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Einzelnummer 13 Gol-pfennig

I Anzeiger

General-Anzeiger / AmMches Organ für Sla-l- und Landkreis Kana« a. M.

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Ar. 15

Freilag den 18. Januar

1924

Zum 18. Januar

Von Richard Hultsch.

das Deutschland und die Deutschen vor 1870? Und wann wären sie nehmt alles nur in allem maßvoller und ihres Erfolges würdi­ger gewesen als das Reich Bismarcks nach 1870? Noch ist es trotz alles Jrrlichtelierens nach Bismarcks Sturz wahr, was Treitzschke einst in schlichtem Stolz schrieb:In seiner aus­wärtigen Politik zeigt das Reich eine Mäßi­gung, wie noch niemals ein Großstaat nach glänzenden Siegen." Heute erleben wir die Bestätigung dieser Wahrheit in dem krassen Gegenteil, das die, Haltung der Pseudosieger von heute zu dem Verhallen der wahren Sie­ger von 1870/71 bildet. Noch niemals wurde ein unterlegener Staat unter Bruch von Treu und Glauben das geben zu und bestätigen bekannte Staatsmänner unserer ehemaligen Feinde unter Bruch feierlich gegebener Zu­sagen so maßlos mißhandelt, so übermütig ent­rechtet und entehrt, wie das Deutsche Reich nach dem Nooentber 1918. Noch niemals hat ein Gewinner eines Krieges so schamlos alle Mäßi­gung der Klugheit und alle sittlichen Gesetze für das Zusammenleben menschlicher Gesellschaft mit Füßen getreten. Fmnkreich tut es in Ver­folgung des Zieles: das Deutsche Reich jenen Bau von 1871 zu zertrüm- m e r n. Bereits der am 28. Juni 1919 im Spiegelsaale zu Versailles unterschriebene Frie­densvertrag ging auf die Zertrümmerung des Deutschen Reiches aus, das in demselben Saale am 18. Januar 1871 aufgerichtet worden war. Kein Geringerer als der damalige italienische Ministerpräsident Nitti stellt fest, daß der druckt habe, ein Mittel sei, um den Krieg fort­zuführen.Frankreich vor allem hatte sich das Ziel gesteckt, bei dessen Durchführung es kein Hindernis scheute: Deutschland muß zer- stückelt, die deutsche Einheit zer­rissen werden!" Wilson schildert in seinen nur wenig bekannten Erinnerungen den Vorgang folgendermaßen:

Es war einer der so ganz seltenen Momente in der Geschichte, als die Vertreter von 27 Nationen nacheinander eintraten, um. ihre Plätze an dem großen Tisch einzunehmen. Hier waren die Häupter der vier mächtigsten Nationen der Welt, ein Präsi­dent und drei Premierminister und die leitenden Staatsmänner zahlreicher anderer Länder. Als diese Platz genommen hatten, öffnete sich die Tür noch einmal und mit den Worten:Die deutschen Bevoll­mächtigten!" traten die Deutschen feierlich ein. Die ganze Versammlung erhob sich und stand schweigend, während sie die Platze einnahmen. . . . Dann er­hob sich Clemenceau, um zu sprechen. Seine Worte waren scharf, wirkten wie Geschosse:Sie haben um Frieden gebeten. Wir sind bereit, Ihnen Frieden zu gewähren. Wir werden Ihnen fetzt ein Buch überreichen, das unsere Bedingungen enchäü. Es wird Ihnen jede Möglichkeit geboten werden und die dafür notwendige Zeit, diese Bedingmigen zu prüfen. Alles wird mit der Höflichkeit geschehen, die das Privilegium kultivierter Nationen ist. Um Ihnen meine Gedanken vollständig darzulegen: Sie werden uns bereit finden, Ihnen jeden Auffchluß,- den Sie brauchen, zu geben. Aber gleichzeitig müssen wir betonen, daß dieser zweite Friede von Ver­sailles uns allzuviel getostes hat, um nicht von unse­rer Seite all die notwendigen Vorsichtsmaßregeln und Garantien zu ergreifen, daß dieser Friede ein dauernder wird.

