Einzelnummer 13 Gowpfennig
sanauerSAnzeiger
Ge«eral»A«zeigsr / Amtliches Organ sür Stadt- und Landkreis Kanan a. M.
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Nr. 38
Donnerstag den 14. Febrnar
1924
;
Die Bolksjusliz in Ser Pfalz.
Ruhe in Pirmasens unS Kaiserslaulern. — Sanklionen der Zrhernland kommiffivn.
In Feuer und Bluk bricht die Gewaltherrschaft der Separatisten in der Pfalz zusammen. In Pirmasens hat die erbitterte Bevölkerung die separatistischen Banden im Regierungs- gèbäude ausgeräuchert und zum großen Teile erschlagen. Auch in den anderen Städten der Pfalz ist es mit der separatistischen Herrlichkeit zu Ende. Es wiederholt sich hier dasselbe Schauspiel, das wir vor Wochen in den Städten der Rheinprovinz erlebt haben. Auch dort war es den Separatisten gelungen, sich festzusetzen. Knirschend erduldete die Bevölkerung das Joch, solange die fremden Besatzungstruppen die separatistischen Banden unter ihren Schutz nahmen. Sobald aber der Wind etwas von der anderen Seite wehte, sobald sich z. B. in Aachen die belgischen Besatzungstruppen und Polizisten neutral verhielten — in demselben Augenblick irach der Sturm los und entlud sich mit elemen- arer Gewalt gegen die gekauften Subjekte, die ür französischen Sold als Henkersknechte gegen sie deutsche Bevölkerung gewütet hatten. Auch in der Rheinprovinz, in den Städten sowohl wie in den Eifeldörfern, sind die Separatisten, sobald sie nicht mehr unter dem Schutz der französischen Bajonette standen, haufenweise erschlagen worden. Denselben Ausbruch eines gewaltigen Volkszornes erleben wir jetzt in der Pfalz. Auch hier läßt sich die lange zurückgehaltene Leidenschaft nicht mehr langer ein- dammen und die Separatisten müssen die Er- »»-ffschrung machen, daß es M ■ „ten Bevölkerung feine Gnade und keine armherzig keit gibt.
Dieses blutige Ende der Separatfften-Herr- schaft in der Pfalz ist der unwiderlegliche Be- weis dafür, daß sich eine landfremde Tyrannen- ! Herrschaft den Pfälzern auf den Nacken gesetzt hatte. Ausbrüche der Volksleidenschaft, wie wir sie früher in der Rheinprovinz erlebt haben und wie sie sich jetzt in der Pfalz wiederholen, sind der unverfälschte Ausdruck eines Volksempfin-' dens, das wochenlang von elenden Subjekten geknechtet und mißhandelt worden ist und das bei der ersten Gelegenheit sich gewaltsam Luft wacht. Dieses Strafgericht, das sich an den Separatisten vollzieht, beweist auch mit aller Deutlichkeit— was die französische Regierung in i ihrer Antwort auf die letzte deutsche Pfalznote abzustreiten wagte —, daß die Separatisten nichts ärgeres hinter sich hatten, als den Schutz ! der französischen Bajonette. Denn kaum hat sich dieser Schutz in eine abwartende Haltung verwandelt, so bricht auch schon die Schandherrschaft der Separatisten kläglich zusammen. Wenn Menschen schweigen oder lügen, so müssen Steine die Wahrheit schreien. Poincarä macht in der Pfalz die Erfahrung, daß er jedenfalls nicht imstande ist, die Stimme der Wahrheit zu ersticken. Die Erschießung von Separatisten^ intern in Speyer und das jetzt vollzogene Strafgericht in Pirmasens zeugen gegen ihn und strafen ihn und feine Schergen Lügen.
