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SanauerSAnzeiger

General-Auzeiger / Amtliches Organ für Stabs- und Landkreis Kanan a. M.

General-Anzeiger

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sons- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1237,

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Nr. 64

Samstag den 15. März

1924

Das Neueste.

Der RÄchsprösiident hat auf Grund des § 6 des Reichswahlgesetzes verordnet, daß die Hmptwahl zum Reichstag am 4. Mai 1924 stattfindet.

General v. Lossow wurde gestern, weil er sich ofpre Erlaubnis von der Vernehmung im Hitler- prozeß entfernt hatte, zu den durch diese Verzögerung entstandenen Sofien und zu einer Geldstrafe von zehn Mark verurteilt.

Infolge des Hamburger Hafenstreiks konnte ein« große Anzcchl angekommener Schiffe nicht ge­löscht werden. In der Hamburger Bürgerschaft wie in Bremen kam es zu Tumulten.

Der französische Senat hat gestern den Er- mächtigungsgesetzentwurf mit 161 gegen 128 Siim- men angenommen. i

journalist ein erbärmliches Leben gefristet hatte. Der Deutsche läßt sich aber sein Vaterland nicht

abtrotzen, er läßt es sich noch weniger abkaufen, und der Pfältzer schon

nicht. Die sich aber ne scharen, die sind

um die grün-weiß-rote Fahne scharen, die sind gekauft. Und damit sind sie gezeichnet!

Wie will Frankreich behaupten, daß von solchen Elementen eine Lostrennungsbewegung

hätte hervorgerufen werden können, wenn sich Poincarè und seine Melacs tatsächlich den innerdeutschen Verhältnissen fernhielten? Man muß sich nur wundern darüber, daß man sich im Auslande einen solchen Schwindel auftischen läßt. Obwohl Frankreich mit seinen Geld- mliitietn und mit seinen weißen und schwarzen Truppen hinter den Separatisten stand, hat es doch erst die gesamte Bevölkerung einschließlich

Paris begeben haben, um beim Völkerbund in Genf Beschwerde zu führen gegen dieUnter­drückung republikanischer Freiheiten".

Reichslagswahlen am 4. Mak.

Berlin, 14. Mai. Der Reichspräsident hat, wie jetzt mitgeteilt wird, den 4. Alai als Termin für die Neuwahl des Reichs­tages bestimmt. Die äußerste Frist, bis zu dem die Neuwahl hätte anberaumt werden müssen, wäre bekanntlich der 11. Mai gewesen. Um die Durchführung im besetzten Gebiet zu ermög- lichne, hat die Reichsregierung alsbald die er­forderlichen diplomatischen Schritte bei den Be­satzungsbehörden eingeleitet. Auf den 4. Mai

längere Zeit als Syndikus industrieller Wirtx schaftsverbände praktisch tätig und leitet seit Jahresfrist die wirtschaftspolitische Direktion des Reichslandbundes.

Der Kampf um das französische Ermächtigungsgesetz.

I

Das Martyrium -er Pfalz und -es Rheinlau-es.

Wie Speier, so wurden Worms, Mann-

der Mauern und die Bürgerwohnungen, die Rathäuser und die Dome, die Brücken über die Flüsse, die Grabstätten der alten Kaiser; der Besitz der lebenden Generationen und die Denk­male der Vergangenheit, unschätzbar in diesem alten Lande der Kultur. Man kann noch heute

Pfalz- u. Ahemlandlag

die den

hniAe der alten Zeit, in denen über ien und Dächern so vieler altberühm­ten und kunstgeschmückten Städte die heraus- schlagenden Flammen und die darunterliegen­den Rauchwolken abgebildet sind, nicht ohne Herzeleid- ansehen." So schildert Leopold von Rankè dietulturbringende" undvölkerver- Hhnenbe" Tätigkeit des Mordbrennergenerals

Fortsetzung der "

Morgen Sonnlag von 11-12 Ahr mittags

KunSgedung auf öem Marktplatz.

ihrer Polizei völlig entwaffnen müssen, ehe es werden , die Separatisten auf die

e

Raubzüge auch unter dem Deckmantel der Sicherung" Frankreichs trieb. Während aber Ludwig XIV. mit einem Melac auskam, braucht Pomcare deren zwei: einen für das Rheinland und einen für die Pfalz. Die Melacs des Poin- carismus sengen und brennen zwar Nicht offen, sie machen aber der friedlichen DevMkerung eines geordneten Landes das Leben planmäßig zur Hölle, um sie seelisch zu zermürben und dadurch für die Annexion reif zu machen. Bis­her haben die Melacs die Rechnung ohne den Wirt gemacht und daß es auch ferner so bleibe, dazu mitzuhelsen, ist Pflicht jedes Deutschen.