Wenn wir heute bei Würdigung des Ge­denktages von 1871 gleichzeitig an diesen Vor­gang von 1919 erinnern, so tun wir es, weil mit jenem Vertragsschluß die Gefahr der Zer­trümmerung des großen Erbes von 1871 akut geworden ist und weil wir es alle fühlen, daß an dem Weiterbestand des Deutschen Reiches ge­rüttelt wird. Kein anderer Tag ist so geeignet, wie der 18. Januar das deutsche Volk auf die es umgebenden Gefahren, die einerseits in der sadistischen Zerstörungswut Frankreichs und andererseits in den im Innern wirkenden zersetzenden Kräfte liegen, hinzuweisen und es aufzurufen, sich angesichts dieser Gefahren eng zusammenzuschließen, um das Werk von unseren Vätern, die Einheit des deutschen Volkes, zu er­halten. Qualvoll krampft sich das deutsche Herz zusammen beim Gedanken an Rhein und Ruhr, wo Tag für Tag Schmach und Schande auf unsere Volksgenossen gehäuft werden. Die Empörung über die Verbrechen, die dort be­gangen werden, muß sich für jeden Deutschen verbinden mit der-Frage, wie zu erreichen ist, daß fortan nicht mehr Fremde im deutschen Lande befehlen, rauben, morden. Wir dürfen uns nicht auf das Ausland verlassen, nur die

Wiederum jährt sich der Tag, da uns im Spiegelsaale des Prunkschlosses zu Versailles ein einheitliches Reich ward, da das jahrzehnte­lange, von Blut und Tränen gedüngte Sehnen­der Vesten des Volkes in einer wunderbaren Wendung durch Gottes Fügung" sich erfüllte, da der Dichter hinausjubelte:Nun wirf hin­weg den Witwenschleier, umgürte dich zur Hoch- zeitsferer, o Deutschland, hohe Siegerin! O große gottgefandte Stunde, da deines Haders alte Wunde die heil'ge Not auf ewig schloß." Was die Väter gehofft hatten, was die Jugend er­füllte, nun war es zur Tat geworden, und Helle Begeisterung durchzog das ganze Volk in dem Bewußtsein, daß der Grund gelegt war für den Aufbau und d ie Entwicklung des geeinten deut­schen Vaterlandes. Mit Ernst und Dankbar­keit begehen wir mitten in einer Zeit, die uns fast täglich die Raub- und Zerstörungsgelüste unserer Todfeinde offenbart, diesen Erinne­rungstag, den einzigen Nationaltag des deut­schen Volkes.

Dem Deutschen Reich wurden in jenen Tagen viele Wiegensprüche gehalten, die heute wertvolles Zeugnis sind gegen die Flut von Schmähungen und Verleumdungen, die sich über das Darniederliegende schlammig und übel­riechend ergießt. Wie haben damals die größ­ten Geister des besiegten Frankreich in einem Atemzug mit ihrem Zorn gegen Deutschland, ihrer Bewunderung für Deutschland und die Deutschen überschwängliche Worte geliehen. Victor Hugo, der durch sein Wutgefchrei gegen

