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Einzelnummer 13 GelOplennig

Landkreis Cattau a. M.

General-Anzeiger / AmMches Organ für Stadt- und

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / Fernfprech-Anschluß Nr. 1237.

B«,«,»v rei» für die Zeit vom 22. bis 81. Januar 90 Eoldvfennig ohne Trägerlohn Einzelnummer 13 Eoldvfennig. A n r e i g e n p r e i j e'. für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Eoldvfennig. für die Re kl am ereile (68 mm) 50 Eoldvfennig Oftertenaebüb r 10 Eoldvfennig. Geschäftsstelle Sammer strafte 9.

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Nr. 25

Miftwoch den 30. Januar

1924

Ser MmWOW«M in Berlin.

Berlin, 30. San. Gestern abend 9.57 Uhr sind auf dem Bahnhof Friedrichstraße mit dem fahrplanmäßigen Kölner Schnellzug die Mit­glieder des Ersten Sachverständigenansschusses für die Währungs- und Budgetfragen und vom Zweiten Sachverftändigenausschuß für die Ka­pitalflucht der Direktor der Äanque de Paris es des Pays Das, L. Atthalin. mit Begleit­personal, etwa 40 Personen, eingetroffen. Die Herren wurden am Bahnhof von dem Mitglied der Kriegslasterrkommission, Negierungsrat Myer, empfangen und zum HotelEspla­nade" geleitet, in dem sie Wohnung nahmen. Die Hauptmitglieder des Ersten Ausschusses sind: General Charles Gates Dawes, Leiter der Central Trust Company of Illinois in Chi- cago; Owen B. Young, Rechtsanwalt und Vor­sitzender des Aussichtsrats der Electric Com­pany; Sir Robert Kindersley, Leiter der Bank von England; Sir Josua Charles Stamp, Di­rektor zahlreicher Jndustriekonzerne; Parmen­tier, Administrator des Credits Fonciers de France; Professor für Finanzwissen schäften an der Sorbonne Alix; Dr. Alberto, Pirelli, In­dustrieller; Professor der Finanzwissen chaften an der Universität Bologna, Flora; Baron Maurice Houtart, Mitglied der belgischen Kam­mer, und Emile Francqui, Staatsminister und Schatzgouverneur der SociètL Generale Bel- gique. Die Mitglieder des Zweiten Sachver­ständigenausschusses treffen heute abend um die gleiche Zeit ein.

Enn emgetroffen. Wre in Paris wird der Ausschuß auch in Berlin rasche Arbeit machen und keine Minute Zeit verlieren. Die Unter­suchungsergebnisse, die der Ausschuß in Berlin erzielt und die Eindrücke, die er empfängt, wer­den von ausschlaggebender Bedeutung sein. Die Sachverständigen haben sich in Pans gewiß nicht nur theoretisch über die deutsche Leistungs­fähigkeit unterhalten. Sie haben von Dr. Schacht auch eingehende sachliche und ziffern­mäßige Darlegungen über diesen Punkt erhal­ten. Damit will sich aber der Ausschuß nicht begnügen. Er kommt nach Berlin, um an Ort und Stelle nachzuprüfen. Dabei wird wohl auch die hauptsächlichste Streitfrage zu klären sein, die im Ausschusse selbst besteht. Von außen gesehen macht das deutsche Wirtschaftsleben zur Zeit den Eindruck einer gewissen Stabilität, da die Rentenwährung jetzt schon seit mehr als zwei Monaten die deutsche Valuta im Gleichgewicht hält. Infolgedessen scheint ein Teil der Sach- ^rständigen geneigt zu sein, an eine gewisse Prosperität des deutschen Wirtschaftslebens zu glauben, die sofort Leistungen abzuwerfen im« stunde sei. Die Sachverständigen wollen sich ittirjn Berlin davon überzeugen, wie die Dinge mnkiich stehen. Sie werden nicht nur den Er- mag der deutschen Steuern und die Möglichkeit kmer weiteren Steueransvannung, ferner nicht nur die Erträgnisse der Reichsbetriebe prüfen, Indern auch die Erträgnisse der deutschen Pri­vatwirtschaft einer genauen Untersuchung un« ^ziehen.

