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General-Anzerger Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Stanau a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahm« der Son«, und Feiertage / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1287.

Bezugspreis für die Zeit vom 21. bis 31. März 75 Goldpfennig ohne Trägerlobn. Einzel­nummer 10. Freitags u. Samstags 12 Goldpfennig. Anzeigenpreise: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldpfennig. für die Reklamezeile (68 mm) 50 GoldpfennigOffertengeb üb r 80 Goldpfennig. Geschäftsstelle Sammerstrake 9.

Trküllanss-rt and Gerl-tsvaad kür leibe Zeile denen a. Main, Für Platvorl chrikt unb ErlSeinunartaa« bet Anreisen wirb keine GewStr geleistet. Sm Falle höherer Gewalt, Streik «sw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Liekeruna oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung bei Bezugspreises

Nr. 72

Dienslag den 28. Mörz

1924

Das Neueste.

Das Repräsentantenhaus in Washington hat eine Entschließung angenommen, 10 Millionen Dollar zum Ankauf von Lebensmittel für die Kinder und Fraum in Deutschland zu bewilligen.

Nach dem Brüsseler Korrespondenten der Temps" liegen gewisse Andeutungen vor, man wolle die am 15. April ablaufenden Micum- verträge um einen Monat verlängern.

Nach einer Meldung aus Kairo sind durch eine Exvlosion einer Treibmine in der Nähe von Alexandria 16 Schiffer getötet worden.

Das ungarische Kabinett Paschitsch hat gestern demissioniert.

Polnische Sorgen und Pläne.

In Polen hat gegenwärtig eine die Gemü­ter recht schwer bedrückende Katzenjammerstim­mung Platz gegriffen, und zwar hat diese nicht so schr ihren Grund in den finanzpolitischen Sorgen Äs vor altem in der außenpolitischen Situation. Auch dem sonst so großsprecherischen und maulheldigen Polentum kommt infolge der französisch-tschechischen Annäherung jetzt allmäh­lich zum Bewußtsein, wie wenig dieser neue be­sonders auf deutsche Kosten geschaffene polnische Staat über eine gesicherte Grundlage verfügt. Denn diese besteht ja bekanntlich in nichts ande­rem als in der französischen Freundschaft. Auf politische Freundschaften ist aber von jeher wenig Verlaß gewesen, und was dann, wenn das französische Interesse am polnischen Staat erlahmt, wenn man dem Mohren, der seine Pflicht getan, sagt, daß er gehen kann? Gewiß, sich Frankreich von Polen nie-

politischen Zange sein soll, die Deutschland um­klammert. Aber Deutschland ist ja gegenwärtig wenig zu fürchten und wird auch für die weitere Zukunft nicht allzu sehr zu fürchten sein. Darü­ber ist man sich in Paris nicht im Unklaren, so laut auch dort von der deutschen Gefahr geredet wird, und in Warschau weiß man das selbstver­ständlich ebenso gut. Mit größter Besorgnis blickt darum die Warschauer Regierung auf die engen Beziehungen, die zwischen Frankreich und der Tschechoslowakei Platz gegriffen haben und mit denen die Pariser Politik eine Annähe- runa an den alten -russffchen Bundesgenossen in die Wege zu letten sich bemüht. Man zweifelt in Warschau, und wohl auch mit Recht, nicht daran, daß Frankreich nicht zögern wird, seinen polnischen Freund, den es nicht mehr in dem früheren Maße nötig hat, Rußland zu opfern. Sobald dieses zu irgendwelchen größeren Zuge­ständnissen vor allem zur Anerkennung seiner 20 Milliardenschuld bereit ist. Frankreich würde in solchem Falle keinen Finger rühren, wenn Sowjet-Rußland im Westen seine von ihm nie anerkannten Grenzen Polen gegenüberberich­tigen" möchte. Wie soll Polen allein aber sich solchen russischen Absichten widersetzen? Seine Freunde sind sonst spärlich, und die hoch vor« Handen sind, spielen keine Rolle, wie z. B. Lett­land und Estland. Vielmehr kommt zu alledem noch der unüberbrückbare Gegensatz zu Litauen, der seine Ursache in dem Streit um Wilna und Mr das Memelland hat. Die große Beunruhi- gmrg und Aufregung in Warschau über einen kürzlichen Artikel des offiziellen russischen Or­gans, derIswestije", ist also wohl verständlich, denn mit deutlichen Winken nach Prag und Paris hieß es darin:Herr Dr. Benesch kann

behaupten, daß Frankreich künftig statt

Polen die Tschechoslowakei stützen werde, wenn vor Frankreich andere fließ russische) in« pressantere, vorteilhaftere politische Kombinatio- inen erstehen sollten."

