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LmeWMek Geiger

General-Anzeiger Amttichss Organ für den Amtsott Langenselbold.

vüLedtt «aRL mtt «usvabme der Eo»n- «nd Feiertage, , Sernürrech-AnsHluS Nr. 1381

Bezugsoreis für die Zeit vom 21. bis 31. März 75 Goldvfennig ohne Trägerlohn. Einzel» nummer 10. Freitags u. Samstags 12 Goldvfennig. -Anzeigenpreise: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldvfennig. für die R e kl a m ez e i l e (68 mm) 50 Goldvfennig Offertengeb üb r 30 Goldvfennig. Geschäftsstelle Hamm erstratze 9.

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Erfüllungsort und Derlchtrstavd für beide Teile Sanau a. Main. Für PlaßvorsKrift und Erscheinungstage der Anzeigen wird keine Gewäbr geleistet. 2m Falle höherer Gewalt Streik usw. hat der Bezieher keinen AnsvruS auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezussvretses

Nr. 78 Freitag den 28. Mörz 1924

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UrlettsverKündung am Dienslag

München, 27. März. Im Hitler-Ludendorff- Prezeß ist heute nach den Reden Kriebels, Pöhners, Fricks, Ludendorffs und Hitlers die Hauptverhandlung geschloffen worden. Die übrigen Angeklagten ver­zichten nach der nahezu zweistündigen sehr temperament­vollen Rede Hitlers auf ein Schlußwort.

Das Urteil wird am 1. April, vormit­tags 10 Uhr verkündet.

Bei Besinn der heutigen Sitzung verliest der Vor­sitzende rin Telegramm des Justizrates Claß in Berlin, der sich gegen die Ausführungen Dr. Kohls über ferne Unterhaltung mit General v. Seeckt wendet. Justizrat Dr. Kohl hält demgegenüber seine gestrigen Behauptungen aufrecht und wirft Claß vor, eine be­wußte Irreführung der öffentlichen Meinung über den Inhalt seiner Unterhaltung mit Kabr bezüglich der Errichtung eine? Direktorrums herbeigeführt zi haben. Sollte Justizrat Claß diesen Borwurf au sich sitzen lassen, so sei er jederzeit bereit, diesen Vor­wurf in eine solche Form zu kleiden, daß Claß die Gelegenheit habe, ihn vor das Gericht zu zitieren.

. Hierauf gibt der erste Staatsanwalt Dr. Stenglein eine Erklärung ab, daß er sich einer Erwiderung au die. Ausführungen der Verteidigung enthalte.

Von den Angeklagten erhält darauf als erster

Oberstleutnant Kriebel

das Wort. Kriebel erklärt, daß er noch btt vers chwiegen habe ' '" Frei ' "

verschwiegen habe, w eil er seine Freunde in Bayern und in dem Reiche nicht dem Staatsanwalt ausliefern wolle. Er erklärt feierlich, daß d er ge- w altfame Vormarsch gegen Berlin

widerstandslos aa, das Zugeständnis, daß er die Verantwortung für sein Tun restlos auf fick nehme. Er bitte den Staatsanwalt nochmals inständig, daß die Haftbefehle gegen die- renigen, die nachgewiesenermaßen nichts getan hätten, als seine Befehle zu vollziehen, endlich aufgehoben würden. Er bekenne sich rückhaltslos zu der Tat vom 8. und 9. November und betone, wenn er heute noch einmal vor diese Frage gestellt werde, so würde er genau so handeln. Daß die Tat vom 8. November gescheitert sei, liege in dem Betrug und dem Wortbruch dreier ehrloser und ehrgeiziger ® es eilen, was er nochmals besonders hervorhebe.

Als nächster Angeklagter spricht dann

ObettandesgerichtSrat Pöhner:

Partiell, weil während seiner Dauer das deutsche Reich Sachlieferungen ausführe« müsse, die Ausgleichsämter und die Reftitutionsämker mit Mitteln versehen und auch für die Erhol- lung der französischen Besatzungsarmee aufzu- kommen habe, eingeschränkt, weil die vorgesehe­nen Ausgaben für diese vier Kategorien bis zum Ablauf des Moratoriums sich von Jahr zu Jahr steigern sollen. Ueber die Summen, die hierfür einzvsetzen seien, hätten sich die Sachver­ständigen noch nicht geeinigt. Bald nach Be­endigung des Moratoriums soll Deutschland in den Stand gesetzt sein, jährlich ungefähr 2% Milliarden Goldmark zu be­zahlen. Diese 2J4 Milliarden Goldmark sollen bezahlt werden aus Zollmnnahmen und den gegenwärtigen neuen Steuern, deren Ertrag der Reparationskommission direkt übermittelt werden soll, 1200 Millionen Goldmark (strittige Ziffer), aus den Zinsen der Obligationen auf die deutsche Wirtschaft 300 Millionen Goldmark, aus den Zinsen der Obligationen, die durch die Eisenbahn garantiert werden 1 Milliarde Gold­mark. Die deuklche Industrie und Land­wirtschaft soll mit einer Oypothekvon 10 Milliarden zu Gunsten einer Gesell­schaft belastet werden, die für einen entsprechen­den Betrag Obligationen ausgeben würde. Diese Obligationen würden 40 Jahre hindurch 6 Pro­zent Zinsen tragen (5 Prozent Zinsen un^l. Prozent Tilgungszinsen). Don diesen 10 Mil­liarden Goldmark würden 6 Milliarden der Repko übergeben werden, die sie entweder be­halten und die 300 Millionen Zinsen jährlich einziehen oder sie an Brivatpersonen verkausen wurde und auf diese Weise 6 Milliarden Gold­mark flüssig machen könnte. Ferner wird eine deutsche Reichseisenbahngesell- g r ü n d e t werden mit einem Kapi- Mo.üsi- LMü

vor Ihnen, sondern als Politiker. Kahr habe eines gefehlt, das auch zur Größe gehöre, nämlich die Erkenntnis, daß ein Machthaber nicht nur geliebt, sondern auch gehaßt werden könnte. Nicht die Staatsform habe Hitler ändern wollen, sondern nur den schmählichen Inhalt der deutschen Republik be­seitigen. Kahr hätte vorher sagen müssen, was er unter dem Marsch nach Berlin verstehe; er habe das nicht getan, und die drei Herren müßten nun die Folgen tragen. Dis Tat des 8. November sei nicht mißlungen. Das sichtbare Zeichen dieser Tatsache sei, daß sich das deutsche Volk mutiger und einer Sturmflut gleich erhebe.

Hitler schloß:Unsere Armee wächst von Stunde zu Stunde und wir haben die Hoffnung, daß die Stunde der Tat kom­men wird. Bei dem letzten Gottesgericht, das die Geschichte sprechen wird, wird einst auch das Urteil über unsere Tat fallen. Sie mögen uns schuldig sprechen: das Gottesgericht wird einst den Antrag des Staatsanwalts zerreißen.

Nachdem die übrigen Angeklagten Röhm, Wagner, Brückner und Pernet auf jedes weitere Schlußwort verzichtet haben, erklärt der Vorsitzende die Hauptverhandlung für geschlossen.

Mn neues Ministerium Poincare

Paris, 27. März. Poincare, der heute nach, mittag 2% Stunden lang mit den zurückgelre- kenen Ministern Le Trocguer und Maginok kon- ferierke, hat sich um 6 Ahr ins Elysee begeben und dem Präsidenten der Republik Kenntnis von den. Verhandlungen gegeben, die er am Rachmllkag geführt hat. Poincars erstatte, daß er die Bildung des Kabinetts übernehmen werde.

Paris, 27.,März. Ueber die Ministerkrise und ihre Lösung erfährt die Havasagentur folgen­des: Die heute von Poincarè geführten Ver­handlungen erstreckten sich viel mehr auf die politische und parlamentarische Lage als auf 8Ud|É6iÄUjJU|68MMÄMKÈjM^^^^ tigen Besprechungen gestatteten jedoch caré die Ueberzeugung zu gewinnen, daß er in der Lage sei, in kürzester Zeit das neue Kabi­nett zu bilden. Zweifelsohne hat Poincare dem Präsidenten der Republik schon heute abend die leitenden Gedanken vorgetragen, die er zur Geltung zu bringen gedenkt. Sie können wie folgt resümiert werden:

. i. weitgehende Umgestaltung des ehemaligen Kabinetts, nur 4 oder 5 ehemalige Minister und 3 Unterstaatssekretäre scheinen nach den bis jetzt vorliegenden Andeutungen ihm angehören zu sollen;

2. die aus Sparsamkeitsrücksichten notwendig gewordene HerabsetzungderZahlder Ministerien und Unterstaatssekretariate.