Die deutsche Regierung hat allen Anlaß, Wen diese Arbeit nach Möglichkeit zu erleich-

Es ist wiederholt betont worden, daß mir absolut nichts zu verbergen haben. Es muß Ms Ritter zugegeben werden, daß man in Wrn leichtfertig genug gewesen ist, falsche âdrucke nach außen entstehen zu lassen. Kein . "Ich verlangt daß wir im Gegensatz zu ?m russischen Vorbild poiemkinsche Dörfer *5 Elendes und der Armut aufbauen. Aber ^^^re^^i^^^e Innenminister und der Berliner x uzeiprafident hätten doch viele üppige ii^ i ^5 Schlemmer- und Prassertums rück- beschneiden können. Wir haben also kJ unsere Rechnung-bücher immer offen , twgt. Und die Regierung wird zweifellos Sachverständigen auch die letzten Infor- L^^uellen erschließen. Auch über d«n v.V d«r Privatwirtschaft können die Sach- mL^oigen in Berlin an der Quell« Stuoien tQi ^iemanb leugnet, daß deutsches Kapi- str-!?^ Ausland geflüchtet ist und niemand be* éfnst ""^ in Berlin und anderen deutschen im «5?"^°ndische Devisen auch heute noch Scheck schlummern. Aber wenn «, hier ^""berstab gibt, um dieses Versteck zu *^"' l° ^t ihn Dr. Schacht schon oehand- iliali r ^'° ieste Währung bringt in Berlin tag- ^"ch ausländische Devisen auf den Markt und der. Goldnotenvlan Dr. Sckmchts Wirk­

lichkeit wird, so kann man sicher sein, daß diese Anlagemöglichkeit die geheimen Devijenschätze restlos zutage fördert. Die ausländischen Vank- guthaben deutscher Gläubiger sind Sache des zweiten Ausschusses. Sind hier die Unter­stützungsmöglichkeiten der deutschen Regierung nicht so stark, so werden sie doch dem Ausschuß restlos zur Verfügung stehen.

Aber die Devisenyanrsterer sind nicht maß­gebend für die Beurteilung des deutschen Wirt­schaftslebens. Selbst wenn man hier ein bis zwei Milliarden Goldmark anfetzt vermut­lich eine Überschätzung so fällt diese Summe für den gegenwärtigen Ertrag der deutschen Arbeit nicht ins Gewicht. Mit Jnflationsgewin­nen ist es in Deutschland vorbei. Und wenn man diese Gewinne konfisziert oder wegge­steuert hat womit wir vollkommen einver­standen sind, so ist damit doch nur ein blan­ker Tisch geschaffen, aber es ist nichts geschehen, um zu beweisen, daß das deutsche Volk jetzt an einem gutgedeckten Tische sitzt. Das Gegenteil ist der Fall. Jedermann, der Einblick in das deutsche Wirtschaftsleben hat, weiß ganz genau, daß es Industrie, Handel und Gewerbe schwer genug haben, sich durchzuschlagen. Und was Deutschlands finanzielle Leistungsfähigkeit an« langt, so weiß auch jeder einigermaßen sachkun­dige Mensch in Deutschland, daß jeder derartige Schlag von außen das Gebäude der deutschen Währungsbefestigung wieder erschüttern müßte. Die Sachverständigen mögen selbst ein Bild ge­winnen. Wir sind nach ihrer bisherigen Ar- best davon überzeugt, daß sie das Bestreben haben, unbefangen zu urteilen uns sich rein sachlich zu unterrichten. Deshalb können w i r dem Ergebnis der Untersuchung mit Ruhe ent­gegensehen. Das einzige, was uns gefährlich werden könnte, wäre die Illusion, als fei mit der Tätigkeit der Sachverständigen allein schon des Rätsels Lösung da. Der Vorsitzende des ersten Ausschusses, General Dawes, hat in fei­ner offenherzigen und erfrischenden Eröff­nungsansprache betont, daß der Ausschuß ledig­lich die Aufgabe habe, ein Gutachten abzu­geben, daß er es aber anderen überlassen müsse, daraus die Konsequenzen zu ziehen. Und wer wollte glauben, daß Poincare die Konsequen­zen gegen seine bisherige Politik ziehen würde, selbst wenn er am vorigen Sonntag sich mit Jaspar über die Räumung der Ruhr unter­halten hat?