Oe weniger die polnischen Staatsmänner wissen, wie sie dieser sich am Horizont drohend erhebenden russffchen Gefahr begegnen sollen, 1011 so eifriger sind sie jetzt wieder tätig, eine Ab- ^äng für ihren Staat vorzubereiten, wie sie Men als unbedingt erforderlich und notwendig erscheint nämlich die Annexion von Ostpreu­ßen. Zwar weiß die Warschauer Regierung ge« n<ur, daß die Zeit der politischen Handstreiche Worüber ist und daß sie den Wilnaer Streit in«

auf Ostpreußen gegenwärtig kaum wagen Erste zu wiederholen. Aber dafür hat eine um* fassende politische Propaganda in Polen wie ouch in Ostpreußen eingesetzt. Besonders ist hier polnische Generalstaatsanwalt Bukowicki zu nennen, der durch Wort und Schrift für die polnische Durchdringung Ostpreußens arbeitet lchd seinen Volksgenossen wie auch seiner Re­

gierung nicht nur dies erstrebenswerte Ziel immer lebendig vor Augen hält, sondern auch Mittel und Wege weiß. Er glaubt, daß Polen, wenn es durch eine genügende polnische Ein­wanderung, durch ausreichende Presse- und Flugblattpropaganda in der ostpreußischen Bauernbevölkerung vorgesorgt hat, den Völker­bund für sich gewinnen kann, besonders dann, wenn es sich mit einem Freistaat Königsberg nach dem Danziger Muster einverstanden er­klärt.

Wir Deutschen haben allen Anlaß, solche Pläne und Absichten nicht als bloße Phantaste­reien abzutun und im Vertrauen auf die er­probe treudeutsche Gesinnung der Ostpreußen lächelnd beiseite zu schieben. Das Schicksal West­preußens sollte uns hier warnen, denn es wurde z. T, dadurch herbeigeführt, daß wir diese ge­schickt betriebene Unterminierarbeit der Polen nicht ernst genug nahmen. Vor allem sollte den in polnischer und auch in deutscher Sprache er­scheinenden polnischen Zeitungen in Ostpreußen ganz anders auf die Finger gesehen werden. Wir beweisen hier tatsächlich eine Lammsgeduld gegen die Frechheiten, mit denen z. B. das in Allenstein erscheinende polnische Organ vorgeht, und es schreit zum Himmel, was diese polnischen Redakteure sich auf Grund des Minderheiten- schutzgestzes herausnehmen, um auf Ostpreußens Angliederung an Polen hinzuarbeiten. Ostpreu­ßen bleibt für uns immer ein gefährliches Ge­biet, und es werden alle wirtschaftlichen und kulturellen Förderungen nicht genügen, um dies zur Kolonie gewordene Land fest am Reich und an Preußen zu fesseln, wenn nicht auch gegen die polnischen Umtriebe anders vorgegangen wird. Weiß der preußische Innenminister, Herr Severing wirklich so wenig davon? Kennt er

machen kann, was es bedeutet, wenn der an sich treudeutsch denkende ostpreußische Bauer, der aber in einsamen Gegenden allein wohnt, wöchentlich allerhand polnische Zeitungen und Flugblätter in deutscher Sprache zugeschickt er­hält? Hoffentlich sorgen die Neuwahlen zum Reichstage auch hier für einen anderen Kurs, wie er unseren nationalen Interessen in Ost­preußen entspricht.

Die seitherigen Leistungen Deutsch­lands an die Alliierten.

