Ausdruck kam, die die Volksgenossen in den besetzten Gebieten für dieses arme und ohnmächtige Deutschland Hinnahmen, das ihnen keine Hilfe und keinen Schutz bieten konnte, sondern dem sie nur um des Vaterlandes Willen dieTreue hielten. (Stürmischer Beifall). Ohne den großen passiven Widerstand hätten wir nicht die Augen der Welt auf das Unrecht gelenkt, das am Rhein und an der Ruhr geschah.
^ch lehne es sogar ab, ein Verdammungsurleil auszusprechen über die Männer, die über den passiven Widerstand hinausgegangen sind
(Stürmischer Beifall und Händeklatschen) und wan sollte meinen, daß die Achtung vor solchen -männern auch in anderen Ländern vorhanden stin muß, die ihrerseits in ihrer Geschichte etwas Derartiges erlebt haben, und das — weiß Gott "7 niemals im Leben eines Einzelnen eine Un- chre bedeutet hat. (Stürmischer Beifall). Deshalb werden wir den Opfern dieser Kämpfe, und es sind viele Hunderte, die ihr Leben und >hr Blut eingesetzt haben, ein ehrendes Andenken bewahren. (Erneuter lebhafter Beifall). Wir werden kämpfen für die Freiheit aller Gefangenen, die irgendwo fegen ihrer Vaterlandsliebe verurteilt worden sind. Wir werden dafür kämpfen, daß wir Wer unser Land zu gebieten haben, das uns Nach dem Versailler Vertrag gehört. Aber wenn Rian von einem Sieg Frankreichs an der Ruhr spricht, so glaube ich nicht, daß es sich als glück- sicher Sieger fühlt. . Frankreich blutet aus den
gierung steht den Entschließungen der Sachverständigen in voller Freiheit gegenüber. Sie wird ihrerseits alles tun, um zu einer Verständigung zu kommen, soweit das deutsche Volk die Leistungen, die sich aus dieser Verständigung ergeben, tragen kann. Aber sie wird auch bestimmte Grundsätze aufrechterhalten müssen. Es wird wieder die Frage kommen, ob wir etwas unterschreiben sollen, das, wir glauben, nicht leisten zu können, und die Entwicklung gerade der letzten vier Jahre hat gezeigt, daß nichts den Frieden der Welt und das Verständnis der Völker mehr erschüttert, als eine Unterschrift, auf die sich Einzelne als Rechtstitel berufen können. (Stürmische Zustimmung). Das zweite ist die Aufrechterhaltung der uneingeschränkten deutschen Verwaltung für die deutschen Eisenbahnen und für ein wie immer zu schaffendes Reichsbankwesen und die Forderung der Vermeidung einer Majorati- sierung durch Ausländer in dem Aufsichts- und Veâvaltungsrat dieser Institutionen. Ich gehe nicht den Weg derjenigen, die sagen, daß sie auch die Mitwirkung des Auslandes in diesen Institutionen ablehnen. Wenn man suchen muß, fremdes Kapital zu erhalten, dann können wir — so schmerzlich das ist — hier nicht eine Prestigefrage derart aufwerfen, daß wir überhaupt eine Mitwirkung der ausländischen Geldgeber bei uns ausschließen. Phantastische Vorstellungen über die deutsche Leistungsfähigkeit würden nicht vorhanden sein, wenn die Führer der internationalen Wirtschaft durch ihre tatsächliche Mitwirkung auch einen Einblick in die tatsächlichen Verhältnisse Deutschlands hätten. (Lebhafte Zustimmung.) Noch heute existieren für unsere Wirtschaft Bestimmungen, die uns unendlich lähmen und hemmen. (Sehr richtig.) Wenn das fremde Kapital beteiligt ist an der Notwendigkeit der Verzinsung deutscher Reparationsanleihen, wenn es interessiert ist an der Verzinsung großer deutscher Bankinstitute, wenn es in der Verwaltung dieser Institute mitwirkt, dann wird es mit uns in dasselbe Interesse verflochten, diese Hemmungen zu beseitigen, um die Reparationsleistungen zu erhöhen. (Erneute Zustimmung.) Ich darf hier eine weitere