London, 30. Jan. Dem britischen drahtlosen Dienst zufolge wird erwartet, daß der Sachver- stündigenausschuß, der die Lage der deutschen Finanzen prüft, Mitte Februar der Repa­rationskommission seinen Bericht vorlegen wird.

Der franz. WreSeraufbsu'kanöal.

Paris, 29. Jan. In der heutigen Rach- Mittagssitzung der Kammer dauert zunächst die Auseinandersetzung über die mißbrauch- liche Berechnung der Schadener­satzansprüche an. Der sozialistische Abge­ordnete I n g h e l s, der in der Presse seit Jah­ren gegen diese Schäden ankämpft, schätzt den Betrag, auf dessen Rückerstattung der Staat Anspruch habe, auf 3 Milliarden. Trotz aller seiner Bemühungen habe sich bis jetzt das Mini­sterium für die befreiten Gebiete als der Fried- Hof der Mißbräuche und die Kammerkommis­sion für die befreiten Gebiete al» das Massen­grab der Skandale erwiesen. Der Redner führt eine Anzahl Fälle auf, durch die auch Parlamentarier kompromittiert werden. Jnghelr erklärt, daß diejenigen, die den Staat bestohlen hätten, ihr unrechtmäßige» Gut wieder herausgeben müßten. Der Abgeordnete F o u - g e t e, der Vorsitzende eines von der Kammer­kommission für die befreiten Gebiete eingesetzten Enqueteausschusses, dessen Feststellungen in den letzten Tagen in der Presse viel von sich reden gemacht haben, spricht sich über die Aufgaben der Untersuchungsausschusses wie folgt aus: Die Enquete fei heikler Art und nötige zu zahlreichen Zeugenvernehmungen. Es könne also noch nicht gründlich darüber gesprochen werden. Er müsse jedoch sagen, daß das Ministerium für die be* freiten Gebiete sich bis jetzt geweigert habe, mit dem Untersuchungsausschuß zusammenzu- arbeiten. Dieser habe an da, Ministerium mehrere Briefe gerichtet, in deren di« Ueber* Mittelung gewisser Aktenstücke verlangt wurde. Bis heute seien diese Brief« unbeantwortet ge- blieben.

Der Abgeordnete Ingels begründet seinen Antrag, die ausgezahlten Schäden einer Revision zu unterziehen, in­dem er Beispiele anführt, durch die'nach seiner Ansicht Milliarden öffentlicher Gelder geopfert wurden. Er habe diese Skandale schon vor mehreren Jahren auf der Kammertribüne an­gekündigt, aber damals habe man seine Vor­schläge abgelehnt. Der sozialistische Abgeordnete E sc o s f i e r unterstützt den Antrag Jnghelg.

Nach dem Ministerpräsidenten, der ausdrück, lich erklärt, daß die Negierung die Grundsätze des Antrags Ringuier (der sich im wesentlichen Mit demjenigen des Abg. Deyris deckt) annehme, ergreift der Minister für die befreiten Gebiete, Minister Reibel, das Wort, um die Tätigkeit seines Ministeriums zu verteidigen. Als er das Ministerium für die befreiten Gebiete über­nommen habe, feien bereits 40 Milliarden Schäden ausbezahlt gewesen. Man habe die gesamten Schäden auf 146 Milliarden geschätzt, aber angenommen, daß man nicht mehr als etwa 10Ö Milliarden auszuzckhlen habe. Die endgültige Schätzung habe jedoch eine geringere Summe, nämlich 82 Milliarden ergeben. Das sei unter seinem Ministerium geschehen. Er habe also die Interessen des Staates gewahrt. Der Minister kündigt an, daß alle diejenigen, die den Staat geschädigt hätten, strafrechtlich verfolgt würden. Er führt eine Anzahl von Fällen auf, um zu beweisen, daß bereits Nach­prüfungen über die ausbezahlten Schäden statt­gefunden haben und geht schließlich im einzelnen auf einige von dem Abgeordneten Jnghels vor* gebrachte Fragen ein- Nach der Rede des Ministers Reibel wird tue Weiterberatung der Steuergefetzentwürfe der Regierung auf morgen

Ein überwältigendes Bekenntnis zum Deutschtum.

