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Nr. to

Alonlaa den 17. März

Sette 5

Pfalz- unö Rheinlsnötag in Kanau

Während andere Städte schon vor Wochen ihren Pfalz- und Rheinlandtag gehabt haben, wurde nun gestern auch in Hanau eine Treue- kundgebung für die geknechtete und bedrückte Bevölkerung der Pfalz und des Rheinlandes veranstaltet. Welch ungeheure Leiden eine Be­völkerung zu ertragen hat, die in so brutaler Weise geknebelt wird, wie die Greuzländer im Westen, das kann nur der ermessen, der selbst einmal für längere Zeit im besetzten Gebiet war und das Elend mit eigenen Augen gesehen hat. Wir im unbesetzten Gebiet müssen daher durch Opfer die Treue beweisen, die uns mit unseren gepeinigten Brüdern verbindet. Das sollte ge= schehen und ist geschehen. Hanau stand gestern

im Zeichen des Pfalz- und Rheinlandtages.

Man hatte zwar erwartet, daß zu der Feier auf dem Marktplatz von allen Häusern wehende Fahnen herabwinken würden, man hatte er­wartet, daß der Marktplatz von Besuchern über- fM sein würde darin wurde man allerdings enttäuscht.. Immerhin versammelte sich gegen 11 Uhr um das Grimmdenkmal eine stattliche Menschenmenge. Prächtig schien die Frühlings­sonne am wolkenlosen Himmel und gab so dem Tag auch ein äußeres festliches Gepräge. Die Kapelle der ehemaligen Militärmusiker spielte unter der Leitung des Herrn Kapellmeister Bach flotte Märsche und Weisen. Junge Damen und Schüler in großer Zahl verkauften Blumen und Karten. Ueberall hatten sie ihre Augen, niemand entging den emsigen Sammlern. Keinen ließen sie laufen, der nicht sein Scherflein für die Pfalz in die großen Pappkartons abgeladen hatte. Bald sah man niemand mehr, der nicht die schlichte blaue Blume, die uns zum Symbol der Treue geworden ist, im Knopfloch trug. Vom Rathaus herab flatterten zwei große Fahnen in den neuen Reichsfarben.

Nachdem einige Musikstücke gespielt waren

betrat der Ausschuß für den Pfalz- und Rhein­landtag den Balkon des Rathauses und

Herr

Oberbürgermeister Dr. Blaum hielt folgende Rede:

Werte Mitbürger und Mitbürgerinnen!

der

Wenn in diesen Wochen die ersten Strahlen Frühlmgssonne die Wetterau durchfluten, dann füh­len wir mit Stolz in Hanau, daß vom Schweizer Jura bis zum Taunus und Vogelsberg, vom Schwarzwald bis zu den Vogesen das Land der Garten Deutschlands ist. Umsäumt von waldgekrön- ten Bergen, in der Mitte das glitzernde Band des

Stromes, in der Mene und den Tälern zwischen Rsbenhängen und reichen Saateufeldern alte stolze 'Städte, Burgruinen auf den Berghohen: das schönste

Rheins bis hin zur holländischen Grenze, ein ge­werbefleißiges, rühriges Volk auf beiden Ufern. Deutsch die Sprache, deutsch das Lied seit Jahrtausen­den, das dort erklingt. Deutschlands schönste, Deutsch­lands älteste Kulturteile, verbunden durch den einen großen Strom, den deutschen Rhein. Und dieses Land, das uns seit Jahrhunderten in die Seele ge­schrieben ist, dieses Land ist heute nicht ganz mehr unser. Das Elsaß geraubt, im Bruch der 14 Punkte, die dem Frieden-vertrag vorausgingen. Geraubt ohne Frage an das Volk, das deutsch denkt und fühlt dort seit Jahrhunderten, geraubt vielfach gegen den Willen dieses Volkes selbst und gegen alles Recht der Völker. Und die Pfalz und das Rheinland und heute, Gott seis geklagt, das Land an der Ruhr, besetzt von fremder Macht, von dem Erbfeind, der über den duldenden Strom seit Jahrhunderten zu springen sich bemüht.

Qualen leidet dieses Land! Das freie Wort, die freie Schrift sind dort verboten. Jedem, der einmal

Piefkes neuerChairsfeur

Roman von Friede Birkner,

43- Fortsetzung.

