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Einzelnummer 13 ESoldpfennig

SanauerS Anzeiger

General-Anzeiger / Amtliches Organ für Stadt- und Landkreis Sana« a. M.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Conn- und Feiertage. / Fernfprech-Anschlutz Nr. 1237.

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B«s « arv reis für die Zeit vom 11. bis 21. Januar 90 Goldviennig ohne Trägerlohn Linrelaummer 13 Goldpfennig. A n z e i g e n v re i t e'. für die 28 mm breite Zeile im Anzeigenteil 15 Goldpfennig. für die R e k l a m e z e i l e (68 mm) 50 Goldviennig Oiiertengebübr 10 Goldviennig. Geschäfts stelle Sammet strafte 9

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Nr. 13

Mittwoch den 16. Januar

1924

Das Neueste.

Der französische Ministerrat hat gestern eine Reihe von Finanzmaßnahmen beschlossen, um eine Beflerung in der Sage der französischen Finanzen herbeizuführen.

Der englische König eröffnete gestern das Par­lament mit einer Thronreoe.

Aus Japan wird ein neues Erdbeben gemeldet.

DaS LandeStheater in Mecklenburg ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

Die Lage wird ungemütlich.

Die Franzosen fangen an, alle schmerzlichen und peinlichen Wirkungen der Geldentwertung, die wir so gut kennen, nun am eigenen Leibe zu spüren. Daß sie unsere Nachfolger auf diesem Gebiete sind, ist gewiß kein Zufall. Es hängt vielmehr damit zusammen, daß Deutschlands wirtschaftlicher Ruin, den die französische Politik auf dem Gewissen hat, nun auf seine Urheber zurückfällt. Frankreich beginnt eben erst die Anfangslasten dieses Zustandes zu tragen, aber wir wissen nur allzu gut, daß es auf der schiefen Ebene, wenn sie einmal betreten ist, so leicht kein Halten gibt. Und deshalb wird auch in Frank­reich die Last sich von Woche zu Woche, ja von Tag zu Tag vermehren. Das um so mehr, als die französische Regierung alles unterläßt, was wirklich helfen könnte. Sie könnte den Kran­ken sehr rasch kurieren, wenn sie zu einer ver­nünftigen wirtschaftlichen Verständigung mit Deutschland käme. Aber davor scheut sie immer noch zurück. Sie versucht es statt dessen mit börsentechnischen Vorschriften und strengen Kontrollmaßregeln, alles Dinge, die wir in Deutschland genug ausprobiert haben, um zu wissen, daß fte für sich allein nichts helfen.

etwas anderes könnte in Frankreich MW-Mnwuttg yerveifÜGtSil uno Seu MaMü- sturz aufhalten. Die französische Regierung hat bekanntlich in den Etat Einnahmeziffern deutschen Ursprungs eingesetzt, die sie durch ihre frevelhafte und törichte Ruhrpolitik selbst wieder ausschaltet. Deim man kann nicht, wie auch der Dümmste schließlich einsieht, die deutsche Wirtschaft zugleich vernichten und Einnahmen aus ihr erpressen. Frankreich könnte im Falle eines notgedrungenen Verzichtes auf deutsche Leistungen die eigene Steuerschraube anziehen. Und über diese Frage hat man sich denn auch im französischen Ministerrate wie auch in der Kammer selbst unterhalten. Die Folge war die Verbreitung eines panischen Schreckens, denn nichts ist den Franzosen fürchterlicher als «teuern zahlen. Man spricht sogar davon, daß die Kammer ihre sofortige Auflösung verlangen werde, da sich die Abgeordneten nicht der Ge­fahr aussetzen wollen, für unpopuläre Steuer­gesetze im Wahlkampf zu bluten. Das ist vom Standpunkt der Parteien aus ein ganz er­klärlicher Wunsch. Sicher aber ist, daß der Franken unrettbar weiter fallen wird, wenn man die Verantwortung scheut, wirklich durch­greifende Maßnahmen auf sich zu nehmen. Die Regierung geht um den heißen Brei herum, und die Kammer ergreift vor Steuergesetzen die Flucht. Unter diesen Umständen wird das französische Volk die Folgen der Ruhrpolitik weiter auskosten müssen.

