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SanauerSAnzeiger
General-Anzeiger ✓ Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M.
General-Anzeiger
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Nr. 61
Mittwoch Sen 12. März
1924
Das Neueste.
— Die Auflösung des Reichstages wird morgen oder übermorgen erfolgen.
— Im Hitlervrozeh wurde gestern v. Kahr als Zeuge vernommen.
— In Hamburg sind die Hafenarbeiter in den Streik getreten. Auch in Bremen ist der Streik beschlossen worden.
-Der Er-Kalif Abdul Medschid hat eine Botschaft an die muselmännische Welt erlassen.
— Das englische Unterbaus hat den Antrag, eine Luftstreitmacht zum Schutze der Heimat au schaffen, abgelehnt.
9h fialif an Nt nuMnaniföje Welt.
Einladung zu einem inlerislamMschen Religionskongretz.
Territet. 11. März. Der Kalif Abdul Medschid empfing heute die Sonderberichferstalter des Wolfchüros, des Reulerbüros undec Agence Havas. Dem Empfang wohnten die politischen Mitarbeiter des Kockifen bei.
bevollmächtigten Führer und Vertreter der muselmanischen Gemeinden der ganzen Welt ein, tätig an diesem Ziele mitzuwirken und mir in kürzHer Frist ihre konkreten Beiträge für den Zusammentritt eines großen, interislamiti- fchen Religionskongresses zukommen zu lassen.
Die Golddiskontbank.
Das im Hauptausfchuß des Reichstags vom ReichSbankpräfD'snten Dr. Schacht da-rgelegte GvMiskontbartk-Pmjekt weicht von allen, durch die Presse angekünldigten Projekten in den wesentlichen Zügen â Mehrere Diskufstons- redner haben mit Recht bauauf Hingewiesen, welche Gefahren durch die irreführenden Presse- veröffentlichun'gen der letzten Zeit für das Zustandekommen des Projektes Heraufbeschworen sind. Es mag zwar richtig sein, d aß diese Veröffentlichungen in der HMptfache auf Infor-
aller Muselmanen lege, überreichte der Salif persönlich den drei Journalisten folgende Botschaft:
Botschaft des SMfen Abdul Medschid an -ie muselmanische Wett.
Ramens -es gütigen, barmherzigen Gottes! Aus meinem gesiebten Lande verbannt durch den Besckstuß der türkischen Laienrepublik, die vorgibt, die heilige Einrichtung des Kalifats abgeschafft zu haben, richte ich von der gastlichen
mir durch die mächtige und so trostreiche muselmanische Solidarität gespendet wird und deren
Die Arbeiten der Sachverstün-igen.
Paris. 11. März. Roch einer Blätter- Meldung aus Newyork erfährt die «Chicago Tribune", das Sachversländigenkomitee werde in feinen Konklusionen für eine gewisse Reihe von Jahren, -. h. bis Deutschlauds Wirtschaftskraft wieder hergestellt ist, die jährliche Zahlung von 2 Milliarden Goldmark Vorschlägen. Diese Summe solle dazu dienen, die Sachtieferungen an die Alliierten M decken, also die Kohlen und fiofslieferttngen zu begleichen. Mit anderen Worten: die Micum- verträge, die am 15. April ablaufen, sollen durch diese Zahlungen ersetzt werden. Nach Maßgabe der Hebung der Finanz- und Wirtschchts- lage sollen diese Zahlungen siaffelweise die Summe von 3% Milliarden Goldmark erreichen. Abkommen wie die von Wiesbaden und
Erde des Exils die 3 und treuen Z
väterlichen ' an die
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mationen wäre es Di deutsche
t, von deutscher Seite die ichkeit auf die richtige Whrte 1 verhindern, daß durch falsche Prchebt von Anfang an bis-
manische Welt. Der gottlose Beschluß der gegenwärtigen Mehrheit der türkischen Nakionawer- sammlung ist mit dem Geiste des Islam und seinen hohen Interessen unvereinbar, sowie mit den Grundbedingungen, unter welchen -ie Wahl der repräsentativen Versammlung durch die türkische Ration erfolgte, welch« -re Ver
seinen Segen für den en-gültigen Erfolg unserer Heiligen religiösen Sache.
Gegeben zu Territet in der Schweiz, am 5. Schaban.
Nach -er Reberreichung -er Botschaft durch den Kalifen wurden die Vertreter der drei Agenturen gebeten, das Protokoll über die Entgegennahme zu unterzeichnen.