(Nachdr. verboten.)

Das war auch mein erster Gedanke, Mister Double, dem famosen kleinen Kerl ist es zu Sannen. Und Lolotte o Gott wird Fürstin. Jia den fürstlichen Anstand hat sie ja hauptsächlich im Gang." Ueberwältigend so« ^ssch kopierte Robby Lolottes Gang, wedelte Et den Hüften und markierte O-Beine.

»Hör' auf, Robby es ist zu schon."

»Lolotte hat sicher die ganze Verlobung nur entriert, um dich zu ärgern?

»Ich fühle mich auch sehr zurückgesetzt und verstoßen. Hast du Näheres gehört?"

Piefke hat mich nur vertraulich beiseite ge- noinmen, mir das Faktum mitgeteilt und mir ge­sagt, daß wir dem Fürsten gern den ersten Preis Erkennen könnten, er würde dann für seinen Schwiegersohn die Bowle bezahlen."

»O, Mffter Piefke sein eine feine Mann, das W fest," lachte Mister Doudle auf.

Das kann man wohl sagen. Wie ich den Fürsten kenne, würde es ihm riesig angenehm !®nt wenn sein Schwiegervater so vornehm für svA'" sagte HansGeben wir doch dem kolen giesse den Bowlenstiftepreis, dann trifft 65 kitten armen Mann."

. »Einverstanden! Ich verziehe mich dann wie« Tata!"

»Halt! Hast du gehört, wie es Fräulein." »Astrid geht's aut sie hat schön geschlafen, gefrühstückt, Schokolade, zwei weiche Eier, Brötchen mit Honig, eins mit Butter und JWh Zwieback, ohne alles, in die Schokolade Fropt, dann zwei schöne Orchideen vom lieben huldvollst entgegengenommen, gebadet, uen Doktor Robert empfangen, sich angezogen liegt nun zur gefälligen Ansicht warm ein- vMckt auf b^n Sonnendeck. Uff! Ist das

in dem unerträglichen Zustand sich Luft schaffend, gegen die fremden Bedrücker sich auflehnt, droht Vertreibung von Haus und Hof. Aus der Pfalz allein sind über 6000 Beamte mit über 14 000 Ange­hörigen im letzten Jahr vertrieben worden. Und noch wissen wir der Zeit, da wir hier die ruhrver­triebenen Eisenbahnbeamten, die treu ihrem Dienst und treu ihrem Vaterland steiwillig die Heimat ver­ließen und die wir hier zu gastlicher Aufnahme be­grüßen durften. Qualen erleidet dieses Land, Qualen in wirtschaftlicher Hinsicht, Qualen vor allem an seelischer Not. Wenn Jahr und Jahre die Bedrückung wächst, wenn niemand mehr sicher ist, nicht nur des Hab' und Gutes, sondern des freien Männerwortes und deutscher Frauenehre dann fühlt sich ein Volk versklavt und unterjocht. Das alles geschieht unter dem Zeichen eines Vertrages, der niemals ein Vertrag war, der ein Frevel ist gegen jedes Recht und jede Sitte in jedem Volk!

Wenn so ein großer Teil unseres Vaterlandes blutend und schnierzerfüllt die Folgen des Krieges tragen muß, mehr als wir im unbesetzten Deutsch­land, dann tritt an uns die ernste Frage heran, was können wir, was kann jeder Einzelne von uns tun, tun dem abzuhelfen. Das natürliche Recht dessen, der mit Gewalt unterdrückt wird, sich mit Gewalt zu wehren, ist uns leider versagt. Man hat dem deut­schen Volk die letzten Waffen genommen, und hat es wehrlos dem Feinde preisgegeben, utopischen Ge­danken folgend und im falschen Glauben, daß Frankreich uns friedlich gegenüberstehen werde.