Für Herrn Poincarë ist das eirie außer­ordentlich ungemütliche Lage. Er wird im eige- nen Lande durch die Entwertung des Franken einem scharfen Druck ausgesetzt. Und diese Lage wird dadurch nicht gemütlicher, daß nun auch ^er Druck von außen allmählich fühlbarer wird. Der erste Unterausschuß der Reparationskom- mchion,. der die deutsche Währung und die deutsche Zahlungsfähigkeit untersuchen soll, hat leine Arbeit in Paris ausgenommen, und schon m der Eröffnungssitzung hat der Vorsitzende w^es Ausschusses, der amerikanische General -vawes, der französischen Regierung allerlei un- ngenehmö Wahrheiten mit einer Offenherzig- J J?6^ gesagt, die wahrhaft erfrischend

, Er hat betont, daß die Unfähigkeit der uuerten fünf Jahre lang wahre Bibliotheken verschiedenen Denkschriften und Statistiken habe, ohne auch nur das geringste ö" leisten. In dieser Zeit habe das » 'stische Interesse verschiedener alliierter SSe» Q.-unb die Demagogie nationalistischer Aas- m r triumphiert, während die wirtschaftliche Rr»^ »age Deutschlands und damit die deutsche o^"wnsfähigkeit zusammengebrochen sei.

^ die Stockung der europäischen Man hätte von dem Wirken des .^mcarL gar kein treffenderes Bild m'ien können, als "es in diesen schneidenden

Sätzen geschehen ist. Daß Poincare sich diesen Spiegel im eigenen Lande vorhalten lassen mußte, wird ihm besonders peinlich gewesen sein. So furchtlos wie in diesem Falle ist die Stimme weltwirtschaftlicher Wahrheit und Er­kenntnis noch niemals zu hören gewesen. Und wenn auch der amerikanische Sachverständige betonte, der Ausschuß werde nur wirtschaftliche Erkenntnis fördern und die politischen Schluß­folgerungen anderen überlassen, so kann man doch sicher sein, daß wirtschaftliche Zeugen von solchem Wahrheitsmute sich gegen alle Wider­stände durchsetzen werden. Schließlich hat Amerika ja noch ein sehr brauchbares Mittel in der Hand: Frankreich ist sein Milliarden­schuldner.

Und ungemütlich wird die Lage Frankreichs allmählich auch in der Pfalz. England hat sich durchgesetzt. Es wird Herrn Poincare wohl allmählich dämmern, daß es doch nicht so leicht ist, den Napoleon zu spielen. Es wird gewiß noch einen harten Kampf mit ihm setzen. Aber es scheint doch dafür gesorgt zu sein, daß auch die Bäume der französischen Politik nicht in den Himmel wachsen... - ^

Die Frankenkrise.

Paris, 15. Jan. Im Elysèe fand heute, wie bereits gemeldet, unter dem Vorsitz Mille­rands ein Ministerrat statt, an dem sämtliche Minister und Untcrstaatssekretäre teilnahmen. Folgende Finanzmaßnahmen wurden beschlossen, um eine Besserung in der Lage der französischen Finanzen herbeizuführen.

1, Jeglicher Steuerbetrug soll unmöglich gemacht werden, wodurch eine Mehreinnahme von zwei Milliarden Franken erhofft wird.

2- Ersparnisse in allen öffentlichen Diensten,

Franken errechnet.

3. Verschiebung aller Projekkte, durch die neue Kosten verursacht würden.

4. Erhöhung aller direkten Steuern um 20 Prozent, wodurch ein Mehrertrag von 4,7Milliar- den Franken erzielt werden soll.

Insgesamt rechnet man mit einem Mehr­ertrag von 78 Milliarden Franken, die zur Ausgleichung des durch keinerlei Einnahmen gedeckten Budgets verwendet werden sollen.

Der nächste Ministerrat sindet am nächsten Donnerstag statt.

