Einzelbild herunterladen
 

sananer!

I Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadl- und Landkreis Semem a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Emm- und Feiertage. / Fernsprech-Anschlutz Nr. 1287.

- ... '-

B »z « s s v r e i s für die Zeit vom 1. bis 10. März 75 Goldofennig ohne Trägerlohn. Einzel­nummer 10, Freitags u. Samstags 12 Eoldvfennig.Anzeigenpreise: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldvfennig. für die R e kl a m è z e i l e (68 mm) 50 Eoldvfennig Df f ertenaebüß r 80 Eoldvfennig. Geschäftsstelle Sammerstrahe 9.

LrfüNunssort ««d GertÄtsstand für Seide Teile Bantu a. Main. Für Dlatzvorl Sriit und Erichein«ngstage der Anreisen wird keine DewSSr geleistet, 2«^ Fall?" höherer^ Gewalt Streik usw. bat der' Bezieher keinen Anspruch ' auf LieferunS oderMachtiefer«ng oder auf Rückzahlung der Berugsvretses^

Nr. 52

Samstag den

1924

ÄS

MMM 8mMW im Ml - WM

Anschuldigungen gegen Kahr und Lossow.

Machen, 29. Febr. In Bet Fortsetzung der Vernehmung des Angeklagten Oberstleutnant a. D. K r i e b e l erklärte dieser, die Versamm­lung am 8. November bei Kommerzienrat Zentz, bei der Vertreter aller WirtschastskreifS der nationalen Organstationen und der vereinigten

vaterländischen Verbände Bayerns anwesend waren, sei auf eine Anregung aus dem General­staatskommissariat einberufen worden. Nach Mitteilung des Kommerzienrats Zentz wollte Kahr an dem Abend eine programmatische Rede halten und dabei erklären, daß jetzt die Revolu­tionen zu Ende seien und das neue Deustchland beginne. Auf die Frage Kriebels an Zentz, warum gerade der 8. November für die Ver- sammlung ausersehen sei, erwiderte Letzterer, das misse er nicht. Es kam nun die berühmte Sitzung vom 6/November um 4.30 Uhr bei Kahr. Vormittags wurde Kriebel von Seißer persönlich zu einer Sitzung bei Kahr eingeladen, bei der u. a. auch wieder Losivw, Seißer, Varon Aufseß und Vertreter der vaterländischen Der- ibände anwesend waren. In der Versammlung ließ Kahr keinen Zweifel darüber, daß er nach Die vor der Regierung Stresemann als einer Mcht nattoncllen Regierung absolut feindlich ge- Müberstehe und daß' diese Regierung von papern aus bekämpft werden müßte. Zunächst Msfe ein normaler und dann ein anormaler

bei Kahr eingeladen,

ständigen Menschen in Deutschland sei. Hierauf fährt Kriebel in feinen Aussagen fort: Er habe den Major Siry gebeten hinauszufahren und festzustellen, wie die Sache sich verhalle. Siry sei aber nicht mehr zurückgekommen. Schließlich kam Oberst Leupold, der eine Besprechung mit Ludendorff und Hitler hatte. Inzwischen fei Pöhner von seiner Besprechung mit Kahr zu­rückgekommen mit der Mitteilung, daß Kahr luftig und guter Dinge sei. Er, Kriebel, habe zu jener Zeit als er mehr verstandsmäßig an eine Umschwenkung glaubte, einen Befehlsentwurf gemacht, der mit den Worten begann: Lossow hat sein Ehrenwort gebrochen. Dieser Befehl sei aber niemals hinausgegeben worden.

Die Besetzung des Generalstaatskommissa­riats durch die Jnfanterieschule sollte ausdrücken, daß sie dem Landesverweser oder Statthalter der Monarchie zur Verfügung gestellt wird. Auf

sofort der Befehl gegeben, die Jnfanterieschule sollte wieder abrüsten. Am Morgen habe ihn Hitler angerufen und ersucht, mit Ludendorff in den Bürgerbräukeller zu fommen.

Um halb 11 Uhr tritt eine halbskündige

Nach Wiederaufnahme der Sitzung ix ..â sich der Angeklagte Kriebel über

richisWistigte dieser Ms, es sei bei der Be­sprechung mit Kahr von der Notwendigkeit, alles genau vorzubereiten, dis Rede gewesen. Das Vorgehen sollte konzentrisch erfolgen und die militärische Leitung sollte Lossow haben.

