Einzelbild herunterladen
 

Einzelnummer 13 Gol-psennig

General-Anzeiger für Grotz-Auheim und Umgebung.

ErkLeint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertsge. , Fernsprech-AnschluK Nr. 1937

f--------------------------------------------------------:------------------

Bezugsvreir für die Zeit vom 11. bis 20. Februar 90 Eoldpfennig obnè Trägerlobn Linzeinummer 13 Eoldvfennig. — Anzeigenvreij.e: für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldvfennig. für die Reklamezeile (68 mm) 50 Eoldpfennig Offerten« e b übr 30 Eoldpfennig. — Geschäfts st elle Hammer st ratze 9.

■m»BH«WIH>MrHBI»«M*>WHW!^^

f ■ ■ .............. ...... ^

Erfüllungsort und Eeri.Stsstand für beide Teile Hanau a. Main. Für Pladvorschrift und ErsKeinungstage der Anzeigen wird keine Eewäbr geleistet. — 3m Falle böberer Gewalt Streik usw. bat der Bezieber keinen Anspruch auf Lieferung oder Nachlieferung oder auf Rückzahlung des Bezugspreises

X______________________________:____ ■___—_____

IKMKMWWM«!Mm^Wl«MWWUMt8WJIMi™ill»llMMtllM»!^UlllMLllB^

*r. 48

Samstag den 16. Februar

1924

Die Einleitung einer neuen Politik.

Der Wert des ^Sachvrrftändigenurrstts. .— Was sagt Poinear« dazu? — Die Reichsbahn auf eigene Fütze gestellt.

Berlin, 15. Febr. Der Reichsbank­präsident Dr. Schacht hat Berlin verlassen; die Arbeiten der Sachverständigenausschüsse oder wenigstens des ersten Ausschusses sollen, wie be­kannt, jetzt in Paris fortgesetzt werden. Die maßgebenden deutschen Stellen, die hier mit den Ausschußmitgliedern zusammen zu arbeiten hatten, sind der Ueberzeugung, daß durch diese Zurückverlegung des Tätigkeitsorts eine Ver­langsamung oder Verschleppung der von Tag zu Tag brennender werdenden Fragen nicht zu be- fürchten sei. Ueber das Ergebnis der Berliner Sachverständigenberatungen er­fahren wir, daß das von den Sachverständigen ausgearbeitete Projekt einen großzügigen Finanzplan darstelle, der eine organische Verbindung zwischen der Währungsreform und den Reparationen herstellen solle. Als Vorbe­dingung für das Sanierungswerk werde von sämtlichen Sachverständigen, einschließlich der sranzösisch-belgischen, die Wiederherstellung der politischen und wirtschaftlichen Einheit des Reiches angesehen. Das Reich müsse wieder die volle Verwaltungssouveränität auch in Bezug auf die Steuern und die Zölle und zwar im be­setzten wie im unbesetzten Gebiet erhalln. Ebenso herrsche unter den Sachverständigen Uebereinstimmung darüber, daß dem Deutschen'

Blszur Wiederherstellung der deutschen Wh. !ungssöhigkeik müsse Deutschland eine im Aus- land aufzubringende Anleihe gewährt werden, die garantiert werden soll durch die Reichs- bahnen, Zölle, Steuern, Grund und Boden, der nach dem Reritenbanksysiem pfandfähig gemacht werden könnte. Auch für die Anleihe sei die Herstellung der Verkehrseinheit des Reiches, also die Abschaffung der Regie im besetzten Gebiet die unbedingte Voraussetzung. Von dem An­leihedekrag würde Frankreich einen großen Teil sofort erhalten und könnte auf diese Weise über seine gegenwärtige schwierige Finanzlage hin­wegkommen. Nach der Ausbalanzierung des deutschen Etats solle zum Zweck der Repara­tionsleistung eine Kriegsschuldensteuer erhoben werden, die nicht geringer fein dürfe, als die steuerlichen Lasten, die die alliierten Mächte zur Vodeckung der Kriegsschulden aufbringen, und deren Betrag der Reparationsabteilung der zu schaffenden deutschen Goldnotenbank zugeführt werden solle. Die Bank werde dann v:e eingehenden Beträge an die Reparations- glaubiger weiterleiten.