Unter dem Vorbehalt immerhin möglicher Abänderungen kann es für wahrscheinlich gel­ten, daß folgende Minister und Unterftaatsfef« retäre des ehemaligen Ministeriums Poincarè in das neue übertreten: Magi not, LeTro - quer, Colrat, Reibel, Cheron, Rio, Paul L a f f o n t und Eynac. Die Beseitigung des Hygieneministenums und feine Angliede­rung an das Arbeitsministerium kann als be­schlossen gelten. Das Ministerium der besetzten Gebiete wird in ein Unterstaatssekretariat beim Finanzministerium umgewandelt. Die endgül­tige Verteilung der Portefeuilles wird erst mor­gen beginnen. Poincare persönlich bleibt Außenminister, und es kann bestimmt angenom­men werden, daß Maginot das Kriegsministe­rium und Le Troquer das Ministerium für öffentliche Arbeiten behält. Von neuen Män­nern werden vorzugsweise genannt: Fran­ko i s - M a r s a l für das Finanz- und B o - f anomsti für das Handels- oi^r Kolonial­ministerium. Noch keinerlei Anordnungen sind für die Besetzung des Innenministeriums ge­troffen worden. Es wird allgemein angenom- men, daß das neue Ministerium morgen noch nicht gebildet sein wird.

Der Plan des Dawes-Komitees.

(Letzte Meldung.)

Paris, 28. März. Der2Uatin glaubt in der Lage zu fein, den Plan des Komitees Da­wes zu entwickeln, dessen Aufgabe nicht darin bestanden haben die Höhe der deutschen Schuld zu bestimmen oder aufs neue die Zahlungsfähig­keit Deutschlands abzuschätzen. Die Sa­nierung der Finanzen, die erleichtert werben soll durch die Schaffung einer Gold- emissionsbank, soll erzielt werden durch eine sehr strenge Kontrolle über die Staats­einnahmen undStaaksausgaben, durch den Ertrag einer internationalen A n - leihe und durch ein Moratorium von drei Jahren. Diese Moratorium werde aber sowohl partiell als auch beschränkt sein.

ter i.'irr v- morosen Sache kommen würde. Es fei richtjL m er am 7. Norember abends einen Alarm- beieh! b<--ausncge6en habe, jedoch nicht mit einer falschen Unterschrift. Er betont, seine Aufgabe sei es gewesen, ein Instrument zur Verfügung zu stellen, das fähig war, an der Schaffung eines neuen Groß­deutschlands entscheidend mitzutvirken. Der Angeklagte weist entschieden die Behauptung zurück, er habe sein Wort gebrochen, oder seine Verpflichtungen als Staats­beamter verletzt. Er trage mit Hitler zusammen die ausschließliche und alleinige Verantwortung für das Unternehmen.

Sodann führt

Genscal Ludendorff

ans,, erstistolz darauf, daß er Seite an Seite mit diesen Männern stehen, und daß er mit diesen Männern das Schicksal weiter teilen werde. Am 22. März 1904 habe er sein Ringen für das Volk begonnen. Ludendorff legt dar, wie er seiner Zeit aus dem Gencralsiabe versetzt wurde, weil er mit seinem Plan der Durchführung der allgemeinen Wehr­pflicht nicht durchgedrungen war. Uns fehlten noch drei Armeekorps. Meine Warnungen damals, daß wir den Kampf an mehreren Fronten ohne diese Truppen nicht aufnehmen konnten, drang nicht durch.

Die verantwortlichen Stellen sind sich damals ihrer Pflicht gegenüber Deutschland nicht bewußt gewesen^ Sie erzogen damals unser Volk nicht und ein nicht­erzogenes Volk muß untergehen.

Dann kam der Weltkrieg. Nachdem viel Gut und Blut vertan war, wurde ich berufen an der Seite des Generalfeldmarschalls Hindenburg den Krieg zu führen mit einer Macht, die ich schon im Frieden für »»genügend gehalten hatte. Ich verlangte, daß ieber Deutsche seine Pflicht tue, in der Heimat sowohl

lederum nicht aufge­klärt. eher waren die verantwort­lichen Stellen ihrer Aufgabe nicht- wachsen. Das Unglück kam. Jeder Deutsche hätte jetzt die doppelte Pflicht gehabt, seinem Vaterland zu dienen. Aber nur in dervölkischenBe- w e g u n g gab es Männer, die dazu bereit und ge-' eignet waren. Die Angeklagten sitzen hier, meine Herren, vor Ihrem Richterstuhl. Aber Sie sitzen auch vor dem Richterftuhl der Weltgeschichte. Die Welt­geschichte schickt Männer, die für ihr Vaterland ge­kämpft haben, nicht auf Festung, sondern sie schickt sie nach Walhall. Wenn der völkische Gedanke nicht bie weitesten Kreise des Volkes ergreife, so wäre das schlimmer als der verlorene Krieg. Er erhebe vor aller Welt seine warnende Stimme: Wenn hie völkische Bewegung sich nicht durch­setzt, so sind wirverloren für imm er. Wir erleben ein neues Versailles, das schlimmer ist als das andere Versailles. Ludendorff schloß Hören Sie meine Stimme 1 Hören Sie den Schrei der deutschen Seele nach Freiheit! Geben Sie durch Ihren Spruch die Männer dem Volke wieder, denn die Aufgabe dieser Atänncr ist, das Volk wehrhaft zu machen und zur Tat' zu gewinnen.