Auf eine weitere Frage der Verteidigung, ob Kahr, Lossow und Seifmer davon unter­richtet gewesen seien, daß ein Kampf gegen die Reichswehrtruppen ausgeschlossen sei, ant­wortete, es sei ihm nur bekannt, daß man hier­über Nicht verständigt worden sei. Ludendorff betrachteten wir, sagte Kriebel, als geistigen Führer. Ludendorff hat bestimmt nicht den Be­fehl zur Befetzung des Wehrkreiskommandos gegeben. Auf eine Frage der Verteidigung, ob Lossow nicht schon am 24. Oktober erklärt habe, daß man nach Berlin ziehen und losschlagen müsse, antwortete der Angeklagte: Man sprach von zwei Möglichkeiten. Die erste sei die, daß man selbst Ordnung schaffte. Das Wort vom Marschieren und losschlagen" sei ausdrücklich gesagt worden. Auf eine weitere Frage der Verteidigung arttwortete Kriebel: Die Geifeln aus dem Rathaufe konnten nicht entlassen wer­den, weil sie sonst von der Menge erschlagen worden wären.

Es erhebt sich nunmehr

Hiller

und stellt fest, daß er eine Aussprache mit Kahr noch am 8. November herbeigeführt wissen wollte, >^af'f zu fraaen, verhandeln wolle

fragt wird, warum er das alte, von Preußen be­herrschte Reich nicht verschwinden lasten wolle. Schärfer, sagte Ludendorff, kann der Partiku- larismus nicht gepredigt werden. Ich will hier nur sagen, wie ich zu den Anschauungen kam, die mich veranlaßt haben, in das Unternehmen vom 21. Oktober 1921 einzutreten. Ludendorff führt den eingehenden Briefwechsel zwischen Dr. Heim und Graf Bothmer an, dessen Beziehungen zu französischen Kreisen Dr. Heim hinreichend

bekannt sein dürften.

Ludendorff kommt rungien Dr. Heims im über die künftige Gestaltung

die Ausfüh- hen Kurier"

vorn

L

«. "wählt werden. Es wurde ausdrücklich ""hm, daß der normale Weg natürlich auch parlamentarischer sein könne. Kahr sprach >rücklich davon, daß es nicht genüge, die t«n Männer für Deustchland zu haben, son- rn man müsse auch die preußische Regierung raus vorbereiten, und dazu seien die Verhand­ln im Gange. Er verlangte Disziplin.

m Befehl zur Aktion werde Sahr selbst geben, k führte auch aus, es seien Gerüchte im Um- uf, daß Wickmg Bayern und Reich, Reichs- und Nationalsozialisten am 9. oder 15.

>ovember selbständig losschlagen würden. Ge- m diese vier Verbände wandte er sich mit seiner Hierauf sprach Lossow, der im allge- > men äußerte, daß er völlig mit Kahr einig sei. k Mach ausdrücklich davon, daß er jede Sache

^' die Aussicht auf Erfolg habe. Er tue mir keinen Kapp-Putsch mllmachen. ff.W er von einem Flugblatt, das in L âichsrvehr verteilt worden sei und nannte KT Dummheit. Er müsse sich mit Gewalt L,.^R Verband wenden, der sich zu einem k^ butsch verleiten ließe. Seißer sprach im

.davon daß er treu hinter Kahr K ^ leben Befehl von Kahr ausführen |*ni/ Giebel schilderte dann die weiteren »n«^ kam auf die Nachricht zu sprechen, ka'?i f>v b Oberland-Bataillon in der Kaserne tzn>0 u^n sei. Er habe Ludendorff im Neben- ionhoJ1 m ^'" Augen gebeten, von jeder Wen u>,^--" Sendung seiner Person abzu- fcih 'M nur nach seinem Dienstgrad ein- Wd!x^ B^ keinerlei persönliche Vorteile