*

Nach der obigen Meldung läßt sich schon yeuèe ein Ueberblick darüber gewinnen, wie das' Gutachten der Sachverständigen ausfallen wird. Ls m von ihrer Seite aus wiederholt gerühmt worden, daß die deutsche Regierung ihre Unter- ’n jeder Beziehung gefördert hat. Deutschland konnte das auch mit gutemGewissen •un, denn die Untersuchung mußte, wenn sie onwirtschaftlich denkenden und unbefangenen Sachverständigen vorgenommen wurde, zu nem ganz bestimmten Ergebnis führen. Und ^ses Ergebnis liegt denn auch tatsächlich vor, "N auch der Bericht noch nicht abgeschlossen ist.

Sachverständigen haben zwei große p„Se 'vs Äuge gefaßt, die beide der Aufgabe „,,^chen, die ihnen gestellt war. Sie sollen e U' ob und wie Deutschland für Ent- vw^?"^02Zahlungen leistungsfähig ist oder ge- k„ ^ werden kann. Die Sachverständigen sind ^u'cht, daß der erste Weg zu diesem Ziel roL^a^un9 oiner Goldnotenbank führt, b^ru '"ssbankpräsident Dr. Schacht hat kürz- dieses Projekt berichtet und hat schon not™!9^0^”' baß diese großgedachte Eold- aen auch die Zahlung von Entschädigun- SarbhA r^^ foH- Der zweite Plan, den die @nih„V , igen verfolgen und der mit der wnotenbank in einem gewissen inneren Zu- steht, bezieht sich auf die Aufnahme lNternWonalen Anleihe. Die Sachver- bem ^d auf Grund dieser Prüfungen zu k Schluß gekommen, daß Deutschland voll- en infftande ist, eine internationale An- lZn5K verbürgen und daß sich auch genug aus- Ani E^ Kapital finden wird, um eine solche bei â?%?uf bie Beine zu bringen. Sie sind aber

Ansicht — und hier zeigt sich die außer-1

ordentlich große politische Tragweite ihrer Tä­tigkeit —, daß Deutschland nur dann leistungs­fähig ist und werden kann, wenn man seine augenblicklich vollkommen zerrissene wirtschaft­liche Einheit wieder herstellt.

Diese Auffassung bezieht sich besonders auf das deutsche Verkehrswesen. Namentlich die amerikanischen Sachverständigen, die ja als Schrittmacher des amerikanischen Anleihe­kapitals besonders wertvoll sind, haben be­merkenswertes Interesse für die deutsche Reichs­eisenbahn bekundet. Sie haben hier besonders eingehende Studien vorgenommen und sind zu der Ueberzeugung gelangt, daß mit diesem Reichsbesitz eine internationale Anleihe am besten und am sichersten fundiert werden kann. Gleichzeitig aber haben sie mit allem Nachdruck betont: Kein Cent kann zugunsten einer inter­nationalen Anleihe flüssig gemacht werden, so­lange die französische Regie an Ruhr und Rhein ihres Amtes waltet. Nicht nur, daß das deutsche Verkehrswesen auf diese Weise in seinem ge- sgmten Organismus auf das Empfindlichste ge­stört wird — nein, die Regie gefährdet auch die Wirtschaftlichkeit der deutschen Bahn durch ihre Mißwirtschaft auf das Allerernsteste. Des­halb werden die Sachverständigen in ihrem Be­richt wohl mit besonderem Nachdruck betonen, und Ruhr wieder in die Hand der deutschen Verwaltung kommen müsse. Jedenfalls besteht ohne diese Wieder­herstellung des früheren Zustandes nicht die geringste Aussicht auf eine baldige Lösung der Entschädigungsfrage.