Hierauf erhebt sich der Angeklagte

Hitler.

der sich einleitend mit den Revolutionswirren in Bayern im Frühjahr 1919 beschäftigt und dann die Frage ventiliert, wann ein Hochverrat gelungen sei. Hitler beantwortet diese Frage an drei Bei­spielen: an Otto v. Bismarck, Kemal Pascha und

Ich habe ein gutes Gewissen und schäme mich - iner Tat nicht. Ich erhebe Anspruch da­raus, daß unsere Tat vor Gericht entsprechend be­wertet wrrd. Inwieweit das Gericht die Bestimmungen des Hochverrats auf uns anwendet, hängt davon ab, wie es zu den echten und tiefsten Problemen des StaateS steht. Der Staatsanwalt hat mein Ver­halten in besonderem Maße belastet, da ich als hoher Richter meine Treuepflicht verletzt hätte. Das weise ich entschieden zurück. Was war denn das für ein Staat, der im November geschaffen wurde? Dieser Volksbetrug ist von Deserteuren und bezahlten Landesverrätern verübt worden. Diese Regierung ist keine von Gott gewollte Obrigkeit in christlichem Sinne, son» bern es sind Gewalthaber, wie die Franzosen am Rhein, exotische Machthaber sind diese rassefremden geliert. Der sogen. Reichspräsident ist nicht vom Volk gewählt, sondern von einem Klüngel auf den ^-hron gesetzt. Er hat Hochverrat getrieben, wie

Verfahren bewiesen hat.

Vorst: Es besteht noch ein Verfahren gegen Dr. Gansser.

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sich wie folgt zusammensehk 2 Milliarden Vor­zugsaktien, die der deutschen Regierung über­geben würden, 2 weitere Milliarden Vorzugs­aktien, die der Repko übergeben würden. 11 Milliarden gewöhnliche Aktien, die wiederum der deutschen Reqieruna übergeben werden sollen und weitere 11 Milliarden bevorrechtigte Obli­gationen zu 6 Prozent (5 Prozent Zinsen und 1 Prozent Tilgungsrente), die wiederum an die Repko gehen würden. Diese Konzessionen sollen eine Gültigkeit von 50 Jahren haben. Die Repko kann also auch in diesem Fall die Obligationen behalten und jährlich 660 Millionen Goldmari Zinsen einziehen oder sie auf den Markt bringen, um auf diese Weise sofort etwa 10 Mil­liarden Goldmark flüssig zu machen. Ferner wird die Repko den Ertrag einer Transpork­sleuer zugewiesen bekommen, die auf etwa 300 Millionen Goldmark jährlich geschätzt wird.

Ich weiß, wie hohe Staatsbeamte darauf bedacht waren, aus dem Etaatsbctrug Vorteile für sich derauszuschlagen. Wer von den Beamten ist denn "Weit, für die neue Obrigkeit zu kämpfen und zu sterben? Ich habe diese Frage einem Minister!al- mrettor in Berlin vorgelegt, ob er bereit sei, für den ^bert.g rißen zu sterben. Das verneinte er, uo so ist diese Obri gkeit für mich er* " digt.

.Bors.: Die BezeichnungEbert Fritze" ist be- tkidcgend. Haben Sie das beabsichtigt? Pöhner: Ah, nein, das ist so eine Redensart. Ich kann ja auch Frch Ebert sagen.

Erster Staatsanwalt: Ich weise bie Angriffe gegen Staatsanwalt Ehardt zurück. Was er sagte, sagte er als Vertreter der Anklage.

Der Angeklagte Frick betont dann, daß mit ihm überhaupt kein Stichwort verabred«t worden fei.