Zu den Beschlüssen des Minifterrats bemerkt Havas in einer längeren Erläuterung, das Haupt­kennzeichen der ins Auge gefaßten Maßregeln besteht in dem tatsächlichen Ausgleich des Bud­gets. Seit dem Frieden sei dem ordentlich. Budget das Budget der von Deutschland zu erstattenden Auslagen angeglieoert gewesen, namentlich der­jenigen Ausgaben, die die Wiederherstellung der befreiten Gebiete nach sich ziehen. Das Versagen Deutschlands habe jetzt die französische Regierung dazu genötigt, zur Anleihe ihre Zu­flucht zu nehmen, um diese Ausgaben zu decken. Daraufhin habe sich ein Anwachsen der fran­zösischen Schuld um mehr als 100 Milliarden Franken ergeben, die naturgemäß die gesamten Finanzen belasteten. Die Regierung habe sich auf den Standpunkt gestellt, daß mit diesem Verfahren abgebrochen werden müsse. Sie be­kräftigte zwar auch für die Zukunft ihren Willen, für die Kosten der Wiederinstandsetzung der zerstörten Departements Bezahlung von Deutschland zu erlangen und die Besetzung des Ruhrgebietes liefere ihr hierzu ein sehr zu­verlässiges Mittel - aber sie wolle unverzüglich amtliche Ausgaben, gleichviel ob sie vom ordent- ichen oder von dem Budget der von Deutschland zu erstattetenden Ausgaben herrühren, mit Hilfe gleichwertiger Einnahmen decken,

Berufung Dr. Schachts vor -en Sachverstandigenausschutz.

Paris, 15. Jan. Der erste Sachverständigen- aysschuß hat heute vormittag in seiner Sitzung be- chlosscn, die Protokolle seiner Verhandlungen geheim zu halten und sämtliche Ausschußmitglieder darauf zu verpflichten, der Presse keine Interviews nnd Mit­teilungen zu geben. Jede Mitteilung an die treffe wird durch den Generalsekretär erfolgen, der sie vor­her dem Ausschuß zur Genehmigung unterbreiten wird.

Paris, 15. Jan. Der erste SachverständigenauS- chuß hat heute vormittag beschlossen, den Aeichsbank- wäsident und Währunaskommissar Dr. Schach: aufzu- fordern, einer der nächsten Sitzungen beiziiwohnen, um Auskunst über verschieden« auf die Währungölrage bezügliche Fragen zu erteilen, die, wie das Kommu­nique besagt, noch der Aufklärung bebürfeiu

Die Parlaments-El

Thronrede des KSnigs. Aöref

London, 15. Jan. Der König, begleitet von der Königin, begab sich beute vormittag in dem üb­lichen ProzessionSzuoe, vom Buckingham - Palast nach dem ParlamentSaebäude in Westminster zur feierlichen Eröffnung des Parlaments. Die Straßen, durch die der Zug seinen Weg nahm, waren von Menschen­mengen dicht besetzt, und das Königspaar wurde enthusiastisch begrüßt. Ter Staatskarosse, die von acht Pferden gezogen wurde, folgten fünf andere Wagen, in denen die höchsten Hofbeamten und Hof- danien. sowie die Offiziere der Hofhaltung saßen. Be- rittene Truppen der Gardekavallene bildeten eine imposante Eskorte, und in den Straßen standen die Gardetruppen in Spalier. Der Prinz von Wales, der sich ebenfalls in einer Hofequipage nach dem Par­lament begab, und der Herzog von Dock wurden gleich­falls begeistert begrüßt. Ein Salut von 41 Kanonen- ichüssen kündete das Eintreffen des Königs im^Ober- baufe an, wo Georg V. seinen Sitz auf dem Throne einnahm. Nach den nvlichen Formalitäten verlas der König die Thronrede.

Die Thronrede.

London, 15. Jan. Der König eröffnete das neu gewählte Unterhaus mit einer Thron­rede, in der er u. a. sagte:

Meine Beziehungen zu den auswärtigen Mächten sind nach wie vor freundschaftlicher Art. Ich freue mich, einen endgültigen Fortschritt bei der Lösung der Fragen feststellen zu können, die bisher den Weg zu einem gegenseitigen Einverständnis ver­sperrt haben. Die Reparationskommtssion hat zwei Ausschüsse eingesetzt, in denen Sachver­ständige aus den Vereinigten Staaten mit denen Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und Bel­giens zu^ammenardeilen werden, um die finanziellen Fragen zu prüfen, die mit der Lage Deutschlands im Zusammenhang stehen. Ueber das zukünftige to tarnt non -langet, v® |ea runge zu Störungen gab, ist zwischen den Vertretern der nächstbetei iigten Mächte eine Vereinbarung erzielt worden, die für die Errichtung eines internatio­nalen Regimes zur Förderung des Verkehrswesens und des Handels Vorsorge trägt. Es wird eine Vorlage eingebracht werden, durch die der Lau­sanner Vertrag mit der Türkei ratifiziert werden soll. Dann werden die freundschaftlichen Beziehungen zur Türkei wieder beginnen.

