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SanauerS Anzeiger
General-Anzeiger / Amtliches Organ für Sladl- und Landkreis SSanau a. M.
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Nr. 19
Mittwoch den 23. Januar
1924
Englands neue Regierung
Macdonald Premierminister.
London, 22. Ian. Das Kabinett Vald- Win ist zuruckgetreten. Ramsay Macdonald hat das Amt des Premierministers angenommen. *
Kurz nach der Mittagsstunde ist Baldwin gestern von seinem Amte zurückgetreten, nachdem er am Vormittag seine letzte Kabinetts- sitzung abgehalten hatte und im Anschluß daran zum König gegangen war. Dieser letzte Akt seiner Regierungsherrilchkeit ist genau so programmäßig verlaufen, wie der Sturz seines Kabinettes in der Nacht vorher. Die Bahn ist nun frei für Macdonald, der zeigen muß, was er kann und was seine Versprechungen wert sind. Wir haben in Deutschland nicht nötig, dem Kabinett Baldwin eine Träne nachzu- weinen. Im vorigen Jahre hielten wir uns während des Ruhrkampfes einmal für berechtigt, Hoffnungen auf die englische Politik zu setzen. Das war damals, als Lord Curzon im englischen Oberhause seine Rede hielt, um die deutsche Regierung zu einem Schritte zu ermutigen. Dieser Schritt erfolgte dann auch in der Form des Angebotes, das die Regierung Dr. Cuno den Ententemächten unterbreitete. Bis heute ist auf dieses Angebot jegliche Antwort ausgeblieben. Diese Behandlung Deutschlands ist bezeichnend nicht nur für die Politik, die Bonar Law verfolgt hat, sondern eigentlich noch mehr für die seines Nachfolgers Baldwin.
Die englische Aktivität versackte vollkommen ^^nkreich gegenüber,und überließ Deutschland s^MMmmen seiner Isolierung. Menn wir ms k heute einen Derzweiflungskampf gegen die stanzösische Unterdrückungspolitik führen müssen, so fällt das nicht zum mindesten auch der englischen Politik zur Last, die in kühler Reserve sich auf das Abwarten beschränkte.
Wird darin unter der Führung Macdonald eine Aenderung eintreten? Der neue englische Ministerpräsident hat in der Unterhausdebatte vor der entscheidenden Abstimmung wie auch schon vorher der Meinung Ausdruck gegeben, allein schon die Aussicht auf den kommenden Kabinettswechsel in England habe die außenpolitischen Verhältnisse gebessert. Den Nachweis dafür ist er allerdings schuldig geblieben. Das internationale Ansehen Englands hat durch die Blockierung Kölns einen neuen Schlag erlitten, und, wie es scheint, ist man in London auch letzt noch nicht entschlossen, dagegen mit den Leichen Waffen vorzugehen. Man versucht, die vache zu bemänteln, wie aus dem Bericht der englischen Delegierten hervorgeht. Was die Mission des englischen Generalkonsuls Clive in Pfalz im Gefolge haben wird, werden wir euch erst noch abwarten müssen. Der Bericht des Engländers bedeutet für die Franzosen und ihre Schützlinge eine schwere moralische Niederlage. Die nächsten Tage werden zeigen, ob Mn in London sich damit begnügt oder ob Uran nun daraus auch die Konsequenzen ziehen °"rd Die Antwort auf diese Frage wird schon e>n Prüfstein für die Außenpolitik des neuen Englischen Kabinetts sein. Was Macdonald Ulsher in außenpoliti chen Ansichten geäußert vat, läuft im Großen und Ganzen auf imer- uaiionale Verständigung und Völkerbundsge- uanken hinaus. Er wird also sicher im Amte s an der Betonung des Selbstbestimmungs- Wes der Völker nicht fehlen lassen. Aber 'so- ?"ge es bei diesen Worten bleibt, wird auch /r Wechsel in der englischen Regierung noch Wandel in der englischen Außenpolitik ban r ®°n einem Umschwung wird man erst ^^ufprechen können, wenn der neue englische nifkrpräsident sich dazu entschließt, nötigen- zuln^ch ^^ der Tat für seine Grundsätze ein« H?r wird man von vornherein der rücket" Tätigkeit Macdonalds mit großer Zu- yauung entgegensehen müssen.