. Zugleich aber sind diese blutigen Ereignisse ^ne furchtbare Anklage gegen die französische -^yeinpolitik. All das Blut, das dort wieder vergossen worden ist, kommt auf das Schuldkonto Frankreichs. Die französische Rheinpolitik ist, wie sich durch die Enthüllungen von Lloyd George zweifellos herausgestellt hat, durch eine vonderverständigung zwischen Clemenceau und ^'lson erschlichen worden. Dieses Geburtswerkwal kann sie nicht verleugnen, denn sie ist ihrem Anbeginn eine Politik der nacktesten Gewalt gewesen. Es wurde nicht nur der Grundsatz der Gerechtigkeit Deutschland gegen« J«r verleugnet, sondern es wurde auch im be« Gebiete selbst der Grundsatz des Setbst- ^ltimmungsrechtes fortgesetzt mit Füßen getre- m. Um seine Rheinlandpolitik durchzusetzen, , suchte Poincarè der Bevölkerung des Rhein- ^noes und der Pfalz die Losreißung vom -.„Stande aufzuzwingen. Die Separatisten die Werkzeuge dieser Politik sein. Weil er das Streben Frankreichs den Rheinländern p Pfälzern gegen das urspringlichste Münden ihres deutschen Herzens ging, so Mte Poincarè als Werkzeug ein Gesindel aus- dessen bloße Anwesenheit schon von der . i'olkerung als Schmach und Schande empfun« " wurde. So war die Rheinlandvolitik des
französischen Ministerpräsidenten eine fortlaufend Kette der gemeinsten Vergewaltigung des Volkswillens und diese Politik steht aus dem Schuldkonto Frankreichs verzeichnet und wird nicht gelöscht werden können, bis sie einmal ihre Vergeltung gefunden hat.
Die Vorgänge in Pirmasens und Kaiserslautern müßten für die französische Regierung, wenn sie überhaupt noch moralischer Eindrücke fähig sein sollte, eine ernste Lehre sein. Auf jeden Fall sind sie ein Appell an das Gewissen der übrigen Ententestaaten, nicht länger zu dulden, daß das Schandmal der französischen Räuberpolitik auch ihnen zur Last fällt. Wir entnehmen den blutigen Vorgängen in der Pfalz, so furchtbar sie sind, doch den einen Trost, daß die Bevölkerung in der Pfalz so wenig wie im Rheinland sich ihr Deutschtum nehmen läßt, daß sie vielmehr mit Gut und Blut dafür einsteht.
Ruhe in Pirmasens
Pirmasens, 14. Febr. In der Stadt herrscht Ruhe und'auch die Nacht ist ruhig verlaufen. Von den im Krankenhaus liegenden Schwerverletzten sind zwei Separatisten und ein Deutscher noch gestorben. Drei schweben noch in Lebensgefahr. Ein von den Franzosen angeschlagener Aufruf weist darauf hin, daß es sich bei dem Putsch um rechtsrheinisches Gesindel gehandelt habe. Gegen diese Be-
efen und Toten sich nicht ein einziger rechtsrheinischer befindet. In den übrigen Gebieten der Pfalz herrscht gegenwärtig Ruhe. — Das Bezirksamt ist vollständig ausgebrannt; es stehen nur noch die Mauern. Dis französische Besatzungsbehörde hat über Pirmasens eine Verkehrssperre von abends 7 Uhr bis 6 Uhr morgens verhängt.
(Ueber die Zahl der Toten in Pirmasens liegen zwei Meldungen vor. Die eine spricht von 20 Toten, darunter 3 Pirmasenser Bürger, die andere besagt, daß 28 Tote auf Seiten der Separatisten und 8 Einwohner festgestellt worden seien. Etwas genaueres konnten wir bis
zur Stunde nicht erfahren. D. Red.)
Sanklèonen für PirMasens.
Paris, 14. Febr. Havas berichtet Koblenz folgende Sanktionen aus Anlaß Pirmasenser Ereignisse:
aus der
1. Die Rtzeinlandkommifsion hat einstimmig den Belagerungszustand über Pirma- sens und die Umgebung beschlossen,
2. Die Rheinlandkommission Hal einstimmig die Aufhebung der nationalistischen Vereine von Pirmasens angeordnet,
3. DieUrheberderAnruhen iverden vor ein Kriegsgericht gestellt,
4. Der Verkehr in dec Rächt ist verboten.
5. Der Verkehr auf der Rheinbrücke ist verboten.
6. Die deukfche Poli;ei ist wieder un- ter den Befehl der Militärbehörde gestellt.
Außerdem hat die Rheinlandkommission beschlossen, einen Sonderausschuß nach der Pfalz zu entsenden, um die sofortigen Maßnahmen zu prüfen und auszuarbeiken, die die Ordnung und das Funktionieren des öffentlichen Dienstes wieder Herstellen sollen. Dieser Aus- schuß besteht aus dem englischen Kapitän Berry, dem französischen Oberst d'Arbonneau und dem belgischen Major Harns. Die augenblicklich« Entscheidung entspricht einem französischen Vorschlag.
