Einzelbild herunterladen
 

Hanauer W Anzeiger

General-Amzeiger

- Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Kanan a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- und Feiertage. / Fernsprech-Anschluß Nr. 1237.

R « » n a s » r e i s für die Zeit vom 1. bis 10. März 75 Eoldvfennig ohne Trägerlohn. Einzel­nummer 10, Freitags u. Samstags 12 Eoldvfennig.Anzeigenpreise: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldvfennig. für die Reklamezeile (68 mm) 50 Eoldvfennig Ofsertengebüb r 30 Eoldvfennig. EesLaftsftelle Hammerstraße 9.

KrfStluagsort und Gerichtsstand für beide Teile vanau a. Main. Für Vladvorlchriit nnd Erscheinungstage der Anzeigen wird keine Gewähr geleistet 2m Falle höherer Gewalt Streik «fw. hat der Bezieher keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugsvreis«,

Nr. 53 ...........will B

Montag den 3. März

1924

Das Neueste.

Neichsbankpräsident Dr. Schacht wird wahrscheinlich heute wieder vor den Sachver­ständigen erscheinen.

In Mannheim fand im Rahmen eines Preffetages eine Pfalzkundgebung statt, wobei auch der Reichspräsident Ebert und der baye­rische Ministerpräsident o. Knilling sprachen.

Das Verfahren gegen den ehemaligen ächsischen Ministerpräsidenten Zeigner wegen lnregelmätzigkeiten während seiner Amtsführung st nunmehr eröffnet worden. Die Hauptver- jllndlung ist auf den 14. März angesetzt.

Zwischen MacDonald und PoincarS hat ein interessanter Briefwechsel über die Außen­politik Englands und Frankreichs stattgefunden, r................ ...............

Wochenomschau.

Parlamentarisch betrachtet bietet die vor sins liegende Woche ein recht ungewisses Bild. Kus den verschiedenen Auffassungen und Ab­sichten hat sich noch keine einheitliche Linie ge- sildet, die man mit einiger Sicherheit weiter ver- blgen könnte. Die Regierung würde wohl am liebsten dem parlamentarischen Todeskampf ein sllsches Ende machen und den Reichstag auf« lösen. Dem Reichsinnenminister Jarres und wahrscheinlich auch seinen Ministerkollegen er­scheinen die Neuwahlen am 6. April durchaus tngängig. Die Bedenken gegen den 6. April sind n der Hauptsache parteipolitischer Natur, da vohl alle Parteien einen längeren Anlauf nötig sahen, um ihren Wahlapparat in Bewegung u setzen. Wenn nicht im April gewählt werden ann, so müßte man spätestens im Mai die Vähler an die Urne rufen. Daher auch der jeLffchvolkßparteiliche Antrag, die Auflösung ÄÄÖ^

Mzusetzen. Da die Legislaturperiode dadurch ibgekürzt wird, erfordert der Antrag eine zwei- )rittet Mehrheit. Dafür scheint vorläufig noch seine Aussicht, da die Sozialdemokratie das fffenkundige Bestreben hat, die Neurvahlen bis n den Juni zu verschleppen, um die Schvnfrist, sie sie bis zu ihrer sicheren Niederlage für ihre semmungslofe Propaganda noch befitzt, mög» ichst weit auszudehnen. Alles andere ist bei der kozialüemokratie Mache und Getue. Infolge­dessen hat man auch den Antrag der Deutschen stzolkspartei vorläufig noch zurückgestellt, um iibzuwarten, ob die Regierung durch Auflöfung ßw einem Abschluß kommt. Hier wie dort aber lmtzieht sich die Sozialdemokratie der Entschei­dung und es ist lediglich die Frage, wie man sie am besten fassen kann, um sie zu einer klaren Stellungnahme zu zwingen und ihr Ausweichen üei einem Vertrauens- oder Mißtrauensvotum hu verhindern. Die Frage, wie man das machen 'M ist noch offen und da auch Zufallskonflikte Mt ausgeschlossen sind, so ist der Voraussicht- siche Verlauf der eben begonnenen Parlaments- lvoche noch DoUfommen in .Dunkel gehüllt.