Paris, 24. März. Die Reparationskom­mission hat heute eine Statistik über die Lei­stungen Deutsckstands vom Waffenstillstand bis zum 31. Dezember 1923 und die Verteilung unter die verschiedenen alliierten Länder ver- ösfenllichk. Nach dieser Statistik hat Deutsch- land Leistungen im Betrage von 8 411 339 000 Goldmark ausgeführt. Diese Summe setzt sich nach der Statistik wie folgt zusammen: Barzahüingen 1903 544 000 G.-M., Sachliefe- rungen 3 420190 000 G.-M., zedierte Werte 368 512 000 G.-M., im ganzen 5 692 246 000 Goldmark. Hierzu kommen Leistungen, deren Abschätzung noch in der Schwebe ist, oder die noch nicht verteilt wurden, im Gesamtbeträge von 2 719 093 000 G.-M. Diese Summe setzt sich aus dem Ertrag des abgelieferten Kriegs­materials mit 1 462 000 G.-M. und aus den abgelieferten Handelsschiffen, U-Booten usw. im Betrage von 532 237 000 S.-M. zusammen. Außerdem berechnet die Reparationskommis- slou die abgetretenen Saargruben sowie den ehemaligen deutschen Staat^esitz in Danzig und Polen mit 2 185 394 000 G.-M.

Von diesen Einnahmen hak Frankreich bis zum 31. Dezember 1923 1804192 000 G.-M. erhalten, Belgien 1232 756 000 G.-M^ Großbritannien 1 318 632 000, Italien 397 932 000, s er- 6ien 262 500 000, Japan 68 363 000, Ru­mänien 33 914 000, die Tschechoslo­wakei 23163 000, Polen 15 120 000, Griechenland 20 574 000, Portugal 14 855 000 Goldmark. Der Vergleich zwischen dem Reparationskonto bis zum 31. Dezember 1922 und dem gleichen Konto bis zum 31. De- «rodet 1923 ergibt für das letzte Jahr eine deutsche Leistung von 507 989 000 G.-M., von denen 45 509 000 G.-M. Barzahlungen und 462 480 000 G.-M. Sachlieferungen darstellen. Die Verteilung unter die alliierten Mächte stellt sich für die deutschen Reparationsleiftun- gen im Jahre 1923 wie folgt: Frankreick 13 389 000, Belgien 12 760 000, England 168 358 000, Italien 155 138 000, Serbien 111 815 000, Rumänien 23 770 000, Tschecho­slowakei 1963 000, Griechenland 9 551000, Polen 415 000, Portugal 10 440 000 und Japan 390 000 G.-M,

Das Echo der Kanzlerrede.

Paris, 24. März. DerTemps" beschäf­tigt sich in seinem 'heutigen OditartiM mit den gestrigen Reden des Reichskanzlers Dr. Marx in Elberfeld und des Ministers des Aeußern Dr. Stresemann in Darmstadt. Die bei­den Redner würden den gleichen Gedanken ent-

von Versailles -zerrsißen wolle, sondern daß man im Gegenteil sich seiner ^bedienen müsse, um die Befreiung Deut chkands zu beschleuni­gen. Stresemann habe nicht verheimlicht, daß Deutschland die Friedensbedingungen ändern wolle. Der Reichskanzler, der Führer des katho­lischen Zentrums, habe den Erfüllungs- Willen seiner Partei bis zur Grenze des MöKrchen betont und die Ueberzeugung aus­gesprochen, daß aus diese Weise Deutschland seine Ftetheik rasch zurückgswinnen werde. Er habe erklärt, es handele sich also vielmehr um eine Befreiung 5= als um eine Erfüllungspolitik. DerTemps" bemerkt dazu: Wir werden uns wohl hüten, den Fortschritt, den diese Red en ausweisen, zu verkennen, welche Hintergedan­ken man auch der deutschen Regierung zu­schieben kann. Die PoWik, die der Reichskanz­ler verkündet hat, wendet sich einem ResuMt zu, das wir so ost genannt haben, nämlich einer allgemeinen Entente aller europäischen Natio­nen, die entschlossen sind, den Grundsatz, der 1919 aufgestellt wurde, und der sich im Völker­bundsstatut wioderfindet, in voller Freiheit an« zuerkennen, daß nämlich von nun an kein Ver­trag durch Gewalt geändert werden kann. Wenn der Reichskanzler von einer Befrei- ungspolitik sprach im Gegensatz zum Reichskanzler Wirth,' der von einer Erfüllungs- Politik gesprochen hat sind diese Worte im