Wie wird man in Frankreich den Bericht der Sachverständigen aufnehmen? Jeder, der die Pariser Presse verfolgt, wird gemerkt haben, daß in der letzten Zeit der Wind dort etwas umge­schlagen ist, eine Tatsache, die auch durch Be­richte aller Ait bestätigt wird. Man sieht in Frankreich doch wohl ein, daß man sich auf die Dauer der gesamten öffentlichen Meinung der großen Weltwirtschaftsstaaten nicht widersetzen kann und man leidet zudem unter so erheblichen Währungsschwielügkeiten, daß man den finan­ziellen Ertrag einer Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich doch nicht mehr wie bisher immer aus der Rechnung ausschaltet. Wenn Frankreich der Auffassung der Sachver­ständigen Rechnung trägt, so könnte es sehr bald zu einem ansehnlichen Geldbeträge kommen. Die Sachverständigen sind der Ansicht, daß man Frankreich an den Ertrag einer internationalen Anleihe einen gemessenen Anteil gewähren kann, einen Anteil, der jedenfalls bei den gegen­wärtigen Finanzschwierigkeiten Frankreichs außerordentlich in die Wagschale fällt. Cs kommt ferner hinzu, daß die Micum-Verträge am 15. April ablaufen und daß ebenso die deutschen Vertragspartner wie auch die deutsche Regierung es ablehnen, die Verlängerung der Micum-Verträge auf sich zu nehmen. Die Wirtschaftskreise, die bisher die Last getragen haben, sind vollkommen unfähig, weitere Leistungen aufzubringen und sonstige Erzeug­nisse auf Reparationskonto ohne Entschädigung zu liefern und die deutsche Regierung ist völlig außerstande, die Lieferungen zu finanzieren. Es bleibt nur die Möglichkeit, auch diese Frage im Zusammenhang mit der allgemeinen Entschädi­gungsfrage zu lösen. Vielleicht gibt der Bericht der Sachverständigen auch hier den Anstoß. Die Verhandlungen sind ja zwischen Frankreich und Deutschland wieder ausgenommen worden und Hoesch hat in Paris ebenso wichtige Unter­redungen mit Poincarè gehabt, wie sie in Berlin zwischen dem Außenminister Dr. Stresemann und dem französischen Botschafter de Margerie geführt worden sind. Man muß zunächst ab­warten, welchen Verlauf diese Verhandlungen nehmen werden und ob der Bericht der, Sach­verständigenausschüsse irgendwelche unmittel­bare Wirkung in Frankreich erzielen wird. Trotz aller französischen Schwierigkeiten wird man sich in Deutschland mit seinen Erwartungen mäßigen müssen. Poincarè hat seine Wahl­parole fertig und diese Parole läßt von dem Wehen eines neuen Geistes keinen Hauch ver­spüren

Nach einer weiteren Meldung hat fett Untersuchungsausschuß heute vormittag die Bürgermeister der hauptsächlichsten Städte,-die nach Speyer berufen worden waren, empfan­gen. Außerdem hat der Ausschuß mit dem französisch en Oberbefehlshaber Fühlung ge­nommen.

Eine Vereinbarung mit dem Kreisausschuß.

Ueber die Besprechungen des von der Rheinlandkommission eingesetzten Unter­suchungsausschusses. für die Pfalz mit Vertre­tern des pfälzischen Kreisrats wird uns aus Speyer gemeldet, die deutschen Vertreter hät- ten die unzweideutige Erklärung abgegeben, daß , der Kreisrat keineswegs befugt sei, irgend einen Akt vorzunehmen, der die recht­mäßige Pfalzregierung ausschalte. Der Kre^s- rat könne unter keinen Umständen als Regie­rung angesprochen werden. Im Laufe der Verhandlungen sei dann folgende Ver­ein b a ru ng zum Zwecke der Wiederaufrrch- tung des Verwaltungsapparates getroffen worden:

Die von den Separatisten ausgewiesenen Beamten sollen unverzüglich wieder zurück- kehren. Die Rückkehr der von den Besatzungs­behörden während des Ruhrkampfes ausge­wiesenen Beamten soll nach Prüfung von Fall zu Fall erfolgen. Die in der Pfalz verbliebe­nen Beamten sollen unverzüglich ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Die von deutscher Seite gestellte Forderung, daß die Sepa­rat! stenherrschaft re st los besei­tigt wird, soll Berücksichtigung finden. In allen• diesen Fragen soll der Verhandlungsausschuß des Kreisrats dis Ver­mittlerrolle zwilchen der Interalliierten Kom- imjücit, her.BeMkerunZ, der Reichsregisrung und der bayerischen Regierung übernehmen. Diese zunächst provisorischen Vereinbarungen unterliegen rwch der Genehmigung der pfälzi­schen Regierung, die bekanntlich ihren Sitz nach Heidelberg verlegt hat. — Wie die „Voss. Ztg." aus Speyer meldet, werden sich die Mit­glieder des Kreisrats und die interalliierte Untersuchungskommissivn heute nach Heidel­berg begeben, um dort mit der pfälzischen Re­gierung zu verhandeln.

14 Personen verhaftet.

Koblenz, 15. Febr. (Havas.) Infolge dsi in der letzten Zeit von den nationalistischen Verbänden in der Pfalz heraufbeschworenen Unruhen hat die Rheinlandkommission be­schlossen. die gesetzlichen Bestimmungen bezüg­lich der geheimen Verbände zu verschärfen, und zu diesem Zweck eine Verordnung er­lassen, die für die Mitglieder solcher Verbände schwere Strafen vorsieht. Infolge der jüng­sten Unruhen hat die französische Militär- polizei heute in der Gegend von Pirmasens und Kaiserslautern 14 Personen verhaftet. Die Haussuchungen werden fortgesetzt.

Die Toten von Pirmasens.

Pirmasens, 15. Febr. Die Zahl der bet dem Blutbad umgekommenen Personen dürfte sich auf 20 belaufen; darunter befinden sich 16 Separatisten und 4 Zivilpersonen. Ein Teil der hier noch anwesenden Separatisten wurde gestern abend unter französischer Bedeckung in Autos aus der Stadt abtransportiert. Ein weiterer Teil befindet sich noch bei der hiesigen Polizei in Gewahrsam, der die Bewachung an­vertraut ist. Den Polizeibeamten wurden von den Franzosen die Schußwaffen abgenommen. Gestern nachmittag waren General de Metz und der Oberkommissar Tirard hier anwesend. Das Erscheinen der „Pirmasenser Zeitung" ist immer noch verboten. Der Verleger der „Pirmasenser Zeitung" ist gestern abenb aus unbekannten Gründen verhaftet und in sèiner Wohnung eine Haussuchung vorgenommen worden, ’ die jedoch ergebnislos verlief. Der Chefredakteur und Verlagsdirektor der „Pir­masenser Zeitung", der zurzeit verreist ist, wird von den Franzosen gesucht. In der Stadt herrscht Ruhe.

Frankreich verlpngi die uranernelirets M'llä? Kontrolle

Paris, 16. Febr. Wie das „Echo de Paris' berichtet, ist es sehr wahrscheinlich, daß sich die Boffchafterkoiüerenz in ihrer nächsten Sitzung mit der Ntü mrfontroUe in Deutschland bc- 'chäftigen ürd. Die Kontrolle sei bisher voll- 1 cm men unwirksam gewesen, da Deutschland ueber im rechten Augenblick die bestehenden in regel Mäßigkeiten hätte verbergen können. Die französische Regierung ist zu dem Ent­schluß gekommen, zu der früheren Methode,- die unangemeldete Kontrolle au

Zum Geburtstag der „DerUfchen Reichsbahn".

Ein Erlaß des Reichsverkehrsministers.

Berlin, 15. Febr. Der Reichsverkehrs­mini st e r richtete an die Beamten, Ange­stellten und Arbeiter der deutschen Reichsbahn folgenden Erlaß:

