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SanauerS Anzeiger

Geueral-Amzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis Sanaa a. W.

Erscheint täglich mit Ausnahme bet Con«. und Feiertage. , Fernsprech-Anschluß Nr. 1237.

B ,, u s s v r e i s für die Zeit vom 1. bis 10. März 75 Eoldpsennig ohne Trägerlohn. Einzel­nummer 10. Freitags u. Samstags 12 Eoldviennig.Anzeigenpreise: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldpsennig. für die R e H am ez e i l e (68 mm) 50 EoldpsennigOffertenaebübr 30 Eoldpsennig. Geschäftsstelle Hamm erst ratze 9.

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Nr. 60

Dienstag Sen 11. Mörz

1924

Das Neueste

Die Retchstagsauflösung ist nunmehr für diesen Donnerstag oder Freitag ins Auge gefaßt.

In der Pfakz versuchen die Separatisten mit anderen Mitteln, und zwar mit der Grün­dung einerRheinischen Arbeiterpartei" ihr Ziel zu erreichen.

Im Hitler-Prozeß wurde gestern General v. Lossow als Zeuge vernommen. Heute erfolgt die Vernehmung v. Kahrs.

Angesichts der Stellungnahme der belgi­schen Parteien kann das dritte KMnett Theunis als gebildet angesehen werden.

Macdonald erklärte im englischen Unter­haus, daß ein englisches Blanbuch über die Re­parationsfrage in Vorbereitung sei.

6h neu« Smretisieö in 6er Wz

mit Unlerslützung französischer Gelder.

Zusammenbruch.

Die deutsche Sozialdemokratie, dte sich als die vornehmste Bannerträgerin der Marxschen Ideenwelt fühlt, muß immer mehr erfahren, wie wahr Oswald ©penglers Wort ist:Der Marxismus bricht mit der schalleâen Orgie seines Versuchs zur Wirtlichkeit heute jufam«

men.

nur das rote Götzentum eines

Marx geht in Trümmer, auch die Partei, die in Deutschland nach Marxschem System und Pro­gramm das Leben meistern wollte. Da helfen keine Ausflüchte, auch keine Beschönigungsmän­telchen hier sprechen Tatsachen. Ueberall hat man im Laufe der leiden Jahre das Wesen der Sozialdemokratie erkannt, in allen Willens­meinungen des deutschen Volkes im letzten Dier. te"ahre kann man den gleichen Zug wahrneh Wen: E r N ü ch t e r y« Versprechungen der ozialdem, k ra t ie. Daß dies eines Tages so kommen mußte, war vorauszusehen. Die Sozialdemokratie ver­hieß seit Jahrzehnten den Himmel auf Erden, sobald ihr die politische Macht zufallen würde. In den Revolutionstagen 1918/19 hat die Par­tei die politische Macht in Besitz genommen. Friede, Freiheit, Brot werden wir -euch schaf­fen!" So sprach man zum Volke und mit die­sem Schlagwort tat die Sozialdemokratie ihren großen Fischzug. Aus der Haltlosigkeit des deutschen Volkes floß nach dem Zusammen­bruch der Monarchie der Zustrom zur Sozial­demokratie und machte sie zur R-evolutio-ns- gewinnlerin. Niemals, wenigstens in der deut­schen Geschichte nicht, hat eine Partei eine so ausschlaggebende Macht besessen, wie-dieSozial­demokratie nach der Revolution, und nichts