Etwas klarer zeichnen sich die Linien der uußerenPolitik ab. Die Arbeit der Sach- oerftänbigen nimmt in Paris ihren Fortgang. Die Veröffentlichung des abschließenden Be­richtes wir- man wohl vor dem 15. bis 20. Erz nicht erwarten dürfen. Inzwischen läßt sich das Verhältnis der neuen englischen Re- S'erung zu Poincarè klarer erkennen. Es ist überaus bezeichnend, daß der englische Minister Hendersohn, der in einer Wahlrede für die Re- ®ifion des Versailler Vertrages eingetreten war, ®on Macdonald nach einigem Drehen und Win- in öffentlicher Sitzung des Unterhauses preisgegeben wurde. Die Politik des englischen Arbeiterfüh'-ers und jetzigen englischen Minister­präsidenten ist in der Tat keineswegs auf scharfe Abrechnung oder Auseinandersetzung mit (Kantreiff) eingestellt. Macdonald ist vielmehr bestrebt, dem französischen Ministerpräsidenten Anen etwa nötigen taktischen Rückzug möglichst ou erleichtern. Dafür spricht auch die bebauer« Me Tatsache, daß England in Bezug auf die -bulltärkontrolle Frankreich entgegengekommen sir^und uns eine angeblich abgemilderte, aber ^>!ür umso dauerhaftere Kontrolle zumutet. Er neue Briefwechsel zwischen Macdonald und poincaré, den wir an anderer Stelle veröffent. scheu, beweist aufs neue die Absicht des fran- Msischen und des englischen Premierministers, p Entente zwischen Frankreich und Großbri- Mnien enger durchzuführen, die eine Stärkung Völkerbundes zum Ziel hat. Man sollte sich Mer nicht nur in der deutschen Sozialdemokra- t sondern auch in weiteren politischen Kreisen darüber klar sein, daß wir von Macdonald ge- Mu ebensowenig wie von Baldwin eine eng-

Ein Tag -er deutschen Treue einigste« zwischen Nord und Süd.

Mannheim, T. März. Hier fand heute im Rahmen eine Pressetages eine machtvolle Pfalz- kundgebung statt, an der auch die Spitzen des Reiches sowie Bayern und Badens teilnahmen. Die Reihe der offiziellen Ansprachen wurde ein­geleitet mit einer Begrüßungsrede des Chef­redakteurs S ch e e l. Im Anschluß an diese Rede ergriff der

Reichspräsident Eberk

das Wort zu längeren Ausführungen, in denen er insbesondere der bedrängten Deutschen in der Pfalz und am Rhein gedachte. Die Augen Deutschlands, ja, die Augen der gesamten Kul­turwelt, ruhen seit Wochen auf den deutschen Landen am Rhein, insbesondere auf der Pfalz, die unter dem Drucke fremder miltärischer Be­satzung zur Erreichung aller machtpolitischer Ziele einem bewaffneten und gedungenen Gesin­del überlassen worden ist, von dessen Gemein-

schaft und Gesellschaft sich jeder ai Pfälzer ftrnhielt.Aber die P f a l z i st d

anständige

eu

kerndeutsch, und wird es bleiben! Das schwere Schicksal und die harten Ergebnisse haben diese Lande und die Herzen ihrer Bewoh- ner noch fester und unlösbarer mit dem deutschen Vaterland verankert. Was wir in den letzten Wochen in der Pfalz erlebt haben, das hat der Welt gezeigt, daß deuffche Treue kein leeres Wort ist. Diese deutsche Treue wird, dessen sind wir alle sicher, auch weiterhin die Probe bestehen und allen Gewalten zum Trotz uns demhellenMor-

gen, daß die Reichsregierung wie bisher auch ferner alles, was in ihren Kräften liegt, tun wird, um das Los dieser Opfer der Gewalt zu lindern, um den Gefangenen Freiheit und Hei­

werden kann. Die den

mat wiedrzugeben, um zu helfen, wo geholfen tsche Regierung wird alles tun, um der Welt den Beweis zu erbringen, daß es sich nicht um eine Loslösungs­bewegung der Bevölkerung der Pfalz handelt, sondern um den Versuch, mit un- lauteren und zum größten Teil gekauften Sub­

jetten einen deutschen Volksstamm gegen seinen Willen in Gegensatz zu seiner Heimat und dem Volksganzen zu bringen. Gibt es ein Welt- gewissen, dann müssen unsere Bemühungen um Erlangung menschenwürdiger Verhältnisse in der Pfalz und die Wiederherstellung der Rechte der pfälzischen Bevölkerung zum Erfolge führen. Solange das deuffche Volk lebt und at­met, wird es

ausharren im Kampfe um den deutschen Rhein!