^ Ziehen wolle. Darauf sei er zum Wout ,,Kommando mit Weber gefahren, wo Mi ?<? ?^ Seißer wartete. Er habe Mn«.' ff ;.n^nt^ gehabt, daß etwas nicht in L6 5 smde es als einen unerhörten Ver- MMer^?^ Mann wie Ludendorff die drei Fn, ü2 2? ?r$ Handschlag Treue gelobt ^ Mut gefunden haben, |W L^k^ Stellungnahme zu benach- h Schink »r öe®uubere Ludendorff, der bis Kati Wort der Anklage für die KiEn h°be und für den Wortbruch, feig fwi ^®1.^ worden sei. Er werde unter Wo di« fX^Q| als beim Wehrkreiskom- t^offpn ^ Nachricht eintraf, Ludendorff

Garden, der Hauptmann Riedel H^ ««*""«1: D-- ist die Merbkl^lt Stenglein bemerkt, man dürfe Fer KPor^ 65 ^ch bei den Ausführun- M um eine einseitige Dar-

Mderen '^'< L®r glaube, man müsse auch Bier ®pks hören, bevor man die Herren Kw»S^ Oeffentlichkeit herabsetze. M^trann^s^ ^^ Hierzu, es sei nicht Sack-e lilea r? 5' ^w Vorsitzenden eine Rüge I le mir ^tsanwalt Stenglein erwiderte, I f ein» 4" ^aregung gegeben, den Ange- 1 Mt, ^ , muge zu erteilen. Justizrat Kohl I bec ^oab Urteil Kriebels über das Ver- rei Männer das Urteil aller nn=

wL wiyvuuyu jvxiw^t um z * wv^,,

die Vorgänge mn Vormittag des 9.

Er habe über die Stiminmrg bei der Landes-i.-^^ nach d Polizei keinen richtigen Schluß ziehen können " ' und den Eindruck gehabt,- daß eine Enstcheidung noch nicht gefallen sei. Selbstverständlich wur­den Anordnungen getroffen, die uns vor Usber- rumpehmgen schützen sollten. Die Stimmung bei der großen Mehrzahl der Bevölkerung sei ihm sehr fteudig vorgekommen. Es sei von jemand der Vorschlag gemacht worden, die Gestein aus der Villa Lehmann zu holen, an die Spitze des Zuges zu stellen und zur Polizei­direktion zu marschieren, um Pöhner und Frick

oder nicht. Hätte Kahr mit nein geantwortet, so waren die Vorgänge überhaupt nicht einge- :e er sein Wort gegeben, so hätte , was zu tun sei.. Wenn Kahr die s Frage nach den- Zeitpunkt beantwortet hätte:

iin acht Tagen", so wäre die Sache zurückgestellt worden. Als sich Kahr mit Ludendorff be­sprochen hatte in dem Sinne, daß er die feste Absicht zum Handeln habe, war mein Entschluß gefaßt. Auf eine Frage des Vorsitzenden er­klärte Hitler, die Sache wäre noch um 7 Uhr

herauszubekommen. Der Vorschlag sei von Dr. Weber aufs Schärfste abgelehnt worden. Im Verlaufe des Vormittags wurde uns klar, daß unsere Versuchs, Einblick in die wirklichen Ver­hältnisse zu gewinnen, mißglückt waren. Mein Vorschlag, uns in die Gegend von Rosenheim zurückzuziehen, wurde abgelehnt. Dagegen wurde der Vorschlag angenommen, selbst in die Stadt zu marschieren, um uns über die Situa­tion zu informieren. Unser Leute hatten mit dex Waffe verhindert, daß die Stadträte, die als Geiseln weggenommen worden waren, von der wütenden Menge gelyncht wurden. Die Gestein verdanken also ihr Leben unseren Leuten. Ich hatte keine Zeit, mich um die Geiseln zu kümmern. Im Zuge hatte ich sie nicht gesehen. Der Zug zur Residenz erfolgte mit entladener Waffe und mit den FührèM Ludendorff, Dr. Weber, Hitler und mir selbst an der Spitze. An der Ludwigbrücke er­hielt die dort postierte Landespolizei Befehl zum laden. Auf unseren Zunst ging jedoch die Postenkette auseinander. Beim Einschwenken auf den Platz vor der Residenz begegnete uns wieder eine Postenkette, die auf unseren Anruf, nicht zu schießen, zurückwich. Gleich darauf kam aus der Richtung der Theatinerkirche ein Schwarm Landespolizei auf uns zu und wäh­rend ein Offizier mit dem Karabiner zum Schlag ausholte, fiel, so wahr ich hier stehe,

der erste Schutz von den Truppen der Landes- Polizei.