grundsätzliche Stellungnahme auszeigen, daß nämlich alle verantwortlichen Stellen das eine sagen:
Jede Zustimmung zu deutschen Reparationsleistungen zur Wiederaufnahme deutscher Leistungen an die alliierten und assoziierten Rationen ist abhängig davon, das uns z u e r st die Wiederverfügung über das Ruhrgebiet, üoer feine Wirtfchasisquellcn, über seine Sleuerkeaft, über seine Verwaltung, über alles das. was uns gehört, als deutsches
Deutlichkeit ausgesprochen. Leicht ist die Kriti an der deutschen Außenpolitik. Ich kann mir wohl decken, daß im ersten Augenblick ein Ju- belrus durch das deutsche Volk gehe, wenn ein Staatsmann sagte: Ich werfe euch diese Verträge vor die Füße. Aber die Wirkungen eines solchen Tuns müßte das ganze deutsche Volk bezahlen. Das einzige bleibt, die Welt davon zu überzeugen, daß sie selber -mitleiden würde, wenn sie darauf hinarbeitete, daß Deutschland zu Grunde -geht. Eine Außenpolitik, wie wir sie führen müssen, ist natürlich nicht dazu angetan, große Begeisterung zu erwecken. Aber mit Begeisterung bauen sie das deutsche Land nicht wieder auf. Im Arbeiten und Opfern liegt mchr Nationalgefühl als in dem bloßen Betonen des Nationalen. Im übrigen darf ich Hinweisen auf den Mederbeginn der Handelsvertragsbezieh- ungen zwischen Deutschland und anderen Mächten. Daß die Vereinigten Staaten mit uns einen
grundlegenden - Handelsvertrag geschlossen haben, der eine Wiedecherstellu'ng der Meistbegünstigten bedeutet, daß es uns gelungen ist, Einvernehmen mit England die Herab- mg der Reparationsabgabe von 26 auf . rozent zu erreichen, daß es uns gelungen ist, im Einvernehmen mit der Bank von England
im
für die Unterstützung der Errichtung der Gold- diskontbank, die Gewährung eines Kredites von 300 Millionen Goldmark zu gewinnen, das sind alles Teilergebnisse und in dieser Arbeit unter den schwersten Verhältnissen doch vorwärts gekommen zu sein, das sollte man bei uns allgemein anerkennen, statt zu sagen, es sei ja gar« nichts geschehen.
Was die vaterländischen Verbände und Organisationen betrifft, die insbesondere auch die Jugend an sich ziehen, so lehne ich den Kampf gegen diese Organisationen ab. Wenn auch manche von ihnen uns bekämpfen; eS sind Verbände, denen, glaube ich, wenn wir jung wären, auch angehören würden, ßie sind der Ausdruck des Empfindens, daß wir hinausdrängen über den Parteigeist zur Zusammen- (assung aller Kräfte in einen vaterländi;chcn Geist. (Stürmischer Beifall). Und wenn diese Verbände weiter durch das, was sie tun und treiben in körperlicher Ertüchtigung, einen Ersatz schaffen wollen für das, was uns verloren gegangen ist, durch das erzwungene Aufgcoen der allgemeinen Wehrpflicht, wer von uns wollte sich gegen öiejen Geist wenden? Was wir fordern müssen, ist die Verantwortlichkeit der Führer. Wir müssen fordern, datz man die Jugend, die in dieser Bewegung steht, frei von Verhetzung macht und sie hinführt zum großen nationalen Gedanken. (Beisall). Und: Hande iveg von der deutschen Reichswehr! Sie gehört reiner Partei, sie gehört dem ganzen deutschen Volke. Achtung vor denen, die sich ihr zur Verfügung gestellt haben; Achtung vor den Offizieren, die einst im Glanz deS KaiserstaateS standen uns die mehr nationales Gefühl bewiesen damit, daß sie sich der Republik zur Verfügung stellten, anstatt einfach fortzugehen und die Dinge anderen zu überlasten. (Stürmischer Bcisall.i