Bestehen werden wir in diesem Kampf aber nur, wenn mir in Opfermut und Opferwillen in allen großen Fragen unseres Volkes in Ge­meinschaft und Treue zusammenstehen. Möge dieser Geist der Schicksalsgemeinschaft und des Zusammenstehens Beispiel und Mahnung für alle Deutschen und für alle Tage sein, möge er für unsere Zukunst das Zeichen sein, in dem

lische Außenpolitik zu erwarten haben. Trotz­dem kann man die auswärtige Lage mit einiger Zuversicht betrachten, da alle Aussicht besteht, daß wir mit dem Bericht der Sachverständigen der Lösung des Kernproblems der europäischen, ja der Weltpolitik, d. h. der Regelung der deut­schen Entschädigungsleistung, einen Schritt näher kommen.

Der Reichskanzler gegen Luöen-srff.

2m Reichstag fand gestern abend eine Ver­sammlung des Volksvereins für die Katholiken Deutschlands statt, in der Reichskanzler Dr. Marx und Reichsarbeitsminister Dr. Brauns sprachen. Der Reichskanzler bezeichnete es, wie der Montag berichtet, als ein nationales Ver­hängnis, daß weite Kreise dem neuen Staat teilnamlos oder feindlich gegenüberständen. Es sei gewissenlos, die Mitarbeit am Staatswohl von der Staatsform abhängig zu machen. Nach der Annahme der Verfassung habe der neue Staat eine unbestreitbare Rechtsgrundlage. Wer diesen Staat durch Putsch« oder andere gewaltsame Handlungen beseitigen wolle, sei ein Hochverräter. 3m weiteren Verlauf seiner Ausführungen kennzeichnete der Reichskanzler die völkische Bewegung als verhängnisvoll. - - ~

Der Sieg der völkischen Idee in ihrer krassesten s Berlin, 1. März. In der gestern tm preußr- Auswirkung würde der Krieg aller gegen alle, 1 scheu Finanzministerium abgehaltenen Koche-

Recht und Freiheit siegen! Nach der Rede des Reichspräsidenten nahm'

Ministerpräsident v. Knilling

das Wort. Er erinnerte einleitend daran, welche schreckensvollen und greulichen Szenen schon früher die Pfalz unter französischer Herrschaft ertragen mußte und fuhr dann fort:Ich fühle mich als Dolmetscher des ganzen Bayernlandes, wenn ich an dieser Stelle bekunde, daß wir Bayern stolz sind auf unsere pfälzischen Landsleute, die die Wacht am Rhein zwar nicht gesungen, aber desto besser mitMutundKraftge Haltenhaben. Die pfälzische Presse hat die deutsche Sache glänzend und schneidig vertreten und hat in ihrer vom vaterländischen Gedanken getragenen Haltung und Arbeit erneut bewiesen, d a ß d i e moderne Journalistik im öffentlichen Leben der Gegenwart einen Faktor bil­det, der wohl zu beachten ist, nicht nur als Sprachrohr der Meinung eines Volkes, sondern auch als wertvolle Stütze der Staatsautorität im Kampf gegen finstere Gewalten. Noch lauert überall die Gefahr, noch darf die Wacht am Rhein die Lagerfeuer nicht löschen. Es geht da­rum:In Treue fest. Wir alle, alle wollen Hüter sein, dann wird uns trotz allem der alte Rhein doch bleiben.