Sa a r b r ü ck e n, 29. Jan. Bei den Landes- r«rtsn»ahlen wurden insgesamt abgegeben:

Zentum 101 810 (92 382) Mehrheilssozialdemokratte 48 787 (31849) Kommunisten 39 858 (14 629) Saarländische Bolkspaclei (Liberale und Demokraten) 33 075 (32 470)

Partei für Hausbesitz und Landwirtschaft 8 506 (15 689)

Deutfchnotionale Bolksparkei 3 731 Saarländische Wirlschafksvereinigüng (Saar- separatrsècn) 6 923 (0) Stimmen.

Wahlberechtigt waren 377 300, gewählt haben 255 439, also 68,25 Prozent.

Damit haben die Saarseparatisten eine glänzende Niederlage zu verzeichnen. Trotz aller Machenschaften ist es dieser Partei nicht gelungen, auch nur einen einzigen Sitz im Landesrat zu erhalten. Die Bevölkerung hat damit einmütig zu erkennen gegeben, daß sie alle Bestrebungen, die darauf abzielen, das Saargebiet vom deutschen Mutterland a b zutrennen, durchaus verurteilt. So kann dieses Wahlergebnis als ein überwältigen­des Bekenntnis zum Deutschtum gewertet wer­den, da die abgegebenen Stimmen fast aus- schließlich den deutjchen politischen Parteien zu- gefallen sind. Auch die Partei der Hausbesitzer wird von ihren zwei Sitzen im Landesrat einen abgeben müssen, ein Beweis dafür, daß die Er­kenntnis dafür wächst, daß nur ein Zusammen­schluß der Parteien und keine Zersplitterung den deutschen Belangen dienlich ist. Lebhaft zu be« grüßen ist ferner, daß von dem System der freien Listen, da» doch nur bezweckte, die Führer der Parteien zu Fall zu bringen, entsprechend dem Stichwort der deutschen politischen Parteien ziemlich wenig Gebrauch gemacht worden ist. Besonders bemerkenswert ist das starke An­wachsen der kommunistischen Stimmen. Dieser nicht abzustreitende geringe Erfolg der sozia­listischen Parteien dürfte, wenigsten» teilweis«, darauf zürückzuführen sein, daß vier Tage vor den Wahlen durch den Ausstand der Buch, drucker die gesamt« bürgerliche Treffe stillgelegt und damit jede Wahlwerbetätigkeit dieser Par­teien unmöglich war, während die sozialistische Balkrstimme diese günstige Gelegenheit in ihrem Parteinteresse weidlich ausgenützt hat. Alle» in allem genommen, kann vom deutschen nationalen Standpunkt aus das Ergebnis der Landerrat»wahlen nur al» erfreulich bezeichnet merben.

Fsrt ehuug »c» GrparsWenkerrsrs.

rNSnch«:, 29. Jan. Nach hierher gelangten Meldungen hab«» feie Separatisten feie pfälzi­

schen Dörfer Rülzheim und N e u p f o tz be­setzt. In Rheinzabern haben sie sich die Zoll­kasse mit Inhalt angeeignet. Ferner besetzten sie in B e r g z a b e r n das Finanzamt und ver- trieben gewaltsam die Beamten, weil sie sich weigerten auf Befehl des separatistischen Be­zirkskommissars alle Einnahmen an diesen ab­zuführen. Ueber Rülzheim ist auf Betreiben des französischen Bezirksdelegierten von Ger« mersheim die Nachtverkehrssperre verhängt worden.