So stehen wir wehrlos den fremden Bajonetten gegenüber und es bleibt uns nicht-, als das stille, starke und mutige Ertragen und das Helfen. Das ist es, was heute wir auch in Hanau geloben wollen: Opferbereit zu helfen, wo immer wir helfen können. Zu helfen mit der Tat, zu helfen aber auch in der Erhaltung des brüderlichen Gedankens, der rechts und links des Rheins die Deutschen umschließt. Auch heute wieder geht an uns alle 'die Aufforderung, die Treue der Nibelungen zu halten! Und deshalb gilt es, alles auch in dieser schweren Zeit einzusetzen, zum Opfer für Pfalz und Rheinland, für Ruhrgebiet und Saar. Sie haben noch ein Jahrzehnt schwerer stemder Bedrückung vor sich, und niemand weiß, wann der Franzmann das besetzte Gebiet verlassen wird, und niemand aus dam.Ausland hat uns bisher geholfen, trotz aller Bitten an alle Teile fremder Erde und fremder Bevölkerungen. Da gilt es die Herzen der Rheinländer, der Pfälzer und vor allem derer an der Saar zu stärken und zu stützen.

Aber eine Mahnung von dieser Stelle und gerade in der Zeit, in der unser Volk seine Volksvertretung neu zu wählen hat, möchte ich hier, insbesondere an die Jugend, richten: Nicht mit leeren Phrasen, nicht mit hohlklingenden Worten, nicht mit chauvi­nistischem und nationalistischem Schwall werden wir die Not bekämpfen, werden wir des fremden Ein­dringlings Herr werben. Dazu fehlen uns die Waffen, dazu fehlt uns die wirtschaftliche Kraft und jeder handelt verräterisch an unserem Volk, beson­ders der, der sich zum Führer berufen fühlt, wenn er Mißbrauch treibt mit schallenden Worten und

des! Das hat uns in diesen Tagen besonders der Münchener Prozeß gelehrt.

Wenn wir aber Treue bewahren wollen, dann müssen wir den Mut finden, einig in unserem Va­terland die Not jenseits des Rheins und an der Ruhr zu bekämpfen. Einig zusammen zu stchen über allem Parteihader hinaus in dem einen Gedanken: Das Land darf nie verloren gehen.Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein, und ob sie wie die Raben sich heiser danach schrei'n." Denn das, verehrte Mitbürger und Mitbürgerinnen, ist doch eben der Franzosen letztes Ziel, den Rhein uns zu rauben, den freien, grünen, deutschen Strom, der von den deut­schen Alpen kommt, der deutsches Land durchfließt, an dem deutsch die Lieder erklingen. Di« Einigkeit im Abwehrkampf, wollen wir alle, ob reich, ob arm, ob groß, ob klein, der Pfalz, dem Ruhrgebiet, dem Rheinland und der Saar schwören. Ich bitte Sie, diesem Schwur Ausdruck zu geben, indem wir das LM erklingen lassen, Laß als Nationallied uns seit

Bulletin ausführlich genug? Höh na, das ist gut, da geht er hin und singt nicht mehr." Die Hände in die Hüften gestützt, sah er Hans, der wortlos zur Kabine hinausgeftürzt war, nach. Was sagen Sie dazu? Mister Doudle, ist Ihnen so ein liebeskvaNker Jüngling schon mal

unter die

ommen?

O," lachte Mister Doudle auf,sie macht mir viel pleafure, diese Liebe, weil sie sein so echt. Das sein heute so selten in die Welt."

Dann haben Sie mich und meine Henny natürlich, der Esel geht immer voran noch nicht gesehen; wir lieben uns auch sehr echt. Jedenfalls, sobald wir eine Stunde zusammen sind, geht der Kampf los."

O, sein die echte Liebe eine Kampf?"

Und wie, dann wirb s ja erst gemütlich. An Langeweile stirbt die Liebe."

XXIII.

Der Effekt, den Lolotte sich von chrer Der- lobung mit dem Fürsten versprochen, war auch prompt erfolgt, nur nicht bei dem, für den er gedacht war, denn Hans Sörensen war ander­weitig stark beschäftigt.

Er war von Mrster Doubles Kabine aus eiligst nach dem Sonnendeck gelaufen. Es war ein schöner, sonniger Herbsttag, und saß man windgeschützt, spürte man es sehr wohl, daß die Sonne es noch gut meinte mit dem armen, valutaschwankenden Menschlein.

In warme Decken gehüllt, lag Astrid, noch ein wenig blaß, aber ohne Verband auf einem Liegestuhl und sah, als einzige Beschäftigung, hinauf in den wolkenlosen, blauen Himmel. Plötzlich hörte sie Schritte, und den Kopf wen­dend, sah sie Hans kommen, der ganz ängstlich und sorgenvoll in ihr Gesicht sah.