r- lvenn sich Macdonald auch vielleicht Lant ^O' ’n der auswärtigen Politik seines r r ^05 reichlich vorhandene heiße Eisen sehr fest anzugreifen - in der lieoon V?^k wird er es tun müssen. Hier au$ seine Schicksalssterne. Die Kon- unterhA611- hân die Abstimmungsnacht im Litern "ach einmal dazu benutzt, die Ar- r ""d ihre Unterstützer, die Libe- ben Ostern und zu schelten. Sie haben sich Le geben, als gehe man jetzt in "-.'Aperen sozialistischen Zeiten entgegen - ue haben sich beeilt, den Liberalen die Ver- i
antmortung für all das aufzubürden, was sich -nun nach ihrer Behauptung an sozialistischen Schreckenstagen ereignen wird. Baldwin und Austn Chamberlain haben den Liberalen mit völliger Zerreibung bei der nächsten Wahl gedroht. Was die englischen Konservativen erwarten, liegt auf der Hand. Sie nehmen an, daß Ramsay MacdonaL sich sehr rasch verbrauchen und mit einem völligen Fiasko von der politischen Bühne wieder zu'rücktreten wird. Dann würde höchstwahrscheinlich der Mißerfolg der Arbeiterpartei auch die Liberalen mit in seine Kreise ziehen. Aber die Liberalen wissen ebenso gut wie die Arbeiterpartei, woran sie sind und was für sie auf dem Spiele steht. Deshalb werden sie so leicht ganz.sicher nicht den Konservativen den Gefallen tun, eine unhaltbare Lage herbeizuführen. Aeußerste Vorsicht und kluge Berechnung — unter diesem Zeichen wird die englische Innenpolitik in der nächsten Zeit stehen. Daß dieser Mirs sehr starke Gefahren im Gefolge hat, ist klär. Denn Macdonald kann gewisse Probleme der inneren Politik, wie z. B. das der Arbeitslosigkeit und das der indirekten Steuern nicht auf die lange Bank schieben, wenn er es nicht mit feiner eigenen Partei verderben will. Hier sind die heißen Eisen dazu da, um angepackt zu werden. Zwischen dieser Notwendigkeit und liberaler Bedenklichkeit wird der neue Ministerpräsident zu lavieren haben.
MscSonalds Kabine?!.
zusammen:
Macdonald, Erster Lord des Staatsschatzes und Außenminister;
Clynes, Erster Lord des Privatsiegels und Leiter des Unterhauses;
Lord Parmour, Lordpräsident des ßen Rates;
Viscount H a ld ane, Lordkanzler;
Philipp Snowden, Schatzkanzler;
Henderson, Inneres;
Thomas, Kolonien;
Walsh, Krieg;
gro-
Sir Sidney Oliver, Sekretär für Indien; Brigadegeneral Thomson, Luftverteidigung;
Viscount Chelmsford, Erster Lord der Admiralität;
Sidney Webb, Präsident des Handelsamts; Wheatley, Gesundheitsminister;
Noel Buxton, Landwirtschaft; Adamson, Sekretär für Schottland; Trevelyan, Erziehung;
Thomas Shaw, Arbeitsminister;
Vernon Hartshorn, Generalpostmeister;
Oberst Wedgewood, Kanzler des Herzogtums Lancaster;
I o w e t i, Oberster Kommissar für öffentliche Arbeiten.