Am heutigen Tage wird die deutsche Reichs­bahn zu einem selbständigen wirt­schaftlichen Unternehmen mit eigener rechtlicher Persönlichkeit. Finanziell wird da­mit das Unternehmen zu einer Seit aufeigene Füße gestellt, in der die Herstellung des Gleichgewichts zwischen den Ausgaben und Ein­nahmen und die Durchführung der nötigen finanziellen Maßnahmen durch die noch fort­dauernde widerrechtliche Vorenthaltung wert­voller Teile des Netzes im Westen des Reiches an sich äußerst erschwert ist. Gleichwohl wollen wir alle, die wir dem Unternehmen „Deutsche Reichsbahn" angehören, unser Bestes hergeben, um im altbewährten Geiste treuer Pflichterfül­lung den neuen Gedanken moderner Wirt­schaftsführung in die Verwaltung hineinzutra­gen und das Bewußtsein der Verantwortlich­keit für das Ganze in jedem von uns erneut zu stärken. Daß neben diesem Leitgedanken der Sorge für das Unternehmen selbst auch die Be­lange der Allgsmeinwirtschaft für alle Angehöri­gen der Deutschen Reichsbâ weiter gewährt werden, dafür birgt die Erziehung des gesamten Personals zu diesem Gemeinschaftssinn. Wie die gesamten Verhältnisse des Personals bei der Neuregelung unverändert bleiben, soll auch der Geist, in dem wir arbeiten, der gleiche Geist des Vertrauens fein wie bisher. Und nun Frmvaup aus neue Wert!

Der Leiter des Unternehmens „Deutsche Reichsbahn"

gezft Oeser, Reichsverkehrsminister.

Berlin, 15." Febr. Nach der Verordnung über die Schaffung des Unternehmens „Deutsche Reichsbahn" vom 12.' Februar 1924 ist die Ver- waltung der deutschen Reichsbahn unabhängig von der sonstigen Reichsverwaltung zu führen Die Geschäfte des Unternehmens werden bis au weiteres unter Aufsicht und Leitung des Reichs­verkehrsministers geführt. Demgemäß werden künftig im Reichsverkehrsministerium (Haupt­stelle) unter der Firma „Der Reichsverkehrs­minister" in der bisherigen Weise nur noch die­jenigen Geschäfte behandelt, die entweder Ge­schäfte der Aufsicht über das Unternehmen „Deutsche Reichsbahn" sind oder sonst vom Mi­nister in seiner Eigenschaft als Reichsminister erledigt werden. Dagegen werden alle Geschäfte der Leitung des Unternehmens unter der Firma „Deutsche Reichsbahn" mit dem Zusatz „Haupt­verwaltung" erledigt. Die bisher unter der Firma „Zweigstellen (Zweigstelle Preußen- Hessen bezw. Zweigstelle Bayern) behandelten Angelegenheiten behalten, soweit es sich um Ge­schäfte der Aufsicht handelt, die bisherigen Be­zeichnungen. Soweit es sich um Geschäfte der Aufsicht handelt, firmieren die Zweigstellen künftig „Deutsche Reichsbahn, Gruppe Preußen" oder „Deutsche Reichsbahn, Gruppe Bayern". Die Reichsbahndirektion, Zentralen und Aemter und übrigen Stellen behalten die bisherige Be­zeichnung für die Geschäfte des Unternehmens wie für solche der Aufsicht.

Die Kemmi sionon in ber Pfalz.

Paris, 15. Febr. Wie Havas aus Mainz berichtet wird' hat der von der Rheinlandkom­mission eingesetzte Untersuchungsausschuß, der gestern nachmittag in Speyer angekommen ist, den Vertretern der Militärbehörden und dem ersten Delegierten der Rheinlandkommission an Ort und Stelle erklärt, es bestehe die Not­wendigkeit, sofort die öffentliche Ordnung rote« derherzüstellen. Das sei eine unerläßliche Be­dingung für die Arbeiten des Komitees selbst. Im Einverständnis mit den Besatzungsbehör­den ist beschlossen worden, den Beschluß der Rheinlandkommission zur Kenntnis der Be­völkerung zu bringen und sie zur Ruhe aufzu- fordern. Der Untersuchungsausschuß hat hier­auf die Vertreter der Presse empfangen und sie ebenfalls ersucht, darauf hinzuwirken, daß die Bevölkerung sich ruhig verhalte. Ein Ver­treter der Separatisten, her gleichfalls einge­laden war, wurde aufgeiordert, dafür Sorge zu tragen, daß Zwischenfälle vermieden wür­den. Die Entscheidungen des Ausschusses wur­den hierauf zur Kenntnis aller Delegierten der Rheinlandkommission in der Pfalz ge« bracht.