Die Vorgänge in Kaiserslaulern.
Die Separatisten unter dem Schutz der Franzosen.
Kaiserslautern, 13. Febr. Das Vorgehen gegen die Separatisten war hier insofern er- schmevt, weil in dem Bezirksamtsgebäude, in dem sie hausen, auch die französische Be- satzunasbehörde untergebracht ist. Kurz nach dem Zusammenströmen der Bevölkerung und deren Vordringen gegen das Bezirksamt wurde der Haupteingang des Gebäudes von marok- ' scheu Truppen besetzt, die vor den Augen
Publikums die Gewehre luden und ent
kani des
sicherten. Trotzdem harrte die Menge aus. Alsbald erschienen Verstärkungen von Marokkanern. Gegen 9 Uhr begannen dann die Separatisten eine Schießerei, bei der ein Zivilist chwer verwundet wurde. In einer einsetzen- )en Prügelei wurde ein Separatist von der Menge verprügelt. Gegen %10 Uhr — inzwischen wuchs die Menge immer mehr an; alle Geschäfte, Büros, Banken usw. haben geschlossen — setzte eine neue Schießerei ein. Dabei erhielt ein Zivilist namens Hecker einen Kopfschutz, der den sofortigen Tod herbeiführte. Eine weitere Person wurde schwer verletzt.
Kaiserslautern, 13. Febr. Als heute morgen infolge des Dazwischentretens der Franzosen die gegenüber dem separatisttschen Hauptquartier von Polizei und Bürgern eingeleitete Säuberungsaktion nicht durchgeführt werden konnte, drang die Menge gegen das Anwesen des P i n s e l f a brisanten Rinsche vor, zertrümmerte die Fenster und wollte den anwesenden Rinsche, einen der Hauptmacher unter den hiesigen Separatisten, herausholen. Alsbald eilten französische Patrouillen herbei und zerstreuten die Menge. Andere Volkshaufen begaben sich nach dem Anwesen des Friseurs Pfaffmann, des separatistischen Bürgermeisters von hier. Das Haus war aber bereits von Separatisten besetzt, es fielen Schüsse, wobei ein 18jähriger junger Mann getötet wurde. Auch hier stellten sich alsbald französische Patrouillen ein. Die beiden Häuser rourben militärisch abgesperrt, ebenso das Be- zirksamtsgebäude in weitem Bogen. Lastkraftwagen, besetzt mit bewaffneten Marokkanern, durchfuhren die Stadt und zerstreuten Ansammlungen. Gegen 12 Uhr wurde eine Abordnung, bestehend aus Bürgermeister, aderen Bürgern, bei dem
und verlangten die En ng der Separatisten, konnten aber nichts erreichen. Ein ebensolcher Schritt des Polizeirats blieb erfolglos. Demselben wurde vielmehr erklärt, daß die Polizei wieder unter französischen Befehl gestellt und den Dienst aufnehmen sollte. Es werde dafür aber gesorgt werden, daß die Separatisten entwaffnet und beseitigt würden. Diese Bedingungen mürben von der Polizei aber entschieden abgelehnt, da ebensolche Versprechungen bereits im November gemacht, aber nicht gehalten worden sind. Zwei Poli- zeibeamte 'wurden verhaftet. Heute mittag wurde den Franzosen folgende Forde r'u n g der Polizei übermittelt: Rückgabe ihrer Waffen, Entwaffnung und Entfernung der Separatisten bis heute abend und Freigabe der verhafteten drei Polizeibsamten. Eine Antwort wurde nicht erteilt. Die Lage ist
äußerst ( Generals
n n t. Es wird mit dem für morgen früh gerechnet.