Seitdem Deutschland im Weltkriege die Waffen niedergelegt hat, herrscht am Rhein und in der Pfalz Gewalt, schrankenlose Gewalt. Wenn die Gerechttgkeit in der Welt regierte, so würde sich ein Sturm der Empörung über die Grmel im der Pfalz und am Rhein erheben, der den Urheber und seine Mitschuldigen wie einen eklen Aussatz der Erde hinwogfegen müßte. Es ist kein Beispiel dafür 'besannt, daß während des Weltkrieges ein Land im zivili- sierten Europa mit einer solchen Mischung von Brutalität und Gemeinheit heimgesucht worden wäre, wie die Pfalz und das Rheinland mitten nn Frieden im Lause dieser Jahre, und wenn das r Schiedsgericht und der Völkerbund fach ener Arbeit begehrten, sonnten >e diese inge vor das Forum einer un° " rtersuchung ziehen. Die Gru nd-

blutiges Gericht über die Leute, die ihr ihren Frieden stahlen und ihr ihre Heimat stehlen wollten! Wie teuer muß den Pfälzern ihr Vaterland sein, wenn sie solches unternehmen konnten. Und wie deutlich spricht aus diesen Ereignissen die Wahrheit zur Welt. Die Pfalz

ist deutsch und will es ewig bleiben.

Wir wollen sie alle nicht vergessen, die unter der Fuchtel der Eroberer die in der Tat überhaupt nichts erobert haben! zu leiden hatten. Die Memeler nicht, die Danziger nicht, die Oberschlesier, die Ruhrleute, die Holsteiner und die Elsässer nicht. Sie haben alle wacker und treu für ihr Deutschtum eingestanden, sie alle sind uns teuer und wert, und unsere Sehn­sucht umschließt sie, wenn wir von dem künf­tigen, freien und glücklichen Vaterlande träu- und

men.

Morgen aber i

eugnis dafür

Rheinland tag. Da gilt es, Z' abzulegen, daß sie uns zwei der liebsten deut­schen Gaue sind, und daß wir alle zu unseren PMzem und Rheinländern stehen, ihrer Heimat und zu ihrem Volke.

bares Verhängnis droht der Pfalz und dem

wie sie zu

. Ein furcht-

sind bekanntlich durch ein preußisches Gesetz auch die Gemeinde- und sonstigen Lommunalwahlen

den Artikel 1, der das Ermächtigungsgesetz end hätt, zu Ende geführt. Nach einigen Oppositions- rednern ergriff P o i n c a r é das Wort. Er trai sofort in die Frage des Ermächtigungsgesetzes ein. Man werde begreifen, dgß er bei dieser Debat^ die Verantwortlichkeit der Regierung einsetze. Der Artikel 1 beeinträchtige nicht die parlamentarischen Prärogativen. Niemand sei der republikanischen Verfassung ergebener als er. Die Regierung habe niemals auf dem Stand­punkt gestanden, daß zweckentsprechende Re­formen von Dauer durch Despotismus oder Dik­tatur durchzuführen feien. Er, PoincarS, habe stets die Rechte des Parlaments geachtet; er habe sie respektiert, als er erlebte, daß Verträge vom Parlament ratifiziert wurden, die nicht sein Werk waren, und die er im Grunde seines Her­zens nicht billige. Pomcare wendet sich dann gegen die Fassung, die der Finanz- ausschußdes Senats dem Artikel 1 gegeben hat. Diese Fassung fordere eine doppelte Kritik heraus. Sie weiche fast ebenso sehr vom gemei­nen Rechte ab, wie die Fassung der Kammer. Andererseits mache sie die Durchführung der Ersparnisse im Betrage von einer Milliarde nahezu unmöglich.

Das Ermächtigungsgesetz angenommen.

Rheinland und in Wahrheit droht es doch nicht diesen allein, sondern dem ganzen deutschen Volke. Opfer an Gut und Blut, Opfer an uner-

atze christlicher Wettouffasstmg sind in Frank­sch völlig auf den Hund gekommen. Nicht nur, M man von Paris aus jede _ unter« will, die, wie man dort

Trennung des Mkscheinischen ietes vom Stoßen dMffchen Vaterlande hinzielt, nein, w>a>n trägt solche Bewegung« in das Rheinland yinein, wo sie nichts zu suchen haben. Scheint M Augenblick der Ssparattstenfrevel auch über

W weiter, er bringt vielleicht erhöhte Gesah- Einen neuen Anstrich hat die Bewegung bekommen, für die wieder mit Freisahrkarten nach Paris und einer Führung durch die dor- ugen Botdells eifrig Rekruten geworben me-r« die dann Verwendung finden sollen zur ytrimtunni her Revublik he« ßtofrnlhoT« sljTTiih«