Weiter sagt die Thronrede, in der Frage des Altoholverbots stehe mit den Vereinigten Staaten der AGchluß eines Abkommens be­vor, das die glücklichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern und Völkern noch mehr stärken werde. Der Einfluß des Völkerbundes werde mit im Bereich de: Möglichkeit liegenden Sätteln weiter gestärkt werden. Nach Erwähnung der Schwierigkeiten'in Afghanistan, die infolge der an der indischen Grenze verübten Mordtaten entstanden seien, heißt es in der Thronrede weiter: Die letzte Reichslonferenz hat einen sehr ent­schiedenen Fortschritt im Zusammenwirken der Glieder des britischen Reiches gebracht. Besonders ist Vorsorge getroffen worden, den Wünschen der Dominions durch eine wesentliche Ausdehnung dès Grundsatzes der Reichsvorzugsbehanvlung, diè von der Konferenz im Jahre 1917 erklärt wurde und seit 1919 in Kraft ist, zu entsprechen.

Mit Bezug auf die innerpolitis chen Schwierigkeiten heißt es: Ich stelle mit Befriedigung fest, daß die Pläne zur Beschaffung von Arbeit im letzten Jahr die Wirkung gehabt haben, die Zahl der Arbeitslosen zu verringern. Eine gewisse Zahl Arbeiter ist aber immer noch außerstande, Beschäftigung zu finden. Dies verursacht mir große Sorge. Meine Sänifter haben jüngst dem Lande Vorschläge hinsichtlich der Schutzzölle unter­breitet, die nach ihrer Ansicht wesentlich zur Lösung dieses Problems beigetragen haben werden und zwar durch eine größere Sicherung der Industrie auf dem heimischen Markt und durch bessere Be­dingungen für die Ausfuhr nach den Dominions und dem Auslands. Diese Vorschläge sind vom Lande nicht angenommen worden. Unter diesen Umständen wird Ihre Zustimmung zur Aus­dehnung und Verbesserung derHandels- möglichkeiten und Ausfuhrpläne erwartet werden, ferner zu den Vorschlägen der Reichs­konferenz betreffend eine beschleunigte Durchführung und. Subventionierung gewisser öffent­licher Arbeiten im ganzen Reich, auch wenn is unter Aufsicht der öffentlichen Behörden stehen oder von privaten Gesellschaften vorgenommen werden.

Die Thronrede erwähnt dann noch die Pläne der Arbeitsbeschaffung in der Schiffsbau- industrie durch den Bau von Kreuzern und "âljsfahrzeugen und durch eins Vergrößerung der _ u f t f l o 11 e zur Landesverteidigung. Schließlich wird der Plan erwähnt, eine Konferenz von lanb = wirtschaftlichen Interessenten und Ange­hörigen der politischen Parteien einzuberufen, um eine bestimmte Politik zu beschließen, durch die die Anbaufläche Englands auf der glei*«n Höhe ge­halten und den landwirtch)aftlichen Arbeit««« ad»- reichende Löhne zusesichert werden.

Öffnung in London,

idebatte im Unter- und Oberhaus.

Die Debatte im Oberhaus.