Speyer, 10. März. Der bekannte Er­werbslosen- und Separaatistenführer Kunz aus Ludwigshafen, von dem die Erwerbslosen­unruhen in Pirmasens und die neuerlichen Streikunruhen in Ludwigshafen mit inszeniert worden sind, ist von interessierter Seite beauf­tragt worden, das gescheiterte Separatisten­unlernehmen in dec Pfalz in der Form einer rheinischen Arbeiterpartei" neu aufzunehmen. Das Büro der neuen Partei be­findet sich in Speyer in der hartnmnnslraße. Ein längeres vertrauliches Rundschreiben an die Mitglieder gibt Aufschluß über die wahren Ziele dieser neu zu gründenden Partei. Durch dieses Rundschreiben wird die Vermutung bestätigt, daß die neue Partei ein Deckmantel für ver­dächtige politische Ziele sein soll, zumal eine neue Arbeitervertretung durchaus überflüssig er­scheint. In dem Rundschreiben heißt es unter anderem: Rach der durch höhere Gewalt infolge der politischen Verhältnisse erfolgten Liquidation der Pfalz- und Rheinautonomie wurde wunsch­gemäß (??) aufgrund der neu geschaffenen Lage die Gründung der neuen Partei vollzogen. Dem Wunsche aller derjenigen, die in der bisherigen Bewegung (lies Separattstenbewegungi) passi­ven oder aktiven Anteil gehabt haben, wird Rechnung getragen. Rach dem Einziehen der grün-weiß-roten Flagge ist das geschlossene Un­ternehmertum dazu übergegangen, den Acht-

puudentag aus der Welt zu schaffen. polmf^Sefdj*!!^

puntt ses ««li­es von der Ak-

tivitäl der rheinischen Arbeiterschaft abhängt, ob in längerer oder kürzerer Zeit sich die Arbeiter von West- und Mitteleuropa die Hand reichen werden, um den immer brutaler aufkrelenden

wurde erfüllt. Die Massen belog und betrog man. Mit den sattsam bekannten Schlagworten und Redensarten wartete man ihnen auf, bis der Schwindel offenbar wurde. Dann drückte man sich von der Verantwortung, überließ die »Staatskunst" den anderen und verfiel aufs neue dem Kritisieren und Opponieren. Die stärkste Partei, die erkannt hatte, mas verant­wortungsvolle Staatsarbeit heißt, und wie sie dem Menschen, er mag ein noch so heißes Herz haben, Grenzen steckt, die unüberwindbar sind, wachte nicht mehr mit aus Angst vor dem An­hängerschwund und versuchte alle Schuld, die sie aus dem Kerbholz hat, anderen in die Schuhe Zu schieben. Doch der Zerfall der Sozialdemo-

Zu schieben. Doch der Zerfall der Sozia krati-e ließ sich nicht mehr aufhalten. W unter den Stürmen der Revolution zum roten Stimmzettel gegriffen hatten, kehrten in das Eger zurück, dem sie eigentlich zugehörten, und die anderen entschieden sich offen für die Kom­munisten. In einer ausgezeichneten Broschüre »Deutschlands Zukunft Deutschlands Er­wachen!" behandelt der langjährige Leiter der sozialistischen ZeitschriftDer Firn", Arno Franke, denZerfall der Sozialdemokratie", unbarmherzig reißt dieser Sozialdemokrat der partei die Maske vom Gesicht. Franke geht vom ? August 1914 aus, an dem sich die Geister schieden.Auf der einen Seite die verantwor­tungsbewußte, von der Notwendigkeit der Nationalen Verteidigung durchdrungene Frak- nonsmehrheit, auf der anderen Seite die Marx- hovigen, die illusionären, radikalen Elemente, i n d e m irrsinnigen Glauben an eine internationale Solidarität der Arbeiter aller Länder befangen Maren und die noch unter dem Einfluß des Ver­brechens standen, das Marx an der deutschen Arbeiterschaft verübt hatte, als er ihr in dem »Kommunistischen Manifest" die Auffassung Erkundete:Der Arbeiter hat kein !- aterland I" Und Franke führt weiter

ie-le, die

us, daß der Radikalismus in der Partei siegte, oah vom 9. November 1918 an der Niedergang "er Sozialdemokratie, obwohl ihr die Massen ^strömten, datiert. Der Internationalismus .schielt tote Oberhand, deutsche Art, Lie nationale

