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Einzelnummer 13 Qetopfenmg

Hanauer SAnzeiger

General-Anzeiger Amtliches Organ für Stadl- und Landkreis Kanan a. At.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sons- und Feiertage. / Fernsprech-Anschluß Nr, 1237.

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Nr. 35

Das Neueste.

Dei den Landtagswahlen in Thüringen und den Bürgerschaftswahlen in Lübeck wurden überwältigende bürgerliche Wahlsiege errungen.

In politischen Kreisen nimmt man an, daß die Reichstagswahlen voraussichtlich am 15. Juni stattfinden werden.

Die Arbeiten des Ersten Sachverständi­genkomitees haben dazu geführt, mit Einstim­migkeit in großen Zügen den Plan festzu- legen, den es für die Errichtung einer neuen deutschen Golhnotenbank anempfehlen wird.

Das Koblenzer Abkommen vom 14. De­zember 1923 ist als modus vivendi in der Köl­ner Cifenbahnfrage angenommen worden. Im Brückenkopf Köln verbleibt also bie- deutsche Eisenbahnverwaltung.

Das Groß-Gerauer Kreisamt ist von Se­paratisten geräumt worden.

Wochenvorschau.

Der Ältestenrat des Reichstages wird heute' über den Zusammentritt des Parlaments Be­schluß fassen. Wie es heißt, will man die Volks­vertretung am 19. Februar wieder zusammen- berufen, sodaß voraussichtlich die reichstagslose Zeit bald hinter uns liegen wird. Es hat ganz den Anschein, als ob damit auch wieder krisen­bewegte Tage anbrechen sollten. Ueber die Ein­berufung des Reichstages selbst wird man sich vermutlich verständigen. Die Regierung hat während der Anwesenheit der Sachverständigen in Berlin keine Reichstagssitzung gewünscht, kann sich aber natürlich der Forderung des Par­laments nun nicht mehr längerentziehen, zumal ^LW?âNungsgsfetz am 15. Februar ab-

Sie Mitarbeit oes Reichstags dann ro» wieso nötig erscheint.

" Im übrigen aber sicht es nicht so aus, als ob eine sehr verträgliche Stimmung zwischen der Regierung und dem Parlament herrscht. Die dritte Steuernotverordnung erweist sich, wie vorauszusehen war, als ein Stein des Anstoßes, über den die Reichstagsparteien schwer hinweg­kommen. Es unterliegt aber keinem Zweifel, daß unbedingt ein Ausweg gefunden werden muß, und zwar sobald wie möglich. Wir haben stets die Erfahrung gemacht, daß die Parteien sich in Steuerfragen festbeißen und einer raschen Lösung außerordentlich große Schwierigkeiten in den Weg legen. Dem Bedürfnis, unange­nehme Steuern abzulehnen, entspricht leider nicht immer der Wille, etwas anderes an die Stelle der abgelchnten Steuer zu setzen. Deshalb üegt auch hier die Gefahr vor, daß die sich be- Mtachtende Tätigkeit des Fünfzehnerausschusses sich als eine schädliche Hemmung erweist. Sollte er wirklich zu einer Verwicklung kommen, so wird man der Regierung die Kraft wünschen müssen, hier entschlossen ein Ende zu machen.

Kabinett scheint überhaupt die Absicht zu ^beu, durch ein neues Ermächtigungsgesetz sich auch weiterhin vom Reichstag zu emanzipieren, ^uch darin liegt zweifellos ein gewisser Kon- Mttsstoff, da die Parteien schwerlich ohne Weite- Es in eine neue Abdankung willigen werden, ^ouen sie aber das Recht ihrer Mitwirkung durchsetzen,so haben sie unbedingt auch die Plicht, Lammen mit der Regierung rasche und ganze b » z? Listen. Geschieht das nicht, so wird

^i^rung zweifellos die Zustimmung des Zackes auf ihrer Seite haben, wenn sie ihr Ak- v°"?programm weiter mit Entschlossenheit . rchführt. Und der Reichstag würde es sich .Mn selbst zuzuschreiben haben, wenn er dabei ven Hintergrund tritt.