London, 16. Januar. Sm Verlaufe der De­batte über die Antwortadresse auf dis Thronrede im Oberhauss sagte Grey, er begrüße die An­kündigung, daß die Reparationskommission zwei Ausschüsse zur Prüfung von Deutschlands Zahlungs­fähigkeit eingesetzt habe. Er sei indessen nicht in der Lage, eine optimistische Auffassung bezüglich der europäischen Fragen zu hegen. Europa bewege sich auf dem alten Wege fort, auf dem es sich vor dem letzten Krieg befunden haben. Wenn es so weiter gehe, werde man zu demselben beklagens- werten Ergebnis kommen. Die europäischen Nationen müßten dahin kommen, einen bestimmten Weg zu betreten, wenn es Sicherheit geben sollte, und der einzige Weg, den er erblicke, sei der, daß jede Nation die Völkerbundssatzung unterschreibe unter der Voraussetzung, daß eine fede ihre bewaffneten Streitkräfte nur durch den Völkerbund zur Geltung bringen werde. Bezüglich der auswänigen Lage sei er der Meinung, daß, wenn das Dreiparteien- System bestehen bleiben solle, es angemessen wäre, eine Vereinbarung zu errichten, der zufolge der Staatssekretär Führer einer oder der beiden an­deren Parteien ins Vertrauen zöge, damit er in der Sage sei, zu erklären, daß er bezüglich der allgemeinen Richtlinien seiner Politik das Land hinter sich habe. Lord Curzon erwiderte, es fei richtig, daß die internationale Lage außerordentlich bewölkt sei. Die Regierung habe den Eindruck, daß der einzige Schlüssel für eine Lösung in der Aufrechterhaltung der Entente liege. In den letzten 3aDren habe sie unermüdlich Anstrengungen in d eser Richtung unternommen. Curwn trat für volle Ocffentlichkeit bei der Politik der Regierung ein und erklärte, je mehr davon bekannt sei. desto mehr werde bekannt werven, tote konsequent diese Politik gewesen sei und wie wenig sie die Beschuldigung der ttmnt fairer Weise gegen sie erhoben werde. Hi W

WacSvnalös Rede.

London, 16. Jan. Im Laufe der Aoreß- debatte im Unterhaus sagte der Arbeiterführer Macdonald, die Loge Europas c.ieiche der­jenigen vom Jahre 1912 mit rivalisierenden Armeen, einer rivalen nationalistischen Politik und der ungeheuren Ausgaben für destruktive Vorbereitungen. Rationen, die alliierte seien, betrachteten sich miteinander mit halbverhohle­ner Feindseligkeit. Der Einfluh Großbritan­niens müsse wieder hcrgestellt werden durch ge­schickte Handhabung einer Politik der Vorsicht bei Beobachtung der Empfindlichkeit anderer Völker, verbunden mit freundschaftlicher, aber fester Betonung der Interessen Großbritan­niens. Ein europäischer Ausblick sei erforderlich. Wenn dieser gesichert sein würde, verzweifle er nicht an Europa. Großbritannien hätte heute keine entschlossene, bestimmte oder wirksame Politik auf dem Kontinent. Cs sei Zeit hierin Wandel zu schaffen. Die Regierung hätte das Vertrauen des Volkes und des Landes verloren. (Lauter Beifall bei der Arheiterpartei.) Macdonald schilderte dann die beklagenswerte Lage, die durch die Not in Mitteleuropa herbeigeführt worden sei und er­klärte, hier müsse Einhalt getan werden. Eng­land sollte klar und deutlich erklären, daß es hier Einhalt tun wolle. Es sollte bereit sein, seinen Anteil zu übernehmen, seine Politik zu beginnen und eine Maschinerie zu schaffen, die diese Lage wirksam beenden würde.

London, 16. J«n. Nach einer ergänzenden Meldung sagte Macdonald im Unterbau» in feiner Rede noch: Er begrüße die in der Thronrede ent» haltende Bezugnahme auf die auswärtigen Angelegen«' heilen. Die Sage werde indessen immer ernster. Eine entscheidendere wirksamere Politik fei erforderlich. Die Aussicht auf eine Negierungsänderung in England habe mehr dazu beigetragen, den Einfluß Groß­britannien? bei den Staatsmännern auf dem Kontinent zu erhöhen, als zwölf Monate Wirkens der gegen­wärtigen Regierung. Dies« Regierung fei be» Vertrauens des Hauses nicht würdig. Die von den Ministern auf der letzten NeichSkonferenz gegebene Versicherung, daß gewisse Angelegenheiten dem Parlament vorgelegt würden, würden bis auf den letzten Buchstaben erfüllt werden, wer auch im Amte fei. Die Vorschläge der Reichs« konferenz würden dem Parlament borgelegt werden, welches freie Hand habe, sie anzunehmen oder zu ver­werfen. Macdonald legte dann bar, daß die Wahlen Das Han» in einer eigenartigen Lage gelassen hätten. Keine Partei besitze die Mehrheit. DaS HauS werd« einer L«g« gegenüberstehen, di« . r» «ch . v«tM