Idee, das Vaterland wurde verelugnet, obwohl der Bankerott der sozialistischen Internationale jedermann offenkundig war. Wenn deutsche Volksgenossen in den Grenzlanden gegen grau­same Bedrückung sich zur Wchr setzten, dann verurteilten die Herren Genossen dies aufs hef­tigste, dann sprach man von der nationalen Bestie, die tot-geschlagen werden müsse. Für die Tyrannei, die Unmenschlichkeiten von Franzo­sen, Polen, Tschechen wider heutsche Brüder und Schwestern hatte man sehr zahme Ausdrücke, in den meisten Fällen schwieg man, hielt man mit seinem Urteil zurück. Es könnte ja die In­ternationale leiden und die nationale Idee ge­waltig wlachsen! Für diese unerhörte vater­landslose Art her Sozialdemokratie führtFranke eine Reihe von Beispielen an, die diese Partei und ihre gegenwärtigen Häupter vor dem Richt- stlihl der Geschichte mit dem Urteilsspruch be­lastet werden: Sie schadete Deutschland schwer, sehr schwer! Franke weist auf den intern-atio- nalen Sozialistenkongreß in Genf hin: Die Deut­schen, an ihrer Spitze Hermann Müller-Fran­ken, der das Versailler Diktat mit unterzeichnet hat, setzten sich mit Vanderoelde-Belgien, einem der Urheber des Versailler Schanddokuments, an den gleichen Tisch und einigten sich auf die so-genannteGenfer Schu-ldrefolution". Es heißt da:

In Erwägung (II), daß die deutsche Sozial­demokratie in ihrer Denkschrift selbst er­klärt, daß die deutsche R e v o l u t {o n zum großen Unglück der Welt, und ganz besonders des deut­schen Volkes selbst, um fünf Jahre zu spät ausgebrochen ist (!!), ferner, daß sie be­dauert, daß sie im Kriege den Kampf gegen Mili­tarismus und Imperialismus nicht mit ausreichen­dem Erfolg geführt hat (!!), vor allem hinsichtlich der Leitung der auswäritgen Politik, die der Kon­trolle der Volksvertretung entzogen war, erklärt der Kongreß:

1. Das Bismarcksche Deutschland hat, wie schon Marx und Engels erkannt haben, den Weltfrieden auf das schwerste er­schüttert, indem eg Elsaß-Lothringen im Jahre 1870 mit Gewalt annektiert hat. Für Deutschland darf es keine elsaß- lothringifche Frage mehr geben.

2. Das kaiserliche Deutschland hat ein neues Verbrechen gegen das Völkerrecht begangen, als es im Jahre 1914 die Neutralität und Unabhängig­keit Belgiens verletzte und sich durch die Mißhand­lung der Bevölkerung im besetzten Gebiete gegen die Gesetze der Menschlichkeit verging.

3. Das republikanische Deutschland selbst fühlt sich verpflichtet zur Wiedergutmachung der Folgen des Angriffes, den das kaiserliche Deutschland aus­gelöst hat."

Das war also, so schreibt Franke, die Partei, die dem Deutschen Reiche mehrere Reichskanzler und einen Außenminister sestelft hatte! Das

preußischen Generalstiefel vom Erdboden ver­schwinden zu lassen, gilt es jetzt den Hobel anzu- setzen. Den Mitgliedern wird Rtthksschutz in politischen Angelegenheiten ohne weiteres ge­währt. Als Häupter bet provisorischen Zentral­leitung, deren Sitz in Speyer ist, werden ge­nannt: Heinrich D 8 r r (1. Vorsitzender) Anton Wilhelm (2. Vorsitzender), Georg Kunz (Organisator und Agitator). Die Zentralleitung setzt sich bezeichnenderweise aus Personen zusammen, die aus dem separatisti­schen Anternehmen bekannt sind. Kennzeichnend ist auch, daß ein Presfefonds und ein eigenes Parteiorgan 'gegründet werden sollen. Es kann heute schon als feststehend be­trachtet werden, daß die Gelder für diese Einrichtungen der neuen Organisation nur aus französischer Quelle stammen können, da Kunz und seine Anhänger nur von Arbeitslosenunterstützung leben und Kunz fer­ner bei der französischen Provinzialdelegation in Speyer ein- und ausgeht. Diesen Schluß läßt auch der Satz zu, der den Anhängern der neuen Bewegung Rechtsschutz verspricht. Die deutschen Behörden haben solchen Elementen natürlich nie­mals besondere Zusicherungen gegeben, dem­nach bleibt nur der Schluß übrig: die neue Par- tei will sich auf fremdes Geld und auf fremde Macht stützen.