Bis jetzt sind dreiTote, darunter ein Separatist, zu verzeichnen, außerdem eine große Reihe zum Teil Schwsrverwundeter, darunter 5 Polizeibeamte. Die Franzosen haben eine große Anzahl marokkanischer Truppen von der Kaserne in das Innere der Stadt verlegt.
Kaisers lautern, 13. Febr. Ueber die Stadt ist die Verkehrssperre von 7 Uhr abends bis 5 Uhr morgens verhängt worden. Zwischenfälle haben sich im Lause des Rachmittags nicht mehr ereignet. Die Zahl der verwundeten Schutzleute beträgt 5; ein Separatist und zwei Richts^aratiften wurden getötet. Es steht auch fest, daß Schüsse aus französischen Infan- keriegewehren abgegeben worden sind. Wäre die Besatzung wirklich neutral gewesen, so wären die Separatisten auch aus Kaiserslautern vertrieben worden. Run aber sitzen sie noch in ihren Büros. Marokkaner halten die Straßen im Innern der Stadt besetzt.
Kaiserslautern, 14.Febr. Die Rächt ist ruhig verlaufen. Das französische Militär steht weiter in Bereitschaft. Daß d i e S e p a - rakisten wieder den französischen Schuh genießen beweist folgender Vorfall. Der Separakisten-Bürgermeister Königer in Kaiserslautern fuhr gestern in einem Auto nach dem Marktplatz, um den dort befindlichen Separatisten Rinsche abzuholett, um ihn in das Be- zirkvamlsgebäude zurück zu holen. Auf der Hin- und Rückfahrt war das Auto mit französischen bewaffneten Soldaten besetzt. In den gestrigen Rachnnlla^flunden wurde von einem Teil junger Leute die Wohnungen von Separatisten aufgesuchl, um die Separatisten aus ihnen zu vertreiben. Diese waren aber schon ausge- flogen. Der Separatist Lutz ist feinen Verlebunaen erlesen.
Das Ende der
Sachverslandigen-Deralungen.
Berlin, 13. Februar. Die Beratungen der Sach« Verständigenausschüsse gehen heute mittag zu Ende, Die Aufgabe der Ausschüsse war, wie den Blättern zusammenfasiend mitgeteilt wird in Verfolg ihres Auftrages von der Reparationskommission die Möglichkeiten des deutschen BudgetanZgleichS und der deutsche« Währungsstabilisierung an Ort und Stelle zu prüfen. Der zweite Ausschuß unter Mae Kenna sollte unter, suchen, ob eS möglich sei, die deutschen Auslandsguthaben abzuschätzen und zu untersuchen, welche Wege zu ihrer Rückführung offenständen. Die Regierung hat getreu ihrem Versprechen ihre Bücher offengelegh und in zahlreichen mündlichen Besprechu n>en, einem umfangreichen schriftlichen Verkehr und in Beantwortung von Fragebogen der Gegenseite da» Material nach allen Richtungen zur Verfügung gestellt. Ein Teil der schriftlich gestellten Fragen der letzten Tage wird erst von Berlin nach Paris beantwortet werden. Am 18. Februar werden die Kommissionen das Material vollständig in Händen haben. Wichtig war der Geist, in dem die Arbeiten von der Gegenseite geführt wurden. Sämtliche Mitglieder der Kommissionen haben in 14 Tagen angestrengter Arbeit auf jede möglich« Weise ihren ernstesten Willen bekundet, cinerseit» ihrq Aufgabe zu lösen, andererseits auch den deutsche» Schwierigkeiten in jed er Weise gerecht zu werden. ES hat des ganzen Taktes der Gegenseite bedurft,_ um ohne Schwierigkeiten durchzukommen. Das positivste Ergebnis ist die Klärung der Frage der Goldnotenbank. Jedes Orakel aber über weitere Ergebnisse, all der Reichsbankpräsident sie geschildert hat, ist gänzlich überflüssig. Endgültige Ergebnisse werden hier kaum vor Mitte März erwartet. Die Regierung ist im Jn- laud wie im Ausland in dieser Zeit angegriffen worden, weil man glaubte, daß hinter den Knuffen Heimlichkeiten vor sich gingen. Wie wenig die Regierung wirklich zu verheimlichen hat, ergibt sich daran?/ daß man das gesamte Unterlagenmaterial demnächst m einem umfangreichen Weißbuch veröffentlichen wird. Die bekannte Denkschrift wird in diesen Tagen im Zentralverlag herauskommen.