O, Herr Sörensen. Nein, nein, bitte, sehen Sie nicht so. ängstlich aus, mir geht es schon wieder sehr gut. Ich liege hier nur noch auf Doktor Roberts Befehl. Aber zum Diner dar» ich meinen Pflichten nachkommen."

Und die Wunde?"

Jahren durch die Seele klingt, das Lied, mit dem I wurde festgestellt, daß eine große Antzahl wir jedem im Änländ und im Ausland erklären, daß Steuerpflichtige, die Vorauszahlungen in Höhe Deutschland uns über alles geht in der Welt - über öOn 2 v. H. nach Abzug der Löhne und Ge- L ÄÄF&Wft NL wl»ä M* M*«S®*1

besser seien al- andere Völker, sondern in dem

Sinne, daß wir bereit sind, alles daran zu geben und zu opfern, wie in den Augusttagen 1914 für dieses Deutschland, dieses unser Vaterland. Wenn ich Sie bitte, mit mir einzustimmen m dieses Lied, so ge­schieht es in dem Gedanken: At es für ein einiges, freies deutsches Reich!"

Die versammelte Menge sang hierauf mit entblößten Köpfen das Deutschlandlied. Die Feier schloß mit einigen Musikstücken.

Am Nachmittag fand auf dem Sportplatz des Fußballclubs 1893 um %1 Uhr ein Hockeywett­spiel und daran anschließend ein Fußballwett­spiel statt. Die Einnahmen für die Spiele kamen dem Pfalztag zugute. Die interessanten Spiele fanden viele Zuschauer und die Sammler konn­ten auch während der Spielpause eine große Menge Karten und Blumen absetzen. Im Sport­teil finden unsere Leser einen ausführlichen Be­richt des Spielverlaufs vom Fußballwsttkampf.

Am Nachmittag gab es Noch ein Konzert im Schloßgarten. Auch hier hatten sich zahlreiche Zuhörer eingefunden, die in dem prächtigen Park mit seiner Vorfrühlingsstimmung den Klängen der Musik lauschten, die wiederum von der ehemaligen Militärkapelle ausgeführt wurde. Auch hier mußte man wieder seinen Obulus abladen, aber man tat es gern. Auch in den Straßen war der Verkehr reger als sonst und kaum sah man einen, der nicht mit einer Blume geschmückt einherging. Es dürfte ein be­trächtlicher raschelnder und klingender Ueber- schuß zusammengekommen sein, und wenn es auch nur ein geringes Opfer gegenüber den Qualen der Pfälzer darstellt, so mag er unseren Brüdern in den besetzten Gebieten doch beweisen, daß wir zu ihnen stehen in aller Not.

Die nsueA DiMonenscheine.

Die bisherigen Villionenscheine, die in

der

Inflationszeit schnell hergestellt wurden, sind so oft gefälscht worden, daß sich die Reichsbank nicht anders helfen konnte, als daß sie einfach neue Geldmuster herstellt und die alten einzieht. Mit der Ausgabe dieser Noten zu 5,10 und 100 Papierbillionen im Gesamtbeträge von 500 Mil­lionen Goldmark ist in diesen Tagen begonnen worden. Sie sind doppelseitig bedruckt und sehr sorgfältig ausgeführt.

Der Zehn-Billionen-Schein ist in gelb-grün­lichen Farben gehalten und trägt in der Mitte die große helle Zahl 10. Der Zwanzig-Billionen- Schein ist mit Dürers Frau am Meere ge­schmückt und hat seegrüne Färbung. Der Fünf- zig-Billionen-Schein trägt auf dem rechten Teil der Schauseite ebenfalls ein Dürersches Gemälde,

Das übrige Papiergeld über eine Billion und die schon recht abgenutzten Milliavdenscheine sollen durch die Rentenpfennige und das Silber­geld abgelöst werden.

Vorauszahlung auf die Einkommsu- fleuer 1924.