London, 11. März. Revier meldet aus
des neuen Planes heraus,zustellen. ßWvMm-mgeh Krâtnot und Gslddlskonlbank
der hohen Ehre betraute, weiter dieser Einrichtung zu dienen und sie zu unterstützen. Ich halte es daher Er meine gebieterisch: Pflicht, heute der muselmanischen Welt zu erklären, daß ich diese aus das tiefste gotteslästerlichen Maß- nahmen für null und nichlia erachte, da die
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talschwund der deutschen geheure Kreditnot der Gegenwart. In der Bin-
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da. Wegen 6er Gefahr der Inflation kann aber dieser Kredit nur vorsichtig dosiert werden.
„ „ ner vor 1% erfolgten
Wahl zur höchsten Dür-e des Islam in Ausübung dieses erhabenen Amtes bestätigte. Da die türkische LaienreMblr? durch ihren lleber- griff gegen die türkische nationale Souveränität
steht nur in geringem Umfang und
Sure Zinsen (24 Prozent) zur 2 strnktive und organisatorische,
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jedes Recht Mr Beteiligung oder zum Einverloren hat, ist es jetzt ausschließlich der mohammedanischen Wett, in voller
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lung von Angora durch die Abschaffung des Kalifats und die Ausweisung des Kalifen und feiner Familie aus Konstantinopel den indischen Mohamedauern eine sehr schwere Beleidigung zugefügt habe. Allgemein werde eine islamitische Konferenz zur Ernennung eines Kalifen gefordert.
sollen von den Alliierten überwacht werden.
In Verbindung mit dieser Meldung ist es nicht ohne Interesse, anzuführen, daß nach einer Mitteilung des „Newyork Herold" von Deutschland verlangt werden soll, den Ertrag der Staatsmonopole an die internationale Goldemissionsbank abzuführen, die sie als Depot bewahre. Bon diesem Depot sollen die Sachtieferungen bezahlt werden. Nach dem gleichen Blatt sollen die Sachverständigen auch bereits praktisch die Frage der deutschen Eisenbahnkontrolle geregelt haben, um die Rechte der Zeichner der geplanten Anleihe zu sichern. Es würden einer oder mehrere Verwalkungsräte ernannt werden, die die Aktionäre vertreten sollen, wie dies in Amerika der Fall sei. Ihre Aufgabe bestehe besonders darin, den Zinsendienst für die Anleihe
wie etwa Me Kreditgeschäfte zwischen Dünge- mrttelinlduftvie und LartdroirffchLft, stich gimcrr nachahmenswert, worden aber nur auf bestimmten Gebieten ErfoLg haben, sind auch schwer ins Loben zu rufen.
Noch ungünstiger steht es mit 6er Wefriedi- S hes Kvsditbedürfmsses unseres Außen- els. Unsere HaLslsbllanz ist „kolossal passiv". Mit Drosselung der Einfuhr kommen wir nicht weiter. Sie Mhrt zur Ebdwstelung ber, Wirtschaft. Manche Handelszweige genießen ausländische PrivatkreLite. Im Ganzen aber ist die Befruchtung durch biefe noch sehr gering. An öffentlichen Krediten läuft nur das holländische Kreditabkommen. Dieses kann nicht verdoppelt werden. Alle Bemühungen, die nach anderen Richtungen hin unternommen frnb, sind bisher gescheitert. Die in Holland errichteten Genre ins chaftsunte rnohmung en ho lländischer und deutscher Banken Vermitteln nur zum -teil Warengeschäfte, dienen in der Hauptsache vielmchr Finanztransaktionen. Nach einem Neuen Weg brauchte man sich dann nicht um= ruschauen, wenn die deutsche Wirtschaft aus eigener Kraft schon wieder in der Lage wäre, een Import aus ihren Devisen zu decken. Dies ist ober, wie bekannt, keineswegs der Fall. Die änforherunlgen an den Dovtsenmarkt wachsen wn Tag zu Tag in besorgniserregender Weise. Asches Handeln ist deshalb notwendig. Der âlchsbankpräsident hat von Anfang seiner Tätigkeit an den Plan verfolgt, ausländischen Kredit durch das Mittel einer Bankgrün- »ung zu bchchaffon, weit er keinen anderen Ausweg 'mehr sah. Dieser Weg hat jetzt zum Gele geführt. Wenn der am Samstag im hauptauSschuß entwickelte Plan verwirklicht stehen der deutschen Wirtschaft Valuten-- lve'dite in Höhe von 500 Millionen Goldmark, darunter direkte ausländische Kredite in Höhe von 300 Millionen Goldmark Mr Verfügung, bie Kosten dieses Kredites find mäßig. Als ^genkeistung werden keinerlei politische Fvrde- run'gen erhoben. Die Bank, durch die das ganze ^f^äft finanziert wird, wird eine Abteilung »er Reichsbank. Verwaltung und Aüffichtsrat Nt ganz in deutschen Händen.