James Ramsay Macdonald ist 1866 als Sohn eines Landarbeiters in Loffienmouth, einem kleinen Dorf an der Ostküste Schottlands, geboren. Seine Schulbildung verdankte er ausichlietzlich der trefflichen Dorfschule, im übrigen war er Auta»idakt. Macdonalo bat niemals wie Clynes und andere Arbeiterführer im Kittel des Arbeiters gedeckt, als junger Mann schlug er sich in London mit schriftlichen Arbeiten durch. Diese Betätgung, neben der eifriges Selbststudium verging, trieb ihn der Politik und der Presse in die Arme. Er fand Anschluß bei den Fabiern, einem der drei in den sechziger Setbren gegründeten sozialistischen Propagandavereine. Für Macdonald» politische Methode wie für die Entwicklnng [einer Periönlrchkeit mag Diese Verbindung bestimmend gewesen sein. Die Favier leiteten ihren Namen von Fabios Canetator ab, und der beherrschende Zug in Macdonald» Charakter ist die überlegene Ruhe, mit der er alle Dinge anfaßt.
Die Mi'fion Schachts.
Paris, 22. Jan. Reichsbankpräsident Dr. Schacht und Regierungsrat Meyer haben der Nachmistagssitzung des Sachverständigenkomitees Dawes (Budget und Währung) von 3—5 Uhr' beigewohnt. Im Anschluß daran hat eine dreiviertelstündige Sitzung der deutschen Vertreter mit dem Komitee Mac Kenna (deutsche Auslandsguthaben) stattgefunden. Die Besprechungen der Komitees mit Dr. Schacht sind hiermit beendet. Das Komitee Mac Kenna hat den Wunsch ausgesprochen, morgen mit Staatssekretär Dr. Beramann Rücksprache zu nehmen.
Lenin gestorben.
Moskau, 22. Ian. (Russ. Telegr.-Agtr.) Am 21. Ianuar, abends 6 Ahr 50 Min., ist Lenin in Gorki bei Moskau gestorben. Das ärztliche Bulletin tautet: Am 21. Januar trat im Gesundheitszustände Lenins eine plötzliche Verschlimmerung ein. Am 5^ Ahr abends trat Bewußtlosigkeit ein und allgemeine Entkräft kung. Um 6.50 Uhr gab Lenin unter den Er- scheinungen der Paralyse des Atmungszentrums seinen Geist auf.
Ergänzend wird folgendes ärztliche Bulletin veröffentlicht: Die am 22. Januar nachmittags vollzogene Obduktion stellte starke Veränderungen der Blutgefäße fest. Eine frische Blutung aus den Gefäßen der weichen Hirnrinde war die unmittelbare Todesursache. Unterzeichnet ist das Bulletin von den Professoren Förster, Ossipow, Abrikosow, Deschin und Bunak, von den Doktoren Gautier, Elistratow, Rosanow, Obuch, Weißbrodt und Semachko.
Die Bedeutung dieses Toten ist schwer zu überschätzen. Lenin war daS Rußland von heute. Lenin war die starke überragende Persönlichkeit, er war der Russe, der den künitlichcn Bau aus Gewalt und Genialität, der je einem Volke als Lebensform ausgezwungen worden war, mit seiner Persönlichkeit trug. Er allein war dazu fähig — weil er in seinen tiefsten Instinkten, in den äusseren Einflüssen nicht mehr zugänglichen Reserven seiner Kraft, Russe, weil er bodenständig war. DaS Regime der brutalsten Gewalt, das er zum Schrecken Europas errichtete, war russisch, war in einem Wesen primitiver Zarismus. Und Lenin toar Zar. Nicht Trotzki, nickt Sinowjew, keiner von dem verwerflichen Literatenklüngel, der im Schatten dieses russischen Gewaltmenschen groß geworden war.
Eine Würdigung, sine ira et studio, des Werkes von Lenin, ist in diesem Augenblicke unmöglich, wird .LM.Lad.re hinyuS.Wmöglich seip. Wenn man „L irrn" als Gi-'chbegriff für Bolschewismus setzt, so wird das Bild dieses Mannes ewig unter einem Berge von Haß und Abscheu begraben bleiben. Aber eS sind zuvicle Zeichen nach Europa gekommen, die besagten, daß Lenin menschlich größer war als sein scheinbar so wohlverdienter Ruf, als der Antichrist der russischen Welt. Hier ist Arbeit für Historiker, die vielleicht n e widerspruchslos, gelöst werden wird. Sicher scheint nur das eine: Lenin? Begabung erschöpfte sich keineswegs im Demagogischen, im Revolutionieren der Wirtschaft, er war darüber hinaus ein Staatsmann von einem Format, wie c§ in den Siegerländern in diesen Jahren nicht erlebt worden ist. Er war fähig, einem Lande auf außenpolitischem Gebiete Achtung zu erzwingen, mit Mitteln freilich, die oft tödlich schienen. Man muß sehen, daß fick hier ein gigantischer Wille verzehrt hat, dar ist das Wesentliche, das über all den gigantischen Gräßlichkeiten, die sich an den Namen knüpfen, nicht überschen werden darf. Was sein Tod für Rußland bedeutet, muß später erörtert werden.