wolle, um seine Gebiete oder die beschlagnahm­ten Pfänder zu befreien, und daß es einzig und allein in dem Maße bezahlen wolle, in dem es Gelegenheit hat, sie zu befreien? Also die Formel des Reichskanzlers rechtfertigt die Besetzung des Ruhrgebietss, die Einricht u n >c einer inneren Zollbarriere, die

Beschlagnahme der Zölle, der Eisenbahnen usw. Um sich von all die­sem zu befreien, werde Deutschland zahlen, und es werde nicht anders zahlen. Auf die terri­torialen Bestimmungen der Verträge angewen­det, was will das WortBefreiungspolitik" bedeuten? Soll es nicht besagen, daß Deutsch­land sich bemühen werde, die Länder, die nach seiner Ansicht von Deutschen bevölkert find, wie­der zurückzugewinnen? Und beständen diese Länder nicht aus einem Teil Polens, aus einem Teil der Tschechoslowakei, aus einem Teil des

der zuruckzi Länder md^

dänischen Schleswig und aus der Gesamtheit Oesterreichs, wohin Marx und Stresemann jetzt offiziell gereist seien? DerTemps" will das Verzeichnis nicht vervollkommnen, bevor nicht Reichskanzler Marx und Stresemann Zeit gefunden haben, ihn zu widerlegen.

Drei neue Konferenzen?

Paris, 24. März. DerJntransigeant" glaubt zu wissen, daß in der nächsten Zukunft mehrere Kon­ferenzen im alliierten Lager stattfinden werden. Man rechnet mit der Uebergabe der Berichts der Sachver­ständigen für die Zeit vom 3. bis 5. April. Dann sollen die Besprechungen unter den Alliierten eingeleitet werden. Zunächst würde es sich freilich lediglich um eine Aeußerung des Obersten Rates handeln, die durch eine französisch-belgische Besprechung ergänzt werden würde. Sobald die Beratungen über den Bericht der Sachverständigen abgeschlossen seien, würden jedoch folgende drei Konferenzen anberaumt werden:

1. Eine Konferenz aller Alliierten

2. Eine Konferenz der Alliierten- mit Deutschland

3. Eine große internationale Konferenz, an der auch die Neutralen teilnehmen würden.

Er sei möglich, daß darüber hinaus auch noch eine Besprechung zwischen Macdonald und Poincarâ statt­finden würde, sie würde jedoch nur derSicherheitr- rage" gelten und würde von dem Ergebnis der Be- Prechung, die heute der französische Botschafter in London, Graf St. Aulaire mit Macdonald gehabt habe, abhängen.

Der franz. Botschafter bei Macdonald.

London, 24. März. Der französische Bot- chafter Graf St. Aul Lire stattete heute norgen Macdonald im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten einen Besuch ab, der ungefähr eine halbe Stunde dauerte. Der Zweck des Besuches ist unbekannt. Auch wurde eine Veröffentlichung darüber ausgegeben. Wie Reuter indessen erfährt, fand der Be­uch auf französischen Wunsch statt, sie utter meldet ferner, daß der Reise der briti-

scheu ReparLtionssachiverftändigen nach London keinerlei besondere Bedeutung zukomme. \

Paris, 24. März. Der diplomatische Re­dakteur der Havas-Agentur erfährt: Die Unter-' redungen, die zwischen dem französischen Bot­schafter Grafen St. Aulaire und dem Premier- minister Macdonald stattgefunden haben, be­standen in einem allgemeinen Meinungs­austausch über die die beiden Länder in­teressierenden Fragen, die in den zwischen den

dieser Unterhaltung als eine der grundlegenden Elemente eines allgemeinen Abkom­mens zwischen Frankreich und En gland behandelt worden. In der Preffe sind hierzu Kommentare veröffentlicht worden bezüglich der von der französischen Regierung an ihren Botschafter gesandten Instruktionen. In Wirklichkeit. hatten die dem Grafen St. Aulaire gegebenen Direktiven vor allem zum Gegenstand, den französischen Vertreter in Lon­don ouszusordern, die Ansichten über die aufge­worfenen Punkte darzulegen, soweit sie in dem kürzlich erschienenen Gelblmch aussinander- gefetzt worden find.