Ob unsere Leute geschossen haben, weiß ich nicht. Ich selbst wurde aus einem Fenster der Residenz dreimal aus einer Pistole beschossen. Als die Schießerei aufhörte und ich gesehen hatte, daß um die Verwundeten bereits Leute beschäftigt waren, ging ich heim. Zu meiner Freude hörte ich, daß den Ministern nichts passiert war.

Schlichlich kann ich nur noch sagen, daß i ch keinerlei Reue empfinde, mitge- wirkkzuhabenunddaßichsiolzbin, es getan zu haben, weil ich einen Ekel vor den Mannenl habe, die stets mit dem Mund geredet haben, aber nie etwas getan haben. Es ist mir eine Genugtuung, hier neben Ludendorff, Hitler und den sonstigen Freunden gesessen zu haben.

Di Frage des Vorsitzenden, ob E i n i g k e i t bestand übe r den Vormarsch, um die nichtnati 0=

abends zurückzustellen gewesen.

Im weiteren Verlaufe wurden nochmals die Vorgänge am Odeonplatz erörtert, wobei Staatsanwalt Ehardt feststellt, daß mehrere Ge­fallene von der Landespolizei von vorn ge­troffen wurden. Der Vorsitzende glaubt, daß

man wohl kaum fefsttellen könne, wer den ersten Schuß getan hat. Schließlich stellte Kriebel noch fest, daß die angeordnete Vefstzung des Bahn­hofes und anderer öffentlicher Gebäude durch die Truppen des Kampfbundes möglichst rafch wieder aufgehoben und daß die Truppen durch die Mannschaft der Landespolizei abgelöst wer­den sollten. Um 1 Uhr mittags wurde die Sitzung unterbrochen.

Bei Wiederaufnahme bet Sitzung am Nach- mitag wird

Ludendorff zur Vernehmung aufgerufen.

Er gibt ein Bild seines seitherigen Lebens, das geschichtlich der Welt klar vorliege und voll Ar­beit für Volk und Vaterland gewefen sei. Auf die Bitte des Vorsitzenden, sich über seine poli­tische Einstellung zu äußern, sagte der General, daß er die Jnrnpflichtnahme der bayerischen Reichswehr durch den bayerischen Staat als eine Meuterei und Verfassungsbruch ansehe, wenn er auch die Weimarer Verfassung nicht verteidi­gen wolle. Ich sah darin eine Lockerung und Schwächung des Reiches, die Jnkrafstetzung hon Beschränkungen, die ich seit langem mit Sorge verfolge.

Mein Herz schlägt in glühender Liebe zum Volk und in Sehnsucht für seine Freiheit.

Der General geißelt weiter die Ausführungen Scheidemanns in einer Rede in Paris vor dem Kriege und bekennt sich als G e g n e r der marxistischen und kommunistisch eh Ideenwelt und damit auch als Gegner

n a l e N e g i e r it n g Stresemann z u

st ürzeN, bejahte Kriebel. Auf mehrere Fra-1 schen Kuriers non hl« Ma »»-i-in-

der Juden, die er im Weltkriege -als eine Gefahr genügend kennengelemt habe. Die jüdische Rasse ist unserer Rasse entgegengesetzt, und darum bin ich ein Gegner ihres Einflusses in unserem Lande, ebenso wie ich mich gegen den Einfluß der Engländer und Franzosen wenden würde. Zur ultromontanen Frage über« gehend, sagte Ludendorff: Ich achte die Segnun­sen der katholischen Kirche genau so hoch wie >ie der protestantischen; aber ich habe in Posen, Thorn und in Straßburg gesehen, wie durch die Zentrumspolitik das Deutschwerden jener Län- )er erschwert wurde. Durch die Zentrums- wlitik ist Oberschlesien polnisch geworden. Nach Zitienrng einiger Aeußerungen Bismarcks über das Zentrum führt Ludendorff einenNutze die Stunde" überschriebenen.Artikel desBayeri-