Ludwigshafen, 10. März. Von be­sonderer Seite wird dem Wolfbüro mitgefeilt:

land den Todesstoß versetzen dürfte. Uebe roll rührt und regt es sich in den sozialistischen Reihen. Fort mit dem alten internationalen Plunder, fort mit dem marxistischen Wortge» rümpel! So lauten jetzt die Losungen. Was sich diese alte deutsche Sozialdemokratie alles sagen lassen muß, geht aus einem längeren Ar­tikel des JungfoziaKsten Schmitz-Leipzig hervor, den wir an anderer Stelle veröffentlichen, und auf den wir auch hier besonders verweisen möchten. Er zeigt, wie der Zerfall der Sozial­demokratie mit Riesenschritten vor sich geht, er zeigt, wenn es überhaupt noch eines Beweises

bedurft hätte, daß die Sozialdemokratische Par­tei politisch wie moralisch bankerott ist ein Zustand, der Kundigen schon seit langem offen bar ist. R. H.

rett«

nächster Zeit wieder loszuschlagen und sich in den Besitz der öffentlichen Macht zu sehen. Diese neue Gefahr wird von den zustän­digen Stellen als sehr ernst betrachtet.

war die Partei, die sich -anheischig gemacht hatte, einneues Deutschland" zu begründen! Sie ent­schuldigt sich bei den Fabrikanten des Ver­sailler Mordvertrages, daß sie nicht rechtzeitig in Deutschland Revolution gemacht! Sie brachte diese Entschuldigung bei denselben Franzosen vor, die nichts dagegen getan hatten, daß sich ihre Republik zur Vernichtung Deutschlands mit dem russischen Zarismus verbündet, daß sie diesem seine Rüstungen und den Bau der aus dem Zarenreiche nach Deutschland führenden strategischen Bahnen bezahlt hatte.

Aber es kommt noch schlimmer. Zu Pfing­sten 1923 kamen die roten Internationalisten nach Hamburg. Auch hier waren, wie Franke schreibt, die deutschen Sozialisten nur geduldet. Ein Blum, französifcher Sozialist, durfte es wagen, wörtlich zu sagen:

Ich warn: die deutschen Genossen vor dem Schlagwort eines französischen Imperialismus! So etwas existiert überhaupt nicht. Es gibt bei uns die alte militärische Tradition eines ruhm­reichen Heeres, das bei uns einen nationalen Stolz auslöst, der manchmal bis zum Chauvinismus ge­steigert wird. Aber einen positiven Imperialis­mus, der andere Völker annektieren will, kennen wir nicht . . . Wenn ich hier die Interessen Frankreichs vertrete, so verstößt dies nicht gegen den Internationalismus."

Und dies vier Monate nach dem Ruhrein­bruch! Und kein Widerspruch bei den Deutschen! Franke zerrt weiter eine Angelegenheit an die Oeffentlichkeit, die als ein ungeheuerlich natio­nales Verbrechen der deutschen Sozialdemo­kratie sich darstellt: Der Sozialist Viktor L. Beyer in Milwaukee hatte in Hamburg einen Bericht eingebracht, der die Teilung der Kriegs­reparationen unter alle am Krieg beteiligten Nati-onen forderte. Dieser Bericht hatte alle Aussicht auf Annahme im Plenum. Die belgi­schen und- französtschen Sozialisten rannten aber dagegen Sturm. Was taten die deutschen Sozialdemokraten? Man höre:

Ein'solcher Bericht würde auch der deutschen sozialdemokratischen Partei sck)ädlich sein Die Partei hat die Schuld am Krieg und Pflickst, Reparationen zu leisten, im Prinzip an­genommen."

So sieht das Auftreten der Sozialdemokraten in der äußeren Politik aus. Gott fei dank hat ein großer Teil der deutschen Arbeiterschaft er­kannt, daß der Marxismus dieVolks­stimme" behauptete zwar kürzlich, wir in der Hammerstraße würden davon nichts verstehen mit seinem internationalen Drum und Dran großer Schwindel ist. Schon haben sich nationalgesinnte Arbeiterführer zu einer Ver­einigung zusammengetan, die der sterbenden internationalen Sozialdemokratst in Deutsch-

Die Frage der Reichslagsauslösung.