. Börsenmanöver, die am Ende der vori- âoche gegen die. Rentenmark in Szene ge= irrten sind, sollten uns erneut zum Be- Aus bringen, daß die Lösung wichtigster b^°ben uns nach wie vor auf den Nägeln ten ""d baß es unverantwortlich wäre, woll-

^^bare Zeit mit langatmigen parla- fl Punschen Auseinandersetzungen oder gar mit top verschwenden. Die Rentenmark hat sich, erwarten war, als vollkommen wider- ^uosfah^ erwiesen. Soll sie ober durchaus j'Wünbet fein, so muß der Reichshaushalt gxi^'wng gebracht werden, und das kann nur übn wenn das Reichsfinanzministerium °lsix'. ^ gesetzt wird, die 650 Goldmillionsn tW -rn3 der dritten Steuerverordnung so j wie möglich flüssig zu machen. Nur wenn der r* d'ese Weise aus eigener Kraft ihrs wie- kvliii r.cich bis Füße stellen, nur dann »errV0^ vuch non der Tätigkeit der Sach- wndigLnkommisiion ein nambaltiaes. aün-

Montag den 11. Febrnar

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Erfurt, 10. Febr. Die heutigen Wahlen zum thüringischen Landtag haben trotz bet leb­haften Wahlpropaganda des Ordnungsöundes und der sozialistischen Parteien einen ruhigen Verlauf genommen. Nur in der Stadt liaum- burg a. Saale ist es nach den bisher vorliegen­den Meldungen zu einem Zufammenstotz ge­kommen. Trotz des vom Wiliiarbefehlshader erlassenen Verbots des Ausschanks stark alko­holischer Getränke kam es hier zu einem Streit zwischen einem deutschvölkischen und einem sozialistischen Wähler, der mit Biergläsern aus­gefochten wurde und einen Tumult im Wahl­lokal herbeiführte. Nach vorliegenden Mel­dungen aus Weimar, Eisenach, Apolda, Gotha, Jena, Arnstadt, Meiningen, Gera usw. war die Wahlbeteiligung überall sehr groß. Sie wird in einzelnen Wahlbezirken zwischen 80 und 90, teilweise sogar bis zu 95 Proz. geschätzt. Um 7 Ahr abends wurde der Wahlgang geschlossen.

Erfurt, 11. Febr. Ein Bild über die Verteilung der Stimmen bei der thüringischen Landlagswahl läßt sich noch nicht geben, da die Berichte nur verhältnismäßig spärlich eingehen, ^n den größeren Städten wie Weimar, Arn­stadt, Gera, Rudolstadt und Gotha ist mit einer bürgerlichen Mehrheit zu rechnen, während in Meiningen und Sondershausen eine bürger­liche Mehrheit bereits gesichert erscheint. In Altenburg und Saalfeld scheinen die Stimmen rechts und links ziemlich gleichmäßig verteilt. In Ruhla bleibt die kommunistische Mehrheit bestehen, ebenso in den südthüringischen 3n-

. , . .- n , - traten 6556, Wirtschaftsgemeinschaft (Deutsch-

Mr'â^ und in den klemeren Industrie-! ^St Deutschs Vslksyartei, Zentrum und

Bor läufige Wahlerg eb n i ff e r

Weimar: Ordnungsbund 12 293, Völkische 4671, Sozialdmokraten 4090. Kommunisten 3881, Unabhängige 950.

Eisenach: Ordnungsbund 11 535, Sozialde­mokraten 5740, Kommunisten 3590, Völkische 2220, Unabhängige 1066, Freier Wirtschafts­bund 12. In 23 Orten des Eisenacher Krei­ses wurden folgende Stimmen abgegeben:

stiges Ergebnis erwarten. Der zweite Sachver- ständigenausschuß hat Berlin wieder verlassen und der erste wird ihm am Mittwoch folgen. Schon jettz geht von der Arbeit dieser Ausschüsse eine unverkennbar günstige Wirkung aus und es ist bezeichnend, daßsich die Börsenspekulation, die sich die Rentenmark aufs Korn nahm, dabei die Sachverständigenausschüsse in Mitleidenschaf zu ziehen versuchten. Wir haben alle Ursache damit zu rechnen, daß das Endergebnis der Untersuchung das halten wird, was der bisherige Verlauf verspricht. Das VotumderSach- verständigen wird für die Frei- gabedesRuhrgebietesanDeutsch- landindieWagschalefallen. Unsere außenpolitische Lage wird dadurch sicher im günstigen Sinne beeinflußt werden, wenn auch eine unmittelbare Wirkung kaum zu erwarten ist. Ob sich aber die günstiger gewordenen Symptome auf die Dauer auswirken werden, das hängt letzten Endes doch von der andern Frage ab, ob wir die Befestigung unserer inne­ren Verhältnisse aufrecht erhalten können oder nicht. Das ist allein die Lebensfrage des deut­schen Volkes und alles andere hat sich ihr unter­zuordnen. Diejenige Regierung, die in dieser Richtung führt, wird immer das Volk auf ihrer Seite haben. Und sie wird es auch nicht schwer finden, sich dem Reichstag gegenüber durchzu­setzen, wenn von dieser Seite Widerstände kom­men. Es wird gut sein, wenn sich alle Beteilig­ten diese Lage kurz vor dem Wiederbeginn dèr parlamentarischen Zeit noch einmal ganz klar machen. Die Periode positiven Schaffens, die uns wieder etwas in die Höhe gebracht hat, darf auf keinen Fall durch eine Periode unfruchtbarer Auseinandersetzungen unterbrochen werden.

Das Schicksal

der Steuerrwlverordnmrg.

Werlirr. 10. Febr. Die gestrige Konferenz der Parteiführer des Reichstages mit der Reichs- regierung, in der die Aussichten der dritten Steuer- noiverordnung besprochen wurden, hat. wie zu erwarten war. noch nicht zu dem angestrcbtcn Kompromiß geführt. Soviel wir hören, scheint die Regierung an ihrer ursprünglichen Absicht festzuhalten. die Aulwertungsircige zusammen mit den notwendigen Steuerreformen in der Verord­nung zu regeln. Es soll nun dar Versuch gemacht

Ordnupgsbund 3000, Deutschivölkische 180. So­zialdemokraten 600, Unabhängige 102, Kom­munisten 187.

Sondershausen: Ordnungsbund 3450, Völ­kische 1058, Sozialdemokraten 1534, Kommu­nisten 1591.

Meiningen: Ordnungsbund 4200, Völkische 2073, Sozialdemokraten 1696, Kommunisten 1121.

Rudolstadt: Ordnungsbund 4361, Sozial­demokraten 1848, Unabhängige 731, Völkische 2577, Kommunisten 1780.

Gera: Ordnungsbund 26 672, Sozialdemo­kraten 14 475, Unabhängige 1576, Kommu­nisten 7625, Völkische 584. '

Jena: Ordnungsbund 14210, Sozialdemo­kraten 6150, Kommunisten 8668, Völkische 2414, Unabhängige 17, Freier Wirtschaftsbund 251.

Ilmenau: Ordnungsbund 2677, Sozialde­mokraten 2274, Deutschvölkische 1178, Kommu­nisten 1507, Freier Wirtschaftsbund 3.

Gotha: Ordnungsbund 10 923, Sozialdemo­kraten 1967, Deutschvölkische 5735, Kommu­nisten 8062.

Auch irr Lübeck bürgerlicher > Wahlsieg.

Lübeck, 10. Febr. Bei den heutigen Bärgerschafiswahlen wurden folgende Stimmen abgegeben: Kommunisten 8896, Sozialdemokra­ten 2523.6, Haus- und Grundbesitzer 7871, Demo-

die 'Kommunisten 10, die sFaldsmokraken 28, Haus- und Grundbesiber 8, Demokraten 7, Wirtschaftsgemeinschaft 21. Derlllchvölkischen 6 Sitze. Wäbrend sich die Bürgerschaft bisher ans 45 Sozialdemokraten und Kommunisten und 35 bürgerlichen Abge­ordneten zusammensetzte,stehen nunmehr 36 Ab- geordnete der Linken 42 Bürger­liche gegenüber.

werdem in einem engeren Ausschuß. der morgen zusammentreten soll, noch rechtzeitig eine Verständigung berbeizuiübren, damit die Verord­nung noch vor dem 15. Februar in Kraft gesetzt werden kann. Dabei würde vielleicht in der Auf- wertungsiratze noch etwas über den Regierungs- Vorschlag hinausgegangen werden, etwa auf 15 Prozent (statt 10 Prozent) des Goldwertes der aufzuwertenden Schulden, während gleichzeitig versucht würde, die Besteuerung der 3 n ilationsgew inne auch bei den bebauten Grundstücken wieder mehr den Vorschlägen der Regierung anzunähern, doch steht darüber noch nichts fest, zumal da auch die Fraktionen des Reichstages, die sich, wie die Demokratische und die Sozialdemokratische Fraktion, grundsätzlich gegen die Regelung der Auswertungssrage auf dem Verordnungswege festgelegt haben, zu der neuen Sachlage noch gar nicht Stellung genommen haben.