London, 24. März. Der britische draht­lose Dienst meldet: Der Premi-erminifter emp­fing heute im Foreign Office den französischen Botschafter Grafen St. Aulaire. Die Unter« redung^berührte u. a. die gegenwärtige Lage i n der Pfalz, die zu erwartenden D e richte der Sachverständigen, welche, wie man glaubt, bald in den Händen der Re- parationskommiffion sein werden, die Rückwir­kung dieser Berichte auf das allgemeine Pro­blem der Reparationen und die Frage der französischen Sicherheit. Außer der Tatsache, daß auf beiden Seiten der allge-

GroboritänNien und Frankreich zu erkennen sei, ist keine weitere Information zu erhalten. Die allgemeine Auffassung ist indessen, daß ein ; derartigen Meinungsaustaufch im Augenblick . nur den Charakter vorläufiger Sondierung habe und daß kein wirklich positiver Fortschritt erwartet werden kann, bevor die Sachverstän­digen der Reparation skominisfion ihre Schluß- . folgerungen vorgelegt haben. Der jüngst statt­gehabte Briefwechsel zwischen Poincare uvd Macdonald und die Art und Weise, in der die zwischen beiden Ländern schwebenden Fragen behandelt wurden, hätten zweifellos viel getan, um eine Atmosphäre zu schaffen, die die Er. örterung der Hauptfragen in einem ruhigen und versöhnlichen Geiste ermögliche.

Pariser Prefststimmeo.

Paris, 25. März. Die heutigen Morgenblätter drücken sich äußerst fad über die gestrige Unter­redung des französischen Botschafters mit Mac­donald au*, die 1% Stunden in Anspruch ge. nommen habe. Nach demMatin" ist außer über allgemeine nur über eine einzige präzise Frage gesprochen worden, nämlich über die Frage wann der Bericht der Sachverstäiwigen der Reparationskommission übermittelt wird. Der französische Botschafter hat von dem eng- lischen Premierminister verlangt, daß er wie Poincare von den französischen, von den briti­schen Sachverständigen verlange, daß sie die Beendigung der Enquete förderten. PoincarS wolle die interalliierte Diskussion über die Sicherheit und die Reparationsfrage baldigst anschneiden, vor allen Dingen im Laufe des April, denn während dieses Monats hätte er dazu Muße.

Nach demPetit Parisien" ist auch die pfäl­zische Angelegenheit, namentlich die Frage der bayerischen Beamten angeschnitten worden. Es sei auch sicher, daß der französische Botschafter Macdonald mitgeteilt habe, daß, wenn auch die französische Regierung sich nicht weigere einer Aenderung in dem Besatzungssystem im Ruhr- gebiet zuzustimmen, Frankreich sich doch zur vollkommenen Räumung dieses Gebietes nicht entschließen könne. Jedenfalls hätten die beiden Staatsmänner in Verbindung damit auch von >em Pfändersystem gesprochen. Der französische Botschafter hätte die Unmöglichkeit, die man sich ohne Mühe denken könne, zum Ausdruck ge- >rächt, auf die beschlagnahmten produktiven Länder zu verzichten, es sei denn, die Alliierten würden sich verständigen ebenso wertvolle Pfän- der für die Gesamtregelung zu bestimmen. Was )ie Reise der englischen Sachverständigen an­betreffe, so habe der englische Premierminister kategorisch erklärt, das Foreign Ofice habe sie icht gerufen. Im übrigen aber habe die gestrige Unterredung hauptsächlich der Sicherheitsfrage gegolten. Nach demMatin" hat die Veröffent-