W. I. Lenin (eigentlich Uljanoff) entstammt
einer angesehenen Fo
Simbirsk. Sein B^
amilie aus dem Gouvernement
ater war Eymnasialdirektor. Schon in früher Jugendzeit nahm er an der revolutionären Bewegung in Rußland teil. Mehrfach erlitt er harte Gefängnisstrafen. Ein gleichgesinnter Bruder von ihm wurde 1889 hingerichtet. Er selbst wurde im Jahre 1897 nach Sibirien verbannt. Von dort enttarn er 1899 ins Ausland, wo er zusammen mit Plechanoff, Axelrod und Gasfulitich die Zeitung „Iskra" (der Funke) gründete. Um die „Iskra" lammelte sich die sozialdemokratische Arbeiterbewegung Rußlanos, die sich dann freilich später sehr vielgestaltig entwickelte, bis 1903 die Spaltung in Dienidjemiti und Bolschewiki erfolgte. Die Menschewiki, zu denen die Mehrzahl der Intelligenz stieß, hielten es mit einem gewissen Opportunismus, die Bolschewiki zogen nach wie vor die äußersten Folgerungen aus der sozialistischen Lehre. Seiner ganzen Veranlagung nach, der zufolge er jeden Gedanken folgerichtig bis zu den letzten Schlüffen durchdenkt und jedes Handeln bis zur letzten Möglichkeit treibt, wurde Lenin das geistige Haupt der Bslichewiki. Als solcher trat er während der Revolution 190» wieder in Rußland auf, wo et sich
jedoch nur bis 1907 halten konnte. Er ging dann wieder ins Ausland, zunächst nach London, dann in die Schweiz. Erst als im März 1917 der Zarenthron umgestürzt wurde, war für ihn der Weg nach Ruhland wieder offen. Er verjuchre zunächst über England dorthin zu gelangen. Doch weigerte sich England, ihn reisen zu lasten. Da entschloh er sich, den Weg durch Deutschland zu nehmen, der ibm von der deutschen Regierung freigegeben wurde. Er traf in Et. Petersburg ein und entwickelte dort eine eifrige Tätigkeit, um der Revolution die von ihm gewünschte Regierung zu geben. Diese Tätigkeit wurde aber der bürgerlichen Revolutionsregierung wie auch dem englischen Botschafter Buchanan bald so unbequem, daß sie ihn unschädlich zu machen trachteten. Lenin muhte au» der Oeffentlichkeit verschwinden, jedoch blieb er in Ruhland. Um so eifriger setzte er «eine Arbeit im Geheimen fort mit dem Erfolg, daß im November 1917 eine neue Regierung der Bolschewik! die Gewalt an sich reihen konnte. Lenin trat nun an die Spitze der Bolschewiti-Regierung als „Vorsitzender de» Rates der Volkskommissar«" oder, wie man sonst sagen würde, als Ministerpräsident.
Lin Regierungs-Kommunique.
In dem Regierungskommunique über dèV Tod Lenins heißt es: „Nichts deutete auf die Nähe des Todes hin. In der letzten Zeit war in dem Gesundheitszustand Lenins eine bedeutende Besserung eingetreten, und alles schien darauf hinzuweisen, daß die Gesundheit auch weiterhin sich bessern werde. Ganz^ unerwartet ” limme-
trat gestern am 21. eine rung ein, und ein paar
per«
schied Lenin.