Die wir hören, hatte der Reichskanzler gestern nachmittag nach Schluß der Plenarsitzung des Reichstags eine Besprechung mit den Führern der vier Regierungsparteien. Dabei ergab sich, daß das Kabinett und sämtli^e Regie­rungsparteien völlig einig sind da­rüber, daß die Auflösung des Reichs- tagsnoch dieseDocheerfolgen muß, ferner darüber, daß ein möglichst früher Wahl­termin in Aussicht zu nehmen sei, wobei jedoch Rücksicht darauf genommen werden müsse, daß die Wahlen im besetzten Gebiet längere Zeit zur Vorbereitung beanspruchen. Anker welchen Um­ständen die Auflösung erfolgen wird, steht noch nicht fest, da ein Einverständnis zwischen der Regierung und den Koalitionsparteien über den von diesen zu stellenden Antrag bisher nicht erzielt werden konnte.

~ ' März. Nachdem der Reichs­

eien gestern ihren Willen zur Aufl g des Reichstages be­kundet haben, dürften den Blättern zufolge die genannten Parteien nach Erledigung des Rot- etats und des Golddiskonkbankgefetzes bei Be­ginn der Beratung der deutschnationalen und sozialdemokratischen Anträge auf Aufhebung bezw. Abänderung einiger Rotverordnungen den Aebergang zur Tagesordnung beantragen. Dieser Antrag würde abgelehnt werden und die Regierung würde dann zur Auflösung des Hauses schreiten. Es ist demnach wahrscheinlich, daß der Reichstag amDonnerstagseine Tagung beschließen wird. Die Si­mulierung des Antrages der Koalitionsparteien steht noch nicht fest. Es wird zur Zeil darüber beraten.

Der Reichsparteivorstand der Zentrums­partei hat lautGermania" in Verbindung mit den Land- und Provinzialorganisationen gestern jm Reichstagsfraktionszimmer der Par­tei Besprechungen über die Vorbereitungen der kommenden Reichstagswahlen geführt. Als Er- gebnis der Beratungen verzeichnet das Blatt, daß die Zentrumspartei über eine einheitliche, geschloffene Marschroute bei dem Wahlkampf verfügen wird. Auch die Kandidatenfrage wurde im allgemeinen erörtert. An der Tagung, die unter dem Vorsitz des Reichskanzlers Marx stattfand, nahmen die beiden Zentrumsminister des Reichskabinetts und ferner der von der Grippe wiedergenesene frühere Reichskanzler Dr. Wirth und der Vorsitzende der Zentrums- fraftion des Reichstages teil.

Annahme des Gvlddiskonlbauk- Gesetzes im Reichsraf.

Berlin, 10. März. Der ReichSrat bat eine« Gesetzentwurf über bie hypothekarische Belastung von Grundstücken der Reichsbahn angenommen, wonach im Interesse der von der Reichsbahn beabsichtigte» Kreditopcrationen die hypothekarische Belastung ihrer Grundstücke ohne Eintragung zulässig ist. Sodann wandte sich der Reicksrat den Gesetzmiwürfen über die Schaffung der Äoldsiskont- bank und über die Aenderung de» Bankgesetzes zu, die er debattelos nach den Slusschntzbeschlüssen, die die Vorlage im Wesentlichen nur stilistisch und formal abgeändert hatten, annahm.

Sine öeuMche Ankwork.

General v. Seeckt hat an dasDeutsche Friedens- kartell, zu Händen des Herrn Prof. Quidde, Berlin", solgendcS Schreiben gerichtet:

Auf das Schreiben vom 3. Januar 1924 sachlich einzugehen, muß ich mir versagen. Die Gedanlen- ;änge der internationalen Pazisismus sind für ein nternational derart mißhandelter Volk wie das deutsche schon an sich schwer begreiflich. Wenn er aber Deutsche gibt, die sich nach den Ersahrungen deS Ruhrcinbruchcs und in einer Zeit, in der ivrankreich den Vertrag von VcriaillcS täglich mit Füßen tritt, für die Durchsühcnng dieser Vertrages im Interesse der Franzosen cinit^m, so kann ich das nur als den Gipfel nationaler Äüroelosigkcit bezeichnen. Im übrigen möchte ich Sie darauf auimertiam macken^