Reichsminister Dr. Höfle

wies in seiner Rede zunächst auf den am A7. Februar veranstalteten Pfalztag hin, der in aas

Ler Rhein! Er fuhr dann fort: Nie darf das

besetzte Gebiet auch nur einen Augenblick das Gefühl des Verlassenseins haben. Auch wir im Reiche wissen, daß nicht zuletzt an Rhein und Ruhr d a s S ch i ck s a l D e u t s chl a n d s e n t - schieden wird. Die Gegensätze zwischen den einzelnen Berufsgruppen, das Parteigezänk haben zu schweigen, wenn es gilt, der Be- driickung unserer Volksgenossen entgegenzutre­ten und ein Ende zu bereiten. Nie dürfen wir vergessen, daß

noch immer 140 000 Deutsche ausgewiesl sind, noch 1500 Deutsche in Gefängnisse schmachten.

en

ICH

Der Minister schloß seine Ausführungen mit den Worten: Ich sehne den Tag herbei, der un­seren Volksgenossen an Rhein und Ruhr, in Hessen, Baden und in der Pfalz die Befreiung von ihren Leiden bringt und ihnen ein neues Glück beschert.

Es folgten dann noch eine Reihe von An­sprachen von Vertretern der Stadt Mannheim sowie der Pfälzer Bürgerschaft und der Mann­heimer Handelskammer, die in ihren Aus­führungen ihre Wünsche und Hoffnungen zum Ausdruck brachten. Damit fand die Aussprache ihr Ende. Der Reichspräsident und die Reichs­minister sowie die anwesenden Vertreter der Länderregierungen trugen sich hierauf in das Goldene Buch der Stadt Mannheim ein.

die Zerfleischung des Volkes, bedeuten. Zum Schluß wandte sich der Reichskanzler scharf gegen die bekannten Ausführungen Ludendorffs gegen die Katholiken, die er als Verleumdungen zurückwies. Auch der Reichrarbeitsminister Dr. Brauns wandte sich gegen Ludendotff. In Zurückweisung des Angriffes Ludendorffs auf Erzberger teilte Dr. Brauns mit, daß im Herbst 1918, als in Berlin über die Frage der Absetzung des Kaisers und Abschaffung der Monarchie verhândelt wurde, das Zentrum und insbesondere Erzberger sich für das Verbleiben der Hohenzollern eingesetzt hätten.

Die Politik des päpstlichen Stuhles.

vom, 1. März. Zu der Erklärung Ludendorff» im Hitlerpr-jeß, daß der Schritt Benedikt der 15. int Jahre 1917 zugunsten bei Frieden» ein Versuch ge­wesen wäre, Deutschland den Sieg zu entreißen, schreibt derCorriere d'Jtaba": Der gleiche Schritt wurde von den italienischen, französischen und englffchen Antiklerikalen sehr Hefti» al» deutschfreundliche Hand­lung zur Rettung Deutschlands hingestellt. Zum Schluß erklärt das Blatt, die Tatsache, daß die beiden geg­nerischen Parteien den gleichen Vorwurf der Partei- lichkett erheben, zeige klar, daß die Politik des päpst­lichen Stuhle» über den Parteien stehe.

Finanzm'nisier-Kvnserenz.

renz der Finanzminister der größeren Länder, die sich mit der Auswirkung der durch die dritte

Grundlagen auf schäftigte, erörti

: die Länder und Gemeinden be­erten die Finanzminister, wie

der amtliche preußische Pressedienst mitteilt, ins- besondere die Mittel und Wege, wie sie zu einem Ausgleich der Haushalte der Länder und Ge­meinden kommen könnten. Eingehende Behand­lung erfuhren u. a. die Frage des Personalab­baus und der Ausschöpfung der eigenen Ein­nahmen aus Realsteuern, aus Domänen und Forsten. Die Finanzminifter find zu dem Ergeb­nis gelangt, daß die Haushalte der Länder und Gemeinden auch bei äußerster Drosselung der Sach- und Personalausgaben ohne Eröffnung neuer Einnahmequellen nicht in Ordnung ge­bracht werden könnten. Ob die alsbald einzu- führende Geldentwertungs- und Ausgleichs- steuer vom bebauten Grundbesitz (sog. Mietzins­steuer) Einnahmen in dem nötigen Ausmaß bringen könnte, wurde bezweifelt. Wenn ein Berliner Blatt aus der Nichthinzuziehung des Reichsfinanzministeriums auf eine Spitze dieser Finanzministerbesprechung gegen das Reich schließen will, so ist das völlig abwegig.