tiker Recht behalten sollen, Es wird sich aber auch für jeden Deutschen die zwingende Notwendigkeit ergeben, seiner Meinung durch Abgabe seines Stimmzettels Ausdruck zu verleihen. Der neu zu wählende Reichstag wird 1 sich vor riesenhafte Aufgaben gestellt sehen, sie der Lösung nur zügeführt werden könnens wenn eine entschlossene, verantwortungsbewußte und verfassungstreue Mehrheit das Rückgrat der Regierung bildet, die für die Politik im Innern und nach außen verantwortlich zu zeichnen haben wird. Es gilt, Realpolitik und Vernunftpolitik und nicht Gefühlspolitik zu machen. Ueber das Ziel dieser Politik darf im deuffchen Volke kein Zweifel bestehen. Keines unserer Rechte wollen wir aufgeben. Ehrlich und aufrichtig wollen wiffandieArbeit gehen,umunsaus der Schuldknechtschaft zu lösen, die schwer auf uns lastet. Nicht mit Krieg und Kriegsgeschrei und mit der Waffe in der Hand. Nein! Mit Hammer und Meißel und Hacke und Schaufel in der Hand wollen wir Werte schaffen, jeder an dem Platze, an den er gestellt ist. Es ist notwendig, kühl und nüchtern die Dinge zu sehen, wie sie sind. Diese Erkenntnis erfordert unbeugsamen Willen, ganze Arbeit zu leisten und Dienst am Vaterlands zu verrichten, das wir retten können, wenn wir selbst es wollen. Opfer verlangt dieser Dienst am Vaterlande von jedem einzelnen von uns; aber der Lohn wird sicher nicht ausbleiben, da jede Arbeit den Lohn in sich trägt. Jeder Deutsche sei ein Rädchen in der großen Maschinerie des vaterländischen Schaffens. Er lerne seine Funktion begreifen und werten und füge sich willig und freudig dem Ganzen. Nur Kritik daran, daß die Maschine schlecht läuft, erfordert weniger Mut als der Wille, sich in das Getriebe einzuschalten. Weg und Ziel sind uns vorgezeichnet. Es gilt, mit Glauben und Vertrauen an die Arbeit zum Besten des Vaterlandes zu gehen.
Das Urteil im Zeigner-Prozetz.
Leipzig, 29. März. Die Urteilsverkündung im Zeignerprozeß erfolgte um 1.30 Uhr. Dr. Zeigner wird wegen des Vergehens nach § 331 Absatz 1 des Strafgesetzbuches und zweier Verbrechen nach § 332 zu 3 Jahren Gefängnis und 3 Jahren Ehrverlust. 2Rö- bius wegen Beihilfe und Unterschlagung zu 2Jahren Gefängnis und 2 Jahren Ehrverlust verurteilt. Beiden Angeklagten wird die Untersuchungshaft voll angerechnet.
Aus der Begründung des Urteils geht her» vor, daß wegen der Fälle Friedrichsen (Annahme von Schmuckstücken), Trommer und Schnierler (Annahme von Pelzen) Frei, prechung erfolgt ist. Im Falle der Aktenbeseitigung im Falle Brandt ist die Verurteilung er« 'olgr. Im letztgenannten Falle wird zweimalige Bestechung' angenommen, einmal durch die Annahme von Geld im Eafë Lippold in Sresben, das zweite Mal durch die Anrwhme oer.Weih- -mchtsgans in Leipzig. In denn B-astè'u sollte Zeigner zu pslichtwidrigejx A.. .sLS'âlUgen veranlaßt werden. Als erschweren^ oet. oer Straftat ins Gewicht daß e§ siw u.n Hen In-