Dr. Weber

bezeichnet es als richtig, daß feine Zustimmung zu dem Unternehmen eingeholt wurde und daß er selbstvtrständlich und bereitwilligst feine Zu- stimmuW gegeben habe. Unrichtig dagegen sei, daß er das Schreiben Kriebels vor seiner Absendung gekannt habe. Er habe den festen Glauben gehabt, UR Sinne der legalen Regierung zu handeln. Ferner sei es unrichtig, daß er am 7. Oktober einigen Füh- re»n des Oberlandbundes erklärt hatte, daß in best nächsten Tagen es,â <iner- Entsch«idung im Sinne

Mussolini. Nach Hitler hoben diese drei Hochver­rat begangen; aber dieser Hochverrat endete bei» pielsweise bei Bismarck darin, daß er das einige Deutsche Reich schus. Die Novemberrevolution 1918 wäre nur vor der Geschichte berechtigt gewesen, wenn sie Schlechtes beseitigt hätte. Sie sei kein Hochverrat, sondern Landesverrat gewesen. So entsetzlich sei das Versagen der neuen Gewalten auf wirtschaftlichem Gebiete gewesen, daß- die Massen durch Hunger auf die Straße getrieben wurden. Diese Revolution sei wirtschaftlich zu einem uner­hörten Unglück geworden. Sie hätte wenigstens die Ehre der deutschen Nation retten müssen.

Hitler fährt fort: Der Vater des heutigen Staa»

Hitler fährt fort: Der Vater des heutigen Staa­tes konnte die Autorität nicht bewahren, weil feine Autorität aufgebaut sei aus der Zertrümmerung der Autorität. Wenn das Gesetz einst wieder in DeutsGand beachtet werden solle, dann müsse zu- erst der Erste Staatsanwalt die Anklage gegen Ebert, Scheidemann und Genossen wegen Landes­verrats erheben. Hitler schildert dann im einzelnen den Verfall Deutschlands in den letzten Jahren und betont, seine Arbeit sei darauf hinausgelausen, ein staatspolitisches Volk heranzuziehen ' und Deutschland die Stellung in der Welt zu geben, die es verdient. Als wir sahen, wie man vor den Evtsntekommissionen auf dem Bauch rutschte, da haben wir den Trotz in die Herzen gesät. Wir haben die Vaterlandsliebe zu meh. ren versucht und haben den Haß gepre- digt. Wir haben begriffen, daß die Aufklärung eine Propaganda sein müsse zur Vernichtung der Zerstörer des Reiches. Nehmen Sie die Ueberzeu­gung mit, daß ich die Erringung eines Winister- wstens als nicht erstrebenswert angesehen habe. I ch wollte der Zerbrecher des Marxis­mus werden, und diese Aufgabe werde i ch au ch l ö sen. Ich stehe heute nicht als Mensch

Die Gold-iskonlbank.

Die Griindungsarbeiten für die Golddiskontbant sind, derVoss. Ztg/ zufolge, nunmehr soweit ge­fördert, daß das Institut etwa Mitte A v r i' feine Tätigkeit aufnehmen wird. Das deutsch, Konsortium, das die eine Hälfte der Aktien her Bam in Höhe von 5 Millionen Pfund Sterling übernommen hat, setzt sich aus rund 140 deutschen Banken uni Bankhäusern mit ihren zahlreichen über ganz Deutsch­land zerstreuten Filialen zusammen. Die Berlinei Stempelvereimgung ist an der Uebernahme mit 56 Prozent beteiligt. Ueber den EmissionSkurS der Aktien steht noch nichts endgültiges fest.

Wilder EisenbahnerftreiK in Württemberg.

Stuttgart, 27. März. Nachdem vor einigen Tagen schon ein wilder Streik der Arbeter auf dem Rangierbahnhof Kornwestheim beigelegt wurde, entstand in Ulm ein gleicher Streik, der sich heute auch auf verschiedene Vorort- bahnhöfe in Stuttgart, auf den Haupt- und Rangierbahnhof Heilbxonn und andere Orte ausdehnte. Die Forderung der Arbeiter nach genereller Rückkehr zum Achtstundentag mußte selbstverständlich von der Verwaltung abgelehnl werden. Erleichterungen für die Arbeiter auf besonders schweren Posten wurden von der Verwaltung zugestanden. In der Lohnfrage schweben außerdem Verhandlungen in Berlin, die von der hiesigen Reichrbahndirektion zu Gunsten der ülrbeiter unterstützt werden. Die Arbeiter des Bahnbetriebes Rosenstein haben trotz wiederholter Warnung an drei Tagen widerrechtlich die Arbeit nach acht Stunden verlassen; sie wurden daraufhin entlassen. Der Kampf geht also gegen alle Regeln gewerk. jchastlicher Disziplin und steht teilweise unter kommunistischen Einflüssen. Der Betrieb wird von der El'>nbalnwecwaltung mit allen Mitteln ausrechterhalten.