Baldmöglichst eine Goldnvlenbank. Die einstimmige Ansicht des Sachverständigen»

Ausschnffes.

Berlin, 9. Febr. »Das Erste Sachverständigen­komitee veröffentlicht folgendes Kommuniguö:

Die Arbeiten des Ersten Sachverständi'genkomiteez haben dazu geführt, mit Einstimmigkeit in großen Zügen den Plan festzulegen, den es für die Errichtung einer neuen deutschen Goldnoten­bank anempfehlen wird, die ihre eigenen Noten gegen diejenigen der Rentenbank und der Reichsbank anstauschen soll. Die diesem Entwurf zugrunde­liegenden allgemeinen Prinzipien find dem Reichsbank- präsidenten Dr. Schacht zur Kenntnis gebracht worden, der durchaus den Eindruck hat, unter dem auch die Sachverständigen selber stehen, daß, falls dieser Entwurf zur Ausführung gelangt, er sich als der bedeutsam ste Schritt zur endgül­tigen Stabilisierung der deutschen Valuta und zur Ausbalanzierung des deutschen Etats erweisen wird. Das Sachverständigcnkomiice wird der Reparations- k o m m i s s i o n gegenüber zum Ausdruck bringen, saß der Plan, den es der Kommission unterbreiten werde, baldmöglichst zur Ausführung gebracht werden soll. Dr. Schacht hat dem Komitee erklärt, daß er bei der Ausstelluna seiner Bläue für die Er-

1924

richtimg feiner Goldbank es Ifo entrichten wolle, kdaß ihr Aufgehen in die von dem Komitee vorgeschlagene Notenbank erleichiert werde. Dr. Schacht wird am 18. Februar mit dem SachverstSndigenkomitee in Paris wieder zusammentreten."

Berlin, 9. Febr. Zu dem von dem Ersten Sach« v-rständigenkomitee veröffentlichten KommuniguS wird uns von unterrichteter Seite geschrieben: ,

Die offizielle Auslassung des Sachverständigen- komiteeS, daß es die Währungsarbeiten in Bernn hiermit vorerst beendet haben dürfte, zeigt, in erfreu­licher Weise, daß die Zusammenarbeit zwischen den in Frage kommenden deutschen Stellen und dem Komitee zu einem befriedigenden Ergebnis geführt hat. Das Komitee, das von der Reparations­kommission den Auftrag emvfinci, Vorschläge für eine definitive Regelung der deutschen Währung zu machen, hat seine Arbeiten von vornherein und unverändert auf diesen Endzweck gerichtet. Der dahingehende Plan hat die Vereinheitlichung der bisherigen verschiedenen deutschen Zahlungsmittel auf einer einzigen Goldbafis zum Ziele. Die Gedankengänge, die das Komitee dabei leiten, sind derart, daß auch von deutscher eene ein Erfolg daraus erwartet wird. Andererseits ver­kannte das Komitee niemals, daß unsere derzeitigen Wirtschaft?-und Währungsverbältnisse ein p r o m p tes Handeln erfordern. Die Sachverständigen werden diese Auffassung der Reparationskommission gegenüber ausdrücken. Sie zeigen durch die bereits für den 18. Februar in Paris angesetzte Fortführung der gemein­samen Arbeiten, daß es ihnen mit der beschleunigten Lösung des Problems ernst ist. Um die von dem Reichsbankpräsidenten eingeleiteten Arbeiten auf eine baldige Heranziehung des inländischen und auslän­dischen Goldkapitals für die Zwecke der deutschen Wirtschaft nicht zu , behindern und ihre Weiterführung zu ermöglichen, hat d.e Konimission die Erklärung des Reichsbankpräsidenten entgegengenommen und in ihrem Kommunigus zum öffentlichenAusdruck gebracht, daß die Arbeiten desReich?- dankpräsidenten so geführt werden, daß daS Aufgehen ber heranzuziehenden Kapitalien in den von den Sack- verktäudig«^. jM&.Sbifte ucfcSle« definitiven Plan vor-