Der in Moskau tagende allrussische Rätekongreß und der in den nächsten Tagen zu eröffnende Kongreß der Sowjetunion werden die nötigen Entscheidungen treffen, um die weiter ununterbrochene Arbeit der Sowjetregierung zu sichern.
Das Hinscheiden Lenins bedeutet den schwersten Schlag, der die arbeitenden Klassen ver Sowjetunion seit der Machteroberung durch die Arbeiter und die Bauern Rußlands getroffen hat und wird jeden Arbeiter und Bauern nicht nur unserer Republik, sondern auch aller Länder schwer erschüttern. Die breitesten Massen der Werktätigen der ganzen Welt werden ihren größten Führer beklagen. Die Sowjetregierung, die den Willen der werktätigen Massen zum Ausdruck bringt, wird das Werk Lenins weiterführen und den von ihm gewiesenen Weg weiter beschreiten. Die Sowjetmacht steht auf ihrem Posten und bewacht die Eroberungen der proletarischen Union."
Heute fand um 12 Uhr mittags die 20 Minuten dauernde Sitzung des Allrussischen Rätekongresses statt. Die von Kalinin überbrachte Mitteilung über den Tod Lenins machte auf die Delegierten einen überwältigenden Eindruck. Der Kongreß erhob den 21. Januar zum Trauertag. In Mos-
Veranstaltungen * ‘ abgesagt.
Aufruf Sinowjews.
Sinowjew hat folgenden Aufruf des Exekutivkomitees der kommunistischen Internationale an alle Sektionen der kommunistischen Internationale erlassen:
„Am 21. 1. um 6 Uhr 50 Minuten abends ist Lenin unerwartet gestorben unter Erscheinungen der Paralyse des Atmungszentrums. Die Leichenbestattung findet am Samstag, den 26., statt. Die kommunistische Internationale hat ihren Führer und Lehrer verloren. Das internationale Proletariat erlitt den größten Verlust seit dem Tode von Karl Marx. Hut ab vor dem frischen Grab des großen Meisters der Arbeiterklasse. Das internationale Proletariat weiß, was es in der Person Lenins verloren hat. Die kommunistische Internationale und die Sowjets werden ihre Reihen zusammenschließen für die Arbeit im Geiste dessen, was Lenin uns vermacht hat."
Die Sachverständigen für eine GoiSnotenbank.
Fortsetzung der Besprechungen in Berlin.
Paris, 22. Ian. Die Reparationskommission veröffenrlicht folgendes offizielles Kommuniuue:
Das von der Repko eingesetzte Sachverstän- digenkomitee, das sich mit der Stabilisierung der deutschen Währung und dem Ausgleich des deutschen Budgets beschäftigt, ist zu der Auffassung gekommen, daß es zweckmäßig wäre, eine G o lü no te n ba nk zu errichten, indem man
1. einen Teil der Metallreserven und der ausländischen Devisen, die etwa im Besitze, deutscher Staatsangehöriger sind und zurzeit keine wirtschaftliche Verwendung finden, flüssig macht,
2. indem man ausländisches Kapital zur
Unterstützung heranzieht.
Das Komitee nimmt an, daf
>ß die Errichtung Bestandteil der
einer derartigen Dank einen ! , Gesamtplans bilden wird, der den künftige« Ausgleich des Budgets und die Stabilisierung der Währung herbei führen soll. In dieser Beziehung scheint dem Komitee, daß gewisse Teille des von Dr. Schacht entwickelten Planes mit Nutzen Verwendung finden werden^ wenn der Zeitpunkt dazu gekommen ist. Das Komitee hat die Auseinandersetzung der Gedanken Dr. ©rbddits bearüfit, da sie ein Element der um«
fassenderen Maßnahmen dorstellen, die getroffen werden können. Der Vorsitzende der Komitees hat bereits hervorgehoben, daß es für die Alliierten notwendig ist, sich über ein Einheitsprogramm zu verständigen. Das Komitee ist überzeugt, daß es zur Sicherung des «rfoiaes der ins Auge gefakten Bank auch,