während des Krieges ein für alle- WM^Mt.LsoopMen des twauut^im WRM gegen Deutschland wurde, hat dennoch während der Beschießung von Paris an die Deutschen und an Deutschland hymnische- Worte gerichtet: Es sah die Welt in keiner Zeit ein größer Volk als dich O Land der Leute mit den blauen Augen, du hehres Licht inmitten von Europas dunkler Nacht . . . Was Großes je ein ander Volk gehabt, du hast es auch... O Deutsche, eure Gräber sind so viele Sieges- male hünenhafter Helden. Seid stolzen Muts! Auf allen Feldern ward der Lorbeer euch. . . Deutschland ist mächtig, unvergleichlich." Man höre die Zornrede Ernst Renaus an die Adresse von David Friedrich Strauß, wie sie ihm unter her Feder zur Lobrede auf Deutschland wird. Atan höre einen glühenden französischen Patrio- ten wie den großen Geschichtsschreiber der Franzosen Hippolit Taine:Deutschland hat alle Ideen unseres Zeitalters hervorgebracht, und aoch für ein halbes, vielleicht für ein ganzes Jahrhundert wird es unsere Hauptaufgabe fein, diese Ideen zu verarbeiten." Und einer der Roßten und lautersten Geister aller englischen Geschichte, der edle Thomas Carlyle, schrieb im 9a er 1870 in einem Briefe nach Sedan: "Mes, was in England vernünftig ist, beglück- lvünscht herzlich das alte Deutschland zu dem, tvas es nur für sich allein vollbracht hat eine unsachliche Umwandlung in eine Nation, nicht langer mehr ein chaotisches Durcheinander, das , Einfall aller übelgesinnten Nachbarn, namentlich dieses übelgesinnten Frankreichs, yevausforderte, das ihm in den letzten 400 Jah- unaufhörliches Wehe gebracht hat: Krieg, Murmt auf Krieg, ohne andere wirkliche Ur- â unersättlichen französischen Ehrgeiz." Zu fast zur selben Zeit schrieb Carlyle in der die sich biefer Worte einmal entsinnen »Daß das edle, geduldige, fromme und I ®e Deutschland endlich geeinigt, zu einer 'on verschnwlzen und Königin des Festlan- - werden soll an Stelle des windigen, ruhm- gestikulierenden, streitsüchtigen, ruhe- n und allzuempfindHchen Frankreichs, sche int . die hoffnungsvollste politische Tatsache zu

lc öu meiner Zeit stattgefunden hat." 53 Wfen Wiegensprüchen begrüßten vor Zren die Stimmen der Feinde, die Stim- lieick-E Astralen das Werden des Deutschen Wer kann im Zweifel sein, wann die hell ^n, die englischen Stimmen Wahr- Stets« »» w di« Zorn rede zum Lobe ward, und da mit emi9ermaßen unbeteiligt, wenn auch rejj^en politischen Sympathien bei Frank- ber ^er heute, da es eine Rechtfertigung gi^uioroert^en Würgearbeit an Deutschland

seither. Wann wäre ein Staat 1 âlk des Sieges würd iaer gewesen als

eigene Kraft kann den Deutschen Rettung aus Not und Schmach bringen. Sie in der Einig­keit zu suchen, dazu mahnt uns mit lauter Stimme der Tag der Reichsgründung. Rück­wärts geht heute unser Blick und sucht nach den Volks- und Seelenwerten, die damals die mancherlei Sonderwillen und stamm-egoistischen Bestrebungen zuletzt doch einheitlich einstellte und zusammenführte. Zwei Grundkräfte sind es, die dis Sehnsucht nach der nationalen Ein­heit weckten und diese dann auch, nachdem sie einmal das ganze Volk ergriffen hatte, herbei­führten: Liebe zum Vaterladd und Wille zur nationalen Selbstbe­hauptung. Vaterland nicht als leere Formel und auch nicht als geographischer Begriff, son­dern Vaterland als Inbegriff aller Volkswerte, die es seelisch bereichern und sein Leben ver­innerlichen: Glaube und Heimat, Sitte und Brauch, Märchen und Sage, Lied und Volks­tanz, Gesang und Dichtung, Sprache und Mund­art, Musik und Bilderei. Alles ist Vaterland. Jedes ein Teilwert dieses nationalen Gutes. Und neben der Liebe zum Vaterland als weitere treibende und national gestaltende Kraft der Wille zur nationalen Selbst­behauptung, als zusammenfassender Aus­druck für das Einsetzen des Einzelnen und des gesamten Volkes, sich als wertvoller kultureller Weltfaktor erfolgreich zu betätigen. So kam er in dem Auf- und Ausbau Deutschlands zur Auswirkung. Diese beiden Grundkräfte sind von neuem zu beleben wenn das Werk von 1871, die deutsche Einheit vor weiterer Zer­störung bewahrt bleiben soll und wir wieder Herr im eigenen Lande werden wollen.