Berlin, 13. Febr. Der Vorsitzende de? Erstes Sachverständigenanslchuffe», General Dawes, bat heute mittag anläßlich der Abreise bei Ausschusses den Reichskanzler besucht, um auf Wunsch feiner Mitarbeiter den Dank auszusprechen für die wirksame Unterstützung, welche die deutsche Regierung den hiesigen Arbeiten des Ausschnffes habe zuteil werden lassen. Der General führte aus, die deutsche Regierung habe alle Auskünfte erteilt, welche das Komitee erbeten habe. Er wünsche hierfür zu danken, sowie für die aufmerksame und freundliche Aufnahme, welche der Ausschuß erfahren habe. Der Reichskanzler dankte dem General für den Besuch und bat ihn, auch den übrigen Mitgliedern deS Ausschusses seine Genugtuung darüber zum Ausdruck zu bringen, daß die Mitarbeit der deutschen Regierung in dieser Weise gewürdigt worden sei. Er danke ihnen ferner namens der deutschen Regierung für das eingehende Interesse, daS sie der ihnen übertragenen, überaus schwierigen Aufgabe gewidmet hätten.
Das Schicksal der -eulfche« Sleuer« nolverordnung.
isprozentige Hypothekenaufwertung 1
Ueber die gestrigen abschließenden Besprechungen zwischen der ReichSregierung und dem Unterausschuß des FünfzehncrauSschusseS über die dritte Steuernot« Verordnung erfährt der „Lokal-Anzeiger" aus parlamentarischen Kreisen, daß wenigsten» zwischen den bürgerlichen Mittelparteien eine Einigung insoweit erzielt werden konnte, all nunmehr von diesen Dar- seien ein Widerstand gegen die Regelung bet Auf- wertungSfrage innerhalb der Verordnung nicht mehr zu erwarten ist. Der den gestrigen Besprechungen zugrunde liegende Entwurf regelt sowohl die Auf- wertungSfrage a!S auch die Frage der Mietzinssteuer. Wie „Vorwärts" und „Voss. Ztg." Wissen «ollen, soll die Aufwertung-quote für Hypotheken von 10 auf 15 Prozent erhöht worden ^scin. Die Frage der Aufwertung der Reich»-, Staatr- und Gemeindeanleihen sei dahin geregelt worden, daß eine Aufwertung grundsätzlich nicht verboten wird, ohne daß positive An- «aben über die Höhe der Aufwertung gemacht werden. Nach dem Ergebnis der gestrigen Besprechungen wird dem „Lokal-Anzeiger" zufolge angenommen, daß, falls im Neichttagrplenum der Wunsch nach Aufhebung der Verordnung geäußert werden sollte, eine Medrheit dafür nicht zustaMekommcn würde. Die Verordnung werde heute der Vollsitzung bei FünfzehnerauSschufseS unterbreitet werden, seine Beratung dürfte jedoch im wesentlichen nur formaler Natur fein, sodaß mit bet Veröffentlichung und dem Inkrafttreten der Verordnung noch für den heutigen Donnerstag zu rechnen sei. — Wie der „Vorwärts" ankündigt, wird die sozialdemokratische Reich »ta g S frak- t i» n kommenden Lienltag darüber Leschluß fassen, ob sie im Reichstag dir Aufhebung dir dritten Steuer- notverordnun, beantragen wird.
Deutscher SnÈuftrie- un- Kandelslag.
Gestern fand in der Berliner Handelskammer unter starker Beteiligung der Handelskammer. Vertreter aus allen Teilen des Reiches die erste Hauptausschußsitzung des Deutschen Industrie« und Kandelstaas in diesem Sahr« statt Der