Das Finanzamt teilt mit: In außerordent­lich zahlreichen Fällen find die vorgeschriebenen Voranmeldungen, die gleichzeitig mit der Zah­lung der Cinkommensteuer-Vorauszahlurrgen abzugeben waren, nicht eingegangen. Die Steuerpflichtigen werden nochmals dringend an die Einreichung dieser Voranmeldungen er­innert, anderenfalls die Einreichung der Vor­anmeldungen durch Anwendung von Zwangs­maßnahmen erzwungen werden müßte. Bei Durchsicht der ein gegangenen Voranmeldungen

Lachend schob Astrid das lockige Haar zurück und zeigte ihm die gut verheilte Wunde.

Alles gut. Unkraut vergcht nicht."

Astrid Fräulein Hermsdorf, wie sönnen Sie so etwas sagen? Haben Sie eine Ahnung davon, was ich gestern abend durchlebt habe, als ich Sie im Wintergarten liegen sah?" sagte Hans leise, und erregt preßte er ihre Hände an seine Lippen.

Ich kann es mir ganz gut denken, ich brauche mir ja nur nur. . ."

Sprechen Sie weiter, Fräulein Herms­dorf," sagte Hans, der diesesFräulein Herms­dorf" wie eine Schranke vor sich selbst aufrich­tete, und sah sie bittend an.

Mit einem reizenden Lächeln sah sie von chm weg hinauf in den blauen Himmel und sagte hastig, als könnte es sie wieder gereuen:

Ich brauche mich ja nur in die umgekehrte Lage zu denken, Herr Sörensen."

Zaghaft strich er mit seiner Hand über ihr schönes Haar. Darm ging er, um seine Er­regung zu meistern, einige Male hin und her.

Was haben Sie denn zum Diner schon wieder für Pflichten?"

Frau Pi^e, die ja noch immer nicht auf­steh m tarn, wne ganz fürchterlich seekrank zu weiucn,.IXr mich beauftragt, bei dem heutigen Verloöung»v7mr,d Stelle einzunehmen. Die Aermste, M scywarnt ja zwischen Seligkeit und Verzweiflung. Denken Sie doch, einen fürst­lichen Bräutigam und sie hat ihn noch nicht einmal gesehen." « N

Was sagen Sie zu der Verlobung?"

Ich weiß selbst nicht so recht. Jedenfalls hat es mir von den paar Minuten her, die ich mit dem Brautpaar zusammen war, den An­schein, als habe der Fürst bebeutendes Ober­wasser."

Und woraus schließen Sie das?"

O, ich hörte nur ein kurzes Intermezzo. Der Fürst nannte seine Braut kurzweg Lotte, da machte sie ihn schnippig darauf aufmerksam,

. nach Abzug der Löhne uttd Ge- .

zurechneten und nach ermäßigten Sätzen be­zahlten. Nachstehend wird ein Auszug aus den Durchführungsbestimmungen über die Voraus^ Zahlung auf Einkommen- und Körperfchasts« steuer 1924 veröffentlicht.

Großhändler ist der Händler, der Ware

kauft und sie, ohne sie zu be= oder verarbeiten weiterveräußert. Voraussetzung ist, a) daß die Gegenstände nicht unmittelbar an den KoNfu- menten abgesetzt werden, d. h. also, daß der Verkauf zur gewerblichen Weiterveräußerung für eigene oder fremde Rechnung, zum Ben- brauch im Betrieb des Erwerbers bei der Her­stellung, anderer Gegenstände oder bei der Be­wirkung gewerblicher Leistungen erfolgt, b) daß die Wesensart des Gegenstandes gewahrt bleibt. Sie wird durch Bearbeitung oder Verarbeitung, die über die Zwecke der Sortierung, Reinigung und Erhaltung hinausgeht, aufgehoben. Bei einer Be- oder Verarbeitung in dem im § 11 B III Satz 3 der Ausführungsbestimmungen ßum Umsatzsteuergesetz bezeichneten Sinne sind die ermäßigten Sätze für den Großhandel nur insoweit anzuwenden, als es sich um die reinen Zwecke der Sortierung, Reinigung und Erhal­tung handelt. Im übrigen gelten folgende für die Industrie getroffenen Bestimmungen. So­wohl Bergbau und Industrie gehören zu den be- und verarbeitenden Gewerbe, für die als Vorauszahlung 2 v. H. des Moniatsumfatzee abzüglich Löhne und Gehälter gelten. Soweit Steuerpflichtige bisher nach anderen Sätzen be­zahlt haben, wird es sich empfehlen, für die Folge nach diesen Richtlinien zu zahlen. Soweit insbesondere Steuerpflichtige zu dem be- und verarbeitenden Gewerbe gehören und bisher nach den Sätzen des Großhandels bezahlt haben, empfiehlt es sich in Zukunst, um Weiterungen zu vermeiden, die Zahlungen nach 2 v. H. ab­züglich der Löhne und Gehakter zu leisten.