In diesem Sinne begrüßen wir es, daß die Vaterländischen Vereine in diesem Jahre in allen Städten Deutschlands ernste

Reichsgründung zu einem Tag vaterländischen Besinnens werden lassen. Auch in Hanau findet am Sonntag nachmittag eine solche Feier statt zur Erinnerung an die große Vergangen­heit, an die Taten' und herrliche Opferbereit- schast unserer Väter und zur Neubelebung des Gedankens, daß das ganze deutsche Volk eine nationale Notgemein - schaft bildet. Erfüllen all diese Feiern im deutschen Lande ihren Zweck, dann wird der diesjährige 18. Januar zu einem lebenwirkenden Kraftzentrum für neues seelisches Erleben und nationales Gestaltenwollen werden. Und dann dürfen wir auch hoffen, daß unsere Einheit be­wahrt bleibt und wir eines Tages wieder eigener Herr im deutschen Vaterlande sein werden.

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Fichte an jeden Deutschen:

Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben

An deines Volkes Auferstehen

Latz diesen Glauben dir nicht rauben

Trotz Allem, Allem, was geschehen!

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Rettet das Reich!

Berlin, 17. Jan. Reichsfinanzminister Dr. Luther hielt heute in der Radio-Stunde A.-G. im Voxhause in Berlin folgende Ansprache: Zum Tage der Reichsgründung rufe ich dem deutschen Volke zu: Rettet das Reich! Aus einem Traum wurde das Reich am 18. Ja­nuar 1871 Wirklichkeit. In der schweren Not der Gegenwart gilt es, alles einzusetzen, damit das Reich nicht wieder zum Märchen wird. Zahlreiche Ausländer, die mich in den letzten Wochen besucht haben, haben mir gesagt, sie verständen überhaupt nicht, wie die Währungs- festiaung in Deutschland möglich gewesen sei. Mehrere von ihnen gebrauchten den Ausdruck, der Vorgang sei märchenhaft. Das deutsche Volk kennt die Ursachen der Stabilisierung oder hat sie wenigstens damals gekannt, als die Festigung sich vollzog, und hat gewußt, daß neben der festen Durchführung eines klaren Re­gierungsplanes auf währungsrechnischm Gebiet ein Erfolg erreicht worden ist durch die Bereit­willigkeit zu schweren Opfern und die sofortige Durchführung eines Teiles dieser Opfer. Im Oktober und bis Mitte November gab es kaum deutsche Männer und Frauen, die nicht zu jedem Opfer bereit waren, um die furchtbare Währungsnot zu bezwingen. Wie aber sieht es heute aus? Noch immer herrscht eine ungeheure Erwerbslosigkeit und Kreditnot. Noch immer

ist die politische Lage düster. Dennoch scheint es, nachdem die Festigung der Währung seit kurzen sechs Wochen eine Tatsache ist, bei vielen Mitbürgern und auch bei manchen, deren Wort Gewicht hat, wirklich schon eine Art Märchen­stimmung ausgebrochen zu sein. Ist es nicht eine Märchenstimmung, wenn man jetzt glaubt, daß die Voraussetzungen, unter denen allein die Währungsfestigung bestehen bleiben kann, also äußerste Attspannung der Einnahmen und äußerste Beschränkung der Ausgaben, wieder umgeworfen werden könnten? Ist es nicht ge- radezu eine Verzauberung des Verstandes, wenn man heute schon lesen kann, durch die scharfen Ersparnismaßnahmen der Reichsregie­rung, die in den verschiedensten Richtungen in Verträge und andere wohl erworbene Rechte eingegriffen haben, sei der Bau des Reiches ge­fährdet, während er in Wirklichkeit durch diese Maßnahmen gerettet wurde.