nnm flin^mt..« <

30. November und 1. Dezember 1918 31 und erwähnt in diesem Zusammenhang sammenkunit Dr. Heims mit französisi zieren in Wiesbaden im Frühjahr 191 er Bruchstücke aus den Dokumenten von Wilson mitteist. Weiter verliest Ludendorff einen Brief Bothmers vom April 1920, aus dem auch die Beziehungen zu Prof. Förster hervorgehen. In einem weiteren Briefe des Grafen Bothmer wird Dr. Heim als der einzige Staatsmann in Bayern und als die Persönlichkeit bezeichnet, um die sich alle Kräfte zur Aenderung der deut­schen Staatsform zu gruppieren haben. Hierbei wird auch die Bekanntschaft Heims mit dem Führer der Loslösung- bestrebürgen in dam neuer, Dannenbrra, HMrUfthâ'. Ludendorff erklärte weiter, er Hf im August 1920 nicht aus politischen, sondern aus privaten Gründen nach Bayern gekommen, wo er dann auch in Be­ziehungen zu Kahr trat. Auch hier habe der Gedarrke des bundesweisen Anschlusses der

: deutsch-österreichischen Länder ohne Niere röster- reich und Wien vorgoherrfcht. Dieser Gedanke sei ihm unbeutsch erschienen. Weiter kam Lu­dendorff auf die Fessttellungen im Fuchs- Machau-Prozeß zu sprechen und auf die Ent­hüllung der Pläne Richerts. Ludendorff wandte sich dann gegen die deutschfeindli che Politik' des Vatikans. Mit erregter Stimme führte er aus, er sei erschüttert gewesen, als er den Bericht las über die Heiligsprechung der Jungfrau von Orleans und wie Papst Benedikt XV. sich damals in Rom in französi­scher Sprache dahin ausdrückte, er bedauere, Franzose nur von Herzen zu sein. Der General erwähnt dann die Verbindung Kahrs irit Jrsttizrat Glaß, Führer des Alldeutschen Ver­bandes, der bereit gewesen sei, den Wünschen Kahrs auf Lockerung des Verhältnisses Bayerns zum Reiche zu enstprechen. Er habe darin eine große Gefahr für das Deutsche Reich und das deutsche Volk gesehen Er habe gesehen, daß hier von gewissen Kreisen ber Bayerischen Volkspartei eins Politik getrieben werde, die absolut Deustchland abträglich sei. Sie schaffe statt eines starken Reiches, das uns Freiheit bringen könne, einen Staat, der schwach sei. Die' Ereignisse des 8. und 9. November hätten Vielen die Augen geöffnet, und wenn man die Abmachungen lese, die zwischen dem Reichskanz­ler und- dem bayerischen Ministerpräsidenten mit Bezug auf die Vereidigung der Reichswehr getroffen wurden, dann fei dâs ein Menetekel, auf das wir achten müßten. Es sei ihm klar ge­worden, daß ohne nationalen Willen Deutsch­land verloren sei. Aus diesen Erwägungen heraus fei er auf die völkische Freiheitsbewe­gung gestoßen und èr habe mit seinen Freunden vomOberland" und den Nationalsozialisten immer geglaubt, daß

durch Gesundung der deutschen Arbeiterschaft wir zur Freiheit kommen können.

Für diese Bewegung sei der preußische Mili­tarismus das Heil gewesen. Er sei Dr. Weber aufrichtig dankbar, daß er ihm Vertrauen ge­schenkt habe. Dann habe er Hitler kennen ge­lernt. Er habe erkannt, daß hier etwas sittlich Hohes war, von dem Rettung kommen müsse, und so haben Hitler und ich uns gefunden. Hit­ler sei ihm treu geblieben, und er, Ludendorff, werde ihm die Treue halten. Ludendorff kam dann auf

die monarchische Frage

zu sprechen und betonte, e r s e i M 0 n a r ch i st. Die Dynastien wären aber für ihn nie Selbst­zweck, sondern sie wären eben für das Volk da. Für ihn, Ludendorff, war das Generalstaats- kommisiariat der erste Schritt einer und zwar gewaltsamen Lösung der deutschen Frage. Er ah in Dr. v. Kahr die Machtmittel des baye­rischen Staates verkörpert. Für ihn war die Einrichtung dieses Generalstaatskommissariats chon ein schwerer Verfassungsbruch. In der Abtrennung des bayerischen Teiles der Reichs­wehr sehe er ein weiteres Abgleiten auf der ab«

Bahn zur Lockerung ^ ^*1- 'H -