^rricht^^b der Republik des Gesindels. Land- ff^mdes Gesindel, Verbrecher, Zuchthäusler und ^er, das sind die Hilfstru-ppen Frankreichs, Mls sind die Separatisten. Wir kennen eine

chem Jrrsinnstaumel sich die französische Ge­waltpolitik noch versteifen wird. Die Pfälzer und Rheinländer aber sollen wissen, daß wir mit ihnen leiden und klagen, sie sollen auch wissen, daß wir mit ihnen trotzen und kämpfen. Die Herzen auf, die Hände auf, die Taschenauf! Heute kann das deutsche Volk nur helfen, doch das Helfen will es ganz. Wenn einmal wieder und es wird fein! die freie Sonne über der freien Pfalz und dem Rheinland strahlt, darum soll in allen Häusern gesagt und gesungen werden davon, daß wir wiMichein einig Volk von Brüdern waren, in keiner Not uns trennten und Gefahr". Heute ist es ein inbrünstiges Gebet, morgen wird es ein Trutz- und Kampfgesang sein, und in Zu­kunft sei es in ehernen Buchstaben die Ueber- Ö über das leibvollste, aber auch stolzeste el der deutschen Geschichte: Freies

kennen eine der

Rheinland, fröhliche Pfalz, Gott : r h a l t's! R. H.

er

Menannten Regierungen, die einmal in Bonn kurze Weile das Heft in der Hand hatte. Ferner war darunter, der nicht mindestens auf orer bis vier Jahre Zuchthaus zurückblicken

ung für Regie-

b'e französische Politik! 1

Mg war, so waren auch alle anderen separa- Mischen Regierungen in der Pfalz usw., so ist °ganze separatistische Bewegung samt ihrem Astigen Haupte Matthes, der vordem in Aschaffenburg und Frankfurt als Revolver-

Die Nachfolgeparteieu der S eparaliften

Speyer, 14. März. Der frühere Separa- tiflenführer Schmidt-Lpper hat eine Rheinische Bauern- und Mttelstandspartei (Bezirk Pfalz- Rheinhessen) gegründet, offenbar eine Art Wurmfortsatz der Heinz-Orbis'schen Gruppe der Bauernschaft. Nachdem sich Schmidt von Kunz, dem Gründer der Rheinischen Arbeiterpartei, zum Schein getrennt hat, dann jeder aber eine Nachfolgepartei der Separatisten ins Leben ge­rufen hat, liegt der Verdacht nahe, daß sie zwar

Regierung wird sich alsbald darüber schlüssig lverden. 14 Tage nach der Reichskags- wahl soll, wie schon mitgeteilt wurde, von den Welfen die Vorabstimmung über die Bildung eines Landes Hannover stattfinden. Die Ab­stimmung wird nunmehr am 18. vor sich gehen.

*

Der Reichsminister des Innern hat zum R e i ch s w a h l l e i t e r den mit der Wahr­nehmung der Geschäfte des Präsidenten des Sta­tistischen Reichsamtes beauftragten Ministerial­rat, Geh. Regierungsrat Prof. Dr. Wage­mann, und zu feinem Stellvertreter das Mit­glied des Statistischen Reichsamtes, Geh. Ober­regierungsrat Meisinger, ernannt. Die Ge­schäftsräume des Reichswahlleiters befinden sich Berlin W. 10, Lützowufer 8, Fernruf: Berlin Kurfürst 9509. Telegrammadresse: Reichswahl­leiter Berlin.

Ueberlritk zu den Deulschnalionalen.

Berlin, 14. März. Wie die Blätter melden, hat der Abgeordnete Wiedemann, der einen Berliner Wahlkreis vertrat, seinen Austritt aus der deutschen Volkspartei vollzogen und seinen Eintritt in die Deutschnationale Volkspartei be­kannt gegeben. In einem Schreiben an seine bis'- herigen Parteifreunde begründet Wiedemann feinen Austritt mit dem Verschieben der politt- schen Grundlage der deutschen Volkspartei nach links.

Der Mordplan gegen v. Seeckk.