Ueber 200 Kommuntslen auf dem Deutschen Tai" in Jena verhaftet.

Jena, 2. März. Um den vomJung, ffurm" für Sonntag geplantenDeutschen Tag" zu stören, hatten die Kommunisten er­hebliche Kräfte nach Jena zusammenge. zogen. Die Landespolizei mußte vielfach km Laufe des Tages gegen starke kommunistische Demonstrationen und Umzüge einfchrelteu. Es wurden über 200 Personen aus dem kommu- russischen Lager wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt, verhaftet, darunter auch zwei

lvge knrms

ordnete.

fonufe programmäßig durchgeführt werden. Um Mitternacht war die Ruhe überall wieder her- gestellt.

Heftige Auseinandersetzungen auf einem sozialdemokr. Bezirkstag.

Am Sonntag fand in Berlin der.Bezirks- Parteitag der Sozialdemokraten von Berlin und Teltow-Beeskow statt, um die Aufstellung der Kandidaten für die Reichstagswahl vorzuneh- men. Die radikale Richtung forderte als Spitzen­kandidaten Crispien und Zubeil, während die Richtung des Parteivorstandes bezw. der Reichs­tagsfraktion für Heilmann und Eduard Bern­stein als Spitzenkandidaten eintrat. Crispien und Zubeil wurden schließlich gewählt. Im An­schluß hieran kam es zu heftigen Auseinander- fetzungen, die damit endeten, daß alle Kandida­ten der ehemaligen fozialdeinokratifchen Partei, so Heilmann, Bernstein und anbere, ihre Kan­didatur niederlegten. Vereinzelt soll von einer ganz sicher bevor st ehenden Spaltung gesprochen worden sein. Der Parteivorsitzende Dittmann, der zur Einigung mahnte, wurde niedergeschrieen.

Briefwechsel zwischen Macdoual- und Poinearä.

Paris, 2. März Au» dem Brief, den Maebonald am 51. Februar an Poincarè gerichtet hat, seien fol- gende Einzelheiten wiedergegeben:

Der freundschaftliche Charakter der Antwort, bte Sie auf meinen Brief vom 26. Januar gegeben haben, ermächtigt mich, den Versuch zu machen, eine neue Etappe in dem AufklärungSdienst der Schwierigkeiten ui versuchen, die in den Beziehungen unserer beiden Länder entstanden sind. In dem gegenwärtigen Briefe ist er mein Wunsch, einem gegenseitigen voll, kommeneren Einverständnis den Weg dadurch zu ebnen, daß rückhaltklo» die Schwierigkeiten untersucht werden, die mich erwarten, und die Art und Weise «»»gedrückt wird, wie ich die Lage auffasie. In der Lage, in der wir un» befinden, will ich weder in eine Diskilssio« eintreten noch bestimmte Vorschläge formuliere«. Meine Absicht ist einzig und allein, Ihnen klar vor Augen zu halten, daß nach meiner Ansicht di« Schwierigkeiten und Streitigkeiten der Vergangenheit nicht absolut un- vermeidlich gewesen sind, und Sie der Bereitwilligkeit zu versichern, die ich in Zukunft zeige« werde, um da» ganze Problem ix seinen großen Linien und fernen wesentlichen Bestandteilen einer neuen Prüfung zu "'^Jn^ England ist das Empfinden weit verbreitet, daß Frankreich

entgegen den Bestimmungen M Versailler Vertrages

eine Lage zu schaffen versucht, die ihm dar verschaffe« soll was es während der Fricdenrverhandlungen zwischen den Alliierten nicht habe durchsetzen können. Diejenigen unter meinen Landsleuten, die diese« Ein­druck haben, stehen auf dem Standvunkt, daß da» eine Politik ist, die nur die Ungewißheiten und Gefahren einer Lage verewigt, die man nicht FriedenSzustand, sondern vielmehr Krieattustand »euueu müßte, und