* Falscher Kriminalbeamter. Am 15. März abends kurz nach 7 Uhr erschien in der Filiale des Kaiser Kaffeegeschäftes, Marktplatz 1, ein Unbekannter, der sich als Kriminalbeamter aus­gab. Er erzählte der Verkäuferin, daß in der kommenden Nacht ein Einbruch in das Geschäft geplant sei und er den Auftrag habe, in Gemein­schaft mit einem Kriminalkommissar, der gegen

9 Uhr mit einem Herren des Hauptgeschäftes in Viersen hier eintreffe, Wache zu halten. Gegen

9 Uhr entfernte sich der Unbekannte und die Verkäuferin stellte fest, daß aus ihrer Hand­tasche, in der sich die Tageseinnahme befand, 152 Goldmark, sowie einige Tafeln Schokolade aus dem Geschäft fehlten. Der Täter wird wie folgt beschrieben: etwa 23 Jahre alt, mittlere Statur, blonde Haare, bekleidet mit eleganten blauem Cheviotanzug, gelblichem Mantel (Schlüpfer) und weichem Filzhut von der Farbe des Mantels. Sachdienliche Mitteilungen über die Person des Täters werden auf Zimmer 178 der Kriminalabteilung entgegengenommen.

* Stadtihealer. Aus dem Theaterbüro wird uns geschrieben: Am heutigen Montag ist bei Preisen von 80 Pfg. bis 4 Mk. derEinzige lustige Abend Seirff-Georgy". Es ist bereits mehrfach aus die Bedeutung dieses vortrefflichen Künstlers hingewiesen worden; der Abend steht unter dem Zeichen köstlichen Humors und gereif- tester Vortragskunst. Am Mittwoch wird zum

daß sie Lolotte heiße. .Wieso? fragte der Fürst, chist du so getauft?' Da mußte Lolotte mit ,nein antworten, und der Fürst sagte seelen- ruhig: ,Dann nenne dich, bitte, Lotte; eine Dame', das sprach er ganz prononciert, ,ver­stümmelt ihren Namen nicht.' Und das sagte er mit einer göttlichen Ruhe und Sicherheit."

Hallo Kätchen und Petrucchio bet Widerspenstigen Zähmung! Bravo, Durchlaucht, Nur weiter so. Passen Sie auf, Fräulein Herms­dorf, der Fürst schafft es und macht aus Lolotte noch die Dame Lotte."

Dann aber nur, wenn er Lotte in respekt­voller Strenge hält. Er muß ihr imponieren."

Unten auf dem Promenadendeck steht Robby und winkt mir. Ich muß mich jetzt ver­abschieden, auf Wiedersehen zum Diner."---

Wo brennt's, Robby?

Im Ofen und bei dir."

Witziger Knabe."

Noch etwas auffälliger konntest du dich wohl nicht plazieren für die Klatschbasen beider­lei Geschlechts? Schaut her ich bin's! Was hast du dich um die Gesellschafterin von Piefkes zu kümmern? Entweder verlobe dich mit ihr; mir sind hier sowieso mitten in der Verloberei oder Finger weg."

Du weißt, daß ich Astrid - . .*

Fräulein Hermsdorf."

Pedant." , _

Mein Junge, es muß alles seine Ordnung haben."

Schön, damit das Kind Luft kriegt also du weißt, warum ich Fräulein Hermsdorf jetzt noch nicht an mich binden will."

Ist mir zwar etwas unverstädnlich, du Dickkopf aber dann kompromittiere sie nicht immer! Wenn du was von ihr wissen willst, dann schicke mich."

Es ist 'ne Lust zu leben, wenn man dich als Schwager hat," sagte Hans lachend.

Fortsetzung folgt,