' gefeuert wird. Au- der somit von^^i-^'^ -- stellen bezeugten prompten Arbeitswilligkeit und der übereinstimmenden grundsätzlichen Auffassung gebt hervor, daß die letzten spekulativen Vorgänge aus dem Devisenmärkte jeder Begründung entbehren und dan die Ueberführung des derzeitigen Wertverhältnisses unserer Zahlungsmittel in den definitiven Zustand mit Sicherheit in Aussicht steht.

Saboteure an der Renlenmark!

Aus gutunterrichtcten Berliner Kreisen erfahren wir: In Berlin einaelaufcne Meldungen an? London, Amsterdam, Paris, Prag und Warschau wollen von einerernsten Krisis der Rentenmark' wissen. Diese ausländischen Börsengerüchte, die ziemlich systematisch auSgesprenpt zu werden scheinen, lassen erkennen, daß die internationale Spekulation glaubt, ihre Stunde sei gekommen, um auch die Stabilität der Rentenmark zu untergruben, obwohl man in Berliner Bankkreffen Grund hat, anzunehmen, daß es ,sich um Quertreibe­reien handelt, deren Charakter in erster Linie mit politischen Interessen zu begründen ist. . .

Als Beweis hierfür mag die Pariser, Sensations­meldung angesehen werden, daß das Rheinland große Summen in französischen Francs anlege (ausgerechnet in französischen Francs!), daß andererseits dieKrisis der Berliner Sachverständigenberatungen" und sogar da? Gerücht, General DaweS habe den Vorsitz der ersten Sachverständigenkommission niedergelegt (in­zwischen schon dementiert), nachteilig auf den Kurs der Rentenmark wirke. Diese ausländischen Falschmel. düngen werden mit voller Absicht mit der Anspannung am Berliner Devisenmarkt verquickt, deren wahre Ur« ,'ache in großen Rohstoffeinkäufen der Industrie und vielleicht teilweise spekulativen Erwerbungen des Rhein- landes zu suchen ist. Nicht zu unterschätzen sind auch die Geschäfte der internationalen Arbitrage, die sich bie großen Umsätze in Berlin zu stabilen Kursen und die nominellen Kursschwankungen im Auslande.bei mini­malen Umsätzen in Nutze macht.

Im Inland hat kein Mensch ein Interesse, gegen die Rentenmark vorzugehen. Wir sind zufrieden, eine stabile Währung zu besitzen. Eine Inflation der Rentenmark besteht nicht und kann nicht

bestehen. Die Rentenmark ist rechnungs­

mäßig 1/2790 Kilogramm Feingold; 2790 Rentenmark geben also ein Kilogramm Feingold. Die Versuche die Rentenmark zu zermürben, kommen von außerhalb. Bezeichnend ist, daß derSaarkurrier", jenes im Saargebiet erscheinende, lediglich durch französische Mittel unterhaltene Blatt in jeder Nummer Angriffe gegen die Rentenmark unternimmt. Es handelt sich also um eine wohlerwogene Politik. ,

Frankreich hat wie bekannt in letzter Zeit starke Verkäufe, z. B. an Mehl, nach Deutschland, Haupt­hauptsächlich nach Süddcntschland, getätigt, eine Zab ache, die auch in der französischen Kammer erörtert vorden ist. Die deutschen Schecks und Wechsel werden an einer Zentralstelle gesammelt.

Was Frankreich damit bezweckt ist offensichtlich.

Frankreichs Angriffe gegen die Rentenmark müssen schon deshalb 'scheitern, weil nur eine beschränkte Stückzahl hcransgeaebcn worden ist. Auch gibt es nur Kredite in Rentenmark, die im direkten Dienste der Gütererzeugunz stehen. Auch an eine Gefahr für die Papiermark glaubt man in Deutschland nicht, selbst wenn die Papiermark für ein paar Tage nicht mehr stabil wäre. Diese Stabilität würde fick binnen