Kenfenmarf und Golddiskontbank.
Rentenmark und Papiermark sinid zwar nicht rechtlich, wohl aber tatsächlich miteinander verkoppelt. Rutscht die Papiermark weiter ab, so $ das Abrutschen der Rentenmark unvermeid
Autorität und in voller Freiheit über diese Lebensfrage zu entscheiden. Ich lade daher die
Paris, 11. März. Nach einer Havas-Meldung aus Konstantinopel hat der Präsident der türkischen Republik dem Chef der Muselmanen von Indien ein Telegramm übermittelt, in dem er ihm die Entscheidung der Nationalversammlung über die Beseitigung des Kalifats mitteilt und ihm erklärt, daß das Amt des Kalifen jetzt von der Großen Nationalversammlung der Türken und von der Regierung aus geübt werde.
lich. Die Gefahr einer Heraufsetzung Les Dol- larkurses wird aber immer drohender, je stärker die Anforderungen am Devifenmarkt werden Md je weniger es möglich ist, diese Anforderungen M befriedigen. Laufen die Dinge noch einige Wochen weiter, so tritt Las ein, was im Interesse der deutschen Wirtschaft und des gesamten deutschen Volkes unter allen Umständen vermieden werden muß, nämlich eine neue Zerrüttung unserer Währung.
Dieser Gefahr beugt das GolLdiskorchbank- Projekt vor. Die Hereinnahme der Devisen, der ausländische Kredit, der hierdurch zur Verfügung gestellt wird, entlasten unmittelbar die deutsche Währung. Nach den bestimmten Erklärungen des Re i chsbankp räsidenten wird bei dem Zustandekommen feines Projektes die Rentenmark bis zum Zustandekommen der endgültigen Währungsreform unter allen Umständen gehalten werd en können.
Angesichts dieser EMärung und angesichts der Gefahren, L'ie beim Nichtzustandekommen des Projektes der deutschen Währung drohen, werden die Besorgnisse, die aus der Ausgabe von Noten durch die Golddiskontbank entstehen, zurücktreten müssen. Die Golddiskontbank hat das Recht, bis zu 100 Millionen Goldmark Noten auszugeben. Diese Noten sind in Höhe von 50 Prozent einlösbar. Daß eine Inflation durch einen so geringfügigen Betrag entstehen könnte, ist ausgeschlossen. Die Noten sind aber, wie her Reichsbankprästdent wiederholt be-
sprechenden Betrag 6er in Deutschland in Umlauf befindlichen fremden Noten einzuziehSn und werden nicht auf deutsche Währung, sondern auf Sterling lauten. Mag ihr Betrag klein erscheinen: mit Recht ist geltend gemacht, daß 500 Millionen besser sind als 400 Millionen. Es ist zu hoffen, daß die im Hauptausschuß geäußerten Bedenken, durch diese einlösbaren Goldnoten 6er neuen mit der Reichs- bank in engstem Zusammenhang stehenden Golddiskontbank tonnte das Vertrauen in unsere Rentenmark erschüttert werden, sich nicht bewahrheiten.
Rtzmrationsban? und Golddiskontbank.