Wie dasB. T." zu dem Untersuchungs- Verfahren in der Affäre Thormann und Grande! wegen des Mordplanes gegen General von Seèckt erfährt, liegen nunmehr die ärztlichen Gutachten über die beiden Beschuldigten vor. Sowohl Thormann als auch Dr. Erandel werden für durchaus zurechnungsfähig und da­her für voll verantwortlich erklätt. Damit ist das Untersuchungsverfahren abgeschloffen. Die Gerichtsverhandlung wird in einigen Wochen vor der Strafkammer der Landgettchts I Berlin stattfinden. Das Blatt mißt dem Prozeß große politische Bedeutung bei, da Dr. Erandel in der Voruntersuchung ausgesagt habe, das Atten­tat gegen General v. Eeeckt sei nur als Einzel­handlung eines Umsturzplane« gedacht gewesen, über den auch mit Kahr Verhandlungen ge­pflogen worden seien.

Dr. Roesickes Nachfolger im Reichswirlfchaftsral.

Als Mitglied des Reichswirffchaftsrates wurde an Stelle des verstorbenen Dr. Rösicke der Oberst a. D., Direktor des Reichslandbundes, Dr. rer. pol. Oskar V. Hahnke berufen.

Dr. v. Hahnke, der sich im Weltkriege den Orden Pour le mérite erwarb, promovierte in Berlin cum laude zum Dr. rer. pol., war dann

bis gegenn 2 Uhr nachts. Vom Finian-zausschuß war vorgeschlagen, an Stelle des von der Kam­mer beantragten Ermächttgungstzefetzs zur Einsparung von einer Milliarde, die Einsparung im Rahmen der 'bestehenden Gesetze voyzuneh­men. Dieser Text wurde mit 154 gegen 141 Stimmen zurückgewiesen. Die Regierung erhielt also nur eine Mehrheit von 13 Stimmen. Hier­auf wurde gefchäftsordnungsgemäß die Abfttm- mung über den Artikel 1 des von der Kammer angenommenen Gesetzentwurfes, der die Ein­sparung einer Milliarde vorsieht, mit erhobenen Händen einstimmig angenommen. Der zweite Teil des Geseetzentwurfs, der die Einsparung durch Dekrete vorsieht, wurde mit 154 gegen 139 Stimmen angenommen. Der gesamte Ge­setzentwurf wurde mit 161 gegen 128 Stimmen angenommen. Die weiteren Beratungen mur« den auf heute nachmittag vertagt.

Der Kalif in der Schweiz.

Bern, 14. März. Ein höherer Beamter der Bun-eSregicrung begab sich in die Wohnung der Kalifen und übermittelte ihm den Beschluß der Bundesrats, der dahingeht, daß der Kalif sich jeder politischen Tätigkeit zu enthalten habe, anbernfalle ihm das Gastrecht nicht länger gewährt werden könne.

Die Parchimer Süord-Affäre.

Leipzig, 14. März. Am heutigen brüten Ver­handlungstage wird zunächst die Zeugenvernehmung fortgesetzt, die keine wesentlichen Momente zutage fördert. Hierauf wird der Angeklagte Landwitt Bruno Fricke anfgerufen. Fricke ist 23 Jahre alt, hat in Berlin die Landwittschaftliche Hochschule besucht und war dann mit Roßbach in Verbindung getreten. Dort war er bei derDeutschen Auskunft* tätig, w» er Ermittlungen anzustellen hatte. Der Angeklagte er­zählt, er habe zu Jurisch nach dem Mord gesagt: Dar ist eine grenzenlose Schweinerei, aber ich werde Euch weiter helfen." Er hat an Oberleutnant Mackensen einen Brief geschrieben, in dem er betonte, Jurisch und Zens hätten auf seinen Befehl Kadow beseitigt. Er bitte, die beiden auf der Insel Poehl unterzubringen. Der Angeklagte Fricke gibt weiter an, daß er Jurisch und ZenS Geld gegeben habe, das aus den Kassengeldern der Mitglicderbeiträge der Deutschvölkischen FreihettSpartei entnommen war. Als die Gefahr der Entdeckung kam, habe der Angeklagte mit seine« Genossen verabredet, seinem Brief einen harmlosen Inhalt zu unterstellen.

Der Vorsitze nde weist hier darauf hin, daß der Angeklagte zu Junsch und Zeus gesagt habe: Ihr habt die Sache höchst dumm angefaßt, ver­nünftige Leute machen das so: Zwei Mann gehen mit ihm in den Wald, und dann wird er kalt gemacht. Dann kräht kein Zahn danach!" Der Angeklagte be« streitet das.

Der Angeklagte Jurisch schilderte feint Begeg­nung mit dem Angeklagten Leutnant a. D. Thomsen und dem Leutnant a. D. Hoffmann, die nach seiner Ansicht über die Tat unterrichtet waren. Später Habe- ec von dem angeklagten Gutssekretär Wukbrede, dem er über die Tat berichtet hat, das Fahrgeld erhalten, um nach Berlin sahren zu. können. Von dem ange­klagten Kaufmann Richter babe tr in Berlin ebenfalls!