Zur Frage der Hypothekenauf- w e r t u NF will ich in diesem Zusammenhangs mich nicht eingehend äußern, besonders auch nicht zu der Frage, ob aus Gründen, die jetzt viel und eindrucksvoll erörtert worden sind, eine bescheidene Aufwertung angezeigt ist. Aber ist es nicht geradezu ein Zauberglaube, wenn Deutsche, die innerlich ihre Hypotheken längst abgeschrieben hatten, mit einem Male wähnen, alle die Hypotheken, von denen mitsamt den übrigen Ersparnissen das deutsche Volk in den letzten Jahren durch die Mittel der Inflation doch gelebt, die es also doch verzehrt hat, könn­ten jetzt durch Federstriche auf ihren alten Gold­wert oder einen erheblichen Teil davon wieder rückwärts aufgebaut werden, und der Staat und die Wirtschaft könnten bei einem solchen Ver­fahren bestehen? Ist dsmicht ein Märchenglsube an einEselein streck ^dich", wenn öffentliche

stürmen? Muß nicht eine politische Wunder- stimmung die Feder geführt haben, wenn wir kürzlich in einer Zeitung, die vorwiegend Ar­beiterbelange vertritt, geradezu ein Vorwurf daraus gemacht wird, daß ich alle meine Arbeit auf die Erhaltung des Wertes der Rentenmark und den Ausgleich des Reichshaushalts abstelle? Das bedeutet also dem Schreiber sicher, be­wußt die Empfehlung eines Verfahrens, das auf eine Rückkehr in das Elend der Geldent­wertung hinausläuft, die bei einer Wieder­holung' hundertfältig schrecklicher sein würde, und zwar nicht zuletzt für die großen Menschen- massen der Städte. Der Reichsgrün- dungstagmuhdemdeutschenVolke ein Tag ernster Mahnung sein, daß es mit der Märchenstimmung nicht geht. Die Wirklichkeit ist härter als je. Das deutsche Volk kämpft um sein Dasein. Für diesen Kampf müssen große Arbeitsleistungen von chm ge­fordert werden und einschneidende Ausgabe- beschränkungen und hohe Steuerlasten, durch die die Volksgenossen mit kleinem Einkommen und die schon so bedrängte deutsche Wirtschaft hart betroffen werden. Dieser Kampf, an dessen Ende ein Wiedererstarken der deutschen Wirt­schaft und.damit die Rettung des deutschen Volks und 'des Reiches stehen muß, kann nur siegreich bestanden werden, wenn alle Deutschen sich der Wirklichkeit, so schwer sie ist, willig auck innerlich unterwerfen. Wer dem deutschen Volke die neue Währung erhalten will und das will doch wohl jeder, der überhaupt Ver­nunft hat muß auch das Mittel hierfür wollen, muß also zu schweren Opfern bereit sein. Unter diesem Zeichen, aber auch nur unter die­sem Zeichen, werden Reich und Volk gerettet werden.

Eine Rede Stresemanns.

Hamburg, 17. Jan. Vor einer stark be­suchten Versammlung, die die Deutsche Dolks- partei zu einer Feier der Reichsgründung ab­hielt, erklärte Außenminister Dr. Stresemann u. a., der Ruhrkampf sei zwar verloren, aber der Gedanke des Kampfes fei nicht falsch ge­wesen. Er habe gezeigt, daß es auch für das deutsche Volk eine Grenze der Geduld und des Entsagens gebe. Seine volle Bedeutung werde sich erst zeigen, wenn die Entscheidung über Land und Volk am Rhein falle. Die Vorgänge in der Pfalz feien eine Kulturschande, deren ganz Europa sich schämen sollte. Im Interesse der Alliierten selbst liege es, nicht über die Be­stimmungen des Versailler Vertrages hinaus­zugehen.' Denn wer sich darüber hinwegsetze, der nehme dem Vertraa feine Grundlage über-