Speyer, 29. Jan. Am 13. Januar haften sich einige junge Leute bei einer Familie zu einer Abendunterhaltung zusammengeftmden. Dabei soll auch das Deutschlandlied gesungen worden sein. Um 8 Uhr abends erschien ftanzöstsche Polizei und stellte die Personalien der jungen Leute fest Eine halbe Stunde später erschienen bewaffnete Separatisten und schlepp­ten sie mit dem Gastgeber, seiner Frau und dem siebenjährigen Kind, in das Amtsgerichtsge­fängnis in Speyer. Schon unterwegs wurden die Verhafteten darunter, ein Schwerkriegsbe­schädigter, mit Gummiknüppeln schwer mißhan­delt. Der Bankbeamte Hermann Grieser wurde blutig geschlagen und bewußtlos ins Gefängnis eingeliefert. Trotzdem wurde er im Gefängnis noch derartig weiter mißhandelt, daß das Blut aus dem Kopfe bis zur Decke der Zelle spritzte (!!). Grieser ist an den Folgen der Miß­handlungen (Zertrümmerung der Schädel­decke) am 27. Januar gestorben.

Separatismus und Botschafter- Konferenz.

Paris, 30. Jan. Wie dasEcho de Paris" mit­teilt, hat die englische Regierung auf den Vorschlag, sie verichiedenen VerwaltungSfragen, die in der Pfalj durch Sie icparalurnmk ÄWMtitoa ailfgetyorfe« iourden, 6er Botschafterkonferem M unterbreiten, noch keine Antwort erteilt. Der gleiche Vorschlag wurde auch der belgischen Regierung übermittelt, die auch n»ch nicht geantwortet hat Poincarè und. JaSpar hätten sich entgegen anders. lautenden Nachrichten bei ibren Besprechungen am vergangenen Sonntag nicht über diese Fragen versländigèi: können.

Dor einer Begierungskrise in Preützen?

Der Kampf um die Grundsteuern i u Preußen hak sich derart zugespitzt, daß wie gemeldet wird, mit einer Kabinettskrise ge­rechnet werden müsse. Die von dem der Deut­schen Volkspartei angehörenden Finanzminister von Richter eingebrachte Grundsteuervorlage ist nicht nur bei den Deutschnationalen, sondern auch beim Zentrum auf'Widerstand gestoßen, das den 5 teuer betrag auf etwa 48 Prozent des in der Regierungsvorlage erwarteten A btrages verringern will. Das preußische Kabinett hat in seiner gestrigen Sitzung zwar gewisse Zuge- ständnisse an die Forderungen des Zentrums gemacht, im wesentlichen jedoch an der Vorlage selbst festgehalten, da der Finanzminister er­klärte, in so starke Abstriche, wie sie das Zen­trum verlangt, nicht einwilligen zu können selbst auf die Gefahr hin, daß die Regierungs­vorlage im Landtage keine Mehrheit finden werde und dadurch eine Regierungskrise ent­stehe. Der interfraktionelle Ausschuß des Land­tags hat sich gestern vergeblich um ein Kom­promiß bemüht. Heute soll nun ein neuer Ver­such gemacht werden, das Zentrum für diel Grundsteuervorlage zu gewinnen.

Ein neuer Zwischenfall in der ennlftthen Zone.

London, 30. Jan. Der diplomatische Ve- ridyferftatfer der »Westminster Gazette" schreibt» daß die AnHÄtung einer Bahnladung mit bri­tischen Heecervorrâèen in Ründeroth eine ernste Angelegenheit sei. Das Adfchneiden tvefenf- licher militärischer Vorräte würde die Stellung der Engländer in Köln unerträglich machen. Macdonald habe in Paris energischen Protest gegen diese» vorgehen erhoben und gefordert, daß die Freiheit der englischen Ver­bindungen hergestellt werde.

Eine Rede MaeSonakds.

London, 30. J,n. ^remierminiFier Ma^snsl» erlläite auf seiner Reise nach Sdinburg in einer Rede in LarliSle: Wir haben eine sehr schwere Ausgabe vor unS und werden alles tun, was wir tun können, um die «rbeiterpartel zu einer grigeren Macht zu . t.ten. «l» je. Nicht nur in diesem Lande, sonder» ix teuf idurov« baden wir ein ,ioze» Durcheinander geerbt. Uniere Pflicht ist es, diese» Lurcheinaii^er i» Uebereinstimmung mit den Sirundsayen der Arbeiter« Partei «ufruraumen. Ich hoffe, das, man uns ctwatz Zeit geben wird. Rom ist nicht an einem Tage et« ant werben. Europa wirb nicht «« einem Tage ix Cr»Ktt«g gebracht werden können.