Leistungsfähigkeit zu prüfen. Ihre Aufgabe besteht vielmehr auch darin, Vorschläge für die
Stabilisierung der deutschen Wahrung zu machen. Es ist bekannt, daß die Sachverständigen diese Aufgabe durch die Schaffung einer endgültigen Goldwährung, lösen wollen. Vom Standpunkt der Alliierten ist dieser Plan durchaus verständlich. Sie bedürfen der Goldwährung, um deutsche Guthaben für Reparationszwecke verwenden zu können. Die R parationsbank soll gewissermaßen in einen großen Reparation stopf wertbeständiges Geld der deutschen Wirtschaft, 6. h. Gold, sammeln und den Alliierten zur Verfügung stellen. Daß mit diesem Plan die größten Gefahren für die deutsche Wirtschaft verknüpft sind, ist klar. Wir werden uns stets auf Len Standpunkt zu stellen -haben, daß eine echte Goldwährung für uns erst nach erträglicher Lösung der Repa-
Die Sachverständigen-Ausschüsse der Repa-! <
rütionskommisfion haben nicht nur die deutsche I
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rationsfrage und nach Wiede Herstellung unserer Wirtschaft im Sinne des Ausgleichs von Aktiven und Pafftven unserer Bilanz möglich ist, daß wir darüber hinaus mit allen Kräften Versuche einer Internationalisierung und Finanzkontrolle abweisen müssen. So klar diese Stellungnahme ist, es fragt sich, ob sie zur Abweisung des Schachtschen Projektes führen muß, weil durch dieses den Plänen der Alliierten Vorschub geleistet würde. Man wird Ler diese Frage in den nächsten Tagen noch eingehende Besprechungen l-aben. Durchschlagend dürfte die Erwägung sein, daß Deutschland auch für eigene Zwecke, nämlich Hebung der Kreditnot, aus eigenen Straften — Austandskredite, unter den oben geschilderten Bedingungen gewährt, sind ein Zeichen des Vertrauens auf deutsche Kraft — zunächst einmal eine deutsche Lösung des Problems hinstellt. Die Wirkung solch ent- schlossen-LN Handelns wird nicht ausbleiben, die Gefahr der Ausbeutung unserer Notlage dadurch nur verringert werden können. Im Ganzen wird man daher das Schachtsche Projekt freudig begrüßen und hoffen, daß es bald verwirklicht werden kann. Nach den Ankündigungen im Hauptausschuß bedarf es dazu nur weniger gesetzlicher Bestimmungen, die noch in dieser Woche Rechtskraft erhalten sollen. Alle übrigen Voraussetzungen sind bereits gegeben. In einigen Tagen kann die Bank gegsrindet
in Paris wird erklärt, die von der „Chicago Tribune" gebrachte Nachricht, die Sachverständigen würden vorschlagen, Deutschland müsse sofort jährlich 2 Milliarden Goldmark für Sachlieferungen zur Verfügung stellen, müsse Mit allem Vorbehalt ausgenommen werden. Auf alle Fälle sei die genannte Summe stark übertrieben.
Paris, 11. März. Der Bankunterausschuß des Komitees Dawes ist heute nachmittag 4 Uhr zu einer Sitzung zusammengetreten, der auch Reichsbankpräsident Dr. Schacht beiwohnen wird. Man nimmt an, daß Dr. Schacht sich auch über den dem Reichstag zugegangenen Gesetz- eMwurf betreffend die GriUrdung einer vom Deutschen Reich unabhängigen Goldkreditbarck aussprechen wird. Nach dem „Journal des Debüts" wird heute nachmittag über die Frage verhairdelt werden, wie die deutsche Goldkredit- bank eventuell in die von dem Sachverständigenkomitee vorgeschlagene Goldemissionsbank â- gegliedert werden kann.
Die Frage der Reichslagsa«s!vf«ng.
Berlin, 11. März. Der Aettestenrak des Reichstags hat die Dispositionen für den Rest dec Tagung so getroffen, daß Donnerstag oder Freitag die Auflösung des Reichstags erfolgen kann. Am Mittwoch werden das Posffinanzgefetz, das Gesetz über die Ausprägung von Silbermünzen, der deutschnationale Antrag wegen der Wahl des Reichspräsidenten, am Donnerstag das Gesetz über die Golddiskontbank erledigt werden. Eine Reihe kleinerer Vorlagen soll ebenfalls verabschiedet werden. Der Sparausschuß des Reichstages soll als Ausschuß bei der Regierung fort- bestehen. Reber die Verlängerung der GAkig- keitderFreifahrkarlender Abgeordnete« bis zu den Neuwahlen soll noch mit dem Reichsrat verhandelt werden. Ferner ist vorgesehen, aber noch nicht bestimmt, daß die Wahlagitation während der Karwoche ruhen soll, sodaß i* dieser Woche keine Versammlungen abgehotto« werden.
Nach der Annahme des Notetals werde der Reichskanzler noch einmal laut „Germania" den Standpunkt der Regierung zur Frage der Notverordnungen darlegen und zum Ausdruck bringen, daß die Regierung, da eine lleberei»- siimmung mit den Oppositionsparteien nicht zu erzielen sei, gezwungen sei, an das Volk zu appellieren und den Reichstag auszulösen. Die Neuwahlen des Reichstages dürften de« Blättern zufolge am 4. oder 11. Mai statffinden. Der 4. Mai dürfte dabei in erster Linie in Frage kommen, und die preuhifchen Gemeindewahlen, die auf diesen Tag eisberufen sind, würben wohl um kürzte Zeit hinausgeschoben werden.